Archive for the ‘Was nirgends reinpasst’ Category

Ökoportal - Webverzeichnis der Ökobranche

Samstag, September 4th, 2010

Ökologische Angebote, ökologische News auf Ökoportal

Dieser Artikel ist hauptsächlich an Blogger und Betreiber von Webseiten gerichtet, welche sich innerhalb der Öko-Branche bewegen und allen Interessierten ihre Webprojekte und Weblogs vorstellen möchten. Im selben (grünen) Atemzug stellt das Oekoportal aber genau diese Informationen jenen Suchenden zur Verfügung, welche sich Informationen und Tipps über Händler, Anbieter oder aktuelle Neuigkeiten zu den Themenbereichen Nachhaltigkeit, Ökologie, Bio und Natur einholen möchten.

Jede(r) BetreiberIn eines Öko-Projektes, jede(r) Anbieter ökologischer und biologisch Produkte und Dienstleistungen, sei es nun WebmasterIn oder BloggerIn, wird bestrebt sein, die eigene virtuelle Plattform im weltweiten Web bekannt machen zu wollen. Einerseits aus wirtschaftlichen Gründen, andererseits aus dem Bestreben, die eigenen Recherchen, Sichtweisen und die eigene Meinung anderen Menschen zugänglich zu machen und ein möglichst grosses und breit gestreutes Publikum anzusprechen.

Daneben gefällt mir besonders gut, dass Ökoportal eine Rubrik mit dem vielsagenden Titel Öko-Uni-Jobs anbietet. Weltweite Jobangebote von Hochschulen und Universitäten führen Studenten oder Fachpersonal auf Arbeitssuche direkt zu den ausgeschriebenen Stellen. Ein vielschichtiger und umfangreicher Veranstaltungskalender zu aktuellen Öko-Events bietet einerseits die Möglichkeit, sich abseits ausgetretener Pfade, sozusagen wirklich im grünen Bereich ein paar vergnügliche oder auch nachdenkliche Stunden zu machen, soll aber vielleicht auch LehrerInnen dazu animieren, dem hoffnungsvollen und lernbegierigen Nachwuchs die Welt jenseits von Mc Donald´s oder Playstation näher zu bringen. Und, nicht last, but least für den Moment, was wäre eine grüne ökologische Plattform wie Ökoportal ohne den zugehörigen Blog. Wer also seine Zeit weder dem Linkbuilding opfern möchte oder bereits in einem gesicherten und vor allem befriedigenden Arbeitsverhältnis steht, aber auf der Suche nach Diskussions- bzw. Lesestoff zu Klimawandel, Umweltschutz und neuen Dingen zu Öko, Bio und Natur ist, sollte doch einmal auf Oekoblog.de, dem Weblog rund um alle ökologischen Belange vorbeischauen.

Ökoportal, das Webverzeichnis der Ökobranche



Print What You Like

Donnerstag, August 12th, 2010


Weniger Druck für die Umwelt beim Webseiten-Druck

Keine Angst, ich will mich heute nicht fremdsprachlich betätigen, schließlich habe ich schon meine liebe Not und noch liebere Mühe, keine Ahnung, ob dies nun grammatikalisch richtig ist oder jeglicher Grundlage entbehrt, mich in den sprachlichen Tiefen und vor allem seichten Untiefen der deutschen Sprache zurechtzufinden. Aber wenn es um die Umwelt geht, bin sogar ich bereit, unter fremder Flagge zu segeln und das kleine kostenlose Helferlein “Print What You Like“ ist nun einmal über den grossen Teich zu uns herübergeschwappt. Doch nicht alles, was unter dem amerikanischen Sternenbanner (wie etwa Monsanto) über die virtuellen Weltmeere kreuzt und real existierenden ölverpesteten Ozeane pflügt, muss zwangsläufig schlecht sein.

Print What You Like: Druckertinte sparen, kein Druckerpapier verschwenden

Wie heisst es so schön strapaziös (auch ein schönes Wort): Die grossen Dinge beginnen im Kleinen! Und so möchte ich Ihnen heute, selbstredend habe ich wieder stundenlang im Internet geschnüffelt und beim diesbezüglichen Schnüffeln bin ich auf einen anderen Stöberer namens infoblog.li gestossen, welcher mich und meine virtuelle Nase auf “Print What You Like” gelenkt hat.

“Druckertinte ist teurer als Blut” hat bereits im Jahre 2006 ein Rechenkünstler festgestellt und zumindest für fast jede Flüssigkeit bis heute recht behalten (siehe z.B. Basic Thinking Blog: Druckertinte ist teurer als menschliches Blut – oder Liquid Ecstasy). Wie Sie wahrscheinlich bereits wissen, bin ich ein Mensch, ja, staunen Sie und brüllen Sie doch sarkastisch sardonisch Ecce homo, welcher dem Reisen nicht gänzlich abgeneigt ist.

Und zu diesem Behufe, gefällt mir ganz besonders gut, diese österreichische Kreation des guten Wortgeschmacks, bin ich desöfteren genötigt respektive nötige ich mich notwendigerweise selber, mir Informationen über geplante oder bereits fixierte Reiseziele per Computer auszudrucken. Wer jetzt glaubt, sie/er hätte bereits das Schlimmste überstanden und ich komme ausnahmsweise direkt zum Punkt, Schluss, aus, die/der irrt wieder gewaltig.

Kommen wir doch noch einmal, gemeinsam natürlich, nein, auch Sie da hinten bleiben bei mir und stehlen sich bitte nicht davon, also zurück in die Reihe, wenn hier einer stiehlt, dann bin das ich und zwar gehörig Ihre Zeit. Was wollte ich sagen? Genau, zu diesem Behufe war der eigentliche Auslöser, Aufhänger und Durchhänger. Gehen wir davon aus, Ihnen stünde der Sinn nach Deklination, also der sogenannten Wortbeugung dieses bei uns in Österreich so geläufigen Begriffes “Behufe”. Die Kennerin und der Profi in Sachen grammatischer Beziehungen wird natürlich sofort laut vernehmbar gähnen und mir so seine Missfallensbekundungen mitteilen wollen. Aber was sein muss, muss sein, also zurück ins Glied, auch jene ohne dasselbe.

Konstruieren wir doch, nur des besseren Verständnisses wegen, ein astreiner Genitiv, werden Sie anerkennend und leise durch die Zähne pfeifend denken, den Fall der Fälle. Also quasi, Sie bedienen sich des Wortes “Behuf”, schon wieder ein perfekt gesetzter Genitiv, ja, ich weiss, ich bin gut, besonders im Genitiv. Eines noch, bevor wir uns in die höheren Sphären von casus rectus, auch als Nominativ oder gerader Kasus bezeichnet und den drei anderen Formen, den ungeraden Kasus oder eben casus obliqui, hinwenden. Richtig, die ungeraden Kasus heissen Genitiv, Dativ und Akkusativ. Sie zweifeln daran, dass die Mehrzahl von Kasus, also der sogenannte Plural, ebenfalls Kasus ist? Ist aber so, und zwar wenden wir hier die wenig bekannte, aber höchst effektive u-Deklination an, was nichts anderes bedeutet, als Kasus, nicht im Singular, sondern eben im Plural, mit einem gedehnten “Uuuuuuu” auszusprechen. Sie verstehen? Kasus im Singular wird eben “Kasus” ausgesprochen, während Kasus im Mehrheitsfall “Kasuuuuus” ausgesprochen wird. Raffinierte Sache, diese u-Deklination, nur wissen muss man es eben.

