Was Rom macht, entspricht nicht mehr der Botschaft Jesu 1



Ronald Waibel: Ein österreichischer Pfarrer sagt „Amen!

Es kommt nicht allzu häufig vor, dass ich auf diesem Blog über jene Institution berichte, welche sich die Nächstenliebe im Auftrag des Herrn und die Beförderung meiner Seele in die von ewigem Licht durchfluteten Jagdgründe auf ihre Fahnen geschrieben hat. Doch angesichts der oben gewählten Überschrift, welche ich Wort für Wort aus einem Interview von Jutta Berger mit dem (ehemaligen) Dornbirner Pfarrer Ronald Waibel übernommen habe (1. Gebot: „Du sollst die Quellen angeben!„. Der Standard: Was Rom macht, entspricht nicht mehr der Botschaft Jesu), zeigt einmal mehr, wie ein Mensch und Mann (was auch sonst in der römisch-katholischen Kirche), welcher sich 27 Jahre lang selbst dem Priesteramt verschrieben hatte, über seinen bisherigen Arbeitgeber denkt.

Und Ronald Waibel denkt und vor allem spricht er offen über sein im Laufe dieser Zeit verändertes Verhältnis zum Verhalten seiner Oblatengeber aus Rom.

Waibel: „(…) Die Entscheidung hat nichts mit unserer katholischen Kirche, schon gar nichts mit der Pfarre oder der Diözese zu tun, sondern einzig mit der Der Standard: “Was Rom macht, entspricht nicht mehr der Botschaft Jesu” Interview | Jutta Berger. Der Dornbirner Pfarrer Ronald Waibel will nicht mehr Repräsentant der Amtskirche sein. Vergangenen Sonntag schied er aus dem Priesteramt.römischen Amtskirche. Die katholische Kirche ist mir wichtig und wertvoll, aber Repräsentant der römischen Amtskirche will ich nicht mehr sein. Was Rom macht, entspricht nach meiner Auffassung in vielen Bereichen nicht mehr der Botschaft Jesu.

Und der römisch-katholische Renegat spricht klar und deutlich, wenn auch nur in komprimierter Form, an, dass der persönliche Druck aufgrund dieser päpstlichen Direktiven und solch einer Doktrin einer mehr und mehr verwaisten und mehrheitlich vergreisten Amtskirche von Jahr zu Jahr wuchs und schlussendlich seine Entscheidung für die Niederlegung des Priesteramtes nur eine allzu verständliche Konsequenz war. 

Waibel: „Ganz entscheidend war, dass der Papst das Gespräch mit der Pfarrerinitiative verweigert. Und das noch mit der Begründung, man müsse ihre Anliegen auf ortskirchlicher Ebene behandeln. Aber wesentliche Punkte der Initiative, die Änderung der Zulassungsbedingungen zum Weiheamt oder die Kommunion für wiederverheiratete Geschiedene, können nur in Rom entschieden werden. Die Frage, halte ich es in dieser römisch diktierten Kirche noch aus, stelle ich mir seit Jahren. Der Druck wurde gesundheitlich immer stärker spürbar.

Nun, Rom hat seit kurzer Zeit mit dem neuen Präfekten und Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller der wohl wichtigsten Vatikan-Behörde „Kongregation der Glaubenslehre“ wohl einen verlässlichen Wunschkandidaten an die Spitze dieser Nachfolgeorganisation der Heiligen Inquisition gesetzt, welcher sicherlich voll und ganz den konservativen Pfad weiter austrampeln wird und die eingeschlagene kirchenpolitische Linie von Johannes Paul II. und Benedikt XVI. schnurgerade bis in alle Ewigkeit weiterführt. Dass Ronald Waibel mit seinem Vorhaben, den priesterlichen Talar jetzt zu lüften, um die darunter angestaute stickige Luft dieser vielbeschworenen Reinheit des Glaubens an die Öffentlichkeit dringen zu lassen, wird den obersten Hütern der Glaubens- und Sittenlehre zwar nicht schmecken, doch sicherlich lässt sich dieser abtrünnige Beigeschmack mit einigen „Ave Marias“ relativ schnell gesundbeten. Doch gerade das macht den Mann aus Dornbirn umso sympatischer. Und ich glaube, nein glauben tue ich schon lange nicht mehr, also ich bin der Meinung, wer sich in die Hände des zukünftigen Alten- und Krankenpflegers Waibel begibt, wird wesentlich gottbehüteter dem Ewigen Licht zustreben als es die von Verboten und Diktaten durchsetzte Amtskirche jemals zu tun vermag.         

