Archive for the ‘Tierisches’ Category

Die hai(le) Welt der Haie?

Mittwoch, Juli 14th, 2010

Der Hai - eine Erfolgsgeschichte der Evolution versinkt in den Tiefen der Meere

Ich saß letzten Sonntag mit meinem Nachbarn (herzlichen Dank für die Anregung, lieber Gerhard) auf unserer kleinen Terrasse, also sozusagen nahe der Natur im grünen Bereich oder eben im Garten Eden des Mittelstandes. Ich muß voranschicken, dass wir beide sehr leidenschaftliche Taucher sind. Und so kamen wir, natürlich neben vielen anderen Dingen, unweigerlich auch auf unser gemeinschaftliches Hobby, das Tauchen zu sprechen. Und selbstverständlich gaben wir auch unserer Besorgnis Ausdruck, wie es mit dem größten Räuber der Meere, sei es nun der sagenumwobene und von vielen Menschen leider vollkommen zu Unrecht gefürchtete Weisse Hai, der von der Verhaltensforschung fast noch völlig vernachlässigte Tigerhai oder der sowohl in Süß- als auch in Salzwasser lebende Bullenhai, wohl in Zukunft weitergehen wird, um jetzt nur die drei bekanntesten Haiarten aus einer Reihe von geschätzten 500 bis 600 (noch) vorkommenden Haifischarten herauszunehmen.

Die Tatsache, dass Haifischflossen immer noch eine Delikatesse in vielen Ländern dieser Erde ist, dürfte vielen Menschen bekannt sein. Die englischsprachige OCEANA-Statistik 2008 (bitte etwas Geduld beim Laden) über den Export von Haifischflossen nach Hongkong, den Hauptabnehmer für Haifischflossen, spricht eine eindeutige Sprache. Nahezu 10 Millionen Kilogramm (kein Druckfehler!) Haifischflossen werden dort bzw. in China zu jener fragwürdigen Spezialität verarbeitet, welcher, vollkommen zu Unrecht natürlich, aphrodisierende Wirkung nachgesagt wird.

So ganz nebenbei: Wussten Sie eigentlich, dass Spanien nicht 2010 Weltmeister wurde, sondern bereits 2008? Sie werden möglicherweise nun sagen, dass ich dies mit dem Gewinn der Europameisterschaft 2008 in Wien verwechsle. Nein, leider ist dies mein blutiger Ernst. Spanien exportierte im Jahr 2008 mehr als 2,6 Millionen Kilogramm Haifischflossen nach Hongkong und stand damit unangefochten auf Platz 1 dieser blutigen Rangliste, einsam und verlassen weit vor Singapur (1,2 Millionen) und Taiwan mit einer knappen Million Kilogramm Haifischflossen. Mit Verlaub, liebe Fussball-Weltmacht Spanien, aber es gibt in meinen Augen wichtigere Dinge als dieses Spiel zwischen zwei Mannschaften, deren Protagonisten in punkto Vermarktung und Geldgier schon eher das Fressverhalten eines Weissen Hais an den Tag legen als eben dieses wunderschöne und hochspezialisierte Geschöpf der Weltmeere.

Nun, leider bestimmt die Nachfrage nach Haifischflossen das Angebot. Und hier steht besonders die aufstrebende Wirtschaftsmacht China im Zentrum meiner Kritik. Ich bin mir meiner Ohnmacht bewusst, mit einem Artikel wie diesem nicht gegen die Interessen des neuen chinesischen Mittelstandes ankämpfen zu können. Doch wer glaubt, Dekadenz sei nur ein vorherrschendes Problem westlicher Konsumgesellschaften, muß auch diese Illusion genommen werden. Wer etwas auf sich hält im chinesischen Society-Leben, kredenzt seinen Gästen Haifischflossen-Suppe. Nicht, weil diese besonders vitamin- und nährstoffreich ist geschweige denn nach irgendetwas schmeckt, Haifischflossen bestehen eigentlich nur aus Knorpeln und nehmen nach tagelangem Köcheln nur den Geschmack der Brühe an, nein gegessen wird in China´s Mittelschicht, was auf den Teller kommt, Hauptsache, der Preis stimmt. Zu zeigen: “He, schaut her, ich kann mir Haifischflossen-Suppe leisten!”, lautet die Devise.

Wissen Sie, wieviel Haileben dies pro Jahr fordert? An die 100 Millionen Haie verenden elendiglich pro Jahr, nur weil sich der Mensch nicht satt essen kann. Shark finning lautet diese mörderische Prozedur. Dem Hai wird bei lebendigem Leib die Rückenflosse vom Rumpf abgetrennt, der unbrauchbare Rest, denn von einem funktionsfähigen Hai können wir leider nicht mehr sprechen, wird galant im so unergründlich tiefen Ozean entsorgt. Dem Tier bleiben nun zwei Möglichkeiten. Da es nicht mehr schwimmen kann, sinkt es langsam auf den Meeresgrund und erstickt dort jämmerlich. Oder es kommt gar nicht bis zum Meeresgrund, sondern wird von anderen Fleischfressern, angelockt durch das Blut, bei lebendigem Leib aufgefressen.

Haie stehen an der Spitze der Nahrungskette, d.h. je geringer der natürliche Bestand an Haien, desto größer die Anzahl der Beutetiere. Am auffälligsten ist dieses Phänomen anhand der Populationen des Kuhnasenrochens zu beobachten, ein beliebtes Beutetier der großen Haiarten wie Tigerhai, Bullenhai oder Hammerhai. Pro Jahr vermehrt sich diese Rochenart um Prozentpunkte im möglicherweise nun schon zweistelligen Bereich. Doch auch Kuhnasenrochen leben nicht von Salzwasser und Liebe allein. Austern und Jakobsmuscheln stehen wiederum auf deren Speiseplan. Doch eben durch dieses rasche Zunahme der Kuhnasenrochen können sich die Austern- und Jakobsmuschelbänke ebenfalls nicht mehr erholen, werden förmlich abgegrast. Die Haie werden aussterben. Doch sie hinterlassen ein kaskadenartiges Erbe an weiteren aussterbenden Arten in den einst reichen Weltmeeren. Das ökologische Gleichgewicht wankt bereits bedenklich, doch je mehr Haifischflossen auf den vergoldeten Tellern der Menschheit schwimmen, um so weniger andere Arten, wohlgemerkt neben den Haien, werden in den zukünftigen Meeren unserer Kinder und Kindeskinder schwimmen.

Und all jenen, welche sich immer noch nicht durch diese Zeilen überzeugen lassen, möchte ich nun schadenfroh ins feiste Gesicht lachen und folgendes Szenario mit auf den Weg geben. Der Mensch benötigt, zumindest glaubt er diese, Quecksilber (siehe dazu z.B. meinen Artikel über den Export von Elektroschrott nach Ghana). Nun, und wohin mit dem ganzen Quecksilber aus Industrie und Adel. Richtig, rein in die Flüsse und ab ins Meer damit. Dieses anorganische Quecksilber hat jedoch eine unangenehme Eigenschaft respektive Bakterien und Algen haben die unangenehme Eigenschaft, aus dem anorganischen Quecksilber eine unangenehme Eigenschaft zu machen. Sie wandeln es nämlich in hochgiftiges organisches Mono- und Dimethylquecksilber um. Und jetzt kommt wieder der Hai als Spitze der Nahrungskette ins grausame Spiel. Denn jetzt bewahrheitet sich der dümmliche Slogan “Haie sind für Menschen tödlich” wirklich, allerdings mit der Anmerkung “wenn man sie isst!” “Haie sind für Menschen tödlich, wenn man sie isst” haben Forscher der Uni Mainz nachgewiesen. Bereits fünf Gramm Haisteak enthalten die für den Menschen zulässige Tageshöchstgrenze an Methylquecksilber (dazu weiterführend z.B. Sharkproject). Wer der Meinung ist, nicht isst, dass Quecksilber im Hai ja wohl nicht wirklich in rauhen Mengen vorkommt, möge bitte die Statistik des Forschungsprojektes „Methylquecksilber in Fischen“ des LAVES erfolgreich abgeschlossen betrachten, sozusagen als kleiner Appetitanreger.

Sie möchten sich trotzdem ein Haifischsteak oder eine delikate Haifischflossen-Suppe so richtig auf der Zunge zergehen lassen. Kein Problem, aber denken Sie daran: Methylquecksilber kann die sogenannte Blut-Hirn-Schranke überwinden, nistet sich dann dort ein und wird für sehr lange Zeit gespeichert. Wer Depressionen, Kopfschmerzen und Gedächtnisschwierigkeiten als notwendiges Übel in Kauf nehmen möchte, wünsche ich “Guten Appetit!” Und wer mit dem Gedanken spielt, Kinder in diese zukünftige Welt ohne Haie zu setzen, bedenken Sie bitte eines. Methylquecksilber überwindet die Plazenta und welche Schäden Ihr Nachwuchs dadurch nehmen kann, fragen Sie bitte Ihren Apotheker oder Arzt Ihres Vertrauens.

Ich weiß selbstverständlich, dass ich im Moment all meine LeserInnen mit meinen Anschuldigungen anspreche. Ich bitte diese Rigorosität zu entschuldigen, aber es ist einzig und allein meine Intention, Aufklärungsarbeit zu leisten. Und dies erfordert mitunter eben auch drastische Maßnahmen. Es geht hierbei nicht um den Gewinn irgendeines Titels einer unbedeutenden Sportart wie Fußball, sondern um den Erhalt einer Spezies, welche ihren Ursprung bereits vor 300 bis 400 Millionen Jahren im Zeitalter des Devon hatte. Der Homo sapiens und seine Vorfahren können auf eine Erfolgsgeschichte von einigen wenigen Millionen Jahren zurückblicken, ein verschwindend geringer Zeitraum im Vergleich zu den Haien. Der Mensch betrachtet sich (fälschlicherweise) als Krone der Schöpfung. Den Haien gegenüber verhält er sich jedoch als bestialisches und rücksichtsloses Raubtier, welches diesen scheuen, neugierigen und vor allem intelligenten Wesen die Dornenkrone der Vernichtung aufsetzt.