Ich sag Ihnen jetzt etwas, wie immer im Vertrauen, also schreibe ich jetzt ganz leise. Mir ist wieder einmal das Garn ausgegangen und folgedessen habe ich zum x-ten Male meinen Faden der Ariadne im Gestrüpp meiner Verbalmonstrositäten verloren. Sie wissen schon, die Geschichte mit Theseus und dem Minotaurus, aber das können Sie selber unter “Wider den Voyeurismus” nachlesen. Machen wir es kurz: Der Plural von Behuf lautet “die Behufe”, natürlich nur im Nominativ und die Mehrzahl im Dativ heisst “den Behufen”. Mehr gibt es dazu eigentlich nicht mehr zu sagen, gäbe es schon, aber irgendwann reicht es, selbst mir.

Kommen wir also zurück zu unserem eigentlichen Thema, fragt sich jetzt nur noch, welches dieses war. Ich weiss schon, wir sprachen davon, dass es oftmals unumgänglich ist, trotz der Möglichkeit des Abspeicherns von Webseiteninhalten auf der Festplatte diese in Papierform festhalten zu wollen oder müssen. Ich ärgere mich dabei immer wieder darüber, dass neben dem für mich wichtigen Kontext in zunehmendem Maße Unwichtiges oder sogar Störendes ausgedruckt wird. Sei es der bunte Hintergrund der Webseite, welcher notwendigerweise Druckertinte verschwendet und meine vom zunehmenden Augen übermässig beansprucht, seien es die unzähligen Werbebanner, welche meine Konzentration stören und ebenfalls für erhöhten Verbrauch der Druckertinte und des Papiers sorgen oder auch Bilder, die meinem Bedürfnis nach Information kontraproduktiv entgegenstehen. Allerdings ist auch der umgekehrte Fall denkbar. Ich möchte nur ein bestimmtes Bild drucken ohne den “störenden” Text, wobei mich, aber dies nur nebenbei angemerkt, Text eigentlich niemals stört, besonders dann nicht, wenn er von mir kommt.

Bitte glauben Sie mir eines! Ich werde weder dafür bezahlt, Ihnen “Print What You Like” auf meinem Bio Natur Weblog vorzustellen noch ziehe ich andere Vorteile daraus. Es geschieht einzig und allein aus dem Bedürfnis, unserer Umwelt etwas Gutes zu tun, auch wenn dies vielleicht in einigen nun doch vom Genitiv schon übermüdeten LeserInnen-Augen übertrieben klingt. Wenn Ihnen diese Argumentation nicht gefällt, denken Sie doch an Ihr Geldbörsel. Weder Druckerpapier ist billig und “Druckertinte ist teurer als Blut”, wie wir bereits festgestellt haben.

Sie können den kostenlosen Online-Dienst “Print What You Like”, welcher übrigens ohne Installation auf dem eigenen Computer funktioniert, auf zweierlei Arten nutzen. Entweder Sie geben die gewünschte Internetadresse auf der Startseite des Webdienstes neben “Enter a URL” ein und editieren dann Ihren gewünschten Ausdruck entsprechend Ihrer Vorstellungen oder Sie melden sich bei “Print What You Like” an. Dies hat den Vorteil, dass Sie im Mitgliederbereich wesentlich mehr Möglichkeiten und Funktionen zur Auswahl haben, etwa können Sie die Inhalte mehrerer Webseiten bearbeiten und vereinen und dann gemeinsam platz- und tintesparend ausdrucken. Auch Schriftgrösse und Schriftart lassen sich verändern und ganz sinnvoll ist das Speichern der bearbeiteten Inhalte als PDF-Datei.

Probieren Sie es doch gleich einmal mit diesem Artikel und drucken Sie die relevanten Informationen aus. Ich bin sicher, Sie können meinen Artikel auf wenige Wörter komprimieren. Wehe Ihnen, unterstehen Sie sich! Soviel Liebe für den Genitiv und dann nur ein Gen… übrig lassen. Sie wissen doch, dass ich sowieso gegen vieles allergisch bin, was mit Gen… beginnt, schauen Sie ruhigen Gewissens auf Toscanella - Tomaten aus der Toscana? vorbei.

In diesem Sinne grüsst Sie der unter Hochdruck arbeitende Ausdruck-Drückeberger Paul Boegle.                 


Die Extra-Portion Milch

Dienstag, Juli 27th, 2010


sicher nicht vom Ferrero Kinder-Riegel

Ich bin auf Abgespeist.de bei meiner Suche nach nahrhaften Verbraucherlügen und gesunder Konsumenten-Irreführung über das Kalzium gestolpert. Nicht, dass sich plötzlich ein ganzer Berg Kalzium mir in den Weg gestellt hätte, nicht einmal ein kleines Häuflein hat sich mir vor die Füsse geworfen, es war schon eher eine winzige Kalzium-Spurenelemente-Erhebung in Form der uns aus der fröhlich-bunten Werbung bekannten Kinder-Riegel von Ferrero.

“Das Beste aus der Milch”. “Für die Extra-Portion Milch zwischendurch”. Slogans, welche uns an strahlend weisse pumperlgesunde kalziumgestärkte Kinderzähne denken lassen. Der Multipack Kinder-Riegel aus dem zuckersüssen Hause Ferrero enthält zehn einzeln verpackte Kinderriegel und stellt somit die ideale Vorratspackung für zuhause dar. Keine Angst, stammt nicht von mir, habe ich alles auf der Ferrero “Willkommen im Land der Karies und Fettleibigkeit Homepage” gelesen.

Erwachsene sollten in etwa 1000 mg Kalzium pro Tag zu sich nehmen. Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt Frauen in den Wechseljahren und Männern ab 65 Jahren eine Kalziummenge von 1300 mg/Tag. Ebenfalls einen erhöhten Kalziumbedarf haben stillende Mütter, Schwangere sowie Jugendliche. Für Babys wird ein Richtwert von 220 bis 300 mg Kalzium pro Tag angesetzt (siehe hierzu z.B. Gesundheitsinformation.de Kalzium). Nun, da ich natürlich solch heikle Experimente niemandem zumuten möchte, stelle ich mich wieder einmal ganz im Dienste der Wissenschaft freiwillig zur Verfügung, sozusagen als Fortsetzung von Physik Paul´s Pastelstunde. Übrigens, auch Tomaten benötigen zur Stärkung ihrer Blattstruktur Kalzium, aber dies fällt mir gerade nur wegen meines letzten Artikels zur Tomate mit dem wundervollen Namen Toscanella ein.

Also, wir haben festgestellt, dass ich ungefähr 1000 mg Kalzium von Montag bis Sonntag zu mir nehmen sollte. Auf Codecheck habe ich dementsprechend die Nährwert-Ampel für einen Kinder-Riegel abgerufen, um mich seelisch und körperlich auf das nun Kommende vorbereiten zu können. Wobei ich lange im an Kalzium so armen Internet suchen musste, bis ich gefunden hatte, wonach ich suchte, nämlich der Menge Kalzium, welche in den Kinder-Riegeln enthalten ist. Auf der Webseite “Deutsches Ernährungsberatungs- und informationsnetz DEBInet” wurde ich schließlich fündig. 100 Gramm Kinder-Riegel, also in etwa fünf dieser Ferrero-Zuckerbomben, enthalten 323 mg Kalzium. Fett und Zucker lasse ich jetzt aussen vor, ich will mir schließlich nicht den Spaß an der Freude verderben lassen. Nach Adam Riese würde dies bedeuten, um meinen täglichen Bedarf an Kalzium nur mithilfe der Extra-Portion Milch zu decken, müsste ich pro Tag 15 dieser Fett-Zucker-Riegel in mich rein stopfen, um einigermaßen über die Kalzium-Runden zu kommen.

