Bio Natur - Der Weblog

15.5.2011

Biorama: Kostenlos ins Gartenhotel Theresia

Abgelegt unter: Reisen — Paul Boegle @ 20:49

3 Nächte mit Halbpension in Saalbach-Hinterglemm zu gewinnen

Bleiben wir doch gleich auf der Welle der Inspiration und verbinden diese mit einem nachhaltigen Gewinnspiel vom Allerfeinsten. 

Beim Stöbern auf der Biorama-Webseite bin ich auf ein Gewinnspiel gestossen, welches ich aufgrund meiner eigenen Besuche im Garten- und Aparthotel Theresia imPaul Bögle macht Urlaub im Gartenhotel Theresia in Saalbach-Hinterglemm: Biorama verlost 3 Nächte mit Halbpension. wunderschönen österreichischen Saalbach-Hinterglemm nur wärmstens empfehlen kann. Pünktlich zum neuen Launch der überarbeiteten Biorama-Seite lautet das Motto: 

Biorama verlost 3 Nächte in Saalbach Hinterglemm

Wer bis zum 30. Mai 2011 das Gefühl, ein paar herrlich entspannte Tage zu zweit und vor allem kostenlos könnten für Körper und Seele nicht von Nachteil sein, sollte unbedingt an der Verlosung teilnehmen. Denn Familie Brettermeier-Egger und die komplette Belegschaft sorgen wirklich dafür, dass der Aufenthalt zu einem unvergesslichen Erlebnis wird. Wie gesagt, ich spreche hierbei aus eigener Erfahrung.

Sollten Sie die oder der glückliche GewinnerIn sein, bitte ich Sie um einen einzigen Gefallen: Richten Sie ganz liebe Grüsse von Gaby und Paul Bögle aus Wien aus.  

13.4.2011

A Fair Story: Fair Trade kurz erklärt

Abgelegt unter: Reisen — Paul Boegle @ 20:49

FAIRTRADE-Wochen vom 17.04 - 14.05.2011

Transfair präsentiert zu den Fairtrade-Wochen den interaktiven Film “A Fair Story”.Fairer Handel, eine unendliche Geschichte meist ohne Happy-End. Unsere eigenen Entscheidungen im Supermarkt, unser persönliches Kaufverhalten, unser Griff zum “richtigen” oder ”falschen” Produkt” haben Folgewirkungen, derer wir uns oftmals gar nicht bewusst sind. Kleinbauern und Großfamilien, ArbeiterInnen in Entwicklungsländern, Menschen in Schwellenländern leben mit und von unserem Geld. Fair Trade ist ein Begriff, welcher heutzutage in aller Munde ist, doch leider ist er noch nicht in vieler Munde.

Die Fairtrade-Wochen wollen uns auf Fairtrade sensibilisieren. Was bedeutet der Begriff und vor allem: Wie lässt sich dieses theoretische Konstrukt auch wirklich umsetzen. Zu diesem Zweck gibt es im genannten Zeitraum neben vielen Veranstaltungen, Informationen, Downloads und selbstverständlich auch den Fairtrade-Wochen selbst einen Kurzfilm unter dem Titel “A Fair Story“.

Schon wieder ein Film!” werden manche jetzt vielleicht denken. Mag schon sein, doch die Idee dahinter ist nicht die schlechteste. Und dazu muss ich wieder einmal das liebe allmächtige Internet und unser allerliebstes virtuelles Spielzeug Facebook bemühen. Denn der Film möchte auf spielerische Weise uns jenes näherbringen, was uns doch so fern erscheint.Wer sich über die Filmseite (bei Klick auf das untere Bild) bei Facebook einloggt, kann selbst Teil der globalen Geschichte werden und mit NutzerInnen dieses Erdballs in Interaktion treten. Das eigene Profilbild im Film, den Film an weitere FreundInnen weiterschicken und so ganz nebenbei noch etwas über fairen Handel lernen. Ich würde sagen: Einfach mal ausprobieren!

Wenn wir schon nicht von heute auf morgen die AKWs dieser Welt abschalten können, dann schalten Sie doch zumindest selbst für ein paar Augenblicke ab.          

A Fair Story: Interaktiver Film für fairen Handel.

7.3.2011

Fliegen: Weniger Beinfreiheit, mehr Klimaschutz

Abgelegt unter: Reisen — Paul Boegle @ 17:02

Atmosfair: Fluglinien im CO2-Vergleich

Ranglisten mit dem Schwerpunkt Umweltkriterien und ökologische Verantwortung in Zeiten globaler Erwärmung gibt es derer viele. Der Verkehrsclub Deutschland wartet jedes Jahr mit seiner VCD-Auto-Umweltliste auf, welche Antworten auf die umweltverträglichsten neuesten Automodelle gibt und als Entscheidungshilfe in Sachen Autokauf in Zeiten von E10-Biosprit und anderer relevanter Faktoren dienen soll.

