Zu Gast bei hessnatur in Butzbach 3


Ein runder Tisch mit Ecken und Kanten

Nun finde ich endlich die Zeit, über meine Einladung bei hessnatur im hessischen Butzbach zu berichten. Wie bereits unter „Ein Blogger sieht schwarz“ geschrieben, lud mich der aufgrund seiner Übernahme durch einen Schweizer Finanzinvestor in die Schlagzeilen geratene Anbieter für Ökomode ein, „bei einer Tasse Kaffee über Gott, die Welt oder Paul Boegle beim Round Table in Butzbach bei hessnatur.von mir aus auch im dichten, grünen Gras verborgene Heuschrecken diskutieren.“ Vorab vielleicht eines. Wer über die Hintergründe dieses Treffens abseits von grüner Mode, aber mitten drin im Bereich der schwarzen und roten Zahlen erfahren möchte, welche letzten Endes ausschlaggebend für die Einladung in der hessischen Firmenzentrale waren: Unter „hessnatur: Kunden stoppen Spekulation“ habe ich meine Sicht der Dinge sehr umfangreich aufgearbeitet. Wohlgemerkt! BEVOR ich am runden Tisch saß.

Und danach? Ich habe meine Stippvisite in zwei Teile gegliedert. Im folgenden ersten Teil möchte ich Ihnen meine Beweggründe darlegen, warum möglicherweise einige nicht das zu lesen bekommen, was sie sich zu lesen erhofft hätten. Der Fortsetzung mit dem Titel „Messen Sie uns an unseren Taten“ (Link folgt nach der Publikation) wird sich dann mit der fast dreistündigen Diskussionsrunde befassen, an der eine langjährige Kundin, welche namentlich nicht genannt werden möchte, der Kunde und Webseitenbetreiber Holger Nick (nachhaltiger-leben.de), Martin Hess (Sohn von Firmengründer Heinz Hess), von hessnatur-Seite Verena Kuhnert und Michael Krause aus dem Bereich PR und Social Media, Rolf Heimann als Leiter der Abteilung Innovation und Ökologie und schließlich Marc Sommer, der als Neo-Vorsitzender der Geschäftsleitung den hessischen Ökopionier wieder in ruhigere Gefilde steuern soll, teilnahmen. Vervollständigt haben die Runde Ricarda Demarmels, welche für den neuen Eigentümer Capvis sprach und der 2,02 m-Mann Dr. Drazen Mario Odak, der versuchte, in die Gesprächsrunde Ruhe zu bringen. Ach ja, und dann war noch ich dabei, der versuchte, diesem Ziel von Herrn Odak möglichst entgegenzuwirken. 

Paul Boegle zu Gast bei hessnatur in Butzbach: “Geht das Ökomodelabel nach der Übernahme durch den Schweizer Finanzinvestor Capvis jetzt vor die Hunde?Geht hessnatur jetzt vor die Hunde?

Uiuiui, was für eine reißerische Kapitelüberschrift. Aber geben Sie es zu. Hätten Sie weitergelesen, wenn ich etwa „Zehn Menschen an einem Tisch vereint“ oder „Wir diskutierten über Probleme“ geschrieben hätte. Na also! So funktioniert die moderne Medienlandschaft. Nein, natürlich nicht immer, aber eben … Naja, Sie wissen schon. Ein unheilverkündender Aufmacher, Sensationsmache im 24 px Arialschrift, fett gedruckt und kursiv in die virtuelle Landschaft geschossen. Onlinemedien können, wenn richtig eingesetzt, auch unentschlossene Minderheiten in rebellierenden Majoritäten umwandeln. Der über den hessischen Ökomodeversender hereingebrochene Shitstorm nach dem Verkauf an die Schweizer Finanzinvestoren von Capvis ist wieder einmal ein Paradebeispiel, welche Feuerkraft das Internet besitzt. Und ich als Blogger bin selbstverständlich ein, wenn auch verschwindend kleiner, Teil dieser Medienwelt. Geht hessnatur jetzt also definitiv vor die Hunde? So, jetzt habe ich Sie also dort, wo ich Sie haben wollte. Also lesen Sie ruhig gleich weiter. Doch bevor Sie dieses tun: Ich glaube oder bin eigentlich eher der festen Überzeugung, dass der deutsche Ökomoden-Hersteller kein Opfer der Familie der Canidae wird. Etwas weniger beißen, dafür mehr informieren wäre möglicherweise in letzter Zeit besser gewesen, doch ich hoffe auch hier auf ein freundliches Schwänzeln der verschiedenen Parteien für die Zukunft.  