Ein sogenannter Multipack beinhaltet zehn Einzelriegel, also fresse ich mich halt jeden Tag durch eineinhalb Packungen durch. Abgerundet hieße dies: Zehn Packungen á zehn Kinder-Riegel von Montag bis Sonntag macht 100 dieser Riegel pro Woche, um mich über Wasser zu halten. Nun, liebe Kinder, ab jetzt habt ihr viel vor! Und sagt Mama, dass sie ihr Haushaltsgeld in Zukunft umschichten muß, um euch eure verdiente Extra-Portion Milch zukommen zu lassen. Und wehe, euch wird schlecht. Das kann unmöglich vom Kalzium kommen. Möglicherweise könnte es eher schon an den umgerechnet dreieinhalb Paketen Butter und 350 Stück Würfelzucker liegen, welche ich und natürlich auch ihr stillschweigend, oder besser gesagt still und heimlich, mit der Extraportion Milch in uns hineingefuttert haben.

Oh, nein, warum fangen jetzt die Erwachsenen zu weinen an. Nur weil die Kinder-Riegel von Ferrero für uns dicke Kinder gedacht und gemacht sind? Wissen Sie was, weil Sie so brav bis hierher gelesen haben, bekommen Sie zur Belohnung auch etwas. Und wie sollte es anders sein, selbstverständlich ebenfalls aus dem Hause Ferrero. Sie bekommen von mir die Yogurette von Ferrero. Sie wissen schon: “Riegel für Riegel den Joghurt-leichten Geschmack genießen. Der Geschmack von Erdbeeren …” und so weiter und so fort. Na, wäre das etwas für Sie?

Ich hoffe, bei all der nun einsetzenden Euphorie von Ihrer Seite, Sie verstehen, dass wir alle gemeinsam schon gewisse Erdbeer-Abstriche machen müssen. Aber das kompensieren wir durch besonders intensives Erdbeergranulat, welches in der lecker-leichten oder joghurt-leichten, wie uns die Werbung suggeriert, Yogurette steckt. Nun gut, besonders intensiv ist vielleicht der falsche Ausdruck bei 5,5 Prozent, aber das wenige hat es in sich, vor allem Zucker und Fett. Wenn Ihnen demnächst also jemand sagt, vor allem aus dem leichten Hause namens Ferrero, Sie sollten dies alles auf die leichte Schulter nehmen, so sollten Sie trotzdem aufpassen, dass Sie vor lauter Leichtigkeit nicht schwerfällig werden.

Ich habe mich also noch einmal schlau gemacht. Auf der einen Seite 100 Gramm joghurt-leichte erdbeer-schmackhafte Yogurette und als echte Alternative dazu ein Schokoladen-Klassiker, sozusagen ein echter Kalorien-Kracher, 100 Gramm feinste Nuss-Nougat-Creme von Milka. Die dicke, fette Milka hat einen Fettanteil von 37 Gramm, nicht schlecht für den Anfang. Und die locker-flockig-erbeer-vollmundige joghurt-lecker-leichte Yogurette? Da stecken 35,6 Gramm Fett drin, also gerade einmal 1,4 Gramm weniger Fett in Heidi Klums Supermodel-Superdickmacher. Und aber es kommt noch besser! Der Nuss-Nougat-Kalorien-Bomber von Milka schlingert mit 48 Gramm Zucker durch unsere Fernseh-Werbe-Welt. Ein ganz schöner Tiefgang, denken Sie! Dann haben Sie den Yogurette-Tiefflieger noch nicht betrachtet. 54,5 Gramm Zucker befinden sich im joghurt-leichten Erdbeergranulat-Frachtraum, für blinde Passagiere ist da wirklich kein Platz mehr.

Sie spüren die Karies auf Ihren Zähnen kribbeln? Sie sagen, dass ist Lug und Betrug. Sie schreien etwas von Irreführung. Gemach, gemach, liebe Erdbeerfreunde. Alles legal, alles rechtlich abgedeckt.

Die Verordnung (EG) Nr. 1924/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 20. Dezember 2006 über nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben über Lebensmittel, welche 2007 in Kraft trat, sieht zwar vor, dass ein Produkt, welches als “leicht” bzw “energiereduziert” beworben wird, mindestens 30 Prozent weniger Kalorien als vergleichbare Produkte aufweisen muss (siehe dazu etwa Zusammenfassungen der EU-Gesetzgebung Nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben). Ferrero verstösst definitiv gegen diese Verordnung, aber die Lebensmittelindustrie wäre nicht dieselbe, hätte sie sich nicht ein paar Schlupflöcher gelassen. Da es für Marken, welche bereits vor 2005 im Handel erhältlich waren, eine Übergangsfrist von 15 Jahren gibt, darf Ferrero fröhlich-frisch-locker-leicht-lässig bis zum Jahre 2022 den Konsumenten mit seiner Yogurette beglücken, ohne sich um Konventionen scheren zu müssen.

Nun, brave Kinder, liebe Erwachsene, Produkte aus dem Hause Ferrero bürgen für Qualität und so freue ich mich, dass Ferrero und ich mittlerweile ganz dicke Freunde geworden sind, im wahrsten Sinne des Wortes.   

Energiesparlampen

Dienstag, Juni 8th, 2010


Halten Energiesparlampen wirklich das, was uns Werbung, Politik und Umweltschützer versprechen?

1. Vorsicht: Energiesparlampen enthalten Quecksilber!

Ich möchte in diesem Artikel gar nicht auf die Vorteile zu sprechen kommen, welche sich durch den Einsatz von Energiesparlampen, oder auch als Kompaktleuchtstofflampe bezeichnet, dem Verbraucher bieten bzw. wo sich wirklich Chancen eröffnen, Umweltschutz und Geldsparen unter einen (grünen) Hut zu bringen. Dies soll auch kein dringender Appell bezüglich der fachgerechten Entsorgung von Energiesparlampen sein. Aber zumindest sollten wir ein paar Dinge bedenken und beachten, welche uns bei aller Euphorie durch den Einsatz von Energiesparlampen vielleicht nicht bewußt sind.

Denn was viele nicht wissen: Viele dieser Lichtspender werden mithilfe von Quecksilber hergestellt. Und genau dieser Quecksilberanteil macht die Energiesparlampe zu Sondermüll. Es steht hierbei weniger die Gesundheitsgefährdung des Verbrauchers im Vordergrund, denn ein Austreten des giftigen Quecksilbers ist nur dann zu befürchten, wenn die Lampen zerbrechen sollten.

Doch selbst für diesen Fall setzen immer mehr Hersteller auf einen erweiterten Schutz. Einerseits soll das Verdampfen des Quecksilbers dadurch unterbunden werden, daß mit Hilfe von Amalgam ein Verdampfen beim Glasbruch unterbunden wird, andererseits bieten Produzenten bereits Energiesparlampen an, welche mit einem Silikonmantel umgeben sind und aufgrund dieses Schutzes die Lampen erst gar nicht zerbrechen können.

Was aber tun, wenn der “worst case”, also eine Energiesparlampe geht zu Bruch, doch eintritt? Bitte nicht den Staubsauger nehmen und die Scherben aufsaugen. Mit jedem späteren Saugen wird das Quecksilber in Form feinster Quecksilbertröpfchen ansonsten wieder in die Luft geblasen. Mit Schaufel und Besen zusammenkehren und im Hausmüll entsorgen? Auch keine gute Idee, schließlich wollen wir das Quecksilber weder im Grundwasser noch auf Deponien, wo es sich wieder verselbständigt. Lüften Sie das betroffene Zimmer ausreichend, aber richtig! Richtig bedeutet in diesem Fall: Geöffnete Fenster, geschlossene Türen! Danach die Scherben am besten auf einem Stück Zeitungspapier sammeln und die kontaminierten ( ich weiß, ein furchtbares Wort) Stelle mit einem feuchten Tuch aufwischen. Wer jetzt wirklich perfekt arbeitet, gibt sowohl die Scherben im Zeitungspapier als auch das Tuch bzw. den Lappen in den Sondermüll. Ich persönlich bunkere immer ein paar neue Energiesparlampen zuhause, drehe die neue Lampe bei Bedarf in die Fassung und die alte Lampe kommt in die leere Verpackung.