Der grüne Elektronik-Ratgeber von Greenpeace beleuchtet Hersteller aus Elektro- und Unterhaltungsindustrie hinsichtlich der eingesetzten Chemikalien und Recycling. Selbst Geldanleger können heutzutage ihre Geldmittel nach den Gesichtspunkten ökologischer Verantwortung und Umweltverträglichkeit gewinnbringend und trotzdem grün verzinsen lassen. Der Natur-Aktien-Index orientiert sich dabei an Kriterien wie Energieerzeugung, der Substitution gefährlicher Stoffe oder auch der durch die Unternehmen geleisteten Armutsbekämpfung. Klimaschutz wird also mehr und mehr zu einem wirtschaftlichen Faktor.

Atmosfair: Nachdenken und klimabewusst reisen.Und nun hat sich die Plattform atmosfair (Button klicken) dem Thema Effizienz von Fluglinien in Bezug auf ihre Klimaverträglichkeit angenommen. Der atmosfair Airline Index (AAI) 2011 teilt die verschiedenen Fluggesellschaften in Effizienzklassen von A bis G ein. Das Ranking beeinflussen dabei Faktoren wie Anzahl der Sitzplätze (schlecht ist also viel Beinfreiheit = wenig Sitzplätze), die Modernität der Flotte und die eingesetzten Flugzeugtypen oder die Kapazitätsauslastung. Weiterhin wird in Kurz- Mittel- und Langstreckenflüge unterteilt, wobei in keiner der drei Zonen die beiden ersten Effizienzklassen von einer Fluggesellschaft erreicht wurden. Zur Dokumentation der detaillierten Berechnungsmethode siehe dazu Dokumentation der Berechnungsmethode von atmosfair.

             

23.2.2011

Wale vor Costa Ricas Pazifikküste

Abgelegt unter: Reisen — Paul Boegle @ 04:09

Endlich springen die Wale

Nachdem ich Sie nun mit meinen beiden vorhergehenden Berichten und den darin enthaltenen Videos (siehe Costa Rica: Buckelwal oder Krokodil? und Wale vor der Isla del Caño) über unsere Whale watching-Tour im Süden an der Drake Bay lange genug hingehalten habe und Sie zugegebenermaßen noch sehr wenig über die eigentlichen Objekte unserer Begierde, die Wale selbst, gesehen haben, mache ich es jetzt kurz und schmerzlos. Hier also der dritte und letzte Teil mit dem Titel: “Costa Rica: Wale vor der Pazifikküste“. 

22.2.2011

Costa Rica: Buckelwal oder Krokodil?

Abgelegt unter: Reisen — Paul Boegle @ 04:13

Buckelwale am Horizont

So saßen wir also (siehe Wale vor der Isla del Caño) gemeinsam mit unseren neuen Bekannten am Tisch, tranken einen Cafe negro und warteten auf bessere Zeiten. Unten am Strand trieb ein amerikanisches Krokodil zusammen mit unseren Tagesplänen faul im warmen Wasser des Pazifik und wir saßen mit den trockenen Handtüchern buchstäblich auf dem Trockenen. Von einem nahen Baum blickte uns ein wunderschöner Leguan hämisch an, freute sich wahrscheinlich mit seiner großen Verwandtschaft drunten am Wasser über unsere Angst vor vier Meter langen Baumstämmen mit spitzen Zähnen, welche unerkannt im Wasser treiben. Sozusagen von Reptil zu Reptil.

Costa Rica: Ein grüner Leguan fühlt sich wohl.

Der junge Mann aus Süddeutschland, der Benzintank war mittlerweile gut gefüllt, fragt nebenbei, ob es die Möglichkeit gibt, hier eine Whale-Watching-Tour zu buchen. Heute noch? Die Boote fahren normalerweise vor 8:00 Uhr am Strand weg. Und jetzt ist es schon 10:00 Uhr. Martina schaut aus ihrem kleinen Büro heraus. Fragen kann man ja einmal. “Martina, wir wollen Wale sehen. Am besten sofort und gleich. Mach was!

