The Group of Seven

August 3rd, 2010

Vorab eines: Ich hätte diesen Artikel auch ohne weiteres in die Kategorie Reisen einstellen können, nachdem ich aber noch nicht dieses Land besucht habe, kommt aber hoffentlich noch irgendwann, habe ich mich dazu entschlossen, eben die Kategorie Garten zu wählen. Sie werden mir (hoffentlich) nach Lesen des Artikels zustimmen, daß die Wahl auch nicht einer gewissen Logik entbehrt.Wer ist diese Group of Seven, dass ich mich dazu entschlossen habe, auf meinem Bio und Natur Weblog darüber zu berichten? Nun, die Idee kam mir eigentlich nach meinem Besuch im Gartenhotel Theresia. Die sogenannte Siebenergruppe ist ein Zusammenschluss von sieben kanadischen Landschaftsmalern, welche sich rund um den Landschaftsmaler Franklin Carmichael formierten, um ihre Impressionen und Eindrücke der kanadischen Natur und der (ehemals) grenzenlosen Weite Kanadas wiederzugeben.

Der seit 1919 gebräuchliche Name der 1913 gegründeten Gruppe nahm dabei das Thema kanadischer Unverfälschheit in geradezu idealisierter und schwärmerischer Form auf, fernab der Realität. Vielleicht geriet die Group of Seven gerade aufgrund dieser Tatsache in Vergessenheit und löste sich bereits im Jahr 1931 wieder auf bzw. ging in die Canadian Group Of Painters über.

Für Kunstinteressierte, welche das Thema Natur auf farbenprächtige Art und Weise in Form von Kunst einmal näher betrachten möchten, bietet die Seite Group Of Seven Art eine schöne Möglichkeit, sich dieser Sichtweise zu nähern, d.h. bereits verblichenen Malern des beginnenden 20. Jahrhunderts, deren Kunstwerke nun schon ein ganzes Jahrhundert überdauerten, über die Schulter zu sehen.


My Free Farm: Power to the Bauer Browsergame

Juli 31st, 2010

[Trigami-Review]


1. MyfreeFarm: Kostenlose Biokraft, die Freude schafft

Ein Weblog namens Bio und Natur, welcher Ihnen ein kostenloses Onlinespiel mit dem Titel MyFreeFarm vorstellt? “Geht beim besten Willen nicht” wird Ihr erster Gedanke sein. “Nun, in diesem speziellen Fall möchte ich Sie vom Gegenteil überzeugen!” führe ich Ihren Gedanken weiter.

“Was kostet mich die Anmeldung bei MyFreeFarm, damit mich Schweinchen Gordon in die Geheimnisse eines gut geführten Bauernhofes einweiht?” “Mit Verlaub, liebe Nachwuchs-Landwirtinnen, Hobby-Bauern und AnhängerInnen der Agrarwissenschaften, aber Urlaub auf dem Bauernhof bei MyFreeFarm ist selbstverständlich kostenlos, gratis und vollkommen umsonst.”

My Free Farm: Kostenlos online spielen mit Biokraft Auf MyFreeFarm gackern die Hühner kostenlos

My Free Farm: Online spielen mit Biokraft Ihr Bett im MyFreeFarm-Kornfeld: Kein Download notwendig

My Free Farm: Online spielen mit Biokraft MyFreeFarm lässt sich vollkommen ohne Installation spielen

My Free Farm: Online spielen mit Biokraft Auf MyFreeFarm schweigen Waffen : Gewaltlos, friedlich, familienfreundlich

My Free Farm: Riesige Community und tausende Mitspieler Die MyFreeFarm Communitiy: Tausende Mitspieler pflanzen um die Wette

Natürlich sagen Bilder mehr als tausend Worte. Das folgende Video zeigt deshalb noch einmal in komprimierter Form, was zukünftige Landluft schnupperte Menschen auf MyFreeFarm alles erwartet.

   

2. Was macht den Reiz von MyFreeFarm aus?

Ich habe MyFreeFarm angespielt. Naja, eigentlich bin ich immer noch dabei, meinen eigenen kleinen MyFreeFarm-Bauernhof zu bewirtschaften. Meistens hänge ich lieber in meiner gemütlichen Bauernstube herum oder plausche mit dem Müller nebenan. Aber da bekanntlich von nichts auch wieder nichts kommt, ist der morgendliche Handel auf dem Dorfmarkt das A und O des MyFreeFarm-Bauerndaseins, schließlich braucht der neue Stall noch ein paar neue Bewohner in Form von Kühen und ohne gentechnikfreies Saatgut wächst auf keinem Feld etwas.

My Free Farm: Gemütliche Stunden in der Bauernstube My Free Farm: Fachsimpeln mit dem Nachbarn My Free Farm: Im Dorf trifft sich die grosse My Free Farm Communitiy

Kommen wir erst einmal zu den Dingen auf MyFreeFarm, die der Verbesserung bedürfen. Für uns Erwachsene ist das Tutorial sicherlich ideal, um sich im wahrsten Sinne des Wortes spielerisch mit den Funktionen des Browsergames vertraut zu machen. Aber Kinder haben oftmals diese Geduld nicht und deshalb wäre es sinnvoll, das MyFreeFarm-Tutorial mit einer entsprechenden Funktion zu überspringen, damit die Ungeduldigen unter uns nicht in Langeweile verfallen.

Ebenfalls wünschenswert aus meiner Sicht wäre ein Button, welcher die Zeit beschleunigt. Mir gefällt es, in Echtzeit meinen Karotten beim Wachsen zuzuschauen, doch Kinder teilen dieses Interesse nicht und wollen sofort mit der Ernte beginnen. Denn Erfolge wollen gefeiert werden und desto schneller sich diese einstellen, umso grösser ist auch der Spielspaß.

Das grösste Manko ist jedoch in meinen Ohren der fehlende Ton. Der heutige Homo cyberspace, verzeihen Sie mir diesen Fachtermini, möchte bei einem Onlinespiel neben visuellen Effekten ebenfalls auch durch Geräusche unterhalten werden. ”Ich kann das Gras wachsen hören!” “Das hat mir die Nachtigall gezwischert!”, Schlagworte, welche nicht von ungefähr kommen. Irgendwie fühle ich mich deshalb bei MyFreeFarm an das Lied “Mein Freund, der Baum, ist tot!” erinnert. Deshalb mein Vorschlag an die Macher von MyFreeFarm: Lasst Vögel im Hintergrund singen, das Wasser aus den Giesskannen plätschern und das leise Zirpen von Grillen und Knistern von frischem Gras machen die ganze Sache einfach spannender und sorgen für noch mehr authentisches Landleben. Jetzt aber genug der Kritik, lassen wir die MyFreeFarm-Spiele beginnen.

Der absolute und in meinen Augen definitiv grösste Pluspunkt bei MyFreeFarm ist der komplette Verzicht auf Gewalt jeder Form. Keine Waffen, keine Bomben, kein Blut, keine Kriegsverherrlichung, keine Tötungsszenen, keine kriegerischen Auseinandersetzungen. In der heutigen Internet-Landschaft leider eine Seltenheit. Es ist zwar erschreckend und sicherlich auch traurig, dass ich solche Vorteile explizit erwähnen muss, aber dementsprechend gilt für mich MyFreeFarm als Spieletipp für die ganze Familie.

Grafisch ist MyFreeFarm naturgemäß keine Innovation, doch ein Browsergame lebt schließlich nicht von 3D-Effekten und hochauflösender Grafik, sondern vom Miteinander der MyFreeFarm-Communitiy und den Interaktionen der Mitspieler. Was der bereits angesprochene Nachteil für Ungeduldige ist, verkehrt sich in meinem Fall dafür in einen unschätzbaren Vorteil. Ich brauche auf MyFreeFarm keine hektischen Mausbewegungen vollführen, MyFreeFarm verzichtet wohltuenderweise ebenfalls auf hals- oder besser geschrieben fingerbrecherische Mausklicks, um in einer möglichst kurzen Zeit möglichst oft den Mausbutton zu drücken.

Auf MyFreeFarm geht es gemächlich und gemütlich zu, genau wie sich ein spielerisch unbegabter virtueller Landwirt wie ich das dörfliche und idyllische Landleben vorstellt. Ich fahre umweltbewusst mit dem Bus ins Dorf, kaufe mir das notwendige Saatgut, um meine Felder zu bestellen und den Karotten, Getreide und Gurken beim Wachsen zuzuschauen. Aber Giessen nicht vergessen! Das Tutorial mit Schweinchen Gordon führt mich als einfachen Knecht dabei durch die Grundfunktionen von MyFreeFarm, geduldig erkärt mir das kleine stets mit einem bekräftigendem “Oink” abschließende Schweinchen, wie ich mich für den Karottensortierer qualifiziere. Als solcher habe ich noch etwas Zeit, um mich in das Spiel einzufinden, bevor ich dann bereits zum Gurkenpflücker ernannt werde. Je weiter ich auf der Stufe des Erfolgs nach oben steige, desto mehr zu Anfang des Browserspiels gesperrte Funktionen und Möglichkeiten werden freigeschaltet. Konnte ich zu Beginn von MyFreeFarm nur gackernde Hühner flehentlich bitten, Eier zu legen, bin ich als Kuhjunge bereits in der Lage, Kuhställe zu errichten und dementsprechend wertvollere Nutztiere beim Viehhändler zu kaufen.

Es würde nun den Rahmen dieser Renzension über das Browserspiel, Casual Game oder eben ganz einfach Onlinespiel sprengen, die komplette Bandbreite von MyFreeFarm erklären zu wollen. Deshalb schlage ich Ihnen vor:

Liebe FreundInnen frischer Landluft und rosaroter Schweinchen, packen Sie Ihre virtuellen Koffer, nehmen Sie Ihre imaginäre Mistgabel fest in beide Hände, stecken Sie Ihren Nachwuchs in giftgrüne Gummistiefel und machen Sie doch einfach selbst Urlaub auf dem Bauernhof oder besser geschrieben verbringen Sie ein paar entspannte und fröhliche Stunden auf MyFreeFarm. Wie Sie am schnellsten dorthin kommen? Nichts einfacher als das: Jetzt zum Spiel


Die Extra-Portion Milch

Juli 27th, 2010


sicher nicht vom Ferrero Kinder-Riegel

Ich bin auf Abgespeist.de bei meiner Suche nach nahrhaften Verbraucherlügen und gesunder Konsumenten-Irreführung über das Kalzium gestolpert. Nicht, dass sich plötzlich ein ganzer Berg Kalzium mir in den Weg gestellt hätte, nicht einmal ein kleines Häuflein hat sich mir vor die Füsse geworfen, es war schon eher eine winzige Kalzium-Spurenelemente-Erhebung in Form der uns aus der fröhlich-bunten Werbung bekannten Kinder-Riegel von Ferrero.

“Das Beste aus der Milch”. “Für die Extra-Portion Milch zwischendurch”. Slogans, welche uns an strahlend weisse pumperlgesunde kalziumgestärkte Kinderzähne denken lassen. Der Multipack Kinder-Riegel aus dem zuckersüssen Hause Ferrero enthält zehn einzeln verpackte Kinderriegel und stellt somit die ideale Vorratspackung für zuhause dar. Keine Angst, stammt nicht von mir, habe ich alles auf der Ferrero “Willkommen im Land der Karies und Fettleibigkeit Homepage” gelesen.

Erwachsene sollten in etwa 1000 mg Kalzium pro Tag zu sich nehmen. Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt Frauen in den Wechseljahren und Männern ab 65 Jahren eine Kalziummenge von 1300 mg/Tag. Ebenfalls einen erhöhten Kalziumbedarf haben stillende Mütter, Schwangere sowie Jugendliche. Für Babys wird ein Richtwert von 220 bis 300 mg Kalzium pro Tag angesetzt (siehe hierzu z.B. Gesundheitsinformation.de Kalzium). Nun, da ich natürlich solch heikle Experimente niemandem zumuten möchte, stelle ich mich wieder einmal ganz im Dienste der Wissenschaft freiwillig zur Verfügung, sozusagen als Fortsetzung von Physik Paul´s Pastelstunde. Übrigens, auch Tomaten benötigen zur Stärkung ihrer Blattstruktur Kalzium, aber dies fällt mir gerade nur wegen meines letzten Artikels zur Tomate mit dem wundervollen Namen Toscanella ein.

