Bio Natur - Der Weblog

1.1.2012

Von seekranken Dinosauriern: AIDA und TUI Cruises

Abgelegt unter: Wasserwelten — Paul Boegle @ 14:06


Weiße Flotten, frische Seeluft, eine Brise Schweröl und eine Prise Profit

Man möchte es kaum für möglich halten. Habe ich doch nicht nur den Beginn der neuen Jahres verschlafen, sondern auch eine Preisverleihung. Und das, obwohl ich liebend gerne solchen Ereignissen beiwohne. Nicht immer, schließlich werde ich in den seltensten Fällen dazu eingeladen. Aber ich freue ich mich mittlerweile auch schon an den kleinen Dingen des Lebens und so betrachte ich eben neidvoll aus der Ferne, was mir aus der Nähe verwehrt wird.

Ferne. Zufälligerweise gerade zur rechten Zeit das richtige Stichwort. Weckt Assoziationen an Reiselust, an das im Begriff schon enthaltene Fernweh und dementsprechend Der NABU verleiht Deutschlands peinlichsten Umweltpreis “Dinosaurier des Jahres” in diesem Jahr an die Kreuzfahrtunternehmen AIDA und TUI Cruises.an Urlaub. Jetzt bin ich zwar nicht der Typus Mensch, welcher eine gemächlichen Kreuzfahrt viel abgewinnen kann. So auf dem Hauptdeck vor sich hindümpeln, von Luv nach Lee wanken, mittschiffs überlegen, ob Backbord nach links oder rechts zu steuern bedeutet und steuerbordseitig nicht wissen, ob ich mich nun gerade dies- oder jenseits von mittschiffs befinde. Immer schwingt unterschwellig die Angst mit, ob vielleicht ein Leck am Heck auf oder unter Deck meinem seefahrenden Leben voller Humbug, Lug und Trug auf irgendeinem Zwischendeck am Bug ein unwillkommenden Ende bereitet. So habe ich also bisher, sehe ich einmal von den beiden Ufern des Nils ab, diese Möglichkeit des Reisens aus meinem eroberungswütigen Dasein ausgeschlossen.

Was haben diese träge schaukelnden und auf dem virtuellen Meer vor sich hin schippernden Sätze nun mit seekranken Dinosauriern zu schaffen, welche ihren von längst vergangenen Meteoriteneinschlägen dahingerafften Mageninhalt in die stürmische See zu kotzen? Ich hatte im vergangenen Jahr, Sie wissen, ich verschlief den letzten Teil desselben in meiner Koje namens Schlafzimmer in den Armen von Orpheus mit geradezu traumwandlerischer Sicherheit wie eigentlich jedes Jahr um diese seltsame Uhrzeit, um dann frisch gestärkt am ersten Tag des neuen Jahres mit welcher Jahreszahl auch immer am frühmorgendlichen Argonautenzug feinstaubbelasteter Pulverdampfreste verschossener und in den Lüften verglühter Silvesterraketen teilzunehmen.

Machen wir es jetzt kurz und steuern irgendeine Meerenge an, um endlich das verbale Ruder herumzureissen. Letztes Jahr bekam RWE-Kapitän, um im kreuzfahrenden Jargon zu bleiben, Jürgen Großmann stellvertretend für sein Unternehmen den vom NABU verliehenen “Dinosaurier des Jahres” verliehen. “Aus reinem Machtkalkül und Profitstreben wird an einer Risikotechnologie festgehalten und gleichzeitig der notwendige Aus- und Umbau einer umweltfreundlichen Energieversorgung in Deutschland ausgebremst.”, wie ich unter “Dinosaurier des Jahres: Menschliche Fossilien” schrieb.

Diesen peinlichsten Umweltpreis, wir könnten jetzt auch von einer “message in a bottle” sprechen, haben sich nach Meinung des Naturschutzbundes 2011 die Verantwortlichen von AIDA und TUI Cruises redlich verdient.

Stellvertretend für die gesamte Hochseeschifffahrt verleiht der NABU den „Dinosaurier des Jahres 2011“ an Michael Thamm, Präsident AIDA Cruises, und Richard J. Vogel, Vorsitzender TUI Cruises. „Sie sind die Speerspitze der überaus lukrativen deutschen Kreuzschifffahrt. Sie dekorieren ihre Schiffe mit schönen Schlagworten wie Wohlfühlen, Fahrtwind und Seeluft – aber aus den Schornsteinen ihrer Luxusliner kommen enorme Mengen giftiger Schadstoffe. Von wegen Seeluft und Traumschiff! Für Küsten- und Hafenbewohner und die Umwelt sind sie der reinste Albtraum“, betont der NABU-Präsident. Tatsächlich ließen sich die bedrohlichen Emissionen eines Schiffs sehr leicht durch die Umstellung von Schweröl auf schwefelarmen Schiffsdiesel und eine geringere Fahrtgeschwindigkeit verbessern: „So lassen sich Schwefeldioxid und Feinstaub um bis zu 90 Prozent reduzieren, und der Ausstoß von klimaschädlichen Rußpartikeln verringert sich um mehr als 40 Prozent“, erläutert Dietmar Oeliger, Leiter der NABU-Verkehrspolitik. (Von wegen Traumschiff! NABU vergibt „Dinosaurier des Jahres“ 2011 an Chefs von AIDA und TUI Cruises).

