Bio Natur - Der Weblog

4.10.2011

Bloggerland ist abgebrannt

Abgelegt unter: Was nirgends reinpasst — Paul Boegle @ 07:53

Paul Boegle ist ausgebrannt und verordnet sich eine kleine (Denk)Pause

Ich habe naBloggerland ist angebrannt und Bloggerhirn vollständig ausgebrannt. Der Weblog Bio Natur und sein Betreiber Paul Boegle machen eine kurze schöpferische und erschöpferische Pause. Nachdenkpause, Denkpause, Schreibpause, Ruhepause.ch Durchsicht der Statistiken über meine publizierten Artikel auf meinen beiden Blogs “Weblog Bio Natur” und “Freie Zeit, freie Meinung, freie Gedanken” festgestellt, dass ich im Zeitraum März bis Ende September etwa 345 verschiedene Artikel veröffentlicht habe. Dies bedeutet rein rechnerisch an die 50 selbst verfasste Beiträge pro Monat. Selten gegen Bezahlung, noch seltener gegen irgendwelche geldwerten Tauschobjekte und weniger als noch selten gegen Kost und Logis. Oder kurz gesagt: Ich schreibe um des Schreibens willen. Aber nun habe ich meinen ganz persönlichen Overshoot Day erreicht.

Meine lieben Leserinnen, meine sehr verehrten Leser: “Ich brauche eine kleine Ruhepause, Denkpause, Schreibpause, Sendepause und einfach nur etwas schöpferische Pause vom pausenlosen Schöpfen!” Denn Bloggerland ist abgebrannt und das Bloggerhirn von Paul Boegle komplett ausgebrannt. Also gönnen Sie mir ein paar ruhige Tage abseits des Bloggens. Ich sollte nämlich wieder einmal einiges an liegengebliebenen Büchern lesenbzw. mir die frische Luft von dort ansehen, wo ich diese nur noch vom Hörensagen kenne, nämlich von der hohen Warte und den damit tiefen Niederungen der frischen Luft eben. Und die gibt es bekanntermaßen meist nur draußen vor der Tür, wenngleich ich mich nicht in die Fußstapfen von Wolfgang Borchert und seines Protagonisten “Beckmann” begeben möchte.

Was nichts anderes bedeuten soll, dass ich hoffe, dass Sie mich nach meiner bloggerfreien Zeit wieder in Ihr virtuelles Leben aufnehmen. Keine Angst, Sie hören von mir. In Bälde.

26.9.2011

Von schreibenden Trollen und tollwütigen Schreibenden

Abgelegt unter: Was nirgends reinpasst — Paul Boegle @ 04:52

Leo Lagercrantz: Vom Elend der Nutzerkommentare

Auf den NachDenkSeiten wurde ich auf einen Artikel aufmerksam, welcher sich im Original auf der Online-Plattform der Süddeutschen wiederfindet. Unter dem Titel “Meinung im Internet: Vom Elend der Nutzerkommentare” beschreibt der schwedische (jetzt) freie Journalist Leo Lagercrantz, welche seltsame und höchst gefährlichen Stilblüten und Auswüchse die ach so beliebten Kommentarfunktionen mit sich bringen können.

Und als unmittelbar betroffener Mensch und aktiver Blogger mit zugänglicher Kommentarfunktion gibt der Artikel schon zu denken. Denn wer sich als schreibende(r) MeinungsäußererIn, MeinungsveräußererIn, MeinungsentledigerIn, MeinungskundtuerIn und sonstige(r) MeinungspubliziererIn nicht selbst über kommentierte Beiträge freut, straft sich selbst Lügen. Absolut lesenswert nicht nur für jene, welche selbst bloggen, kommentieren und ihre Meinung anonym hinter vorgehaltener Hand und gut versteckt im dichten virtuellen Blätterdach der internetten Gesellschaft äußern möchten.

Dass letztendlich das Dauerfeuer von Leserkommentaren den Journalisten dazu bewogen hat, seinen Job aufzugeben, kann mir aufgrund meiner spärlich genutzten Kommentarfunktion wohl auf längere Sicht betrachtet nicht passieren. Aber trotzdem stellte ich mir nach Beendigung der Lektüre: “Was wäre, wenn …?” Denn besonders seine schlussendliche Erkenntnis über sein vermeintliches Scheitern darf oder muss sogar nachdenklich stimmen: “Persönlich verstärkte das Massaker in Norwegen mein Gefühl, gescheitert zu sein. Nicht weil ich “zensierte”. Sondern weil ich es nicht früher und entschlossener tat.

