Goldener Windbeutel: Die fünfte Sinfonie der Werbelügen


Wir schreiten erneut zu den Urnen

Die erste Hand ist voll. Das Maß noch lange nicht, wenngleich das Fass schon seit langer Zeit übergelaufen ist. Zum fünften (und sicher nicht zum letzten) Mal wird der wohl bekannteste Negativpreis mit dem wohlklingenden Titel „Goldener Windbeutel“ an die dreisteste Werbelüge des Jahres vergeben. Und wieder finden sich alte gute Bekannte auf der foodwatch-Hitliste, die zur Wahl stehen und denen wir tagtäglich im kindgerechten Werbefernsehen begegnen. Denn anders als in den letzten Jahren stehen heuer ausschließlich Kinderprodukte im Fokus der Aktion. Allerdings haben sich kritische Verbraucherinnen und Verbraucher auch schon in den drei vorangegangenen Jahren seltsamerweise immer wieder für Siegertypen auf der Verliererstraße entschieden, die vorrangig den Weg aus den Verkaufsregalen in Kinderhand und von dort in den Kindermund finden. So durfte sich 2012 Claus Hipp über den Goldenen Windbeutel freuen, ein Jahr davor durfte Ferrero in die saure Milchschnitte beißen und 2010 stand der Monte Drink von Zott auf dem obersten Platz des Siegerpodestes, auf dem keiner so richtig Platz nehmen möchte.

Morgen, Kinder, wird’s was geben …

Gut, morgen vielleicht noch nicht, schließlich läuft die Wahl noch bis zum

Nehmen wir stellvertretend für die fünf Kandidaten, welche 2013 um den Titel rittern, die allseits bekannte und beliebte Capri-Sonne. „Seit mehr als 40 Jahren sorgt Capri-Sonne bei Kindern überall auf der Welt für strahlende Augen.“ Steht so Wort für Wort auf deren Seite geschrieben. Foodwatch hingegen nährt (das darf man ruhig wortwörtlich nehmen) den Verdacht, dass Capri-Sonne nicht nur für solch Glitzern in den Kinderaugen sorgt, sondern sich dieses Glänzen leider auch in Kinderbäuchen und in weiterer Folge auf deren Hüften niederschlägt. So wird z.B. unter Kandidat Nr. 1: Capri-Sonne von Wild/SiSi Werke bemängelt:

Capri Sonne (Orange) ist ein Soft-Drink mit 10 Prozent Zucker (umgerechnet sechseinhalb Würfelzucker je 200ml-Folienbeutel), vergleichbar mit Coca-Cola (10,6 Prozent Zucker).

Doch auch die anderen Anwärter verdienen durchaus jenen Preis,Goldener Windbeutel: Foodwatch kürt dreisteste Werbelüge. den keiner haben möchte. Egal, ob Sie nun der Monster-Backe Knister von Ehrmann eine Backpfeife verpassen, funny-frisch/Intersnack das Pom-Bärenfell abziehen, die Kosmostars von Nestlé in den luftleeren Raum schießen oder Paula’s Kuhflecken von Dr. Oetker die Volltönung aus der Kuhhaut frisieren: Mitmachen beim Goldenen Windbeutel ist Pflicht! Einfach auf das nebenstehende Schaubild klicken und spätestens bis zum 15. Mai 2013 Ihre kritische VerbraucherInnenstimme 👿 abgeben.


Über Paul Boegle

Bio Natur - Der Weblog, warum dieser Blog und warum gerade ich ? Ich gehöre mittlerweile einer Generation an, welche einerseits noch ohne Internet ihre Kindheit und Jugend verbracht hat, andererseits aber auch durch berufliche Notwendigkeit, das Interesse am Medium Internet und nicht zuletzt durch die Kinder aktiv das www nutze. Ist das nun gut oder schlecht ? Wie so vieles im Leben ist auch das Internet ein zweischneidiges Schwert. Ich denke oft mit Wehmut an eben diese lang zurückliegende Zeit, als Kinder noch mit Fußballspielen oder Indianer und Cowboy ihre Freizeit verbrachten. Viele meiner Generation halten diese Art von Freizeitbeschäftigung als wesentlich sinnvoller, da sie für die Förderung sozialer Kontakte als auch für die Gesundheit, man denke nur an Übergewicht oder die zunehmende Isolation der heutigen Jugend, doch wesentlich förderlicher sind als der tagtägliche Gebrauch des Mediums Internet. Andererseits sehe ich aber auch die Notwendigkeit, daß viele Themen wie eben auch das Gebiet Bio und Natur eine wesentlich größere Resonanz und Verbreitung durch die globale Verlinkung erfahren. Informationen können per Klick abgerufen und Wissenswertes kann von zuhause aus recherchiert werden. Ein weiterer Vorteil für jeden Webmaster ist dementsprechend auch die Möglichkeit, eigene Webseitenprojekte, in diesem Fall http://www.bio-natur.at, einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

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