Eine 2,6 Kilogramm schwere und aus Zinn gegossene Riesenechse als Sinnbild für Umweltschutz, der keiner ist. Der NABU zeichnet mit diesem Preis “Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens aus, die sich sowohl durch herausragende Einzelleistungen als auch durch die Summe ihres Gesamtwerkes in Sachen Umweltschutz als besonders antiquiert erwiesen haben.” Es darf erbrochen werden.

20.9.2011

Rainbow Warrior III: Naturschutz mit Tiefgang

Abgelegt unter: Wasserwelten — Paul Boegle @ 16:49


Open-Boat-Veranstaltung von Greenpeace

Open-Boat-Veranstaltung von Greenpeace am 22. und 23. Oktober im Hamburger Hafen. Der Regenbogen-Krieger, die Rainbow Warrior III. öffnet ihre Decks für BesucherInnen.

Gestern noch hoch in den Lüften und heute fahren wir alle gemeinsam zur See. So schnell ändern sich die Zeiten und mit ihnen die Gezeiten. Sozusagen vom Regen in die Traufe, aber mit gesetzen Segeln Richtung Regenbogen am grünen Horizont.

Ich hatte Anfang Juli schon einmal darauf hingewiesen, dass das neue Greenpeace Flaggschiff, die Rainbow Warrior III, demnächst vom Stapel läuft und im Zeichen des Regenbogens wieder die grünen Klingen mit den blutigen Klingen der Walfangjäger kreuzen wird. Natürlich hoffe ich, dass dieses martialische Treiben nicht Realität wird und sich solche Hochseegefechte auf verbale Scharmützel beschränken werden, da die jährlichen Walfangquoten im fadenscheinigen Zeichen der Wissenschaft wohl für genügend echtes Blutvegießen sorgen.

Ich hatte dabei die Ankündigung von Greenpeace übernommen, dass dieser schwimmende bunte Krieger am 14. Oktober für alle Landrättinnen und Seebären zum 40. Geburtstag der Umweltschutzorganisation seine Segel symbolisch im Hamburger Hafen setzt, um all jenen die Möglichkeit zu geben, den Fuß (oder auch beide) auf die Planken zu setzen, um sich ein eigenes Bild über die Arbeit an Deck zu machen. Und natürlich die anwesenden Crew-Mitglieder, Meereskampaigner und altgediente (Meeres)Hasen mit jenen Fragen zu löchern, welche hoffentlich und zukünftig die einzigen Löcher bleiben werden, mit welchen die Rainbow Warrior III konfrontiert wird.

Nun, es bleibt selbstverständlich dabei. Die einzige Änderung: Der Termin hat sich etwas verschoben und wissbegierige Rättinnen und neugierige Bären zu Land und zu Wasser kommen jetzt erst am 22. und 23. Oktober in den Genuss, sich auf den grünen Planken des Regenbogens zu bewegen. Alle weiteren Informationen dazu gibt es aber auch unter “Fragen und Antworten zum Besuch der Rainbow Warrior III“. Wie Ihr am besten dorthin kommt (natürlich mit den Öffis oder dem Fahrad) und dass der Besuch selbstverständlich kostenlos ist. Und für weitere Fragen steht Euch Cordula Gartmann zur Verfügung.

So, Thema Nummer 1 für heute hätte ich erledigt. Aber in Hamburg ist bereits am 01. Oktober der alte Seebär los. Und zwar mit Namen Captain Paul Watson. Wird einigen sicherlich kein Begriff sein, aber möglicherweise ist der Name “Sea Shepherd” eher geläufig. Wem auch dieser Name nichts sagt, möge sich den folgenden Trailer zu Gemüte führen. Allerdings sei gleich darauf hingewiesen, dass für zartbesaitete Gemüter die blutrote See der abgeschlachteten Wale kein sehr angenehmer Anblick sein dürfte. Doch die Realität stellt sich leider nicht in cineastischen Hochglanzproduktionen aus dem Reiche Hollywood dar.

Am 01. Oktober feiert im Rahmen des Hamburger Filmfestes der 90-minütige Film “Confessions Of An Eco-Terrorist” (mehr dazu bei Klick auf das Filmplakat) desIm Rahmen des Hamburger Filmfestes feiert dieses Jahr Confessions of an Eco-Terrorist seine Deutschland-Premiere. In diesem Film wird die Geschichte von Captain Paul Watson und Sea Shepherd in 1 1/2 Stunden in atemberaubenden Bildern zusammengefasst. Confessions of an Eco-Terrorist ist anders, als alle anderen bisher dagewesenen Filme & Dokus über Sea Shepherd! Mannschaftsmitglieds und Filmemacher Peter Jay Brown seine deutsche Premiere. Unveröffentlichtes Filmmaterial aus 30 Jahren Geschichte der Sea Shepherd Conservation Society mit ihren abtrünnigen Umweltschützern und Guerilla-Taktiken” lassen jetzt schon vermuten, dass der Film für viel Zündstoff und Diskussionen sorgen wird.

