Bio Natur - Der Weblog

13.12.2011

Gefälschte Bio-Zertifikate: Die Spitze des Eisbergsalates

Abgelegt unter: Garten — Paul Boegle @ 19:50


Bio-Lebensmittel oder Drogenhandel? Welche Geschäfte sind einträglicher

Italienwelten: Italien ist Europas größter Produzent von Bio-Produkten. Die italienischen Bio-Bauern dominieren damit den europäischen Markt. Ein Drittel der europäischen Produktion an biologischem Obst und Gemüse stammt aus Italien. Mehr als 1.168.000 Hektar Ackerfläche stehen für den Anbau von Bio-Produkten zur Verfügung.   Der Löwenanteil von biologischem Obst und Gemüse wird in die europäischen Nachbarländer exportiert. Die Italiener selbst sind noch zurückhaltend beim Kauf von ökologischen Lebensmitteln.Nun hat die schöne Bio-Welt voller gesunder Bio-Produkte nach dem schönen Weltklimagipfel voller gesunder unabsichtlicher Absichtserklärungen also ihren nachhaltigen Skandal mit sicherlich weitreichenden ökologischen, aber wohl noch drastischeren ökonomischen Folgen für Hersteller und Vertriebsketten. In erster Linie natürlich oder eben leider nicht natürlich für die Konsumentinnen und Verbraucher, welche ihr Vertrauen in solch zertifizierte und von allerhöchster Stelle als aus biologischem Anbau erklärte Ware verloren haben bzw. noch verlieren werden, da die ganzen unerträglichen Ausmaße über die Tragweite des Handels mit gefälschten Zertifikaten erst noch unter der gefälschten Erde hervorgegraben werden müssen.

Da mutet es geradezu grotesk an, wenn die Website “Italienwelten” damit Werbung macht, dass Italien Europas größter Produzent von Bio-Produkten sei. Wobei ich anmerken darf, dass die Betreiber dieses Projektes sicherlich genauso gutgläubig den italienischen und wahrscheinlich auch anderen Bio-Produkten ihren Vertrauen entgegengebracht haben.

Italien ist Europas größter Produzent von Bio-Produkten. Die italienischen Bio-Bauern dominieren damit den europäischen Markt. Ein Drittel der europäischen Produktion an biologischem Obst und Gemüse stammt aus Italien. Mehr als 1.168.000 Hektar Ackerfläche stehen für den Anbau von Bio-Produkten zur Verfügung.

Der Löwenanteil von biologischem Obst und Gemüse wird in die europäischen Nachbarländer exportiert. Die Italiener selbst sind noch zurückhaltend beim Kauf von ökologischen Lebensmitteln. Im Schnitt geben sie nur 20 € jährlich für den Kauf von Öko-Produkten aus (Schweiz: 105 € pro Einwohner und Jahr).

Andererseits wird mir jetzt schön langsam verständlich, weshalb die feschen Italienerinnen und feurigen Italiener so zurückhaltend in Sachen Bio sind. Bei solch aktuellen Meldungen, dass 700 000 (!) Tonnen hundsgemeine Lebensmittel fälschlicherweise mit eben diesem Prädikat abgestempelt wurden und in Europa zum Verkauf kamen, würde etwas mehr Zurückhaltung in Sachen gesunder Lebensweise ganz gut tun. 220 Millionen Euro Warenwert, und das ist wahrscheinlich nur die Spitze des Eisbergsalats. Dass der Standard allerdings schreibt, dass “gefälschtes Essen lukrativer als Drogen” sei, ist dann doch wohl etwas überzogen. Oder vielleicht doch nicht?

Der Markt mit falsch ausgewiesenen oder gefälschten Lebensmitteln ist ein Milliardengeschäft, das in den vergangenen Jahren massiv gewachsen ist, heißt es bei Europol: Das Risiko ist gering, der Ertrag enorm. 1000 Dollar würden, in die Lebensmittelfälschung investiert, wesentlich höhere Profite abwerfen als etwa im Drogenhandel.

Fragen Sie mich bitte jetzt nicht, welche Summen mit Drogen zu verdienen wären. Doch wenn ich mir vorstelle, dass, so wie wie weiter berichtet, das Risiko mit dieser Art grünem und sogar staatlich autorisiertem Drogenhandel weit geringer einzuschätzen ist als jenes, bei Drogengeschäften erwischt zu werden, möchte ich mir deshalb lieber gar nicht vorstellen, wo die 20-prozentige Spitze dieses biologischen Eisbergsalates endet und die 80 Prozent gefälschten Bio-Zertifikate beginnen, welche ja bekanntlich, wenn ich mir neben meiner schon begonnen Vorstellung über mögliche Traumgewinne durch Drogen, das bekannte Eisbergmodell ins Gedächtnis rufe, welches eigentlich mehr in der Kommunikationstheorie beheimatet ist und gut getarnt unter der Oberfläche lauern.

Während ich diese Zeilen schreibe und nebenher weiterhin mit einem tränenden Auge die aktuellen Meldungen beobachte, kommt dann doch tatsächlich diese Schlagzeile hereingeschwommen: “Bio-Skandal: Hunderte Tonnen nach Österreich geliefert“. Natürlich auch mit Bezug und Reichweiten für Deutschland.

Schon am Dienstagvormittag war bekannt geworden, dass hunderte Tonnen gefälschter Bio-Produkte wahrscheinlich nach Deutschland geliefert worden waren. Auch in Deutschland soll es sich vor allem um Futtermittel wie Soja und Raps gehandelt haben. Eine Gesundheitsgefahr habe nicht bestanden. Die Produkte hätten aber nicht als Bioware verkauft werden dürfen. Die deutsche Verbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) erklärte, wenn sich die ersten Angaben aus Italien bewahrheiteten, handle es sich wohl um “Betrug in großem Stil”.

