Bio Natur - Der Weblog

22.3.2012

Weniger Ressourcenverschwendung kommt in Mode

Abgelegt unter: Plattformen und Projekte — Paul Boegle @ 03:08


Habt ihr Style? Aus Alt mach Altes mit Stil

Nachdem ich nun meine Grippe einigermaßen überwunden habe, machen wir für den Anfang, sozusagen zum bloggenden Auflockern, einen auf Jung. Nun ja, eigentlich mache nicht ich dabei mit, sondern bin mehr das schmückende Beiwerk, in dem ich darüber berichte und alle jene Menschen zum Mitmachen animieren möchte, welche a) zwischen 15 und 27 Jahre alt sind und b) ein bisschen stilsicherer in Sachen Mode sind, als ich zwischen 15 und 27 war und heutzutage, wo selbst die Summe aus 15 und 27 nicht Der gute Style. Weniger Konsum, mehr Style! Neu verwenden statt neu kaufen und viel Spaß dabei haben! Mach mit bei der Challenge und lade dein Foto mit deinem guten Style hoch!mehr reicht, um mein Alter zu bestimmen, noch immer bin. Was mich jetzt a) zu dem Schluss kommen lässt, dass ich, um beim Thema zu bleiben, schon ganz schön alt aus der Wäsche schaue und b) die Gewissheit habe, trotz alledem die wilden Jahre hinter mir gelassen habe, ohne dabei dauernd mit der Mode gegangen zu sein. Und, um c) all jene jungen Menschen unter 15 Jahren zum Weiterlesen zu bewegen: Das mit der Teilnahme erst ab 15 stimmt so auch nicht, dazu aber unten mehr. Und für all jene über 27, LehrerInnen dabei in besonderem Maße: Der Wettbewerb findet im Rahmen des Projektes REdUSE (SERI: REducing Resource Use for a Sustainable Europe oder REdUSE: Über das Projekt) statt.  

Gut! Was wäre noch wichtig, um bei “Der gute Style” mitzumachen? Da das Ganze von Global 2000 initiiert wird und dies nun einmal eine österreichische Umweltschutzorganisation ist, wäre es natürlich nicht schlecht, wenn ihr euren Wohnsitz auch in unserem schönen Lande hättet. Und ihr solltet bis zum 24. Juni 2012 mit euremj Style fertig werden. Ihr wisst schon, Einsendeschluss und solche Dinge. Aber mehr braucht es jetzt wirklich nicht mehr, damit die Fetzen fliegen. Oder doch? Klar: Kreativität und alte Klamotten, denen ihr neues Leben einhaucht. Denn da die Challenge unter dem Motto “Style kann man sich nicht kaufen” steht, trägt zum möglichen Gewinn nur bei, was schon getragen wurde. Weshalb?

Der Hintergrund: Bei der Produktion eines Baumwollshirts werden 2700 Liter Wasser (real und virtuell) verbraucht, bei einem Paar Lederschuhe sind es bereits 8000 Liter. Alleine schon diese Tatsache sollte zu Denken geben: Ist es wirklich nötig, dass wir noch ein neues Shirt kaufen, wenn wir viele voll funktionsfähige Shirts im Kasten haben, die durch Umstyling topmodern sind? (Der gute Style: Mehr Stil - weniger Ressourcen)

Ihr seht, Lifestyle kostet nicht nur eigenes oder Mamas/Papas Geld, sondern schadet auch ganz anderen Bewohnern dieses schönen Planeten. Und deshalb macht weniger Konsum einfach mehr Sinn. Und noch etwas sollte euch zu denken geben. All jene, welche für euch, aber natürlich auch für mich, Tag für Tag diese ganze Sch…e zusammennähen, schneidern, bügeln, waschen und was auch immer sonst tun müssen, tun dies meist in Entwicklungsländern. Habe ich zwar schon desöfteren darüber berichtet (z.B. unter “Zara: Schmutzige Wäsche und saubere Gewinne“), doch denkt beim nächsten Mal vielleicht daran, wenn ihr euch wieder einen neuen Fetzen kaufen wollt. Unser Einkaufsvergnügen beruht leider auf der Tatsache, dass andere Menschen (und diese sind oftmals noch keine 15 Jahre alt) unter menschenunwürdigen Bedingungen diese Güter produzieren und für wenige Cent schuften müssen.

Deshalb möchte euch Global 2000 zum Umdenken bewegen. Cool ist nicht, wer die neueste oder teuerste Mode trägt, sondern diejenigen, welche wissen, dass Recycling Nachhaltigkeit und damit Schonung unserer Ressourcen bedeutet. Denn das ist wirklich cool. Ihr wisst schon, Klimaerwärmung und so ist überhaupt nicht cool.

Wir suchen den guten Style

Die Rohstoffe auf unserem Planeten sind ernsthaft bedroht, übernutzt zu werden. Zeit, unseren Lifestyle darauf einzustellen. Der gute Style zeichnet sich Stell dein ressourcenschonendes Outfit zusammen! Mach ein modisches Foto davon und lade es hoch. Der/die GewinnerIn mit dem stilsichersten Outfit kann sich über Festivalkarten (Nova-Rock, Frequency, Urban Arts und Tomorrow-Festival), Preise von Bioshirts.at und Erlebnisgutscheine von Jollydays freuen.dadurch aus, dass er ressourcenschonend und modisch ist. Man muss nicht immer etwas Neues kaufen, um hip zu sein. Vieles lässt sich ganz einfach selbst neu gestalten. „Der gute Style“ ist ein Foto-Contest, bei dem du präsentierst, wie du mit weniger Konsum viel mehr Style beweist! Hauch den alten Klamotten neues Leben ein und mach mit beim Foto-Contest!

So, nun noch die Sache mit all jenen, welche noch nicht 15 Jahre alt sind. Natürlich könnt auch ihr mitmachen. Und die Preise fürs Mitmachen? Die könnt ihr euch jetzt unter dem Link “Welche Preise gibt es zu gewinnen” selbst anschauen, bevor ihr dann zu Nadel, Schere und was auch immer ihr für euren ganz persönlichen Stil benötigt, greifen solltet.

16.3.2012

Nachhaltiger Einkehrschwung im WM-Ort Schladming

Abgelegt unter: Tierisches — Paul Boegle @ 04:52


Weshalb Goethe seinen Osterspaziergang so nicht geschrieben hätte

Nie im Traum dachte ich daran, nach so kurzer Zeit erneut im steirischen Schladming Station zu machen. Manch LeserIn wird sich möglicherweise noch daran erinnern, dass ich vor nicht einmal einer Woche im gallisch-österreichischen Dorf und WM-Gastgeber 2013, wo anstatt des Klimawandels maximal entwaldete Skipisten, welche bis kurz Nachhaltiger Einkehrschwung im Ski WM-Ort Schladming 2013 von Paul Boegle während eines fiktiven Osterspaziergangs mit Johann Wolfgang von Goethe.unter den kunstschneebeflockten Horizont reichen, ohne den Himmel nach unten fallen. Oder eben rutschen. Oder was auch sonst die Erosion mitsamt der Schwerkraft im Sturmgepäck so vor hat. Nun, zumindest fällt aber in der schönen grünen Steiermark nicht das ganze fundamentale Firmament aus den himmlischen Angeln, was mich zu der Vermutung veranlasst, dass Gallien eben doch nicht in Frankreich liegt, sondern Gott in Frankreich seinen Wohnsitz in die bald nachhaltige Steiermark verlegt oder schon hat.

