Wer einmal aus dem Blattnapf frisst …


… wird erstaunt sein, wie gut dies schmeckt

Eigentlich habe ich bisher noch nicht viel gelesen. Also, gelesen habe ich selbstverständlich schon so einiges, aber im Falle der gewählten Überschrift beziehe ich mich in diesem ganz speziellen Fall auf Hans Fallada. Und von dem habe ich eben noch nicht wirklich viel literarische Kostproben verschlungen. „Wer einmal aus dem Blechnapf frißt“ gehört zu diesen Ausnahmen. Neue Sachlichkeit heißt diese Art des Schreibens. Nur so nebenbei gesagt, also halt vollkommen emotionslos und mit der Wimper zu zucken hier niedergeschrieben. Doch dies steht wiederum auf einem anderen Blatt. So zum Beispiel unter „Der grosse Bio-Schmäh – Mutter Natur zu Discountpreisen„, aber dies nur nebenbei geschrieben. Stecken wir unseren Rüssel jetzt in natürlich gewachsene Blechnäpfe aus dem grünen und reichhaltigen Fundus von Mutter Natur. 

Wechseln wir deshalb nun das Thema und ebenso die Materie, wollen aber trotzdem beim Blatt bleiben. Vom Blech zum Blatt und vom Leef Leaves Areka PalmenblätterNapf zum, naja den wechseln wir nicht. Wenn Sie möchten, können Sie den jetzt folgenden Weg auch erheblich abkürzen und auch das nebenstehende Bild jener Palmblätter der Arekapflanze klicken, welche Ausgangspunkt respektive Rohstoff für jene chlorophyll-gefüllten Blechnäpfe sind, die in Wahrheit jedoch keine sind – was Sie sich wahrscheinlich aber sowieso schon gedacht haben – und deshalb auch vollkommen rostfrei auf den Tisch kommen. Sie werden dann auf die Schnelle sehen, welche Wipfel zu besteigen ich geplant habe. Doch bleiben Sie ruhig noch ein bisschen bei mir und futtern Sie sich durch den Rest dieser Sätze. Für wen schreibe ich wenn nicht für Sie?

Eines sollte ich vielleicht auch noch schreiben: Sämtliche hier abgebildeten Fotos und ebenso das verlinkte Info-Material wurden von LEEF zur Verfügung gestellt. Sollte Sie also der Neid fressen oder Sie andere Fragen haben, bitte ich Sie, sich unter Leef – die Antwort für eine nachhaltige Konsumgesellschaft mit den Verantwortlichen in Verbindung zu setzen.

LEEF kommt von LEAF – glaube ich zumindest 

Also zurück zum Ursprung. Oder besser zum verwaisten Napf, den wir gemeinsam vor wenigen Sätzen verließen. Bleiben wir also bei den Schüsselähnlichen. Also Gefäßen, schüsselähnlichen Gefäßen sozusagen. Und daneben Teller. Nicht aus Blech, sondern, aber das habe ich bereits geschrieben, aus Blatt. Plural Blätter. Nicht flatternde Papierblätter, ebensowenig knatternde Sägeblätter, ratternde Schulterblätter, schnatternde Rotorblätter, sondern – man mag es nicht für möglich halten – natürlich gefallene Palmenblätter. Um ganz genau zu sein aus jenen der Areka Palme. Und weil wir heutzutage leider alles ins Englische hinüberziehen müssen, wird aus den „Palmenblättern“ eben „palm leaves“. Und weil wir leider nicht einmal mehr für das Zeit haben, lassen wir halt in Gottes Namen die Palmen auch gleich weg und begnügen uns mit den entblätterten leaves, welche wir schlussendlich noch vom Pluralis majestatis (zugegeben, dann müsste es korrekterweise „Uns Blatt“ respektive „Wir sind Blatt“ lauten) in den singulären Zustand des Organellen bringen. Biologisch halbwegs vorgebildete Menschen würden dies möglicherweise mit Chloroplasten betiteln, aber wie schon oben geschrieben, ich schreibe für Sie und dies am liebsten in Rätseln. So, jetzt hätten WIR (der verdammte Pluralis majestatis lässt UNS nicht mehr los) zumindest die Erklärung für LEEF geliefert. Sollte diese allerdings gründlich in die Hosen gegangen sein, bitte ich dies zu entschuldigen und freue mich über eine Richtigstellung. Aber WIR machen UNS eben so UNSERE Gedanken.     