Mein Plädoyer zum Schutz der Haie ist immer noch nicht fertig. Wussten Sie, dass Haifischleberöl bzw. Haifischlebertran reich an sogenannten Squalen ist. Diese Squalen werden in der Kosmetikindustrie unter anderem in Feuchtigkeitscremes oder in Kapseln zur Erhöhung der Lebensqualität verarbeitet. Doch Squalen bedeutet Qualen. Denn die Kosmetikindustrie hätte vielfach andere Alternativen, welche auf Basis pflanzlicher Extrakte gewonnen werden können. Ich habe bereits Stephen Spielberg an den Pranger gestellt. Doch auch ein Großer der Weltliteratur mit Namen Ernest Hemingway hat mit seinem Klassiker “Der alte Mann und das Meer” dem Hai keinen Gefallen erwiesen. Sein im Buch so bezeichnetes “shark liver oil” als Wunderwaffe gegen Erkältung und grippale Infekte? Ein weiterer Irrglaube der Menschheit, welcher unbewiesen durch die Köpfe der Menschen geistert.

Es gäbe noch so vieles zu schreiben, doch lassen wir zum Schluß die Bilder in Form eines Videos mit dem bezeichnenden Titel “Sharkwater - wenn Haie sterben” sprechen. Opfern Sie also bitte zehn Minuten Ihrer Zeit, nicht mir, sondern einem schützenswerten Wesen namens Hai und lassen Sie sich in die grausame und blutige Welt, Shark finning genannt, entführen. Und wer dann immer noch Lust auf Haifischsteak oder Haifischflossen-Suppe hat, dem kann niemand mehr helfen. Für diese Menschen hätte ich eine Hauptrolle in Stephen Spielberg´s “Der Weisse Hai” zu vergeben, allerdings wird sich kein Hai an solchen Individuen seine Zähne schmutzig machen.            


naturefund.de - Kampf um jeden Meter

Mittwoch, Juli 7th, 2010

Ich habe bereits in meinem Artikel “Formel 1: Mit Vollgas zur Formel Grün” ein Hilfsmittel namens CO2-Rechner erwähnt, welches Ihnen und mir als Verbraucher als Berechnungsgrundlage unseres persönlichen CO2-Ausstosses hilfreich sein kann. Heute möchte ich deshalb dies zum Anlass nehmen, neben den verschiedenen CO2-Rechnern des Webprojektes naturefund.de ein bestimmtes Hilfsprojekt näher vorzustellen.

Naturefund.de hat es sich als Naturschutzorganisation zur Aufgabe gemacht, aktiv Lebensraum zum Erhalt der Artenvielfalt dieses grünen Planeten zu schaffen, zu bewirtschaften und vor allem zu bewahren. Ich habe dementsprechend diesem Artikel bewusst das Leitmotiv “naturefund.de - Kampf um jeden Meter” vorangestellt, da es im wahrsten Sinn des Wortes um jeden Quadratmeter tropischen Trockenwaldes geht, welchen es entlang der Pazifikküste Nicaraguas, und nicht nur dort, zu schützen gilt.

Die Botaniker unterscheiden ca. 40 Arten von Regenwäldern (Dieter Kloessing: Pflanzen in Costa 1: Tropische Waldformen, 1.2 Tropischer Trockenwald und 1.3 Übergang vom tropischen Trocken- zu immergrünen Regenwald). Weshalb richtet sich also das Augenmerk von  

Naturefund - Wir kaufen Land für Natur!

auf ein Stückchen Natur mit dem spröden und unspektakulären Namen tropischer Trockenwald?Wenn wir an die Tropen Mittel- oder Südamerikas denken, verbinden dies die meisten Menschen wohl unweigerlich mit immergrünen dichten Regenwäldern voller üppiger saftiger Vegetation und bunten Vögeln in den regennassen Baumwipfeln. Schlangen züngeln lautlos kriechend über dicke flechtenbehangene Äste, Affen kreischen unsichtbar in den Baumkronen und auf samtenen Pfoten schleichen Raubkatzen durch das grüne Dickicht aus tropfenden Farnen.

Der tropische Trockenwald hingegen bietet dem Naturfreund ein vollkommen anderes Bild. Laubwerfende Bäume, bedingt durch die mehrmonatige Trockenzeit, prägen hier das Bild. Akazien und Kakteen bilden den Schwerpunkt der Fauna dieser letzten noch verbliebenen Waldinseln. Jiñocuabo, Caoba, Ceibo und Roble herrschen vor, in denen seltene und teilweise sogar endemische Tierarten Zuflucht suchen. Der Nationalvogel Nicaraguas, der grün-orange gefiederte Türkisbrauenmotmot mit dem prächtigen türkisfarbenen Schwanz, ist hier genauso beheimatet wie die wunderbare und in ihrem Erscheinungsbild so vielfältige Boa constrictor. Die Pracht-Erdschildkröte mit ihrem graubraunen oder erdbraunen Panzer und den roten, gelben und schwarzen Linien und Flecken, das nachtaktive Neunbinden-Gürteltier oder die kaum erforschte Ozelotkatze haben sich an dieses karge Leben angepasst. Regenwolken, welche mit den Ostwinden herangetragen werden, werfen ihre kostbare Fracht meistens bereits an den vorgelagerten Gebirgsketten ab, resultierend daraus müssen Flora und Fauna eine durchschnittlich neunmonatige Trockenzeit überstehen. So auch der Jaguarundi, das Leittier des naturefund.de-Projektes Wir kaufen Land für den Jaguarundi.

Ein Jaguarundi auf der Jagd

Ein Jaguarundi auf der Jagd: Foto Bodlina (Quelle: Naturefund.de: Wir kaufen Land für Natur)

Der Jaguarundi oder auch Wieselkatze erscheint auf den ersten Blick wie ein schwarzer Puma oder Jaguar im Miniaturformat. Abgestorbene Bäume und Büsche geben der kleinen Wildkatze Deckung auf der Jagd nach Hasen, Eidechsen, Vögeln und anderen kleinen Nagern. Doch der Jaguarundi verschmäht ebenfalls nicht Blätter und Früchte, welche er als guter Kletterer erreichen kann. Wie viele Tiere hat er jedoch mit der Zurückdrängung durch den Menschen zu kämpfen. Dieser sogenannte Habitatsverlust, die stetige Verkleinerung seines natürlichen Lebensraumes, haben ihn letztendlich dort hingebracht, wo ihn eigentlich kein Mensch haben möchte, nämlich auf die rote CITES-Liste gefährdeter Tierarten.

Tropische Trockenwälder sind eine der weltweit am stärksten bedrohten Lebensräume. Während die feuchten Tropen für eine Besiedlung und Nutzung durch den Menschen aufgrund der klimatischen Bedingungen ungeeignet sind, bieten die tropischen Trockenwälder geradezu ideale Verhältnisse. Riesige Agrarflächen (Mais), die Abholzung und eine intensive Beweidung durch Nutzvieh (Ziegen) haben die tropischen Trockenwälder entlang der Pazifikküste fast vollkommen zerstört. Naturefund hat es sich deshalb zum Ziel gesetzt, zusammen mit der lokalen und gemeinnützigen Organisation ADECA (siehe auch Alexander von Humboldt Stiftung “Neues aus Nicaragua“) ein 140 000 Quadratmeter großes Areal an der Pazifikküste Nicaracuas zu kaufen, um dort im Rahmen des initiierten Waldfonds dauerhaft und nachhaltig ein Stück tropischen Trockenwald zu schützen. Weiterhin soll im Rahmen des geplanten Umweltbildungsprojektes die angrenzende Finca als Vorreiter und vor allem als Vorbild in Sachen ökologischer Landbau dienen.

ADECA-Direktor Enrique Ramirez Asencio gibt seiner Hoffnung mit dem folgenden Satz (frei aus dem Spanischen übersetzt) Ausdruck: “Wenn wir in starken Netzwerken zusammenarbeiten, kann die Welt nicht explodieren.” Vielleicht wollen auch Sie sich einem starken Netzwerk anschließen? Einem Netzwerk mit dem Namen naturefund.de. In einem Punkt muß ich natürlich Herrn Asencio widersprechen! Wenn die Population des immer seltener werdenden Jaguarundi zumindest ein kleines bisschen explodieren würde, hätten wir alle etwas davon. In diesem Sinne übergebe ich nun das Wort an:
Naturefund - Wir kaufen Land für Natur!

Die Natur - Natürliches Krisenmanagement…

Donnerstag, Mai 27th, 2010

…als Strategie und Problemlöser für Wirtschaftsbosse?

Beim allnächtlichen Stöbern in den virtuellen Weiten, Welten und Wogen namens Internet, in vielen Fällen handelt es sich allerdings nur um virtuelle seichte Tümpel, bin ich doch wieder einmal fündig geworden. Ein Blog mit dem vielversprechenden Namen “Neues vom rechten Stirnlappen“ nahm meine Aufmerksamkeit in Anspruch und, weil ich nun einmal ein ruhe-, rast- und auch sonstiger -loser Mensch bin, beschloß ich, ein Weilchen zu verweilen. “Wie löst die Natur Probleme?“, so der Titel eines Blogbeitrages. “Das möchte ich auch gerne wissen”, dachte ich neidvoll und begann zu lesen.