Und Martina macht etwas. Ich habe es zwar schon erwähnt, aber sicher ist sicher: Martina Wegener ist eine Deutsche, welche in der Drake Bay ihre Zelte dauerhaft aufgeschlagen hat und jederzeit bei der Buchung von Touren behilflich ist. Wie es der Zufall will, hat ihr Freund Evaristo eben erst sein neues SpielzeugEvaristo und sein neues Spielzeug. Sogar mit Toilette, was beim Wale beobachten ein Vorteil ist. bekommen. Und jenes Spielzeug hat selbst noch keine Wale gesehen. Ein Telefonat von ihr und nun wird Evaristo auf die Suche nach Sprit geschickt. “In eineinhalb Stunden können wir loslegen” sagt sie freudestrahlend und macht sich schon wieder davon, um für uns eine Kühlbox mit kalten Getränken und anderen Dingen herzurichten. Wir bleiben sitzen und trinken einen weiteren Cafe. Der Leguan schüttelt bedächtig seinen Kopf und schleicht langsam eine Etage höher.

Um 11:45 Uhr macht sich unsere kleine Gruppe auf. Hinunter zum Strand, genau zu unserem Freund, dem Baum mit den vielen Zähnen. Kein Krokodil weit und breit, doch das Schnellboot von Evaristo treibt träge im seichten Wasser wenige Meter entfernt. Und was, wenn das Paul Bögle im Pazifik. Das einzige Krokodil weit und breit.Krokodil doch noch da ist? Auch schon egal, wir wollen Wale sehen. Also Schuhe ausziehen, Hosen raufkrempeln und rein in feindliches Gebiet, zumindest für wenige Meter.

Die beiden Außenbordmotoren heulen auf, weisser Schaum bildet sich am Heck des Bootes und in einer sanften Kurve nehmen wir Kurs nach Westen aufs offene Meer. Weit draussen liegt die kleine unbewohnte Insel Isla del Caño, übrigens ein gutes Tauch- und Schnorchelgebiet, schemenhaft über der wabernden bläulichen Wasserlinie, hebt sich nur schemenhaft gegen den fast im selben Blauton lastenden Himmel ab. Welle für Welle springt unser Boot darauf zu, schiebt links und rechts das Wasser vom Bug nach hinten und zieht die Gischt hinter sich her, bevor sich die Spuren in der Weite der sich kräuselnden Oberfläche verlieren.

Über dem Festland türmt sich eine breite Front dunkler Wolken. Doch je weiter wir uns von der Drake Bay wegbewegen, umsoCosta Rica: Der Pazifik in all seinen Facetten. Von San Jose nach Palmar del Sur mit Nature Air. blauer steht der Himmel über uns. Wir fahren im wahrsten Sinne des Wortes ins Blaue, während die Sonne ihr gnadenloses heisses Tageswerk über uns verrichtet. Hunderte kleiner Wasserzungen reflektieren die Strahlen. Unzählige kleine Spiegel glitzern lüstern auf der Wasseroberfläche und blenden uns, bis wir den Blick schmerzhaft abwenden müssen.

Das streng monotone Heulen der beiden starken Benzinmotoren bringt uns Meter für Meter der dunkelgrünen Masse der Insel näher. Langsam schälen sich die Konturen erster Bäume aus dem grünen Halbdunkel, das Branden des Wassers gegen vorgelagerte Felsen wird sichtbar und das helle Band des Strandes hebt sich gegen den Hintergrund des Waldes ab. So gleiten wir bereits 20 Minuten über das azurblaue und von tieferen und helleren Blau-, und Türkistönen geäderte Wasser, als plötzlich dunkle Dreiecke neben unserem Boot im selben Tempo dahinjagen. Nur für Sekundenbruchteile werden die Rückenflossen der Delfine sichtbar, tauchen kurz an der Oberfläche auf und durchschneiden die Wellen, bevor sie wieder im Wasser verschwinden. Evaristo drosselt die Motoren, das verstummende Lärmen dröhnt in unseren Ohren nach, während das Boot langsam schaukelnd zum Stillstand kommt. Mit unverminderter Geschwindigkeit gleiten die Meeressäuger backbord an uns vorüber, immer wieder im gleichen Rhythmus durch die plätschernden Wogen pflügen sie sich ihrem Ziel entgegen. Unsere Begegenung ist nur von kurzer Dauer, rastlos bahnen sich die Tiere ihren Weg und lassen uns alleine auf dem Meer zurück.

Angestrengt schauen wir noch lange dorthin, wo sich die schwarzen Schatten zum letzten Mal zeigten. Doch ausser dem schmerzenden Glitzern reflektierender Sonnenstrahlen bleibt alleine das Meer in ständiger Bewegung. Wieder nehmen wir Fahrt auf, die Frequenzen der Schallwellen werden höher und höher und das Boot schießt wieder über den Pazifik. Wieder ist ein Schatten auf der Oberfläche zu sehen, grünlich-gelb undeutlich, aber unverkennbar eine grüne Meeresschildkröte. Träge treibt sie dicht an der Oberfläche dahin, doch kaum kommen die Motoren zum Stillstand, taucht sie langsam ab und entschwindet in den Tiefen der See. Ein paar Brauntölpel fliegen uns hinweg, gleiten mit dem wind auf das Festland zu. Einer der Vögel stürzt sich plötzlich steil nach unten, verschwindet hinter dem Boot. Als ich ihn wieder zu Gesicht beomme, treibt er langsam auf der Oberfläche und schaukelt im Takt der Wellen auf dem Meer dahin.