19.9.2011

CO2-Abgabe für Menschen mit und ohne Flugangst

Abgelegt unter: Was nirgends reinpasst — Paul Boegle @ 07:03


Im Vergleich: CO2-Rechner für Emissionen bei Flugreisen

Paul Boegle und der mathematische Glühfinger von E.T.: Das seltsame Einmaleins der CO2-Rechner. Im Vergleich: CO2-Rechner für Emissionen bei Flugreisen.Da ich selbst kein unbeschriebenes Blatt im Wind bin, wenn es darum geht, das Flugzeug zu verwenden, habe ich trotzdem das Bedürfnis, mein schlechtes Gewissen etwas zu beruhigen. Und weil dies eben noch, sehe ich von der richtigsten und plausibelsten Variante des Nichtfliegens und der nicht schlechten Option des Bahnfahrens ab, am besten durch eine CO2-Abgabe möglich ist, war es für mich wieder einmal interessant, welche CO2-Rechner denn aktuell auf dem virtuellen Markt Internet welche Ergebnisse liefern. Und vor allem interessierte mich eines: Liefern diese mathematischen Berechnungen auch dieselben Ergebnisse? Denn angesichts der Tatsache, dass das Polareis den zweitniedrigsten Stand seit der Auswertung von Satellitenbildern im Jahre 1979 erreicht hat, bedeutet Fliegen für mich mittlerweile nicht mehr das ultimative Symbol grenzenloser Freiheit. 

Dass im Moment bei den Eidgenossen eine neuerliche Diskussion über Sinn und Unsinn, Zweck und Nichtzweck, Ja oder Nein und was sonst noch im Laufe solcher konträrer Standpunkte auf den fliegenden Teppich kommt und mit laufenden verbalen Turbinen einmal abhebt, um dann im nächsten Moment wieder auf dem harten Boden der Realität zu landen, sei nur nebenbei und im Vorbeisegeln erwähnt. Dass es im konkreten Fall nicht um Flugbenzin, sondern um die Einführung einer CO2-Abgabe auf Benzin und Diesel in der Schweiz geht, mag zwar marginale Unterschiede besitzen, doch wie stellte die Schweizer Umweltministerin Doris Leuthard so treffend nüchtern fest: “Aber ich bin ja auch nicht naiv, und wir stehen in einem Wahljahr …” (Basler Zeitung: “CO2-Abgabe fällt im Nationalrat durch“)

Ebenfalls nicht unerwähnt möchte ich einen sehr schönen und aktuellen Artikel von Björn Lohmann lassen, welcher auf SciLogs unter “CO2-Abgabe für Flugzeuge - Scheindebatte ums Kohlendioxid” zu dem nicht unbedingt falschen Schluss kommt, dass Gegner der CO2-Abgabe oftmals mehr mit der eigenen Hirnkapazität und den dort beheimateten unterkühlten Hirnströmungen zu kämpfen haben als vielleicht mit Fallwinden oder warmen Höhenströmungen, welche umgangssprachlich auch als Föhn bezeichnet werden. Wobei ich anmerken darf, dass Björn Lohmann diese Wortwahl nicht verwendete, sondern diese lose Aneinanderreihung von Buchstaben einzig und allein meiner Hirnrinde entsprungen ist.

Doch eigentlich wollte ich ein praktisches Beispiel anführen. Also habe ich mich auf die Suche nach Informationen über diese sogenannten CO2-Rechner gemacht, welche mir einerseits das schöne Fliegen weiterhin schmackhaft machen sollen, aber andererseits nicht mein schlechtes Gewissen ob dieser modernen und post-ikarus’schen Errungenschaft geistiger und technischer Höhenflüge unter den Unmengen an Kohlendioxid begraben, welche mein Drang nach Freiheit über den Wolken mit sich bringt. Unter “CO2-Abgabe fürs Fliegen: Nur drei Anbieter gut” wurde ich dann zumindest einmal fündig. Also habe ich mich einmal auf solch einen mathematischen Ablasshandel eingelassen, mich für Atmosfair entschieden und noch ein eigenes Suchergebnisse für CO2-Rechner (ARKTIK) hinzugefügt. Um dabei möglichst aufschlussreiche Ergebnisse zu bekommen, habe ich zwei Varianten gewählt. Als erstes einen Kurzstreckenflug Wien - Berlin ohne Umsteigen und als Mensch ohne Angst vor Thrombose den Langstreckenflug Frankfurt -Saigon mit Umsteigen in Kuala Lumpur. Und ich oder besser meine kleinen Helfer sind zu folgenden Ergebnissen gekommen.

1. Emissionsrechnung von Atmosfair (siehe auch “Atmosfair: Fluglinien im CO2-Vergleich“)

Vorschaubilder zum Vergrößern anklicken

Emissionsrechner von Atmosfair für die Flugstrecke Wien nach Berlin.Flug Wien - Berlin Die Berechnung des CO2-Austosses auf der Flugstrecke Wien - Saigon mit Umsteigen in Kuala Lumpur mit dem Emissionsrechner von Atmosfair. Flug Frankfurt - Saigon

2. ARKTIK CO2 Ausgleich für Flugreisen

Emissionsrechner von ARKTIK: CO2 Ausgleich für eine Flugreise von Wien nach Berlin. Flug Wien - Berlin Emissionsrechner von ARKTIK. Berechung des CO2-Ausstosses für einen Flug von Frankfurt nach Saigon über Kuala Lumpur. Flug Frankfurt Saigon

Schauen wir uns das Resultat an. Würde ich mit Atmosfair mein Gewissen beruhigen wollen, müsste ich im Vergleich zu ARKTIS ganz schön tief in die Tasche greifen. Auf der Kurzstrecke Wien - Berlin ist der Unterschied nicht gravierend und doch für mich völlig unverständlich. So fordert Atmosfair für die Kompensation von insgesamt 340 kg CO2 9,- Euro von mir, während der Konkurrent gerade einmal auf einen Kohlendioxid-Ausstoß von 184 kg kommt und, zahlen wir bereitwillig den Mindermengenzuschlag, von mir 6,88 Euro verlangt. Wohlgemerkt, es handelt sich hier um dieselbe Strecke.