Und hier kommen wir schon zum nächsten Nachteil. Die Entsorgung ausgedienter Energiesparlampen hört sich im Moment noch leichter an als sie ist. Meines Wissens gibt es in den deutschsprachigen Ländern bis dato noch keine verpflichtende Rücknahme durch den Handel. Es wäre deshalb dringend anzuraten, und hier spreche ich die umweltbewussten Politiker genauso wie den verantwortungsbewussten Handel an, über ein Rücknahmesystem ähnlich dem von Altbatterien nachzudenken. Da Nachdenken jedoch erfahrungsgemäß nicht alleine dazu dient, Probleme zu lösen, sollte auch eine dementsprechende Umsetzung respektive mögliche Alternativvorschläge in naher Zeit zu Papier gebracht werden.

Meines Wissens ist es derzeit nur möglich, nicht mehr verwendete Energiesparlampen an speziellen Sammelstellen abzugeben. Von dort werden die Altlampen dann zu den entsprechenden Rücknahmesystemen der Hersteller weitergeleitet. Die Rücknahme alter Energiesparlampen durch die Händler erfolgt derzeit noch kulanterweise und sollte deshalb auch nicht als zwingende Verpflichtung angesehen werden.

2. Energiesparlampe = Energiesparlampe

Nein, die Rechnung bzw. die Formel geht nicht immer auf. Auch bei Energiesparlampen gilt, was für fast alle Ge- und Verbrauchsgüter gilt: Es gibt gravierende Unterschiede. Die Hersteller führen in den meisten Fällen den Vorteil der wesentlich höheren Lichtausbeute gegenüber konventionellen Glühbirnen an. Einzige Alternative zu diesen verbotenen Glühbirnen stellen deshalb die Halogenlampen der Effizienzklasse B und C (siehe z.B. Infos über Energielabel und Energieeffizienzklassen) dar. Doch woher nehmen, wenn nicht stehlen? Schließlich erfolgt eine zwingende verpflichtende Umstellung und Wegnahme ineffizienter Leuchtmittel vom Markt erst schrittweise bis zum Jahre 2016. Somit bleibt als echte Alternative nur der Einsatz von Energiesparlampen.

Wer billig kauft, kauft teuer! Dieser Slogan trifft mit Sicherheit auch auf diese Leuchtmittel zu. Ein wichtiger Aspekt ist mit Sicherheit der bereits bereits besprochene Gehalt des Quecksilbers. So bieten einige Hersteller zumindest schon Energiesparlampen an, welche anstatt der durchschnittlichen sieben Milligramm nur noch drei Milligramm Quecksilber pro Lampe enthalten. Und das lassen sich die Produzenten eben auch bezahlen. Damit Sie als Verbraucher nicht draufzahlen, gilt es einige wenige Dinge zu beherzigen, um für teures Geld auch entsprechend gute Energiesparlampen zu bekommen.

Die wichtigsten Kriterien, welche in Bezug auf Energiesparlampen für uns als Konsumenten relevant sind, heißen Betriebsstundenzahl, Helligkeitsverlust, Schaltzyklus, Umweltverträglichkeit, Lichtausbeute (die Kennzahl der Energieeffizienz heißt Lumen) und das Verhältnis von Wärmeabgabe zu Lichtabgabe. Natürlich spielen oftmals auch noch andere Auswahlkriterien wie benötigte Lichtfarbe oder möglicherweise auch die Lampenform eine Rolle, doch hier muß jeder anhand der speziellen Gegebenheiten entscheiden. Wer sich noch näher mit den verschiedenen Kriterien hinsichtlich Energiesparlampen auseinandersetzen möchte, sei der Artikel Auswahlkriterien: Energiesparlampen zu empfehlen mit weiteren Verweisen. Und wer sich unsicher ist bzw. eine Entscheidungshilfe benötigt, mit welchen Energiesparlampen am besten Licht in das Dunkel der vielen Hersteller und Anwendungsmöglichkeiten gebracht werden kann, findet auf der Seite Oekotopten unter dem Menüpunkt Produkte vielfältige Informationen zu den verschiedensten Ausprägungsformen und Erscheinungsbilder der Energiesparlampen. Ich bin zwar nicht immer ein Freund der Testberichte von Stiftung Warentest, doch in diesem Falle lohnt sich doch einmal ein Blick auf die Testergebnisse zu den verschiedenen Energiesparlampen.

Oder wussten Sie, daß das Modell Pingpong nichts mit Tischtennis zu tun hat. So, ich hoffe, ich konnte Ihnen etwas weiterhelfen und so sende ich die hellsten und erleuchtesten Grüße als Paul Bögle, manchen besser bekannt als Fürst der Finsternis.          

Goldener Windbeutel 2010 vergeben…

Samstag, April 24th, 2010

…aber hoffentlich nicht vergessen

Der Goldene Windbeutel 2010 hat seinen Abnehmer gefunden, der Verbraucher, genauer gesagt mehr als 80 000 kritische Konsumenten haben abgestimmt.

Goldener Windbeutel 2010: Monte Zott

Monte Zott darf sich (un)glücklich schätzen, diese zweifelhafte Auszeichnung für die dreisteste Werbelüge 2010 entgegenzunehmen. Doch bei der Preisverleihung am 23. April 2010 hat Zott anlässlich der Verleihung des Awards auch bekanntgegeben, den Goldenen Windbeutel zum Anlass zu nehmen, sowohl Rezeptur als auch Aufmachung ändern zu wollen. Damit dies aber nicht nur leere Versprechen bleiben, schicken Sie doch gleich Ihre Glückwünsche über abgespeist.de an Zott, um so unserer Forderung nach transparenter Werbung Nachdruck zu verleihen.



Auf ein freies Wort

Donnerstag, April 22nd, 2010

Ich nehme mir die Freiheit…

… und gestatte mir selbst, sozusagen erteile ich mir mein eigenes Wort, meine verehrte Leserschaft auf den jüngsten Sproß meiner Internet-Familie aufmerksam zu machen. Freie Zeit ist online lautet die Botschaft, kurz und knapp, aber doch um Ihre Gunst und Aufmerksamkeit heischend.

Freie Zeit steht natürlich für Freizeit! Natürlich? Nein, weit gefehlt! Der Blog Freie Zeit dient mir vielmehr als experimentelle Spielwiese, auf der Themen und Bereiche ihren Platz finden, welches sich nun beim besten Willen, auch nach noch so gründlichem und abgründigem Nachdenken, nicht mehr in den Kontext dieses Blogs einbinden lassen. Was bleibt mir dementsprechend, um Herr meiner überschäumenden Gedanken zu werden?

Entweder all meine Morbiditäten im kleinen kranken Hirn des Paul Bögle vermodern lassen, solange warten, bis sich all meine Monströsitäten, Obszönitäten, Eventualitäten wieder verflüchtigt haben, um andererseits Platz für neue …täten zu schaffen. Soll ich nach dem Grundsatz “Gedanken raus, Luft rein!” verfahren, soll ich all das stillschweigend als Niemals-Gesagtes, Nie-Geschriebenes und Nicht-Gedachtes in den Tiefen meiner Seele begraben, ohne Sie daran teilhaben zu lassen? Nein, dafür bin ich ein viel zu boshafter Mensch. So bleibt dementsprechend nur die Oder-Variante.