Bevor ich allerdings über die Ergebnisse dieser Runde berichte, lassen Sie mich eines sagen. Etwas, was mir für die Zukunft vielleicht auch als Wegbegleiter dienen soll oder zumindest kann. Anonymisiert, gut, in meinem Falle lässt sich die Herkunft der Kritik anhand meines Impressums leicht nachvollziehen, über bestimmte real existierende Aggregatzustände zu schreiben, ist eine Sache. Eine ganz andere ist es dann allerdings, wenn sich die Gegnerinnen oder Kontrahenten persönlich an einem Tisch gegenübersitzen. Wissen Sie, wenn sich dann trotz aller Differenzen sowie konträrer Sichtweisen Gemeinsamkeiten auf persönlicher Ebene herausstellen, wenn man erfährt, dass es sich bei den Angegriffenen eigentlich um ganz „normale“ Frauen handelt (diese Aussage stammt NICHT von mir), wenn ein mehrfacher Familienvater eigentlich ein richtig umgänglicher Typ ist und Martin Hess, dem Sohn des Firmengründers, das Ganze sichtlich nahe geht, dann drängt sich trotz aller inneren Proteste und Widersprüche doch das Menschliche plötzlich wieder in den Vordergrund.

Wenn die Opfer zu Tätern werden

Ich kann mich noch gut an einen Fall erinnern, welcher nicht allzu lange zurückliegt. Auch wenn ich jetzt für einen kurzen Moment vom eigentlichen Thema abschweife, soll er zeigen, dass das Medium Internet heutzutage nicht mehr eindeutig zwischen Opfer und Tätern (beiderlei Geschlechts) unterscheidet. Können Sie sich noch an den Fall der Leichtathletin Ariane Friedrich erinnern? Die Hochspringerin und Polizeikommissarin wurde per Email gestalkt. Massiv und auf unterstem Niveau. Cybermobbing heißt dies wohl in der Juristensprache.

Doch anstatt sich an die Behörden zu wenden, griff die junge Frau zur Hilfe durch Selbsthilfe und veröffentlichte auf Facebook Name und Adresse des vermeintlichen Täters. Und genau hier setzten die digitalen Mechanismen ein und entluden sich in einer für Friedrich negativen Ladung. Von Selbstjustiz und Verletzung der Persönlichkeitsrechte war plötzlich die Rede. Nicht gegen den Stalker, sondern gegen die Sportlerin. Sie hat mit ihrer Offensive einen Weg gewählt, von dem viele abraten. So postulierte die Frankfurter Rundschau z.B. nach Bekanntwerden des Falles: „Wie Ariane Friedrich im Netz zur Täterin wurde.“ Nach menschlichen Ermessen durchaus nachvollziehbar und verständlich. Genau wie die Tatsache, dass sich hessnatur gegen Rufschädigung zur Wehr gesetzt hat. Doch es zeigt, dass neben sicherlich noch rechtlichen Grauzonen besonders der Faktor Mensch vielfach unterschätzt wird. Ist eine kritische Masse überschritten, verselbständigen sich soziale Netzwerke wie Facebook oder Twitter und öffnen die digitalen Pforten. Resultierend in extremen Ausschlägen in beide Richtungen. So mutmaßte z.B. „Der Tagesspiegel“ nach der Affäre: „Stalker könnte Ariane Friedrich verklagen„. Keine Rede mehr von sexueller Belästigung und obszönen Emails. Verkehrte Welt, in der die Grenzen fließend werden, reale Strukturen aufweichen und das Opfer plötzlich selbst am Pranger steht. 

Wir schreiben das Jahr 1993. Die wohl damals besten Tennisspielerinnen Steffi Graf und Monica Seles stehen sich in Bälde am Hamburger Rothenbaum auf dem Centre Court beim erwarteten und heiß ersehnten Traumfinale gegenüber. Doch zuvor muss Seles noch die Bulgarin Maleeva bezwingen. Nach einer 6:4 und 4:3 Führung eigentlich keine Frage. Bis plötzlich ein Mann der Weltranglistenersten ein Küchenmesser in den Rücken stößt. Der Mann kann es nicht ertragen, dass Monica Seles seiner abgöttisch verehrten Steffi Graf den Rang abgelaufen hat. Er stalkt die Tennisspielerin, verfolgt diese und letzten Endes folgt das Messerattentat. 

