hessnatur: Kunden stoppen Spekulation 4


Wo der meinungsenteignete Kunde noch König ist?

Vorab eines, bevor wir uns dem deutschen Ökolabel hessnatur, welches nun fest in Schweizer Finanzhand ist, zuwenden. Das Ganze erinnert mich an zwei Fälle in jüngster Vergangenheit, welche bei VerbraucherInnen und Spendenwilligen die Wogen hochgehen ließen. Ich möchte jetzt nicht gleich von einem Shitstorm sprechen, doch auch Wiesenhof (siehe z.B. „Die wöchentliche Wiesenhof Rundschau„) und besonders der WWF (dazu vielleicht als Einführung mein Artikel „Eine Botschaft des WWF an Dich„) glänzten nach den erhobenen Vorwürfen und Anschuldigungen nicht gerade durch ausgezeichnete Pressearbeit, welche doch wünschenswert gewesen wäre. Jetzt aber zum heutigen Thema.  

Da gibt es doch tatsächlich eine ganz unscheinbare Webseite, welche unter dem eigentlich relativ unverfänglichen Titel „Wir sind die Konsumenten von hessnatur.“ und der dazugehörenden Adresse wir-sind-die-konsumenten.de zu erreichen ist. Was jedoch auf den ersten Blick als einer der üblichen Boykottaufrufe im Internet aussieht, hat sich mittlerweile zu Landgericht Frankfurt am Main, Beschluss vom 02.10.2012 gegen die beiden Betreiber Johannes Mosmann und Andreas Schurack der Webseite “Wir sind die Konsumenten von hessnatur.” und der dazugehörenden Adresse wir-sind-konsumenten.deeiner gehörigen Lawine entwickelt. Den Grund mit dazu liefert der neue Eigentümer Capvis, der sich bei hessnatur eingekauft hat. Die Schweizer Beteiligungsgesellschaft, welche laut Frankfurter Allgemeine Zeitung 48 Millionen Schweizer Fränkli für den Kauf auf den Tisch des Ökomodenherstellers hingeblättert hat (Hess Natur: Widerstand gegen Schweizer «Heuschrecke»), reichte jetzt durch die Anwaltskanzlei Allen & Overy LLP Klage gegen die Betreiber der Plattform ein. Streitwert der unsäglichen Causa in Form einer einstweiligen Verfügung, welche am 02. Oktober 2012 durch das Landgericht Frankfurt am Main verhängt wurde: 130000,- Europäische Euronen und bei Zuwiderhandlung bis zu 250000,- derselben Währung Ordnugnsstrafe bzw. bis zu sechs Monate Haft (bei Klick auf das nebenstehende Faksimile, Adressen wurden von mir geschwärzt, können Sie den gesamten richterlichen Beschluss lesen).

Konkret wehren sich die Eigentümer gegen die von Johannes Mosmann und Andreas Schurack im folgenden aufgestellten Behauptungen, welche deshalb in dieser Form auch nicht mehr selbst behauptet werden dürfen und, Vorsicht!!! an etwaige Sympathisantinnen oder „Nachahmungstäter“, diese Zusammenhänge dürfen auch nicht behauptet werden lassen:

a. „Die Zahlungen der Kunden der Hess Natur-Textil GmbH gingen in die Rüstungsindustrie“

b. „Die Anteilseignerin Capvis der Hess Natur-Textilien GmbH sei in die Rüstungsindustrie verstrickt“

c. „Das australische Militär vermehre sein Geld über jeden Einkauf bei der Hess Natur-Textilien GmbH“

Keine Frage, Rufschädigung ist sicherlich kein Kavaliersdelikt und auch ich als Privatperson würde dies höchst persönlich nehmen. Und Rufschädigung, welche zugleich die G+V-Rechnung auf der falschen Seitre schmälern könnte, tut gleich noch einmal so weh. Doch im Falle von hessnatur und der eingereichten Unterlassungsverfügung stellt sich für mich weniger die Frage, ob hier im Namen der Gerechtigkeit ein Urteil erzwungen werden soll oder ob vielmehr mögliche wirtschaftlichen Engpässe des Unternehmens bzw. eben der Vertrauensverlust durch die Kundschaft durch solche Mittel nicht eines oder in diesem Falle zweier Schuldiger bedürfen.