Mache ich allerdings Urlaub in Südost-Asien, sieht die Sache mit der CO2-Berechnung gleich einmal ganz anders aus. 7,8 Tonnen CO2 werden bei Atmosfair fällig und diese Belastung hat natürlich ihren Preis. Satte 181,- Euro müsste ich in geeignete Klimaschutzprojekte investieren, um ruhigen Gewissens zu Ho Chi Minhs Nachfahren zu fliegen. Da lasse ich doch lieber von ARKTIS mein Gewissen beruhigen. Nicht nur, dass mir hier mehr als zwei Tonnen weniger CO2 (5624 kg) berechnet werden, komme oder besser fliege ich auch dementsprechend um 63,- Euro billiger weg.

Ich lasse diese Ergebnisse nun unkommentiert. Aber nicht aus dem einfachen Grund, weil ich eine faule “Sie wissen schon was” bin, sondern um Sie aktiv zum Mitmachen zu bewegen. In diesem Falle bedeutet dies jedoch nicht nur, sich als Fluggast durch einen finanziellen Beitrag von den eigenen Flugsünden loszukaufen, sondern auch, sich anhand des Artikels “Gutes Gewissen zum Schnäppchenpreis” im Greenpeace-Magazin 4.08, welcher auch online verfügbar ist, die mit einer vernünftigen Berechnung verbundenen Probleme und verschiedenen Sichtweisen vor Augen zu führen. Welcher CO2-Rechner letztendlich der einzig wahre oder endgültig richtige ist, wird sich für einen Laien wie mich wohl kaum wirklich erschließen. Doch dieses Problem hatte ich bereits mit meiner Auseinandersetzung zwischen den Unterschieden von konventionellem Erdgas und sogenanntem Ökogas.

Einzig über eine Tatsache kann ich nicht kommentarlos und schweigend hinwegsehen. Der in Mode gekommene Aufruf bzw. das verlockend klingende Versprechen, für irgendwelche Vorhaben und eben aus Gründen der Kompensation werden so und soviele Bäume gepflanzt, weil dies schließlich eine besonders effektive Methode ist, den CO2-Ausstoß zu reduzieren, mag auf den ersten Blick ein unschlagbares Allheilmittel sein. Denn wir wissen alle: Regenwälder werden abgeholzt, Monokulturen breiten sich aus und vom Waldsterben hat mittlerweile auch schon jeder etwas gehört. Haben Sie aber schon einmal bedacht, wie lange es eigentlich dauert, bis ein eben eingepflanzter junger Baumtrieb jene Größe erreicht hat, um als CO2-Schlucker seine Dienste zu verrichten? Dass die Menschheit in die Zukunft blickt, ist sicherlich ein schöner Zug, welcher von Optimismus zeugt. Aber leider läuft uns die Zeit jetzt im Moment davon. Die Wissenschaft spricht in diesem Zusammenhang auch vom Problem der “tipping points”, Kippprozessen des Klimasystems (tipping elements) oder Klimaspiralen. Aber all diesen Begriffen liegt zugrunde, dass es sich um eine geringfügige Änderung eines Faktors handelt, welcher aber drastische Auswirkungen nach sich zieht (sehr gut dazu: Anders Levermann: Sicherheitsrisiko Klimaspiralen - Are we “tumbling down the rabbit hole”?).

Ob dieser “point of no return” bereits erreicht ist oder ob sich der Klimawandel noch aufhalten lässt, vermag die Forschung nicht zu beantworten. Doch dass das Pflanzen von Bäumen eine mehr oder eher sehr viel weniger erfolgsversprechende Maßnahme ist, zu dieser Überzeugung und Einsicht bin ich leider gekommen. Langfristiges Denken in allen Ehren, doch hinsichtlich der aktuellen Lage bedarf es kurzfristiger Entscheidungsprozesse.

Und morgen? Sie wissen schon! Am 20. September ist der Tag des Respekts.

13.9.2011

Kalter Nespresso-Kaffee und heißes Grillhuhn-Eisen

Abgelegt unter: Was nirgends reinpasst — Paul Boegle @ 07:20


Was gibt es Neues bei Wiesenhof und Nespresso?

Ich habe mich nun doch spontan entschlossen, noch einmal umzudisponieren. Dies soll bedeuten, ich werde weder Weihnachten als Konsum-Geburtshelfer zur Seite stehen und schon gar nicht Ostern zu wundersamer monetärer und sklavischer Auferstehung verhelfen. Also kein Nespresso-Kaffee mit dem rotgewandeten Paul Boegle: Kalter Kaffee von Nespresso und Geschmacklosigkeiten von Wiesenhof.Weihnachtsmann oder gut betuchten und nicht minder gutbetuchten George Clooney und auch kein falscher Hase, ja nicht einmal eine kleine falsche Wimper bzw. einen echten Hähnchenschenkel aus dem Hause Wiesenhof in nächster Zeit und wohl auch zur weihnachtlichen Osterzeit oder österlichen Weihnachtszeit.