Also, wir haben festgestellt, dass ich ungefähr 1000 mg Kalzium von Montag bis Sonntag zu mir nehmen sollte. Auf Codecheck habe ich dementsprechend die Nährwert-Ampel für einen Kinder-Riegel abgerufen, um mich seelisch und körperlich auf das nun Kommende vorbereiten zu können. Wobei ich lange im an Kalzium so armen Internet suchen musste, bis ich gefunden hatte, wonach ich suchte, nämlich der Menge Kalzium, welche in den Kinder-Riegeln enthalten ist. Auf der Webseite “Deutsches Ernährungsberatungs- und informationsnetz DEBInet” wurde ich schließlich fündig. 100 Gramm Kinder-Riegel, also in etwa fünf dieser Ferrero-Zuckerbomben, enthalten 323 mg Kalzium. Fett und Zucker lasse ich jetzt aussen vor, ich will mir schließlich nicht den Spaß an der Freude verderben lassen. Nach Adam Riese würde dies bedeuten, um meinen täglichen Bedarf an Kalzium nur mithilfe der Extra-Portion Milch zu decken, müsste ich pro Tag 15 dieser Fett-Zucker-Riegel in mich rein stopfen, um einigermaßen über die Kalzium-Runden zu kommen.

Ein sogenannter Multipack beinhaltet zehn Einzelriegel, also fresse ich mich halt jeden Tag durch eineinhalb Packungen durch. Abgerundet hieße dies: Zehn Packungen á zehn Kinder-Riegel von Montag bis Sonntag macht 100 dieser Riegel pro Woche, um mich über Wasser zu halten. Nun, liebe Kinder, ab jetzt habt ihr viel vor! Und sagt Mama, dass sie ihr Haushaltsgeld in Zukunft umschichten muß, um euch eure verdiente Extra-Portion Milch zukommen zu lassen. Und wehe, euch wird schlecht. Das kann unmöglich vom Kalzium kommen. Möglicherweise könnte es eher schon an den umgerechnet dreieinhalb Paketen Butter und 350 Stück Würfelzucker liegen, welche ich und natürlich auch ihr stillschweigend, oder besser gesagt still und heimlich, mit der Extraportion Milch in uns hineingefuttert haben.

Oh, nein, warum fangen jetzt die Erwachsenen zu weinen an. Nur weil die Kinder-Riegel von Ferrero für uns dicke Kinder gedacht und gemacht sind? Wissen Sie was, weil Sie so brav bis hierher gelesen haben, bekommen Sie zur Belohnung auch etwas. Und wie sollte es anders sein, selbstverständlich ebenfalls aus dem Hause Ferrero. Sie bekommen von mir die Yogurette von Ferrero. Sie wissen schon: “Riegel für Riegel den Joghurt-leichten Geschmack genießen. Der Geschmack von Erdbeeren …” und so weiter und so fort. Na, wäre das etwas für Sie?

Ich hoffe, bei all der nun einsetzenden Euphorie von Ihrer Seite, Sie verstehen, dass wir alle gemeinsam schon gewisse Erdbeer-Abstriche machen müssen. Aber das kompensieren wir durch besonders intensives Erdbeergranulat, welches in der lecker-leichten oder joghurt-leichten, wie uns die Werbung suggeriert, Yogurette steckt. Nun gut, besonders intensiv ist vielleicht der falsche Ausdruck bei 5,5 Prozent, aber das wenige hat es in sich, vor allem Zucker und Fett. Wenn Ihnen demnächst also jemand sagt, vor allem aus dem leichten Hause namens Ferrero, Sie sollten dies alles auf die leichte Schulter nehmen, so sollten Sie trotzdem aufpassen, dass Sie vor lauter Leichtigkeit nicht schwerfällig werden.

Ich habe mich also noch einmal schlau gemacht. Auf der einen Seite 100 Gramm joghurt-leichte erdbeer-schmackhafte Yogurette und als echte Alternative dazu ein Schokoladen-Klassiker, sozusagen ein echter Kalorien-Kracher, 100 Gramm feinste Nuss-Nougat-Creme von Milka. Die dicke, fette Milka hat einen Fettanteil von 37 Gramm, nicht schlecht für den Anfang. Und die locker-flockig-erbeer-vollmundige joghurt-lecker-leichte Yogurette? Da stecken 35,6 Gramm Fett drin, also gerade einmal 1,4 Gramm weniger Fett in Heidi Klums Supermodel-Superdickmacher. Und aber es kommt noch besser! Der Nuss-Nougat-Kalorien-Bomber von Milka schlingert mit 48 Gramm Zucker durch unsere Fernseh-Werbe-Welt. Ein ganz schöner Tiefgang, denken Sie! Dann haben Sie den Yogurette-Tiefflieger noch nicht betrachtet. 54,5 Gramm Zucker befinden sich im joghurt-leichten Erdbeergranulat-Frachtraum, für blinde Passagiere ist da wirklich kein Platz mehr.

Sie spüren die Karies auf Ihren Zähnen kribbeln? Sie sagen, dass ist Lug und Betrug. Sie schreien etwas von Irreführung. Gemach, gemach, liebe Erdbeerfreunde. Alles legal, alles rechtlich abgedeckt.

Die Verordnung (EG) Nr. 1924/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 20. Dezember 2006 über nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben über Lebensmittel, welche 2007 in Kraft trat, sieht zwar vor, dass ein Produkt, welches als “leicht” bzw “energiereduziert” beworben wird, mindestens 30 Prozent weniger Kalorien als vergleichbare Produkte aufweisen muss (siehe dazu etwa Zusammenfassungen der EU-Gesetzgebung Nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben). Ferrero verstösst definitiv gegen diese Verordnung, aber die Lebensmittelindustrie wäre nicht dieselbe, hätte sie sich nicht ein paar Schlupflöcher gelassen. Da es für Marken, welche bereits vor 2005 im Handel erhältlich waren, eine Übergangsfrist von 15 Jahren gibt, darf Ferrero fröhlich-frisch-locker-leicht-lässig bis zum Jahre 2022 den Konsumenten mit seiner Yogurette beglücken, ohne sich um Konventionen scheren zu müssen.

Nun, brave Kinder, liebe Erwachsene, Produkte aus dem Hause Ferrero bürgen für Qualität und so freue ich mich, dass Ferrero und ich mittlerweile ganz dicke Freunde geworden sind, im wahrsten Sinne des Wortes.   

Toscanella - Tomaten aus der Toscana?

Juli 25th, 2010

Auch wenn es der Namensgeber, die Schweizer Firma Syngenta, vielleicht darauf angelegt hat, beim Konsumenten dementsprechende Assoziationen zu wecken, muss ich Sie, wie bereits so viele Male, auch heute wieder enttäuschen. Der Basler Agrochemiekonzern Syngenta hat sich dem löblichen Ziel Pflanzenschutz verschrieben. “Sehr gut” werden Sie nun denken. “Sehr schlecht!” kann ich Ihnen darauf nur antworten.

Neben den US-amerikanischen Konzernen Monsanto und DuPont, welche sich bedingungslos der Gewinnmaximierung durch genveränderte Feldfrüchte, Herbizide und sogenanntem kommerziellen Saatgut, kurzum der Biotechnologie, widmen, hat sich Syngenta ebenfalls darauf spezialisiert, den Verbraucher in Form der Syngenta Seeds GmbH mit hervorragenden Produkten auf diesem Sektor zu beglücken. Alleine die Produktnamen machen Lust auf mehr: Ein Grünkohl mit dem vielversprechenden Namen “Winnetou F1″, der Kopfsalat “Tizian”, Zwiebelsorten mit den Zungenschnalzern “Vision F1″, “Mission F1″ und “Solution F1″ oder Porree (Lauch), für den der griechische Gott Dionysos Pate steht. Genmanipuliertes Herz, was willst Du mehr!

Ich sehe schon, Ihnen wird ganz warm um das eben angesprochene lebenswichtigste Organ. Diesen ganzen neuen Züchtungen, nicht nur Syngenta hat hier seine genveränderten Finger im Spiel, auch Firmen wie Seminis, Rijk Zwaan oder Sakata sollte auf dieselben kritisch geschaut werden, liegt ein Verfahren mit dem unaussprechlichen Namen Protoplastenfusion zugrunde. Für den Laien wie mich bedeutet dies in einem Satz die Verschmelzung zweier Zellen durch die Auflösung der Enzyme und Zellwände z.B. mit elektronischem Strom. Wer es genauer wissen möchte, die Uni Hamburg bietet unter Protoplasten weiterführende Informationen und Lektüre. Natürlich soll es noch Menschen geben, und zu diesen zähle ich alle Leser meines Bio und Natur Weblogs, welche dankend auf kommerzielles Saatgut verzichten möchten und sich dem guten, alten konventionellen Saatgut hingezogen fühlen. Die Seite Ökoring bietet eine gute Zusammenfassung für all jene, welche Alternativen zu CMS-Sorten oder eben Sorten aus Protoplastenfusion suchen und sich dementsprechend den gentechnischen Züchtungsmethoden verweigern möchten.

Was hat aber nun die in der Überschrift angeführte Tomate mit dem südländischen Namen Toscanella mit uns zu tun? Sie wurde 2002 im Auftrag der Kunden erschaffen, kreiert, förmlich aus dem Genmanipulations-Hut gezaubert. Zumindest wird dies dem geschmacksorientierten und auf lange Haltbarkeit konditionierten Verbraucher in der Geschichte über die Entstehung der Toscanella suggeriert. Die Geschichte ist einfach zu köstlich, in all ihrer Doppeldeutigkeit selbstverständlich, als dass ich Sie Ihnen vorenthalten möchte. Wobei dies jetzt nicht der eigentliche Tomaten-Stein des Anstosses ist.

Aber anstössig ist die Firmenpolitik des weltweit führenden Pestizidherstellers Syngenta. Ob nun jede siebte Tomate weltweit von Syngenta stammt oder nicht, sei hierbei nur von untergeordneter Bedeutung, da wir uns sowieso in permanenten Abhängigkeitsverhältnissen gegenüber Großkonzernen befinden. Aber Syngenta produziert und vertreibt das Unkrautvertilgungsmittel Paraquat, oftmals auch unter dem Markennamen Gramoxone bekannt. In der Schweiz ist dieses Herbizid bereits seit Jahrzehnten verboten, in Deutschland ist seit dem 11.07.2007 durch Entscheidung der ersten Instanz der Europäischen Gemeinschaften ein Inverkehrbringen und die Anwendung des Präparates “Gramoxone Extra” mit sofortiger Wirkung untersagt (siehe z.B. Zulassung für das Herbizid „Gramoxone Extra“ annulliert - 19. Juli 2007).

Wohin also mit dem hochtoxischen Mittelchen, wenn Europa “Nein!” sagt? Einfach die Hemmschwelle herabsetzen und hemmungslos ab damit in Schwellen- und Entwicklungsländer. Die können alles brauchen, angefangen vom Atommüll bis hin zum Elektroschrott, warum also nicht auch das lebensgefährliche Paraquat? Lungenschäden und Atembeschwerden, Nasenbluten und Kopfschmerzen, möglicherweise sogar eine Kausalität zwischen Paraquat und der Parkinsonschen Krankheit, wen stört´s. Hauptsache, die Bauern wenden es an. Hunderte Todesfälle und tausende Vergiftungsfälle inkludiert. Ich zitiere im folgenden einen auf der Internetseite ignoranz.ch unter dem Artikel Syngenta: Giftkonzern ohne Skrupel? gefundenen Kommentar eines Menschen namens Rico, welcher zeigt, wie wir, die westliche Welt, diesen Problemen oftmals gegenüberstehen.

“Ich kann nicht erkennen, warum hier Syngenta schuldig sein soll. Effektiv ist es doch der Anwender, der sich nicht an die Gebrauchsanweisung hält. – Im Übrigen haben es Gifte halt so an sich, giftig zu sein. Darum gibt es ja Anwendungsbestimmungen, an die man sich halten muss.