Reiner Betrug oder doch schon Gesundheitsgefährdung?

Ob diese Lebensmittel wirklich so ungefährlich sind, wie von Frau Aigner vermutet, muss sich jedoch auch noch erweisen. Aber angenommen, dies trifft zu, muss neben der Tatsache, dass hier die KonsumentInnen gnadenlos über den Tisch gezogen wurden und wohl über unbestimmte Zeit noch werden, auch noch untersucht werden, inwieweit diese Futtermittel Auswirkungen auf den biologischen Fleischmarkt haben werden. Wenn Europol nach Bekanntwerden der ersten Verdachtsmomente schon die ersten Razzien gestartet hat und reichhaltig fündig wurde, bleibt eines unter dieser Spitze des jetzt biologisch entwaffneten Eisbergsalates verborgen.

Mehr als 13.000 Flaschen Olivenöl, 12.000 Flaschen Wein, 30 Tonnen Tomatensauce, fünf Tonnen Fisch und Meeresfrüchte und 77 Tonnen Käse: Das ist die Ausbeute, die Polizisten in ganz in Europa vom Markt nehmen. Der Grund: Die Lebensmittel waren gefälscht. Sogar Bio-Produkte sind betroffen.

Das alleine wäre eigentlich schon Anlass genug, sich Gedanken über das derzeitige Kontrollsystem und die Vergabe der Zertifikate zu machen. Doch in diesem Zusammenhang stellt sich noch ein anderes Problem. Wohin wanderten diese Berge an Soja und Raps, wenn nicht in die Ställe, wo sie dann als Futtermittel für weitere biologische Fälschungen umgewandelt werden. Dass aber diese Verwässerung wohl noch schwieriger nachzuvollziehen sein wird als die primären Falsifikationen mit billig erkauften Bio-Siegeln, dürfte klar sein. Wenn dann jedoch noch vermeldet wird “Wer die Speisen und Getränke zu sich nehme, gefährde seine Gesundheit, erklärte Europol“, die deutsche Verbraucherministerin aber keine gesundheitlichen Bedenken hat, habe ich irgendwie schon meine Bedenken, ob sich jene polizeilichen Bedenken und die konträren und so harmlos vorweihnachtlich klingenden politischen Unbedenken so bedenkenlos unter einen biologischen Hut bringen lassen. Immerhin gibt selbst das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, welches ja von Frau Aigner geführt wird, in der aktuellen Pressemitteilung Nr. 270 vom 13.12.11: “Betrug mit gefälschten Bio-Produkten in Italien: Bundesministerin Aigner dringt auf rasche Aufklärung” zu, dass hierbei noch nicht das letzte Wort gesprochen sei respektive keine vollständigen Fakten auf dem Tische lägen. Ob deshalb die Behauptung, der Lebensmittelskandal stelle keine gesundheiltiche Gefährdung für die Betroffenen dar, nicht etwas zu optimistisch klingt, muss wohl erst noch den VerbraucherInnen schmackhaft gemacht werden.

In Deutschland hatte sofort nach Bekanntwerden des Betrugsfalls die zuständige Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) in Bonn Kontakt zum italienischen Landwirtschaftsministerium aufgenommen. Ferner hat die BLE unmittelbar die zuständigen Behörden der Bundesländer über den Vorfall informiert. Mittlerweile hat die BLE aufgrund polizeilicher Auskünfte erste Informationen über gefälschte Bio-Zertifikate und Empfängerunternehmen in Deutschland erhalten und diese unmittelbar an die zuständigen Länderbehörden weitergegeben. Allerdings liegen bisher noch keine abschließenden Daten aus dem italienschen Landwirtschaftsministerium zur Gesamtmenge der nach Deutschland gelieferten Waren vor. Nach übereinstimmenden Informationen italienischer und deutscher Sicherheitsbehörden ist nach gegenwärtigem Kenntnisstand von einer mittleren dreistelligen Tonnage auszugehen.

Was ich heute essen werde, weiß ich nicht. Vielleicht sollte ich mir Italien zum Beispiel nehmen und mehr Amore machen. Aber nur Luft und Liebe soll ja auch nicht gesund sein. Überhaupt bei all dem Feinstaub und dem CO2, welches nach dem Weltklimagipfel in Durban auf erlösende Maßnahmen harrt. Sollte natürlich noch Platz unter dem Eisbergsalat sein, immer hinunter damit. Schließlich müssen wir in Zeiten wie diesen etwas enger zusammenrücken.

21.11.2011

USA: Pommes und Pizza bleibt Gemüse - Basta!

Abgelegt unter: Garten — Paul Boegle @ 22:10


Ernährungswissenschaftliche Erklärungsversuche made in USA

Manchmal bin auch ich versucht, laut schreiend und hilfesuchend zur Polizei zu rennen und zu bitten, entweder mich oder eben die anderen wegzusperren. Mit “die anderen” ist in diesem vollkommen hoffnungslosen Falle die amerikanische Legislative gemeint, welche von der Exekutive (welcher auch immer) möglichst schnell weg von der Strasse oder besser noch komplett aus dem US-Repräsentantenhaus geräumt werden sollte. Ich kann mich, um es heute wirklich kurz zu machen, erinnern, dass ich vor Pizza und Pommes werden in den USA per Gesetz zu Gemüse erklärt und bleiben in den Schulkantinen. Die Nahrungsmittellobby bekommt milliardenschwere Subventionen durch diesen Beschluss des US-Repräsentantenhauses.nicht allzu langer Zeit darüber berichtet hatte, dass Global 2000 ein verpflichtendes Bio-Angebot in Österreichs Schulen forderte, was aber angesichts des jetzt beschlossenen US-amerikanischen Gesetzeswerkes eigentlich völlig in den Schatten geworfen wird.