Mit juristischen Kanonen auf vorlaute Spatzen schießen

Es ist für einen Außenstehenden wie mich natürlich unmöglich, diese wirtschaftlichen Verflechtungen und Konglomerate der Beteiligten nur im Ansatz einzusehen geschweige denn zu verstehen. Unter etailment – Hess Natur und Capvis: Schweres Geschütz soll Kritiker zum Schweigen bringen lassen sich zwar folgende wenigen Zeilen finden, welche für das Verständnis des Sachverhalts dienlich sein können, jedoch bei weitem kein noch so kleines Licht in diese frostige Schattenwelt werfen:

In einem offenen Brief nimmt Johannes Mosmann Stellung zu den Vorwürfen. Darin heisst es: „Beide Anschuldigungen entbehren jeder Grundlage. Weder habe ich zu einem Boykott aufgerufen, noch habe ich über das Verhältnis zwischen Capvis und Rüstung, oder Capvis und dem australischen Militär die Unwahrheit gesagt.“ Unterschreiben will er daher nichts, trifft stattdessen Vorbereitungen für eine gerichtliche Auseinandersetzung.

Stattdessen präzisiert er noch einmal seine Anschuldigungen rund um die Verquickungen von Capvis – soweit das in dem Geflecht überhaupt möglich scheint.

Dahinter steckt aber auch viel Geraune. Fakt scheint zu sein: Das US-Unternehmen HarbourVest ist einer der größten Geldgeber von Capvis. HarbourVest ist unter anderem am Flugzeugmotorenhersteller Avio beteiligt, der die italienische Armee zu seinen Kunden zählt. Zudem verwaltet HarbourVest rund 87 Mill. Dollar des australischen Verteidigungsministeriums.

Zu den latent gehandelten Boykottaufrufen, welche das Unternehmen den beiden vorwirft, steht in der Berliner taz unter „Hess-Natur klagt gegen Verbraucher – Kritik unerwünscht“ etwa:

„Unsere Kunden sollen nicht durch Falschbehauptungen in die Irre geführt werden“, begründet Hess-Natur-Sprecherin das juristische Vorgehen. Neben der Verbreitung falscher Tatsachen wirft das Unternehmen den Aktivisten auch den Aufruf zum Boykott vor – und droht mit einer Schadenersatzklage. Für geschäftsschädigend hält sie den Weg nicht: „Es geht hier nicht um Marketing, sondern darum, Falschbehauptungen entgegenzutreten.“

In der Begründung, die das Unternehmen an das Gericht geschickt hat, ist von ökologischer und gesellschaftlicher Verantwortung die Rede. So heißt es: Hess-Natur „betont ihre unternehmerische und gesellschaftliche Rolle insgesamt, auch und gerade gegenüber den einzelnen Menschen […], denen man mit Achtung und Toleranz begegnet“.

Nun, das Verhalten des deutschen Ökoversenders zeugt auch nicht gerade von Achtung und Toleranz. Zwischen Aufruf zum Boykott und der Veröffentlichung der eigenen Meinung besteht meines Erachtens doch ein himmelweiter, in diesem Falle möglicherweise sogar himmelschreiender, Unterschied. Meinungsfreiheit ist ein viel zu kostbares Gut, um leichtfertig durch solch brachiale Aktionen aufs Spiel gesetzt zu werden. Wir sprechen hier auch nicht von einem staatlich sanktionierten Wirtschaftsembargo, sondern einzig und allein von der Tatsache, dass sich zwei Unzufriedene auf Spurensuche begeben und ihrem Missfallen öffentlich Ausdruck verliehen haben. Um ob die hessnatur-Sprecherin mit ihrer Ansicht, es handele sich bei dem eingeschlagenen Weg um kein geschäftsschädigendes Verhalten, so ganz richtig liegt, darüber bin ich mir auch nicht mehr so sicher.

Warum nicht schon früher?