Man schaut doch auch nicht mit dem brennenden Feuerzeug nach, wieviel Benzin noch im Tank ist. Oder ist dann auch ESSO schuld..?”

Es freut mich immer wieder, wie sich ein des Schreibens und Lesens fähiger Mensch derart stupide gegenüber Menschen verhält, welche in Ländern leben, in denen Analphabetismus und das tägliche Leben vom Kampf gegen Hunger und Krankheiten 24 Stunden lang bestimmt ist. Denn genau diese Ricos dieser Welt sind es, welche sich anmaßen, weit über jenen zu stehen, abgehoben über ihnen und vor allem sehr weit weg von deren Problemen.

Lassen wir also unserem Freund Rico seine Freude an den Toscanella-Tomaten, möge er sie ohne Nasenbluten, Kopfschmerzen, Beschwerden seiner Atemwege und einer voll funktionsfähigen Lunge genießen. Wir anderen könnten uns vielleicht darauf verständigen, Toscanella-Tomaten nicht zu genießen, schließlich gibt es noch andere Hersteller von Paradiesäpfeln, welche in ihrer Verantwortlichkeit gegenüber Menschen etwas andere Zielsetzungen haben und sich in der Firmenpolitik von Syngenta nicht grundlegend, aber zumindest ein bisschen unterscheiden. Die EvB (Erklärung von Bern) fordert deshalb den sofortigen Produktionsstopp und das generelle Verbot von Paraquat. Erkären Sie sich solidarisch mit Stop Paraquat und lassen Sie dem Imperativ “Hände weg von Toscanella-Tomaten” Taten folgen.             

LED LENSER M7: Es werde Licht!

Juli 19th, 2010

[Trigami-Review]

1. Und es ward Licht! Die LED Lenser M7, technologisches Lichtdynamit der Neuzeit!

Ich bitte Sie inständig, liebe Leserinnen, verehrte Leser, klicken Sie nicht weg, bleiben Sie dran und lesen Sie weiter. Auch wenn Sie sich möglicherweise unschlüssig sind, gar von Zweifeln geplagt und diesem Bericht zu Anfang mißtrauisch gegenüberstehen. Es besteht kein Grund hierfür, denn ich möchte die Schöpfungsgeschichte nicht vollkommen neu aufrollen und mich in graue Vorzeiten und finstere Abgründe zurückbegeben. Ganz im Gegenteil: Ich werde ein wenig, sagte ich gerade “ein wenig”, nein, ich werde sehr viel Licht ins Dunkel bringen, sozusagen die Welt der Taschenlampen neu beleuchten.

Sprach ich im letzten Satz von der “Welt der Taschenlampen”? Nein, natürlich werde ich nicht diese komplette Welt der Photometrie, des Lichtstroms, gemessener Lumen und vorhandener Candela vermessen und die einzelnen Kulissen ausleuchten. Ich möchte Sie vielmehr sanft, aber sehr bestimmt, auf die neue LED LENSER M7 Taschenlampe oder kurz LED LENSER® M7 hinführen. Auch wenn Sie bereits dieses Logo

LED Lenser M7: Innovative Led Lenser LED Taschenlampe

kennen, so darf ich Ihren Blick auf die per Microcontroller gesteuerte Taschenlampe fokussieren.

2. Die LED Lenser M7 - auf Herz und Nieren geprüft

Um etwas auf Herz und Nieren, immerhin zwei der lebenswichtigsten inneren Organe des Menschen, zu prüfen, muß ich mich daran machen, das Innere der LED Lenser M7 zu erkunden. Als erstes fällt mir auf, ehe ich mit dem “Sezieren” beginne: Nichts! Es fällt mir rein gar nichts auf. Und das ist gut so, sogar ausgezeichnet! Denn ich kann keinen Spalt zwischen Verschluss und dem dazugehörigen Batteriefach erkennen. Denn wo Batterien sind, ist im Normalfall auch Strom. Und da auch die LED Lenser M7 diesen lebenswichtigen “Saft” benötigt, um ihre volle Lichtleistung zu bringen, sollten sich die für den Betrieb der M7 benötigten vier AAA-Batterien, alternativ kann sie auch mit hochstromfähigen Batterien oder sogar 1,2V AAA-Akkus betrieben werden, im Trockenen befinden. Gerade für mich als Outdoor-Urlauber eine unabdingbare Eigenschaft, welche ich an eine Outdoor-Taschenlampe stellen muss, um sicher durch den Regenwald von Costa Rica oder durch die Eingeweide der Cu-Chi Tunnel nördlich Saigons zu kommen und im wahrsten Sinne des Wortes weder im Regen und schon gar nicht im Dunkeln zu stehen.

LED Lenser M7: Perfektes Licht in allen Situationen

Die neue LED Lenser M7: 220 Lumen auf kleinstem Raum

Doch doppelt hält besser. Wer, so wie ich dies im Normalfall tue, Wert auf Kleinigkeiten legt, wird nach dem Öffnen der M7 sofort zwei Dinge bemerken. Der passgenaue Dichtungsring zwischen Battery Cartridge und Schraubverschluss sollte Garantie dafür sein, dass selbst ein Platzregen, ein Sandsturm oder ein blasender statt saugender Staubsauger (hat es alles schon gegeben) die Schaltereinheit nicht vom Strom trennt. Weit interessanter und vor allem äußerst sinnvoll sind jedoch die hartvergoldeten Kontakte, Garant für optimale elektrische Leitfähigkeit und besten Schutz vor Korrosion.

LED Lenser M7: Spritzwassergeschützt durch Dichtungsring LED Lenser M7: Hartvergoldete Kontakte

Links: Dichtungsring rechts: hartvergoldete Kontakte

3. Bedienung und Funktionen der LED Lenser M7

Da die Bedienung und die verschiedenen Funktionen wohl zu den elementaren Eigenschaften einer Taschenlampe gehören, habe ich dementsprechend diesem Teil des Testberichtes einen eigenen Punkt gewidmet.
Die beigefügte Bedienungsanleitung, ich will es jetzt einmal vorsichtig und höflich formulieren, gleicht eher einem Beipackzettel eines Herz-Kreislauf-Medikamentes denn einer wirklich hilfreichen Anleitung für den unerfahrenen Anwender. Kleingedruckt ist ja schön und gut, aber wir haben doch keine Versicherung gekauft bzw. unterschrieben. Also, liebe Firma Zweibrüder, ein bisschen größer darf es schon sein, gerade für Menschen wie mich, welche aufgrund ihres fortgeschrittenen Alters zwar eine Brille bräuchten, aber, bedingt durch die Eitelkeit, lieber in der Öffentlichkeit darauf verzichten, sie auch zu tragen. Und bitte, die Firma Zweibrüder hat ihren Sitz in Solingen, also in Deutschland. Das mit der Smart Card, also der Kurzbedienungsanleitung im Scheckkartenformat zum In-die-Hosetasche-stecken ist im Prinzip eine hervorragende Idee, aber doch nicht in Englisch.
So, aber nun genug der Kritik. Kommen wir zum angenehmen Teil der LED Lenser M7, sprich der sehr überzeugenden und vor allem ausgesprochen benutzerfreundlichen Handhabung. Die M7 verfügt über insgesamt drei verschiedene Modi, also Lichtprogramme, welche die Bezeichnungen Professional, Easy und Defence tragen. Um zwischen den verschiedenen Modi hin- und herzuspringen, tippe ich die Einschalttaste im ausgeschalteten Zustand der Taschenlampe viermal kurz hintereinander an und schalte sie dann ein. Ein ein-, zwei- oder dreimaliges Blinken zeigt mir an, in welchem Modus ich mich gerade befinde. Leuchtet die High-End-Taschenlampe zu Beginn einmal auf, habe ich den Professional Modus gewählt. Dieser Modus beinhaltet insgesamt acht verschiedene Funktionen, welche durch Antippen des Tasters nacheinander angewählt werden. Wer jedoch auf Boost, Morse, Blink oder S.O.S verzichten möchte und sich auf jene Funktionen einer Taschenlampe konzentrieren willl, welche ich als elementar bezeichne, sei empfohlen, die LED Lenser M7 auszuschalten. Und dann, richtig, wieder viermal kurz darauf getippt und anschließend die Tachenlampe einschalten und ich befinde mich auf wundersame Weise im Easy Modus. Dort habe ich wesentlich weniger Möglichkeiten zur Auswahl, was die ganze Sache aber auch erleichtert. Entweder hell oder dunkel, puristisch und übersichtlich, außer ich halte den Taster gedrückt. Dann kann ich die Leuchtkraft dimmen, beginnend von 15% bis zu den gewohnten 100% Lichtstärke.
All jene, welche eine Taschenlampe bisher immer nur als Taschenlampe angesehen haben und nicht als Verteidigungswaffe zur effektiven Selbstverteidigung, bietet die M7 jedoch auch die Funktion namens Strobe. Im ausgeschalteten Zustand tippe ich wieder viermal aufs Knöpfchen und schalte dann die LED-Lampe ein. Wie gewohnt bietet sich uns ein helles ruhiges Licht. Aber wehe, ich tippe kurz auf den Taster. Plötzlich beginnt die M7 wie wild zu blinken, schmettert im Tactical Defence Light Modus Lichtblitze (20 Hz) aus ihrem Lampenkopf. Diese Funktion ist sicherlich ideal für Menschen, welche im Sicherheitsdienst beschäftigt sind, bietet aber auch all jenen Schutz, welche auf einsamen Wegen oder z.B. mit dem Hund unterwegs sind. Aber Vorsicht: Diese Funktion ist wesentlich wirkungsvoller als es den Anschein hat. Deshalb auch ein gut gemeinter Rat. Sollten Kinder die Möglichkeit haben, die LED Lenser M7 in die neugierigen kleinen Finger zu bekommen, nehmen Sie als Voreinstellung keinesfalls den Tactical Defence Modus. Denn die M7 hat eine sinnvolle Eigenschaft: Der voreingestellte Modus wird gespeichert und bleibt bis zum nächsten viermaligen Antippen voreingestellt. D.h., Sie brauchen dem Nachwuchs nicht unbedingt auf die hellerleuchtete Nase binden, wie Sie zwischen den drei Programmen wechseln können.
Apropos einsame dunkle Wege. Normale Taschenlampen haben oftmals die unangenehme Eigenschaft, sich gerade dann zu verabschieden, wenn es am finstersten ist. Ohne Vorwarnung, ohne ein kurzes “Tschüß, ich geh dann mal!” Sie gehen wortlos dahin und mit ihnen auch ihre hervorragendste Eigenschaft, nämlich das Licht. Die Smart Light Technology der M7 verfügt über ein Element mit dem Namen “Low Battery Message System”. Wie der Name bereits sagt, ca. fünf Minuten, bevor ich endgültig im Dunkeln stehe, signalisiert mir die M7 durch Blinkintervalle alle zehn Sekunden: “Bursche, entweder Du rennst jetzt schneller oder Du wechselst schleunigst die Batterien!”
Doch auch hier habe ich zwei Möglichkeiten, um die Lebensdauer der Batterien und damit auch die Energieleistung zu verlängern. Ich kann mich zwischen zwei verschiedenen Energy Management Modi entscheiden, welche modi-übergreifend sind, also innerhalb Professional, Easy und Defence allgemeingültig funktionieren. Entweder ich wähle den “Energy Saving Modus” oder ich entscheide mich für den “Constant Current Modus”. Beide Modi starten zunächst für zwei Minuten mit der maximalen Helligkeit (Boost Funktion: 130% oder Power Funktion: 100%). Im Constant Current Modus regelt die Lampe danach innerhalb von fünf Minuten auf 60% der Lichtleistung herunter, wobei diese Leistung bis zum Ende der Batterie- oder Akkuleistung erhalten bleibt. Der Energy Saving Modus verhält sich stromsparender und, um meine Worte von vorhin zu benutzen, ich erspare mir das schnelle und für meine Begriffe unnötige Laufen, schließlich heiße ich nicht Dr. Kimble und bin nicht auf der Flucht. Nach zwei Minuten Höchstleistung, ich spreche nicht von mir, sondern von der M7, fällt die Lichtleistung auf 50% des Ausgangswertes. Diese 50% bleiben dann für etwa 25 Minuten erhalten, dann erfolgt eine weitere Reduktion auf 15%, welche bis zum Ende der Batterien oder Akkus zur Verfügung stehen. Wie schalte ich zwischen den beiden Energy Mangement Modi hin und her? Ich tippe achtmal kurz hintereinander auf den Schalter und schalte die Taschenlampe dann innerhalb von fünf Sekunden ein. Habe ich den Constant Current Modus gewählt, wird mir dies dadurch angezeigt, dass die Lampe für drei Sekunden hell leuchtet und danach schlagartig ausgeht. Nutze ich den Energy Saving Modus, leuchtet die LED M7 ebenfalls für drei Sekunden, um dann aber langsam herunterzudimmen.