Gut, im ersteren dieser beiden subsumierten Wenn-Dann-Aber-Und so weiter-Fälle möchte ich kundtun, dass sich Solidar Suisse und die Nespresso-Verantwortlichen zumindest einmal an einen Tisch gesetzt haben und die verschiedenen Standpunkte auf denselben gelegt haben. Solidar Suisse hat den nach Meinung des Kaffeeanbieters ketzerischen Titel “Der geheime Clooney-Spot, den Nespresso verbieten will…” adaptiert und so firmiert dieser Spot jetzt unter der Überschrift “Der geheime Clooney-Spot, der Nespresso geschockt hat…” (Zu sehen unter oben angeführtem Link “kein Nespresso-Kaffee“). Und im Gegenzug sprach Nespresso eine Einladung an Solidar Suisse aus, das kritisierte “Nespresso AAA+ Sustainability Programm” (siehe dazu meinen Artikel: “Email von Solidar Suisse: Kinderarbeit im Nespresso?“) vor Ort in Kolumbien selbst zu begutachten und zu beurteilen. Gut, deshalb heißt es erst einmal abwarten und Tee trinken.

Und was macht Firma Wiesenhof. Nun, im Moment wahrscheinlich riesengroße Hühneraugen. Denn wie ich unter “Schweiz: Diskounter boykottiert Wiesenhof” oder auch “Schweiz: Discounter Denner listet Wiesenhof-Geflügelprodukte aus” zu lesen bekam, machen jetzt ausgerechnet jene gegen den Geflügelfabrikanten mobil, von denen ich es eigentlich am wenigsten erwartet hätte. Die sonst so verrufenen Supermarktketten räumen die Regale. “Sozusagen alles muss raus!” Und das nicht nur zur Weihnachtszeit, wie vielleicht auch Heinrich Böll geschrieben hätte, wenn er es denn nicht sogar geschrieben hat. Natürlich trennen sich die Schweizer Billiganbieter Denner, Migros und Coop nicht von sämtlichen Warenbeständen, sondern nur von jenen der Marke Wiesenhof. Also praktisch jetzt ein Haus ohne Wiesenhof-Güter, um auch weiterhin auf Augenhöhe mit Heinrich Böll zu bleiben. Was andere nur allzu leicht und unbedacht als verbalen Boykott in den vollen Mund nehmen, wird tatsächlich in der Schweiz nun Programm. “Ab heute nimmt Denner bis auf weiteres Pouletprodukte des deutschen Lieferanten Wiesenhof aus seinem Sortiment“, teilte das Unternehmen aufgrund der erhobenen Vorwürfe über die Verletzung von Tierschutzstandards von Wiesenhof mit.

Dass dabei ein etwas schaler Beigeschmack bleibt, möchte ich allerdings nicht verhehlen. Denn irgendwie muss der Rubel und der Schweizer Franken schließlich weiter rollen. Und so werden die aussortierten Wiesenhof-Produkte schnellstmöglich durch inländische Substitute ersetzt. Die unterschwellige Drohung, dass aufgrund dessen auch die Preise für das im Regelfall teurere Schweizer Geflügel gesenkt werden mussten, macht die Sache schon wieder weniger schmackhaft. Denn dies würde den Umkehrschluss zulassen, dass den Schweizer Geflügelproduzentinnen und Bauern wieder einmal die Pistole auf die (Hühner)Brust gesetzt wurde. “Entweder ihr liefert zu unseren Konditionen oder …?” Was nach diesem “oder” kommt, möchte ich mir jetzt gar nicht vorstellen. Vielleicht täusche ich mich, aber ob dies das Gelbe vom Ei ist, wage ich zu bezweifeln. Warum nicht die Preise erhöhen und zwei, drei oder ein ganzes Bataillon Fliegen mit einer Klappe schlagen.

Die Bauern bekommen vernünftige Preise und können weiter zu vernünftigen Bedingungen und ebensolchen Standards produzieren. Die KonsumentInnen bekommen Produkte aus artgerechter Tierhaltung. Die Discounter vereinen diese beiden Guppen unter ihrem Dach und partizipieren ebenfalls an zufriedenen Lieferanten und konsumfreudigen Kunden. Und Wiesenhof? Naja, die könnten in der Zwischenzeit den ganzen Mist wegräumen und sich bei gegebener Zeit wieder melden. Aber glücklicherweise gibt es außerhalb der Schweiz noch genügend Supermarktketten, welche sich lieber wie die Sau im Trog wälzen, dabei wie die Katze um den heißen Einheitsbrei schleichen und sich in den eigenen Fäkalien pudelwohl fühlen. Oder eben die Bremer Stadtmusikanten für Fortgeschrittene. Ob dabei ein Esel oder eine Sau das tragende Gerüst ist, spielt eigentlich keine große Rolle. Und ob das liebe Federvieh ganz oben steht oder unter der dicken stinkenden Schicht begraben wird, macht den Hühnerbraten auch nicht mehr fett.