Schon im ersten Satz wurde ich auf einen Beitrag mit dem interessant klingenden Titel “Manager sind wie Ameisen“, veröffentlicht auf Zeit online, geleitet, welcher sich mit der sogenannten Wirtschaftsbionik befasst. “Wirtschaftsbionik, hört sich verdammt wissenschaftlich und für den Laien wie mich viel zu kompliziert an”, so spann ich den Faden der Unterhaltung mit mir weiter, in Ermangelung geeigneter Gesprächspartner zu solch nachtschlafender Zeit der einzige Weg, Konversation zu betreiben. Übrigens, wenn ich schon beim Spinnen bin, aber dies nur nebenbei, ich finde es wieder einmal erwähnens- und natürlich lobenswert, daß Blogs genau aus diesem Grunde auf andere Artikel verlinken, denn nur so entstehen sinnvolle Netzwerke in ihrer ursprünglich gedachten Form, nämlich dem Hinleiten auf brauchbare Informationen, so wie es am Beispiel von Henning Patzner vorbildlich geschehen ist.

Aber nun wieder zurück zu meinem begonnenen Faden, denn wie Sie als leidgeprüfte LeserInnen wissen, hängt der bei mir oftmals am seidenen Faden, weil ich meist irgendwann den Faden verliere und irgendwann nicht mehr weiß, welch Kreativ-Spinnerei ich begonnen habe und mich meist, so wie es gerade im Moment wieder geschieht, irgendwann im Endlos-Rhetorik-Knäuel imaginärer Sprechblasen verliere, welche dann der Reihe nach zerplatzen, ohne jemals ihre schillernde Sprach-Haut über Sie gebreitet zu haben. Zu schnell, zu viel, zu versponnen, zu verschachtelt? Macht nichts, glauben Sie mir! Auch dieses syntaktische Kartenhaus und diese sprachlose Sprach-Sprechblasen-Sprachbarrieren-Semantik wird unweigerlich einstürzen und mich alleine und vollkommen wortlos zurücklassen.

Zurück zur Natur! Wir können also von der Natur lernen? Nicht schlecht, fragt sich dementsprechend nur noch, wann wir damit beginnen wollen. Einen Anfang macht zumindest die Ludwig-Maximilians-Universität München mit dem Fach Wirtschaftsbionik. Verzeihen Sie mir, wenn ich auf die Definition verzichte, mich interessieren vielmehr die Zielsetzungen, welche sich hinter dieser Begrifflichkeit verbergen.

Die Natur bietet Lösungen für die vielfältigsten Problemstellungen an. Diese von der Natur, z.B. Bienen, Ameisen oder Termiten, vorgegebenen und entwickelten Strategien müssen dabei jedoch nicht grundsätzlich besser sein als jene, welche der Homo sapiens entwickelt hat. Auch ist es oftmals nicht möglich, daß sie auf menschliche Krisen übertragbar bzw. anwendbar sind. Die Wirtschaftbionik untersucht dabei vielmehr die zugrundeliegende Dynamik, Komplexität und Dezentralisierung, wie sie z.B. in Insektenstaaten vorherrscht. Ebenfalls von Bedeutung ist hierbei, wie sich aufgrund von Millionen einzelner Lebewesen Strukturen im Hinblick auf Kommunikation, Kooperation sowie Konfliktlösungen auf menschliches Verhalten transformieren lassen.

Warum schwärmt ein Bienenschwarm ohne scheinbar oberste Instanz in die gleiche Richtung? Wer koordiniert die Richtung? Wer gibt vor, wie sich ein anscheinend unkoordiniertes Kollektiv zielgerichtet und vor allem taktisch diszipliniert gegen Feinde schützt? Wie schafft es ein riesiger Organismus, bestehend aus unzähligen “primitiven” Einzelorganismen, die lebenswichtigen Aufgaben an die entsprechenden Aufgabenträger zu delegieren? Warum funktioniert die Logistik der Transportwege der Ameisen so reibungslos und welche Ameisenalgorithmen stecken dahinter? Welche Informationen und vor allem wie geben die Arbeiterinnen eines Bienenschwarms diese Informationen weiter, damit die Nahrungsquellen gefunden werden? Welche Mechanismen stecken hinter diesem ungehinderten und effektiven Informationsfluß, damit dieser sämtliche daran beteiligten Schnittstellen ohne Informationsverlust passieren kann? Ein Bienenvolk sucht sich einen günstigen Standort. Doch wer zeichnet für die Standortwahl verantwortlich? Wer prüft den Standort nach welchen Kriterien und wer trägt letztendlich die Entscheidung? Was passiert bei Meinungsverschiedenheiten? Welches Kontrollorgan dient als Konfliktlöser?

Fragen, mit denen sich die Wirtschaftsbionik beschäftigt und deren Antworten vielleicht in Zukunft verstärkt als Instrumente für wirtschaftliche Krisen herangezogen werden könnten. Die Sache hat nur einen Haken. Eine mitentscheidende Voraussetzung ist kooperatives Verhalten. Doch welcher Manager, welcher Machthaber, welcher Wirtschaftsstratege bringt diese Fähigkeit mit. So wird es also weiterhin den Bienen, Ameisen und Termiten vorbehalten sein, auch in Krisenzeiten effektiv ihre Probleme zu lösen. Aber zumindest kann der moderne Mensch von sich behaupten, eine interdisziplinäre Wissenschaft mit dem wohlklingenden Namen Wirtschaftsbionik geschaffen haben.

Und die ungelösten Probleme? Aber bitte, nicht so kleinlich! Bei so vielen Fragestellungen aus dem Reich der Tiere wird es doch erlaubt sein, zumindest eine einzige Frage unbeantwortet zu lassen! In diesem Sinne grüßt Sie der Spinner, der am seidenen Faden hängt.          

RINGANA…auf den Hund gekommen!

Mittwoch, Mai 26th, 2010

RINGANA Vitapacks: Gesundes Ergänzungsfuttermittel für Hunde 

Sehr geehrte Leserschaft, dieser Artikel enthält Werbung und ist deshalb hauptsächlich gedacht, über die RINGANA-Produktpalette sowie das neue Ergänzungsfuttermittel für Hunde von RINGANA, die RINGANA VITAPACKS zu informieren.

RINGANA Frischekosmetik und RINGANA Naturkosmetik Frischekosmetik und RINGANA Frischekosmetik und RINGANA Naturkosmetik Naturkosmetik sind aus unserer Welt der Naturkosmetik sicherlich nicht mehr wegzudenken. Weshalb RINGANA die Nummer 1 auf dem Gebiet der Naturkosmetik und Frischekosmetik ist, habe ich bereits auf meinem Webprojekt Naturkosmetik von RINGANA zur Genüge geschrieben und verweise dementsprechend auf die dortigen Informationen zu den RINGANA-Produkten.

Doch was wäre, wenn nicht nur der Mensch, sondern auch der beste Freund des Menschen, in vielen Fällen gleichbedeutend mit dem Hund, von RINGANA profitieren würde? Deshalb hat sich nun RINGANA den berühmten Spruch von Mahatma Gandhi “Die Größe und den Fortschritt einer Gesellschaft kann man daran messen, wie sie ihre Tiere behandelt.” zu Herzen genommen und bringt endlich frischen Wind in den unübersichtlichen Markt namens Hunde-Ergänzungsfuttermittel.

Frische Ideen mit WOW-Effekt

Was RINGANA bereits in vielfacher Weise im Hinblick auf das Wohlbefinden für den Menschen verwirklicht hat, wurde nun, in Zusammenarbeit mit Dinner For Dogs und selbstverständlich der Umsetzung moderner veterinärmedizinscher Erkenntnisse, auch für den Hund umgesetzt. Zielsetzung von RINGANA war es hierbei, jenen negativen Erscheinungsformen wie Übergewicht infolge von Bewegungsmangel, Gelenksproblemen oder Nierenüberlastung entgegenzuwirken. Denn nicht nur der Mensch leidet unter diesen Mangelerscheinungen unserer sogenannten Wohlstandsgesellschaft, auch die Hundegesundheit stellt die Hersteller vor immer neue Aufgaben, welche es zur Zufriedenheit von Hundebesitzer und vor allem des Hundes selber zu erfüllen gilt. Der Mangel an Eiweiß, hochwertigen Vitalstoffen und essentiellen Nährstoffen in herkömmlichem Hundefutter sind Faktoren für Nieren- und Herzerkrankungen, welche einen dementsprechenden Ausgleich durch Nahrungsergänzung erfordern.

RINGANA VITAPACKS

Das Ergänzungsfuttermittel von RINGANA, die RINGANA VITAPACKS spiegeln deshalb auch jenes Konzept wider, welches RINGANA mit seiner Philosophie von 100% Natur, 100% Frische, 100% Wirkstoff in Form von Frischekosmetik, RINGANA CAPS und RINGANA PACKS für den gesundheitsbewussten Verbraucher realisiert hat. Grundlage der fünf verschiedenen RINGANA VITAPACKS-Produkte, sozusagen die Grundversorgung für Ihren Hund, bildet dabei ein Vitalstoff-Basiskomplex aus essentiellen, kenzentrierten Substanzen und Vitalstoffen, welcher die Allgemeingesundheit Ihres Hundes sicherstellt, den Stoffwechsel und die Verdauung unterstützt sowie die Fitness und das Wohlbefinden des Hundes fördert.

Neben dieser Basisversorgung enthalten die jeweiligen RINGANA VITAPACKS zusätzliche Wirkstoffkomplexe, welche auf die individuellen Bedürfnisse der Hunde im Speziellen eingehen und verschiedene Gesichtspunkte der Hundegesundheit berücksichtigen.