Der Lampenkopf der LED Lenser M7 lässt sich in der jeder Fokussierstellung arretieren

Eine wesentliche Neuerung gegenüber der P7: Die Arretierung des Lampenkopfes verhindert das unbeabsichtigte Verstellen der Fokussierung. Übrigens: Die Gelse am linken Bildrand gehört nicht zum Lieferumfang der M7.

Der gerändelte Griff der LED Lenser M7 sorgt für perfekten Halt in jeder Lage Die LED Lenser M7 liegt perfekt in der Hand

Der gerändelte Griff der M7 sorgt auch bei Regen oder schweissnassen Händen für perfekten Halt. Meine dreckigen Finger bitte ich zu entschuldigen, aber auch Blogger arbeiten nicht nur an der Tastatur.

4. Resümee

Die unglaubliche Lichtleistung der LED Lenser M7 dank der Smart Light Technology, welche mithilfe des eigens für die M-Serie entwickelten computeroptimierten intelligenten Microcontrollers gesteuert wird, lassen definitiv keine Wünsche offen. Die Steuerung der acht Lichtprogramme über einen einzigen Tastschalter mag zu Anfang gewöhnungsbedürftig und unverständlich sein, doch bereits nach wenigen Sekunden des eigenen Experimentierens mit den verschiedenen Lichtfunktionen stellt sich der gewünschte Learn-by-doing-Effekt ein. Einer der wohl grössten Vorteil ist jedoch meines Erachtens die gegenüber der P7 meines geschätzten Arbeitskollegen (siehe unten) Fast-Lock Funktion der Fokussierung, d.h. endlich ist es möglich, die voreingestellte Fokussierung gegen unbeabsichtigtes Verrutschen zu sichern. Das Speed-Focus Schiebesystem funktioniert leichtläufig, ohne jedoch wackelig zu wirken.
Ein weiterer gravierender und nicht zu unterschätzender Vorteil gegenüber der P7 ist die Lichtleistung der M7 in den beiden Extremeinstellungen, sozusagen mit dem bloßen Auge sind hierbei Unterschiede schon erkennbar. Im komplett ausgefahrenen Zustand, also vollständig fokussiert, besitzt die M7 eine wesentlich stärkere Lichtbündelung, was sich besonders auf große Entfernungen bemerkbar macht und für ein erfreuliches “Eincashen” der ausgeleuchteten Fläche sorgt. Doch auch im “Flächenbombardement”, also im defokussierten Zustand, bietet die M7 dem Auge des Betrachters einen wesentlich breiteren Lichtkegel oder dementsprechend eine im Radius größer ausgeleuchtete Fläche.
Der Tastschalter zum Einschalten der LED Lenser M7, der sogenannte Clicky, hat einen festen, in meinen Augen jedoch nicht zu harten Druckpunkt. Will man nur einmal schnell etwas beleuchten oder anschauen, genügt ein leichter Druck mit dem Daumen, ohne den Clicky vollständig durchzudrücken, um “Licht in die Sache zu bringen”.    
Was gibt es zu bemängeln? Das Fokussiersystem der LED-Handlampe besteht aus Kunststoff, was mithin kein Nachteil sein muss, aber einer werden kann, wobei hier erst die Praxis zeigen wird, ob sich der Mechanismus im Laufe der Zeit abnützen wird. Ein weiterer Nachteil, und hier sollte Zweibrüder auf jeden Fall nachbessern, ist der Gürtelclip. Es ist nicht fast, sondern vollkommen unmöglich, die LED-Leuchte ohne gehörigen Kraftaufwand wieder aus den Fesseln der laut einrastenden Zangen zu bekommen. Was aber Ästheten immens stören wird, sind die dabei entstehenden lauten Kratzgeräusche und daraus resultierend sicherlich viele Kratzer, welche innerhalb kürzester Zeit in der gerändelten Grifffläche ihre Spuren hinterlassen werden. Und da wir uns hier auf einem Bio und Natur Blog befinden, welcher niemals, auch bei aller Euphorie nicht, die Umwelt aus den Augen verliert, sollten die beigelegten AAA-Batterien ohne Wenn und Aber gegen umweltschonende Akkus ausgetauscht werden. Natürlich darf ein entsprechendes Ladegerät nicht fehlen, was sich sicherlich im Preis bemerkbar machen wird. Doch wer genauer darüber nachdenkt, wird a la longue neben der Entlastung von Mutter Erde auch wohlwollend eine spürbare Entlastung seines Geldbeutels bemerken.
Wobei zur Verteidigung, hier spreche ich nicht vom für Spezialeinheiten des Law Enforcement entwickelten Taktischen Lichtwerkzeug LED Lenser M7T, von Zweibrüder gesagt werden muss, dass die in Kürze erscheinende LED Lenser M7R bereits mit einem Floating Charging System ausgerüstet sein wird und diese aufladbare Version zumindest Teile meiner Forderung nach umweltbewusstem Verhalten erfüllt.

Zu guter Letzt sei noch eines vermerkt. Ich kann selbstverständlich nicht alle Details und sämtliche Aspekte bezüglich der LED Lenser M7 beleuchten. Deshalb bitte ich jene Fragen und Punkte, die in diesem Artikel keinen Platz gefunden haben, im LED Lenser Forum der dortigen Community zu stellen. Desweiteren finden sich natürlich sowohl auf Facebook als auch auf Twitter weitere Informationen zu den LED Lenser Produkten. 

5. Ein Streit unter Arbeitskollegen ist entbrannt   

Ich hätte Ihnen gerne mehr über die innovative Smart Light Technology oder auch das revolutionäre Advanced Focus System der neuen M7 geschrieben, doch mein lieber Arbeitskollege war schneller. Obwohl er bereits zwei LED-Leuchten aus dem Hause Zweibrüder sein eigen nennt, ist er der Meinung: “Aller guten LED-Dinge sind drei!” Zum einen besitzt er die handliche LED Lenser P7, also das Vorgängermodell der hier vorgestellten LED Lenser M7 für den täglichen Hausgebrauch, wobei hier der Begriff “täglich” eher dem Wort “nächtlich” weichen sollte, da mein lieber Kollege im Nachtdienst beschäftigt ist und dementsprechend eine zuverlässige Taschenlampe zu jeder Zeit griffbereit haben muß, um schnell Licht in die noch so dunkelsten Ecke bringen zu können. Doch damit nicht genug, hat er sich unlängst das absolute Flaggschiff aus dem Hause Zweibrüder, die phantastische X21, gegönnt. Wer dies nun für eine Werbemaßnahme von meiner Seite hält: Die beiden folgenden Fotos sollten für sich sprechen.

LED Lenser X21: Auf zu neuen Horizonten Die LED Lenser Sternenflotte: X21, M7 und P2

Drei Beispiele aus der Sternenflotte LED Lenser von links nach rechts: Die X21, die neue M7 und der Licht-Däumling P2

Nun, zu guter Letzt konnten wir unseren Streit zu unserer beider Zufriedenheit beilegen. Ich darf meine M7 behalten, dafür habe ich meinem Lieblingskollegen den entscheidenden Tipp für seine eigene LED Lenser M7 gegeben, kurz und bündig lautet er: Jetzt zum Produkt!

6. Willkommen bei Physik-Paul´s Pastelstunde

So, meine liebe LeserInnen und ganz besonders, liebe Kinder! Nachdem wir nun eine Menge Informationen und technische Details anhand von Trockenübungen über die LED Lenser M7 gelesen und verarbeitet haben, wollen wir uns endlich der Praxis zuwenden. Und wer könnte hier kompetenter sein als Physik-Paul, der Herr über Licht und Zeit! Und so wollen wir uns heute bei Physik-Paul´s Pastelstunde etwas ganz besonderes basteln. Wir bauen uns einen Materieumwandler der Kawumm-Bumm-Klasse, also quasi ein Scotty-Beam-Me-Up-Haushaltsgerät. “Warum denn gerade einen Materieumwandler?” fragen Sie. Darauf hat Physik-Paul natürlich die richtige Antwort parat: “Warum denn nicht?” Denn ein Materieumwandler ist eine wirklich feine Sache. Wir können uns mit so einem Umwandler der Kategorie KB, dem höchsten seiner Art, nämlich in Nullkommanix einfach wegbeamen. Also, liebe Kinder, deshalb merkt Euch eines: “Ein Kawumm-Bumm-Beschleuniger sollte in keinem guten Haushalt fehlen!” Was brauchen wir?

6.1. Benötigte Materialien 

Eigentlich solltet Ihr alles in Eurem Haus finden, was wir für den folgenden Versuch benötigen. Wenn Ihr etwas nicht findet, geht ganz einfach zu Mama und Papa. Die helfen Euch sicherlich gerne. Ihr braucht ja nicht gleich sagen, dass Ihr einen Materieumwandler bauen wollt. Erzählt Ihnen, dass Ihr irgendetwas im Physikunterricht machen müsst. Oder dass Euer Hamster so komische Geräusche von sich gibt und Ihr ihn reanimieren müsst. Meine Tochter erzählt mir auch jeden Tag solche Dinge und ich glaube ihr einfach alles. Aber Vorsicht: Mütter sind wesentlich misstrauischer als Väter. Also geht lieber zu Papa.
Folgende Dinge solltet Ihr Euch zusammensuchen:

  1. Eine kleine Farbwalze zum Dämpfen der Vibrationen, denn es werden irrsinnige Schwingungen entstehen bei Eurem Ritt durch Zeit und Raum. Sollte Euer Vater eine handwerkliche Niete sein, geht zu Opa und sagt ihm, dass Ihr den Gartenzaun streichen wollt. Er wird es Euch danken. 
  2. Einen runden Verstärker von etwa 30-40 cm Durchmesser, um die notwendige Energie für die Materienumwandlung in die dafür notwendige Überschallfrequenz zu transformieren. Ich habe dafür den Deckel unseres Behälters für die schmutzige Wäsche genommen. Ein kleiner Tipp am Rande: Solltet Ihr gerade noch irgendwo dreckige Socken oder sonst etwas im Zimmer herumliegen haben, sagt Eurer Mutter, dass jetzt ein günstiger Zeitpunkt wäre, dass sie das wegräumt. Solltet Ihr keinen Metalldeckel zur Verfügung haben, könnt Ihr selbstverständlich auch die Satellitenschüssel im Garten abbauen. Je größer der Durchmesser, um so mehr Kawumm-Bumm, wie der Physiker sagt.
  3. Ein etwa 50 cm langes Kunststoffrohr von 40mm Durchmesser (ganz wichtig!!!) und einem dazu passenden Dichtungsring, um die Ionenkanalisierung von Ausgangsquelle zum gewünschten Beam-Objekt herzustellen. Ich habe natürlich lange herumexperimentiert, um den größtmöglichen Kawumm-Bumm zu erzielen, wie der Physiker sagt. Ihr wollt wissen, wo Ihr so ein gutes Stück bekommt? Geht entweder in die Küche oder ins Badezimmer. Unter dem Waschbecken ist fast immer eines in der richtigen Länge angeschraubt, wobei der Durchmesser in diesem Fall wichtiger ist. Einfach abschrauben, loslegen und Freude haben! Sollte Eure Mutter in der Zwischenzeit das Geschirr oder die Haare waschen wollen, kein Problem! Sagt einfach, dass jetzt der richtige Zeitpunkt wäre, um die Wohnung wieder einmal richtig aufzuwaschen.
  4. Wo befestigen wir die ganze Versuchsanordnung? Ich habe für meine Zwecke einen CD-Ständer gefunden, welcher einfach perfekt ist. Eure große Schwester oder der kleine Bruder werden Euch mit Freude unterstützen. Wenn nicht, gar nicht lange fragen. Denn wer lange fragt, geht lange irr, wie der Physiker sagt. Und wer irr geht, kann kein Kawumm-Bumm herstellen, wie der irre Physiker sagt. Also schmeißt die ganzen CD´s einfach irgendwo hin, ist sowieso nicht Euer Musikgeschmack.
  5. Das Kernstück des Ganzen ist natürlich die neue LED Lenser M7. Ohne die M7 geht rein gar nichts! Ihr habt keine? Kein Problem: Hier geht´s zum Produkt! Wegen der Bezahlung macht Euch keine Sorgen, Da Ihr sowieso zum Opa wegen der Farbwalze müsst, macht gleich noch einen Kurzbesuch bei der Oma und sagt, dass der Lebenshaltungsindex, bedingt durch die steigende Inflation, welche durch die globale Wirtschaftskrise ausgelöst wurde, geradezu horribel für Euch ist und Ihr Euch gezwungen seht, Euren Goldhamster im Tierheim abzuliefern, da die Futtervorräte vollständig zur Neige gehen. Wenn Oma darauf nicht reagieren sollte, legt noch was drauf! Wenn Ihr beiläufig erwähnt, dass Ihr seit gestern Vollwaise seid, stehen Euch plötzlich alle materiellen Türen offen.