Gerüchte über die Übernahme von hessnatur gab es schon zu weit früheren Zeitpunkten. So berichtet z.B. die FAZ bereits am 17.12.2010 unter „Carlyle Group – Kaufinteressent beunruhigt Kunden von Hess-Natur“ von ausgestreckten Fühlern durch den amerikanischen Investor Carlyle. Und der ist auch nicht gerade ein unbeschriebenens Blatt auf dem Rüstungssektor:

Ende November war zum letzten Mal die Rede davon, dass der amerikanische Finanzinvestor Carlyle auch gerne den Butzbacher Versender Hess-Natur Textilien GmbH gekauft hätte. Damals war bekanntgeworden, dass die Amerikaner aus Washington, DC, sechs Spezialversandhändler von der einstigen Arcandor-Tochter Primondo Specialty Group übernehmen würden, der auch das Handelshaus für ökologisch unbedenkliche Kleidung aus Mittelhessen gehört. Seinerzeit blieb das Ansinnen des Finanzinvestors, der auch in Rüstungsfirmen investiert ist, noch ohne Wirkung auf Hess-Natur-Kunden. Das hat sich inzwischen geändert.

Im Hess-Natur-Blog diskutieren Kunden nicht mehr nur darüber, wie sexy ein Still-BH aus ökologisch einwandfreiem Material sein kann und dergleichen, sondern nach einem Medienbericht nun auch darüber, ob sie ihre Kleidung weiter bei dem Ökoversender ordern sollen, wenn dieser tatsächlich von einem Unternehmen gekauft wird, bei dem Entscheidungen alleine nach Kriterien der Rentabilität und Legalität gefällt werden. Und der ansonsten keine ethischen Maßstäbe anlegt. Auch die Globalisierungskritiker von Attac haben sich inzwischen eingeschaltet und veranstalten im Internet eine Aktion gegen ein mögliches Carlyle-Engagement in Butzbach.

Weshalb die Übernahme damals gescheitert ist, soll mich nicht interessieren. Interessant ist aber allemal die Tatsache, dass schon damals das Unternehmen mit Kritik und Protesten konfrontiert wurde, welche sich einfach nicht in Einklang mit den ethischen Grundsätzen gerade von grünen Labels wie hessnatur bringen lassen. Doch genau dieser Punkt macht es unverständlich, dass sich die Verantwortlichen nicht nach einem Finanzpartner umgesehen haben, dem eben nicht das Gerücht der alles fressenden Heuschrecke vorauseilt und der mit Bartic (Sicherheitstechnik) oder WMF nicht zum ersten Mal mittelständische Unternehmen nach wenigen Jahren wieder gewinnbringend an ausländische Investoren weiterreicht. Vor allem, da die Belegschaft von hessnatur die potentielle Kaufabsicht durch die hnGeno wohl ohne Murren akzeptiert hätten. So spekuliert die Zeit unter „Biolabel Hessnatur – Angriff auf die grüne Seele“ sogar, dass

Die Genossenschaft, so scheint es, wurde von den Schlüsselfiguren des Verkaufs, Detlev Haselmann (KQMT) und Matthias Siekmann (PSG) bewusst ausgebootet. Obwohl beide von der Kaufabsicht der hnGeno wussten, wurden die Vertreter der rund 2.000 Genossenschaftsmitglieder Ende Mai nicht darüber informiert, dass Capvis ein Angebot vorgelegt hatte. „Sonst hätten wir innerhalb von zwei Tagen ein Gegenangebot abgegeben“, sagt Strasheim-Weitz. Besonders verärgert ist der Betriebsrat, weil es nur Tage vor dem Verkauf an Capvis ein Gespräch zwischen dem hnGeno-Finanzpartner DIH und Detlev Haselmann gegeben haben soll, bei dem konkrete Schritte für eine Übernahme besprochen wurden. „Plötzlich kommt ein Investor und Hessnatur ist in kürzester Zeit verkauft. Das stinkt doch“, sagt Strasheim-Weitz.

Ein offener Brief in einer geschlossenen Gesellschaft

Selbst wenn die Schweizer beteuern: Auch wir haben uns als Capvis selbst Grenzen gesetzt und uns zu Werten bekannt. In unserer Satzung haben wir festgeschrieben, nur in Branchen und Unternehmen zu investieren, die ethischen und sozialen Standards gerecht werden. Wir investieren nicht in Tabak, Rüstung, Glücksspiel, Alkohol.“ (Institut für soziale Dreigliederung: hessnatur-Übernahmekampf: Capvis oder die Kunst, rechtlich einwandfrei die Unwahrheit zu sagen). Ich möchte und muss diese Aussage selbstverständlich glauben, daran gibt es für den Moment nichts zu rütteln. Doch die Firmenpolitik des Private-Equity-Fonds (Geschäftsprinzip besteht dabei meist in der Übernahme, dem Umbau bzw. der Sanierung und dem anschließenden Wiederverkauf) Capvis lässt aus anderer Sicht für die Zukunft nichts Gutes hoffen. Wer letztendlich den deutschen Ökomodehersteller in einigen Jahren übernehmen wird, wissen zum jetzigen Zeitpunkt wohl die wenigsten.