Und weil bis zum 01. Oktober noch ein paar Tage Zeit sind, vielleicht nochmal zum Aufwärmen eine kurze Animation von Uli Henrik Streckenbach zum Thema “Überfischung der Meere“. Und sollte dann immer noch nicht der Appetit auf Meeressäuger vergangen sein, wäre vielleicht noch ein Artikel zu empfehlen, welcher sich mit dem leider völlig unbekannten Problem des maritimen Bushmeat auseinandersetzt. Ich hoffe, spätestens dann vergeht uns allen der Hunger nach mehr Meer.

17.9.2011

Polare Plusgrade sorgen für polaren Minusrekord

Abgelegt unter: Wasserwelten — Paul Boegle @ 21:15


MinimalistInnen und Wasserratten werden ihre Freude haben

Wer schon immer einmal vor hatte, den Planeten Erde aus der Vogelperspektive zu betrachten, sei auf die erstklassige Schausammlung “Home” verwiesen, eine farbenprächtige Leistungsschau von Yann-Arthus Bertrand über jenen Planeten, welchen die Gattung Homo sapiens so leichtfertig als Heimatplaneten bezeichnet und trotzdem tagtäglich das Wasser abgräbt. Wobei! “Das Wasser abgraben” ist in diesem Zusammenhang wohl eher der falsche Ausdruck. Denn mit jedem QuadratmeterNational Snow And Ice Datacenter (NSIDC): “September 15, 2011  Arctic sea ice at minimum extent.” geschmolzenes Polareis fügen wir eigentlich um so mehr von jenem köstlichen Nass hinzu, welches einerseits wohl in den Kriegsplänen der Zukunft eine führende Rolle spielen wird, aber andererseits in den gegenwärtigen und ebenfalls zukünftigen Forschungsergebnissen und Analysen der KlimaforscherInnen DIE führende Rolle spielt und bereits übernommen hat.

Natürlich werden sich auch andere über die schwindenden Eismassen an den polaren Kältepolen möglicherweise freuen  und jetzt schon erste kalkulatorische Hoch- und Kostenrechnungen ins wohlüberlegte und gut durchdachte gentechnisch manipulierte Kalkül ziehen. Denken wir doch nur daran, welche neuen Abgründe in Form von eisfreien Gründen sich für Firmen wie Monsanto auftun, welche es mit gentechnisch verändertem Saatgut zu bewerfen gilt. Der Nordpol als neue Aufzuchtstation für GVO. Eine horrorvisionäre Vorstellung wohl nicht nur für den kanadischen Bauern Percy Schmeiser, sondern sicherlich für all jene, welche der grünen Gentechnik nicht viel Gutes abgewinnen können. Aber lassen wir solch fortschrittliches und fortschreitendes Denken und Treiben jenen vorbehalten, welche auf Teufel komm raus mit dem Fortschritt Schritt halten möchten und eilen wir dorthin zurück, woher so manches Schiff gerade herkommt.

Denn oh welch freudige Botschaft für alle Frachtschiff- und Freizeitkapitäne. Eine noch niemals dagewesene Konstellation haben uns jene künstlichen Erdtrabanten anhand hochauflösender Bilder geliefert, welche als sogenannte Satelliten mitten durch Ozonloch und andere Hemisphären geschossen über unseren Köpfen schwebend ihren zuverlässigen Dienst verrichten. Denn: “Zwei legendäre polare Schifffahrtsrouten sind gleichzeitig offen - der Nördliche Seeweg vor Russlands Küste und die Nordwestpassage im kanadischen Inselarchipel. Kapitäne wagen sich nun in die schmelzende Arktis vor.” (Eisschmelze öffnet Arktis für die Schifffahrt)

Warum dies so ist, könnte möglicherweise mit dem Kliamwandel zusammenhängen. Ist selbstverständlich nur eine vage Vermutung und steht sicherlich auch nur in losem Zusammenhang mit jenem vitruvianischen Menschen von John Quigley in der Nähe des Nordpols, welcher langsam an Form und Gestalt verliert und langsam in seiner Zweidimensionalität unter der wärmenden Sonne dahinschmilzt und im Zuge dessen gleich die Dreidimensionalität des Polareises mit sich nimmt. Dass jedoch diese Mehrfachdimension an polarer Kälte von Jahr zu Jahr weniger wird, sollte außer jenen, welche diese eisfreien Seewege als Möglichkeit, noch schneller von A nach B zu kommen und noch billiger Rohstoffe, Menschen und selbstverständlich Konsumgüter von ebenfalls A nach B oder, weil schließlich diese maritimen Straßen von Tag zu Tag breiter werden, auch mühelos und gleichzeitig von B nach A zu liefern, keine große Freude bereiten. Das einzig Erfreuliche für alle AnhängerInnen minimalistischer Minusgrade: Nur im Jahr 2007 war die gemessene Eisfläche seit der 1979 begonnene Auswertung der Bilder jener durch das Ozonloch lüstern spähenden Satelliten (siehe dazu: Media Advisory: Arctic sea ice reaches lowest extent for 2011) auf National Snow And Ice Data Center (NSIDC).