Wir basteln uns einen Teilchenbeschleuniger: Was benötigen wir? Wir bauen uns einen Teilchenbeschleuniger

Bestandteile von Physik-Paul´s Materieumwandler

6.2. Der Versuchsaufbau

Alles kein Problem, liebe Nachwuchs-Kawumm-Bummer, wie der Physiker seine gelehrigen Schüler liebevoll und anerkennend nennt. Schaut Euch einfach die folgenden Bildern an und Ihr werdet sehen: Alles halb so schwer! Und solltet Ihr doch Fragen haben. Nein, Ihr geht weder zu Mama, Papa, Oma oder Opa, das wäre komplett falsch! Sendet einfach eine Email an Physik-Paul Kennwort: Pastelstube Kawumm-Bumm-Materieumwandler und ich sende Euch die notwendigen Zisch-Blitz-Informationen zu, selbstverständlich verschlüsselt und kostenfrei!

Detailaufnahme der Teilchenbeschleunigers mit der LED Lenser M7 Der Parabolspiegel des Teilchenbeschleunigers mit der LED Lenser M7 Lichtquelle Die LED Lenser M7 im Hochbetrieb

Die LED Lenser M7 als zentraler Bestandteil

6.3. Das Experiment

Ihr seid soweit, liebe Nachwuchs-Kawumm-Bummer? Nun denn, dann lasst die Spiele beginnen! Aber trotz ausführlichster Testreihen meinerseits mit meinen Geckos, der Katze und meiner Schwiegermutter bleibt selbstverständlich immer ein kleines Restrisiko, die sogenannte Kawumm-Bumm-Konstante, wie der experimentierfreudige und zu allem entschlossene Physiker sagt. Also würde ich vorschlagen, Ihr beginnt erst einmal im Kleinen, sprich mit Eurem Hamster. Sollte irgendetwas fehlschlagen, könnt Ihr Eurer Oma immer noch sagen, dass trotz der finanziellen Zuwendungen die globale Wirtschaftskatastrophe einfach destrasiös war und Euer Hamster vor lauter Hunger am Hungertuch genagt hat und dabei erstickt ist. Dafür könnt Ihr beiläufig erwähnen, dass Ihr mit einem weiteren Kostenzuschuss vielleicht neue Eltern adoptieren könnt. Aber wir wollen ja nicht den Teufel an die Wand leuchten, sondern positiv denken.

Die folgenden Aufnahmen sind deshalb auch eine Weltsensation und wurden noch niemals gezeigt. Sie zeigen Physik-Paul´s Materieumwandler, wie ihn die Welt noch nie gesehen hat, nämlich in Betrieb. Ich habe mich nach langem Hin und Her dazu entschlossen, mich selbst für das alles entscheidende Experiment zur Verfügung zu stellen. Wohlwissend, dass damit all mein Wissen für immer verloren gehen könnte. Bevor Sie und natürlich Ihr, meine über alles geliebten Hilfs-Kawumm-Bummer, Euch nun entscheidet, die Bilderserie zu betrachten, muss ich unmissverständlich eine Warnung aussprechen. Wer ein schwaches Gemüt hat und von labilem Wesen ist, stoppen Sie und Ihr nun hier und hören Sie und Ihr auf, weiterlesen bzw, weiterzuschauen! Ich kann nicht ausschließen, dass trotz eingehender Untersuchungen alleine das Betrachten der Bilder nicht schon zu gesundheitsschädlichen Folgen führen kann. Aha, ich sehe schon, Sie nd vor allem Ihr platzt förmlich vor Neugierde! Na dann, auf Ihr und Euer eigenes Risiko! Sehen Sie und all meine Kawumm-Bumm-Nachwuchshoffnungen also Bilder, wie sie die Welt noch niemals gesehen hat. Und danach könnten die Erwachsenen vielleicht vorsichtig anfragen, wer denn eigentlich für den Physik-Nobelpreis in Stockholm so vorgesehen ist.

Der Materieumwandler mit der integrierten LED Lenser M7 entfaltet innerhalb von Millisekunden seine volle Lichtleistung. Wie man unschwerlich erkennen kann (oder auch nicht), traf ich entsprechende Schutzmassnahmen, um auf meinem Ritt durch Raum und Zeit gewappnet zu sein. Möglicherweise habe ich den berühmt-berüchtigten Kawumm-Bumm-Katapulteffekt schon erwähnt, wie der entgeisterte Physiker sagt. Hierbei gilt vor allem zu beachten, dass Sie, bedingt durch die gefürchteten Kawumm-Bumm-Zentrifugalkräfte, wie der Physiker sagt, Ihre Unterhose durch Anbringen spezieller Unterhosen-Hosenträger fest und sicher am Körper halten sollten. Oder noch besser, Sie machen es wie ich und reisen überhaupt ohne Unterhose durch Raum und Zeit. Aber lassen wir das!

Die folgenden Bilderserien sind innerhalb weniger Millisekunden entstanden und ich benötigte dementsprechend sensilble und sündhaft teure Aufnahmegeräte, wie sich der Laie sicherlich denken kann. Hier halfen mir meine jahrelangen sorgsam gepflegten Kontakte und Konnecktschions (oder so ähnlich) zu NASA und ESA. Der Großteil des entwendeten, Verzeihung, verwendeten Equipments stammt deshalb auch aus den Beständen der beiden Weltraumorganisationen und wurde mir dankenswerterweise zur Verfügung gestellt. Nun gut, manches habe ich vielleicht auch ohne deren Wissen bei mir gebunkert, aber zumindest werde ich alles wieder zurückgeben. Nun, möglicherweise nicht gleich auf einmal, aber so peu à peu eben. In der Zwischenzeit wird es zwar keine Bilder von der nächsten Marsexpedition geben, aber was bitte schön ist eine ordinäre Marsexpedition gegen Physik-Paul´s Pastelstunde. Aber jetzt genug der Worte!

Die LED Lenser M7 entfaltet ihre volle Leistung

Physik-Paul im Lichtkreis des Kawumm-Bumm

Die LED Lenser M7 auf Hochtouren Die Materumwandlungssequenz beginnt Die LED Lenser M7 Transformation

Die letzten Prä-Kawumm-Bumm-Nanosekunden

Die Transformation von Physik-Paul Die Materieumwandlung mithilfe der LED Lenser M7: Es gibt kein Zurück mehr! Physik-Paul im Grenzbereich zwischen Raum und Zeit

Die Kawumm-Bumm-Auflösungserscheinungen

Die Überwindung von Raum und Zeit

Der Grenzgänger von Raum und Zeit am Ziel seiner Träume

Der Traktorstrahl der LED Lenser M7 

Der Traktorstrahl der LED Lenser M7 erfasst den Raum-Zeit-Reisenden

 Die Kawumm-Bumm-Raum-Zeit-Reinkarnation

Die Kawumm-Bumm-Raum-Zeit-Reinkarnation

6.4. Danksagung

Wem gilt mein spezieller Dank? In erster Linie meinen drei Geckos, meiner Katze und meiner Schwiegermutter, welche sich selbstlos (also mehr oder weniger) in den Dienst der Wissenschaft gestellt haben. Alle sind wohlbehalten wieder zurückgekehrt aus den weiten Welten des Universums, haben Mr. Spock getroffen, sich mit HAL 9000 beim Schachspiel unterhalten und Sigourney Weaver bei ihrem Kampf gegen Aliens unterstützt.

Und was wäre eine Danksagung ohne die Nennung meines Sponsors. Soviel wie eine Oscar-Verleihung ohne die obligatorischen Tränen der Preisträger. Deshalb sage ich Dank der Firma Zweibrüder, welche mir die neue LED Lenser M7 und als Draufgabe noch den Licht-Däumling LED Lenser P2 kostenlos zur Verfügung gestellt haben.

So sende ich ein krachendes Kawumm-Bumm durch Raum und Zeit. Bleiben Sie mir gewogen. Und wenn Sie der Meinung sind, dass ich mit Physik-Paul´s Pastelstunde zu Ihrer Unterhaltung beigetragen habe, könnten Sie mir auf der LED Lenser Gallery Ihre Stimme geben, sozusagen als kleines Dankeschön für das großartige Experiment. Es grüßt Sie aus den finsteren Gewölben und Katakomben seiner Pastelstube Physik-Paul mit einem dreifachen Kawumm-Bumm, Kawumm-Bumm, Jetzt zum Produkt.   

Die hai(le) Welt der Haie?

Juli 14th, 2010

Der Hai - eine Erfolgsgeschichte der Evolution versinkt in den Tiefen der Meere

Ich saß letzten Sonntag mit meinem Nachbarn (herzlichen Dank für die Anregung, lieber Gerhard) auf unserer kleinen Terrasse, also sozusagen nahe der Natur im grünen Bereich oder eben im Garten Eden des Mittelstandes. Ich muß voranschicken, dass wir beide sehr leidenschaftliche Taucher sind. Und so kamen wir, natürlich neben vielen anderen Dingen, unweigerlich auch auf unser gemeinschaftliches Hobby, das Tauchen zu sprechen. Und selbstverständlich gaben wir auch unserer Besorgnis Ausdruck, wie es mit dem größten Räuber der Meere, sei es nun der sagenumwobene und von vielen Menschen leider vollkommen zu Unrecht gefürchtete Weisse Hai, der von der Verhaltensforschung fast noch völlig vernachlässigte Tigerhai oder der sowohl in Süß- als auch in Salzwasser lebende Bullenhai, wohl in Zukunft weitergehen wird, um jetzt nur die drei bekanntesten Haiarten aus einer Reihe von geschätzten 500 bis 600 (noch) vorkommenden Haifischarten herauszunehmen.

Die Tatsache, dass Haifischflossen immer noch eine Delikatesse in vielen Ländern dieser Erde ist, dürfte vielen Menschen bekannt sein. Die englischsprachige OCEANA-Statistik 2008 (bitte etwas Geduld beim Laden) über den Export von Haifischflossen nach Hongkong, den Hauptabnehmer für Haifischflossen, spricht eine eindeutige Sprache. Nahezu 10 Millionen Kilogramm (kein Druckfehler!) Haifischflossen werden dort bzw. in China zu jener fragwürdigen Spezialität verarbeitet, welcher, vollkommen zu Unrecht natürlich, aphrodisierende Wirkung nachgesagt wird.

