Karl-Heinz Grasser … Wird auch oft gesucht


Google Lapsus lingua oder die leeren Freud’schen Versprechen

Nachdem ich mich in meinen letzten Artikeln hauptsächlich mit der Farbe grün beschäftigt habe und mir dies politisch durchaus in nächster naher ferner Zukunft zum Verhängnis werden könnte, möchte ich heute einmal meine tragende schlagende Farbenpracht und -vielfalt mehr schlecht als recht, aber in erster Linie doch sehr schmissig, zum Besten geben. Als da wären z.B. die Farbe Blau und, weil wer in der jüngsten Vergangenheit im rot-weiß-roten Österreich blau sagte, auch auf vielfachen Wunsch schwarz meinte, ebendiese ebenso. Physikalisch vielleicht nicht ganz richtig im Kopf, weil Schwarz aufgrund des fehlenden Farbreizes (von anderen Anreizen ganz zu schweigen) ja nicht farbentragend ist und deshalb eigentlich in den Naturwissenschaften doch sehr unbunt daherkommt, doch politisch immer eine interessante Nummer. Auch wenn sämtliche Farbspektren auf wundersame Weise absorbiert werden. Außer eben das vergangenheitsgebräunte Blau und das zukunftsträchtige Rot mit gegenwärtigen Übergängen zu ungesunder Blässe. Orange? Nun ja, sicherlich eine additiv interessante Option, aber politisch additiv sicherlich nicht sehr aktiv und deshalb als plebiszitäre Tertiärfarbe an dieser Stelle zu vernachlässigen. 

Wer im Internet etwas, jemanden oder was auch immer sucht, kommt an Google einfach nicht vorbei. Die Suchmaschine macht fast alles möglich, hebt so ziemlich alle aus der Versenkung und wirft selbst dort noch Schatten, wo alles bereits lichterloh brennt. Nehmen wir als leuchtendes Beispiel österreichischer Wissensbefriedigung doch einmal den Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser, der ja im Moment, wobei der Moment nach österreichischer Zeitrechnung durchaus anhand von Jahresringen ausgedehnt werden kann, wer Karl-Heinz-Grasser-wird-ges-250x145also nach Karl-Heinz Grasser googelt, bekommt als zusätzlichen Service von Tante Google folgenden Screenshot zu sehen. Karl-Heinz Grasser … Wird auch oft gesucht.

Denn das macht eben umfassende Informationssuche und das Streben nach Wahrhheit aus. Denn nicht nur der österreichische Ex-Finanzminister wird auch oft gesucht, sondern im Zuge dessen auch: Walter Meischberger, Wolfgang Schüssel, Jörg Haider, Susanne Riess-Passer und last but not least Ernst Strasser. Wer in Österreich also alles auch gesucht wird. Und warum wohl? Die gesamte ehemalige Haute-Volée schwarz-blauer Einhelligkeit mit Hang zum zarten Morgengrauen. Zumindest wenn es nach Google geht! Versteht sich. Selbstverständlich.

Der selige Jörgl aus Kärntner Landen, dessen einstige politische „Königskobra“ Susanne, die 2002 beim Waterloo von Knittelfeld Gift und Galle spie. Vom einen wissen wir definitiv, dass er mit seinen vier Rädern viel zu schnell unter die Räder kam. Also viel zu schnell eben! Und so blickt er sicherlich jetzt vom orange-blau tapezierten freiheitlichen Plüsch-Walhalla aus auf seine einstigen Weggefährten herab. In der Hoffnung, der blaue Himmel möge nicht über dem hyperventilierenden Alpe-Adria-Vakuum einstürzen, sondern sich in bayerischen Rauchschwaden auflösen. Und von der anderen können wir lesen, dass sie Herrn Passer den entscheidenden Laufpass gab und seither als Susanne mit Riess, aber eben ohne Passer bei Wüstenrot die Geschicke leitet. Wohl immer noch bissfest, aber eben nicht mehr mit der politischen Spritzigkeit der Vizekanzlerin der vergangenen Jahre in der einstigen blau-schwarzen Schlangengrube, als die lichtdurchflutete Schattenwelt den tiefen Morast noch in Bewegung hielt und Wabern zum täglichen Geschäft gehörte wie das Lei-lei zum Kärntner Faschingsprinzen und das politische Einerlei ein Vielerlei an Zweierlei möglich machte.