Ein weiteres Mal startet unser Gastgeber die Motoren und dieses Mal sollte es für längere Zeit keine Unterbrechung mehr geben. Immer näher kommt die Küstenlinie desDer Wal ist ein Säugetier. Der Mensch ebenfalls. kleinen Eilandes, immer schärfer zeichnet sich der Sandstrand gegen den Wald ab, immer deutlicher lasse sich die einzelnen Bäume unterscheiden. Felsnadeln ragen aus dem Meer, das Wasser brandet giftig gegen die rauhe Oberfläche der steinernen Zacken, färbt sich weiss, bleibt sekundenlang in der Luft stehen, um erschöpft wieder zurückzufallen. Unser Boot gleitet an der Küste entlang und wir umrunden in schneller Fahrt die Insel. Immer wieder hält Evaristo per Funk Kontakt zu anderen Booten. Krächzend dringen unbekannte Stimmen aus dem Äther. Plötzlich wendet unser Kapitän und im 90 Grad Winkel geht es von der Insel weg auf das offene Meer hinaus. Haben wir endlich die erhofften Riesen der Meere geortet?

Überzeugen Sie sich selbst, denn ich will Sie nun mit dem zweiten Teil meines gedrehten Videos alleine lassen. Einige werden nach Betrachten meiner Aufnahmen wahrscheinlich sagen, dass die Qualität doch zu wünschen übrig lässt. Lassen Sie mich zu meiner Rechtfertigung sagen, dass es ungleich schwieriger ist, auf einem schaukelnden und teilweise in voller Fahrt dahinrauschenden Schnellboot aus der Hand zu filmen als auf festem Boden und womöglich mithilfe eines Statives ruhige Filmsequenzen zu drehen. Lassen Sie mich weiterhin anmerken, dass es teilweise sehr ermüdend ist, über mehrere Stunden das Auge am Sucher der Videokamera zu haben und permanent auf die Oberfläche des Meeres zu starren. Und lassen sich mich zu guter Letzt, und das war wirklich der schwierigste Teil, zu meiner Verteidigung sagen, dass es einerseits zwar sehr spannend ist, die Meeresoberfläche nach dem gewünschten Objekt abzusuchen, aber andererseits auch sehr nervenaufreibend, den alles entscheidenden Sprung des Wales zu verpassen.

Es war über Stunden, denn ich hatte zum Schluss etwa vier Stunden Filmmaterial, eine geradezu paranoides Verhalten, welches ich teilweise an den sonnigen Tag legte. ”Was, wenn der Wal jetzt zum alles entscheidenden Sprung aus dem Wasser ansetzt und ich gerade in die verkehrte Richtung schaue? Und noch schlimmer: Was, wenn die Kamera plötzlich nicht mehr funktioniert? Oder wenn der Akku plötzlich leer ist? Oder wenn das Boot gerade aus einem Wellental nach oben schaukelt und ich den Himmel anstatt den Wal im Visier habe? Oder wenn jemand auf dem Boot in diesem Moment die Hand in die Kamera hält? Oder wenn ich aus Versehen auf den Stop-Schalter drücke?” Sie sehen, Wale (gilt aber eigentlich für alle Lebewesen außer für Faultiere, denn diese Zeitgenossen legen ein sehr kamerafreundliches Verhalten an den Tag) in freier Wildbahn zu filmen kann mit mörderischem Stress verbunden sein.

Was bleibt als Schlusssatz? Der obligatorische Hinweis, mich wieder auf dem Weblog Bio Natur zu besuchen. Denn ebenso wie es die Wale mit uns taten wende ich bei Ihnen die gleiche Taktik, auch als Hinhaltetaktik bekannt, an. Sehen Sie also im zweiten Teil eine Walmutter mit ihrem Schutzbefohlenen und schließlich das langsame Herantasten an unseren Hauptakteur. Aber ganz im Sinne von Alfred Hitchcock werde ich die Spannung steigern und in meinem Falle bedeutet dies, dass ich Ihnen erst im dritten und wirklich letzten Teil die absoluten Highlights präsentieren werde. Aber dann richtig, dies kann ich Ihnen definitiv versprechen.

Bis dahin sage ich ”Danke” und bleiben Sie mir gewogen.                      