Denn die mächtigste Gesetzgebung der wohl mächtigsten Demokratie der Welt, sehe ich einmal vom mächtig demokratisch regierten China ab, hat sich für den mächtig übergewichtigen Demokratie-Nachwuchs im eigenen Lande etwas ganz besonders Leckeres ausgedacht und auch gleich in die Tat umgesetzt. Denn weil sich auf der allseits bei Beleibten so beliebten Pizza Tomatensauce befindet und Pommes aus Kartoffeln hergestellt werden, werden diese wertvollen Errungenschaften ernährungswissenschaftlicher Sonderklasse in den USA auch in Zukunft unter Gemüse eingestuft. Das Repräsentantenhaus hat allen Ernstes einen Gesetzesentwurf trotz massiver Widerstände durchgefressen oder durchgeboxt, welcher es möglich macht, Pommes frites und die italienische runde Scheibe mit allerlei Belag meist außerhalb veritabler “vegetables” (Gemüse) an den amerikanischen Schulen als gesunde Kost zu deklarieren und seltsamerweise auch zu subventionieren.

The final version of a spending bill released late Monday would unravel school lunch standards the Agriculture Department proposed earlier this year. These include limiting the use of potatoes on the lunch line, putting new restrictions on sodium and boosting the use of whole grains. The legislation would block or delay all of those efforts.

The bill also would allow tomato paste on pizzas to be counted as a vegetable, as it is now. USDA had wanted to only count a half-cup of tomato paste or more as a vegetable, and a serving of pizza has less than that.

Nutritionists say the whole effort is reminiscent of the Reagan administration’s much-ridiculed attempt 30 years ago to classify ketchup as a vegetable to cut costs. This time around, food companies that produce frozen pizzas for schools, the salt industry and potato growers requested the changes and lobbied Congress.

Dazu siehe etwa Huffington Post: “How Pizza Became A Vegetable Through The Magic Of Influence-Peddling” oder Washington Post: “Bill would label pizza a vegetable in school lunches“. Auf deutsch bedeutet dies also nichts anderes, als dass die Macht der Nahrungsmittelindustrie wieder einmal die fettigen Finger im Spiel hat und sich gegen die Ratschläge des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums und der ErnährungswissenschaflerInnen durchsetzen konnte. Denn weil die US-Regierung mit dieser Gesetzgebung bestimmt, welche Art von Mittagessen mit millionenschweren Subventionen bedacht wird, mussten die LobbyistInnen dieser Branchen eben handeln. Nur was eine gewisses Mindestmaß an Gemüse enthält, ist nach Meinung des Kongresses auch staatlich förderungswürdig. Also werden kurzerhand fetttriefende Pommes von höchster Stelle zur gesunden Kartoffel erklärt und die halbe Tasse Tomatensauce unter den Bergen von geschmolzenem Käse, reichlich Salz, Schinken, Salami und was der Fastfood-Teufel sonst noch auf die tiefgefrorenen Pizzen tagtäglich haut, bleibt als reinrassiges Gemüse aus der aufgetauten Hochleistungsstrecke übrig. Dass dabei die Gemüseproduzenten, welche sich auch ein großes Stück vom leckeren Subventionskuchen in den Schulen holen wollte, auf der Strecke bleiben, hat einen leicht zu erklärenden Grund: “School meals that are subsidized by the federal government must include a certain amount of vegetables,” the AP reports, “and USDA’s proposal could have pushed pizza-makers and potato growers out of the school lunch business.” It would have pushed vegetable growers into the business, but their lobbyists aren’t as powerful, it seems.

Ja, manchmal kommt es nicht nur auf die Kartoffelstärke an, sondern eben auch auf die Stärke und Schlagkraft der entsprechenden Lobby. Da bekommt der einstige Wahlslogan von Barack Obama “Yes, we can (eat what we can)!” doch gleich einen ganz anderen Beigeschmack. Dass “Die Presse” in ihrem Artikel “USA: Pizza und Pommes bleiben in den Schulkantinen” noch eine andere Rechnung aufmacht, gibt dem Ganzen nur die notwendige Würze. Denn in wirtschaftlich ungesunden Zeiten wie diesen, welche auch vor dem Land der unbegrenzten Kalorien nicht halt machen, heißt es, “die Abgeordneten und Senatoren seien von Lobbyverbänden überzeugt worden, dass das Vorhaben der Regierung den Schulen wegen hoher Gemüsepreise neue Milliardenkosten aufgebürdet hätte. Ein Schülergericht würde laut “New York Times” um 14 Cent mehr kosten, in fünf Jahren wären das Mehrkosten von 6,8 Milliarden Dollar.

Welche Mehrkosten allerdings durch solch eine verantwortungslose Politik auf die Regierung innerhalb der nächsten Jahrzehnte durch dieses jetzt beschlossene Gesetz in Form von Folgeerscheinungen wie Adipositas, Herz- und Atemwegserkrankungen, Diabetes und mehr zukommen werden, wollte wohl niemand über den fettigen Daumen schlagen. Und ich bin sicher, dass einige findige AnwältInnen dieses Entscheidung zum Anlass nehmen werden, im klagefreudigen Amerika viele zukünftige Patientinnen und Mandanten, welche jetzt noch tagtäglich Pizza und Pommes vor, während und nach dem Schulunterricht futtern, vor Gericht vertreten werden, um dann Millionenbeträge einzufordern.