Dass das Abschmelzen des arktischen Meereises nicht zwangsläufig zu einer Erhöhung des Wasserspiegels führen muss, möchte ich der Form halber noch klarstellen. Denn aufgrund der Tatsache, dass diese polaren Eismassen direkt auf dem Wasser schwimmen und nicht, so wie im Falle der schmelzenden Gletscher von Grönland oder der Antarktis, auf darunterliegenden Landmassen liegend zu einer Erhöhung des Meeresspiegels führen, ändert sich sozusagen “nur” der Aggregatzustand. Was sich aber leider auch mit dieser Tatsache ändert, ist die Fläche an gefrorenem Wasser. Und dies bedeutet eben, dass wesentlich weniger Sonnenlicht reflektiert wird. Denn offenes Wasser nimmt leider viel mehr Sonnenstrahlung auf. Und genau dieser Effekt ist es, welcher zu großen Teilen jene Regionen erwärmt.

Aber die Aussicht, sich in wenigen Jahren in Bikini und Bermuda-Shorts auf der eigenen Hochseejacht in Nähe der geografischen Koordinaten 90° 00′ 00″ N oder auch Nordpol genannt, lassen wir dabei der Einfachheit halber den Nordpol der Unzulänglichkeiten einmal außen vor, lasziv zu räkeln und warmen Meer zu plantschen, hat für viele sonnenanbetende Sonnenhungrige auch einen gewissen Reiz. Wenn da nur nicht diese großen Frachter wären, welche unsere Wege kreuzen. Doch wie sagte schon Archimedes: “Störe meine geschmolzenen Polarkreise nicht“. Oder so ähnlich.

8.9.2011

Der vitruvianische Mensch schmilzt am Nordpol

Abgelegt unter: Wasserwelten — Paul Boegle @ 21:46


Homo sapiens gegen Homo ad quadratum und Homo ad circulum

Dass die Nachricht über das Schmelzen der Pole wahrscheinlich die Schlussfolgerung zulässt, dass ich mit deren Verbreitung unzählige nutzlose, weil zahlenmäßig schon überzahlmäßig vorhanden, klimawandelnde Eulen nach Athen befördere, ist sicherlich richtig, wenngleich leider wahr. Dass sich Aristophanes vor weit mehr als 2000 Jahren mit diesem Problem der vom Eise befreiten Polkappen, welche Johann Wolfgang von Goethe bei seinem Osterspaziergang etliche Jahrhunderte später als Aristophanes mit holdem und verklärtem Blick in Form von vom Eise befreiten Strömen und Bächen noch verklären durfte, noch nicht beschäftigen musste, mag ihm retrospektiv zu gönnen sein.

John Quigley in Diensten von Greenpeace. Der moderne Homo sapiens gegen den Homo ad quadratum und Homo ad circulum von Leonardo da Vinci. Der vitruvianische Mensch im Zeichen des Klimawandels und schmelzender Polkappen.

Bei Klick auf das Bild kommen Sie zum gesamten Bericht “Kunst im schmelzenden Eis” von Greenpeace Schweiz, welches neben dem nebenstehenden Bild die gesamte Bilddokumentation über die Aktion und die Expedition der “Arctic Sunrise” beinhaltet.

Wollen wir diese Vergleiche auf die massentierhaltende Spitze treiben, könnte ich natürlich auch anführen, dass es genauso nutzlos wäre, der Firma Wiesenhof mehr Platz zur Verfügung zu stellen, um damit das Problem der Massentierhaltung aufzulösen. Sie würden den gewonnenen Platz nur mit noch mehr Hühnern füllen und wir stünden wieder dort, wo die Arktis vor etwa 2,7 Millionen Jahren stand. Nämlich am Anfang der Entstehung arktischer Eismassen, hervorgerufen durch die beginnende Eiszeit auf der nördlichen Erdhalbkugel. Doch zurück zu Aristophanes.

Und so stand die von ihm gestellte Frage “Wer hat die Eule nach Athen gebracht?” auch eher symbolisch im hellenistischen und reichlich mit Silbermünzen überladenen Raum der Antike. Wobei anzunehmen ist, dass, bedingt durch die post-antike oder eben gegenwärtige griechische Finanzkrise, heutzutage wohl kein Mensch etwas dagegen hätte, reichlich mit Silbermünzen behangene Eulen in den Großraum Athen zu tragen, doch dies soll uns in diesem Artikel nicht uns beschäftigen.

Der Künstler John Quigley wiederum, ein Greenpeace-Aktivist und Homo sapiens unserer Zeit, hat sich auf den Weg gemacht, die turbulente Zeit der Reniassance wieder auferstehen zu lassen, um diese aber sogleich am Nordpol wieder zum Abschmelzen zu bringen. Und welches Genie würde sich als vergänglich vergangener Botschafter besser eignen als Leonardo da Vinci. Quigley, an Bord des Expeditionsschiffes “Arctic Sunrise” mit auf dem Weg in die langsam schwindenden Gründe des ehemaligen ewigen Eises, hat eine riesige Abbildung jenes perfekten aufrecht gehenden Menschen auf der Oberfläche der langsam schmelzende Landschaft des arktischen Meereises nachgebildet.

