Wenn der Wetterhahn dreimal kräht, stehen die Zeichen auf Sturm


Wetter-Hexen-Küche – Donner-Wetter, welch hanebüchenes Wetter-Fest

Immer mal wieder das Problem, nicht zu wissen, woher der Wind kommt??? Mit einer Wetterfahne auf dem Dach ist das schnell gelöst. Dank rostfreiem Stahl mit Pulverbeschichtung zum wirksamen Schutz vor Korrosion überstehen diese schönen Objekte nicht nur den nächsten Sturm im Wasserglas, sondern trotzen den Elementen ein Leben lang auf dem Dach. Egal ob Pirat, Elch für den Schwedenfan, eine in den Lüften reitende Hexe oder die mit kleinen Mäuschen spielenden Katze; für jeden Geschmack und vor allem für jedes Wetter ist etwas dabei.

Wetterfahne! Woher wehte dich der Wind?

Verhext! Der Wetterhahn hängt seine Wetterfahne in den Wind

Wetter-Hexen-Küche. Donner, Wetter, Hahn verflixt und zugeweht. Welch hanebüchenes Wetter-Fest.

Wie aber begann eigentlich alles? Die lange Geschichte der Wetterfahnen? Woher kommt er, dieser Wetterhahn und waren die Motive schon immer “nur” Geschmackssache?

Schon im antiken Griechenland – also lange vor Christi Geburt – beschrieb ein Architekt eine Wetterfahne in Form des Meeresgottes Triton, die in Athen auf der Spitze des Turms der Winde angebracht war. Die nächsten Funde gab es im 8. Jahrhundert in Europa. Hier handelte sich es hauptsächlich um Windrichtungszeiger, teils aus Stoff, teils aus Metall, die auf Personen- und Handelsschiffen an Schiffsmasten angebracht waren und der besseren Navigation dienten.

Und die ältesten Wetterfahnen, die auf dem Festland von Europa ihr Fähnlein in den Wind hielten, stammen ungefähr aus dem 15./16. Jahrhundert. Seinerzeit sah man sie jedoch ausschließlich auf den Dächern von öffentlichen Gebäuden wie zum Beispiel Kirchen, Burgen oder Rathäusern. In Frankreich und Schweden war es dem gewöhnlichen Bürger sogar verboten, einen Wetterhahn auf seinem Haus anzubringen. Es sei denn, der König persönlich hatte es ihm erlaubt! Ja, damals konnte den Untertanen in Windeseile ein scharfer Wind ins Gesicht blasen. Selbst dann, wenn sie ihrem Gebieter treu die Wetterfahnenstange hielten. Doch was war Sinn und Zweck der schönen Fahnen? Außer der Tatsache, dass man wusste, woher denn so der Wind wehte, wenn der Wetterhahn krähte. Nein, nicht nur die Windrichtung sollten sie anzeigen, sondern man leitete auch die Vorhersage des Wetters von diesen Beobachtungen ab und konnte einigermaßen gut abschätzen, ob sich gerade ein Sturm über den Köpfen zusammenbraute oder ob alles eitel Sonnenschein war.

Und nicht zuletzt als Schutz- und Hauszeichen wurden die Wetterfahnen benötigt und im 18. Jahrhundert begann man, sie als Schutz vor Blitzschlag zu nutzen. Als sich jedoch das Barometer immer mehr durchsetzte, da dieses das Wetter weit genauer vorhersagen konnte als die schlichten Windrichtungsanzeiger, verlor der Wetterhahn vor allem in der Landwirtschaft mit jedem lauen Lüftchen an Bedeutung und sein Krähen hoch über den Dächern verlor sich mehr und mehr in der stürmischen Geschichte. Für die zunehmende Industrialisierung und die in gleichem Maße fortschreitende Urbanisierung war die Wetterlage ebenfalls nicht von primärer Bedeutung. Wer in den Fabriken arbeitete, für die und den war es zweitrangig, ob es draußen stürmte, schneite oder ob die Sonne schien. Schnippische Wetterpropheten standen nicht mehr reihenweise an der frischen Luft, sondern schnappten in Reih und Glied in stickigen Fabrikhallen nach frischer Luft. Auch dieser Umstand hatte zur Folge, dass die Wetterfahne ihre einstmals so wichtige und weithin sichtbare wichtige Position im Alltag verlor.

Donnerwetter! Wetterfest und fest im Sattel

Zur selben Zeit jedoch wurden die Fahnen durch ebenjene Industrialisierung für jedermann erschwinglich, da sie nun dank Massenproduktion billig hergestellt werden konnten. Daraus ergab sich gegen Ende des 19. Jahrhunderts eine neue Blütezeit der Wetterfahne und dem Wetterhahn wurde plötzlich neues Leben eingehaucht. In den Städten, die zu dieser Zeit rasant an Größe und Bedeutung gewannen, wuchs der Bedarf an Wetterfahnen, da man viele öffentliche Gebäude kennzeichnen musste respektive wollte. Meist handelte es sich dabei um Familienwappen oder Namenszeichen, doch auch Jahreszahlen und verschiedenste Symbole, die mit dem Hauseigentümer verbunden waren, wurden zu Wetterfahnen verarbeitet. Gerne wurden sie auch zu Dekorationszwecken genutzt.

Und heutzutage? Heute ziert sich der eitle Gockel wieder in alter Pracht und dreht sich federleicht im Kreise. Ganz still und leise! Natürlich wird nur dann gekräht, wenn der Hahn im Winde steht. Ansonsten krächzt er dekorativ still und stolz auf nahezu jedem denkmalgeschützten Bauwerk. Auf alle Fälle sitzt er wieder fest im Sattel, steht noch fester auf dem Satteldach und ist auch sonst zu ziemlich Höherem geboren. Gerade in den letzten Jahren erlebt die Wetterfahne einen enormen Aufschwung, sicherlich nicht zuletzt deswegen, weil es guttut, sich in einer solch schnelllebigen Zeit wie der unseren auf gute, traditionsreiche Dinge zu besinnen. Und Tradition und eine lange Geschichte, das hat er, unser guter Wetterhahn! Ein nostalgische Federvieh eben, das bisher noch jeden Sturm im Wasserglas heil überstanden hat.

Bildnachweise:

1.) Originalfoto “Aracuana Hahn” von Ickemitder45 (Eigenes Werk) [GFDL oder CC-BY-SA-3.0-2.5-2.0-1.0], via Wikimedia Commons


Über Paul Boegle

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