5.9.2011

Hurra, hurra, die Schule brennt

Abgelegt unter: Was nirgends reinpasst — Paul Boegle @ 07:42


Extrabreit und die extra dünnen Bio-Angebote an Österreichs Schulen

Bevor sich nun einige SchülerInnen der Illusion hingeben, dass aus diesem Wunsch Wirklichkeit wird und besorgte Eltern händeringend und schubweise Stoßgebete in den Himmel entsenden: Nein, die Schule beginnt wie geplant. Das Bildungsministerium unter Claudia Schmied öffnet zum weitverbreiteten Ärger der Betroffenen wieder Türen und Tore. Aber die Welt ist nun einmal weder fair noch macht sie irgendwelche Ausnahmen. Zumindest in vielen Fällen, wobei Ausnahmen wie die WearFair 2011 in der Tabakfabrik Linz schöne Lichtblicke sind.

Und dies sorgt sogleich für Unmut. Denn Global 2000 fordert in diesem Zusammenhang ein “verpflichtendes Bio-Angebot auf Östereichs Schulbuffets“. Dass diese Forderung nicht unberechtigt ist, zeigen Produkte wie das von BASF vermarktete Herbizid “Prefix C” und natürlich mein absolutes Lieblingsprodukt “Roundup” von Monsanto. So darf es Sie nicht verwundern, wenn “Ihr sauberer Wegbegleiter“, in diesem Falle eben das genau so beworbene BASF-Produkt, welches unter anderem im Obst- und Weinbau, im dekorativen Gartenanbau und, Sie werden es nicht für möglich halten, “in der Nähe von Kommunikationsstandpunkten” und auf Friedhöfen (ein Schelm, wer nun Böses denkt) seine Anwendung findet, neben seiner Funktion als sauberer Wegbegleiter auch ein paar unsaubere Eigenschaften mit sich bringt.

Doch da diese unsauberen Begleiterscheinungen des sauberen Wegbegleiters natürlich nicht an erster Stelle der Herbizid-Lobpreisungen und hausgemachten Arien über diePrefix C: Herbizid von BASF mit dem Wirkstoff Dichlobenil (ISO); 2,6-Dichlorbenzonitril. Langzeitwirkung solch probater Pflanzenschutzmittel zu finden sind, müssen wir uns schon selbst um Aufklärung bemühen. Und diese finden wir im Sicherheitsdatenblatt von BASF, welches uns folgende Informationen über das Produkt “Prefix C GR” liefert. So steht unter Punkt “12. Angaben zur Ökologie” über Persistenz und Abbaubarkeit, dass das Produkt nach OECD-Kriterien sowohl hinsichtlich der Beurteilung “Bioabbau und Elimination” als “nicht leicht biologisch abbaubar” eingestuft wird. Und selbst BASF widerspricht dieser Einstufung nicht einmal, denn unter Punkt 15., welche die Selbsteinstufung (dazu z.B. “Umweltbundesamt: Einstufung von Stoffen und Gemischen in Wassergefährdungsklassen gemäß …) von “Prefix C GR” verdeutlicht, kommen die BASF-Verantwortlichen selbst zum höchst erkenntnisreichen Ergebnis: “Schädlich für Wasserorganismen, kann in Gewässern längerfristig schädliche Wirkungen haben.

So weit, so gut. Die Tatsache, dass solche Pflanzenschutzmittel sowohl schädlich für Umwelt als auch für den Organismus der Menschen ist, ist keine bahnbrechende Neuigkeit. Was mich allerdings bei der Sache empfindlich stört, ist folgendes. Das Sicherheitsdatenblatt von BASF wurde am 13.03.2008 überarbeitet, wie oben links allzu deutlich steht. Scrollen wir etwas hinunter, kommen wir zu den Inhaltsstoffen von “Prefix”. Und dort finden wir ein ominöses Mittelchen namens “Dichlobenil (ISO); 2,6-Dichlorbenzonitril“, was uns auch eine weitere und aktuelle Recherche beim Besuch der Seite des Schweizerischen Bundesamtes für Landwirtschaft beweist. Dort finden wir unter “Pflanzenschutzmittelverzeichnis (Stand: 30.06.2011)” für eben dieses Produkt eine 6,75-prozentige Konzentration von Dichlobenil.

Was aber sicherlich weniger gut ist, ist die Tatsache, dass ich einen Online-Folder von BASF über dies höchst umstrittene Herbizid gefunden habe, welches ich mir am 04. September 2011 (siehe nebenstehendes Bild) von der BASF-Seite über jenen, aber hoffentlich nicht “Ihren sauberen Wegbegleiter” heruntergeladen habe. Denn wie Sie und ich auf Seite 98 des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit “Liste der zugelassenen Pflanzenschutzmittel in Deutschland mit Informationen über beendete Zulassungen (Stand Juli 2011)” nachlesen kann, wurde das Produkt “Prefix G Neu”, welches immer noch Dichlobenil als Wirkstoff anführt, “von Amts wegen widerrufen“.