Doch wenn sich dann Zeilen wie „Die Verkäufer von Hess-Natur haben offenbar nichts gelernt. Der Verkauf an einen reinen Finanzinvestor ist inakzeptabel und steht in Widerspruch zu dem sozialen und ökologischen Unternehmensmodell von Hess-Natur. PSG und KQMT verspielen die Chance, den Ökotextilversender mit der Genossenschaft hnGeno zu einem Beispiel demokratischer Unternehmensgestaltung werden zu lassen. Das werden die Kunden und Mitarbeiter von Hess-Natur nicht mittragen.“ (Attac Deutschland: Schlag ins Gesicht der engagierten Kunden und Beschäftigten des Ökotextilunternehmens) finden, ja dann wird die Sinnhaftigkeit der einstweiligen Verfügung noch fragwürdiger. Hat denn die Ankündigung von mehreren tausend Boykottdrohungen zu früheren Zeitpunkten keine nachhaltigen Spuren bei den Verantwortlichen hinterlassen? Wurde angenommen, dass solche Dinge von einer kaufwilligen Konsumentenschicht, welche Wert auf besonder strenge ökologische und soziale Richtlinien legt, stillschweigend hingenommen werden?

Die Glaubwürdigkeit hat sicherlich schon mit der Übernahme durch die Schweizer Investorengruppe erheblich gelitten. Doch mit solchen Holzhammermethoden wie jetzt gegen die Betreiber der Webseite ist ein unterstellter Boykottaufruf schon gar nicht mehr notwendig, um noch mehr VerbraucherInnen aus dem hauseigenen Versandkatalog zu treiben. Da muss ich doch tatsächlich unter „Was haben wir vor?“ (also nicht ich, sondern eben hessnatur selbst) lesen: Nobody is perfect„. Das stimmt allerdings. Aber leider ist auch hessnatur nicht Nobody. Etwas mehr Einfühlungsvermögen hätte ich (und sicherlich auch einige andere) schon gewünscht, bevor solch ein Schritt noch mehr Öl ins grüne Ökofeuer gießt. Mündige BürgerInnen werden sich wohl kaum vorschreiben lassen, bei wem sie ihre Bedürfnisse befriedigen. Und wenn sie sich dazu entsprechender Plattformen bedienen, um sich auszutauschen oder eben ihren Unwillen kundzutun, sollte dies entsprechend respektiert werden.

Schließlich muss ich auch die Worte von Martin Hess, dem Sohn des Firmengründers Heinz Hess, welche er in einem offenen Brief auf dem hessnatur Blog ins Netz stellte, Andreas Schurack und Johannes Mosmann von der Plattform “Wir sind die Konsumenten von hessnatur.”entsprechend respektieren oder zumindest zur Kenntnis nehmen. Immerhin spricht er dort von einem unmoralischen, unsozialen und rechtlich fragwürdigen Tun der hnGeno und lässt sich zu allerlei hypothetischen Ansätzen hinreissen, welche er im Namen seines Vaters ausspricht. Und so kommt er schlussendlich zu dem Ergebnis, dass nur solcherlei Denken, Tun und Handeln wie von ihm beschrieben „pro-hessnatur“ sei. Alles andere? Keine Ahnung. Aber möglicherweise gibt es ja Andersdenkende, die mit dem derzeitigen Tun und Handeln des Unternehmens nicht einverstanden sind. Bedeutet es also in Zukunft eine Gefahr, diese Meinung laut zu äußern? Auch keine Ahnung. Erstaunlich vielleicht noch die Tatsache, dass auf die insgesamt acht Kommentare unter dem Brief bis zum heutigen Tage (Stand 14.10.2012) nicht eine einzige Reaktion respektive Stellungnahme durch die Blogbetreiber oder eben Herrn Martin Hess erfolgte. Wieder eine Chance vertan, sich mit jenen zu verständigen, welche letzten Endes den Erfolg eines Unternehmens durch ihre Kaufentscheidungen ausmachen.        

