Feuerverzinken – die Mikrometer machen’s! 1



Flüssiger Rostschutz von Stahl

Ich wurde vor kurzer Zeit gebeten, einen Artikel zum Thema Feuerverzinken zu verfassen. Nun dachte ich mir eigentlich zuerst gar nichts dabei, um irgendwann beim Verzinken meiner Äpfel und Quitten zu namensgebender Marmelade (sollten Sie unbedingt probieren) aber doch darüber nachzudenken, weshalb sich jemand einen Beitrag auf einem Blog wünscht, welcher in erster Linie über Nachhaltigkeit usw. schreibt. Und trotzdem kam der Zeitpunkt, an dem ich mehr über diese Sache wissen wollte, von der ich eigentlich keine Ahnung hatte. Aber auch vom Einkochen von Marmelade hatte ich früher keine Ahnung.Beim Feuerverzinken (im Stückverzinkungs-verfahren) handelt es sich um ein mehrstufiges Tauchverfahren. Die so vorbehandelten, gereinigten Stahlteile werden in ein ca. 450 °C heißes Zinkbad getaucht. Dabei bildet sich auf der Stahloberfläche ein Korrosionsschutzmantel in Form einer Eisen-Zink-Legierungsschicht (Fe + Zn).

Quelle: Institut für Feuerverzinken, Düsseldorf; weitere Informationen unter www.feuerverzinken.com

Vereinfacht gesagt handelt es sich beim Feuerverzinken um einen chemischen Prozess zwischen Eisen und Zink. Stahlteile werden in eine Zinkschmelze getaucht und durch die damit einhergehende thermische Reaktion entsteht eine dauerhafte, witterungsbeständige Zinkschicht im Mikrometerbereich (µm), welche mit dem Bauteil verbunden ist und dieses vor Korrosion schützt. Allerdings sind die damit verbundenen metallurgischen Vorgänge während des Verfahrens äußerst komplex.

Ich für meinen Teil begnüge mich in diesem Falle mit der Schlichtheit der Dinge. Sprich, die einfache Version reicht mir vollauf. Sie möchten mehr? Nun, unter Wikipedia würde sich selbstverständlich genügend Material zum Nachlesen finden. Doch ehrlich gesagt werden diese ewig gleichen Verweise auf diese zugegebenermaßen sehr ergiebige Wissensquelle irgendwann langweilig. Unter „BauPraxis – Korrosion impossible: Wissens-Update Feuerverzinken. Fakten statt Halbwahrheiten“ stehen sicherlich auch ganz brauchbare und vor allem interessante Fakten, Details und Informationen.

Ein chemischer Prozess – Und nachhaltig?

Selbstverständlich stellte sich weiterhin die Frage, ob ich das Kind nicht mit dem Zinkbad ausschütte respektive ob denn bei diesem technischen Vorgang überhaupt Nachhaltigkeit gegeben ist. Ich habe mich also auf die Suche nach vergleichbaren Korrosionsschutzsystemen für Stahlbauten gemacht und wollte vor allem wissen, welche Umweltbelastungen durch das Feuerverzinken im Allgemeinen entstehen und ob diese besser oder schlechter als andere Verfahren sind. Einen ersten guten Anhaltspunkt lieferte mir dabei die Studie „Korrosionsschutzsysteme im Ökovergleich – Feuerverzinken vs. Beschichten“ des Lehrstuhls Systemumwelttechnik des Institutes für Technischen Umweltschutz der Technischen Universität Berlin, welche neben klassischen Kriterien wie Lebensdauer und selbstverständlich der Kosten eben auch ökologische Faktoren in die Bewertung einfließen lassen.

Als Ergebnis stellen die Verantwortlichen fest: „In mehreren Wirkungskategorien gibt es deutliche Unterschiede, so beträgt der Anteil der Feuerverzinkung in der Kategorie Eutrophierung (Belastung von Gewässern) nur 18%, in der Kategorie Ressourcenverbrauch nur 32% und beim Treibhauseffekt nur 38% im Vergleich zur Beschichtung. Die Feuerverzinkung zeichnet sich durch einen geringeren Ressourcenverbrauch und geringere Emissionsbelastungen über den gesamten Lebenszyklus aus.