Dass Dichlobenil schon seit einem Jahrzehnt in der Schusslinie steht (Dichlobenil-Metabolit im Wasser gefunden: Zulassung dichlobenil-haltiger Pflanzenschutzmittel ruht) und sich dies auch im Jahr 2008 nach Meinung der europäischen Kommission nicht grundlegend geändert hat (siehe ENTSCHEIDUNG DER KOMMISSION vom 18. September 2008)

(5) Bei der Prüfung dieses Wirkstoffs kam der Ausschuss
unter Berücksichtigung der Anmerkungen der Mitgliedstaaten
zu dem Schluss, dass eindeutig davon auszugehen
ist, dass der Wirkstoff sich schädlich auf die menschliche
Gesundheit und insbesondere auf die Exposition der Verbraucher
durch Trinkwasser auswirkt, da die Exposition
über der ADI („Acceptable Daily Intake“/annehmbare Tagesdosis)
eines relevanten Metaboliten liegt und die Versickerung
ins Grundwasser in allen Modellszenarien für
diesen relevanten Metaboliten den Wert von 0,1 μg/l
überschreitet. Darüber hinaus wurden weitere vom berichterstattenden
Mitgliedstaat in seinem Bewertungsbericht
ermittelte Bedenken in den Beurteilungsbericht für
den Stoff aufgenommen.

Fairtrade Produkte für Kinder. Hurra, hurra die Schule brennt. Nicht ganz, aber Obst und Gemüse ohne Pestizide als bessere Alternative für den Schulweg.macht es deshalb umso verwunderlich, dass BASF seinen sauberen Wegbegleiter immer noch so frisch, fröhlich und frei anpreist. Das lässt für mich nur den Schluss zu: Entweder hat sich die Gesetzeslage wieder geändert, was zugegebenermaßen an mir spurlos vorüber ging. Dies würde den Umkehrschluss zulassen, dass der Wirkstoff Dichlobenil gar nicht so schlimm ist wie alle befürchtet haben. Oder aber es gibt Unterschiede bei der Verwendung dieses Herbizids in den einzelnen Ländern der EU-Mitgliedsstaaten und ich müsste mich schlau machen, wo ich dieses Pflanzenschutzmittel für den eigenen Haus-, Hof-, Wiesen- und Feldgebrauch käuflich erwerben kann. Was ja kein großartiges Problem darstellen dürfte. Bei solch gustiösen Fundstücken, welche sich im Internet finden lassen. Alle anderen Optionen und Mutmaßungen sind für mich natürlich undenkbar.

Denkbar wäre es allerdings, dass Sie als verantwortungsvolle Eltern überhaupt auf pestizidbelastetes Obst und Gmüse verzichten, was allerdings ein schwer zu verwirklichendes Vorhaben ist. Aber auf Fairtrade habe ich zumindest eine schöne Zusammenstellung gefunden, welche Ihnen möglicherweise die Entscheidung in Sachen Kaufverhalten erleichtern kann. Dass dieser Artikel wieder einmal extrabreit ausgefallen ist, bitte ich dabei zu entschuldigen. Und dass ich daraus auch keinen Schulbrand gemacht habe, möge mir der liebe Nachwuchs verzeihen. Aber bei soviel anderen aktuellen Flächenbränden ist ein neues Schuljahr sicherlich nicht das Schlechteste, was euch passieren kann. Und wer noch nichts, und dies betrifft jetzt mehr das lehrende als das lernende Publikum, vom Physik-Lernspiel zum Thema erneuerbare Energien gehört hat und vielleicht in Erwägung zieht, seinen SchülerInnen das Lernen eines solch öden Stoffes wie Physik anhand einer kostenlosen Klassenlizenz dieses 3D-Adventures schmackhafter zu machen, sollte sich jetzt noch meinen Artikel “Bruchlandung auf der Erde: Roboter Ludwig aus dem All” durchlesen. Sie wollen doch schließlich nichts Anbrennen lassen?

6.8.2011

Green Stipendium für Studierende mit Ambitionen für Klimaschutz

Abgelegt unter: Was nirgends reinpasst — Paul Boegle @ 13:24


Vergabe von grünen Stipendien an der Donau-Universität Krems

Nachdem sich nun unsere Tochter entschlossen hat, im niederösterreichischen Krems, ihr weiteres kärgliches StudentInnen-Dasein zu fristen, was ich aber bereits in meinem Artikel Play Ludwig: Physikalische Phänomene spielend lernen zum Besten gegeben habe, bin ich an der dort ansässigen Donau-Universität auf zwei mögliche Stipendien namens “Green Stipendium“ aufmerksam geworden, welche in Zusammenarbeit mit klima:aktiv, einer Initiative des Österreichischen Lebensmittelministeriums, für das Wintersemester 2011 vergeben werden. BewerberInnen, welche in Erwägung ziehen, sich für die das neu geschaffene “Certified Program Energie” zu bewerben oder die grünen Fühler zur ”CO2 ManagerIn” auszustrecken und sicherlich sehr gute berufliche Zukunftsperspektiven ins umwelttechnologische Auge zu fassen, haben noch bis zum 18. August 2011 die Möglichkeit, sich für die beiden ausgeschriebenen Stipendien in Position zu begeben.