  1. Eine Extraportion Aminosäure in denVITAPACKS grow up legt den Grundstein für die körperliche und geistige Gesundheit des jungen Hundes in der Wachstumsphase. Der Organismus des Hundes benötigt für den Muskelaufbau vor allem eines: Eiweiß! Das Pisane® Erbsenprotein erfüllt diese Funktion einer hochwirksamen und effektiven pflanzlichen Energiequelle, welche Ihrem Vierbeiner jenen benötigten und vor allem ernährungsphysiologisch wertvollen Eiweißbedarf zuführt. Darüberhinaus enthalten die VITAPACKS grow up einen äußerst hochwertigen Chlorella-Algen-Extrakt, welcher neben zahlreichen wichtigen Mineralien, Aminosäuren, Vitaminen und Chlorophyll einen speziellen Wachtumsfaktor (Chlorella-Wachstums-Faktor CWF) für das Zellwachstum und den Zellschutz enthält.
  2. Gesunde Gelenke, das A und O jedes Hundebewegungsapparates. Mit den VITAPACKS keep moving beugen Sie Gelenksproblemen und der eingeschränkten Bewegungsfreiheit Ihres Vierbeiners effektiv vor. Calcium und Magnesium für starke und gesunde Knochen, die vorbeugende Wirkung von Glucosamin gegen Arthrose, Knorpeldegeneration sowie als Stimulans für die Knorpelneubildung, der entzündungshemmende natürliche Nahrungsschwefel zur Stärkung des Immunsystems sowie die Förderung der Regeneration des Bewegungsapparates durch Teufelskralle und Weihrauch, viele gute Gründe, Ihrem Hund nur das Beste in Form von VITAPACKS keep moving zu geben. Essentielle Spurenelemente wie Bor und Silizium festigen die Knochen und sorgen dafür, daß Ihr Hund in Bewegung bleibt.
  3. Unsere Wohlstandsgesellschaft fordert ihren Tribut. Denn was viele Hundehalter nicht bedenken: Nicht nur wir Menschen haben mit Übergewicht zu kämpfen und in weiterer Folge davon mit körperlichem und seelischem Unwohlsein bis hin zu irreparablen Schäden. VITAPACKS stay slim helfen Ihrem Hund, in Form zu bleiben. Garcinia cambogia, ein indischer Kürbisextrakt, dient dabei durch sein länger andauerndes Sättigungsgefühl als Appetitzügler, bremst die Umwandlung von Kohlenhydrate in Fett und hilft somit letztendlich Ihrem Hund bei der Erlangung einer gesunden Fitness. Hunde fressen, und hier stehen sie uns Menschen in nichts nach, aus Langweile. Hochdosiertes lebensnotwendiges Chrom verringert diese Heißhungerattacken, führt durch seine appetitzügelnde Wirkung zu einer spürbaren Verbesserung des Eßverhaltens und unterstützt Sie und Ihren Hund beim Ziel der Gewichtsreduktion. Mit den VITAPACKS stay slim steht dem gesunden Normalgewicht Ihres Hundes nichts mehr im Weg.
  4. Welches Organ steuert unser Säure-Basen-Gleichgewicht? Welches Organ reguliert unseren Blutdruck? Welches Organ ist für unseren Wasser- und Elektrolythaushalt verantwortlich? Welches Organ regelt die Ausscheidung giftiger Abfallstoffe? Vier Fragen, eine Antwort: Die Niere! Und genau diese Funktion erfüllt die Niere auch beim Hund. Was aber, wenn Ihr Hund unter Niereninsuffizienz leidet und die Entgiftungsfunktion durch die Niere darunter leidet? Die VITAPACKS balance & more enthalten einen hochwirksamen Komplex aus Brennnesselblattextrakt, Ackerschachtelhalm, Birkenblättern, Java Tee und Buchu, welcher in seiner einzigartigen Kombination die Nierentätigkeit anregt, antibakteriell auf die Harnwege wirkt sowie unerwünschte Substanzen und Giftstoffe aus dem Körper ausscheidet, indem die Ausscheidungsfunktion der Niere gefördert wird. Vertrauen Sie den VITAPACKS balance & more, um den Körper Ihres Vierbeiners in der richtigen Balance zu halten.
  5. Vorzeitige Zellalterung durch freie Radikale, hervorgerufen durch extreme und schädliche Umweltfaktoren, sind nicht nur menschliche Probleme. Auch der beste Freund des Menschen hat mit diesem gravierenden Problem vorzeitiger Zellalterung zu kämpfen. VITAPACKS anti aging mit seinen beiden hochwirksamen Antioxidantien L-Carnosin und dem z.B. in Trauben enthaltenen Resveratrol zählen zu den wohl wertvollsten Anti-aging-Substanzen überhaupt. Zellverjüngende Eigenschaften und ein enormes Regenerationspotential von L-Carnosin in Kombination mit den positiven Eigenschaften von Resveratrol auf Herz-Kreislauf, Fettstoffwechsel und Knochendichte, welches auch als Aktivator des sogenannten SIRT1 (Langlebigkeits-/DNA-Reperatur)-Gen bezeichnet wird, machen VITAPACKS anti aging zum Jungbrunnen für Ihren Hund und sorgen dafür, daß Sie gemeinsam mit Ihrem Vierbeiner eine unbeschwerte und vor allem eine sehr lange Freundschaft genießen können.

Sie haben weitere Fragen zu den RINGANA VITAPACKS oder benötigen noch mehr Informationen, wie Sie Ihrem geliebten Vierbeiner und somit auch sich selbst als Frauchen und Herrchen noch mehr gesunde Freude bereiten können? Der RINGANA VITAPACKS-Produktfolder steht als Download für Sie bereit und unterstützt Sie bei der Suche nach dem richtigen Ergänzungfuttermittel für Ihren Hund.

RINGANA Vitapacks: Gesundes Ergänzungsfuttermittel für Hunde


Wichtiger Hinweis
VITAPACKS helfen, das Wohlbefinden Ihres Hundes zu steigern und unterstützen seine Gesundheit. Sie sind keine Arzneimittel und sollen Tierarztbesuche nicht ersetzen. VITAPACKS sind nicht zum Behandeln oder Heilen von Krankheiten bestimmt. Wenn Ihr Hund unter tierärztlicher Medikation steht, Gesundheitsprobleme hat oder tragend ist, konsultieren Sie vor der Verabreichung von VITAPACKS den Tierarzt. Wenn Ihr Hund an bekannter Unverträglichkeit oder Futtermittelallergien leidet, beachten Sie bitte die Zutatenliste Ihres Produktes. VITAPACKS sind nach den konkreten Bedürfnissen von Hunden entwickelt worden - sie sind daher nicht für Katzen, andere Tiere oder Menschen vorgesehen. Ergänzungsfuttermittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene Fütterung und eine gesunde Tierhaltung.
 

Riga und Raben(eltern)

Donnerstag, Dezember 10th, 2009

So, meine lieben LeserInnen, es ist so weit ! Ich darf mich nun für die nächsten sechs Tage von Ihnen verabschieden, da ich mit der allerbesten Ehefrau, die meisten werden sie bereits als die mir angetraute und anvertraute Gabi und somit eine der bemitleidenswertesten Personen der gesamten Michstrasse kennen, die lettische Hauptstadt Riga ansteuern werde. Da die liebe Tochter, ja sie muß zuhause bleiben, nein wir sind keine Rabeneltern, meinen Blog allerdings nicht weiterführen wird, werden Sie dementsprechend die nächsten Tage nicht viel Neues erspähen.

Bevor ich es nun vergesse, noch einmal zurück zu den bereits angesprochenen Raben bzw. Rabeneltern. Wenn wir von Rabeneltern sprechen, assoziieren wir unweigerlich schlechte Eltern, die sich schlecht und vollkommen unzureichend um den eigenen Nachwuchs, sprich die eigenen Kinder, kümmern. So, jetzt muß endlich einmal Schluß mit diesem Blödsinn sein, eine ganze Vogelart kommt hier seit langer Zeit völlig zu Unrecht in Verruf und Mißkredit.

Raben zeichnen sich durch ein hervorragendes Sozialverhalten aus, die Jungtiere werden selbst Wochen nach Verlassen des Nestes noch von ihren Rabeneltern, dies jetzt bitte wortwörtlich, noch durchgefüttert und vor Feinden gewarnt. Aber eben diese gemachte Beobachtung war es, die uns Menschen zu dem Trugschluss verleitete, Raben seien schlechte Eltern. Obwohl oftmals noch nicht flügge, verlassen die Jungtiere bereits das eigene Nest, es ist wie bei den Menschenkindern, sie wissen einfach alles besser. Naja, und dann sitzen sie eben da, scheinbar einsam und verlassen auf dem Waldboden, fern der Nestheimat, aber doch immer unter den wachsamen Blicken der stets besorgten Rabeneltern. Der einzige, der wieder einmal glaubt, die kleinen Nesthocker wären vorzeitig aus dem heimatlichen Nest geworfen worden, ist der Mensch. (siehe auch Rabenmutter).

Eine weitere interessante These in Verbindung mit dem schönen Sprichwort “Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus”, d.h. woher dieses Sprichwort stammt, läßt sich womöglich auch mit dem schon angesprochenen Sozialverhalten der Raben erklären. Ausgeprägte soziale Kontakte im Tierreich äußern sich vielfach in der Vorliebe, sich gegenseitig zu reinigen und sich dadurch von Mitessern und quälenden Parasiten zu befreien. Dieses Verhalten ist gerade bei den Raben sehr gut zu beobachten, wobei sie sich mit ihren dolchähnlichen Schnäbeln gerade im Augenbereich gerne gegenseitig putzen. Und dies tun die Raben mit soviel Vorsicht, daß sie sich gegenseitig nicht verletzen, ” die Krähen hacken sich also niemals die Augen aus”.