19.2.2011

Wale vor der Isla del Caño

Abgelegt unter: Reisen — Paul Boegle @ 23:47

08.02.2011: Show der Superlative in Costa Rica

Nachdem dem gestrigen Tag, welchen wir wie Tarzan und Jane mit einer Canopy-Tour durch die Dächer des Sekundär- und Primär-Regenwaldes verbrachten, wissen wir heute mit unserer Zeit nichts anzufangen. Die verschiedenen Vögel haben ihre nächtlichen Lager in den nahen Baumwipfeln bereits verlassen, der singende und pfeifende frühmorgendliche Lärm unserer gefiederten Nachbarn ist verstummt. Schmetterlinge flattern geschäftig durch das hohe sonnenverbrannte Gras, immer dicht überhalb der bräunlichen Gräser fliegen sie einzeln oder tanzen in kleinen Gruppen durch die beginnende Hitze des Tages.Helekonia: Benannt nach Helecon, dem griechischen Berg und Sitz der griechischen Musen.

Das tiefe Brummen eines Kolibris kündigt seinen morgendlichen Besuch an, lange bevor er in Sichtweite kommt. Wie jeden Tag macht er Halt an einer riesigen Helekonia-Staude. Für einige Sekunden bleibt er in der Luft stehen, sucht den Sitz der Musen (Helicon = griechischer Berg und Sitz der Musen) nach Nektar ab und bestäubt nebenbei die Blüten der farbenprächtigen Blütenstände. Unser tägliches Spiel beginnt. Ich höre das tiefe Brummen, greife nach der Kamera und lege mich auf die Lauer. Heute beschließe ich, mich auf der rechten Seite für den Schnappschuss bereit zu machen. Fiebrig sucht mein Zeigefinger den Auslöser, kurze Verschlusszeit wird gewählt, der brummende kleine Vogel braucht nur noch in mein Blickfeld zu kommen und abdrücken. Das Summen wird lauter, meine Anspannung steigt, das rechte Auge klebt förmlich am Sucher. Der Kolibri kommt von links, bleibt für Sekunden in der Luft stehen und sucht die Helekonia nach Nektar ab. Perfekt! Allerdings nur für den Kolibri. Denn der kommt heute von der linken Seite angeflogen. Noch bevor ich mich neu positionieren kann, sucht er bereits wieder das Weite.

Kolibri: Tieftönendes Brummen auf der Suche nach Nektar.Morgen beginnt das Spiel von vorne, die Karten werden neu gemischt. Ich hatte insgesamt 13 Tage Zeit, den kleinen gefiederten Genossen digital abzulichten. Eine wirklich befriedigende Aufnahme gelang mir dabei nicht. Entweder hatte ich die Kamera nicht bei der Hand, der Kolibri kam wie beschrieben von der “falschen” Seite angeflogen oder ich lag gerade faul in der Hängematte undKolibri: Hochleistung bei der Nahrungsaufnahme. war selbst zu träge zum Fotografieren. Aber schließlich haben auch andere Mütter schöne Töchter und stellvertretend für meinen widerspenstigen Freund sollen die beiden nebenstehenden Kolibris ihre wunderbare Spezies vertreten, deren Aufnahme mir bei einem Ausflug zum Vulkan Poas gelangen, allerdings unter künstlichen Bedingungen. Aber auch ich darf nicht immer wählerisch sein.

So planen wir für den heutigen Tag, hinunter nach Agujitas an den Strand zu spazieren und trotz der nicht sehr einladenden Atmosphäre im Pazifik zu baden. Einer meiner Fehler bei unserer Reiseplanung. Wer sich mit dem Gedanken trägt, in Costa Rica einen Badeurlaub einzuplanen, sollte genau und vor allem mit Bedacht wählen. Trotz der mehrere Tausend Kilometer langen Küstenlinie sowohl am Pazifik als auch am Atlantik sind wirklich badetaugliche Strandabschnitte rar gesät. Die Karibik- oder eben Atlantikküste bietet sicherlich einige gute Strandabschnitte, desweiteren der Nordwesten auf der Pazifikseite, die Halbinsel Nicoya und die Gegend um den Nationalpark Manuel Antonio. Doch da diese aufgrund ihrer Beliebtheit sehr stark frequentiert sind, sind sie dementsprechend überlaufen und in weiterer Folge die Unterkünfte übermäßig teuer.