Ebenfalls zum Thema passend soll weiterführend der Artikel „CO2-neutral feuerverzinken“ dienen. Dass hierbei eine gehörige Portion Eigenwerbung im Artikel enthalten ist, soll gar nicht verhehlt werden. Doch der Artikel liefert einen interessanten Einblick über Prozessmedien, Rohstoffeinsatz sowie die verschiedenen Produktionsschritte, bis aus einem Stück Stahl ein korrosionsbeständiges Stück Stahl wird.

Ein drittes und letztes Beispiel unter dem Gesichtspunkt von Energieeinsparung und Umweltentlastung bei dem sehr aufwändigen Fertigungsprozess zeigt ein neues Verfahren und zugleich Pilotprojekt eines Anbieters aaus Baden-Württemberg, welcher sich unter „Klimaschutz und Energie: Neues Verfahren bei der Feuerverzinkung“ nachlesen lässt. Nachlesen lässt sich jetzt im Folgenden auch noch, wo sich 15.000 Euro Preisgeld versteckt halten. Dass ich diese nicht gewinnen werde, darf ich ohne große prophetische Vorhersagen an dieser Stelle schon anführen.

Der Verzinkerpreis 2013

Zu guter Letzt vielleicht noch eine weiterführende Information für all jene, welche bis hierher und gleich noch weiter Deutscher Verzinkerpreis 2013: Prämiert werden innovative Bauwerke, Objekte und Produkte, die im wesentlichen Umfang feuerverzinkt sind, bzw. interessante feuerverzinkte Details enthalten.gelesen haben und lesen werden. Wer beim Verzinkerpreis nun möglicherweise an Edgar Wallace und seinen „Der Zinker“ denkt, wird sicherlich enttäuscht sein, dass diesem eben nicht so ist. Andere Menschen wie etwa Architektinnen, Bauingenieure, Stahl- und Metallbauer, Designerinnen und Metallgestalter können mit diesem Begriff schon mehr anfangen. Und so sind diese Berufsgruppen aufgerufen, sich am Wettbewerb um den 13. Deutschen Verzinkerpreis für Architektur und Metallgestaltung zu beteiligen. Der Einsendeschluss für den mit 15.000 Euro dotierten Preis ist übrigens der 29. März 2013.

Und wohin sende ich was, wenn ich entweder Edgar Wallace in Bronze gegossen habe, was für den Wettbewerb allerdings von Nachteil ist oder aber innovative Bauwerke, Objekte und Projekte für die Teilnahme habe, welche im wesentlichen Umfang feuerverzinkt sind bzw. interessante feuerverzinkte Details enthalten, was zugegebenermaßen für den Wettbewerb von entscheidendem Vorteil wäre. Diese und weitere Fragen beantwortet ein Klick auf das nebenstehende Schaubild. 


Über Paul Boegle

Bio Natur - Der Weblog, warum dieser Blog und warum gerade ich ? Ich gehöre mittlerweile einer Generation an, welche einerseits noch ohne Internet ihre Kindheit und Jugend verbracht hat, andererseits aber auch durch berufliche Notwendigkeit, das Interesse am Medium Internet und nicht zuletzt durch die Kinder aktiv das www nutze. Ist das nun gut oder schlecht ? Wie so vieles im Leben ist auch das Internet ein zweischneidiges Schwert. Ich denke oft mit Wehmut an eben diese lang zurückliegende Zeit, als Kinder noch mit Fußballspielen oder Indianer und Cowboy ihre Freizeit verbrachten. Viele meiner Generation halten diese Art von Freizeitbeschäftigung als wesentlich sinnvoller, da sie für die Förderung sozialer Kontakte als auch für die Gesundheit, man denke nur an Übergewicht oder die zunehmende Isolation der heutigen Jugend, doch wesentlich förderlicher sind als der tagtägliche Gebrauch des Mediums Internet. Andererseits sehe ich aber auch die Notwendigkeit, daß viele Themen wie eben auch das Gebiet Bio und Natur eine wesentlich größere Resonanz und Verbreitung durch die globale Verlinkung erfahren. Informationen können per Klick abgerufen und Wissenswertes kann von zuhause aus recherchiert werden. Ein weiterer Vorteil für jeden Webmaster ist dementsprechend auch die Möglichkeit, eigene Webseitenprojekte, in diesem Fall http://www.bio-natur.at, einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

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