Hätte der große Goethe im Steirischen so wortreich wie andernorts gewütet, müsste er seinen Osterspaziergang ordentlich auf die lange Bank schieben, weil halt der Klimawandel hier im kleinen Paradies nicht so will, wie wir alle glauben. Zumindest möchten uns dies einige glauben machen, von denen aber unter obigem Link die Rede ist. Aber zurück im meines Wissens nicht mit der Steiermark auf Du und Du stehenden deutschen Dichterfürsten, welcher mindestens ebenso hervorragend mit Worten umzugehen wusste wie Fritz “The Cat” Strobl auf jenen Brettern, die die Welt bedeuten. Vielleicht nicht den gesamten wedelnden Globus, aber zumindest jenen Teil, welcher als Austragungsort für Skirennen dient. Also doch eine ganze Menge Bretter. 

Vom Eise befreit sind Nord-, Südpol und Bäche
Durch des reinen CO2-vernebelten Blick.

Im Tale grünet der Hoffnungslauf.

Der letzte Eisbär, in seiner Schwäche
Zog sich als Bettvorleger still zurück.

Selbst von des Berges abgefahr’nen Pfaden
Blinken uns farbige Skihelme an.
Ich höre Pistenraupen Gebimmel,
Hier ist der steirisch wahre Himmel,
Zufrieden jauchzet groß und klein;
Hier bin ich Mensch, hier kehr ich ein!

Oder so ähnlich eben. “Die Botschaft einer umweltfreundlichen Ski-WM” hörte oder besser las ich gestern. Schau an, dachte ich mir so beim morgendlichen Einkehrschwung in den vertrauten frühstücksbereiten Hafen der Ehe. Goethe meint es aber heute ganz besonders gut mit mir. “Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube“. Schoss es mir weiland, also eigentlich erst gestern durch den Kopf so wie einst Fritz “The Cat” Strobl mit 100, 200 oder wieviel Stundenkilometern auch immer von oberhalb der Zielflagge bis unterhalb der Zielflagge, wenn ich noch korrekterweise den Abschwung, welche bekanntermaßen ein Stückchen weiter unterhalb als Auslauf für den fahrenden Läufer auf zwei Brettern, sollte denn eines nicht unterwegs zwischen Start und Ziel verlorengegangen sein, dem finalen Abkehrschwung dienlich sein soll, wenngleich nicht ganz so weit unten wie Start zu Ziel, natürlich in Relation gesehen, was meist in gefahrenen Höhenmetern der zu Tale schießenden Läufer messbar ist.

Das sportliche Zugpferd inmitten einer Herde Methangas betriebener Angus-Rinder

Doch ich habe schließlich gelernt, den Tag nicht vor dem Abend zu loben respektive den Après-Ski nicht vor dem Abend zu heben und so las ich, was eine umweltfreundliche Großveranstaltung denn so alles bieten sollte, um als solche Vorbildfunktion für zukünftige sportliche Ereignisse zu haben.

“Wenn wir die Ski-WM umweltfreundlich gestalten, dann hat das für die Welt keine Bedeutung”, sagt Peter Schröcksnadel, der Präsident des Österreichischen Skiverbands (ÖSV). “Aber die Botschaft, die wir damit schicken, kann etwas bewirken.” Die Botschaft, quasi eine saubere Großveranstaltung abzuliefern, wird freilich nicht zum ersten Mal versandt. Schon die alpine WM 2009 in Val d’Isère und die Olympischen Winterspiele 2010 in Vancouver waren mit diesem Anspruch angetreten, wobei es Olympia deutlich schwieriger hat mit beispielsweise einer Bobbahn, deren Nachhaltigkeit durchaus zu bezweifeln ist.

Aha, so lautet also die vielversprechende Botschaft. Das mit der Bobbahn war mir zwar neu, doch zwischen den Zeilen las ich eigentlich seltsam Altbekanntes. Zum Beispiel fühlte ich mich an meinen Artikel vom November 2010 erinnert, als ich im depressivsten Herbst, aber glücklicherweise noch vor dem schwächelnden Winteranfang unter “Bioplastik und Biokunststoff: Schierlingsbecher der Werbewirtschaft” retrospektiv über die relativ deprimierende (auch aus österreichischer sportlicher Sicht) Vorstellung des damals zum Einsatz gekommenen Getränkebechers aus Maisplastik machte. Andererseits, was soll er denn sonst von sich geben, den Herrn Schröcksnadel meine ich in diesem Falle, wenn nicht positive Dinge. Warum eine umweltfreundliche Ski-WM jedoch keine Vorbildwirkung für die Welt haben soll, sondern nur die darin enthaltenen Botschaft, entzieht sich meinem wollmützenbehaubten Verstand schon. Aber egal.

“Skifest mit Herz - für unsere Natur”, lautet der Titel einer Charta, die von Umweltminister Niki Berlakovich, dem steirischen Nachhaltigkeitslandesrat Johann Seitinger, Schladmings Bürgermeister Jürgen Winter, Schröcksnadel und Fritz Strobl unterzeichnet wurde. Strobl, Bauernsohn und Abfahrtsolympiasieger 2002, der daheim in Oberkärnten Angus-Rinder züchtet, gibt den Umweltbotschafter der WM.

Ein steirischer Nachhaltigkeitslandesrat? Also Sachen gibt es. Beim Après-Googlen durfte ich sogar erfahren, dass es neben diesem hochwichtigen Posten sogar eine Nachhaltigkeitskoordinatorin in der grünen Steiermark gibt. Quasi nachhaltige Nachhaltigkeit oder eben so. Verdammt gut! Also runter mit dem Skihelm und ein kräftiges “Chapeau!” in die nachhaltige Nachhaltigkeitsrunde geschmettert. Ehre, wo Ehre gefriert oder so ähnlich halt eben. Eigentlich wollte ich den verbalen Gefrierbrand in Sachen umweltfreundliches Skifahren auf Weltklasseniveau schon beiseite legen, da fiel mein schneeblindes Auge noch einmal auf den zuletzt gelesenen Satz. “Strobl, Bauernsohn und Abfahrtsolympiasieger 2002, der daheim in Oberkärnten Angus-Rinder züchtet, gibt den Umweltbotschafter der WM.”

Keine Frage, das hat er sich verdient, der Friedl, wie er von seinen Vertrauten genannt wird. Und dies meine ich jetzt tatsächlich ernst. Das mit dem “The Cat” ist ein sprachlicher Balanceakt eines ORF-Kommetators namens Robert Seeger gewesen, welchen der schleichende Fahrstil von Fritz Strobl an das Schleichen eines Katze erinnerte. Das können Sie sich aber selbst im Internet erschleichen. Auf was möchte ich denn hinaus, wenn doch alles so bestens ist? Nun ja, Fritz Strobl wurde also zum Umweltbotschafter für Schladming ernannt. Noch einmal, er hat es sich aufgrund seiner ruhigen und freundlichen Art und in allererster Linie wegen seiner herausragenden Erfolge absolut verdient. Doch hinter dieser Umweltbotschaft versteckt sich eine etwas Anrüchiges. Im wahrsten Sinne. Der Fritz Strobl züchtet also Angus-Rinder. Sein gutes Recht, schließlich züchte ich keine Angus-rinder, was selbstverständlich auch mein gutes Recht ist. Weshalb eigentlich?

Nun, solch Rindvieh hat eine doch äußerst unangenehme Eigenschaft, welche da lautet: Methangas. Aber auch zu diesem Thema habe ich mir schon meine Gedanken (FleischfreiTag: Politische Einladung an besserungswillige FleischtigerInnen) gemacht. In einem Bericht mit dem etwas irreführenden Titel “Die Wahnsinnsrinder” über die Hintergründe argentinischer Viehzucht und dem Einsatz von (in Europa verbotener) Antibiotika zur Verminderung des Methangasausstosses steht dann auch das, was mir im Falle von Umweltbotschafter und Rinderzüchter Fritz Strobl einen kräftigen verbalen Rülpser entlockt.