Ein neuer Blog muß her. Und hier ist er, mein neuestes virtuelles Kind mit dem vielsagenden nichtssagenden Namen Freie Zeit. Hier ist oberstes Gebot: Keine freie Zeit in meiner Freizeit. Geschrieben wird auf Teufel komm raus, satanisch, diabolisch, höllisch, geradezu unchristlich und vor allem zu unchristlichen Zeiten. Freiheit, Freiraum, freies Denken, freie Geister, freies Handeln, alles wird hier seinen Platz finden, muß seinen Platz finden, denn mein Gehirn platzt bereits aus allen Nähten, will sich über Sie ergiessen, will Sie mit Wortschwällen förmlich ertränken.

So bleibt mir nur noch eines. Begleiten Sie mich beim Bewerten, Umwerten, Neubewerten. Lassen Sie uns gemeinsam fragen, nachfragen, erfragen, neue Fragen stellen und mehr Fragen auf alte Fragen finden. Nicht die Antworten sollen unser Ziel sein, denn diese glauben wir bereits zu wissen. Und nun folgen Sie mir zu den ersten Artikeln Tote Zeit, Meinungsfreiheit - freie Meinung? sowie Barbara Rosenkranz wählt Blau-Pause!  

Gewinnspiel “Echte Männer”

Freitag, April 16th, 2010

Gewinnspiel: Echte Männer duschen nicht! Zumindest nicht warm!

Inspiriert durch einen Kommentar von Petra, welchen sie zu meinem Artikel Warmduscher hinterließ, fühle ich mich heute einmal bemüßigt, meinen uneingeschränkten Respekt der Gattung “Echte Männer” zu zollen. Ich höre jetzt schon die ersten Stimmen im Hintergrund, tiefe heisere sonore wohltönende Bass-Bariton und Bassbariton-Stimmen, welche im tiefsten Tenor, und das ganze im Chor, also sozusagen im Tenor-Chor zu mir sprechen: “Du einziger Warmduscher aus Wien, wie kann Er es wagen, so zu Uns zu sprechen?” Darauf kann ich natürlich nur mit schuldbewusster Miene und treuherzig treudoofem Blick entgegen: “Aber Ihr allerechtesten Männer Eurer allerechtesten Männerwelt, ich habe doch noch gar nichts gesprochen! Wohlan, so laßt die Spiele beginnen! Möge der beste Warmduscher, Verzeihung, möge der männlichste Mann mit dem größten, mit dem größten, ja mit dem größten, ja mit was denn bitteschön, natürlich mit dem größten Komplex, jetzt weiß ich es wieder, gewinnen!”

Und damit Ihnen das ganze Spiel nicht am A….

 Damit Ihnen das Ganze nicht am A…. vorbeigeht, gibt es das “Echte Männer”-Gewinnspiel!

vorbeigeht, gibt es ein kleines Gewinnspiel.

Und damit dieses Spielchen halbwegs interessant wird, lasse ich für den größten Komplexler sogar einen kleinen Preis springen. Ganz im Vertrauen, ich mache das selbstverständlich auch aus einem gewissen Eigennutzen heraus, mir steht förmlich die Gier in mein vom warmen Duschen vollkommen erregtes Gesicht geschrieben. Ich will Sie, liebe Leser, ganz unverfänglich auf meine RINGANA Partnerseite locken, damit Sie mich dort reich machen. Nein, lassen Sie das bleiben, aber schauen dürfen Sie natürlich schon.

Also, wie soll denn nun unser Spiel der Komplexe funktionieren? Vorab eines: Gewinnen können leider nur Männer. Dies hat aber auch einen einfachen Grund. Jede Frau wäre vollkommen benachteiligt, da selbst der geringste Komplex eines teilnehmenden Mannes immer noch den größten Komplex einer teilnehmenden Frau um Längen schlagen würde. Also, liebe Vertreterinnen der Spezies Mensch, geben Sie sich als faire Verliererinnen und lassen Sie ein einziges Mal im Leben den Männern den Vortritt. Aber, und nun kommen doch wieder Sie ins Spiel: Stimmen Sie ab, wem der Preis des zweitgrößten Warmduschers, der größte bin und bleibe selbstverständlich konkurrenzlos und damit auch außer Konkurrenz ich, gebührt. Begründen Sie, weshalb Sie gerade Ihren Favoriten zum zweitgrößten Warmduscher auf dieser vom Klimawandel erwärmten Welt machen wollen. Für die beste Begründung, welche aber einzig und allein von mir, quasi von Warmduschers Gnaden, getroffen wird, lobe ich auch einen Preis aus.

Die beiden Gewinner können sich auf der schon erwähnten RINGANA-Seite ein Produkt im Wert von 25,– Euro aussuchen, auf einen Euro mehr oder weniger soll es dabei nicht ankommen! Die Versandkosten trage selbstverständlich ich. Bewerben Sie also Ihre männlichen Komplexe bzw. stimmen sie als Frau über die Komplexe Ihrer männlichen Artverwandten bis zum 31.05.2010 0:00 Uhr ab.    

Goldener Windbeutel 2010

Mittwoch, April 7th, 2010


Verbraucher im Wunderland der Werbung

Der goldene Windbeutel 2010, and the winner is ….Nun, liebe Verbraucher, Konsumenten und Kritiker allzu frohlockender Werbebotschaften, das bestimmen Sie. Zum zweiten Mal nach 2009, fragwürdiger Sieger in Sachen Tarnen und Täuschen wurde damals Actimel-Hersteller Danone, wird auch 2010 von der Verbraucherrechtsorganisation foodwatch wieder jenes Unternehmen gekürt, welches sich in Sachen dreisteste, natürlich könnte man auch sagen gelungenste, Werbelüge am hervorragendsten hervorgetan und bewiesen hat.

Der goldene Windbeutel 2010 wird also jenem Hersteller der Lebensmittelindustrie verliehen, von welchem sich die Verbraucher am meisten in die Irre geführt fühlen, umgangssprachlich würden wir ver..scht dazu sagen. Machen auch Sie Ihrem Ärger Luft und stimmen Sie auf abgespeist.de noch bis zum 22.04.2010 online darüber ab, welches Unternehmen der Baron Münchhausen der Werbebotschaften 2010 wird.

Die Top 5, welche zur Auswahl stehen, sind:

  1. “Als Bio-Mixgetränk mit einem leichten Kohlensäuregehalt, besteht es aus rein natürlichen, biologisch angebauten Zutaten.” So lautet zumindest die Werbebotschaft für die Bio-Limonade “Beo Heimat Apfel & Birne” von Carlsberg: Schön und gut, wie überall im Leben kommt es selbstverständlich auch hier auf das Auge des Betrachters an. So auch hier: 5,5 Prozent Bio in der Limonade sind ja auch irgendwie Bio-Limonade. Und der Rest von 94,5 Prozent? Wir könnten es mit dem berühmten Schweigen im Walde titulieren, zumindest finden sich in jedem Wald, und sei er noch so von Borkenkäfern, saurem Regen oder anderen Dingen heimgesucht, mehr Äpfel und Birnen als im angeblichen “Beo Heimat Apfel & Birne”. Was sorgt denn dann für den hervorragenden Geschmack? Zucker, Gerstenmalzextrakt und natürlich, bitte nicht als natürlich im wortwörtlichen Sinne verstehen, jede Menge künstliche Aromastoffe. Für die Nominierung dieser biologischen Superwaffe zeichnet übrigens ”Tatort”-Kommissar Andreas Hoppe verantwortlich.
  2. Ein weiterer ganz heißer Kandidat für den goldenen Windbeutel 2010 ist “Bertolli Gegrilltes Gemüse” von Unilever. Tobias Schlegl, Mitglied der Windbeutel-Jury und TV-Moderator dazu: “Besser kann man Verbraucher nicht austricksen. Jeder Italiener wäre beschämt, wenn er eine solche Pastasauce serviert bekäme, und eine original italienische Mamma würde garantiert das Nudelholz schwingen – völlig zu Recht.” Warum? “Bertolli Gegrilltes Gemüse” wird dem Konsumenten mit dem Werbehinweis einer “verbesserten Rezeptur” schmackhaft gemacht. Und was macht den phänomenalen Geschmack aus? Unilever hat Aroma, Hefeextrakt als Geschmacksverstärker sowie E330, gemeinhin als Citronensäure bekannt, hinzugefügt. Nun denn: Wohl bekomm´s! 
  3. Kennen Sie die kalorienarme, dafür an Provitamin A so reiche Physalis (Kap-Stachelbeere, Andenbeere). Nein? Dann fragen Sie doch einmal Pfanner, den Produzenten des Wundersaftes  ”Der Gelbe Tee Zitrone-Physalis”. Auf der Wellness-Tee-Verpackung prangt sie groß, farbenprächtig und verführerisch drauf, unser Objekt der Begierde, dieses gesunde Früchtchen namens Physalis. Doch Pfanner kennt sie scheinbar auch nur vom Hören-Sagen. Und was ist wirklich drin? Spurenelemente von Physalis? Nein, nicht einmal diese! Für was auch, wenn Aromastoffe dieselben Dienste leisten, zumindest für den Umsatz des Herstellers. Aber wenigstens am Zucker hat Pfanner nicht gespart, umgerechnet 47 Stück Würfelzucker auf zwei Liter Wellness-Tee, das kann schon was! Und so beschreibt es die Fernsehjournalistin Astrid Frohloff, welche sich für die Nominierung entschieden hat, folgendermaßen: “Eine ‚süße Frucht der Verführung’ wird uns da versprochen – und wenn man genau hinschaut, sieht man von Physalis keine Spur, stattdessen nur Aromastoffe. So viel Chuzpe muss man erstmal haben.”
  4. Wenn Alfons Schuhbeck, unbestrittener Starkoch der Gegenwart, seinen guten Namen für die ”Duett Champignon Creme-Suppe” von Escoffier hergibt, muß doch etwas Wahres dran und insbesondere viel Gutes drin sein. So richtig lecker-schmecker Feinschmeckerware. Gut möglich, daß es in diesem Fall die Zusatzstoffe sind, welche für den guten schlechten Geschmack sorgen. Aber zur Ehrenrettung des Herrn Schuhbeck muß zumindest eines angeführt werden. Die Packerlsuppe, wie wir in Österreich sagen, in Deutschland dementsprechend Tütensuppe, wird immerhin in zwei Dosen verkauft. Doch Innovation und Einzigartigkeit hat auch ihren Preis, aber welcher Verbraucher zahlt nicht gerne mehr für solch ein High-Tech-Nahrungsprodukt aus Pulver und geschmacksverstärktem Wasser. “Spiegel”-Autor Ullrich Fichtner, welcher die Escoffier-Suppe nominiert hat, bringt es auf einen Nenner: “Sie tut so, als wäre sie Kochen, dabei ist sie auch nur Industrienahrung wie jede andere. Sie wird empfohlen von Alfons Schuhbeck, dem beliebten Spitzenkoch, der seinem Namen damit keine große Ehre macht.”
  5. Welches von Werbebotschaften infizierte Kind, wir Eltern selbstredend mit eingeschlossen, liebt sie nicht, jene gesunde Zwischenmahlzeit “Monte Drink” von Zott. Zuckersüß kommen sie daher, die bewegten Bilder der “Monte Drink”-Werbung. Und genauso zückersüß, man könnte sogar zuckerbombastisch süß sagen, präsentiert sich das Produkt selbst. Der Kabarettist Frank-Markus Barwasser, vielleicht besser bekannt unter Erwin Pelzig, begründet die Nominierung seines Titelkandidaten für den goldenen Windbeutel 2010 so: “Eine beliebte Zwischenmahlzeit, sagt Zott. Der ideale Begleiter für die Schule, sagt Zott. Enthält allerdings umgerechnet acht Stück Würfelzucker, mehr als die gleiche Menge Cola – eine zuckersüße Kalorienbombe im Schulranzen. Sagt Zott natürlich nicht. Aber deshalb ein heißer Kandidat für den Goldenen Windbeutel 2010, sagt foodwatch. Und das würde ich auch sagen.”

Ich habe bereits schon einmal über Codecheck auf meinem Blog berichtet, möchte Ihnen anhand von “Monte Drink” von Zott noch einmal zeigen, welchen Nutzen dieses Projekt für Sie als Verbraucher hat. Ich habe dabei die Nährwert-Ampel von 100 Gramm des Titelaspiranten mit der vergleichbaren Menge Coca-Cola, gemeinhin als die Zuckerbombe schlechthin verschrien, verglichen. Und siehe da: 100 Gramm Coca-Cola enthalten 10,6 Gramm Zucker und, man mag es nicht glauben, in 100 Gramm jenes ach so gesunden Drinks Monte Zott verstecken sich sage und schreibe 12,7 Gramm Zucker.   

So, liebe Verbraucher, jetzt liegt es an Ihnen! Stimmen Sie darüber ab, wem der Goldene Windbeutel 2010 zukommen soll.


365 Tage des Jahres 2009

Donnerstag, Dezember 31st, 2009

Es wurde alles gesagt, es wurde alles geschrieben, das Jahr 2009 liegt hinter uns, bevor 2010 noch begonnen hat. Doch morgen schon werden sich viele Menschen Gedanken darüber machen, was denn 2010 wohl so alles bringen wird.

Werden sich die vielen Neujahrs-Glückwünsche bewahrheiten, welche uns von Verwandten, Bekannten, Freunden und auch wildfremden Menschen ehrerbietig oder auch mehr oder weniger achtlos im berauschten und freudetrunkenen Zustand der Silvesternacht des Wechsels von 2009 zu 2010 an den Kopf geworfen wurden. Wird “Prosit Neujahr” zu einem Jahr voller Kopfschmerzen oder macht es unseren Kopf frei ?

Wird der “gute Rutsch” zu einer nicht endenwollenden Schlitterpartie im Jahr 2010 oder rutschen wir geradewegs ungebremst auf das Glück zu, welches uns mit weit ausgebreiteten und offenen Armen sein “Herzlich willkommen”-Schild entgegenhält. Wird das kleine Gummi-Hufeisen, welches wir für 3,50 Euro geschenkt bekamen, zum Bumerang oder erweist es sich als wirkliches Glückssymbol ? Läßt sich die kleine rosafarbene Glückssau so manipulieren, daß sie nicht zur wildgewordenen und verwünschenswerten Bestie wird ? Was hat es mit dem vierblätrigen Kleeblatt auf sich, welches wir nun tagein, tagaus mit uns herumtragen ? Ist es bereits verwelkt, noch bevor es seine Kräfte auf uns übertragen konnte oder wird es zu einer grünen Schlingpflanze, die uns 24 Stunden lang die nächsten 365 Tage des neuen Jahres 2010 mit seinen Glückshormonen förmlich erdrückt ? Müssen wir im nächsten Jahr schwarz sehen, wenn uns der Rauchfangkehrer wieder einmal die Vorfahrt nimmt oder soll dies bedeuten, daß wir uns nun selbst auf der Überholspur befinden ?    