Denn nicht nur die telefonierende Weltbevölkerung hat ja laut der äußerst informativen Tageszeitung “Österreich” explosionsartige Zuwachsraten im Billionen-Bereich zu verzeichnen. Auch auf dem Sektor der grünen Technologien, Erneuerbare Energien oder Energieeffizienz wird unsere unmittelbare Zukunft mehr und mehr Arbeitsplätze für die Generation von heute, morgen und (hoffentlich) auch noch übermorgen zur Verfügung stellen. Und weil diese Schlüsselbereiche Jobs im mehrstelligen Tausenderbereich bringen werden, sollte sich die Jugend vielleicht schon einmal darauf konzentrieren, einerseits ein krisenfestes Einkommen, aber natürlich auch die Ambitionen zu mehr Klima- und Umweltschutz, auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen.

Mehr Informationen und Voraussetzungen finden Interessierte entweder unter green-jobs.at: klima:aktiv vergibt Green Stipendium oder direkt unter dem oben angegebenen Link. Wer die Bewerbungsunterlagen auf direktem Wege schicken möchte:

BEWERBUNGSUNTERLAGEN (Kontaktdaten und 1-seitiges Motivations-schreiben) an:

Österreichische Energieagentur

klima:aktiv Management

„Green Stipendium“

Mariahilfer Straße 136 | 1150 Wien

E-Mail: greenstipendium@energyagency.at

Noch ein kurzer Nachtrag für all jene Menschen, welche vielleicht weder Stipendium noch Studium suchen, aber trotzdem der kleinen, aber schönen Stadt an der Donau einen Besuch abstatten möchten und sich dabei weniger auf das Einkaufen, sondern mehr auf künstlerische Genüsse stürzen möchten: Die Ausstellung “Magischer Abfall” oder erweitert “Metamorphosen des Alltags in der Kunst” im in die Kunsthalle Krems beherbergten Forum Frohner ist sicherlich einen Besuch wert. Danach einen frischen Marillenkuchen und die Welt sieht zwar nicht besser aus, aber zumindest können Sie nicht in Versuchung kommen, sich an sogenanntem Bushmeat zu versuchen. Denn diese neuzeitliche Erscheinung menschlicher Dekadenz ist ein weiterer Gipfel von so unzähligen Entgleisungen der Gattung “Homo sapiens”. 

4.8.2011

Österreich: Explosionsartiger Bevölkerungszuwachs

Abgelegt unter: Was nirgends reinpasst — Paul Boegle @ 07:59


Journalistische Maßarbeit einer sogenannten “Tageszeitung”

Österreich, die Krone der journalistischen Berichterstattung mit Tiefgang. 3 Billionen Menschen und HandynutzerInnen laut “Österreich”.Bei meinen Recherchen zu meinem gestern veröffentlichten Artikel “Handy4help: Umweltbewusst helfen ohne Klingeltöne” bin ich auf ein Fundstück gestoßen, welches zwar mit dem grünen Grundrauschen meines Blogs nicht in unmittelbarem Zusammenhang steht, aber ich konnte einfach nicht widerstehen. Wie viele in unserem kleinen Lande an der blauen Donau, welche durch vielerlei Brauntöne leider immer mehr verschmutzt wird, deren Braun aber seltsamerweise meist durch ein glänzendes Blau kompensiert wird, wissen, ist Österreichs Medienlandschaft von allererster Güte. Wir haben hier im Lande Printmedien, welche quasi die “Krone” des Journalismus darstellen und tagtäglich durch besonders fundierte Berichterstattung und noch weit intelligentere Federführung zum Wohle des Volkes die heimische Medienwelt, also jene Zeitungsvielfalt in “Österreich“, auch im postmodernen kaiserlosen Zeitalter zum Glänzen bringen.

Bei Sichtung der verschiedenen Quellen zu oben angeführtem Thema bin ich also auch auf jenes Exzerpt aufmerksam geworden, welche Sie natürlich in seiner ganzen journalistischen Leistungsdichte unter “Alte Handys bleiben zu Hause liegen selbst” bewundern können. Sollten Sie sich allerdings im Zuge dieser Leistungsschau die Frage stellen, wo sich denn die restlichen mehr als zwei Billionen HandynutzerInnen oder ganz einfach Menschen jener derzeitig geschätzten Weltbevölkerung von sieben Milliarden Wesen auf diesem Planeten versteckt halten, muss ich Ihnen die Antwort schuldig bleiben. Da müssen Sie sich schon an jene wenigen Wesen in und natürlich bei “Österreich” wenden, welche mit solch eindrucksvollen Zahlenspielen jonglieren.