Auf den schier endlosen Pampaweiden produziert Argentinien zwar das beste Fleisch der Welt, aber auch eine gewaltige Menge des Klimagases Methan. Das Gas entsteht bei der Vergärung im Pansen von Wiederkäuern; es heizt die Erdatmosphäre 23-mal stärker auf als Kohlendioxid. Die Kühe der Welt gelten als gewichtige Mitverursacher des Klimawandels, Südamerikas Vieh stösst ein Viertel der Gesamtmenge aus.

Schon klar, dass der Friedl und seine Rinder nicht für solch rauhe Mengen veranwortlich sind. Doch zu einem kleinen Teil halt schon. Wenn der Peter Schröcksnadel also davon spricht, dass es für die Welt keinerlei Bedeutung hat, ob die Ski-WM 2013 unter umweltfreundlichen Aspekten gestaltet wird oder nicht, dann mag dies für den größten Teil dieser Welt schon stimmen. Aber für einen kleinen Teil halt nicht.

Nachhaltigkeit kostet leider Geld

Zum Abschluss noch ein Wort zu jener Studie, welche sowohl im Artikel des Standard als z.B. auch unter “Ski WM 2013 in Schladming will mit Umwelt und Nachhaltigkeit punkten” Erwähnung findet und als Aufbau der Region als sogenannte Energiemodellregion von Umweltminister Berlakovich wortgewaltig Unterstützung erfahren soll, wie im Folgenden zu lesen.

Berlakovich: Nachhaltige Großevents können als Vorbilder dienen
Volle Unterstützung für das Nachhaltigkeitskonzept für Schladming kommt von Umweltminister Niki Berlakovich: “Nachhaltige Großevents können für andere Veranstaltungen als Vorbild dienen. Die Organisatoren der WM in Schladming haben sich viel einfallen lassen. Wichtige Initiativen des Lebensministeriums werden eingebaut, wie die Genuss Regionen oder klima:aktiv, außerdem ist Schladming eine Klima- und Energiemodellregion.” Für Berlakovich ist es besonders wichtig, dass bei der WM Abfallvermeidung und Klimaschutz im Fokus stehen. Das Lebensministerium hat sich deshalb auch im Vorfeld in unterschiedlichen Projekten zu Schladming engagiert, wie z.B. bei der Errichtung der neuen Kläranlage oder dem Aufbau der Energiemodellregion.

Wunderbar gesagt, Herr Minister. Schaue ich mir dann die doch sehr umfangreiche Studie an, wie von Mag. Thomas Guggenberger unter dem doch sehr sperrigen Namen “Vollanalyse des Energiebedarfs und der erneuerbaren Energiepotentiale der land- und forstwirtschaftlich geprägten Kulturlandschaft im oberen Ennstal” ausgeführt und klammere bis auf die Zusammenfassung auf Seite 80 alles aus, bliebe in komprimierter Form stehen:

Insgesamt: In der Modellregion Schladming bestehen günstige Voraussetzungen, um die Wohnbevölkerung und die bestehenden Wirtschaftsstrukturen auch nachhaltig mit klimaschonender, regionaler Energie zu versorgen. Der Großteil der Aufgaben ist aber durch Einsparungen zu erledigen. Kann die Dynamik um die WM 2013 in das Themengebiet weitergetragen werden, ist diese Aufgabe zu lösen! In einem Zeitraum von 15 Jahren sind für die Zielerreichung jährlich 29 Millionen Euro zu investieren.

Macht also in Summe mehr als 400 Milionen Euro im Zeichen der Nachhaltigkeit. Wohlgemerkt, nur für diese kleine Region. Wir dürfen gespannt sein, wieviel Minister Berlakovich, über eine etwaige nachhaltige Nachfolge darf selbstverständlich über einen solchen politischen Zeitraum schon heute ganz nachhaltig für morgen spekuliert werden, wieviel er also denn bereit ist, an Geldern beizusteuern, damit der Fokus nach Ende der Ski-WM nicht gleich wieder zur Randerscheinung verkommt.

Doch die Ski-WM liegt erst einmal vor der Türe. Und wen interessieren danach noch jene vollmundigen Worte über Dynamik, Engagement, Klimaschutz oder Abfallvermeidung. Alles Schnee von gestern, wird es dann heißen. Und Goethe muss seinen Osterspaziergang neuerlich umschreiben.

15.3.2012

Die todsicheren Geschäfte der Deutschen Bank

Abgelegt unter: Verkehrte Welt — Paul Boegle @ 15:33


Der Fonds Kompass Life 3: Rien ne va plus oder Alles auf Tod

“Als Marktführer in Deutschland und eine der führenden Banken weltweit sehen wir uns in einer besonderen Verantwortung, (…) unsere ökonomischen Ziele auf ehrbare, das heißt moralisch vertretbare Weise zu erreichen”, sagte er.

Sagte wer? Josef Ackermann, der ehemalige Chef der Deutschen Bank während seiner letzten Bilanzpressekonferenz (Kölner Stadtanzeiger: “Die Totenwette der Deutschen Bank” u.a.). Grandios, dass endlich einmal einer aus der Riege des geschlechtsreifen Hochfinanzadels sagt, was Sache ist. Vorbildlich, dass die unbestrittene Nummer 1 in Sachen “Leistung aus Leidenschaft“, wie es so schön auf der Webpräsenz heißt, sich ihrer wahren Werte besinnt und den Menschen hinter dem Kapital endlich wieder dorthin stellt, wo er eigentlich auch hingehört. An die Spitze (r)evolutionären Moralempfindens, welcher sich als über allen anderen stehendes Lebewesen der Gattung Säugetier mit den hohen Ansprüchen ethischen und verantwortungsvollen Handelns paart, anstatt in den niederen Gefilden reiner Anlegerlust und Spekulationstriebtäterschaft wie wild in der finanziellen Landschaft herumzuvögeln. Der Gipfel der Maslow’schen Bedürfnispyramide, welche in den Türmen der Deutschen Bank fein säuberlich Stein auf Stein steht, hat ihn also endlich wieder, den moralisch geläuterten Homo sapiens mit eregiertem Verantwortungsbewusstseinsgipfelzipfel und madonnenhafter Werteordnungsbereinigungsvagina.

Kein Geschäft ist es wert, den guten Ruf der Bank aufs Spiel zu setzen.” (Süddeutsche.de: Spekulationen der Deutschen Bank - Mit dem Essen spielt man nicht) Schrieb wer? Natürlich ebenfalls jener, welcher auf jenem deutschlandweiten marktführenden Finanzproduktionsgipfel besonderer Verantwortlichkeit in Sachen leidenschaftlicher Leistungsbereitschaft stand und von dort oben mit dem ökonomischen Zaunpfahl und mahnenden Zeigefinger der untadeligen unspektakulären monetären Gutsituierlichkeit erhobenen Hauptes winkte, aber glücklicherweise als moralische Instanzvertretbarkeit seinen sesshaften ArtgenossInnen, welche aus dem vorgeldlichen Staub der immer und überall herrschenden jagdbereiten Geldansässigkeit und gehässigen Jagd nach dem verlorenen Schatz gekrochen kamen, als kapitalträchtige Lichtgestalt den rechten Weg wies. Kein Geschäft ist es wert, schrieb Herr Ackermann an foodwatch und wies die erhobenen Vorwürfe zurück, dass Banken durch Nahrungsmittelspekulationen profitierten, während überhöhte Preise auf den Weltmärkten zu ganz unspektakulären Hungergefühlen in Sachen Welthunger führen.