Doch was bei da Vinci als Synonym für die Perfektion zwischen menschlichem Körperaufbau und den geometrischen Formen Kreis und Quadrat stand, verwandelt sich bei Quigley in eine Anklage gegen den durch die Menschheit betriebenen schonungslosen Raubbau am Planeten Erde. Der vitruvianische Mensch versinnbildlicht dabei jene so perfekt gestaltete Kreatur namens moderner Mensch, welche mit ausgebreiteten Armen direkt den eigenen Untergang willkommen heißt. Denn die “Artic Sunrise” ist wie jedes Jahr mit der Vermessung der Eisdicke rund um den Nordpol beschäftigt. Und weil unsere natürliche Klimaanlage zur Regulierung des Weltklimas dieses Jahr möglicherweise einen historischen Tiefstand bzw. die dünnste jemals gemessene Eisstärke erreichen wird, macht dies auch nicht vor unserem von da Vinci geschaffenen Ideal menschlicher Schönheit halt.

Der Künstler: “Wir haben hier den schmelzenden vitruvianischen Menschen nach da Vinci’s berühmter Zeichnung nachgestellt, weil sich der Klimawandel förmlich in unsere Zivilisation hineinfrisst. Als da Vinci die Zeichnung anfertigte, war die Zeit der Renaissance - das innovative Zeitalter, welches bis heute anhält, aber durch unsere Nutzung fossiler Brennstoffe stark bedroht wird.

Dass das in der Renaissance gültige Schönheitsideal mit meinen eigenen Maßstäben von Perfektion und stilisierter Verherrlichung der menschlichen Rasse in Form von messbaren Proportionen und anderen geometrischen Maßen zur Bestimmung des allgemeingültigen Homo sapiens nicht deckungsgleich ist, habe ich bereits in meinem Artikel “Männersache: Visagisten dringend gefordert!” unterschwellig offensichtlich zum Ausdruck gebracht. Was ich aber oberschwellig und in diesem Falle eiskalt zum Ausdruck bringen möchte: “Die Pole sind die am empfindlichsten auf den Klimawandel reagierenden Regionen auf der Erde. Das Abschmelzen des arktischen Eises ist eine der sichtbarsten Folgen der klimatischen Instabilität. Um diese dramatischen Veränderungen sichtbar zu machen, ist Greenpeace zusammen mit John Quigley auf dem Eis. Das entstandene Bild soll veranschaulichen wie stark unsere Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen die Balance zwischen Mensch und Natur beeinflusst.”Dabei handelt es sich nicht um meine eigenen Worte, sondern um jene von Frida Bengtsson, welche die Expedition zur Vermessung des sommerlichen Eisminimums leitet. Doch die Grundhaltung bleibt ident.

17.8.2011

Stresstest für Ölplattformen: Wen leckt schon ein Ölleck?

Abgelegt unter: Wasserwelten — Paul Boegle @ 18:16


WWF fordert zukünftig Überprüfung von Ölbohrungen

Nachdem sich in letzter Zeit die Meldungen und die damit implizierten Forderungen über Stresstests für alles Mögliche häufen, haben Umweltschutzorganisationen, in diesem speziellen Fall der WWF in einer Vorreiterrolle, die schwimmenden maritimen Erdölausbeutungsstationen mit Hang zum Havarieren oder kurz und bündig Ölplattformen im Visier. Keine Frage, dass dies dringend notwendig wäre, um BP (über Deepwater Horizon erneut zu berichten hieße Eulen nach Athen tragen), Shell (That S Hell: Schwarze Jahrzehnte in Nigeria), dem JET-TankstellenbetreiberConoco-Philips (siehe Penglai 19-3: Ölkatastrophe wochenlang verschwiegen) und der mit ölverschmierten Fingern und geldgierigen Händen tief im Meeresboden wühlenden Lobby auf die rücksichtslos drehenden Bohrgestänge zu schauen. Doch aus diesem lauten Getöse wird, in Anlehnung an meine gestrige “Welt im stillen Tanz“, wohl ebenfalls ein dichter Deckmantel des zukünftigen Schweigens.

Stefan Lutter vom WWF zu den im Zusammenhang mit der in der Nordsee stationierten Shell-Plattform Gannet Alpha und den verschwiegenen Öllecks, hierzu gibt es mittlerweile ebenfass genügend Informationen, welche es wiederum überflüssig machen, Eulen nach Athen, ölverschmierte Basstölpel, Dreizehenmöwen oder andere bereits durch die neuerliche Ölpest tote Meeresbewohner in Auffangstationen zu tragen: “Das Unglück zeigt, wie allgegenwärtig die Risiken der Ölförderung sind. Daher müssen auch bei der Vorsorge alle rechtlichen Register gezogen werden. Ein Stresstest für Ölförderanlagen in der Nordsee ist legitimiert und nötig.” (WWF fordert Stresstest für Ölförderung in der Nordsee)

Ich habe vor nicht allzu langer Zeit eben ähnliche Worte über die lauthals und vehement geforderten Stresstest über Atomkraftwerke verbreitet. Nein, habe ich nicht. Denn eigentlich war ich nur der anti-atomare Wasserträger und nicht-nukleare Hermes dieser Überzeugungen und sonoren politischen Lippenbekenntnisse nach Fukushima. Ich hatte diesen Artikel mit dem Untertitel “Gödöllö: Das Märchenschloss und die europäischen Märchenerzähler ins Netz gestellt. Warum, können Sie bei Bedaf selbst nachlesen.

