Der Stalaktit in der Doolin Cave – ein 7 Meter langes Wunder der Natur


In 30 Meter Tiefe zieht sich etwas in die Länge

Mein letzter Beitrag Die grüne Insel – Irland im farblichen Standby-Modus über Irlands äußersten grünen besten und vor allem äußerst grünen Westen liegt jetzt zwar schon einige Zeit zurück, doch eine Sache sollten all jene, welche den County Clare oder weniger irisch die Grafschaft Clare besuchen, nicht außen vor lassen. Anders als bei den wesentlich spektakuläreren (und bekannteren) Cliffs ofDoolin-Cave-Burren-250x140 Moher lohnt sich hierbei jedoch nicht der Blick in die Tiefe, sondern in die Höhe. Und – falls Sie mit der Familie unterwegs sind – der Ausflug in die Doolin Cave ist sicherlich für Kinder (aber Erwachsene werden wohl ebenso ihre Freude an der tropfenden Pracht haben) eine höchst interessante Sache. Allerdings müssen Sie, um eben in die Höhe blicken zu können, erst einmal in die Tiefe gehen. Und dies im wahrsten Sinne.

Denn der wohl größte Stalaktit – zumindest der nördlichen Erdhälfte – befindet sich 30 Meter unter Tage. Eben in jener Doolin Cave, welche inmitten des Burren liegt. Eine mehrere hundert qkm große Karstlandschaft, die ihre bizarre Schönheit auf sogenannten „green roads“ – der bekannteste und am meisten frequentierte dieser Wanderwege ist sicherlich der Burren Way – Schritt für Schritt offenbart und deutlich macht, weshalb das irische An Bhoireann (zu deutsch „steiniger Ort“) hier nicht fehl am Platze ist. Doch, aber dies nur am Wegesrand, erst der Mensch schuf diese Nacktheit. Denn Wald war hier einst reichlich vorhanden. Damals, als die Steinzeitmenschen noch keinen exzessiven Holzeinschlag betrieben und riesige Weideflächen für die Rinderzucht ihren TributDoolin-Cave-Stalaktit-250x146 forderten.

Aber die Zeiten haben sich nun einmal geändert und so müssen wir wohl oder übel mit jenen verbliebenen Dingen vorlieb nehmen, welche uns die Natur auf unbestimmte Zeit überlassen hat. Denn irgendwann wird auch der längste von der Decke hängende Tropfstein gegen die Schwerkraft den Kürzeren ziehen und aufgrund des eigenen Gewichts in die Tiefe stürzen. Wann das sein wird? Hoffen wir doch einfach, dass Sie in der Doolin Cave (der Einfachheit halber hier noch der Link zur offiziellen Homepage: „Doolin Cave – The Great Stalactite“ oder in der deutschen Fassung unter „Der große Stalaktit, Doolin Ireland„) noch das zu sehen bekommen, was auf den Fotos und im folgenden Kurzvideo zwar eindrucksvoll erscheint, aber erst in natura zu voller Größe heranwächst.

Vielleicht noch ein kleiner (Kurz)Lesetipp für all jene, die sich gerne im Untergrund aufhalten und im Herrn der Ringe dem Höhlenbewohner Gollum mehr zugetan sind als dem kleinen Hobbit. Unter Irland mal unterirdisch: Die schönsten Höhlen des Landes finden sich auch weniger bekannte Höhlenlandschaften auf oder besser unter der grünen Insel, welche sich dem Thema Stalaktiten, Stalagmiten oder – sollten diese beiden Tropfsteinformationen ein Zweckbündnis eingehen – Stalagnaten widmen.