Die Deutsche Bank wies die Vorwürfe zurück. Preissteigerungen und Schwankungen bei Agrarrohstoffen seien vorrangig auf Wetterereignisse, die steigende Nachfrage aus den Schwellenländern, das veränderte Ernährungsverhalten sowie den wachsenden Bedarf an Biodiesel und Wechselkursschwankungen zurückzuführen. (Foodwatch gibt Banken Mitschuld an Hungersnöten)

Natürlich, keine Frage. Das Wetter hat auch schon damals die Neandertaler in die Höhlen vertrieben und jene, welche ohne schützende Behausung da und dort standen, im Regen stehen lassen. Und jetzt wird eben aus jenem alles entschuldbaren Wetterereignis ein alles entschuldendes Wettereignis. AnlegerInnen können, sofern ihnen das Spiel mit Rot, Schwarz und der geldgeilen grünen Null zu langweilig ist, in Zukunft alles auf Tod setzen. Ein Roulettespiel der besonderen Art, aber wie im richtigen Leben und mit höheren Wetteinsätzen. Der Mensch gegen die Bank. Das spekulativ verwesende Wesen vor dem Sarg, das spekulierende bilanzierende Unwesen als zum Kondolieren allzeit bereites sanftmütiges mitfühlendes Monster mit dem letztendgültigen Federstrich unter den Weg alles Irdischen unwirsch und ungeduldig auf das Ableben und damit auf jenes Ereignis wartend, welches Gewinn verspricht. Oder vielleicht weniger euphemistisch, aber dafür etwas realistischer in der Frankfurter Rundschau ebenfalls unter der Headline “Die Deutsche Bank und ihre Totenwette” erklärt.

Ausgerechnet die Ombudsstelle der Lobbyorganisation der privaten Banken in Deutschland kritisiert die Deutsche Bank für ein makaberes Finanzprodukt: Anleger können auf die Lebenserwartung von Menschen wetten.

(…) Ausgerechnet die Ombudsstelle des Bundesverbandes deutscher Banken, der Lobbyorganisation der privaten Geldhäuser, attestiert dem hiesigen Branchenprimus, mit einem Finanzprodukt um Anleger gebuhlt zu haben, das „mit unserer Wertordnung, insbesondere der im Mittelpunkt stehenden Unantastbarkeit der menschlichen Würde (Art.1 Abs. 1 GG) kaum in Einklang zu bringen“ sei. Der Grund: Mit dem Fonds Kompass Life 3 können Anleger auf die Lebenserwartung von Menschen spekulieren.

Es herrscht Goldgräberstimmung überall und allenthalben im reichen Land der nadelgestreiften Totengräber. Kein Geschäft ist es wert, den guten Ruf der Bank aufs Spiel zu setzen.” Nun ja, alles ist relativ. Nur der Tod nicht, der kommt mit absoluter Sicherheit. Und irgendwann heißt es dann für jede und jeden von uns: “Mach Dich vom Acker, Mann!“     

11.3.2012

Guter Rat muss nicht immer teuer sein

Abgelegt unter: Erdreich — Paul Boegle @ 20:22


Essen ohne Gentechnik - Einkaufsratgeber für gentechnikfreien Genuss

Wir haben uns ja mittlerweile an so viele Dinge gewöhnt. Selbst ein Jahr nach Fukushima kommt der meiste Strom noch aus der Steckdose, welche aus ATomkraftwerken gespeist wird. Da fällt mir doch ganz zufällig, mehr oder weniger eben, natürlich eher weniger als mehr vom Zufall geleitet, ein schöner Artikel ein, welchen ich gestern bei meinen Recherchen zum zeitverzögerten Klimawandel im steirischen Schladming aus welchen Gründen auch immer gefunden habe. Ende März 2011, also nur wenige Tage nach der japanischen AKW-Havarie machte sich Frank Schirrmacher im Feuilleton der FAZ so seine ganz eigenen Gedanken über “Die neun Allgemeinplätze des Atomfreunds“. So lässt er etwa unter Punkt sieben seinen rhetorischen und selbstverständlich realistischen Gedanken über den absoluten Jackpot Super-GAU freien Lauf.

7. Die Chance/das Risiko, dass es zu einem Super-Gau kommt, ist extrem unwahrscheinlich

Die Chance, im Lotto einen Sechser mit Superzahl zu bekommen, steht bei 1:139 Millionen. Trotzdem wird er in regelmäßigen Abständen gewonnen. Das hat natürlich mit der Vielzahl der Spieler zu tun. Genauso wird die Chance eines Super-Gaus immer wahrscheinlicher, je mehr Atomkraftwerke entstehen. Die Chance, dass man sich beim Lotto den Jackpot noch mit anderen teilen muss, ist trotz der mikroskopischen Wahrscheinlichkeit immer noch gegeben. Die Chance, dass der Super-Gau von allen und ihren Nachkommen getragen werden muss, ist absolut sicher. Wir wetten nicht darüber, dass es nicht passiert, sondern nur, dass es nicht jetzt passiert. Bei einer genügend hohen Anzahl an Mitspielern wird es passieren.

Greenpeace Ratgeber “Essen ohne Gentechnik”. Einkaufsratgeber für gentechnikfreien Genuss.Für mich bedeutet dies erfreulicherweise, dass ich innerhalb von 25 Jahren (Tschernobyl, Fukushima) also schon ein zweites Mal am großen Hauptgewinn beteiligt war. Einziger Wermustropfen bei der ganzen verseuchten Sache ist und bleibt natürlich die Tatsache, dass ich meinen Jackpot mit so vielen anderen Unbeteiligten teilen muss. Ausgenommen diejenigen, welche in Folge von erhöhtem Krebsrisiko, Strahlenkrankheit oder auch, und das wird leider immer wieder gerne verschwiegen, freiwillig aus dem Leben schieden, weil sie dem physischen Druck und dem psychischen Stress aufgrund solch eines einschneidenden Ereignisses nicht standhielten. Dass dabei SelbstmörderInnen in keiner Statistik aufscheinen, weil diese ja nicht kausal mit einem atomaren Unfall in Zusammenhang zu bringen sind, wird sicherlich der Atomlobby keine unruhigen Nächte bescheren. Nun gut, muss ich mir also zum zweiten und wahrscheinlich nicht zum letzten Mal den Jackpot teilen. Man kann nicht immer Glück haben!

Einzig eine kleine Berichtigung von meiner Seite gäbe es anzumerken. GAU bedeutet sowieso schon “Größter Anzunehmender Unfall”. Oder im Volksmund: “Schlimmer geht’s eh nimmer!” Das mit dem “Super” wäre hier also eine Komparation oder wenn Ihnen Hyperlativ besser gefällt, welches das ganze Desaster verbal lautmalerisch sicherlich bestens wiedergibt, aber allerbestens nicht vonnöten wäre. Ganz abgesehen davon, dass sich damit die atomaren Spaltköpfe von ihrer Meinung leider auch nicht abbringen lassen, dass Atomkraft auf diesem Planeten nichts mehr zu suchen hat. Dies hatte ich schon einmal vor unter “Majak - das Tschernobyl vor Tschernobyl” geschrieben, doch selbstverständlich bediene auch ich selbst mich dieser hyperlativen Form und so soll dies auch nur der Form halber hier geschrieben werden.   

Aber eigentlich war für heute anderes geplant. Doch weil heute Sonntagabend ist und meine Familie jetzt mit dem Essen auf mich wartet, mache ich es abschließend kurz und bündig und mache mir die bereits vorgefassten Worte der Greenpeace Redaktion zunutze, welche ich mir appetitlich zurechtgelegt auf meinen bloggenden Teller schaufle und Ihnen bissfest serviere.

Gentechnikfreier Genuss ist möglich! Unser Ratgeber Essen ohne Gentechnik begleitet Sie sicher durch den Supermarkt. Schnell und übersichtlich erfahren Sie, welche Firmen bei der Herstellung tierischer Produkte wie Milch, Fleisch oder Eier auf Gen-Pflanzen im Futter verzichten. Wir sagen Ihnen auch, welche Unternehmen sich besonders hartnäckig weigern, Gen-Pflanzen im Futtertrog auszuschließen.