So ganz nebenbei: Wussten Sie eigentlich, dass Spanien nicht 2010 Weltmeister wurde, sondern bereits 2008? Sie werden möglicherweise nun sagen, dass ich dies mit dem Gewinn der Europameisterschaft 2008 in Wien verwechsle. Nein, leider ist dies mein blutiger Ernst. Spanien exportierte im Jahr 2008 mehr als 2,6 Millionen Kilogramm Haifischflossen nach Hongkong und stand damit unangefochten auf Platz 1 dieser blutigen Rangliste, einsam und verlassen weit vor Singapur (1,2 Millionen) und Taiwan mit einer knappen Million Kilogramm Haifischflossen. Mit Verlaub, liebe Fussball-Weltmacht Spanien, aber es gibt in meinen Augen wichtigere Dinge als dieses Spiel zwischen zwei Mannschaften, deren Protagonisten in punkto Vermarktung und Geldgier schon eher das Fressverhalten eines Weissen Hais an den Tag legen als eben dieses wunderschöne und hochspezialisierte Geschöpf der Weltmeere.

Nun, leider bestimmt die Nachfrage nach Haifischflossen das Angebot. Und hier steht besonders die aufstrebende Wirtschaftsmacht China im Zentrum meiner Kritik. Ich bin mir meiner Ohnmacht bewusst, mit einem Artikel wie diesem nicht gegen die Interessen des neuen chinesischen Mittelstandes ankämpfen zu können. Doch wer glaubt, Dekadenz sei nur ein vorherrschendes Problem westlicher Konsumgesellschaften, muß auch diese Illusion genommen werden. Wer etwas auf sich hält im chinesischen Society-Leben, kredenzt seinen Gästen Haifischflossen-Suppe. Nicht, weil diese besonders vitamin- und nährstoffreich ist geschweige denn nach irgendetwas schmeckt, Haifischflossen bestehen eigentlich nur aus Knorpeln und nehmen nach tagelangem Köcheln nur den Geschmack der Brühe an, nein gegessen wird in China´s Mittelschicht, was auf den Teller kommt, Hauptsache, der Preis stimmt. Zu zeigen: “He, schaut her, ich kann mir Haifischflossen-Suppe leisten!”, lautet die Devise.

Wissen Sie, wieviel Haileben dies pro Jahr fordert? An die 100 Millionen Haie verenden elendiglich pro Jahr, nur weil sich der Mensch nicht satt essen kann. Shark finning lautet diese mörderische Prozedur. Dem Hai wird bei lebendigem Leib die Rückenflosse vom Rumpf abgetrennt, der unbrauchbare Rest, denn von einem funktionsfähigen Hai können wir leider nicht mehr sprechen, wird galant im so unergründlich tiefen Ozean entsorgt. Dem Tier bleiben nun zwei Möglichkeiten. Da es nicht mehr schwimmen kann, sinkt es langsam auf den Meeresgrund und erstickt dort jämmerlich. Oder es kommt gar nicht bis zum Meeresgrund, sondern wird von anderen Fleischfressern, angelockt durch das Blut, bei lebendigem Leib aufgefressen.

Haie stehen an der Spitze der Nahrungskette, d.h. je geringer der natürliche Bestand an Haien, desto größer die Anzahl der Beutetiere. Am auffälligsten ist dieses Phänomen anhand der Populationen des Kuhnasenrochens zu beobachten, ein beliebtes Beutetier der großen Haiarten wie Tigerhai, Bullenhai oder Hammerhai. Pro Jahr vermehrt sich diese Rochenart um Prozentpunkte im möglicherweise nun schon zweistelligen Bereich. Doch auch Kuhnasenrochen leben nicht von Salzwasser und Liebe allein. Austern und Jakobsmuscheln stehen wiederum auf deren Speiseplan. Doch eben durch dieses rasche Zunahme der Kuhnasenrochen können sich die Austern- und Jakobsmuschelbänke ebenfalls nicht mehr erholen, werden förmlich abgegrast. Die Haie werden aussterben. Doch sie hinterlassen ein kaskadenartiges Erbe an weiteren aussterbenden Arten in den einst reichen Weltmeeren. Das ökologische Gleichgewicht wankt bereits bedenklich, doch je mehr Haifischflossen auf den vergoldeten Tellern der Menschheit schwimmen, um so weniger andere Arten, wohlgemerkt neben den Haien, werden in den zukünftigen Meeren unserer Kinder und Kindeskinder schwimmen.

Und all jenen, welche sich immer noch nicht durch diese Zeilen überzeugen lassen, möchte ich nun schadenfroh ins feiste Gesicht lachen und folgendes Szenario mit auf den Weg geben. Der Mensch benötigt, zumindest glaubt er diese, Quecksilber (siehe dazu z.B. meinen Artikel über den Export von Elektroschrott nach Ghana). Nun, und wohin mit dem ganzen Quecksilber aus Industrie und Adel. Richtig, rein in die Flüsse und ab ins Meer damit. Dieses anorganische Quecksilber hat jedoch eine unangenehme Eigenschaft respektive Bakterien und Algen haben die unangenehme Eigenschaft, aus dem anorganischen Quecksilber eine unangenehme Eigenschaft zu machen. Sie wandeln es nämlich in hochgiftiges organisches Mono- und Dimethylquecksilber um. Und jetzt kommt wieder der Hai als Spitze der Nahrungskette ins grausame Spiel. Denn jetzt bewahrheitet sich der dümmliche Slogan “Haie sind für Menschen tödlich” wirklich, allerdings mit der Anmerkung “wenn man sie isst!” “Haie sind für Menschen tödlich, wenn man sie isst” haben Forscher der Uni Mainz nachgewiesen. Bereits fünf Gramm Haisteak enthalten die für den Menschen zulässige Tageshöchstgrenze an Methylquecksilber (dazu weiterführend z.B. Sharkproject). Wer der Meinung ist, nicht isst, dass Quecksilber im Hai ja wohl nicht wirklich in rauhen Mengen vorkommt, möge bitte die Statistik des Forschungsprojektes „Methylquecksilber in Fischen“ des LAVES erfolgreich abgeschlossen betrachten, sozusagen als kleiner Appetitanreger.

Sie möchten sich trotzdem ein Haifischsteak oder eine delikate Haifischflossen-Suppe so richtig auf der Zunge zergehen lassen. Kein Problem, aber denken Sie daran: Methylquecksilber kann die sogenannte Blut-Hirn-Schranke überwinden, nistet sich dann dort ein und wird für sehr lange Zeit gespeichert. Wer Depressionen, Kopfschmerzen und Gedächtnisschwierigkeiten als notwendiges Übel in Kauf nehmen möchte, wünsche ich “Guten Appetit!” Und wer mit dem Gedanken spielt, Kinder in diese zukünftige Welt ohne Haie zu setzen, bedenken Sie bitte eines. Methylquecksilber überwindet die Plazenta und welche Schäden Ihr Nachwuchs dadurch nehmen kann, fragen Sie bitte Ihren Apotheker oder Arzt Ihres Vertrauens.

Ich weiß selbstverständlich, dass ich im Moment all meine LeserInnen mit meinen Anschuldigungen anspreche. Ich bitte diese Rigorosität zu entschuldigen, aber es ist einzig und allein meine Intention, Aufklärungsarbeit zu leisten. Und dies erfordert mitunter eben auch drastische Maßnahmen. Es geht hierbei nicht um den Gewinn irgendeines Titels einer unbedeutenden Sportart wie Fußball, sondern um den Erhalt einer Spezies, welche ihren Ursprung bereits vor 300 bis 400 Millionen Jahren im Zeitalter des Devon hatte. Der Homo sapiens und seine Vorfahren können auf eine Erfolgsgeschichte von einigen wenigen Millionen Jahren zurückblicken, ein verschwindend geringer Zeitraum im Vergleich zu den Haien. Der Mensch betrachtet sich (fälschlicherweise) als Krone der Schöpfung. Den Haien gegenüber verhält er sich jedoch als bestialisches und rücksichtsloses Raubtier, welches diesen scheuen, neugierigen und vor allem intelligenten Wesen die Dornenkrone der Vernichtung aufsetzt.

Mein Plädoyer zum Schutz der Haie ist immer noch nicht fertig. Wussten Sie, dass Haifischleberöl bzw. Haifischlebertran reich an sogenannten Squalen ist. Diese Squalen werden in der Kosmetikindustrie unter anderem in Feuchtigkeitscremes oder in Kapseln zur Erhöhung der Lebensqualität verarbeitet. Doch Squalen bedeutet Qualen. Denn die Kosmetikindustrie hätte vielfach andere Alternativen, welche auf Basis pflanzlicher Extrakte gewonnen werden können. Ich habe bereits Stephen Spielberg an den Pranger gestellt. Doch auch ein Großer der Weltliteratur mit Namen Ernest Hemingway hat mit seinem Klassiker “Der alte Mann und das Meer” dem Hai keinen Gefallen erwiesen. Sein im Buch so bezeichnetes “shark liver oil” als Wunderwaffe gegen Erkältung und grippale Infekte? Ein weiterer Irrglaube der Menschheit, welcher unbewiesen durch die Köpfe der Menschen geistert.

Es gäbe noch so vieles zu schreiben, doch lassen wir zum Schluß die Bilder in Form eines Videos mit dem bezeichnenden Titel “Sharkwater - wenn Haie sterben” sprechen. Opfern Sie also bitte zehn Minuten Ihrer Zeit, nicht mir, sondern einem schützenswerten Wesen namens Hai und lassen Sie sich in die grausame und blutige Welt, Shark finning genannt, entführen. Und wer dann immer noch Lust auf Haifischsteak oder Haifischflossen-Suppe hat, dem kann niemand mehr helfen. Für diese Menschen hätte ich eine Hauptrolle in Stephen Spielberg´s “Der Weisse Hai” zu vergeben, allerdings wird sich kein Hai an solchen Individuen seine Zähne schmutzig machen.            


naturefund.de - Kampf um jeden Meter

Juli 7th, 2010

Ich habe bereits in meinem Artikel “Formel 1: Mit Vollgas zur Formel Grün” ein Hilfsmittel namens CO2-Rechner erwähnt, welches Ihnen und mir als Verbraucher als Berechnungsgrundlage unseres persönlichen CO2-Ausstosses hilfreich sein kann. Heute möchte ich deshalb dies zum Anlass nehmen, neben den verschiedenen CO2-Rechnern des Webprojektes naturefund.de ein bestimmtes Hilfsprojekt näher vorzustellen.

Naturefund.de hat es sich als Naturschutzorganisation zur Aufgabe gemacht, aktiv Lebensraum zum Erhalt der Artenvielfalt dieses grünen Planeten zu schaffen, zu bewirtschaften und vor allem zu bewahren. Ich habe dementsprechend diesem Artikel bewusst das Leitmotiv “naturefund.de - Kampf um jeden Meter” vorangestellt, da es im wahrsten Sinn des Wortes um jeden Quadratmeter tropischen Trockenwaldes geht, welchen es entlang der Pazifikküste Nicaraguas, und nicht nur dort, zu schützen gilt.

Die Botaniker unterscheiden ca. 40 Arten von Regenwäldern (Dieter Kloessing: Pflanzen in Costa 1: Tropische Waldformen, 1.2 Tropischer Trockenwald und 1.3 Übergang vom tropischen Trocken- zu immergrünen Regenwald). Weshalb richtet sich also das Augenmerk von  

Naturefund - Wir kaufen Land für Natur!

auf ein Stückchen Natur mit dem spröden und unspektakulären Namen tropischer Trockenwald?Wenn wir an die Tropen Mittel- oder Südamerikas denken, verbinden dies die meisten Menschen wohl unweigerlich mit immergrünen dichten Regenwäldern voller üppiger saftiger Vegetation und bunten Vögeln in den regennassen Baumwipfeln. Schlangen züngeln lautlos kriechend über dicke flechtenbehangene Äste, Affen kreischen unsichtbar in den Baumkronen und auf samtenen Pfoten schleichen Raubkatzen durch das grüne Dickicht aus tropfenden Farnen.