Einige von Ihnen werden mir jetzt entgegenhalten: “Zum Baden fährt man sowieso nicht nach Costa Rica.” Das stimmt selbstverständlich, aber bei 30 Grad und mehr ist es manches Mal nicht schlecht, sich eine kleine Abkühlung zu gönnen. Doch gerade in Costa Rica sind Unterströmungen (Rip-Strömungen) sowohl am Atlantik als auch am Pazifik eine Gefahr, welche nicht zu unterschätzen ist und vor der leider oftmals nicht einddringlich genug gewarnt wird. Aber Atmosphäre hin und Strömung her, unser Entschluss für heute steht fest. Wir machen uns auf den täglichen Weg von unserem Bungalow hinunter in das 300 Seelen-Dorf Agujitas und wollen uns eine Erfrischung im Pazifik genehmigen.          

Auf den Strassen von Costa Rica.Auf den Weg bedeutet in unserem Fall 2,5 Kilometer Fussmarsch über eine staubige und von Schlaglöchern übersäte Strasse. Busse? Gute Idee, aber leider nicht in dieser Gegend. U-Bahn? Fährt in ganz Costa Rica keine. Strassenbahn? Müssten erst die Schienen verlegt werden. Also Taxi? Das kann hier dauern. Also freut sich die allerbeste Ehefrau dieser Welt wie jeden Tag auf ihre reichliche Dosis Bewegung in glühender Hitze, auf staubtrockener Strasse und inmitten extremer Luftfeuchte.

Wir sind noch keine 500 Meter weit gekommen, als uns langsam schaukelnd ein Auto entgegenkommt. Vorsichtig weicht es den tiefen Löchern aus, langsam umfährt es die grossen Steine, welche links, rechts und mitten auf der Strasse liegen, tastet sich Meter für Meter den Berg hinauf. Auf unserer Höhe angekommen, kurbelt der Fahrer, ein junger Mann, das Fenster herunter. Das gesprochene Englisch deutet unverkennbar auf die deutsche Muttersprache hin. Neugierig beugt sich auf dem Beifahrersitz seine junge Freundin nach vorne, beobachtet mich aus dem Hintergrund.

Die beiden haben sich auf der Suche nach einer Tankstelle verfahren, wobei die Suche nach stationären Benzinspendern in dieser Gegend, wie wir sie in Europa kennen, sowieso vergebliche Liebesmühe ist. Benzin wird hier im Süden des Landes per Schnellboot in großen Kanistern oder Fässern an die Drake Bay gebracht und an zentraler Stelle per Trichter in die Autotanks oder Motorboote geschüttet. Doch wo befindet sich solch ein Benzindepot? Auch wir wissen es nicht. Am besten zurück, den Berg hinunter und noch einmal fragen. Wir wandern weiter, der Wagen fährt noch ein kleines Stückchen bergauf, um eine Stelle zum Wenden zu suchen. Eine Idee kommt uns. Wir haben in Agujitas Martina Wegener kennengelernt, eine Deutsche, welche seit etwa zwei Jahren ihr Domizil in Costa Rica aufgeschlagen hat und selbst Touren für Touristen organisiert. Und ganz nebenbei betreibt sie noch mit einer costaricanischen Köchin eine kleine Pension mit angeschlossenem Restaurant. Natürlich nicht nach europäischen Maßstäben, aber Casado con pollo oder ein frischer Red Snapper schmecken unter freiem Himmel einfach besser als in geschlossenen Wänden. So, liebe Martina, wenn Du diese Zeilen liest, lass mir Deinen Leguan im Garten schön grüssen und wir bleiben über Facebook in Kontakt. Und wer in der Drake Bay oder eben genauer gesagt in Agujitas auf der Suche nach einer gut betreuten Tour oder einem guten Essen ist, Martina ist eigentlich überall bekannt. 

Wenn jemand weiss, wo es den heissbegehrten Sprit gibt, dann wohl Martina. Also schlagen wir den beiden einen Handel vor. Wir dürfen im Auto mitfahren und im Gegenzug bringen wir sie zu Martina. Also rein ins Auto, runter den Berg und bei Frau Wegener vorbeischauen. Ich will die Sache abkürzen. Alles hat bestens funktioniert, danach sitzen wir zu viert noch bei einem Kaffee und erzählen den beiden, dass wir jetzt schwimmen gehen wollen. Am Nebentisch sitzt eine junge Französin mit ihrem Freund aus Israel. Wie dies nun einmal so ist bei Gesprächen am Nebentisch: Man hört zu. Und da die junge Dame aus Paris auch etwas Deutsch spricht, versteht sie, was die allerbeste Ehefrau und ich uns für heute vorgenommen habe.