So, meine lieben Leserinnen und Leser, jetzt muss ich aber wirklich Schluss machen. Sonst ist der Futtertrog leer, bevor das größte Ferkel am Tisch Platz genommen hat, um seinen Rüssel in die hoffentlich gentechnikfreie Kost zu stecken.  

10.3.2012

In Schladming hat der Klimawandel Zeit bis 2025

Abgelegt unter: Reisen — Paul Boegle @ 22:24


Die Ski-WM 2013 ist bis auf Jahre hinaus gesichert

Als ich den nebenstehenden Cartoon von Adam Trepczynski, dem ich ohne vorherige Rücksprache, ich hoffe, die Zukunft Ennstal: “Klimawandel - Wie sich Schladming vorbereitet” wird mich aufgrund dieses ungebührlichen Verhaltens nicht stante pede, sitzenderweise oder im liegenden Zustande dafür zur berechnenden Rechenschaft ziehen, Adam Trepczynski: Nordic Fucking. Gefunden von Paul Boegle auf Zukunft Ennstal: “Klimawandel - Wie sich Schladming vorbereitet”.hier und heute auf meinem Blog den virtuellen exibitionistischen Laufpass gebe, im Zusammenhang mit der weiter oben genannten Überschrift entdeckte, war verständlicherweise eine gewisse Ratlosigkeit vorhanden. Grundtendenziell kann ich mich mit der Disziplin “Nordic Fucking” natürlich schon anfreunden, schließlich hat etwas Bewegung an der frischen Luft nach medizinischem Ermessen und auf ärzliches Anraten nach meinem derzeitigen Kenntnisstand der Dinge noch niemandem wirklich geschadet. Höchstens, man betreibt dieses Nordic Fucking äußerst exzessiv oder, vielleicht um einen geeigneten Revierplatz in Form von vorgeschaltetem Nordic Walking für das anschließende kräfteraubende Sie wissen jetzt eh schon was zu finden, die dem Kopulieren nicht abgeneigten teilnehmenden Personen müssen eine sechsspurige Autobahn respektive Wien an jeder x-beliebigen Stelle des Gürtels überqueren, um diese Ziele inklusive dem Partner ein Stückchen näher zu kommen. Zu Fuß natürlich, nicht quer zur Fahrtrichtung und ebenfalls mit fahrbaren Untersatz bewaffnet.

Aber lassen wir nun die zwischenmenschlichen Beziehung ruhen, wo auch immer sie zu ruhen gedenken und wenden uns eben jener kleinen Gemeinde Schladming in Österreichs grüner Steiermark zu, in welcher Kopulieren sicherlich, nein, lassen wir das jetzt, in der im Jahre Schnee oder besser im Jahr 2013 die Ski-Weltmeisterschaften stattfinden werden. Was jetzt für einige vielleicht unverständlich klingen mag, hat tieferen Sinn. Obwohl es sich hierbei laut fremdentouristischer Zielsetzung um die grüne Steiermark handelt, hat dieses Bundesland durchaus die Qualität, sich während der Wintermonate zur weißen Steiermark zu wandeln, um dann nach erfolgter Schneeschmelze wieder zu dem zu werden, was eigentlich Sinn und Zweck der Steiermark ist und wohl auch bleiben wird: Sie ist grün!

Aber besser noch. Ab etwa dem Jahre 2025 wird die Steiermark auch grün bleiben. Nicht politisch (obwohl, wer weiß das schon), sondern eher klimapolitisch gedacht. Doch bis dahin ist schließlich noch etwas Zeit und die Ski-WM dann schon längst Schnee von vorgestern und ein paar Tage mehr. Jetzt, um mein ganzes Unverständnis auf den grünen Punkt in der grünen Steiermark im winterlich weiß gezuckerten Örtchen Schladming zu bringen, dachte ich eigentlich, dass der Klimawandel im globalen Riesentorlauf mit gleichmäßigen Schwüngen Richtung Tal wedelt und besonders im Alpenraum (natürlich nicht nur dort) diese Bretter gegen schnellere Abfahrtsski getauscht hat, um schneller die Zielflagge zu erreichen. Doch falch gedacht! In Schladming gehen die Uhren langsamer undder Klimawandel fährt seinen eigenen Wettbewerb ohne lästige Mitkonkurrenten. Oder, um nun ein weiteres Mal in den Inhalten der Zukunft Ennstal zu räubern:

Es wird wärmer, soviel ist sicher. Der gute alte Schnee, in weniger fortschrittlichen Zeiten noch reichlich und gratis vorhanden, wird zum künstlich und teuer zu produzierenden Luxusgut. Das Schneekanonengeschäft boomt, denn das Klima der Erde heizt sich auf, und im Alpenraum tut es das sogar doppelt so stark wie im Rest der Welt. Nur in Schladming nicht.

STRATEGE: Strategien für Wintersportorte im Zeichen des Klimawandels

Schau an, nur eben in Schladming nicht. Verdammtes privilegiertes heimtückisches Bergvolk unterm Dachstein, möchte man da als vor sich tauender und feinstaubbelasteter Großstädter denken. Da dachte ich, der Wiener Fremdenverkehr hat mit seinem eingängigen “Wien ist anders” die ultimative Glücksformel für urbane Glückseligkeit aus dem vor sich hin grantelnden Ärmel gezaubert und dann kommt mit schnellem Schwung Frau Univ. Prof. Ulrike Pröbstl von der Universität für Bodenkultur daher, welche gemeinsam mit einem interdisziplinären Forschungsteam (MANOVA, Meteorologieinstitut der Universität für Bodenkultur und ÖIR) an eben dieser Ausarbeitung von Klimamodellen für die Region Schladming arbeitet. Ich möchte nicht sämtliche Punkte dieser Strategie, welche Erhebungszeiträume bis zum Jahr 2002 erfasst hatte und schon aus 2007 stammt, herunter beten. Sie können das Arbeitspapier selbst unter dem Titel “STRATEGE: Strategien für Wintersportorte im Zeichen des Klimawandels” lesen.

Die Klimastudie, wohlgemerkt nur für die Region Schladming, kam damals zu dem beruhigenden Schluss, dass aufgrund der klimatischen Entwicklung bis zum Jahr 2025 oder möglicherweise sogar fünf Jahre länger (siehe ECHAM5-Temperaturszenario S. 18) unterhalb des Dachsteinmassivs Mensch und Natur in friedlichem Einklang leben können und Skisport erst danach in Hanglagen von jenseits der 1500 m möglich sei. Seite 5 spricht von “Lokale Fakten statt globale Katastrophenmeldungen“. Das hören und vor allem lesen wir doch gerne. Hiobsbotschaften lassen sich doch in einfache lineare Sätze packen, solange Hiob die rosarote Skibrille trägt, wird schon alles gut werden. Sozusagen das kleine gallische Dorf, welchem erst ab 2030 der erwärmte Himmel auf den Skihelm fallen wird, während anderenorts die Schneeschmelze nur noch vom Hörensagen oder bestenfalls als mikroklimatisches Experiment im hauseigenen Kühlschrank nachgestellt werden kann, um Kindeskind und ausgestopfte Eisbären, denen Nordic Fucking aufgrund fehlender nördlicher Fuckinggelegenheiten weiteres Kopulieren unmöglich machte, glaubhaft davon zu überzeugen, dass es so etwas wie gefrorene Eiskristalle wirklich einmal in natura gegeben hat. Doch in der Steiermark ist aufgrund dieser weitsichtigen Prognosen auf wissenschaftlicher Basis, denen wir doch gerne Glauben schenken wollen, weil im eigenen engen Tal und deswegen “Pauschale Panikmache für Skigebiete unangebracht” sei.