Doch abgesehen von diesem Sozialverhalten stellen Wissenschaftler wie Louis Lefebvre von der McGill-Universität in Montreal den Raben und Krähen ein ganz besonderes Zeugnis aus: Die Geier grübeln schon, nein, nicht wo denn nun der nächste Kadaver liegt, sondern wie sich Frischfleisch zu solchen verarbeiten läßt. Wer bisher der Meinung war, nur Menschen und unsere nächsten Verwandten, die Primaten, können mit Werkzeug umgehen und sich sogar eigene Werkzeuge anfertigen, muß sich nun eines Besseren belehren lassen. Und die japanischen Rabenkrähen haben diese Fertigkeit gar zur Kunst erhoben, sie haben sich ihren eigenen Drive-in für Walnüsse geschaffen. Denn das Problem der Rabenkrähe ist folgendes: Sie haben Walnüsse zwar zum Fressen gern, aber ihr Schnabel ist nicht als Nussknacker geeignet. Was also tun ? 

Auf nahegelegenen Hausdächern oder anderen Plätzen warten sie die Rotphasen der Ampeln ab. Stehen die Autos dann, plaziert dieser Einstein unter den Vögeln die Walnüsse vor den Autoreifen der stehenden Autos, wartet ab, bis die Fussgänger die Zebrastreifen überquert haben und die Autos bei Grün über die Nüsse fahren und sie knacken. Misslingt der Versuch, nun dann heißt es eben warten bis zum nächsten Auto, aber auch auf Japans Strassen bedeutet dies kein langes Warten.

Und da Raben und andere intelligente Vögel auch noch andere Gelüste haben als sich nur der langweiligen Tätigkeit der Nahrungsaufnahme hinzugeben, brauchen auch diese Lebewesen ab und zu einen besonderen Kick. So wie wir Fallschirmspringen oder tauchen, holen sich manche dieser gefiederten Artgenossen ebenfalls ihren ganz speziellen Kick. Das folgende Bild, welches ich auf dem Birdwatcher Weblog gefunden habe, könnte durchaus als Vogel auf bzw. unter dem Drahtseil durchgehen, allerdings ohne Netz, doppelten Boden und vor allem ohne Stuntman. 

Ein Vogel am Drahtseil

       Quelle: Birdwatcher Weblog, gesehen unter http://www.surfbirds.com/blogs/asptec/archives/003217.html

So, da ich im Moment noch nicht viel über Riga zu berichten weiß, möchte ich zumindest abschließend all diejenigen grüßen, die irgendwann einmal zu Unrecht als Rabenmutter, Rabenvater oder als Rabeneltern tituliert wurden. Und sollte Ihnen diese Namensgebung zu einem späteren Zeitpunkt einmal widerfahren, bedanken Sie sich artig und höflich, nehmen Sie es als stillschweigendes Kompliment und verweisen Sie doch auf diese hochintelligenten, in ihrer Lebensweise sehr flexiblen und vollkommen unterschätzten, schwarzen und gefiederten Gesellen des Vogelreiches. Nicht umsonst bediente sich schon der einäugige Odin, der germanische Göttervater, auch als Rabengott bezeichnet, der beiden Raben Hugin (Der ”Gedanke”) und Munin (Die “Erinnerung”), die ihm all das zuflüsterten und zutrugen, was sie auf ihren Streifzügen durch die Welt erblickten und hörten.

Wer sich nun noch etwas mit dem Raben beschäftigen will, die folgenden Links zum Thema Rabe könnten ganz hilfreich sein. Und über Riga sprechen wir dann, wenn ich wieder zurück bin.

Tierisch intelligent: Krähen sind erfindungsreiche Werkzeugnutzer, Die Raven Homepage, Das Ei war sein Schicksal

Bis dahin grüßt Sie der Rabenvater Paul Bögle

       

2010

Donnerstag, Dezember 3rd, 2009

Wie Sie ja bereits wissen, habe ich am 04. Oktober 2009 in 2009 - Ein Rückblick spontan beschlossen, dieses Jahr, welches wir mit 2009 bezeichnen, ad acta zu legen. Nicht, weil ich von 2009 die Nase voll habe, da müsste ich von vielen anderen Dingen (Taxi - Motor an, Motor aus, Es werde Licht, Das Atom vom Strom oder Second-Hand-Spielzeug) schon lange mein Riechorgan zum Jahre 2009, sprich ad acta, legen. Aber, wir haben es in der Schule und selbstverständlich auch anderswo gelernt, nach 2009 kommt wieder etwas und dieses Etwas heißt 2010. Was Ihnen, mir, uns das Jahr 2010 bringen wird, weiß ich natürlich nicht, aber zumindest soll 2010 für einige Arten aus Fauna und Flora ein ganz besonderes Jahr werden.

Ich spreche von der Wahl der Pflanzen und Tiere des Jahres 2010. Wissen Sie eigentlich, wann zum ersten Mal ein Tier des Jahres gewählt wurde ? Die Lösung steht am Ende dieses Artikels, so zwinge ich Sie, weiterzulesen. Und wehe, Sie scrollen jetzt durch den Text und schauen nach, bevor Sie zu Ende gelesen haben ! Eines kann ich Ihnen jedoch leider schon jetzt verraten: Den meisten bedrohten Arten des jeweiligen Jahres hat dieses Zuteilwerden besonderer Aufmerksamkeit nicht wirklich viel genützt (siehe Dem Wendehals hat s nichts gebracht), aber als unverbesserlicher Optimist mache ich trotzdem weiter und Sie auf die Pflanzen und Tiere des Jahres 2010 aufmerksam. Und wenn ich schon dabei bin, dieses Vorstellen der jeweiligen Pflanzen und Tiere geht 2011 weiter, und 2012 ebenso und dann natürlich 2013. Ach nein, 2013 ist ja bereits die Welt untergegangen, zumindest wenn es nach diesem amerikanischen Katastrophenfilm von Roland Emmerich geht. Da aber jedes Jahr zig Katastrophenfilme in Hollywood produziert werden und dies meine ich jetzt nicht unbedingt nur auf die Handlung bezogen, bin ich der festen Überzeugung, daß ich auch 2013 über die Pflanzen und Tiere des Jahres 2013 schreiben werde. Aber bis dahin haben wir und wohl auch Roland Emmerich noch etwas Zeit, uns neue Horrorszenarien auszumalen, kommen wir also in unser Jetzt und Heute zurück, wir leben schließlich mit genügend Katastrophen, da mag Hollywood noch das geringste Übel sein.

Also, ich habe Ihnen bereits die Wegwarte als Blume des Jahres 2009 vorgestellt, wer aber tritt in ihre Fußstapfen ? Die Blume des Jahres 2010 hat im wahrsten Sinne blaues Blut, zumindest wenn man Blut von Blüte ableitet. Die Blume des Jahres 2010 heißt Sibirische Schwertlilie und auch wenn ihr Name mehr an die kalte Tundra des asiatischen Teils von Russlands erinnert, so ist die Sibirische Schwertlilie auch in unseren Breitengraden beheimatet. Zumindest steht sie noch in vielen Gärten als beliebte Zierpflanze mit ihren im Mai und Juni violett-blauen Blüten, da viele Lilien-Arten in Europa bereits seit mehreren Jahrhunderten kultiviert und gezüchtet werden. Doch wie viele Pflanzen ihrer Art, welche feuchte Wiesen, Niedermoore und die Ränder von Wasserläufen als natürlichen Lebensraum benötigen, machen eben diese Trockenlegungen vielerorts die Sibirische Schwertlilie zu einer Rarität unter den wildlebenden Blumen. Auch wenn Ihnen diese Lilienart bekannt vorkommen mag, handelt es sich in den meisten Fällen nur um gezüchtete Arten, welche sozusagen aus den heimischen Gärten geflüchtet sind. Mehr zur Blume des Jahres 2010, der Sibirischen Schwertlilie unter Edler Blaublü(h)tler.

Sie wollen mehr zur Natur des Jahres 2010 wissen ? Sie sind der Meinung, Ameisenlöwen brüllen und fressen Fleisch. Naja, beim Brüllen muß das Insekt des Jahres 2010 noch etwas üben, aber das mit dem Fleisch klappt schon ganz ordentlich. Und da bereits Billy the Kid und die Daltons als gefährlich eingestuft wurden und oft in der Versenkung verschwinden mussten, die Larven der Ameisenjungfern, eben die Ameisenlöwen, machen dies allerdings freiwillig, soll es auch im Falle des Insekts des Jahres 2010 am Steckbrief Ameisenlöwe nicht scheitern.

Und wenn wir schon dabei sind, über die finsteren Gesellen des Tierreichs zu sprechen, ja dann darf das Tier des Jahres 2010 nicht fehlen. Mit seinen schwarzen Streifen über den Augen schaut der nachtaktive Allesfresser aus wie ein tierischer Bankräuber, aber der knapp ein Meter lange Räuber macht es sich lieber in ewig langen Tunneln unter der Erde im Schoße seiner Familie gemütlich als sich vom Menschen jagen zu lassen. Sie wissen nicht, von welcher Marderart ich spreche und folgedessen wer das Tier des Jahres 2010 ist. Nun, dem kann abgeholfen werden: Das Tier des Jahres 2010 ist der Grimbart ! Immer noch keine Idee, wer denn nun mit diesem im wahrsten Sinne fabulösen Namen Grimbart gemeint sein kann ?