Und jetzt fordert der WWF, was ich jedoch im Gegensatz zu anderen Dingen um den Pandabären, was Sie aber ebenfalls auf meinem Blog nachlesen können, ganz und gar unterstütze. Doch leider werden die Öllecks auch weiterhin ungebremst, unkontrolliert, ungemeldet und für kurze oder lange Zeit von der Öffentlichkeit unbemerkt in die Weltmeere fließen, aus undichten Rohren sickern und Fauna und Flora mit einem erstickenden Ölfilm überziehen. Stefan Lutter abschließend zu seiner Forerung nach der Einführung von Stresstests für Ölplattformen: “Es liegt an den Regierungen der Anrainerstaaten dies umzusetzen.

Richtig! Genau daran liegt es. Und jene Regierungen, welche milliardenschwere Beträge durch die erdölfördernde und -verarbeitende Industrie erhalten, werden einen Teufel daran tun, diese kontraproduktiven Interessen von UmweltschützerInnen umzusetzen. Nur wenn das Erdöl aus dem Meeresboden in die bereitgestellten Öltanker an der Oberfläche fließt und von dort in den sicheren Bilanzhafen von BP, Agip, Shell, Exxon, Esso, Royal Dutch und wen auch immer ich hier vergessen habe oder wer auch immer bei den genannten Firmen auch untereinander verbandelt ist, können die Staaten ihre Hände aufhalten und ebenfalls am großen Geldfluß teilhaben.

Es gab nach der Havarie der Deepwater Horizon bis Mitte des Jahres 2010 immer wieder die lautstarke Forderung nach einem sogenannten Moratorium für Tiefseebohrungen. Deutschlands Umweltminister Röttgen forderte die Nordsee-Anrainerstaaten auf, sich an den gemeinsamen Tisch zu setzen, um aus den 700 Millionen Litern ausgeflossenen Erdöls im Golf von Mexico (WDR: Der Aral-Check) zu lernen und über Sicherheitsvorkehrungen zu verhandeln. Und am 17. September 2010 hieß es dann kurz und bündig von deutscher Seite, dass “ein entsprechender Antrag des Umweltministeriums für die nächste Woche beginnende Ministerkonferenz zum Schutz der Meeresumwelt des Nordost-Atlantiks (OSPAR) auf Druck des FDP-geführten Wirtschaftsministeriums praktisch wirkungslos gemacht” wurde, wie es KlimaWANDEL.de ebenso kurz und bündig zusammenfasst.

Ganz ehrlich! Würden Sie als verantwortliche Ministerpräsidentin oder regierender Staatschef auf Milliarden von Euros in Zeiten wie diesen verzichten? Griechenland am Sand, Portugal am Boden, Spanien hängt in der Luft, Irland mehr leichenblass als grün und die USA fast zahlungsunfähig. Und da kommen ein paar dahergelaufene UmweltschützerInnen daher und fordern, diese Öl- und damit verbundenen Geldreserven zu stoppen. Da ist es doch viel gescheiter, in den Medien lautstark zu proklamieren, was es alles zu tun gäbe und den damit einhergehenden Konjunktiv dann stillschweigend auf dem politischen Nähr- und Meeresboden der gesellschaftlichen Tiefsee zu versenken. Von Fukushima spricht schließlich auch kein Mensch mehr, oder? Hätten Sie gewusst, dass diese Katastrophe am 11. März 2011 über die Weltbühne ging? Na also!

11.8.2011

Die Überfischung der Meere

Abgelegt unter: Wasserwelten — Paul Boegle @ 16:20

Animierte Realität oder reale Animation: Uli Henrik Streckenbach

Die folgenden wenigen Zeilen passen ganz gut zum gestern veröffentlichten spärlichen Wortschwall über grüne Visionen in Zeiten vonSocial Web 2.0.

Fakt ist: “Der Zustand unserer Meere ist bedrohlich.” Nicht wegdiskutieren lässt sich: “Die Fischbestände sind seit dem Beginn der industriellen Fischerei um 90% zurückgegangen.” Die Konklusion daraus lautet: “Wissenschaftler warnen vor der völligen Auslöschung aller gefischten Arten in weniger als 50 Jahren.” Die traurige Wahrheit heißt: “Doch viele Menschen wissen von alledem nichts.

Diese vier Sätze begleiten die Bachelor-Abschlussarbeit von eben jenem Uli Streckenbach. Vier Minuten Animation, aber Jahrzehnte der Ausbeutung der maritimen Ausbeutung durch die Landbewohner Mensch. Fakten, Zahlen und Statistiken über industriellen Fischfang und menschlichen Raubbau. Mehr gibt es eigentlich nicht zu sagen. Außer vielleicht meinen Hinweis auf den kürzlich von mir verfassten Artikel “Maritimes Bushmeat: Tabubruch wegen Überfischung“.