Von Anpassungen der touristischen Angebote und Strukturen ist die Rede. Keine Rede von der Bekämpfung des Klimawandels, nicht ein Wort vom eigenständigen STRATEGE: Strategien für Wintersportorte im Zeichen des Klimawandels. Am Beispiel der Wintersportregion Schladming. Univ. Prof. Dr. Ulrike Pröbstl, DI Andrea Prutsch, Universität für Bodenkultur Wien.Umdenken, keine Silbe von notwendigen Maßnahmen gegen den fortschreitenden Klimawandel. Die Ski-WM 2013 ist jetzt wichtig, weil vor der Türe stehend und mit dicken Geldbündeln von den unter dem Dauerfeuer der Schneekanonen lieblich beschneiten Hügeln herab winkend. 2030 ist noch lange hin. Und vielleicht lässt sich das Tal nach Schladming noch ein Stückchen enger machen. Und den brach in der Sonne liegenden Horizont gleich dazu. Beschneien wäre natürlich noch besser, denn da ließe sich sogar noch Geld damit verdienen.

Ich verdamme hier weder Schladming noch andere enge Täler. Am schlimmsten fällt mir bei all dieser Klimastudie jedoch eines auf: Das Schaubild auf Seite 19. Mit “Strategien im Tourismus” überschrieben gibt es in kurzer und anschaulich bunter Form all das mit auf den Weg, was nach Meinung der BoKu-Verantwortlichen zu tun ist, um den blauen Himmel in der grünen Steiermark zu lassen. “Beibehalten des Wintertourismus”. Klare Sache, als Wintersportregion natürlich die beste aller Optionen und damit an erster Stelle stehend. “Ersatz”, also Wellness satt Wedeln oder Eislaufen statt Jagatee saufen macht selbstverständlich auch Sinn. Und die dritte Möglichkeit wäre dann noch die Suche nach Alternativen. Gut, wer im Dezember 2031 nach Schladming kommt, könnte sich ja auch unter Kokospalmen, im neckischen Bikini oder Bermuda-Shorts recht wohl fühlen. Hat bis dahin schließlich schon jeder vergessen, der keine heimlichen Experimente im eigenen Kühlschrank macht, dass Schnee Schnee von vorgestern ist. Und dann steht da doch tatsächlich noch etwas von “Ursachenbekämpfung”. Werden Sie wahrscheinlich überlesen haben, weil eben nicht so schön bunt, sondern fast schon transparent und als graue Maus am Rand stehend. So wie halt der Klimawandel.

Ich freue mich auf 2013. Höchstwahrscheinlich nicht in Schladming. Aber ganz sicher nicht zur Ski-WM. Sind die Zimmerpreise sowieso gleich noch ein bisschen höher als sonst. Nicht nur in Hanglage ab 1500 m aufwärts. Und das mit dem Nordic Fucking ist mir eigentlich nicht ganz geheuer. Was da im Eifer des Gefechts beim Geifer mit dem anderen Geschlecht mit unkontrollierbaren Skistöcken so alles passieren könnte. Nicht auszudenken. Da scheint mir sogar der Klimawandel harmlos.          

9.3.2012

Stille SMS und jedes stille Örtchen wird zum Impulsgeber

Abgelegt unter: Verkehrte Welt — Paul Boegle @ 21:34


Private Spionage im öffentlichen Dienstauftrag

Ich muss gestehen, als ich über den Artikel Firma spioniert mit “stillen SMS” gestolpert bin, wusste ich bis dazumal, also vor nicht allzu langer Zeit nicht einmal, dass es solch schöne Dinge überhaupt gibt. Gut, über Mark Post habe ich erst unlängst geschrieben, die stille Post sagt mir auch irgendwie und sowieso etwas und auf dem stillen Örtchen kann es schon passieren, dass eine hereinkommende SMS mit leisem Piepston andere lautere Töne, welche weder aus dem Handy noch sonstigen elektronischen Gerätschaften dringen, aber fürwahr ebenso dringliche Geschäfte mit sich bringen, welche wir uns drückend abringen, in den Hintergrund drängt.

Doch eine stille SMS? Nach Lesen des Artikels war mir dann schon mehr klar, wobei andererseits auch ebenso unklar bleibt, was denn jetzt genau die “Funkzellenauswertung” und das Versenden von “stillen SMS” nur zur Aufklärung von “Straftaten von erheblicher Bedeutung” vorzunehmen in der Praxis bedeutet. Ich dachte ja bisher ganz laienhaft, dass es sowieso und irgendwie keine Rolle spielt, wo ich mich mit meinem Handy aufhalte. Wenn Papa Staat und Mutter Land das Abendessen aufgetischt haben und nach dem Söhnchen rufen, bleibt es einerlei, ob ich nun den Anruf annehme oder mich still und heimlich aufs stille Örtchen oder wohin auch immer zurückziehe und keinen Mucks von mir gebe. Nein, so einfach ist es scheinbar dann doch nicht. Denn solange ich keine SMS bekomme oder versende, kein Gespräch empfange oder selbst führe, solange gibt es auch keine Daten, welche auf Vorrat oder wie auch immer gespeichert werden können. Und hat Mama und Papa keine Daten vom Sohnemann, gibt es zwar auch kein Abendessen, jedoch auch keinerlei Überwachung. Zumindest nicht mehr mobilem Gerät.

Ortungsimpuls nennt sich das Ganze dann, wenn Mama und Papa aber trotzdem partout wissen möchten, was denn der missratene staatsungetreue Nachwuchs so den lieben langen Tag, sollte solch eine stille SMS mir justamente am 20. März um 5:14 Uhr in der Frühe oder am 22. September um 14.49 Uhr gesendet werden, dann würde Tag- und Nachtgleiche herrschen und die liebe Nacht wäre genauso lange wie der liebe lange Tag, was mir aber sowieso und irgendwie vollkommen gleich und völlig wuscht wäre, denn mein Handy reagiert auf diese Nachricht und die Überwachungsmaschinerie nimmt ihren verhängnisvollen Lauf. Dieser gezielte SMS-Versand simuliert also nichts anderes als eine Verbindung, was ja schließlich auch Sinn und Zweck meiner fürsorglichen Eltern ist. Mit ähnlichen Worten, aber sicherlich etwas besser erklärt wird diese ganze Geschichte auf dem ZDF-Blog unter “In aller Stille“. Schon der erste Absatz macht deutlich, in welchen Größenordnungen sich diese Heimlichtuerei mit impulsivem Fernrohr abspielt, wenngleich scheinbar die Polizei in aller Stille vergessen hat, wie oft die breite Masse eigentlich mit flächendeckendem SMS-Bombardement eingedeckt wurde.

Da sage noch einer, die Polizei sei kleinlich: Mehrere hunderttausend Mal pro Jahr und Bundesland lassen die eifrigen Beamten hierzulande eine “stille SMS” zur heimlichen Ortung von Handybesitzern verschicken. Wie oft genau das passiert, weiß anscheinend keiner so recht. Doch der Reihe nach.

Wie bereits geschrieben, das weitere “Doch der Reihe nach …” bringt der gesamte Artikel in leicht verständlicher Weise näher. Unter Überwachung - Polizei lässt stille SMS von privater Firma versenden” findet sich dann auch noch eine kurze Stellungnahme des niedersächsischen Innenministerium, welche mehr als bezeichnend für die wahnsinnig überwachenden Rabeneltern ist. Die beiden den Rabeneltern vorangestellten Wörter in “überwachenden wahnsinnigen” umzudrehen, muss ich mir verkneifen. Man weiß ja nie, ob auf meinem Blog nicht doch jemand aus der Verwandtschaft mitliest.

“Die Polizei in Niedersachsen nutzt zum Versenden von ’stillen SMS’ den Server eines privaten Anbieters von Telekommunikationsdienstleistungen.” Der Name der Firma werde jedoch geheim gehalten, so das Innenministerium: “Der Anbieter, der um Vertraulichkeit gebeten hat, muss mit erheblichen Nachteilen für seine Geschäftstätigkeit und gegebenenfalls auch mit Angriffen auf seine Systeme rechnen, wenn bekannt wird, dass er auch im Bereich der verdeckten polizeilichen Maßnahmen Dienstleistungen erbringt.”