Der von LobbyControl ausgelobte Negativpreis für undemokratische Lobbyarbeit in allen Ehren. Aber da kann sogar noch “good old Europe” in Sachen Lobbyismus noch einiges lernen. Natürlich auch nur dann, wenn die gierigen Mäuler hierzulande für einen kurzen Moment ihre Kaubewegungen einstellen, was natürlich nicht leicht sein dürfte.

6.11.2011

Deutsches Apfeltum gegen braunes Fallobst

Abgelegt unter: Garten — Paul Boegle @ 23:17


FDÄ: Wenn Satire biologische Waffen einsetzt

Das nun folgende (wieder einmal durch die Ostseeküste inspiriert) ist eigentlich prädestiniert für einen Blog, welcher die Worte “Bio” und “Natur” in seinem Namen führt. Doch nicht immer erscheint das, was auf den ersten Blick so eindeutig zu sehen ist, auch im weiteren Verlauf als jenes, was sich bei genauerem Hinsehen dann als solches Front Deutscher Äpfel (FDÄ): Nationale Initiative gegen die Überfremdung des deutschen Obstbestandes und gegen faul herumlungerndes Fallobst.eben nicht entpuppt. Als jüngstes Beispiel dazu vielleicht mein Beitrag “Politik will Pekinesen vor dem Aussterben schützen“. Und so verhält es sich mit jener Organisation, um gleich den politischen Jargon beizubehalten, welche ich Ihnen heute vorstellen möchte und die seit mehreren Jahren durch die deutschen Lande zieht und ihren ersten Marschbefehl in Leipzig erhielt.

Sollten Sie, und da ich dies nun schreibe, wäre die Chance jetzt da, einmal über die Seite “Front Deutscher Äpfel (FDÄ)“, auch kurz und linksbündig Apfelfront genannt, stolpern oder in diesem Falle besser stramm marschieren, werden Sie möglicherweise entsetzt innehalten, “Kehrt marsch!” rufen und schleunigst wieder umdrehen. Doch bleiben Sie ruhig bei mir und setzen Sie ihren virtuellen Stechschritt ruhigen Gewissens fort. Denn was hier auf den ersten Blick an das erinnert, was es in gewisser Weise auch ist, nämlich Rechtsextremismus in seiner tiefsten Form, soll es auch sein. Allerdings auf höchstem satirischem Niveau und vollkommen ohne die geringsten Brauntöne.

Dass braunes Denken und nationalsozialistisches Gedankengut sich wieder zu einer Modeerscheinung, nein, falsche Wortwahl, zu einer gesellschaftlichen und politischenHerzlich willkommen auf der Heimseite der Front Deutscher Äpfel Bamberg.   Hier erfährt der treue Kamerad oder Sympathisant der Apfelfront, der einzig wahren nationalen Kraft Deutschlands und der Welt, alles Wissenswerte über die Aktionen der Bamberger Ortsgruppe der Apfelfront. Extrembelastung entwickelt hat, sowohl im realen als auch im virtuellen Leben, mag die meisten von uns nicht überraschen. Doch aus den bis vor wenigen Jahren leicht zu erkennenden Nazi-Indikatoren, also etwa Bomberjacke, Kurzhaarschnitt oder Glatze, Springerstiefel der in Reih und Glied (mittlerweile natürlich vielfach auch ohne Glied) Marschierenden oder nazionalsozialistischen Emblemen und Ormamenten mit Wiedererkennungswert auf zahlreichen Internetseiten der rechten Szene und welche anderen Klischees von dieser ideologischen Klientel auch immer bedient wurden und werden, haben die klugen (auch diese Wortwahl stellt in diesem Zusammenhang einen Affront sondergleichen dar) Köpfe von NPD und Co ein oftmals schwer zu durchschauendes Netzwerk und weitverzweigtes Konglomerat an unverfänglichen Webseiten, extrempolitisch nicht vorbelasteten AnhängerInnen und sogar höchstwillkommenen Themen wie Umwelt- oder Tierschutz gewebt. Wer sich z.B. einmal, wie ich es in meinem Beitrag “Grünes Handeln - braunes Denken” getan habe, mit den Internet-Verkaufsseiten (bewusst KEINE namentliche Nennung oder Verlinkung dieser Projekte) einer Bente Strauch befasst, wird auf den ersten Blick nichts Verdächtiges, Anrüchiges oder gar Verbotenes entdecken können. Wer glaubt, dass Umweltbewusstsein, Naturschutz und grünes Denken und ebensolches Handeln nur aus der Intention betrieben wird, den fortschreitenden Klimawandel aufzuhalten, sollte sich einmal mit den äußerst interessanten Ausführungen von Prof. Dr. Hubertus Buchstein zu den neuzeitlichen Ansätzen dieser braunen Ökologie befassen, welche unter dem Deckmantel der Umwelt in eigener rechter Sache die eigenen Ziele vorantreiben. Wer sich die von der Grande Dame Barbara Rosenkranz (FPÖ) gestaltete Einladungskarte für das Highlight gesellschaftspolitischer deutschtümelner Front Deutscher Äpfel (FDÄ): Der elektronische Wiederdruck des traumhaft schönen Ölgemäldes eines Sympathisanten zeigt einen unserer Frontsoldaten. Ideal zu gebrauchen als Hintergrundmotiv für den virtuellen Schreibtisch.Zusammenkünfte oder kurz Sonnwendfeier ansieht, wird sich möglicherweise die Frage stellen, was denn dort ein Bild eines nationalsozialistischen Kalenderblattes dort zu suchen hat (”Barbara Rosenkranz lädt zur Sonnwendfeier“).    