Einziger Schönheitsfehler: 120 Stiegen ohne Lift

Doolin-Cave-Pygmy-Ziegen-250x218Wer also die fünf Autominuten von Doolin in Richtung Fanore auf der R479 hinter sich gebracht, möglicherweise im angeschlossenen kleinen Cafe noch etwas zu sich genommen, die Informationen auf den Schautafeln beim Warten auf den Guide gelesen hat oder schon vor dem Rauschen in die Tiefe, wobei dieses anfangs eher ein zaghaftes Gehen auf der spiralförmigen Eisentreppe ist, den Zwerg- oder Pygmy-Ziegen Minnie, Billy – und wie sie auch immer heißen mögen – Lebewohl gesagt hat, wird in ca. 30 Meter Tiefe einem Helm belohnt, bevor es dann endgültig vorwärts und nicht mehr abwärts geht.

Und die etwa 45 bis 60 Minuten, welche die Führung dauert, sind sicherlich gerade für Kinder (die haben selbstverständlich immer noch Minnie und Billy im Hinterkopf), aber auch Erwachsene ein besonderes Erlebnis. Es wurde mir zwar gesagt, dass die Schauhöhle Aillwee Cave unweit von Ballyvaughan mit den wohlklingenden Formationen „Das Wespennest“, „Die betenden Hände“ und den „Karotten“ sowie dem angeblich weltgrößten unterirdischen Höhlensaal und einer Bärenhöhle mit Knochenfunden des in Irland seit langer Zeit ausgestorbenen Braunbären wesentlich mehr für die kleinen Besucherinnen und Gäste bieten soll, doch dies prüfen Sie am bestenDoolin-Cave-Fuehrung-250x173 selbst nach. Doolin Cave besitzt auf alle Fälle einen 7,30 Meter langen Stalaktiten, der an einen steinernen Tintenfisch erinnert.

Und dieser offenbart sich den Besucherinnen und Besuchern ganz plötzlich und ohne Vorankündigung. Denn erst als unser Tour-Guide den Lichtschalter betätigt, kriecht von einem Moment auf den anderen die Finsternis in die Ecken der steinernen Höhlenwände und ein atemberaubendes Geschöpf tritt aus dem Dunkel und schwebt lautlos über unseren Köpfen an der Decke.

Und dieses möchte ich Ihnen natürlich zum Abschluss zeigen. Und in diesem Zusammenhang möchte ich mich ganz herzlich für die im Video „Doolin Cave Stalaktit“ verwendeten Soundtracks bei Incompetech.com und seinem Betreiber Kevin MacLeod bedanken, der die dort gespielten Titel (und viele andere mehr) „Final Count“, „Lost Frontier“ sowie „Black Vortex“ unter der Creative Commons: By Attribution 3.0 zur Verfügung stellt.
So, jetzt aber runter vom Grün und rein in eine vollkommen andere irische Welt.


Über Paul Boegle

Bio Natur - Der Weblog, warum dieser Blog und warum gerade ich ? Ich gehöre mittlerweile einer Generation an, welche einerseits noch ohne Internet ihre Kindheit und Jugend verbracht hat, andererseits aber auch durch berufliche Notwendigkeit, das Interesse am Medium Internet und nicht zuletzt durch die Kinder aktiv das www nutze. Ist das nun gut oder schlecht ? Wie so vieles im Leben ist auch das Internet ein zweischneidiges Schwert. Ich denke oft mit Wehmut an eben diese lang zurückliegende Zeit, als Kinder noch mit Fußballspielen oder Indianer und Cowboy ihre Freizeit verbrachten. Viele meiner Generation halten diese Art von Freizeitbeschäftigung als wesentlich sinnvoller, da sie für die Förderung sozialer Kontakte als auch für die Gesundheit, man denke nur an Übergewicht oder die zunehmende Isolation der heutigen Jugend, doch wesentlich förderlicher sind als der tagtägliche Gebrauch des Mediums Internet. Andererseits sehe ich aber auch die Notwendigkeit, daß viele Themen wie eben auch das Gebiet Bio und Natur eine wesentlich größere Resonanz und Verbreitung durch die globale Verlinkung erfahren. Informationen können per Klick abgerufen und Wissenswertes kann von zuhause aus recherchiert werden. Ein weiterer Vorteil für jeden Webmaster ist dementsprechend auch die Möglichkeit, eigene Webseitenprojekte, in diesem Fall http://www.bio-natur.at, einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

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