(…) “Danach kann durch die zurzeit zum Versand von Ortungsimpulsen genutzte Software die Anzahl von versandten ’stillen SMS’ nicht generiert werden. Hierzu wäre eine Veränderung und neue Programmierung der bisher genutzten Software des Leistungsanbieters erforderlich. Nach vorsichtigen Schätzungen würde eine neue Programmierung der Software Kosten in Höhe von etwa 80.000 Euro verursachen.”

Nun ja, 80 000 Euro sind natürlich kein Pappenstiel. Doch auf Netandroid habe ich unter “Niedersachsen und die stille SMS” eigentlich auch für dieses monetäre Problemchen im niedersächsischen Landesbudget die passende Lösung gefunden, damit auch weiterhin alles im abhörbereiten Rahmen bleibt und niemand unüberwacht zurück bleibt, der gerade nicht für zwei Minuten sein Handy abgestellt hat, um auf dem stillen Örtchen etwas anderes abzustellen oder während des praktizierenden Geschlechtsverkehrs den vertikalen Dauerempfang zugunsten von horizontaler Dauerempfängnis auf Rufumleitung gelegt hat.

Das nenne ich mal nen Schnäppchen. Da sollten die anderen Bundesländer doch gleich zu schlagen und nach Rabatt fragen, bevor Niedersachsen das alleine zahlen muss. Bereits früher haben doch die Bundesländer gerne mal untereinander Absprachen getroffen wer nun welche Software wo kauft.

Geld ja – Moral lieber nicht

Das Unternehmen das vom Land Niedersachsen ausgesucht wurde, muss allerdings doch ein wenig die Boxershorts in den Seidenanzügen voll haben, denn man legt besonderen Wert darauf, dass der Anbieter bei dem man die Ortungssoftware betreibt nicht bekannt wird. So gibt es wohl nur einen geheimen geschlossenen Ausschuss bei dem man die Information auf Anfrage erhält.

Ausserdem hat das Unternehmen Angst, so begründet man die Heimlichtuerei, dass man bei bekannt werden bombardiert werde, sprich ganze Systeme durch die Cyberwarkrieger (wer waren die jetzt nochmal?) auseinander genommen werden.

Liebes privates Unternehmen, wenn Du schon weisst, dass das was Du tust Unrecht ist, dann lass es doch einfach und verzichte auf die paar Kröten die man Dir anbietet.

So, jetzt muss ich aber Schluss für heute machen. Denn das Essen ist fertig, wird mir gerade mitgeteilt. Von der allerbesten Gattin dieses Planeten, also meiner Ehefrau. Per Voicemail übrigens und ganz ohne elektronische Hilfsmittel. Gut gebrüllt, Löwe! Aber das ist wieder ein ganz ein anderes Thema. Hatte zwar ebenfalls mit Tag, Nacht und Mondschein zu tun, aber es war nicht eine einzige SMS mit im grausamen Spiel. Zumindest nicht von meiner Seite.

5.3.2012

Mark Post und sein Hamburger aus dem Reagenzglas

Abgelegt unter: Tierisches — Paul Boegle @ 22:23


Der fleischlose Fleischklops als Alternative zu McDonalds?

Irgendwie scheine ich im Moment dem Fastfood mit Haut und Haaren verfallen zu sein. Wobei, vielleicht in diesem Fall besser mit Kuhfell und solcherlei spriesenden ersprießlichen Dingen. Obwohl, nun kommt der Niederländer Mark Post ins Spiel. Denn der Wissenschaftler und sein Team von der Universität Maastricht spielen gerne mit dem Essen, ohne dabei auch nur ein einziges Lebewesen anzurühren. Was jetzt nicht heißen soll, dass es sich um Vegetatrier handelt. Nein, Mark Post hat auf einer Konferenz in Vancouver vollmundig versprochen, demnächst den ersten Hamburger aus Stammzellen zu servieren. “Na Mahlzeit!“, dachte ich mir im ersten Moment, als ich den Artikel “First lab-grown burger coming right up … that’ll be $345,000” durchgelesen habe.

“Cultured meat” — burgers or sausages grown in laboratory Petri dishes rather than made from slaughtered livestock — could be the answer that feeds the world, saves the environment and spares the lives of millions of animals, they say.

Granted, it may take a while to catch on. And it won’t be cheap.

The first lab-grown hamburger will cost around 250,000 euros ($345,000) to produce, according to Mark Post, a vascular biologist at the University of Maastricht in the Netherlands, who hopes to unveil such a delicacy soon.

Auf deutsch können Sie selbstverständlich ebenso Ihren Appetit stillen. Z.B. können Sie unter “Erster Hamburger aus Stammzellen?” erfahren, was es denn so auf sich hat mit diesem neuen Fleischersatz mit dem ach so putzigen Namen “Cultured Meat” oder dem mehr rachenputzenden Terminus “In Vitro Meat” aus dem Reagenzglas. Zur weiteren Vertiefung des Themas empfehle ich die Seite “futurefood.org: Kultiviertes Fleisch - In-Vitro-Fleisch; Erzeugung von Fleischprodukten via “tissue-engineering”-Technologien” mit etlichen Verweisen am Ende des Artikels. Nicht, weil die Betreiber “Future Food - Fleisch ohne Tierhaltungsich pro solcherlei wissenschaftlicher Forschungsarbeit äußern und naturgemäß Argumente wie Bekämpfung des Welthungers, weniger getötete Tiere, Nutztierhaltung als beträchtlicher Verursacher von Treibhausgasen (Methan-, Lachgas), hoher Wasserverbrauch, Anbauflächen für Futtermittel konkurrieren zu den immer knapper werdenden Ackerflächen für agrarwirtschaftliche Erzeugnisse, das immer stärker um sich greifende Problem des maritimen Bushmeat (Meeressäuger als Fleischersatz und als Substitut durch steigende Überfischung) usw., sondern um sich einen Überblick zu verschaffen.

Bei meinen weiteren Recherchen bin ich dann auf einen Beitrag aus dem Jahre 2008 in der “Welt online” gestoßen. “Hähnchen und Schnitzel aus dem Bioreaktor” lautet die Überschrift. Eigentlich erstaunlich, dass sogar Tierrechtsorganisationen wie PETA diesem Forschungszweig einiges abgewinnen können. Denn aus Überlegungen des Tierschutzes werden, was selbstverständlich für solch eine Organisation durchaus legitim ist, wird die Gentechnik dem Wohle des Tieres untergeordnet. Und PETA geht laut Welt online sogar noch einen beträchtlichen Schritt weiter, wie es in dem Artikel heißt:

Unter dem Titel „Die ultimative Nouvelle Cuisine“ servierten australische Forscher am 4.Mai 2003 bei einer Ausstellung in Nantes etwas ganz Besonderes: ein etwa drei Zentimeter großes Steak aus Muskelzellen des Krallenfroschs, flambiert mit einer Calvadossoße. Das Ministeak war im Labor aus einem winzigen Stückchen Skelettmuskel des Frosches in einer Nährlösung herangezüchtet worden.