Natürlich wurde gegenüber der Initiative Front Deutscher Äpfel oder Apfelfront auch schon Kritik laut. Manche sehen in dieser Art überhöhter Zurschaustellung und schamloser Verwendung rechtsextremer Symbolik die Gefahr der Verwässerung. Einige argumentieren, dass durch solch bedenkenlose Wahl der Mittel die latente Gefahr des Rechtsextremismus verharmlost wird. Das öffentliche Auftreten, ähnlich jenem der “(r)echten” Szene, lässt die Grenzen zwischen Schein und Sein verschwimmen und eine eindeutige Unterscheidung nicht mehr zu. Dass sich dabei das Lachen manches Mal nicht über die vollen Lippen traut, sondern wirkungslos im Halse stecken bleibt, mag richtig sein. Dass solcherlei Scherze nicht jederfraus und jedermanns Geschmack sind und oftmals unterhalb der Gürtellinie im Nichtverstehen versickern, lasse ich dahingestellt.

Doch genau dies soll Satire. Dass dabei nicht immer der prüfende erste Blick ungetrübt bleibt und eine Unterscheidung zwischen bitterer Wahrheit und satirischer Überspitzung dieser Wahl der Mittel und Gestaltung der FDÄ-Aktionen nicht einfach ist oder sogar von Außenstehenden aufgrund der beabsichtigten Täuschung vollkommen mißverstanden wird, ist sicherlich wohlüberlegtes Kalkül. Mit überspitzten Mitteln und den Stilformen der Übertreibung auf aktuelle Missstände hinweisen und mit der Wahl derselben Waffen das zu persiflieren, was eigentlich so unglaublich abstößig und viel zu ernst erscheint, um es wiederum nicht mit dem gebührenden Respekt zu behandeln. Der nach eigenem Bekunden “bestangezogenste, frisch geduschteste und best aussehendste schwarze Block aller Zeiten” setzt sich natürlich über ethische Grenzen, moralische Barrieren und politische Grauzonen hinweg. Doch die Botschaften der “Front Deutscher Äpfel” sind eindeutig und unmissverständlich. Ebenso eindeutig und unmissverständlich wie jene der braunen echten Front. Aber ich denke, besser frisch geduscht, eloquent bekleidet und mehr als gut aussehend in Reih und Glied mit der FDÄ marschieren demonstrieren als sich die Finger mit braunem Unrat dreckig zu machen.   

18.7.2011

Abenteuer Faltertage: Bilanz der fliegenden Rüssel

Abgelegt unter: Garten — Paul Boegle @ 14:01


Schmetterlinge im Bauch und Schmetterlinge zählen

BUND bittet zur Zählung der Schmetterlinge: Das Abenteuer Faltertage.Was tun mit den lieben Kleinen? Die Sommerferien sind noch endlos lange, aber die Tage werden jedoch schon wieder kürzer. Die Freibäder sind mit sonnenölverschmiertenAbenteuer Faltertage mit dem BUND. Schmetterlinge im Bauch durch Schmetterlinge zählen. Leibern bis zum Bersten gefüllt, die Sitzplätze der Eissalons brechen unter der Last der BesucherInnen. Wissen Sie was? Gehen Sie doch einmal Schmetterlinge zählen, anstatt den Nachwuchs permanent vor den Fernseher oder Computer zu setzen. Bereits zum siebten Male ruft der BUND dazu auf, aktiv die Abenteuer Faltertage zu unterstützen. Keine Angst, weder Geld wird gefordert noch unmöglich Unmenschliches verlangt.

Jagen Sie einfach gemeinsam im eigenen Garten, auf einer nahen Streuobstwiese, im etwas weiter entfernten öffentlichen Park oder welchen Lieblingsplatz Sie und Ihr Nachwuchs auch immer auserkoren haben, jenen lautlosen flatterhaften Wesen nach, deren Anwesenheit leider immer öfter auf der Roten Liste bedrohter Tierarten zu finden ist anstatt in freier Wildbahn.

Warum Schmetterlinge zählen? Der BUND ist auf diese Daten angewiesen, um dadurch einerseits auf die fortschreitende Zerstörung der Lebensräume dieser Gaukler der Lüfte aufmerksam zu machen. Aber viel wichtiger noch, die durch diese Zählaktionen aggregierten Zahlen und Fakten bilden die Grundlage für die Entwicklung der Schmetterlingsbestände und damit auch ein wichtiges Instrument, geeignete Maßnahmen zum Schutz und Erhalt der Schmetterlinge, insbesondere der Tagfalter, zu finden. Und weil ein altbekanntes Sprichwort davon spricht, dass die sich die wohligen Schmetterlinge im Bauch meistens nur im Frühling einstellen, bietet die Zählaktion doch eine höchst willkommene Gelegenheit, dieses schöne Gefühl doch bis in den Herbst hinein zu verlängern.

Stecken Sie den eigenen Rüssel deshalb einmal in jenes Reich der fliegenden Rüssel. Nicht dorthin, wo sich Fuchs und Hase “Gute Nacht!” sagen, sondern wo der Kleine Fuchs sein Tagwerk verrichtet. Und dass eine einzige Schwalbe noch lange keinen Sommer macht, ist zwar bekannt, doch ein Schwalbenschwanz im sommerlichen Gras kann einen Sommertag gleich viel bunter machen. Sie werden überrascht sein, welche Unterschiede sich beim männlichen und weiblichen Zitronenfalter entdecken lassen. Oder auch beim Aurorafalter. Und dass das sogenannte Landkärtchen des Frühlings ganz anders aussieht wie die sommerliche Variante, war auch mir bis dato unbekannt. 