Werden sich unsere hochgesteckten Ziele, die wir uns angesichts eines Neubeginns selbst auferlegt haben, erfüllen ? Werden sich unsere Erwartungshaltungen, die wir an uns selbst und an andere im Zuge eines immer wiederkehrenden Neuanfangs gestellt haben, auch im neuen Jahr von der Prophezeiung zur Erfüllung wandeln ? Was, wenn im Jahreshoroskop steht: “Sie werden 2010 gute Geldgeschäfte machen:” Wie lange müssen wir wohl warten, bis sich unser Bankkonto endlich erholt hat ? Was, wenn uns die Wahrsagerin ums Eck, der Seher mit der Kristallkugel leise zuraunt: “Sie werden im Jahr 2010 die Traumfrau/den Traummann ihres Lebens kennenlernen.” Wann wäre der Zeitpunkt richtig, die Hochzeitstafel zu bestellen und auf dem Standesamt einen Termin zu vereinbaren ?

Ist es also legitim, wenn wir von fremden Menschen gegebene Versprechen einfordern, wenn wir darauf pochen, daß sich an uns gerichtete Glückwünsche auch zu erfüllen haben ? Wieviele Tarotkarten sind notwendig, bis sich unser herbeigesehntes Schicksal zu unser aller Zufriedenheit erfüllt ? Wie hoch muß die Zahl an neuzeitlichen Nostradamusen sein, bevor wir uns endlich zufrieden grunzend mit unserem kleinen Glücksschwein im Arm zurücklehnen können, um uns wohlgefällig im Spiegel unserer eigenen Eitelkeiten betrachten zu können ? Oder ist jener Spiegel bereits zerbrochen, lange bevor er uns mit unserem eigenen Ebenbild zulächeln konnte ? Dürfen wir ihm dann die Schuld für weitere sieben, oder vielleicht gar 70 Jahre Pech, zuschieben ?

Fragen über Fragen ! Und wissen Sie was: Ich kann nicht eine einzige davon beantworten. Aber was ich rückblickend sagen kann ist die Tatsache, daß 2009 ein glückliches und wundervolles Jahr war. Ich durfte ein weiteres Jahr mit meiner wunderbaren Familie auf dieser Erde verbringen. Wir hatten ein Dach über dem Kopf, wir hatten immer genug zu essen und wir wurden von Krankheiten und Todesfällen verschont.

Milliarden von Menschen in allen Erdteilen dieses Planeten werden 2010 dieselben Fragen stellen, die sie schon 2009 und viele weitere Jahre vor 2009 gestellt haben. “Wo bekomme ich ein Stück Brot für meine Familie und für mich her ?” ”Was, wenn der Brunnen 10 Kilometer von unserem Dorf entfernt kein Trinkwasser mehr hergibt ?” “Wohin sollen wir flüchten, wenn der Bürgerkrieg seine Krallen nach uns ausstreckt ?”

Fragen über Fragen. Und wissen Sie was: Die Beantwortung fällt mir noch schwerer. In diesem Sinne wünsche ich weder Ihnen noch meiner Familie und mir ein glückliches, neues Jahr, denn wir alle sind vom Glück bereits mehr als verfolgt. Ich wünsche anderen ein kleines Glücksschwein, damit sie sich endlich einmal satt essen können. Ich wünsche anderen ein Glücks-Hufeisen, damit sie damit ihre Pferde beschlagen können, um ihre Felder zu bearbeiten. Ich wünsche anderen ein Glücks-Kleeblatt, damit sie damit Samen für die bearbeiteten Felder gewinnen können. Und ich wünsche anderen einen schwarzen oder weißen Rauchfangkehrer, der ihnen einen neuen Brunnen nahe bei ihrem Dorf schlägt.

      

        

Antichrist-Kind oder Anti-Christkind ?

Dienstag, Dezember 29th, 2009

Ich kann es einfach nicht lassen ! Wir schreiben den 28. Dezember 2009 und ich echauffiere mich immer noch über das bereits zu den Akten gelegte Weihnachtsfest. Sie werden berechtigerweise klagen:

“Lieber Herr Bögle, jetzt ist nicht mehr die Zeit, sich über Weihnachten aufzuregen ! Wir haben im Moment überhaupt keine Zeit und schon gar nicht den Kopf, um uns mit Ihnen über längst Vergangenes aufzuregen. Wir müssen noch vor Silvester alle Geschenke umtauschen. Grausam, mit was uns die Schwiegermutter heuer wieder beschenkt hat. Und dieses Hemd von der Oma ! Wenn etwas diesen schlechten Geschmack noch übertrifft, dann wohl nur noch die schlechte Qualität. Und außerdem war es ganz gut, dem lieben Bruder nur die Hälfte von den gekauften Gutscheinen zu geben. Ich hab doch gleich gewusst, daß er uns dieses Jahr viel weniger schenken wird als die vier Jahre vorher. Es ist schon ganz gut, daß wir die Weihnachts-Buchführung so penibel führen seit dem Reinfall damals, als wir nicht mehr wussten, ob wir vom Nachbarn eine oder drei Flaschen Wein geschenkt bekamen. Was waren wir naiv damals, aber so etwas darf und wird nie mehr passieren. So, Herr Bögle, jetzt habe ich mich aber wieder mit Ihnen verplaudert, wenn ich nicht vor 7.30 Uhr in der Tiefgarage bin, kriege ich keinen Parkplatz mehr.  Also tschüss mit ü !”

Nun gut, widme ich mich halt wieder meinen tiefgreifenden Studien, wenn sich keiner mit mir über Weihnachten aufregen will. Sie wissen sicherlich, ich bin ein Bewunderer der griechischen Philosophen, natürlich nicht nur der griechischen Philosophie, wie Sie spätestens seit Karl, der kühne Käfer wissen, diese Frühhumanisten der Frührenaissance verdienen selbstverständlich ebenfalls meine ganze Bewunderung. Und erst Nietzsche oder Sartre, also mit denen sympathisiere ich klammheimlich, seit mir mein Alter ego erzählt hat: ”Gott ist tot ! Willkommen Homo superior !” Aber über die griechische Antike lasse ich gar nichts kommen, da fährt die Eisenbahn drüber. Alleine schon die ganzen Tragödien, Sagen, Mythen und auch Komödien. Ja, es gab sie wirklich, die griechische Komödie, alle Welt redet immer nur von der griechischen Tragödie, aber keiner kennt Kratinos, welcher sich hauptsächlich auf Perikles eingeschossen hatte. Und dann den wohl noch berühmteren Aristophanes und sein wohl bekanntestes Stück “Die Wolken.” Alleine der Satz “Geh, henk dich! So gewöhnst du dich ans Schweben.“, den Pheidippides in der dritten Szene dem aus der Türe tretenden Sokrates an den Kopf wirft, macht alleine schon die Komödie lesenswert.

Weniger bekannt ist auch der griechische Grammatiker Lykophron von Chalkis (320-250 v. Chr.), welcher zu Zeiten des ägyptischen Herrschers Ptolemaios II. (308-246 v. Chr.) in dessen Bibliothek in Alexandria für die Erfassung und Ordnung der Komödien zuständig war. Und da es nun einmal in der Natur der Sache, besser gesagt in der Natur des Menschen liegt, seinem Herrn und Gebieter zu schmeicheln, um dessen Gunst und womöglich auch Geld zu erlangen, wird auch Lykophron von solchen Gedanken beseelt gewesen sein. Sicherlich saß er eines schönen Nachmittages vor seinen Schriftrollen und machte sich so seine Gedanken, wie sich wohl die Zuwendung von Ptolemaios noch erhöhen ließe. “Ptolemaios, mh, was könnte ich daraus machen ?”, so dachte er vielleicht, während er die langsam schwebenden Staubteilchen in den Fensteröffnungen beobachtete, die von den Strahlen der hoch am Firmament stehenden Nachmittagssonne messerscharf durchschnitten wurden.