Ich könnte Sie jetzt wieder einmal mit Johann Wolfgang von Goethe martern, in unserem Falle suchen wir schließlich einen Marder. Wer vielleicht die Muse hat, das Epos Reineke Fuchs, welches in 12 Gesänge unterteilt ist, zu lesen, den will ich beileibe nicht daran hindern. Denn dort werden Sie bereits im ersten Gesang am Ende der ersten Strophe erfahren, wessen einziger Fürsprecher auf Seiten des Fuchses steht und wem der Titel Tier des Jahres 2010 gebührt. Aber all jene, denen die Zeit davonläuft, möchte ich nun doch nicht über Gebühr strapazieren und verweise auf den Link Schwarz maskierter Regenwurm-Jäger.

Es gäbe noch viel zu erzählen über die Natur des Jahres 2010, einen Unmenge könnte ich Ihnen mitteilen zur Heilpflanze des Jahres 2010, der Gewürznelke. Ich könnte Ihnen wahre Geschichten über kleine Drachen erzählen. Wenn Sie wüssten, daß die Schleiereule gar nicht fliegen kann, sondern der Pilz des Jahres 2010 ist. Ja, es wäre noch so vieles berichtenswert, aber auch meine Zeit vergeht wie im Fluge und deshalb verweise ich Sie jetzt auf die Jahreswesen des Jahres 2010. Halt, ein Versprechen muß ich zum Schluß einlösen, schließlich haben Sie bis zum Ende diesen Artikels durchgehalten.           

Auflösung der Frage: Zum ersten Mal wurde vom NABU der Wanderfalke als Vogel des Jahres 1971 gekürt. Im Laufe der Jahre schlossen sich immer mehr Naturschutzorganisationen dieser Wahl der Natur des Jahres an. So wurde 1980 der Lungen-Enzian zur Blume des Jahres 1980 ernannt, die erste Nutztierrasse war 1984 das Kärnter Brillenschaf und im selben Jahr wurde die Bachschmerle als Fisch des Jahres gewürdigt.

  

CCD - Das spurlose Sterben der Bienen

Freitag, November 27th, 2009

Wenn wir auf den gestrigen Tag zurückblicken, ist uns vielleicht noch dieses areodynamische Wunder der Natur mit dem Namen Hummel in Erinnerung. Wollen wir uns heute deshalb mit deren kleineren Artgenossen, den Bienen beschäftigen. Ich muß diesen kleinen, eifrigen, pelzigen und stachelbewehrten Tierchen diesen Artikel widmen, da höchste Eile geboten ist. Denn ein rätselhaften Phänomen namens CCD greift um sich.

Colony Collapse Disorder, kurz CCD, beschreibt einen seit mehreren Jahren schleichenden und leider weitgehend unerforschten Prozess des rätselhaften Verschwindens ganzer Bienenvölker. CCD, eine Störung, welche die Wissenschafler mit Bienen-Kollaps bezeichnen und vor dem sie bis heute vor einem Rätsel stehen. Die Bienen verschwinden einfach, sie fliegen auf ihrer Suche nach Nahrung in einen unbekannten Tod, sie lassen keine Toten zurück, die Bienenstöcke sind von einem Moment auf den anderen verwaist, niemand weiß, welchem Schicksal die Bienen entgegenfliegen. Zurück bleibt die unversorgte Brut, allein gelassen und zum Verhungern verurteilt. Die Bienen sterben und der Mensch weiß nicht einmal, warum sie sterben.

Die Bienen haben sich im Laufe von Jahrmillionen zum wichtigsten Blütenbestäuber der Natur entwickelt. Sie übernahmen die ursprüngliche Funktion, welche anfangs der Symbiose Pflanze-Insekt den Käfern zugedacht war. Die Pflanzen entwickelten aufgrund dieser Tatsache, daß ihnen die Bienen derart von Nutzen waren, im Laufe der Evolution süße Säfte, um den Bienen ein Wiederkommen im wahrsten Sinne schmackhaft zu machen. Diese Ko-Evolution ist durch das Phänomen CCD nun ernsthaft gefährdet. Millionen und Abermillionen an Insekten sind durch die immer mehr um sich greifende Umweltverschmutzung in Form von Lichtverschmutzung betroffen, CCD jedoch in Kombination mit all diesen schädlichen Faktoren wird in absehbarer Zeit in all seiner Härte auf die Menschen zurückschlagen.

Manche werden vielleicht damit argumentieren, daß es doch eigentlich nur um das Aussterben einer weiteren Tierart geht. Bienen hin, Bienen her, die Natur hat sich bisher noch immer von einem weiteren fehlenden Glied erholt und hat die entstandenen Lücken wieder geschlossen. Andere werden wiederum sagen, die Menschheit kommt in Zukunft auch ohne den Honig aus, da es sich schließlich hierbei nur um ein Nebenprodukt handelt und letztendlich läßt sich Honig auch mit Hilfe synthetischer Prozesse herstellen. Das mag auf den ersten Blick als richtig und für den einen oder anderen als stimmig erscheinen, doch die Wahrheit liegt im Falle des Aussterbens der Bienen leider wesentlich tiefer.

Wir sind auf der ganzen Welt in direkter und fast noch mehr in indirekter Weise von den unschätzbaren Diensten der Bienen abhängig. Fakt ist, daß ein Großteil unserer Obstbäume, aber auch Sträucherfrüchte wie Himbeeren sowie viele Gemüsesorten wie z.B. Paprika von der Bestäubung durch Zuchtbienen erfolgt. Und ein Drittel der Menschheit ist genau auf diese Früchte angewiesen, der Hunger dieser Welt wird zu großen Teilen durch den Fleiß der Bienen bekämpft. Und denken wir jetzt noch einen Schritt weiter. Klee und das im amerikanischen Raum verwendete Alfalfa dienen in der Landwirtschaft als wichtigste Grünfutterpflanzen. Doch wenn die Bienen ausbleiben, bleiben auch die Futterpflanzen aus. Wenn Sie also wieder einmal ein saftiges Steak ,oder wenn es denn sein muß, einen Burger essen, denken Sie daran, daß unser Essen vielfach erst mit dem Bestäuben durch die Bienen auf den Tisch kommt. Auf die volkswirtschaftlichen Schäden, welche durch diese Einbußen entstehen, will ich dabei jetzt nicht eingehen (siehe auch Das spurlose Sterben).

Ich habe unlängst wieder einmal einen interessanten Bericht zur diesbezüglichen Problematik verfolgt. Da die amerikanische Wirtschaft vom Phänomen des Bienen-Kollapses derzeit am größten betroffen ist, versuchen Menschen nun seit längerer Zeit, die Arbeit der Bienen zu übernehmen. Mit riesigen Ventilatoren wird verzweifelt versucht, die Obstplantagen zu bestäuben. Doch die wirklichen Erfolge blieben aus, kläglich scheitert der Mensch daran, die Arbeit eines ein Gramm schweren Lebewesens zu bewältigen. Die volkswirtschaftliche Weltschöpfung, welche die Bienen für den Menschen im amerikanischen Raum erbringen, wird auf 90 Milliarden Dollar beziffert. 90 Milliarden Dollar, erbracht ohne Lohnforderungen, ohne Arbeitstreiks, ohne Sozialleistungen.

Die chinesische Provinz Sichuan ist seit Jahrzehnten für den Anbau von Birnen bekannt bzw. sie war dafür berühmt. Chemische Spritzmittel und Pestizide sollten die Birnenerträge weiter und weiter steigern. Doch diese Gier wurde zu einem unheilvollen Bumerang. Die gesamte Bienenpopulation wurde im zentralchinesischen Sichuan durch die chemische Keule ausgerottet und, was noch wesentlich schlimmer war, neue Bienenvölker konnten durch die Pestizidbelastung nicht neu angesiedelt werden. Auch hier wollte der Mensch als Folge seines unbeherrschten Tuns das verrichten, was ihm die Natur bis dahin kostenlos zur Verfügung stellte. In mühevoller Handarbeit wurden im Frühling Birnbaumblüten gepflückt, deren Blütenstempel und Pollenstengel wurden dann einzeln von den Blüten getrennt, um schließlich in einem Trocknungsprozess für das Bestäuben von Hand vorbereitet zu werden. Daraufhin erfolgte das Bestäuben jeder einzelnen Birnenblüte von Hand mit Hilfe von Hühnerfedern, welche an langen Bambusstangen befestigt sind. Die Bauern bestäuben mit dieser Methode 30 Bäume pro Tag, ein Bienenvolk bestäubt innerhalb eines Tages drei Millionen Birnenblüten.

Die Bienen haben in Jahrmillionen Aufgaben übernommen, welche ihnen in einem Stillschweigeabkommen von der Natur aufgetragen wurden und welche von den Bienen gerne übernommen wurden. Ein effektives Be- und Entlohnugssystem sorgte für Zufriedenheit auf beiden Seiten. Nun sterben eben diese emsigen Entwicklungshelfer zu Jahrmillionen weg, leise, schweigend, unheimlich heimlich, ohne dem Menschen von diesem Sterben zu berichten. Dieses leise Sterben ist mittlerweile mehr als nur eine leise Warnung an uns, unseren bedenkenlosen Umgang mit Pflanzenschutzmitteln, Pestiziden und der Gentechnik gründlich zu überdenken. Der spanische Bienenforscher Francisco Puerta hat einen möglichen Zusammenhang zwischen Gentechnik und dem Bienensterben hergestellt. So sind es die genmanipulierten Pflanzen selbst, die vielleicht ein eigenes Insektengift produzieren, d.h. die Genpflanzen erzeugen selbst das Insektengift BT Toxin, welches das Immunsystem der Bienen schwächt und letztendlich für das Bienensterben verantwortlich ist (siehe auch Das Bienensterben durch Genanbau).

