Hexenküche: Gesundes Potpourri mit Duftnote 1



Viel Kraut ohne Rüben

Sie glauben ja gar nicht, welche fragenden Gewissenskonflikte und nagenden Gewissensbisse einen grün durchwachsenen Menschen wie mich desöfteren plagen können. Sinnvolle Geschenke selber machen. Paul Boegle hat einen mobilen Kräutergarten gestaltet. Schenken Sie mobile Liebe für den Hausgebrauch. Liebe Vietnamesische Melisse, ganz lieblichen Ananassalbei, allerliebstes Pilzkraut, Mukunu-Wenna (du liebe Güte, was ist denn das?) selbstverliebte Zitronenverbene oder auch lippenblütwütigen Oregano.Besonders dann, wenn irgendwer aus dem näheren und täglich sich nährenden Verwandtenkreis respektive Bekanntenquadrat, sozusagen mein ganz persönliches geometrisch-hominides Beziehungsdreieck auf der streng linearen Evolutionsparallele mit Tendenz zu altersbedingten reibungsverlustreichen Parabelbögen oder was eben auch immer, Geburtstag oder ähnliche hilfreiche Dinge des täglichen Lebens zu feiern gedenkt. Gut, soweit können Sie mir sicherlich noch folgen.

Was aber meist mit solch festlichen Anlässen unweigerlich verbunden ist: So ein lieber geometrischer Körper vielerlei Ausprägungen und grundsätzlich einmal im körperlichen und geistigen Besitz von mindestens drei Dimensionen, nennen wir so etwas doch einfachheitshalber einfach Mensch, möchte selbstverständlich aus gegebenem Anlass beschenkt werden. Nicht reich, aber eben doch. Was also tun in solcherlei Falle?

Ein Geschenkgutschein macht sich immer gut. Rein ins wohin auch immer Geschäft, gewünschten Betrag dem dienstbeflissenen Personal mitteilen, aufs Knöpfchen drücken lassen und ratterditatter halte ich in Sekunden in Händen, was mein Köpfchen zu schenken mir befohlen hat. Gute Sache! Wieder raus aus dem woher auch immer Tempel der genüsslichen Lüste, im Vorbeistolpern noch eine Glückwunschkarte schnappen und mit freudestrahlendem Gesichte alles zusammen auf den sich biegenden und brechenden Tisch der Gaben zu all den anderen Gutscheinen legen. Happy Birthday anstimmen, beim Kerzen ausblasen applaudieren und dabei neidvoll registrieren, dass meine Raucherlunge höchstens noch einen persönlichen Kindergeburtstag von maximal vier Jahren überleben würde, ein Stückchen Geburtstagstorte naschen und dabei klaglos und still vor sich leidend darüber sinnieren, dass der eigene Cholesterin- und Zuckerspiegel beim morgendlichen Blick in denselben seit Jahren in Scherben laut scheppernd vor sich vegetiert und sein unbekümmert gar nicht so kümmerlichen Dasein fristet. Sozusagen die tagtägliche Auferstehung für Fortgeschrittene, welche dem eingebildeten Kranken den Treueschwur auf Lebenszeit gelobt haben.

Paul Boegle schenkt zum Geburtstag keine Gutscheine. Ein Kräutergarten für den Tisch mit Vietnamesischer Melisse, Zitronenverbene, Ananassalbei, Pilzkraut oder Mukunu-Wenna durftet betörend und ist gesund.Spulen wir das Ganze zurück, bleiben jedoch vor dem wohin auch immer Laden stehen, besinnen uns eines Besseren und drehen auf dem konsumwahnsinnigen Absatz wieder um und vollziehen eine Kehrwendung. Gottverdammt, muss es denn immer solch phantasielose Konsumscheiße sein, welche wir unseren allerbesten Nächstbesten und nächsten Allerbesten antun müssen? Warum nicht einmal ein bisschen kreativ werden, die grünen Fingernägel im Abendrot in schwarze Erde tauchen und dabei Gott oder wem auch immer lauthals im Stillen danken, dass österreichische Heimaterde glücklicherweise nicht blau ist und auch niemals zu braunem Fallobst werden soll. Machen Sie es wie ich. Schenken Sie mobile Liebe für den Hausgebrauch. Liebe Vietnamesische Melisse, ganz lieblichen Ananassalbei, allerliebstes Pilzkraut, Mukunu-Wenna (du liebe Güte, was ist denn das?) selbstverliebte Zitronenverbene oder auch lippenblütwütigen Oregano.     

Selbstverständlich stehen bei vielen die Klassiker Petersilie, Majoran oder Basilikum an erster Stelle, wenn es um die Auswahl der richtigen, aber was heißt in diesem Falle eigentlich schon richtig oder falsch, frisch auf dem Tisch stehenden Gewürzmischung geht. Alles Liebe zum Geburtstag. Egal, ob Sie gestern hatten, heute haben oder morgen erst noch haben werden.


Über Paul Boegle

Bio Natur - Der Weblog, warum dieser Blog und warum gerade ich ? Ich gehöre mittlerweile einer Generation an, welche einerseits noch ohne Internet ihre Kindheit und Jugend verbracht hat, andererseits aber auch durch berufliche Notwendigkeit, das Interesse am Medium Internet und nicht zuletzt durch die Kinder aktiv das www nutze. Ist das nun gut oder schlecht ? Wie so vieles im Leben ist auch das Internet ein zweischneidiges Schwert. Ich denke oft mit Wehmut an eben diese lang zurückliegende Zeit, als Kinder noch mit Fußballspielen oder Indianer und Cowboy ihre Freizeit verbrachten. Viele meiner Generation halten diese Art von Freizeitbeschäftigung als wesentlich sinnvoller, da sie für die Förderung sozialer Kontakte als auch für die Gesundheit, man denke nur an Übergewicht oder die zunehmende Isolation der heutigen Jugend, doch wesentlich förderlicher sind als der tagtägliche Gebrauch des Mediums Internet. Andererseits sehe ich aber auch die Notwendigkeit, daß viele Themen wie eben auch das Gebiet Bio und Natur eine wesentlich größere Resonanz und Verbreitung durch die globale Verlinkung erfahren. Informationen können per Klick abgerufen und Wissenswertes kann von zuhause aus recherchiert werden. Ein weiterer Vorteil für jeden Webmaster ist dementsprechend auch die Möglichkeit, eigene Webseitenprojekte, in diesem Fall http://www.bio-natur.at, einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

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