Doch heutzutage bedarf es nicht mehr solch körperlicher Repressalien, um sich gegen echte oder vermeintliche GegnerInnen zur Wehr zu setzen. Das Internet verlagert den Krieg aller gegen alle in eine Welt ohne Schranken und Tabus. Der Leviathan von Thomas Hobbes hat seine Gültigkeit in Zeiten von Breitband und Wireless verloren. Wer sich mit seiner reduzierten Stellung innerhalb der Gesellschaft nicht mehr zufrieden gibt, schafft sich in den Weiten des Internets Avatare, welche den eigenen Wünschen und in vielen Fällen den Anforderungen der Anderen entsprechen. Das Überleben in der Gruppe folgt nicht mehr althergebrachten Regeln und durch übergeordnete Mächte aufgestellte Normen respektive wird bei Brechung dieser durch Sanktionen geahndet, sondern ist einem Verselbständigungsprozess unterworfen, welcher vollkommen neue Reglementierungen benötigt.

Doch eines hat sich im Laufe der Jahre nicht geändert. Die Medien, egal ob Print, Online oder Bild und Ton, greifen nach diesen Strohhalmen, um die Massen zu befriedigen. Stand vor dem Attentat auf Seles ihr Stöhnen und Grunzen bei jedem Schlag im Brennpunkt der Berichterstattung, war es nach ihrem Comeback ihr Aussehen. Nach dem Tode ihres Vaters verfiel sie der Fresssucht. Keine Rede mehr über lautes Stöhnen, sondern Titel wie „altes Weib mit einer Bratpfanne“, „Sumoringerin“ oder die Lady mit den „Donnerschenkeln“ waren nun ständige Begleiter.    

Von Klammeraffen und virtueller Vulgata

Auch hessnatur muste diesen schmerzlichen Weg in Form eines nie erwarteten Shitstorms jetzt über sich ergehen lassen. Nehmen wir z.B. Greenpeace und stellen auch hier einen Bezug zur Verbindung von Ökomode und dem Finanzsektor her. In unserem Beispiel eben hessnatur und Capvis. Unter „Wie erkenne ich ökologische Kleidung?“ nimmt die Organisation verschiedene Ökolabels unter die Lupe. Und schon auf der ersten Seite der Studie findet sich folgende Feststellung:

Glaubwürdigkeit
An erster Stelle gilt es zu wissen, wie weit die Versprechen eines Standards glaubwürdig sind. Die Fragen, wem der Standard gehört (Unabhängigkeit) und wie die Einhaltung der Kriterien kontrolliert wird, sind hier von entscheidender Bedeutung.

Ich bin der Überzeugung, dieser Punkt lässt sich (neben nicht minder wichtigen sozialen Aspekten und Faktoren des Umweltschutzes) ohne weiteres auf eine Marke, auf ihr Erscheinungsbild und vor allem auf ihr Auftreten nach außen umlegen. Die Butzbacher haben sicherlich einiges in den letzten Wochen falsch gemacht. Doch sie haben auch vieles richtig gemacht. So ist die Tatsache, dass sie weltweit eines von zehn Unternehmen sind, welche von der Nonprofit-Organisation Textile Exchange jetzt mit einem sogenannten „Future Shaper Award“ für besonderes Engagement in Sachen organische Baumwolle und gesamtheitliche Nachhaltigkeit ausgezeichnet wurden (siehe z.B. „Textile Exchange names ‘Future Shaper’ award winners„), zeigt deutlich, wohin die Richtung geht. Nämlich in die richtige!

Man(n) nimmt sich manchmal soviel, zuviel vor. Oder, um den maskulinen Klammergriff gleich außen vor zu lassen, Mann hat eben immer noch die volle Breitseite der Evolution mit auf den steinigen Weg weg von der Feuerstelle und hin zum 300 PS starken Rad rasend schnell zu gehen. Jäger und Sammler in persona, Fakten sammeln und Delinquenten jagen, nach Ungereimtheiten jagen und Gleichgesinnte um sich sammeln, um die Gejagten gleich mit der virtuellen Steinschleuder zu erlegen und im eigenen Trophäenschrank, in diesem Falle meinem Blog, der Öffentlichkeit zu präsentieren. Ecce homo bleibt dabei oftmals auf der Strecke dieser virtuellen Vulgata Internet respektive in den Medien ganz allgemein.