Die Überfischung der Meere. Eine Animation zum industriellen Fischfang mit Zahlen, Daten, Fakten und Statistiken von Uli Henrik Streckenbach.

 

2.8.2011

Maritimes Bushmeat: Tabubruch wegen Überfischung

Abgelegt unter: Wasserwelten — Paul Boegle @ 21:04


Meeressäuger auf dem Speiseplan der Menschen

Lassen wir wieder für einige Zeit Fukushima ruhen. Dass dies auch unmittelbar nach der Kernschmelze für das menschliche Gedächtnis kein großes Problem darstellt, beweist die Tatsache, dass die Nachfrage nach Ökostrom bereits wieder abflaut. In den Tiefen des virtuellen Ozeans bin ich auf einen Beitrag von Walter Karpf mit dem befremdlichen Titel “Bushmeat” aus dem Meer gestoßen, welchen er auf der Plattform Gesellschaft zum Schutz der Meeressäugetiere e.V. veröffentlicht hat. “Bushmeat” oder zu deutsch “Buschfleisch” steht eigentlich für die Jagd auf die in den afrikanischen Savannen, dem australischen Outback oder den südamerikanischen Regenwäldern vorkommenden “natürlichen” Eisweisslieferanten wie Antilopen, Reptilien, Ratten oder Nager. Doch wo jene Arten bereits vom Aussterben bedroht sind und die geringen Populationen dem Menschen kein Ziel mehr bieten, wird mittlerweile genauso auf Menschenaffen oder Wild-Elefanten Jagd gemacht. Eines noch, bevor Sie weiterlesen. Am Ende dieses Beitrages hab ich Ihnen ein Video mit eingebettet (mehr Videos auf Youtube Video-Channel von Paul Boegle). Es zeigen einfach herrliche Videosequenzen eines Buckelwales vor der Küste Costa Ricas. Gut, die Qualität ist sicherlich nicht die allerbeste, doch ich möchte Ihnen damit zeigen, weshalb maritimes Bushmeat dort bleiben sollte, wo es sich am wohlsten fühlt: Lebendig im Meer. Jetzt aber zurück zu den unterbrochenen Ausführungen.

In den wenigsten Fällen, weil es der Selbstversorgung indigener Völker und Ureinwohner dient. Geschätzte vier Millionen Tonnen an Bushmeat werden heutzutage von meist professionellen Jägern und Händlern in Umlauf gebracht. Einerseits, um auf schnelle und billige Art z.B. jene Arbeiter zu versorgen, welche im Auftrag großer Konzerne die Regenwälder abholzen. Zum anderen, weil sich die Nahrungskette aufgrund fehlender Alternativen immer mehr in Richtung dieser bedrohten Tierarten verschiebt. Und zum dritten, weil Menschen in westlichen Industrieländern gelangweilt und überdrüssig nach immer neuen Delikatessen Ausschau halten, welche trotz oder gerade wegen des Importverbotes besonders reizvoll sind. (Wild Planet Ecoproject: Bushmeat).  

Dass aber dieses Wildfleisch weit mehr Gefahren als das Ausrotten von Tierarten mit sich bringt (was den sofortigen Stopp dieser Methode der Fleischbeschaffung alleine schon rechtfertigen würde), dessen sind sich viele KäuferInnen und KonsumentInnen nicht bewusst. Denn Krankheiten wie Milzbrand, der gefährliche Ebola-Virus und nicht zuletzt AIDS machen vor dem Menschen nicht halt. Jennifer Viegas schreibt dazu zu Anfang ihres Artikel “Bushmeat Diseases Entering New York“, dass bereits zwei sich auf den Menschen ausbreitende Virenstämme festgestellt wurden, welche durch für den Verzehr bestimmte Primaten nach New York eingeschleppt wurden. Sie werden fragen, weshalb New York und nicht die oben angeführten afrikanischen Savannen oder südamerikanischen Regenwälder?

Ganz einfach. Was verboten ist, macht Lust auf mehr. Und so hat der Wissenschaftler Justin Brashares zufällig herausgefunden, dass in New York, aber wohl auch in anderen westlichen Großstädten, deren Lichter der Dekadenz und Highways des Unverstandes unablässig nach neuen Erfahrungen für den besonderen Kick suchen, offizielle Märkte für diese Art der Bedürfnisbefriedigung existieren, wie Florian Rötzer in “Lust auf Fleisch von Menschenaffen” berichtet hat.

Nun aber noch einmal zurück ins Meer. Als maritimes Bushmeat bezeichnen die beiden amerikanischen Wissenschaftler Randy Reeves und Martin Robards diese neue Form der Fleischbeschaffung. Als Hauptgrund sehen sie dabei die Tatsache, dass durch die zunehmende Überfischung und Leerfischung der Meere und küstennahen Gewässer den Einwohnern in Peru, Sri Lanka, im nördlichen Australien oder an der afrikanischen Westküste dies eine der letzten Möglichkeiten bietet, den fehlenden Fisch durch ähnliche Kost zu kompensieren. Was eigentlich durch Gesetz geschützt ist bzw. durch die Jahrhunderte ein Tabu war, nämlich die Jagd auf die intelligenten Delfine und niedlichen Seekühe, wird in zunehmendem Maße zu einem Tabubruch wider Willen.