Der tropische Trockenwald hingegen bietet dem Naturfreund ein vollkommen anderes Bild. Laubwerfende Bäume, bedingt durch die mehrmonatige Trockenzeit, prägen hier das Bild. Akazien und Kakteen bilden den Schwerpunkt der Fauna dieser letzten noch verbliebenen Waldinseln. Jiñocuabo, Caoba, Ceibo und Roble herrschen vor, in denen seltene und teilweise sogar endemische Tierarten Zuflucht suchen. Der Nationalvogel Nicaraguas, der grün-orange gefiederte Türkisbrauenmotmot mit dem prächtigen türkisfarbenen Schwanz, ist hier genauso beheimatet wie die wunderbare und in ihrem Erscheinungsbild so vielfältige Boa constrictor. Die Pracht-Erdschildkröte mit ihrem graubraunen oder erdbraunen Panzer und den roten, gelben und schwarzen Linien und Flecken, das nachtaktive Neunbinden-Gürteltier oder die kaum erforschte Ozelotkatze haben sich an dieses karge Leben angepasst. Regenwolken, welche mit den Ostwinden herangetragen werden, werfen ihre kostbare Fracht meistens bereits an den vorgelagerten Gebirgsketten ab, resultierend daraus müssen Flora und Fauna eine durchschnittlich neunmonatige Trockenzeit überstehen. So auch der Jaguarundi, das Leittier des naturefund.de-Projektes Wir kaufen Land für den Jaguarundi.

Ein Jaguarundi auf der Jagd

Ein Jaguarundi auf der Jagd: Foto Bodlina (Quelle: Naturefund.de: Wir kaufen Land für Natur)

Der Jaguarundi oder auch Wieselkatze erscheint auf den ersten Blick wie ein schwarzer Puma oder Jaguar im Miniaturformat. Abgestorbene Bäume und Büsche geben der kleinen Wildkatze Deckung auf der Jagd nach Hasen, Eidechsen, Vögeln und anderen kleinen Nagern. Doch der Jaguarundi verschmäht ebenfalls nicht Blätter und Früchte, welche er als guter Kletterer erreichen kann. Wie viele Tiere hat er jedoch mit der Zurückdrängung durch den Menschen zu kämpfen. Dieser sogenannte Habitatsverlust, die stetige Verkleinerung seines natürlichen Lebensraumes, haben ihn letztendlich dort hingebracht, wo ihn eigentlich kein Mensch haben möchte, nämlich auf die rote CITES-Liste gefährdeter Tierarten.

Tropische Trockenwälder sind eine der weltweit am stärksten bedrohten Lebensräume. Während die feuchten Tropen für eine Besiedlung und Nutzung durch den Menschen aufgrund der klimatischen Bedingungen ungeeignet sind, bieten die tropischen Trockenwälder geradezu ideale Verhältnisse. Riesige Agrarflächen (Mais), die Abholzung und eine intensive Beweidung durch Nutzvieh (Ziegen) haben die tropischen Trockenwälder entlang der Pazifikküste fast vollkommen zerstört. Naturefund hat es sich deshalb zum Ziel gesetzt, zusammen mit der lokalen und gemeinnützigen Organisation ADECA (siehe auch Alexander von Humboldt Stiftung “Neues aus Nicaragua“) ein 140 000 Quadratmeter großes Areal an der Pazifikküste Nicaracuas zu kaufen, um dort im Rahmen des initiierten Waldfonds dauerhaft und nachhaltig ein Stück tropischen Trockenwald zu schützen. Weiterhin soll im Rahmen des geplanten Umweltbildungsprojektes die angrenzende Finca als Vorreiter und vor allem als Vorbild in Sachen ökologischer Landbau dienen.

ADECA-Direktor Enrique Ramirez Asencio gibt seiner Hoffnung mit dem folgenden Satz (frei aus dem Spanischen übersetzt) Ausdruck: “Wenn wir in starken Netzwerken zusammenarbeiten, kann die Welt nicht explodieren.” Vielleicht wollen auch Sie sich einem starken Netzwerk anschließen? Einem Netzwerk mit dem Namen naturefund.de. In einem Punkt muß ich natürlich Herrn Asencio widersprechen! Wenn die Population des immer seltener werdenden Jaguarundi zumindest ein kleines bisschen explodieren würde, hätten wir alle etwas davon. In diesem Sinne übergebe ich nun das Wort an:
Naturefund - Wir kaufen Land für Natur!

Formel 1: Mit Vollgas zur Formel Grün …

Juli 1st, 2010

… oder die Umwelt dreht sich im Kreis

Es vergeht kaum ein Tag, welcher nicht mein Entzücken über das neue Umweltbewusstsein und löbliche ethische und moralische Anschauungen unserer Gesellschaft findet. Habe ich gestern noch über die, zugegebenermaßen zu meinen etwas konträren Standpunkten, Besorgnis gewisser deutscher und internationaler Großbanken und anderer Konsortien berichtet, aus lauter Angst vor den gierigen Aktionären mithilfe von Streubomben und Streumunition die marodierenden Massen im Zaum zu halten, bewege ich mich in dieser schnelllebigen Zeit heute schon wieder in ganz anderen Kreisen. Moment, ich muß mich berichtigen: Ich bewege mich nur innerhalb eines Kreises, also sozusagen nur im Kreis!

Übrigens, also “by the way”, wie der gebildete Engländer sagen würde, sozusagen im Vorübergehen, besser natürlich in diesem Falle im Vorüberfahren, das mit den Streubomben sollte bei Ihnen beileibe keine Panikattacken auslösen, schließlich haben besagte Banken usw. keinen Krieg angezettelt oder wollen eventuelle Unbeteiligte oder womöglich sogar Unschuldige meucheln und morden. Würde auch keinen Sinn machen, wer würde sonst sein Erspartes und Erschlichenes zur Verfügung stellen? Also, keine Angst, liebe LeserInnen, es wird Ihnen nichts passieren, außer Sie gehen zur Bank und reichen einem jener Nadel-Streifen-Hörnchen Ihren kleinen Finger. Aber selbst dann bewahrt die Frau von Welt und der Mann hinter der Frau von Welt die Contenance. Bitte Contenance nicht mit Kontinenz verwechseln, dies hat schon desöfteren zu absonderlichen Irrtümern geführt, insbesondere in der Welt der Hochfinanz.

Stellen Sie sich einmal vor, ein Mensch weiblicher oder männlicher Machart der Deutschen Bank, ups, jetzt habe ich ”Deutsche Bank” groß geschrieben, muß ich sofort in deutsche Bank ausbessern, würde seinen verbalen Schließmuskel nicht permanent unter Kontrolle haben? Die ganzen schönen Wort-Fäkalien würden in einem fortlaufenden breiigen Strom aus seinem Innersten quellen, fänden ihren Weg zwischen den Zähnen hindurch in die Freiheit und würden sich über Sie als Bankkunde ergießen und langsam, aber sicher einen Finanzhaufen, möglicherweise bei Ihrem Erstgespräch nur ein Finanzhäuflein, aus Ihnen machen. Ja, um alles in der Welt: “Is this desirable?”, wie der immer noch höchst gebildete Engländer sagen würde.

Zu Engländer fällt mir doch zufälligerweise gleich folgendes ein. Ein Herr mit dem untadeligen Namen Martin Whitmarsh ließ diesen Satz aus seinem berufenen Munde quellen: “This is a very exciting time for Formula One, and I am delighted that our sport has been able to take a global environmental lead in this way.”

Zu deutsch: “Ich bin entzückt, dass unser Sport eine weltweite Führerschaft in Sachen Umwelt einnimmt.” Hören Sie jetzt bitte auf, so gelangweilt auf den Bildschirm zu starren! Und gegähnt wird auch nicht! Es geht hier nicht um irgendeinen Sport wie Rasenschach oder Gartenzwerge-Weitwurf. Grund seiner zum Ausdruck gebrachten Freude ist die Tatsache, dass es sich um den Echte-Männer-Sport Nummer 1 handelt. Richtig, wir sprechen von der Formel 1!

“Sport ist Mord!” ist in der Formel 1 keine leichtfertig dahergesagte Floskel. Nein, hier wird dieser Slogan wenigstens noch gelebt. “Wir drehen uns alle nur im Kreis!” ist in der Formel 1 keine leere Phrase. Hier wird solange mit dem Gaspedal auf die Phrase eingedroschen, bis der Satz Wirklichkeit wird. Eigentlich sind in meinen Augen alle die Formel 1 anbetenden Menschen Heilige, Abkömmlinge von Kirchenvater Augustinus, welcher bereits so um das Jahr 400 von der Erde als “moles globosa” sprach. “Die Erde ist eine Kugel und steht im Zentrum des Weltalls und gehört schnellstmöglich umrundet”, sprach er schon damals weise und setzte sich hinter das Steuer seines Streitwagens, um dem Folge zu leisten. Nun ja, das mit dem “schnellstmöglich umrundet” entstammt möglicherweise meiner Feder, aber den Rest hat er wirklich sinngemäß gesagt. Aber nichtsdestotrotz, Ehre, wem Ehre gebührt.

Mister Whitmarsh, unser ehrwürdiger Vorsitzender der Formel 1 Teamvereinigung FOTA (musste ich nachlesen) ist also mit dem hehren Ziel unterwegs, sozusagen mit Vollgas und auf der Überholspur, aus der Formel 1 eine neue Formel Grün zu basteln. Motorenzylinder aus Bambussprossen, Kolben aus Lampenputzer, einer schönen Sumpfpflanze, und die Karosserie aus recycelbarem Kunststoff, welcher bei einem eventuellen Totalschaden des Gefährts in Sticker mit der Aufschrift “Ich war live dabei!” zerlegt und mit grüner Naturfarbe aus Matetee und Brennnessel bedruckt wird.

Das geht Ihnen dann doch einen Schritt zu weit? Herrn Whitmarsh geht es ebenso. Also bleibt er schön am Betonteppich. Aber er hat Großes vor. Das sogenannte “ground-breaking carbon emissions reduction programme“, wie es so herrlich auf der FOTA-Webseite heißt, soll bis zum Jahr 2012 den Kohlendioxid-Ausstoß um sage und schreibe 12,4 Prozent senken. Hört sich sicherlich nicht schlecht an. Wenn man allerdings bedenkt, dass einer Studie zufolge (siehe FOTA Environmental Programme Baseline Report 2010), welche die Londoner Firma Trucost im Auftrag der Benzinbrüder erstellte, die direkten Emissionen der Formel 1, also jene Emissionen, welche in direktem Zusammenhang mit dem Formel 1-Zirkus stehen, für das Jahr 2009 bei einer Größenordnung von 215 588 Tonnen Kohlendioxid lagen, bedeutet dies ein Einsparpotential von 26 733 Tonnen Kohlendioxid.

Blieben also immer noch rund 190 000 Tonnen Kohlendioxid für die Zukunft übrig. Um Ihnen nun ein Gefühl dafür zu geben, was dies, umgerechnet auf unser Alltagsleben, bedeutet, machen wir ein einfaches Rechenbeispiel, welches allerdings nur als Näherungswert zu betrachten ist. Ich habe mich nach verschiedenen Recherchen und der Nutzung eines C02-Rechners dafür entschieden, einen durchschnittlichen Pro-Kopf-Ausstoß von 12 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr zugrundezulegen. Umgerechnet auf die Formel 1 und ihre 190 000 Tonnen, wohlgemerkt ohne Einrechnung der CO2-Emissionen durch die Anreise der Millionen Zuschauer, würde dies bedeuten, fast 16 000 Menschen könnten ein ganzes Jahr lang ihre Emissionen ungesühnt in die Luft lassen, um mit der Formel 1 gleichzuziehen.

Wir sprechen hier von den Emissionen einer gesamten Kleinstadt, welche durch 19 Rennen einer Saison, welche in etwa 90 Minuten dauern, kompensiert werden. 19 Rennen à 90 Minuten macht aufgerundet 29 Stunden unbegrenzten Fahrspaß. Und die restlichen 363 Tage und 19 Stunden des Jahres? Vielleicht sollten wir dazu Herrn Whitmarsh befragen? Aber, denken Sie daran, immer die Contenance bewahren. Auch wenn es nicht leicht fällt!