ÖVP-FPÖ: Die Vergangenheit wird auch oft gesucht

Und natürlich der schwarze Wolferl, der einst mehr blau als schwarz, aber eben immer mit Blau an seiner schwarzen Seite, als Bundeskanzler durch die politische Furchenlandschaft Felix Austria spazierte und heute trotz atomenergetischer deutscher Abkehr vom energiegeladenen Atomstrom bei RWE mit etwas mehr als 15000 Euro Politikerpension im Gepäck (pro Monat) mit energiepolitischen Gewinneinbußen zu kämpfen hat und die ÖMV mit der im Sand verlaufenen und jetzt auch dort versenkten Nabucco-Pipeline vollkommen alleine im sauren Regen stehen ließ. Hat er doch schon 1996 so schön „Verwahrlost aber frei“ gesagt. Also, vielleicht nicht gesagt, sondern eher gesungen. Nein, nicht der Wolferl, sondern der andere Wolferl. Der Ambros Wolfgang, nicht der Schüssel Wolfgang. Also quasi der sympathische Wolferl. Darf man ja ruhig sagen, dass einem der eine Wolferl sympathischer ist als der andere Wolferl. Muss man kein Staatsgeheimnis draus machen. Ist so wie mit dem Jörg. Nur weil mein ehemaliger Schulkamerad zufälligerweise auch Jörg hieß und wir nicht die besten Freunde waren, bedeutet dass nicht gleich, dass ich jeden Jörgl zum Feind erkläre. Obwohl, also, aber nein, lassen wir das. Beim Karl-Heinz wird’s schon schwieriger. Also nicht das mit der Feindseligkeit. War halt niemand in der Klasse, der Karl-Heinz hieß. Eigentlich schade drum, vielleicht auch mit ein Grund, warum unsere Klassenkasse immer so klasse leer war. Kein schulischer Karl-Heinz weit und breit, der sich um unsere Finanzen gekümmert hätte. Kann ich also keine Vergleiche ziehen, ob mir der Karl-Heinz oder der andere Karl-Heinz sympathischer wäre. Obwohl, also, aber nein, lassen wir das. 

Wo war ich? Richtig, bei dem Wolferl. Also dem, der eben nicht „Verwahrlost, aber frei“ gesagt hat. Oder halt gesungen. „I bin verwahrlost und i wass es. I bin verwahrlost, aber i bin frei“. hat er sympathischerweise von sich gegeben. Auch der Wolferl, also jetzt wieder der Schüssel Wolfgang, wird oft gesucht, obwohl die ÖVP mit Spindelegger und seiner derzeitigen Justizministerin Beatrix Karl mit wehenden schwarzen Fahnen im eindringlich penetrierten Jugendstrafvollzug sämtliche minderjährigen Löcher lustvoll stopfen und für Spaß und Abwechslung bei der postmodernen sexuellen Revolution hinter prähistorisch lasziven Gefängnismauern sorgen.

Weshalb allerdings Ernst Strasser neben Karl-Heinz Grasser von Google (und möglicherweise auch anderen) auch oft gesucht wird, klingt seltsam. Hat der Undercover-Ernstl doch zwei Geheimagenten in mutiger Eigenregie enttarnt und das in bestechender Form. Er wurde zwar dafür zu vier Jahren unbedingter Haft wegen Bestechlichkeit verurteilt, wobei das Urteil noch nicht rechtskräftig ist und deshalb eine Unschuldsvermutung selbstredend keine Frage zweifelsfrei und selbstverständlich gilt, zumindest bis das Urteil rechtskräftig werden könnte und aus dem unschuldigen Wiener Konjuktiv ein schuldbewusster ehemaliger EU-Parlamentarier werden könnte (immer noch Möglichkeitsform), doch weshalb er immer noch von Google auch oft gesucht wird, bleibt rätselhaft. Haben ihn doch nicht nur die beiden Journalisten der „Sunday Times“ schon gefunden, sondern auch die österreichische Justiz.