Nun haben die beiden Initiatoren dieser Selbsthilfegruppe, ich darf das doch so nennen, ohne in gesetzliche Konflikte bzw. in die erstaunlich schnell mahlenden Mühlen der Justiz zu geraten, nun haben also Johannes Mosmann und Andreas Schurack in einer Stellungnahme folgendes veröffentlicht, was in Anbetracht des Rechtsstreits sicherlich nicht uninteressant ist. Zu lesen bei Klick auf den Screenshot. Über was würde ich mich wahnsinnig freuen? Selbstverständlich über eine Reaktion von hessnatur selbst. Aber bitte nicht in Form eines eingeschriebenen Briefes mit dem Siegel der Rechtsanwälte Allen und Overy aus Düsseldorf. Warum nicht einmal bei einer Tasse Kaffee über Gott, die Welt oder von mir aus auch im dichten, grünen Gras verborgene Heuschrecken diskutieren? Und gerne dürfen Sie mich ob meines Artikels auch konstruktiv kritisieren. Sozusagen von Mensch zu Mensch. Was jetzt nicht bedeuten soll, dass Allen und Overy keine Menschen sind. Also glaube ich zumindest. Oder soll ich hoffen?


Über Paul Boegle

Bio Natur - Der Weblog, warum dieser Blog und warum gerade ich ? Ich gehöre mittlerweile einer Generation an, welche einerseits noch ohne Internet ihre Kindheit und Jugend verbracht hat, andererseits aber auch durch berufliche Notwendigkeit, das Interesse am Medium Internet und nicht zuletzt durch die Kinder aktiv das www nutze. Ist das nun gut oder schlecht ? Wie so vieles im Leben ist auch das Internet ein zweischneidiges Schwert. Ich denke oft mit Wehmut an eben diese lang zurückliegende Zeit, als Kinder noch mit Fußballspielen oder Indianer und Cowboy ihre Freizeit verbrachten. Viele meiner Generation halten diese Art von Freizeitbeschäftigung als wesentlich sinnvoller, da sie für die Förderung sozialer Kontakte als auch für die Gesundheit, man denke nur an Übergewicht oder die zunehmende Isolation der heutigen Jugend, doch wesentlich förderlicher sind als der tagtägliche Gebrauch des Mediums Internet. Andererseits sehe ich aber auch die Notwendigkeit, daß viele Themen wie eben auch das Gebiet Bio und Natur eine wesentlich größere Resonanz und Verbreitung durch die globale Verlinkung erfahren. Informationen können per Klick abgerufen und Wissenswertes kann von zuhause aus recherchiert werden. Ein weiterer Vorteil für jeden Webmaster ist dementsprechend auch die Möglichkeit, eigene Webseitenprojekte, in diesem Fall http://www.bio-natur.at, einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.


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4 Gedanken zu “hessnatur: Kunden stoppen Spekulation