Es gibt viele schöne Beispiele dafür, wie sich die Fauna als untrüglicher Indikator für aufkommende Gefahren immer wieder er- und bewiesen hat. Viele Bergbauarbeiter, welche in den Gruben und Minen untertags ihrer gefährlichen Arbeit nachgingen, hatten Kanarienvögel in Käfigen an ihrer Seite. Nicht um sich an deren schönem Gesang zu erfreuen, natürlich mag dies auch für den einen oder anderen Bergbauarbeiter ein schöner Nebeneffekt gewesen sein, sondern die Kanarienvögel dienten vielmehr der Anzeige des gefährlichen geruchs- und farblosen Kohlenmonoxids, welches bereits in geringen Mengen tödlich ist. Da die Kanarienvögel wesentlich schneller und empfindlicher auf Kohlenmonoxid reagieren, retteten die Vögel mit ihrem eigenen Tod vielen Menschen das Leben (Der Kanarienvogel und der Bergbau). Hörten die Kanarienvögel auf zu singen, wusste der Mensch, daß Gefahr drohte.

Ich höre immer weniger Bienen summen, vielleicht deutet dies auf eine weitere große Katastrophe hin. Es mag stimmen, daß ich viele Dinge mittlerweile sehr pessimistisch betrachte. Es mag auch richtig sein, daß ich vielem unserer heutigen Welt  mit einem Übermaß an Mißtrauen begegne. Aber da ich sehr gerne Honig nasche, da eine saftige Birne etwas herrlich Erfrischendes ist und da ich in meinem kleinen Garten auf jede Biene angewiesen bin und dementsprechend willkommen heiße, gibt mir dieses unheimliche Bienensterben namens CCD mehr als nur zu denken. Aber es wäre auch gut möglich, daß die Bienen darüber ganz anders urteilen, möglicherweise wissen sie schon etwas mehr als der Mensch.   


       

Die Hummel, ein aerodynamisches Wunder

Freitag, November 27th, 2009

Ich habe es mit meinen eigenen Augen gesehen. Hummeln können fliegen ! Ja, ich spreche tatsächlich von diesen kleinen, pelzigen, häufig gelb-schwarz gestreiften Luft-Mopeds, welche uns schon zeitig im Jahr auf der Suche nach den ersten Blüten begegnen. Sie wissen schon, sie schauen aus wie Bienen, klingen wie Propellermaschinen aus dem Legoland und benehmen sich wie Menschen, d.h. sie bauen Staaten, die Frauen arbeiten und die Männer, also die Drohnen, wärmen gelegentlich die Eier. Also nicht was Sie jetzt schon wieder denken, natürlich die Eier, welche den Nachwuchs bilden.

So, Sie werden jetzt sagen: Und wo steckt der tiefere Sinn der ganzen Geschichte ? Naja, wie schon gesagt, ich habe Hummeln fliegen gesehen. Aha, und weiter ? Ja begreifen Sie denn nicht, welch anatomisches und aerodynamisches Wunder die Hummel ist ! Die Hummel dürfte überhaupt nicht fliegen. Luftfahrttechnisch gesehen hat die Hummel nicht die geringste Chance, sich in die Lüfte zu erheben und auch dort zu bleiben. Fragen Sie doch einmal einen Aerodynamiker, was Ihnen der zur Bauweise der Hummel erzählen wird.

Also, fangen wir doch bei der Hummel einfach selbst an und vermessen dieses possierliche Tierchen. Der gelb-schwarze Brummer bringt es bei einer Flügelfläche von 0,7 cm² auf ein Körpergewicht von etwa 1,2 Gramm. Dies bedeutet, die Hummel ist entweder übergewichtig oder untergroß, auf jeden Fall aber hat sie eindeutig ein vollkommen falsches Verhältnis von Körpergewicht zu Flügelvolumen, um sich in die Lüfte erheben zu können. Sagt natürlich wer ? Richtig, sagt natürlich wieder einmal der Mensch. Und was sagen wir sonst noch über den kleinen fliegenden Pelz. ”Nach den Gesetzen der Aerodynamik dürfte die Hummel gar nicht fliegen können. Aber die Hummel weiß das nicht und fliegt eben einfach !”. Punkt, aus, Ende.

Hummel

Warum Hummeln fliegen können.

Nein, so ganz einfach ist es eben nicht, zumindest glaubt dies der Mensch. Aber wie wir sehen, es ist doch relativ simpel, auch wenn sich die Natur wieder einmal weit komplexerer Mechanismen und ausgeklügelterer Techniken bedient als sich der Mensch dies vorstellen kann. Einige sogenannte Management-Trainer, andere nennen diesen Berufszweig Motivations-Trainer, nahmen sich das Beispiel der Hummel zum Vorbild und erklärten dementsprechend vollmundig: “Man kann auch Unmögliches erreichen, wenn man nicht akzeptiert, daß es unmöglich ist !”.

Was für ein menschlicher Schwachsinn. Es wäre vielmehr angebracht, sich zu überlegen, warum viele Lebewesen aus ihren Ressourcen, Fähigkeiten und Fertigkeiten wesentlich mehr herausholen als der Mensch, inklusive sämtlicher Motivationskünstler. Aber mit der uns angeborenen Ignoranz lebt es sich immer noch einfacher und wesentlich bequemer als mit einem gewissen Maß an Akzeptanz gegenüber Lebewesen, deren Leistungen für uns nicht erklärbar sind. Und kaum daß wir sie erklären können, ja dann müssen wir sie auch schon übertreffen, koste es was es wolle.

Wenn Ihnen also wieder einmal solch ein übergewichtiger, fetter, kleiner Brummer die Vorfahrt nimmt, denken Sie vielleicht daran, daß er gar nicht fliegen dürfte. Und wenn er es dennoch tut, drücken Sie doch ein Auge zu und wünschen ihm eine gute Reise. So schließe ich wieder einmal mit Rainer Maria Rilke, den einige von Ihnen bereits aus Der Panther kennen.

Die kleinen Dinge 

Die meisten Menschen
wissen gar nicht, wie schön die Welt ist
und wie viel Pracht in den kleinsten Dingen,
in irgendeiner Blume, einem Stein,
einer Baumrinde oder
einem Birkenblatt sich offenbart.
Die erwachsenen Menschen,
die Geschäfte und Sorgen haben
und sich mit lauter Kleinigkeiten quälen,
verlieren allmählich ganz den Blick
für diese Reichtümer,…

 

Weitere lesenswerte Seiten zum Thema: Physik in der Aerodynamik, Bienen können fliegenbombus.de…Die Hummel-Seiten,           


Chimbote - Fisch ist gesund

Samstag, November 21st, 2009

Wir alle wissen es: Fisch ist gesund ! Einmal abgesehen von den im Fisch enthaltenen Omega-3-Fettsäuren ist das Fleisch eiweißreich, aber cholesterinarm. Fisch enthält essentielle Aminosäuren, Mineralien und eine Vielzahl an lebenswichtigen Vitaminen. Jetzt stellt sich natürlich die Frage: Ist Fisch für alle gesund ? Naja, wenn bereits solch eine Frage auf den in unserer westlichen Welt reich gedeckten Tisch kommt, muß ja etwas faul sein. Oder anders ausgedrückt: Der Fisch fängt beim Kopf zu stinken an ! Aber wo ist der Kopf, wenn wir der Schwanz sind ? 

Ich habe in einem meiner Artikel (siehe Second-Hand-Spielzeug) schon einmal die Problematik des Kreislaufes des Elektroschrotts in Ghana beschrieben, dessen enthaltenes Quecksilber durch Verbrennung dieses Mülls in die Meere gelangt, dort von den Fischen aufgenommen wird und letztendlich wieder auf unserem heimischen Tisch landet. Es gibt aber noch einen weiteren Grund,  warum Fisch nicht für alle Menschen gesund ist, wobei ich das mit dem einen Grund sogleich wieder berichtigen muß, da es eine Menge an guten Gründen gibt.

Wir Europäer haben Fisch und hier besonders Lachs zum Fressen gern, sprichwörtlich gesehen. Laut Daten und Fakten des Fisch-Informationszentrums FIZ, welches Statistiken für Deutschland führt, betrug der Pro-Kopf-Verbrauch 2008 ca. 10 kg Fisch und Meeresfrüchte, Tendenz steigend. Was uns aber fehlt, und hier darf ich auch für Österreich und sämtliche mitteleuropäischen Staaten sprechen, ist jedoch der Lachs. Das heißt, wir essen das, was wir leider nicht haben. Aber wir wollen es dennoch auf unserem Tisch. Über die Überfischung der Meere brauche ich in diesem Zusammenhang nicht mehr hinweisen, es sollte sich doch mittlerweile überall herumgesprochen haben. Also was tun, wenn der Lachs in freier Wildbahn nicht mehr in jenen Mengen vorrätig ist, in welchen er benötigt wird ? Richtig, man beginnt, ihn auf Lachsfarmen zu züchten. Eine weitere Form der Massentierhaltung, aber sei´s drum, auch dieses Problem sei hier nur am Rande erwähnt ! Ich weiß, soviele Probleme, die ich nur am Rande erwähne, würden anderswo schon ganze Seiten füllen, aber ich sehe vor lauter Randnotizen sowieso schon nicht mehr über den Tellerrand hinaus. Aber auch dies nur am Rande erwähnt.