In most places, there is a taboo against eating marine mammals – because of their ‘cute’ factor, charisma and intelligence. But a decline in global fish stocks (in particular from the developing world to feed Europe) has driven many poor nation populations to eating bushmeat, including primates, and the ‘bushmeat of the sea’, including dolphins (which has a dark, gamey meat like venison).“(Poor nations turn to dolphin meat - May 17, 2011). Dass dieser immer mehr um sich greifende Tabubruch, besonders auf Delphine bezogen, nicht nur als Fisch-Beifang auf den Tellern der ärmeren Bevölkerung landet und dort als Substitut für andere Proteinquellen dient, sondern gerade in sogenannten “hochentwickelten” Nationen wie Japan und Taiwan bedenkenlos gegessen wird, macht die Sache umso unerträglicher. Denn der Umstand, dass sich Delfine nur sehr langsam vermehren und die Tatsache, dass es keine Regularien für Fangquoten gibt, lässt MeeresbiologInnen jetzt bereits Schlimmes für die Zukunft befürchten. Aus dem ursprünglichen Haiköder hat sich ein einträgliches Geschäft entwickelt, was aber spätestens dann ein Ende findet, wenn in den durch die “Erste Welt” finanzierten Fischernetzen aus Kunstfasern weder Meeresfische noch Delfine gefangen werden. Denn konnten Delfine früher die aus Hanf gefertigten Netze wenigstens noch zerreissen und sich so vor dem qualvollen Ertinken befreien, so haben sie in den reissfesten Kunstfasern keine Überlebenschance.   

19.7.2011

Badesaison: Weiches Wasser und Kunststoffweichmacher

Abgelegt unter: Wasserwelten — Paul Boegle @ 22:55


Schadstoffe in Badeutensilien für Kinder

Gesundheitsgefährdende Stoffe in Badeutensilien für Kinder. Studie der Arbeiterkammer Burgenland und dem Umweltbundesamt.Auch wenn Sie mit oder ohne Kinderschar gerade dabei sind, den heimischen Schmetterlingen Ihre ungeteilte Aufmerksamkeit zukommen lassen, was aber in Anbetracht der Tatsache, dass Sie diese Zeilen lesen, eigentlich eher unwahrscheinlich ist, ist es vielleicht gut zu wissen, dass Baden gerade dort schädlich sein kann, wo wir es am wenigsten vermuten. Doch wer ins kalte oder in meinem Falle doch lieber wohlig warme Wasser springt und schwimmenderweise zu neuen Ufern aufbricht, sollte besonders dem schon erwähnten Nachwuchs besondere Aufmerksamkeit schenken.

Im vorliegenden Falle weniger, weil die Gewässer zu tief sind oder die Wasserqualität zu schlecht ist, sondern weil andere Gründe sich als gesundheitsschädlich herausstellen könnten. Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) und Phthalate (Kunststoffweich­macher) lauten jene möglichen Inhaltsstoffe in Luftmatratzen, Badeschuhen und Schwimmflügeln, welche auf den ersten Blick kein Wässerchen trüben können, aber bei Hautkontakt in den Körper eindringen können und dort für mehr als nur unbedenkliche Badefreuden sorgen. (Weiterführend dazu Umweltbundesamt: PAK und DEHP in Produkten und oftmals auch problematisch in elektronischen Erzeugnissen, wie in meinem Artikel “Der grüne Elektronik-Ratgeber von Greenpeace” kurz angerissen). 

Die Arbeiterkammer Burgenland im schönen wasserreichen Österreich hat aus diesem Grund eine Studie in Auftrag gegeben, welche 17 verschiedene Badeartikel, welche in neun verschiedenen Handelsketten erhältlich sind, hinsichtlich dieser gesundheitsschädlichen Stoffe untersucht hat. Kein Grund zur Panikmache, denn 14 dieser Produkte waren diesbezüglich o.k. und von diesen wiederum waren 50 Prozent von ausgezeichneter Qualität. Aber es tummelten sich eben auch drei schwarze Schafe unter den Testprodukten, welche bezüglich der Produktsicherheit durch enthaltenen krebserzeugendes PAK und Weichmacher dann auch mit “ungenügend” abgekanzelt wurden. Wer sich und besonders seinen Kindern unangenehme Überraschungen, das Leben birgt genügend andere, ersparen möchte, sollte vielleicht immer im Hinterkopf behalten, dass auch das Baden mehr Gefahren beinhaltet als Sonnenbrand und Glasscherben.

So, wie ich sehe oder mir zumindest vorstelle, dass ich Sie sehen sehe, warten Sie selbstverständlich auf weiterführende Informationen und die geprüften Produkte. Da wäre zum einen der Artikel Gesundheitsgefährdende Stoffe in Badeutensilien für Kinder oder falls Sie sofort die Ergebnisse sehen möchten, bei Klick auf das Bild die Weiterleitung auf die entsprechende Produktliste. 

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