Ich durfte in diesen wenigen Stunden Menschen kennenlernen, welchen ich anfangs mit der gebotenen Vorsicht und einer gehörigen Portion Misstrauen gegenüber saß. Doch man(n) glaubt es kaum: Bei allen Gegensätzen und im Vorfeld geäußerten Diskrepanzen haben sich tatsächlich Gemeinsamkeiten eingestellt. Sowohl in Bezug auf die verfolgten Ziele des Unternehmens als auch der Philosophie, welche sich trotz Capvis immer noch im glücklicherweise hellgrünen Bereich bewegt. Ach ja, apropos Capvis. Mit Frau Demarmels konnte ich mich über eine Sache nicht einigen und wahrscheinlich werden wir uns darüber noch lange streiten: Ob die Schweiz oder Österreich die besseren SkifahrerInnen hat. Es gibt sie also doch, die ganz normalen Menschen hinter unseren (selbst) geschaffenen Feindbildern.   

Messen Sie uns an unseren Taten. Mich messen Sie am besten wieder einmal nicht an meinen Worten. Doch es folgt (leider für Sie) noch so ein Mordsdrum-Artikel. Dann aber weniger theoretisch und wirklich auf den runden Tisch gerichtet. Doch ich glaube, angesichts des massiven Vertrauensverlustes in den ökologischen Modehersteller aus Hessen, zu dem auch ich zugegebenermaßen meinen Teil beigetragen habe, muss jetzt wieder Ruhe einkehren. Wie dies geschehen könnte, soll die Zukunft zeigen. Und natürlich auch mein zweiter Teil. Aber vielleicht war es auch einmal notwendig, solch ein Ereignis oder eben Shitstorm aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Mag das Geschriebene für die eine oder den anderen vielleicht nicht unmittelbar zielführend sein, bitte ich dies zu entschuldigen. Doch gewisse Zusammhänge lassen sich manchmal nur auf direktem Umwege darstellen. Zumindest für mich.   


Über Paul Boegle

Bio Natur - Der Weblog, warum dieser Blog und warum gerade ich ? Ich gehöre mittlerweile einer Generation an, welche einerseits noch ohne Internet ihre Kindheit und Jugend verbracht hat, andererseits aber auch durch berufliche Notwendigkeit, das Interesse am Medium Internet und nicht zuletzt durch die Kinder aktiv das www nutze. Ist das nun gut oder schlecht ? Wie so vieles im Leben ist auch das Internet ein zweischneidiges Schwert. Ich denke oft mit Wehmut an eben diese lang zurückliegende Zeit, als Kinder noch mit Fußballspielen oder Indianer und Cowboy ihre Freizeit verbrachten. Viele meiner Generation halten diese Art von Freizeitbeschäftigung als wesentlich sinnvoller, da sie für die Förderung sozialer Kontakte als auch für die Gesundheit, man denke nur an Übergewicht oder die zunehmende Isolation der heutigen Jugend, doch wesentlich förderlicher sind als der tagtägliche Gebrauch des Mediums Internet. Andererseits sehe ich aber auch die Notwendigkeit, daß viele Themen wie eben auch das Gebiet Bio und Natur eine wesentlich größere Resonanz und Verbreitung durch die globale Verlinkung erfahren. Informationen können per Klick abgerufen und Wissenswertes kann von zuhause aus recherchiert werden. Ein weiterer Vorteil für jeden Webmaster ist dementsprechend auch die Möglichkeit, eigene Webseitenprojekte, in diesem Fall http://www.bio-natur.at, einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.


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3 Gedanken zu “Zu Gast bei hessnatur in Butzbach

  • Esther

    Hallo Herr Bögle,
    jetzt bin ich doch schon arg gespannt auf den zweiten – inhaltsreichen – Teil Ihrer Reportage. Auch ich hatte inzwischen ein Gespräch bei Hessnatur mit Herrn Sommer und werde demnächst öffentlich darüber berichten. Ihre Erfahrungen und EInschätzungen, die Sie am „Runden Tisch“ gewonnen haben, interessieren mich in diesem Zusammenhang ganz besonders. Viele Grüße aus Deutschland
    Esther

  • Organic Is Cool

    Hallo Paul Bögle,
    ich gehe hier jetzt zum vertraulichen „Du“ über, weil ich leider auf meinen Kommentar oben mit der Frage nach dem nächsten Bericht zum Runden Tisch bei hessnatur leider niemals nichts gehört habe. Deshalb mußte ich meines eigenen Glückes Schmied werden und
    1. Selbst nach Butzbach zum Runden Tisch fahren, die Ecken zählen onhe mich an den Kanten zu stoßen und
    2. Rasch einen eigenen Blog aufmachen, damit ich mir meine Fragen wenigstens selbst beantworten kann.
    Und das „Du“ ist ja wohl in der Blogosphäre die einzig angemessene Anrede, wie es scheint.