Denn aus solchen bestehen jene Gefäße zum Zwecke der Nahrungsaufnahme oder was auch immer Sie auf solcherlei Lagerstätten des guten Geschmacks abzulegen gedenken, welche mich heute per Email erreichten. Nicht ganz richtig natürlich, denn eigentlich erreichte mich nur eine Email. Also ein elektronisches Blatt ohne die dazugehörigen Palmenblätter. Von Louisa Drewes, welche mich im Namen des Öko-Startups mit der Bitte anschrieb, doch über diese Art von Rohkost der etwas anderen Art zu berichten. Und so spiele ich in diesem Falle vielleicht nicht gerade den selbstverliebten Postillon d’amour, aber zumindest bin ich Überbringer jener Botschaft des jungen Startups LEEF, welche mich per bittender Bits und beiliegender Bytes aus Berlin erreichte.

Teller aus Blättern der Arekapflanze – Zusammenrottung der besonderen Art

LEEF Teller natürlicher Kreislauf„Die Welt zu einem saubereren Ort zu machen kann mit einer Vielzahl von Personen intensiv geschaffen werden, indem wir gemeinschaftlich handeln um das Ziel zu erreichen.“ Mit diesen abschließenden Worten (eine Zusammenfassung können Sie bei Klick auf Leef Factsheets in Ruhe selbst lesen) umreisst der aus Heidelberg stammende Produkt- und Grafikdesigner Claudio Fritz-Vietta und gleichzeitig Gründer von LEEF seine Motivation, mittels natürlichem Abfall zur Vermeidung der Müllberge beizutragen. Oder, um das Ganze nun abzukürzen und in gepresster Form wiederzugeben:  

Leef – die Antwort für eine nachhaltige Konsumgesellschaft

Ein Blatt wächst, fällt zu Boden, wird gesammelt, gereinigt, gepresst und kann als Teller verwendet werden. Leef steht somit für die Wiederentdeckung des Leihprinzips von der Natur.

Die Teller von Leef sind so ökologisch, dass Sie innerhalb weniger Monate komplett in den Ökokreislauf zurück geführt werden können. Sie werden vollständig zu Humus kompostiert. Leef achtet dabei besonders darauf, den nachhaltigen LEEF Teller werden aus natürlich zu Boden gefallenen Blättern der Arekapflanze hergestellt.Charakter des Produktes in der gesamten Fertigung zu pfelgen [sic]. Zum Beispiel die Bereitschaft sichere Maschinen zu verwenden, faire Löhne zu bezahlen, Hygiene Richtlinien einzuhalten und auch auf dem Land zu produzieren, wo die Menschen wirklich bedürftig sind.

Mit dieser Idee möchte das junge Öko-Startup eine nachhaltende Alternative zu Einwegbehältnissen wie Plastik und Styropor schaffen, die unseren Planeten nach und nach verschmutzen und damit zerstören.

Müllvermeidung vs. Ökologischer Fußabdruck

Nun könnte ich selbstverständlich in den allgemeinen Tenor einstimmen und schreiben, dass ich diese Idee aus ökologischen Gründen oder im Sinne von Fair Trade für gut befinde. Mache ich aber nicht. Schließlich berichte ich auf diesem meinem Blog darüber und dies sollte alleine schon Anlass genug für die Tatsache sein, dass ich dieses Projekt für erwähnenswert erachte. Besser ist es also, einige kritische Untertöne anzuschlagen, schließlich wollen und sollen wir uns über diese neue Art des Recyclings einerseits freuen, aber andererseits eventuelle Unstimmigkeiten noch beseitigen. Dies soll jetzt nicht als leise Kritik verstanden werden – das mache ich immer so (siehe z.B. Vom äthiopischen Teufelskreis zum vollmundigen Coffee Circle) – sondern dazu dienen, dass diesem Produkt in Zukunft noch die eine oder andere Verbesserung widerfährt.

Denn bei aller Liebe! Aber der ökologische Fußabdruck hinsichtlich der LEEF Produkte ist sicherlich nicht zu unterschätzen. Dass Projekte wie dieses als nachhaltige Antwort auf unsere Wegwerf- und Konsumgesellschaft dienen kann, steht außer Frage. Dass wir mit jedem nicht produzierten Stückchen Plastik unseren über die sieben Weltmeere hinaus kontaminierten „plastic planet“ entlasten, kann nur erklärtes Ziel sein. Dass ambitionierte Startups wie LEEF durch ihr Engagement in den ärmsten Regionen dieses Planeten für ein bisschen weniger Armut, von Wohlstand zu sprechen wäre jetzt doch allzu euphemistisch ausgedrückt, sorgen, soll hier von mir nicht angezweifelt werden.