Wobei, eine Vermutung habe ich selbstverständlich schon. Möglich wäre es durchaus und denkbar sowieso, zumindest wenn ich in den Kategorien dieser Medien-SachverwalterInnen mit Hang zur geistigen Enteignung denke, dass wir ein riesengroßes Problem mit illegalen EinwanderInnen im riesenkleinen Staate haben. Stellen Sie sich vor: Wir sind von Billionen menschlicher U-Boote umgeben, welche tief im ex-kaiserlichen Untergrund und ehemaligen österreichisch-ungarischen Donaumonarchie-Erdreich versteckt ihre gemeinschaftlichen Bahnen ziehen und nur darauf warten, in die Habsburg-Fußstapfen zu treten und das Land und die politische Kontrolle zu übernehmen. Die Medienlandschaft natürlich nicht, denn die bleibt fest in jenen federführenden journalistischen Patschehänden der Boulevardpresse. Boulevard? Nein, nicht was Sie als leichtgläubiges Menschenkind jetzt denken. Boulevard kommt aus dem niederländischen “Bulwerke“, also “Bollwerk” zu deutsch. Die österreichische Bollwerk-Presse also, die letzte Bastion zwischen Fiktion und Wahrheit sozusagen. Ein unüberwindliches syntaktisches Mauerwerk, welche die dahinterliegende semantische Geröllhalde und semiotische Brachlandschaft bestens vor dem unerlaubten Zugriff der Leichtgläubigen in einer Art Minimal-Buchstaben-Geheimloge streng bewacht.  

Sozusagen ein Hamlet’sches Problem der Alpenrepublik mit der Feststellung: “Something is rotten in the State of Austria.” Doch weil außer der auch schon erwähnten blauen Donau mit Grundtendenzen ins Braune eben nicht alles faul im Staate Österreich ist und Marcellus hierzulande nur andere freiheitliche Namen besitzt, dürfen wir gespannt sein, welcher österreichische Horatio demnächst ausrufen wird: “Heaven will direct it!” Dass Österreichs blauer Himmel und die darunter fröhlich dahinfließende blaue Donau mit den braunen hässlichen Schlieren mittlerweile auch von strahlend blauen Augen mitgelenkt wird, macht die Sache natürlich ungleich schwieriger. Da kämen mir persönlich zwei Billionen WählerInnen gegen Rechts sehr gelegen.        

25.7.2011

Nachhaltigkeit kommt in Mode: Recycling als Modetrend

Abgelegt unter: Was nirgends reinpasst — Paul Boegle @ 23:25


Gegen die Schnelllebigkeit in der Modebranche

Dass sich die Begriffe Bio, Fairtrade, Öko usw. mittlerweile sehr gut und damit auch gewinnbringend vermarken lassen und dementsprechend der stetig steigenden Klientel mit vollmundigen Versprechen und Kampagnen unter die grünen Nasen gerieben wird, hat sich wohl bis in die hintersten Winkel herumgesprochen. Dass die schwarzen Schafe dabei dicke Mäntel aus biologisch angebauter Schurwolle zu Markte tragen, ist deshalb auch eine Modeerscheinung mit Gewinnabzielungsabsicht. Aber trotzdem lässt sich manchmal die grüne Spreu vom gentechnisch manipulierten Weizen trennen.

Auf Global 2000 bin ich also auf ein Interview mit zwei jungen, aber schon äußerst erfolgreiche DesignerInnen gestoßen. Im Artikel “Bio und Fairtrade - Trendwende zurAustrianfashion.net: Austauschform für Modeschaffende namens Austrianfashion.net, eine Initiative und ein Netzwerk, welche österreichisches Modedesign über die Grenzen des Landes hinaustragen möchte. grünen Modelandschaft” erklären Claudia Rosa Lukas und Wolfgang Langeder, was es für sie bedeutet, in Zukunft nachhaltige Mode langfristig und trotzdem erfolgreich auf dem rasanten und sich ständig verändernden Modesektor zu etablieren. Denn, wie ich unlängst in meinem Artikel Magischer Abfall: Künstlerische Ader der Umweltbelastung bereits geschrieben habe, entdecken immer mehr Menschen besonders der jüngeren Generation jene Dinge, Materialien und Werkstoffe welche für “Normalsterbliche”, man möge mir diesen Ausdruck nachsehen, als wertlos und unnütz erachtet werden.

Und weil dies auch publik gemacht werden sollte, verweise ich neben dem oben erwähnten Interview auch auf zwei Plattformen. Zum einen sei hier die von Claudia Rosa Lukas und Wolfgang Langeder mit begründete Austauschform für Modeschaffende namens Austrianfashion.net genannt, eine Initiative und ein Netzwerk, welche österreichisches Modedesign über die Grenzen des Landes hinaustragen möchte. Und zum anderen möchte ich das Wiener Unternehmen Backhausen namentlich nennen, welches durch ein sogenanntes Cradle-to-Cradle System die verkauften Stoffe nach Ende eines hoffentlich langen Lebenszyklus wieder zurücknimmt und einer Wiederverwertung zuführt. Von der Wiege zurück zur Wiege und nicht, wie so oft in der Modebranche üblich, von der Hand in den Mund und danach auf die Mülldeponie, sondern Returnity-Stoffe, welche nach Gebrauch ein neues Leben zu beginnen.

So, zum Schluss wieder einmal der obligatorische Hinweis: Für die Nennung der Firma bzw. der Plattform bekomme ich weder Geld noch andere geldwerte Vorteile. Wäre zwar schön, aber dies geschieht aus freien Stücken, freiem Willen und sonstigen Freiheiten, welche sich Paul Bögle eben so nimmt. Bezahlte Artikel werden deutlich von mir gekennzeichnet, aber dies wissen viele meiner LeserInnen sowieso schon.  

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