    Immer noch interessiere ich mich sehr dafür wie es weiterging am Runden Tisch und überhaupt.

    Wer sich außer mir noch dafür interessiert, findet auf meinem Blog (hoffentlich taucht dann im abgeschickten Kommentar gleich der Link auf?) eine Reihe von Artikeln über

    – mein Meeting mit Marc Sommer, dem Geschäftsführer von Hessnatur
    – den zweiten Runden Tisch bei Hessnatur (Paul war beim Ersten)
    – meine Eindrücke vom ersten Kundenratstreffen bei Hessnatur.

    Über eine Empfehlung an die Leser von Bio-Natur freue ich mich natürlich auch 🙂

    Herzliche Grüße aus der Bio-Sphäre
    Esther Groh

    • Paul Boegle Beitragsautor

      Nachdem der mitgeschickte Link von Esther leider nicht im Kommentar aufscheint, möchte ich dieses selbstverständlich an dieser Stelle nachholen und auf den äußerst umfangreichen Artikel „Lebensbeg(k)leit(d)ung: Kunden beraten Hessnatur“ verweisen. Nach Lesen des Beitrags komme ich nicht umhin, dieses von Esther beschriebene Treffen als zeitgemäßes Hintertreffen zu sehen. Besonders die Zwischenüberschrift „Ein Treffen ist erst der Anfang – aber der Anfang wovon?“ Sollen die Wogen immer noch geglättet werden, welche die jetzt am Ruder stehenden Schweizer Investoren aufwarfen. Eigentlich ist doch wieder Ruhe eingekehrt in Butzbach und alles scheint seinen gewohnten Gang zu gehen. Auch wenn ich, wie mir Esther zurecht vorwirft, einige Antworten schuldig blieb, möchte ich das Thema hessnatur nicht weiter vertiefen. Dies hat zum einen persönliche (gesundheitliche) Gründe, welche mich kurz nach meinem Treffen in der Firmenzentrale „Heimsuchten“. Und es hat auch einen anderen Grund. Ich wurde hier aufgrund meines damaligen Artikels „hessnatur: Kunden stoppen Spekulation„, welcher Auslöser für meine Einladung zum Runden Tisch war, teilweise so zwischen die damals verhärteten Fronten (ich weiß nicht, wie es zum jetzigen Zeitpunkt aussieht) gedrängt, dass ich micht entschlossen habe, beiden Seiten gegenüber stillschweigend neutral für jetzt und alle Zukunft gegenüberzustehen.
      Ich glaube, dass die Wahrheit irgendwo zwischen der Mitte liegt. Doch ich möchte mich einfach nicht als Fürsprecher für die eine Partei benutzen lassen und ebensowenig der anderen Seite irgendeine Ungereimtheit attestieren. Was ich aber keinesfalls wollte und auch in Zukunft will: Ein schreibendes Werkzeug sein, welches sich in den Dienst von Interessensgemeinschaften vor den Karren spannen lässt. Ich musste es erst unlängst wieder in einem anderen Fall erleben und habe deshalb beschlossen, dass ich in Zukunft um des Schreibens willen in die Tasten haue, aber sicherlich nicht mehr, um als Meinungsmacher zu fungieren. Auch wenn sich die Verantwortlichen von hessnatur und jene, welche mich mit Informationen kontra hessnatur versorgt haben, welche ich jedoch bis heute unter Verschluss halte, vielleicht mehr von mir erhofft haben. Ich bin es leid, denn ich sehe meine vorrangige Aufgabe darin, über Dinge zu bloggen, welche MICH interessieren. Dass ich diesem Thema meine Aufmerksamkeit schenkte, macht sicher die Länge des damaligen Beitrages mehr als deutlich. In diesem Sinne werde ich auch weiterhin einige Antworten schuldig bleiben und widme mich Dingen, welche meiner Gesundheit zuträglich sind. Das Bloggen wird dabei sicherlich immer Teil dieses Lebens sein, doch es hat sich Wichtigeres in den Vordergrund gedrängt, welchem ich meine persönliche Aufmerksamkeit schenken sollte, muss und auch werde.