Vermummungsverbot – sagt der Hausverstand 1


Zur Abwechslung wieder einmal ein bisschen Adbusting

Es ist erfahrungsgemäß absolut tödlich, ein bereits abgehandeltes Thema allzu lange zu behandeln oder breit auszutreten. Langeweile macht sich lange breit und breitet sich langsam aus, die LeserInnen fordern immer wieder Neues und bisher Unbekanntes soll spannend aufbereitet werden. Ja, so ist das halt! Was mich heute allerdings nicht daran hindert, all diesem den Rücken zu kehren und schon Geschriebenes in neuer Verpackung zu präsentieren. Verpackung! Verdammt gutes Stichwort. Kommt mir wie geschrieben. Man könnte fast glauben, ich hätte dieses Stichwort absichtlich eingebaut, um endlich eine Überleitung zu gestern zu haben. Sie wissen schon, diese obszöne Geschichte mit nackten Südfrüchten. Sozusagen Billa FKK-Bananen, wenn Sie es so wollen.

Sie wissen nicht mehr? „Billa Österreich verpackt jetzt nackte Bananen ohne Schale“ lautete die Überschrift. Sie wissen schon, geschälte Bananen, die wie aus dem Ei gepellt daherkamen, um gleich wieder aufgrund übereifriger mitarbeitender Hausverstands-Hände um ihr nacktes Überleben geprellt zu werden. Glaubte ich zuerst an diesem Montage an eine gut gemachte Photoshop-Montage, so wurde ich eines Besseren belehrt. Was mich aber im Nachhinein dazu inspirierte, die Photoshop-Maschinerie selbst anzuwerfen und „Vermummungsverbot, sagt der Hausverstand“ zu entwerfen. Sie dürfen mein Werk gerne kostenlos für nicht-kommerzielle Zwecke weiterverbreiten, sofern Sie auf die Quelle samt Paul Boegle als Urheber verweisen.

Adbusting by Paul Boegle. Titel “Vermummungsverbot - sagt der Hausverstand”. Eine etwas andere Billa-Aktion für das Recht nackter Bananen, auch als Schalentiere in den Obsttheken lungern zu dürfen. 

Über Adbusting habe ich schon so manches Wort verloren. Meistens spottet es jeder Beschreibung, weil aussagekräftig ins rechte Licht und richtige Bild gerückt lassen sich in bekannte Firmenlogos schon durch kleine Veränderungen höchst faszinierende persönliche Werbebotschaften hineinpacken, welche im Auge der Betrachtenden jene Dinge auslösen, welche insgeheim mit diesen Unternehmen verbunden werden. Dazu möchte ich Ihnen z.B. die Honest Logos von Viktor Hertz ans Herz legen, wobei ich anmerken darf, dass die dort gezeigte „5 Minuten Latrine von Kaggi“ meiner eigenen digitalen Feder entsprungen ist und bis heute auf meinem zweiten Blog „Freie Zeit, freie Meinung, freie Gedanken von und mit Paul Boegle“ durch die digitale Landschaft ausläuft.

Noch mehr Adbusting

Weiterhin möchte ich Ihnen die kreativen Köpfe von Greenpeace empfehlen. Wenn Sie mehr z.B. Freude an laufenden Bildern haben, hätte ich unter „Have a break? Have BrandalismNO KitKat!“ einen äußerst geschmackvollen und auf die Sekunde genau Einminüter zu bieten. Und selbstverständlich wird auch ab und zu phantasievolle Kritik an unseren Konsumgewohnheiten im öffentlichen Raum gesichtet. Unter „Manche mögens(c)heiß“ lässt uns die oder der kommunikative Guerillakämpfer an der eigenen Meinung industriell gefertigter Kochkünste teilhaben. Vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig, aber durchaus einen Blick wert ist das englische Brandalism-Project (aus „brand“ und „vandalism“), bei dem 25 Streetart-KünstlerInnen kurzerhand großflächige Werbeversprechen umgestalteten. Besonders gut gefällt mir dabei jenes rechte Werk. Bei Klick auf das Bild werden Sie zur aktuellen Galerie weitergeleitet, wo es dieses und selbstverständlich all die anderen künstlerischen Interventionen gibt.

Doch mein besonderer Respekt gebührt einem (natürlich) unbekannten Wesen, welches am Prenzlauer Berg in Berlin Modezar Karl Lagerfeld zur künstlerischen Ader ließ. Warum der frische Franzose mit deutschen Wurzeln seinen Ärger an VW auslässt, wird wohl für immer sein Geheimnis bleiben. Gelüftet wird dieses unter „Adbusting: Lagerfeld fackelt Autos ab„.

So, genug für heute und eine Vorschau für den nächsten Beitrag, welcher aufgrund der Billa-Aktion jedoch in der virtuellen Schublade auf sein Erscheinen warten muss. Reverend Billy und sein Stop Shopping Gospel Choir aus den USA sorgen mit lauten und verdammt kritischen Tönen gegen Klimawandel, Konsumwahn oder Teufelsaustreibung an Bankomaten für ein absolutes Highlight im ansonsten doch recht limitierten Land der unbegrenzten Möglichkeiten.

Reverend Billy: Ein dreifaches „Occupylujah!“ auf sein Hochamt


Über Paul Boegle

Bio Natur - Der Weblog, warum dieser Blog und warum gerade ich ? Ich gehöre mittlerweile einer Generation an, welche einerseits noch ohne Internet ihre Kindheit und Jugend verbracht hat, andererseits aber auch durch berufliche Notwendigkeit, das Interesse am Medium Internet und nicht zuletzt durch die Kinder aktiv das www nutze. Ist das nun gut oder schlecht ? Wie so vieles im Leben ist auch das Internet ein zweischneidiges Schwert. Ich denke oft mit Wehmut an eben diese lang zurückliegende Zeit, als Kinder noch mit Fußballspielen oder Indianer und Cowboy ihre Freizeit verbrachten. Viele meiner Generation halten diese Art von Freizeitbeschäftigung als wesentlich sinnvoller, da sie für die Förderung sozialer Kontakte als auch für die Gesundheit, man denke nur an Übergewicht oder die zunehmende Isolation der heutigen Jugend, doch wesentlich förderlicher sind als der tagtägliche Gebrauch des Mediums Internet. Andererseits sehe ich aber auch die Notwendigkeit, daß viele Themen wie eben auch das Gebiet Bio und Natur eine wesentlich größere Resonanz und Verbreitung durch die globale Verlinkung erfahren. Informationen können per Klick abgerufen und Wissenswertes kann von zuhause aus recherchiert werden. Ein weiterer Vorteil für jeden Webmaster ist dementsprechend auch die Möglichkeit, eigene Webseitenprojekte, in diesem Fall http://www.bio-natur.at, einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Kommentar erstellen