12.7.2011

Sommerfrische: Hören statt schreiben

Abgelegt unter: Garten — Paul Boegle @ 19:56

Ein Tag Pause im Leben von Paul Bögle. Hörensagen im Jahr der Wälder mit SWR2 und “Wald-Gänge”.Ein Tag Pause im Jahr der Wälder

Liebe Leserinnen und verehrte Leser. Es ist heute einfach zu heiß zum Schreiben. Nicht einmal das ansonsten so unterhaltsame Adbusting macht an solch einem lauen Abend auf der eigenen Terrasse Freude. So belasse ich es eben heute mit wenigen Zeilen und möchte Sie dazu animieren, im immer noch laufenden Jahr der Wälder doch aus Bequemlichkeit einmal den Wald in die eigenen vier Wände oder eben auf die eigene Terrasse zu holen. Dies soll natürlich eine Ausnahme bleiben, schließlich möchte ich der Faulheit keinen Vorschub leisten. Aber heute drücken wir bei diesen Temperaturen beide Augen zu und lauschen auf SWR2 im Rahmen der sechs “Wald-Gänge“, welche Motive und Impressionen Menschen mit jenem Stückchen Verborgenheit unter dichtem Blätterdach oder dunklem Nadelwald verbinden, welchen vielen von uns nur noch im wahrsten Sinne vom Hörensagen bekannt ist.

Und auch die jüngeren LeserInnen dürfen ruhig ein paar Minuten die Augen schließen. Denn Techno-DJ Dominik Eulberg entlockt mit seinen “heimischen Gefilden” dem Wald ganz besondere Töne und Lautmalereien. So lasse ich nun den Abend ins schöne Land ziehen und werde wohl oder übel den Gartenschlauch in die Hand nehmen. Nicht für micht, sondern für jene Heimstätten, auf welchen sich morgen mit Beginn des Tages hoffentlich wieder Bienen, Schmetterlinge und alle Kreucher und Fleucher einfinden werden, denen der Sinn danach steht, bei mir zu Gast zu sein. Und sollten Sie noch Lektüre und Anregungen für den eigenen Naturgarten suchen, können Sie sich zwecks Zeitvertreib den Gratis-Ratgeber Wohlfühloase Naturgarten herunterladen. Sicherlich kein Fehler, damit das Faulenzen nicht vollständig zur Gewohnheit wird.      

22.6.2011

Mundräuber im Netz: Soziale Gefräßigkeit pur

Abgelegt unter: Garten — Paul Boegle @ 03:00


Mundraub: Plattform für Obstallmende. Freie Fundstellen von Obst und Gemüse zur freien Ernte.Obstallmende: Obst und Gemüse zur freien Entnahme

Es passt zu meinem gestrigen Artikel über die Gentechnik-Krake Monsanto mit ihren “Roundup“-Abräumern, “Agent Orange“-Aufräumern und transgenen Maiskolben-Wegräumern wie die grüne Faust auf das gentechnisch manipulierte Auge.

Ich war ja der Meinung, eigentlich so ziemlich alles im virtuellen Netz namens Internet gesehen zu haben und dementsprechend mit sämtlichen virtuellen Wassern gewaschen zu sein. Aber glücklicherweise gibt es Tage, da sitze ich, nachdenklich einen Apfel kauend oder symbolisch Kirschen aus Nachbars Garten pflückend, vor meinem heiligen Blechtrottel oder umgangssprachlich auch Computer genannt, vergesse vor lauter Lesen das Kauen und notwendige Hinunterschlucken und bin ganz hin und selten gleich wieder weg.Mundraub.org: Moderner Mundraub im Dienste der Gemeinschaft. Gefahrlos, vollkommen legal und unentgeltlich.

Der Terminus “Allmende” kommt, sofern ich mir die richtige Definition herausgepickt habe, aus dem Mittelhochdeutschen und steht für Allgemeingut, welches etwa in Form einer Dorfwiese oder eines Waldstücks allen gemein ist. Also Grundeigentum einer Allgemeinheit, auf deren Nutzung jede(r) Angehörige der Gemeinschaft Anspruch erheben darf. Und genau diesem Prinzip folgen die MacherInnen von “Mundraub.org“. Vergessene Obstbäume, Gemüsebeete oder Beerensträucher, welche damen- und herrenlos im öffentlichen Raum vor sich hin dümpeln, ohne dass die kostbaren und gesunden Früchte von irgendjemandem abgeerntet werden. Und so haben die MacherInnen und modernen MundräuberInnen auf geradezu bezaubernde und wunderbare Art mit ihrer Initiative eine Art virtuelles Erntedankfest geschaffen. Ich wäre sogar versucht zu sagen, es handelt sich um WegelagerInnen des Internets, wäre dieser Begriff nicht meist negativ besetzt, aber so belasse ich es eben beim Mundraub der besonders feinen Art.

Machen wir es doch kurz und bündig. Der folgende Screenshot der Plattform “Mundraub.org” sagt eigentlich ebenso kurz und bündig aus, welche Zielsetzungen verfolgt werden. Kartographierte “Futterstellen” oder freies Obst für freie BürgerInnen in Form einer interaktiven Karte, welche einerseits den hungrigen Menschen unter uns die Möglichkeit bietet, regionale Fundstellen oder eben besitzlose Obstbäume und Beerensträucher aufzufinden und andererseits aber besonders von jenen findigen Menschen lebt, welche bereit sind, ihre geheimen Futterplätze oder neu entdeckten natürlichen Obstquellen der Allgemeinheit zu Verfügung zu stellen, damit die Gemeinschaft an dieser Art Obstallmende in ihrer Gesamtheit partizipieren kann.