„I bin verwahrlost, aber i bin frei!“

Meischberger! Ja, dass der auch oft gesucht wird, steht außer Frage. Immerhin ist der Walter in Österreich als Supernackter eine bekannte Persönlichkeit, auch wenn vielleicht nicht alle Nacktscanner dies so sehen. Auch wenn er als Trauzeuge vom Karl-Heinz wahrscheinlich schon im besten Zwirn dastand. Damals! In den guten alten Zeiten, als FPÖ und ÖVP noch gemeinsame Sache machten. Als leere Versprechen nicht nur auch oft gesucht, sondern noch viel öfter auch gefunden wurden. Google Lapsus lingua oder als Freud sich auf die Regierungsbank legte und sich anschließend zusammen mit Claus Peymann eine Hose kaufte, um beim gemeinsamen Essen nicht supernackt dazustehen. Ein österreichisches Dramolett in fünf Einaktern, welches sicherlich in einigen Fällen noch nicht zu den Akten gelegt werden kann.

I bin verwahrlost, und das werd i bleib’n. 
I bin verwahrlost, aber i bin frei.

Hat jetzt nicht unbedingt oder auch nur bedingt mit Thomas Bernhard zu tun. Stammt schlussendlich vom Wolferl. Also demjenigen, den ich weiter oben als den sympathischeren von den beiden Wolferls, sagt man pluralistischerweise, also eben im einzelligen Plural oder so, überhaupt Wolferls oder bleibt Wolferl in der Einzahl auch Wolferl in der Mehrzahl? Aber dies würde dann bedeuten, dass alle Wolferls symapthische Wolöfgangs wären. Mir reicht eigentlich einer. Also ein sympathischer Wolferl. Und ein sympathischer Jörgl. Beim Karl-Heinz aus oben genannten Gründen ganz schwierig, da ich ja so wirklich keinen kenne. Und eine sympathische Susanne. Obwohl, da kenn‘ ich eigentlich eine, die ist ziemlich sympathisch. Beim Walter wird’s eigentlich wieder leichter ums Herz. Also mir, weil da sind mitr mindestens drei namentlich und höchstpersönlich bekannt. Alle drei Walters sehr sympathisch. Sozusagen die Waltons der Alpenrepublik. Eine große sympathische Familie, deren Nähe ich doch gerne immer wieder suche. Wenn ich nicht gerade auf der Suche nach anderen bin.

Aber glücklicherweise erledigt das ja Google für mich. Was jedoch immer noch eine Frage unbeantwortet lässt. Weshalb sucht eigentlich den HC Strache niemand? Mag es daran liegen, dass der wiederum uns sowieso schon genug heimsucht?    


Über Paul Boegle

Bio Natur - Der Weblog, warum dieser Blog und warum gerade ich ? Ich gehöre mittlerweile einer Generation an, welche einerseits noch ohne Internet ihre Kindheit und Jugend verbracht hat, andererseits aber auch durch berufliche Notwendigkeit, das Interesse am Medium Internet und nicht zuletzt durch die Kinder aktiv das www nutze. Ist das nun gut oder schlecht ? Wie so vieles im Leben ist auch das Internet ein zweischneidiges Schwert. Ich denke oft mit Wehmut an eben diese lang zurückliegende Zeit, als Kinder noch mit Fußballspielen oder Indianer und Cowboy ihre Freizeit verbrachten. Viele meiner Generation halten diese Art von Freizeitbeschäftigung als wesentlich sinnvoller, da sie für die Förderung sozialer Kontakte als auch für die Gesundheit, man denke nur an Übergewicht oder die zunehmende Isolation der heutigen Jugend, doch wesentlich förderlicher sind als der tagtägliche Gebrauch des Mediums Internet. Andererseits sehe ich aber auch die Notwendigkeit, daß viele Themen wie eben auch das Gebiet Bio und Natur eine wesentlich größere Resonanz und Verbreitung durch die globale Verlinkung erfahren. Informationen können per Klick abgerufen und Wissenswertes kann von zuhause aus recherchiert werden. Ein weiterer Vorteil für jeden Webmaster ist dementsprechend auch die Möglichkeit, eigene Webseitenprojekte, in diesem Fall http://www.bio-natur.at, einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

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