In diesem Sinne wünscht Ihnen der grüne Bruchpilot Paul Bögle einen autofreien Sommerabend.      

In-die-Augen-Streu-Bomben-Geschäfte…

Juni 30th, 2010

… oder zweifelhafte Praktiken der Deutschen Bank(en)

Es gibt Dinge im Leben einer Bank, die sind geradezu unbezahlbar. Nein, verehrte Leserschaft, dazu zählt mit Sicherheit kein Menschenleben. Oder womöglich derer viele. Streubomben heißt die Zukunft jedes seriösen Bankhauses, welches mit Gewinnerzielungsabsicht um das nackte Überleben kämpfen muss. Ja, es herrscht Krieg auf den Finanzmärkten dieser Welt. Nicht nur bei uns in Österreich, überall befinden sich ehrenwerte Damenschaften und natürlich ebenso Herrschaften im permanenten Zustand des monetären Existenzminimum-Finanzkollapses. Warum also nicht auch die so vertrauenswürdige Deutsche Bank? Während die einen wie etwa eine unserer renommierten österreichischen Banken versuchen, ihre Bankstelle zur Tankstelle umzufunktionieren, anders herum geht es selbstverständlich auch, beschreitet die Deutsche Bank einen wesentlich effektiveren Weg und nimmt sich den Slogan “Es herrscht Krieg!” beherzt an die vielgeschmähte Kapitalbrust.

Aufmerksam geworden bin ich durch den Artikel Die fragwürdigen Geschäfte Deutscher Banken mit geächteten Waffen wie Streumunition“. Mein erster Gedanke war: “Gibt´s nicht!” Diesem ersten Gedanken folgte jedoch: “Alles gibt´s!” Also machte ich mich wieder einmal auf, unter die virtuelle Oberfläche real existierender ölverschmierter Ozeane, elektronischem Spielzeug für afrikanische Kinder oder zartem Lachsfilet mithilfe peruanischen Fischmehls zu tauchen.

Natürlich interessiert einen Menschen wie mich, was es mit diesem hässlichen Wort Streubombe überhaupt auf sich hat. Auf der Website “Sagt Nein zu Streubomben” fand ich folgende Definition, welche ich sinngemäß und zusammengefasst wiedergebe:

Streubomben oder auch Streumunition besteht aus einem Behälter, welcher mit bis zu mehreren Hundert Submunitionen (Minibomben) gefüllt ist. Diese Submunition wird auf einer mehrere Fußballfelder großen Fläche verteilt, kann sich aber auch auf mehrere Hundert Hektar erstrecken. Durch fast jeden Einsatz von Streubomben bzw. durch deren ungerichtete und ungezielte Wirkung werden in den meisten Fällen Zivilpersonen in Mitleidenschaft gezogen. Weitere Gefahren entstehen durch sogenannte Blindgänger, welche lange nach einem Angriff detonieren und unschuldige Menschen verstümmeln und töten.

Streubombenbehälter

Streubombenbehälter © Handicap International

Mit In-Kraft-Treten des Vertrages zur weltweiten Ächtung von Antipersonenminen am 01. März 1999 (Ottawa-Konvention) hat eine entscheidende Sensibilisierung für die Gefährlichkeit dieser Waffen stattgefunden. Ende 2007 fand in unserem schönen Wien die Konferenz zur weltweiten Ächtung von Streubomben statt. Im Juli 2009 hat Deutschland bei Human Rights Watch den Vertrag zum Verbot von Streumunition zur Ratifizierung hinterlegt (siehe “Deutschland hinterlegt Vertrag über Streumunition“). Am 01. August 2010 tritt das völkerrechtliche Verbot von Streumunition in Kraft. Vom 07.-09. Juni 2010 trafen sich in Santiago de Chile jene Staaten, welche bereits 2008 das Osloer Abkommen gegen Streubomben unterzeichneten. Und heute, fast auf den Tag genau ein Jahr später?
Die traurige oder besser gesagt skrupellose Wahrheit über das Geschäft mit dem Krieg verschafft uns wohl der Artikel “Leistung, die Leiden schafft” (Originaltext der Pressemappe des Aktionsbündnis landmine.de). Noch wesentlich ausführlicher und vor allem detaillierter ist der Bericht der belgischen Nichtregierungsorganisation (NRO) Netwerk Vlandeeren. Die Organisation benennt namentlich in einer Studie (Wolrdwide investments in CLUSTER MUNITIONS) über die Unterhaltung von Geschäftsbeziehungen internationaler Investoren zu führenden Anbietern und Herstellern von Streumunition wie Alliant Techsystems, L3-Communications, Lockheed Martin, Textron, Singapore Technologies Engineering und Raytheon die beiden Großbanken Commerzbank (siehe Punkt 1.2.34 Seite 44 des Reports) und Deutsche Bank (siehe Punkt 1.2.40 Seite 45 des Reports) über deren Tochter DWS. Doch auch die Bayrische Landesbank, die WestLB oder der Versicherungsdienstleister Allianz finden sich in der international bestückten, quasi dem Who is who der Finanzwelt ”Hall of Shame” (Seite 17 ff) wieder, welche die Verflechtungen von Kriegsmaschinerie und Geldmaschinen aufzeigt.
Ich weiß es selbst und werde trotzdem immer wieder eines Besseren belehrt. Es ist unmöglich, einen einzigen Atemzug in diesem grenzenlosen Morast und skrupellosen Sumpf aus Geld und Krieg zu machen, ohne daran zu ersticken. Aber darüber schreiben wird man ja wohl dürfen. Und im Moment informiere ich mich gerade über sogenannte “Grüne Banken”, also Geldinstitute, welche sich anderen moralischen und ethischen Grundsätzen verschrieben haben, wie es jene bereits erwähnten monetären Munitionsdepots uns immer wieder vormachen. Dazu kann ich Ihnen vielleicht zum Abschluss den Artikel “Grünes Geld wird immer beliebter“ mit auf den Weg geben. Möglicherweise für die eine oder den anderen lohnenswert, darüber nachzudenken. Und sei es nur im Gedenken an eine Million Verletzte und Tote seit 1975, welche der sinnlose Einsatz von Landminen und Streubomben forderte. Jedes dritte bis vierte Opfer ist ein Kind. Ob dies die Banken wissen? Wozu denn, schließlich haben die Kinder kein Bankkonto bei ihnen eröffnet. Menschliches Kapital ist nur sinnvoll, wenn es ordentliche Dividenden und Zinsen bringt.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen: Lassen Sie sich keinen Streubomben-Sand in die Augen streuen. Es grüßt Sie der Augenauswischer
Paul Bögle          

   

  


BP Boykott

Juni 26th, 2010


mit Boycott BP

Ich bin sicherlich nicht der große Befürworter sozialer Netzwerke. Vielleicht liegt dies nur daran, daß ich mich nicht daran gewöhnen kann, wildfremde Menschen zu “adden”, wie “hinzufügen” heutzutage heißt. Ich bin natürlich unheimlich stolz, diesen Begriff von unserer Tochter übernommen zu haben und wende ihn dementsprechend in jeder noch so möglichen und vor allem unmöglichen Situation auch an, selbstverständlich fehlerfrei . Ich sehe schon, Sie können mit dem Begriff “adden” nichts anfangen und manch LeserIn wendet sich jetzt schon wieder mit Entsetzen ab, weil Sie doch tatsächlich dachten, dass ich zum BP Boykott aufrufe. “Gemach, gemach”, kann ich hierauf nur antworten. Erst muß ich diesem Artikel noch einige bis viele belanglose Sätze “adden”, ich möchte schließlich nicht als semiotischer Sparefroh und verbaler Geizhals dastehen. Oder heißt es “hinzuadden” oder möglicherweise “dazuadden”? Klingt irgendwie seltsam, ist es natürlich auch. Nun gut, ich würde sagen, wir einigen uns auf das unverfängliche “adden”, ist zwar auch seltsam, klingt aber zumindest nicht so. Aber auf was wollte ich überhaupt hinaus? Richtig, ich weiß schon wieder. Also, wie bereits erwähnt, ohne “adden” geht bei mir gar nichts mehr. Ich will Ihnen ein paar Beispiele geben.

Ich habe unlängst in unserem kleinen Garten einen neuen Rosenstock gepflanzt. Zumindest glaubte ich bis dato, dass ich solcherlei Dinge tue, nicht wissend, dass jeder halbwegs vernünftige Bodybooker, Thumbbooker, Kneebooker und Facebooker und was weiß ich, mit welchen englischsprachigen Körperteilen sonst genetzwerkt wird, keinen Rosenstock pflanzt, sondern ihn natürlich in den Garten “addet”. Und da es ein ziemlich trockener und heißer Tag war, habe ich selbstverständlich gleich einmal einige Liter Wasser zum Rosenstock “geaddet”, auf dass er schön zum Licht hin wachse. Apropos Licht! Jetzt ist mir doch unlängst die letzte meiner verbliebenen konventionellen Glühbirnen durchgebrannt, sozusagen der letzte Glühbirnen-Mohikaner. Habe ich also diesen Stromfresser, welche nun in den ewigen Stromzähler-Jagdgründen seinem finsteren Werk nachgehen wird, aus der Fassung “herausgeaddet” und eine Energiesparlampe in die Fassung “geaddet”. Ich kann gar nicht genug bekommen vom “adden”. Ich ”adde” mittlerweile, was mir in die Finger bzw. vor die Tastatur kommt. Wenn mein Antiviren-Programm lauthals aufheult, bitte nicht mit aufhOILen verwechseln, dass ich mir einen Virus eingefangen habe, schreie ich noch um eine Spur lauter zurück: “Ist mir sch…egal, ich “adde” alles, was nichts kostet!” Meiner Frau habe ich schlichtweg die Pistole vor die Brust gesetzt und als Groß-Addierer der Familie befohlen, sie möge sich bei sämtlichen Netzwerken anmelden, damit ich sie “adden” kann. Danach wurde sie wiederum von 4856 anderen Usern, bitte “User” und nicht “Nutzer”, “geaddet” und die haben mich im Schlepptau meiner Frau gleich mit übernommen. Bitte fragen Sie mich jetzt nicht, wen ich innerhalb von zwei Sekunden an Freunden dazugewonnen habe, aber Freunde kann man einfach nicht genug haben, auch wenn sie einem vollkommen unbekannt und eigentlich aufgrund des Unbekanntheitsgrades auch völlig egal sind. Ja, liebe LeserInnen, diese “geaddete” Freunderlwirtschaft ist schon eine gewaltige Schmierenkomödie.

Wobei wir beim heutigen Thema sind. Es wurde genug geschrieben über die BP-Schmierenkomödie namens Deepwater Horizon. Und es wird sicherlich auch noch sehr viel Öl die Bäche herunterlaufen, bis endlich alles Leben in den Weltmeeren ausgelöscht ist. Und deshalb habe sogar ich mich bei Facebook angemeldet. Nicht, weil ich unbedingt darauf erpicht bin, weitere 4856 mir vollkommen unbekannte Freunde zu finden, sondern weil ich mich der Facebook-Aktion ”Boycott BP” angeschlossen habe. BP mag in Europa nicht jenen Stellenwert und jene wirtschaftliche Dominanz wie in den USA besitzen, doch immerhin betreibt der BP-Konzern in Deutschland 2400 Tankstellen unter der Marke ARAL und das Motorenöl Castrol stammt ebenfalls von BP (siehe “US-Amerikaner tanken bei der Konkurrenz” oder die zum Boykott gegen BP aufrufende englischsprachige Seite boycottbp.org ). Sollten Sie irgendwann einmal im Internet dem Webprojekt mit dem wunderschönen Namen “Deepwater Horizon Response” begegnen, ist allerdings Vorsicht geboten. Was glauben Sie wohl, wer für die Seite verantwortlich zeichnet? Richtige Antwort: BP.

BP steht seit Deepwater Horizon in meinen Augen nicht mehr für British Petroleum, sondern lässt sich viel besser im folgenden Satz wiedergeben:

Begin Protesting against Bad People and their Big Pollution!