Die eigenen Ziele und Intentionen der Plattform “Mundraub.org” werden dabei als Erinnerung von in Vergessenheit geratener Früchte der Kulturlandschaft im öffentlichen Raum definiert, um diesen eine neue Wertigkeit zu verleihen und wieder in unser Bewusstsein und Wahrnehmungsempfinden zu rücken. Und letztendlich soll dies dazu beitragen, das Obst wieder Teil unserer Kulturlandschaft werden zu lassen und die mehr und mehr schwindende Biodiversität zu erhalten und zu fördern.

Als Mann der Gaumenfreuden sage ich im Gedenken an das Jahr 1973, welches ich oftmals im Garten meiner Großeltern unter schattigen Marillenbäumen (österreichisch für Aprikose), ausladenden Zwetschgenbäumen und schwer tragenden Kirschenbäumen verbringen durfte: Das große Fressen kann beginnen! Und damit auch zukünftig so bleibt, wäre es wunderbar, dieser Plattform etwas an Bekanntheitsgrad zu verschaffen. Also machen Sie es wie ich und schreiben Sie doch einen kurzen Artikel über “Mundraub.org“. Gerne auch mit vollem Mund. Manche Projekte im Netz sind einfach zu nützlich, als dass sie wieder in der Versenkung oder in diesem Falle im virtuellen Erdreich verschwinden sollten.

20.5.2011

Nordico: IM GARTEN oberösterreichischer Lust

Abgelegt unter: Garten — Paul Boegle @ 19:40


Lebensräume zwischen Sehnsucht und Experiment

IM GARTEN: Lebensräume zwischen Sehnsucht und Experiment im Linzer Stadtmuseum Nordico.Zurück aus dem nachhaltigen Norden der Bundesrepublik Deutschland und auf direktem Wege hinein in die oberösterreichische Stadt Linz. Genauer gesagt und geschrieben in das Linzer Stadtmuseum Nordico. Denn dort möchten die KuratorInnen Karin Standler, Andrea Bina und Magnus Hofmüller und viele ungenannten MitarbeiterInnen den BesucherInnen vom 20. Mai bis zum 16. Oktober 2011 die Möglichkeit geben, der Frage nachzugehen: “Was alles ist ein Garten?”     

Die Lebensräume und damit gleichzeitig die Lebensträume unbegrenzten menschlichen Lustwandelns wurden unwiederbringlich mit der biblischen Vertreibung aus dem Paradies für alle Zeiten begraben, sofern sich biblisches Denken mit wissenschaftlichen Erkenntnissen vereinbaren lässt. Das Paradies von Eva, der Garten Eden von Adam haben sich durch die inflationäre Urbanisierung und städtebaulichen Ballungszentren des neuzeitlichen Menschen namens Homo urbanus grundlegend geändert. Minimalistische Grünoasen innerhalb riesiger Wohnanlagen sind heutzutage als Rückzugsräume heiß begehrt, Dachgärten fast schon unbezahlbar. Verkehrsinseln werden durch sogenanntes Guerilla Gardening zu Miniaturlebensräumen umfunktioniert. Vorgärten, Balkone und Terrassen bieten wenig, aber zumindest soviel Platz, um Basilikum, Schnittlauch und zwei Tomatenpflanzen für ein kleines bisschen mediterranes Feeling aufkommen zu lassen.

Ein vierstöckiger Gartenturm der Künstlergruppe “Time’s Up“ als experimentelle Erfahrung gärtnerischer Planung und Umsetzung auf engstem Raum. Sensorikstationen, welche den eigenen und oftmals schon längst verloren geglaubten Geruchssinn zu neuem Leben erwecken. Seedbombs für alle grünen AnarchInnen unter uns, welche praxisnah im politisch und ökologisch korrekten und vollkommen legitimen Untergrund aus im Sinne der Natur mit ungefährlichen Bomben aus Ton, Erde und Samen operieren möchten.

Wer also das Gefühl hat, noch nicht alles über Gartenbaukunst im innerstädtischen Bereich zu wissen oder sich einfach nur Ideen für die eigenen vier pflanzlichen Grünwände holen möchte, sollte vielleicht einmal selbst in Linz auf der Nordico vorbeischauen. Und weil Kinder und Jugendliche heutzutage aus ihren virtuellen Käfigen Facebook, Playstation usw. auch selten herauszuholen sind, wäre dies doch eine schöne Möglichkeit, einen gemeinsamen Schulausflug zu starten. Sozusagen, um wieder auf den lange vergessenen und zubetonierten Spuren von Eva und Adam zu wandeln. Vielleicht lassen sich noch winzige Reste des sagenhaften Garten Eden wieder entdecken. Zumindest im Linzer Stadtmuseum Nordico besteht die Möglichkeit, auf der dortigen IM GARTEN nicht in den sauren Apfel beissen zu müssen, sondern vom Baum der ökologischen Erkenntnis naschen zu dürfen.  

       

29.4.2011

Kahle Erde: Wüstenplanet durch Waldverlust

Abgelegt unter: Garten — Paul Boegle @ 01:29

35 Fussballfelder Wald sterben pro Minute

Waldkulturerbe: 2011 ist das Jahr der Wälder.Wir schreiben das Jahr 2011. Es ist das Jahr des Waldes, das Jahr der Wälder. Wir schreiben das Jahr 2050. Es ist das Jahr des einstigen Waldes, das Jahr der vergangenen Wälder. Der WWF prognostiziert bis zu eben jenem allzu nahen Zeitpunkt in 39 Menschenjahren einen Verlust unserer Waldbestände von 230 Millionen Hektar. Eine unvorstellbare Fläche, welche uns allen, den Orang-Utans auf Borneo, der Weltwirtschaft, dem Weltklima, der natürlichen Filterung unseres Trinkwassers, der durch Bäume vor Erosion geschützten Berghängen und unzähligen weiteren Faktoren dann nicht mehr zur Verfügung stehen.