Nordeuropäische Staaten wie Schottland oder die skandinavischen Länder haben sich neben Asien auf den Betrieb solcher Fischfarmen spezialisiert. Aber wie jedes Lebewesen brauchen auch Fische Nahrung. Und da der Lachs unbestritten zur Gattung der Fische zählt, trifft dieses Nahrungsproblem auch für den Lachs zu. Und was wäre für einen Massentierhaltungsbetrieb geeigneter als die Fütterung im Akkord mit Futter, welches lagerfähig, platzsparend und obendrein billig ist. Da fällt uns doch sogleich Fischmehl ein. Aber was für den Rohstoff Lachs gilt, trifft für das Fischmehl in gleichem Maße zu. Wir benötigen, um es herzustellen, wiederum Rohstoffe, und diese in Form kleiner Fische wie etwa Sardellen, Sardinen oder Sprotten. Wir haben die großen Meeresräuber wie Thunfisch, Lachs und Kabeljau aus den Meeren geholt, also holen wir uns nun die kleinen Fische, um damit die großen in den Zuchtbecken zu füttern. Was aber viele nicht bedenken, die Weltmeere sind ebenfalls Heimat vieler Vogelarten sowie der Fische, welche uns bisher entkamen oder die für uns nicht von Nutzen sind und in den Meeren leben ebenfalls Meeressäuger wie Delfine oder Wale. Und man höre und staune, auch diese Lebewesen wollen etwas zu fressen haben. Was aber bleibt, wenn der Mensch sämtliche Nahrungsgrundlagen abfischt ? Richtig, nichts ! Die gesamte Ernährungspyramide der maritimen Welt bricht nach und nach zusammen. Ja, wir sind wirklich das dümmste Säugetier, welches jemals die Kontinente besiedelt hat.

Aber es gibt natürlich auch, oder gerade wegen unserer Dummheit, Menschen, welche unter dieser Ignoranz mehr leiden als andere. Begeben wir uns nach Peru, in die Stadt Chimbote. Dort leben die Menschen hauptsächlich von dem, was ihnen das Meer noch schenkt bzw. was sich überhaupt noch darin befindet. Und um eben diese kleinen Fische zu Fischmehl zu verarbeiten, sind Fischfabriken notwendig. Chimbote ist der Standort für die weltweite Fischmehl-Produktion, in Chimbote wird Fischmehl für die ganze Welt produziert. Chimbote steht als Synonym für Millionen von Tonnen Fischmehl, welches rund um die Uhr für die reichen Industrieländer produziert wird.

Aber paradoxerweise steht das peruanische Chimbote auch für ein Land, in welchem jeder zweite Einwohner unterernährt ist. Hier wird der Fisch nicht gegessen, hier wird der Fisch zu Geld gemacht. Das erinnert stark an die Weisheit der Cree-Indianer, jene fünf Zeilen, die eigentlich zu trauriger Berühmtheit gelangten.

„Erst wenn der letzte Baum gerodet,

der letzte Fluss vergiftet,

der letzte Fisch gefangen ist,

werden die Menschen feststellen,

dass man Geld nicht essen kann.“ 

In Chimbote stinkt nicht der Fisch, in Chimbote stinkt die ganze Stadt. Umweltschutz hat hier seine Grenzen, aufgestellt von den reichen Fischbaronen. Aber Chimbote ist weit weg, sehr weit weg. Und da unser Wasser sauber, unsere Luft rein ist, unsere Kinder nicht an chronischen Asthmaanfällen leiden und die Hauptsache, unser Lachsfleisch schön zartrosa ist, ja solange kann Chimbote gar nicht genug stinken.

Weitere Quellen z.B.: Die Fischmehl-Connection - Eine Stadt klagt an, Aus fünf Kilo Fisch wird ein Kilo Zuchtlachs, Fischmehl, Geld und fette Kälber   


Der Panther

Sonntag, November 8th, 2009

Sie kennen Rainer Maria Rilke ? Welch frevlerische Frage, ich weiß es selbst ! Verzeihen Sie also bitte, daß ich diese überhaupt an Sie stellen konnte. Aber ich gelobe Besserung ! Gut, Sie werden mir jetzt, ob berechtigt oder nicht, entgegnen, daß ich jedes Mal Besserumg gelobe, aber im gleichen Atemzug bzw. Gedankengang werden Sie sich denken, von Besserung bezüglich Besserung weit und breit nichts in Sicht, es bleibt seit jeher bei seiner Ankündigung. Aber nichts desto trotz gelobe ich es wieder einmal, es wird allerdings wie immer dabei bleiben, mißverstehen Sie mich bitte nicht, ich habe es ja immer vor, aber es will mir nicht so recht gelingen. Aber wofür gibt es denn dieses wunderschöne und auf jeden und alles anzuwendende “Allein der Wille zählt !”, eine Floskel prädestiniert für meine permanenten Läuterungsabsichten. Das werde ich übrigens auch dann benutzen, Sie wissen bereits, mein Agnostizismus und ich, eine Symbiose par excellence, manche sehen in mir sogar einen verkappten Atheisten, na gut, einen Teufel werde ich tun, dieses abzuschreiten, aber sagen Sie dies bitte in Gottes Namen und um Himmels willen nicht weiter, aber zurück zu dem, was ich benutzen möchte.

Also, ich habe mir eines überlegt als ein von ewigen Zweifeln Geplagter. Ich bin mittlerweile schon derart von Zweifeln geplagt, daß es geradezu schon biblische Ausmaße annimmt, man könnte die Quantität meiner persönlichen Zweifel schon mit denen der alten Ägypter vergleichen, Sie wissen schon, die zehn Plagen, mit welchen der arme Pharao und seinesgleichen zu kämpfen hatte, weil er partout die ihm an sein Pharaonenherz gewachsenen Israeliten nicht ziehen lassen wollte. Wobei, wenn ich meiner Frau, Sie wissen schon, der besten Ehefrau der Welt, wobei darüber ich und mein Alter Ego immer noch streiten, Glauben schenken darf, bin die größte Plage immer noch ich. Da ich aber mit einem latenten Hang zum Atheismus gesegnet bin, köstlich, finden Sie nicht, ein gesegneter Atheist, ich könnte wieder einmal brüllen vor Lachen ob meines Humors, da ich also mit dieser Eigenschaft gar reichlich bedacht wurde, muß ich dieser Aussage meiner liebsten Gattin jetzt nicht unbedingt diesen Glauben schenken, welchen ich ihr sonst in jeder Beziehung zukommen lasse.

So, nun hat es mich wieder einmal vollkommen aus meiner Umlaufbahn geworfen, ursprünglich wollte ich auf Rainer Maria Rilke hinweisen und irgendwie bin ich dann auf “Allein der Wille zählt !” gekommen. Deshalb jetzt ein kleiner, aber wirkungsvoller Ratschlag für alle, welch wie ich auf der Felucke (oder auch Feluke) der Gottesverleugner dahinsegeln, Sie wissen schon, jene kleinen Segelschiffe, die schon zu Zeiten des damaligen unglückseligen Pharaos, jener mit dem großen Pharaoherzen, welches, nach seinem Ableben, nicht entfernt wurde. Nein, das große Pharaonenherz verblieb im toten Pharao, es wurde noch beim Totengericht gebraucht, sozusagen als Visitenkarte für all die guten oder auch weniger guten Taten des Herrschers. Wenn Sie jetzt natürlich wissen möchten, was so alles in den Kanopen gesammelt wurde, also jenen Behältnissen für die alten Pharaonen-Eingeweide, die getrennt beigesetzt wurden, so waren dies der Magen, die Gedärme, die Lunge und die Leber, wobei die Leber mancher Zeitgenossen, ich spreche jetzt wieder über unsere heutige Zeit, nicht vom inneren Organ des Pharaos der damaligen Zeit, besser nicht der Öffentlichkeit gezeigt werden sollte.

Aber Alkoholismus hin und Saufgelage her, wir befinden uns im Moment auf der Felucke der Gottlosen und segeln dementsprechend mehr oder weniger fröhlich dahin auf unserem selbst gewählten Hades der Gottlosigkeit. So, und jetzt komme ich endlich zu dem, was ich eigentlich schon seit dem vorletzten Absatz oder war es sogar einer vor demselben, schreiben will. Also, folgendes habe ich mir in meinem kleinen, vom Atheismus verseuchten Gehirn überlegt. Sollten ich und all meine gottlosen Gefährten uns doch getäuscht haben, können wir immer noch zurückrudern, was auch sonst auf einer Felucke, wobei hier zurücksegeln zwar angesagter wäre, aber des Wortspiels wegen bleibe ich beim Rudern, in dem wir dem Schöpfer, vor dem wir dann zu unserer aller Überraschung stehen, wahrscheinlich triefend nass von den Untiefen unserer ketzerischen Ader, einfach mit treuherzigem Blick unserer neo-gottesfürchtigen Augen entgegnen: “Allein der Wille zählt !”. Was kann uns passieren ? Entweder wir kommen ins Fegefeuer, aber da wollten wir ja Zeit unseres Lebens sowieso hin oder, was natürlich auch nicht zu verachten wäre, wir wechseln die Felucke und segeln für alle Ewigkeit unter falscher Flagge.

Was hat dies alles aber nun mit Rainer Maria Rilke und der Überschrift “Der Panther” zu tun ? Rein gar nichts, aber es gibt ein wunderschönes Gedicht von Rilke aus dem Jahre 1902, also weit nach den biblischen Plagen, aber es beschreibt die größte Plage, mit welcher sich ein Tier wie der Panther konfrontiert sieht. Ich lasse Sie deshalb wieder einmal allein und wünsche Ihnen ein kleines bisschen Nachdenklichkeit mit dem folgenden Gedicht.

Der Panther

Im Jardin des Plantes, Paris

Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe
so müd geworden, daß er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
und hinter tausend Stäben keine Welt.

Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,
der sich im allerkleinsten Kreise dreht,
ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,
in der betäubt ein großer Wille steht.

Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille
sich lautlos auf -. Dann geht ein Bild hinein,
geht durch der Glieder angespannte Stille -
und hört im Herzen auf zu sein.

Rainer Maria Rilke, Paris 1902