Doch gerade solche Transfers bergen eben auch latente Gefahren, welche bei all der euphorischen Betrachtung außer Acht gelassen werden. Und hierzu gehört z.B. leider auch jenes CO2, welches größtenteils beim Transport entsteht. Von Südindien nach Europa ist schließlich kein Katzensprung.

Und vielleicht noch etwas zum Abschluss. Das oben angeführte Leef-Factsheet führt unter „3. Die Zielgruppen“ auf:

Mit unserem Produkt können wir eine enorm breite Zielgruppe erreichen. Unter anderem alle Firmen, die private sowie öffentliche Veranstaltungen aller Art organisieren, auf denen Lebensmittel verzehrt werden. Diese Firmen werden direkt angesprochen und über die Vorteile der Imageaufwertung des eigenen Unternehmens, sowie des Kundenevents, sowie die exzellente Ökobilanz des Produktes aufgeklärt.

Gerade solche Argumente werden heutzutage von Global Playern der Wirtschaft beim Bankett liebend gerne genutzt, um unter dem Deckmäntelchen des Greenwashings bzw. des sozialen Engagements von akuten und weitaus größeren ökologischen Verfehlungen oder der Verletzung arbeitsrechtlicher Bestimmungen abzulenken und auf die eigene weiße Weste im grünen Bereich zu verweisen. Hier dem Zugpferd im Sinne von „Vorteile der Imageaufwertung“ die Peitsche zu geben, soll und darf nicht federführendes Argument bei der Bewerbung sein.

So, ich bin nun der Bitte aus Berlin nachgekommen und habe über dieses Öko-Startup ein paar mehr als wenige Worte verloren. Aus Liebe zum Umweltschutz, aus der Intention heraus, die schwindenden Ressourcen möglichst schonend zu gebrauchen und unseren Nachfolgerinnen und Erben des Planeten Erde eine einigermaßen intakte (heile) Welt zu hinterlassen und nicht zuletzt, weil ich von solchen Projekten immer wieder fasziniert bin. Nicht allen ist immer der große Erfolg beschieden, doch in diesem Falle wünsche ich Claudio Fritz-Vietta und seinen HelferInnen, dass ihnen gelingen möge, wovon die Plattform spricht.            

Wie immer am Ende solcher Artikel die Versicherung von meiner Seite, dass ich weder Geld, geldwerte Sachleistungen oder andere Vorteile für das Schreibens verlangt und schon gar nicht bekommen habe. Aber ich bitte Sie: Zur Gewohnheit soll und wird dies nicht werden.   


Über Paul Boegle

Bio Natur - Der Weblog, warum dieser Blog und warum gerade ich ? Ich gehöre mittlerweile einer Generation an, welche einerseits noch ohne Internet ihre Kindheit und Jugend verbracht hat, andererseits aber auch durch berufliche Notwendigkeit, das Interesse am Medium Internet und nicht zuletzt durch die Kinder aktiv das www nutze. Ist das nun gut oder schlecht ? Wie so vieles im Leben ist auch das Internet ein zweischneidiges Schwert. Ich denke oft mit Wehmut an eben diese lang zurückliegende Zeit, als Kinder noch mit Fußballspielen oder Indianer und Cowboy ihre Freizeit verbrachten. Viele meiner Generation halten diese Art von Freizeitbeschäftigung als wesentlich sinnvoller, da sie für die Förderung sozialer Kontakte als auch für die Gesundheit, man denke nur an Übergewicht oder die zunehmende Isolation der heutigen Jugend, doch wesentlich förderlicher sind als der tagtägliche Gebrauch des Mediums Internet. Andererseits sehe ich aber auch die Notwendigkeit, daß viele Themen wie eben auch das Gebiet Bio und Natur eine wesentlich größere Resonanz und Verbreitung durch die globale Verlinkung erfahren. Informationen können per Klick abgerufen und Wissenswertes kann von zuhause aus recherchiert werden. Ein weiterer Vorteil für jeden Webmaster ist dementsprechend auch die Möglichkeit, eigene Webseitenprojekte, in diesem Fall http://www.bio-natur.at, einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

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