Ich hatte zu Beginn geschrieben, dass ich nur sehr selten über den Heiligen Stuhl berichte, dessen erdrückendes Gewicht leider immer noch viel zu schwer auf der wirklich gläubigen Ökumene lastet und durch Stillstand, Stillschweigen und Stillhalteabkommen das Verhältnis von Glaubensgemeinschaft und Kirchenrepräsentanten, leider kann ich hier aus wohlbekannten Gründen nicht -repräsentantInnen schreiben, zu einem immer tiefer werdenden Grabenkampf bis zum Jüngsten Gericht verkommen lässt. Doch ich erinnere mich gut an ein Rezensionsexemplar von Rudolf Lill, welches unter dem Titel „Die Macht der Päpste“ einen furiosen Streifzug durch die verstaubten Jahrhunderte der römisch-katholischen Kirche wagt und dabei gehörig mit den antiquierten Vorstellungen der „modernen“ Päpste aufräumt.

Und ich habe unter „Der Papst und sein Verständnis von Moral“ über die doch recht merkwürdigen (Lust)Objekte berichtet, welche sich den schmökernden FreundInnen in der Dombuchhandlung in Wien erschließen. Ich habe mir aus gegebenem Anlass diesen genannten Artikel wieder einmal vorgenommen und wollte wissen, ob es denn solch aussagekräftige Titel wie „Nadja 24 – tabufrei, feucht & hemmungslos“ oder „Der Baby-Jesus-Anal-Plug“ auf der offiziellen Seite der Dombuchhandlung noch käuflich zu erwerben gibt. „Gott sei Dank!„, was anderes würde in diesem Zusammhang ja wohl kaum passen, finden sich diese Titel immer noch dort. Direkt neben einem wunderschönen Banner, welcher mit „Spezialwissen bei facultas.dom“ zu Themengebieten wie „Infos zur Bibel„, „Lebenshilfe„, „Religion/Theologie“ und, was natürlich besonders schön ist, einem Menüpunkt „Kinderbuch“ weiterleitet. Eigentlich nur schade, dass sich nichts Wissenswertes zu Missbrauchsvorwürfen oder zu den milliardenschweren Besitztümern der katholischen Kirche findet. Dazu könnte ich jedoch vielleicht ein weiteres literarisches Werk von Christoph Baumgarten und Carsten Frerk empfehlen: „Gottes Werk und unser Beitrag„, erschienen im Czernin-Verlag. Können Sie erstaunlicherweise auch über die Dombuchhandlung bestellen. Trotz fehlender erotischer Passagen und nicht nennenswerter pornografischer Eselsohren, was das Werk eigentlich jetzt schon als liturgischen Ladenhüter im Dienste des Herrn aus Vatikanstadt abstempelt.          


Über Paul Boegle

Bio Natur - Der Weblog, warum dieser Blog und warum gerade ich ? Ich gehöre mittlerweile einer Generation an, welche einerseits noch ohne Internet ihre Kindheit und Jugend verbracht hat, andererseits aber auch durch berufliche Notwendigkeit, das Interesse am Medium Internet und nicht zuletzt durch die Kinder aktiv das www nutze. Ist das nun gut oder schlecht ? Wie so vieles im Leben ist auch das Internet ein zweischneidiges Schwert. Ich denke oft mit Wehmut an eben diese lang zurückliegende Zeit, als Kinder noch mit Fußballspielen oder Indianer und Cowboy ihre Freizeit verbrachten. Viele meiner Generation halten diese Art von Freizeitbeschäftigung als wesentlich sinnvoller, da sie für die Förderung sozialer Kontakte als auch für die Gesundheit, man denke nur an Übergewicht oder die zunehmende Isolation der heutigen Jugend, doch wesentlich förderlicher sind als der tagtägliche Gebrauch des Mediums Internet. Andererseits sehe ich aber auch die Notwendigkeit, daß viele Themen wie eben auch das Gebiet Bio und Natur eine wesentlich größere Resonanz und Verbreitung durch die globale Verlinkung erfahren. Informationen können per Klick abgerufen und Wissenswertes kann von zuhause aus recherchiert werden. Ein weiterer Vorteil für jeden Webmaster ist dementsprechend auch die Möglichkeit, eigene Webseitenprojekte, in diesem Fall http://www.bio-natur.at, einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

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