(…) Doch leider ist es nicht ganz so einfach. Die Organisation Menschen für den ethischen Umgang mit Tieren (Peta) hat jüngst sogar einen Preis von einer Million US-Dollar ausgelobt, der die Forscher zu mehr Tempo bei der Herstellung von Kunstfleisch anreizen soll. Allerdings ist das Projekt ziemlich kompliziert: Es gab in der Vergangenheit schon eine Reihe von Ansätzen, Fleisch in der Retorte zu züchten, aber sie kamen über den Labormaßstab nicht hinaus. Systematisch angegangen wurde das Thema zum ersten Mal in den Niederlanden Ende des 20.Jahrhunderts. 1999 reichte Willem van Eelen, heute 84 Jahre alt, zusammen mit zwei Kollegen ein Patent ein für die künstliche Herstellung von Fleisch. Und seine Landsleute sind noch immer führend auf diesem Gebiet. Vor allem die Universitäten von Eindhoven, Utrecht and Amsterdam arbeiten hier zusammen.

Fleischeslust und fleischlicher Frust

Ich dachte mir im ersten Moment wahrscheinlich das, was viele Menschen sich so denken würden: “Nein danke!” Gentechnisches Essen haben wir sowieso schon genug auf unseren Tellern, ohne es in vielen Fällen überhaupt zu wissen. Andererseits habe ich mich an meinen Artikel “Rosa rosiges Fleisch - die grau(sig)e Realität” erinnert, welcher das Thema Schutzgasverpackung zum Inhalte hatte. Und ich dachte an saftig-grüne Wiesen mit herrlich duftenden Kräutern, auf welche die zukünftigen Hamburger frisch, fröhlich, frei und unbeschwert bis dahin auf vier kerngesunden Kuhbeinen durchs schlachtreife Leben wandeln. In der Werbung zumindest, denn die leichtfertig über den Bildschirm gegebene Bauernhofgarantie erlischt spätestens dann, wenn wir die Türen und Tore der im Akkord arbeitenden Schlachthöfe und vollautomatisierten Mastfabriken öffnen, welche diese Idylle im Sekundentakt auf blutigen Fließbändern mit sich fortreißt. Und ob dieses Fleisch aus der Retorte geschmacklich um soviel so viel weniger Geschmack aufweist als jene Fleischstücke, welche in luftdicht verpackten Folien oder unverpackt als Gammelfleisch in aller Munde sind, muss auch erst noch bewiesen werden.

Ich für meinen Teil verzichte getrost auf den Hamburger aus der Dose, dem Reagenzglas oder aus dem Chemielabor. Möglicherweise werden unsere Kinder ja in Zukunft die Chance haben, sich ihren eigenen Fleischklops aus dem Chemiebaukasten zu züchten. Ganz ohne grüne Wiesen und abseits von bewaldeten Berghängen. Aber ist die heutige Fleischbeschaffung denn um so vieles anders?  

3.3.2012

McPlanet.com: Kommunikatives Slowfood im globalisierten Fastfood

Abgelegt unter: Plattformen und Projekte — Paul Boegle @ 21:44


Lernen, streiten, austauschen und informieren: Und vor allem zukünftig bewegen

Zugegeben, als ich das erste Mal über die sogenannte “McPlanet.com” las, drängten sich mir unwillkürlich fetttriefende und sündige Gedanken an bestimmte Fastfood-Produkte auf. Eigentlich schon seltsam, wie grausam diese Welt sein kann. Viel schlimmer geht’s schon gar nicht mehr. Höchstens vielleicht, man lässt diesen schwelgerischen Gedanken freien Lauf und setzt diese auch noch in die Tat um. Per Auto natürlich, wozu gibt es solch sinnige Einrichtungen wie Drive In, welche es einem erlauben, McPlanet.com “Too Big To Fail”. Vom 20. bis 22. April 2012 in der TU Berlin. Deutschlands größter internationaler Bewegungskongress an der Schnittstelle von Globalisierungskritik, globaler Gerechtigkeit und Umweltbewegung.sozusagen auf der käsegepflasterten Überholspur und im eben schon erwähnten triefenden Kriechgang Richtung Sündenpfuhl voller Übergewicht und Herzverfettung cholesterinschwanger in die fleischbeschauende Leichenschau zu rollen. Das tiefgekühlte Jüngste Gericht für ehemalige Bewegungsandächtige wäre möglicherweise in diesem fatal postmortalem Zusammenhang angebrachter.

Und wie es der Zufall so will, und hier handelt es sich wirklich um einen solchen, weil ich über das folgende kurze Video auf “Focus online: Tod durch Burger - Makabrer TV-Spot empört McDonald’s” tatsächlich gestolpert bin, was mich dazu veranlasst, in Zukunft nur noch mit dem Auto per Surf In oder was auch immer hier ratsam wäre, durchs Internet zu rauschen, noch etwas ganz passabel Passendes in Sachen magersüchtige Salatblätter für fröhnende Plattfüßer. Obwohl, wenn ich Ihnen jetzt schon den Mund wässrig gemacht habe: Das McDonalds Happy Meal Project der Künstlerin Sally Davies (siehe meinen Artikel “Happy Meal - härter wie Stahl und unkaputtbar“) 

Nun, lassen wir die Zufälle aber jetzt beiseite und wenden uns der betoniert bornierten Gegenwart zu und lassen Sie mit meiner Hilfe Ihren weiteren Terminkalender füllen. Nachdem wir alle gemeinsam am 31.03. freiwillig und mit traumwandlerischer Sicherheit im klimawandelnden Dunkel als Fürstinnen und Fürsten im Finstern sitzen werden (Earth Hour 2012: “Eine Stunde Licht aus am 31.03.2012! Ein Symbol mit Lichtstärke“) heißt diejenigen unter uns nur wenige Wochen danach McPlanet.com herzlich willkommen, welche ebenfalls der Überzeugung sind, dass Globalisierung, Gerechtigkeit und Umweltschutz zusammengedacht werden müssen.

Habe ich nun wortwörtlich übernommen, als spricht eigentlich nichts dagegen, wenn ich gleich den kompletten Text per Guttenberg und Past in das Hier und Heute kopiere, ohne mir weitere eigenen Gedanken über weitere gedankliche Eigenheiten zu machen. So steht also geschrieben, was Sie aber auch selbst unter dem oben bereitgestellten Logo, als ich noch dem Fastfood nachstellte, nachlesen können, sollten Sie denn bereits zu diesem Zeitpunkt schon mehr als genug von mir und eben jenen fremden Gedanken, welche ich mir zu eigen gemacht habe, haben. Denn eines kann ich Ihnen gleich sagen: Es kommt ab hier und für heute nicht mehr viel.

McPlanet.com

Deutschlands größter internationaler Bewegungskongress an der Schnittstelle von Globalisierungskritik, globaler Gerechtigkeit und Umweltbewegung.

McPlanet.com entstand aus der Überzeugung, dass Globalisierung, Gerechtigkeit und Umweltschutz zusammengedacht werden müssen. Der Kongress ist eine Plattform, auf der man lernen und streiten, sich austauschen und informieren, alte Bekannte und neue MitstreiterInnen treffen kann. So will McPlanet.com einen Beitrag leisten für eine gerechtere und ökologisch zukunftsfähige Welt.

Programm Auf diesen Seiten erfahrt Ihr in den kommenden Tagen und Wochen alles Wichtige zu den Veranstaltungen, Terminen und ReferentInnen auf dem McPlanet.com 2012.Gut, den Termin für McPlanet.com könnte ich zum Schluss noch nachreichen. Als Dank für all jene Hartnäckigen unter Ihnen, welche aus lauter Mitleid und Erbarmen bis zu diesen Zeilen durchgehalten haben oder welche fest entschlossen oder auch nur halbwegs unentschlossen unbeirrbar den Nährboden der Neuigkeiten nach weiteren satzkonstruierten Keimen durchpflügten und sich der trügerischen Hoffnung hingaben, dass ich noch mehr zu berichten habe. Habe ich natürlich nicht! Außer die Ankündigung selbstverständlich, welche bei neuerlichem Klick auf das Schaubild Ihnen weitere Informationen zu den über 100 Veranstaltungen, Panels, Workshops, Aktionen und dem kulturellen Rahmenprogramm eröffnet.

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