Ich gebe nun ihr Statement nicht im Wortlaut, aber sinngemäß wieder. Die beiden jungen Menschen sind mit den gleichen Plänen wie wir in den Tag gestartet. Doch dasAmerikanisches Spitzkrokodil im Corcovado Nationalpark bei San Pedrillo, Costa Rica. Baden ist ihnen vergangen. Der Grund dafür war etwa vier Meter lang und sah im Wasser aus wie ein treibender Baumstamm. Allerdings handelte es sich nicht um einen solchen, sondern um ein amerikanisches Spitzkrokodil, neben dem Krokodilkaiman (Brillenkaiman) das grösste in Costa Rica lebende Reptil. Sehen wir einmal von der Boa constrictor, der tödlichen Buschmeister, dem grünen Leguan, der Lederschildkröte oder der in ihrem Bestand sehr gefährdeten grünen Meeresschildkröte ab.

Die (nicht abschließende) Aufzählung soll Ihnen bereits einmal einen Vorgeschmack auf den Artenreichtum des kleinen mittelamerikanischen Landes geben, wobei angemerkt werden muss, dass bestimmte Arten auch ganz bestimmte Lebensräume innerhalb des Landes beanspruchen und natürlich ein Aufeinandertreffen sehr selten ist. Einen kleinen Vertreter unserer heutigen “Problem” traf ich dann im Corcovado Nationalpark bei San Pedrillo. Wobei auch dieser es vorzog, sich ganz friedlich im Wasser Eine Boa constructor in ihrem Baumversteck.treiben zu lassen, anstatt sich um mich zu kümmern, obwohl ich einen nahegelegenen Fluss bis zum Bauchnabel im Wasser stehend durchqueren musste. Ähnliches widerfuhr oder widerfuhr mir eben nicht mit einer ganz entzückenden jungen Boa, welche sich in Strandnähe ein gemütliches Plätzchen in einem Baumloch suchte anstatt mich mit Haut und Haaren oder in meinem Falle besser mit Haut und Glatze zu verschlingen.  

Aber zurück zu unseren Plänen für den heutigen Tag, welche sich allerdings von einem Moment auf den anderen auf wundersame Weise verflüchtigt hatten. Oder anders ausgedrückt: Die allerbeste Ehefrau der Welt wollte plötzlich nicht mehr im Meer schwimmen. Zur Ehrenrettung des amerikanischen Krokodils muss aber ganz klar gesagt werden, dass es sich dabei um kein angriffslustiges Krokodil wie etwa dem australischen Leistenkrokodil handelt. Aber vier Meter Rumpflänge sind doch ein beeindruckendes Argument, um die eigenen Entscheidungen noch einmal gründlich zu überdenken. Und genau dieses taten wir dann auch.

Und überdenken muss ich nun auch die Länge meines Artikels. Wie ich sehe, nimmt er schön langsam die Ausmaße einer ausgewachsenen Boa constructor bzw. eines stattlichen amerikanischen Krokodils an. Und weil ich ein ebenso friedliches Wesen bin und mit Ihnen in keine Konflikte kommen möchte, verziehe ich mich lieber in meine eigene kleine Höhle. Aber weil Sie natürlich so tapfer bis hierher durchgehalten haben, sollen auch Sie einen kleinen Leckerbissen bekommen. Es folgt zum Schluss der erste Teil unserer Walbeobachtung. Aber seien Sie nicht enttäuscht, wenn Sie in meinem Video noch nicht viel von den grössten Säugetieren unserer Meere zu Gesicht bekommen. Denn erstens haben es uns und besonders Evaristo, unserem ausdauernden Kapitän, die Wale am 08.02.2011 auch nicht leicht gemacht und zweitens möchte ich Sie zum Wiederkommen bewegen.      


18.2.2011

Costa Rica ohne System

Abgelegt unter: Reisen — Paul Boegle @ 21:52

Reiseberichte nach Lust und Laune

Einens vorab, bevor ich wirklich mit meinen Berichten über unseren Jahresurlaub 2011 in Costa Rica beginne. Anders als letztes Jahr über den Vietnam, als ich dezidiert Tag für Tag in der vorgegebenen Reihenfolge den Reiseablauf nach Datum wiedergegeben habe, möchte ich dieses Mal ganz einfach nach Lust und Laune unsere Erfahrungen und Erlebnisse in Mittelamerika niederschreiben.

Mit ein Grund dafür ist sicherlich eine etwas unglückliche Reiseplanung, für welche ich leider dieses Mal verantwortlich zeichnete. Aber dazu später mehr. Also lassen Sie sich ab morgen ganz zwanglos durch die Flora und Fauna der sogenannten “Reichen Küste” führen, wie Costa Rica bereits 1502 von Christoph Kolumbus genannt wurde (oder auch nicht). Deshalb werde ich Ihnen morgen auch ein erstes Video online stellen, welches ein absolutes Highlight während unseres Urlaubes war: Whale watching oder eben zu deutsch Walbeobachtung.