Gedankenverloren nahm er eine Gänsefeder, welche nachträglich mit Quarzsand gehärtet wurde, und schrieb “Ptolemaios”, dann schrieb er “Maios ptole”, “melio aptos”, er drehte und wendete die in “Ptolemaios” enthaltenen Buchstaben, immer wieder schrieb er neue Kombinationen auf, bis er schließlich auf “apo melitos” kam. “Apo melitos” las er. “Das ist es, apo melitos (deutsch für “wie Honig“), das ist in Ptolemaios enthalten. Ptolemaios apo melitos, mein Herrscher Ptolemaios ist wie Honig. Was bin ich doch für ein Schelm”, so lobte sich Lykophron ob dieser lyrischen Heldentat vielleicht insgeheim. Mag sein, daß er sogar “Heureka“ ausgerufen hat, so wie damals Archimedes, als dieser splitterfasernackt durch die Strassen von Syrakus gerannt ist, nachdem er in der Badewanne das nach ihm benannte Archimedische Prinzip entdeckt hatte.

Heureka. Ich hab´s (gefunden). Was hatte denn Lykophron gefunden ? Das erste Anagramm natürlich, zumindest verwendete er es zum ersten Mal in seinen Schriften, wenn gleich Anagramme wohl schon in religiösen Geheimschriften des alten Orients ihre Verwendung fanden.

Nehmen Sie die drei Buchstaben A, S und U. Würfeln Sie alle Buchstaben durcheinander, bilden Sie neue Kombinationen, neue Wörter. Aus A, S und U lassen sich die Permutationen SAU - ASU - UAS - USA - AUS - SUA bilden. Streichen wir nun die sinnlosen Kombinationen weg, bleiben immer noch USA, AUS und SAU, also drei sinnvolle, neue Wortkombinationen, die sogenannte Neologismen.

Ich sehe schon, die ersten meiner Leser sind bereits wieder einmal eingeschlafen. Na gut, lassen wir das mit den Neologismen, Permutationen, Kombinationen, der griechischen Komödie und nackten Männern, die laut schreiend durch eine an der heutigen Ostküste Siziliens gelegene Stadt rennen. Wie schon desöfteren, wenn ich über viele Umwege langsam zum Ende eines Artikels komme, fragen Sie sich, ich mich übrigens auch, was hat dies alles mit der gewählten Überschrift zu tun ?

Moment, jetzt muß ich selbst erst einmal nach oben scrollen, ich weiß schon gar nicht mehr, wie die Überschrift lautete. Aha, da haben wir es ja: Antichrist-Kind oder Anti-Christkind ? Da fällt mir so im ersten Moment erst mal gar nichts dazu ein. Was könnte ich wohl daraus machen, um nicht völlig mein Gesicht vor Ihnen zu verlieren ? O.k., wissen Sie was. Da ich zuletzt über die Anagramme geschrieben habe, mache ich aus der Not eine Tugend.

Sie kennen doch das amerikanische Pendant zum in unseren Breitengraden vorherrschenden beliebten und ach so lieblichen Christkind, den jenseits des großen (Erdöl)Teichs noch viel beliebteren Santa Claus. Santa Claus, der heilige Nikolaus, Schutzpatron aller Einkaufszentren, Shoppingmeilen, Fußgängerzonen, Duty-free-Läden und ich glaube sogar Geldautomaten und Kreditkartenbesitzer. Nehmen wir also das Wort SANTA und fangen an, Permutationen zu bilden. Rein rechnerisch wäre es uns möglich, insgesamt 1 x 2 x 3 x 4 x 5 = 120 mehr oder weniger sinnvolle Wörter zu bilden. Aber um das Ganze abzukürzen, beschränken wir uns auf einen einzigen Neologismus, aus SANTA machen wir SATAN. Endlich, dank meiner gütigen Mithilfe fällt es Ihnen wie Schuppen von den Augen, erkennen Sie nun endlich die wahre Bedeutung dieses übergewichtigen, unrasierten und andauernd in einem roten Mantel steckenden Ausbrechers aus dem gegenüberliegenden Pensionistenheim. SANTA Claus ist in Wahrheit der Leibhaftige, SANTA heißt in Wahrheit SATAN, der Teufel steckt hier quasi im Detail. Selbst ich muß zugeben, zwar im detailgetreuen roten Kostüm, aber ich bin ihm auf die Schliche gekommen. Und wer gut schleicht, kommt bestens vorwärts.

Und was bietet sich da besser an als eine kleine Erpressung. Wer so wie ich mit Anagrammen umgehen kann und den letzten Geheimnissen der Menschheit auf die Spur gekommen ist, sollte auch entsprechend dafür belohnt werden. Ich erpresse seit schöner Regelmäßigkeit den lieben SANTA SATAN. Jeder Jahr, wie es der Zufall will, so um die Weihnachtszeit, besuche ich ein Kaufhaus nach dem anderen, stelle mich breitbeinig vor die Hilfsteufel in Rot hin, links und rechts je zwei freundliche Herren mit schwarzen Sonnenbrillen und richtig coolen Gesichtsausdrücken, die sich gerade mit neuen Baseball-Schlägern gemeinsam und vor allem gegenseitig beschenkt haben und was soll ich Ihnen sagen. Weihnachten ist das Fest der Liebe. Geschenke, wohin ich schaue und vor allem alle für mich, abzüglich der 60 Prozent Provision für die freundlichen Herren mit den schwarzen Sonnenbrillen in ihren mittlerweile extra-coolen Gesichtern mit diesen wunderbaren Baseball-Schlägern, alle “Made in Über dem großen (Erdöl)Teich.”      

SATAN Claus, ich liebe Dich ! Du bist der wahre Held meiner Weihnachtsgeschichte, Du bist herabgestiegen vom Geschenke-Olymp, von jenem riesigen Geschenkeberg, welcher jedes Jahr pünktlich und mit Brachialgewalt über uns zusammenbricht. SATAN Claus, Du bist wie jedes Jahr kurz nach Ostern (was sein muß, muß sein) heraufgestiegen aus der ewigen Verdammnis der brennend heißen Höllenfeuer Kaufrausch und Konsumwahn. SATAN Claus, millionenfach erschallt Dein Lied “Oh süßer die Kasse muß klingeln.”

Liebe Kinder, das wahre Geheimnis um den Weihnachtsmann ist gelüftet. Es tut mir leid, Euch alle zukünftigen Weihnachtsfeste zu versauen, aber wie schon gesagt: Was sein muß, muß sein ! Das wirkliche Antichrist-Kind, sagen Sie ruhig auch Anti-Christkind, je nachdem wie Ihnen beliebt, es spielt jetzt schon keine Rolle mehr, schon lange nicht mehr, ist weder das Christkind oder SANTA Claus, sondern einzig und allein SATAN Claus, der ungekrönte Herrscher über jedes Weihnachtsfest.

So, liebe Kinder, der 28. Dezember 2009 neigt sich langsam dem Ende zu. Und damit schließe ich auch für heuer endgültig meine Tiraden auf Weihnachten ab. Aber eines kann ich Euch jetzt schon versprechen. 2010 wird kommen, und auch 2010 wird ab Mitte November wieder vom Weihnachtgeschäft bestimmt sein. Und dann warten wir schon alle sehnsüchtig auf SATAN Claus, jenen Wer-schenkt-wem-was-Teufel in uns allen. Und ich warte besonders sehnsüchtig auf ihn und all seine lieben Helfer.

Und bis dahin beschäftige ich mich ganz unverbindlich und unverfänglich mit dem OSTERHASEN. Mal sehen, was für Permutationen entstehen, wenn ich das Konsum-Karnickel so richtig aufmische. Die vier Buchstaben HASS stechen mir geradezu ins Auge und aus dem Rest OTEREN werde ich auch noch was zaubern.