  • Paul Boegle Beitragsautor

    Ich habe in meinem Artikel unter „Ein runder Tisch mit Ecken und Kanten“ über das Treffen in Butzbach berichtet. Darüberhinaus habe ich im hessnatur Blog unter „Messen Sie uns an unseren Taten!“ einen Kommentar veröffentlicht. Und ein weiterer Beitrag ist in Vorbereitung.
    Zusammenfassend vielleicht eines, was ich aber auch schon in etwas längerer Form unter besagtem Artikel geschrieben habe. Sich von Angesicht zu Angesicht gegenüberzusitzen und die Beweggründe der anderen Partei einmal in ausführlicher Form kennenzulernen bzw. die Argumente für bestimmte Handlungen und Entscheidungen in ausführlicher Weise mit all ihren Pros und Kontras zu erörtern wirft letzten Endes doch ein vielleicht etwas sanfteres Licht auf die ganze Causa. Lassen Sie mich dazu feststellen, dass ich von Marc Sommer weder „gezähmt“ wurde noch von der Capvis-Vertreterin Ricarda Demarmels ver- oder bezaubert wurde, doch die Tatsache, dass sich hier Menschen an einem Tisch eingefunden haben, welche auf ruhige und sachliche Art ihre eigenene jeweiligen Standpunkte zu erklären versuchten, war aus meiner Sicht ein richtiger Schritt.
    Dass selbst nach beinahe drei Stunden immer noch einige Fragen offen blieben, ist klar. Doch die Gräben waren gar nicht so tief, wie oftmals durch die Medien kolportiert. Oder anders ausgedrückt: Die Bereitschaft, sich dezidiert mit den Vorwürfen rund um die Übernahme durch die Schweizer auseinanderzusetzen, war spürbar vorhanden. Die Zukunft wird zeigen, ob hessnatur den richtige Schritt gesetzt hat und ob sich das Engagement als vorbehaltlos richtig erweist. Aber ich denke, man sollte den Butzbachern die Chance geben, das Schiff wieder in ruhigere Bahnen zu lenken und sowohl KundInnen als auch MitarbeiterInnen davon zu überzeugen, dass die mit dem Unternehmen verbundenen Werte und die damit korrespondierende Philosophie weiterhin Bestand haben. Die Bereitschaft zum Dialog wurde zu Anfang sicherlich verabsäumt, doch dieser Schritt war meines Erachtens dringend notwendig und hat gezeigt, dass hier großes Interesse an einem Austausch mit jenen besteht, welche in welcher Weise auch immer mit dem Ökomodelabel in (kritischer) Verbundenheit stehen. Ich stelle mich jetzt nicht als pathetischen Fürsprecher für hessnatur hin, doch wenn ich eine wichtige Erkenntis von diesem runden Tisch mitnehmen konnte, dann die Tatsache, dass hinter jedem noch so rätselhaften und unerklärlichen System, hinter jeder mit der eigenen Weltanschauung noch so unvereinbaren Organisation doch immer der Mensch steht. Ob dieser dabei mit dem eigenen Denken und Handeln konforme Standpunkte vertritt, ist eine andere Sache. Aber nur die Bereitschaft, sich zumindest mit der jeweils anderen Sichtweise auseinanderzusetzen und diese zumindest bis zu einem gewissen Grad zu akzeptieren, bietet letzendlich die Möglichkeit, auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen. Ich bleibe der Übernahme gegenüber immer noch kritisch eingestellt, aber auch ich muss(te) der Tatsache ins Auge blicken, dass gewisse Entscheidungen untrennbar mit wirtschaftlichen und ökonomischen Punkten untrennbar verbunden sind. Natürlich nur bis zu einer gewissen Grenze, doch ich glaube, dass hessnatur diesen Rubikon nicht überschritten hat und sich von den eigenen vorgegebenen Werten glücklicherweise nicht verabschiedet hat.
    Liebe Grüße aus Wien
    Paul

  • Adaneth

    Hallo Paul

    Vielen Dank für die Antwort 🙂

    Ich sehe HN immer noch kritisch und habe das dem Unternehmen auch mitgeteilt, nachdem ich den Bericht im HN Blog zum Runden Tisch gelesen hatte. Gleichzeitig bat ich mein Kundenkonto zu löschen und begründete dies auch ausführlich. Leider habe ich bisher keine Rückmeldung des Unternehmens erhalten.

    Hier die Begründung:(Zitat aus meinem Brief)

    >

    Zwei Dinge möchte ich nun noch zu Ihrer Antwort an mich hinzufügen:
    1. Auch andere Firmen, die Ökomode anbieten unterliegen ökonomischen Zwängen, diese scheinen sich aber auf diese anders auszuwirken als auf HN. 🙂
    2. Zum Vorgehen gegen die „Kritischen Konsumenten“ möchte ich noch folgendes sagen – laut Pressemitteilung von HN (Zitat: hessnatur hat im Geschäftsjahr 2011/12 einen Umsatz von rund 70 Mio. Euro erwirtschaftet) hat HN 70 Mio Umsatz gemacht. Nach meiner Erinnerung war dies im Vorjahr genauso viel (70 Mio). Wieso kann dann HN behaupten es gäbe aufgrund der „Falschmeldungen“ der „Kritischen Konsumenten“ Umsatzeinbußen? Da stimmt doch etwas nicht.

    Liebe Grüße Adaneth