Der WWF hat damit das erste Kapitel des WWF-Living Forests Reports geschrieben. Es bleibt zu hoffen, dass uns die Zeit bleibt, weitere Kapitel folgen zu lassen.

35 Fussballfelder voller Bäume werden pro Minute durch Abholzung und Kahlschlag ihr einstiges Aussehen radikal verlieren. Auf die nächsten 39 Jahre hochgerechnet bedeutet dies die siebenfache Fläche der Bundesrepublik Deutschlands. Im Jahre 2050 wird die Menschheit eine Waldfläche von der 27-fachen Fläche des österreichischen Staatsgebietes verloren haben.

Die Vereinten Nationen haben 2011 zum Jahr der Wälder erklärt. Bis zum Jahr 2011 hat der Mensch jedoch schon die Hälfte der weltweiten Waldbestände ausgelöscht. 13 Millionen Hektar an Regenwald verschwinden spurlos pro Jahr. Bis zum Jahr 2020 wird auch die letzte Spur Regenwald verschwunden sein. Und dann folgen die anderen letzten natürlichen Klimaschützer mit Namen Baum.

Wir sägen auf dem sprichwörtlichen Ast, auf welchem wir gemeinsam sitzen und der unser Klima trägt.

WWF: Bis zum Jahr 2050 verliert die Erde eine Waldfläche von der siebenfachen Grösse Deutschlands.WWF: Bis zum Jahr 2050 verliert die Erde eine Waldfläche von der siebenfachen Grösse Deutschlands.WWF: Bis zum Jahr 2050 verliert die Erde eine Waldfläche von der siebenfachen Grösse Deutschlands.

WWF: Bis zum Jahr 2050 verliert die Erde eine Waldfläche von der siebenfachen Grösse Deutschlands.WWF: Bis zum Jahr 2050 verliert die Erde eine Waldfläche von der siebenfachen Grösse Deutschlands.WWF: Bis zum Jahr 2050 verliert die Erde eine Waldfläche von der siebenfachen Grösse Deutschlands.

WWF: Bis zum Jahr 2050 verliert die Erde eine Waldfläche von der siebenfachen Grösse Deutschlands.  

WWF: Bis zum Jahr 2050 verliert der Planet Erde Wald von der 27-fachen Grösse Österreichs.WWF: Bis zum Jahr 2050 verliert der Planet Erde Wald von der 27-fachen Grösse Österreichs.WWF: Bis zum Jahr 2050 verliert der Planet Erde Wald von der 27-fachen Grösse Österreichs.WWF: Bis zum Jahr 2050 verliert der Planet Erde Wald von der 27-fachen Grösse Österreichs.WWF: Bis zum Jahr 2050 verliert der Planet Erde Wald von der 27-fachen Grösse Österreichs.WWF: Bis zum Jahr 2050 verliert der Planet Erde Wald von der 27-fachen Grösse Österreichs.WWF: Bis zum Jahr 2050 verliert der Planet Erde Wald von der 27-fachen Grösse Österreichs.WWF: Bis zum Jahr 2050 verliert der Planet Erde Wald von der 27-fachen Grösse Österreichs.WWF: Bis zum Jahr 2050 verliert der Planet Erde Wald von der 27-fachen Grösse Österreichs.WWF: Bis zum Jahr 2050 verliert der Planet Erde Wald von der 27-fachen Grösse Österreichs.WWF: Bis zum Jahr 2050 verliert der Planet Erde Wald von der 27-fachen Grösse Österreichs.WWF: Bis zum Jahr 2050 verliert der Planet Erde Wald von der 27-fachen Grösse Österreichs.WWF: Bis zum Jahr 2050 verliert der Planet Erde Wald von der 27-fachen Grösse Österreichs.WWF: Bis zum Jahr 2050 verliert der Planet Erde Wald von der 27-fachen Grösse Österreichs.WWF: Bis zum Jahr 2050 verliert der Planet Erde Wald von der 27-fachen Grösse Österreichs.WWF: Bis zum Jahr 2050 verliert der Planet Erde Wald von der 27-fachen Grösse Österreichs.WWF: Bis zum Jahr 2050 verliert der Planet Erde Wald von der 27-fachen Grösse Österreichs.WWF: Bis zum Jahr 2050 verliert der Planet Erde Wald von der 27-fachen Grösse Österreichs.WWF: Bis zum Jahr 2050 verliert der Planet Erde Wald von der 27-fachen Grösse Österreichs.WWF: Bis zum Jahr 2050 verliert der Planet Erde Wald von der 27-fachen Grösse Österreichs.WWF: Bis zum Jahr 2050 verliert der Planet Erde Wald von der 27-fachen Grösse Österreichs.WWF: Bis zum Jahr 2050 verliert der Planet Erde Wald von der 27-fachen Grösse Österreichs.WWF: Bis zum Jahr 2050 verliert der Planet Erde Wald von der 27-fachen Grösse Österreichs.WWF: Bis zum Jahr 2050 verliert der Planet Erde Wald von der 27-fachen Grösse Österreichs.WWF: Bis zum Jahr 2050 verliert der Planet Erde Wald von der 27-fachen Grösse Österreichs.WWF: Bis zum Jahr 2050 verliert der Planet Erde Wald von der 27-fachen Grösse Österreichs.WWF: Bis zum Jahr 2050 verliert der Planet Erde Wald von der 27-fachen Grösse Österreichs. 

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