Buckelwal: One-Wal-Show der Superlative vor der Pazifikküste Costa Ricas.Was uns am 08.02. vor der pazifischen Westküste im Süden des Landes, genauer gesagt rund um die Isla del Caño vor der Peninsula de Osa geboten wurde, lässt sich nur schwerlich in eigene Worte fassen. Und deshalb möchte ich Sie schon heute auf ein Schauspiel der Superlative neugierig machen, welches ich live miterleben und glücklicherweise auch filmen durfte. Ein Wal, genauer gesagt ein Buckelwal, hat uns eine der atemraubenden Shows geliefert, welche ich in meinem bisherigen Leben so noch niemals sah und deshalb auch schwerlich in Worte fassen kann. Nicht dass Sie glauben, der Buckelwal auf dem nebenstehenden Bild hat sich uns nur unter Wasser präsentiert. Aber ich möchte Sie natürlich zum Wiederkommen animieren und zeige Ihnen  deshalb nur ein “Undercover”-Foto dieses Buckelwals.Ein Tag in Costa Rica beginnt: Rote Aras in den grünen Dächern auf der Peninsula de Osa.

Lassen wir also die Spiele beginnen und seien Sie versichert, dass es sich lohnen wird, sich dieses Video anzusehen. Doch diese Walbeobachtung sollte nicht unser einziges Highlight sein, aber dazu später (viel) mehr im Verlauf meiner Reiseberichte.     

15.2.2011

Costa Rica: Schluss mit lustig

Abgelegt unter: Reisen — Paul Boegle @ 22:36

Costa Rica sagt “Hasta luego

Paul Bögle: Waschtag in Costa Rica. Der Staub eines Tages im Corcovado Nationalpark in der Drake Bay.Zurück in der Zivilisation. Leider. Doch auch das Paradies und in diesem Falle die Drake Bay im Süden Costa Ricas hat ein Ablaufdatum. Vier Wochen durch die sogenannte Schweiz Mittelamerikas neigen sich dem Ende entgegen. Während ich diese Zeilen schreibe, sitze ich noch in San Jose, der Hauptstadt des kleinen zentralamerikanischen Landes, und denke mit Wehmut zurück an viele schöne Erlebnisse inmitten unberührter Natur und so noch niemals in freier Wildbahn gesehener Flora und Fauna. Aber die Wirklichkeit holt mich mit jeder Stunde ein, langsam verblassen die Farben, stehlen sich bereits jetzt schon leise Richtung Vergangenheit und Vergangenes.

Das nebenstehende Bild zeigt, dass oftmals die kleinen Dinge des Lebens von überraschender Wichtigkeit sein können. In diesem Fall natürlich auf Anraten der allerbesten Ehefrau dieser Welt. Scheinbar dürften sich meine Körperdüfte, vermischt und untrennbar verbunden mit jenen Ausdünstungen meiner Tag und Nacht getragenen Kleidung, nicht mehr mit den Ansprüchen ihrer Nase vertragen haben. Und so ließ mir eben meine mir Angetraute keine andere Wahl, als mich mitsamt meiner mir ans Herz und wohl auch schon an den Körper gewachsenen Kleider unter frisches Wasser zu begeben. Einziger Vorteil dieser Aktion: Ich hatte danach wieder für mehrere Tage Ruhe! 

Doch das Gedächtnis und viele Fotos und Videoaufnahmen halten das Erlebte und Gesehene fest. Und so werde ich mich die nächste Zeit auch verstärkt mit Costa Rica und den Facetten beschäftigen, werde von vielen aufregenden Erlebnissen berichten, aber auch einige Dinge beim Namen nennen müssen, welche vielleicht nachfolgenden Costa Rica Reisenden bei der Entscheidungsfindung und Vermeidung gemachter Fehler helfen können.

Meine angekündigte Pause ist also hiermit beendet und Paul Bögle wirft Gilet und Wanderstiefel wieder ab und kleidet sich zwangsläufig wieder mit jener Tracht des Mitteleuropäers, welcher langsam wieder in den hektischen und von allerlei Regeln bestimmten Alltag zurückfinden muss. Im Gegensatz zum letzten grossen Reisebericht über den unvergleichlichen Vietnam lasse ich dieses Mal verstärkt Videoaufnahmen in die Artikel mit einfliessen, da ich von mancher Seite hören musste, dass oftmals (laufende) Bilder doch mehr als tausend Worte aussagen.

So sage ich fürs erste “Hasta luego” aus San Jose und bereite nun sukzessive einen Artikel nach dem anderen über die Erfahrungen unserer Reise in Costa Rica vor.    

« Vorherige SeiteNächste Seite »

läuft stressfrei mit WordPress ( WordPress.de )