Der Lebensmittel-Check: Rechtliche Grauzonen ausleuchten 1



Tarnen, täuschen? Prüfen!

Und wieder einmal stellt sich die unvermeidliche Frage. Ist dies für die VerbraucherInnen von Nutzen? Ein neues Portal hat seine Pforten geöffnet und möchte mit Lug und Trug Schluss machen. Der österreichische Lebensmittel-Check ist online.

Und selbstverständlich dreht sich wieder einmal alles um das alltägliche Tarnen und Täuschen der Lebensmittelindustrie. Ich hatte bereits ziemlich genau einem Jahr die vom Deutschen Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) mit getragene Initiative Lebensmittelklarheit auf diesem Blog vorgestellt. Die jetzt aufgestellte österreiche Variante geht einen ähnlichen, wenngleich eben nicht gleichen Weg. VerbraucherInnenbildung lautet das Schlagwort. Und weil dieses sich oftmals nur schwer leserlich im sprichwörtlich Kleingedruckten findet, möchte der Lebensmittel-Check dabei helfen, dieses in die dafür notwendige Mindestschriftgröße zu bringen. 

Ist drin, was drauf steht? Informieren Hersteller und Handel die Kunden oder täuschen sie sie? Im Lebensmittelcheck schauen wir, was wirklich drin ist. Schwerpunkt der Paul Boegle hat sich die österreichische Plattform Lebensmittel-Check.at angesehen. Viel Licht, ein paar wenige Schatten.Seite ist also weniger, das was drin ist, sondern vielmehr, wieviel von dem drin ist, was mit verführerischen Bildern an Frau und Mann gebracht werden soll. Dass in dieser bunten Werbewelt viele rechtlichen Grauzonen noch viel mehr schillernde Täuschungsmöglichkeiten schaffen, wissen wir sowieso. Ausgehend von der Annahme, dass keine gesundheitsschädlichen Inhaltsstoffe enthalten sind und eine regelkonforme gesetzliche Kennzeichnungsvorschriften gegeben ist, konzentriert sich die Initiative auf jenen erlaubten Dinge, die aber bei näherem Hinsehen außer leeren Versprechungen in übergroßen Verpackungen nicht viel mehr bieten können.

Viel Licht, zwei kleine Schatten

Klarerweise lebt die Seite für die KonsumentInnen wiederum von denselben. Denn wer sich über Missstände informiert, ist auch dazu aufgefordert, solche hinsichtlich irreführender Verpackungskennzeichnung zu melden. Natürlich stellt sich dabei die Frage nach der Verantwortlichkeit der eingestellten Meldungen. Auch wenn sich am Schluss der Seite die Aufforderung „Bitte bewahren Sie Fairness und Sachlichkeit. Bedenken Sie, dass Sie für den Inhalt Ihrer Beiträge selbst verantwortlich sind. Am besten, Sie vermeiden unrichtige Tatsachenbehauptungen über Firmen bzw. deren Produkte oder Dienstleistungen.“ findet, führt schon dies bei mir zu eine gewissen Rechtsunsicherheit hinsichtlich möglicher Schadensersatzforderungen und Haftung für die an den Prangern gestellten Produkte. Wer übernimmt nun letztendlich für von mir möglicherweise fälschlich veröffentlichte Informstionen, welche sich im Nachhinein als für das beanstandete Unternehmen unbegründet erweisen? 

Und vielleicht noch ein weiterer Verbesserungsvorschlag. Die Menüführung gestaltet sich mitunter etwas kompliziert. Wer sich in vor lauter Suchen oder Lesen auf der Seite verliert, stößt irgendwann auf das Problem, auf die Startseite zurückkehren zu wollen. Werbung in eigener Sache, in diesem Fall für die verschiedenen Konsument.at-Hefte, schön und gut! Doch ein kurzer Klick, welcher mich wieder zum Ausgangspunkt zurückbringt, wäre schon hilfreich. Da nützt es auch nichts, wenn in Mindestschriftgröße oben links „Objektiv, unbestechlich, keine Werbung“ steht und ich trotzdem von einem Heft zum nächsten geleitet werde anstatt auf die aktuellen Meldungen.

Fazit: Durch die Einbindung von Ottilie Normalkonsumentin und Otto Normalverbraucher finden sich auf Lebensmittel-Check.at viele Produkte und Waren, welchen wir tagtäglich über die Einkaufsstraße laufen. Sprich, hier werden Waren vorgestellt, welche bei den meisten von uns in den Einkaufskörben landen oder in schwer abbaubaren Plastiksackerln untergebracht werden. Macht die Seite zwar einen etwas unaufgeräumten Eindruck, so räumt sie zumindest mit den vielfältigen Versprechen der Werbeindustrie auf. Ein Blick hinein lohnt sich also allemal. Wir wollen schließlich nicht die Katze im Sack kaufen. Obwohl! Wenn wenigstens in vielen Fällen ein solcher Stubentiger enthalten wäre, würde dies zumindest schon einen kleinen Fortschritt bedeuten.    

Zum Thema Tarnung und Täuschung in Sachen Konsum oder in diesem Fall spezieller der Faktor Lebensmittelsicherheit vielleicht auch noch interessant: Lebensmittelwarnung.de – Das Portal der Bundesländer.

Die Bundesländer oder das BVL publizieren auf dieser Internetseite öffentliche Warnungen und Informationen im Sinne des § 40 des Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuches. In der Regel handelt es sich um Hinweise der zuständigen Behörden auf eine Information der Öffentlichkeit oder eine Rücknahme- oder Rückrufaktion durch den Lebensmittelunternehmer. Erfasst werden einschlägige Informationen über Lebensmittel und mit Lebensmitteln verwechselbare Produkte, die in den angegebenen Bundesländern auf dem Markt sind oder über das Internet verkauft werden und möglicherweise bereits an Endverbraucher abgegeben wurden. (Quelle: Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit – Neueste Warnungen)


Über Paul Boegle

Bio Natur - Der Weblog, warum dieser Blog und warum gerade ich ? Ich gehöre mittlerweile einer Generation an, welche einerseits noch ohne Internet ihre Kindheit und Jugend verbracht hat, andererseits aber auch durch berufliche Notwendigkeit, das Interesse am Medium Internet und nicht zuletzt durch die Kinder aktiv das www nutze. Ist das nun gut oder schlecht ? Wie so vieles im Leben ist auch das Internet ein zweischneidiges Schwert. Ich denke oft mit Wehmut an eben diese lang zurückliegende Zeit, als Kinder noch mit Fußballspielen oder Indianer und Cowboy ihre Freizeit verbrachten. Viele meiner Generation halten diese Art von Freizeitbeschäftigung als wesentlich sinnvoller, da sie für die Förderung sozialer Kontakte als auch für die Gesundheit, man denke nur an Übergewicht oder die zunehmende Isolation der heutigen Jugend, doch wesentlich förderlicher sind als der tagtägliche Gebrauch des Mediums Internet. Andererseits sehe ich aber auch die Notwendigkeit, daß viele Themen wie eben auch das Gebiet Bio und Natur eine wesentlich größere Resonanz und Verbreitung durch die globale Verlinkung erfahren. Informationen können per Klick abgerufen und Wissenswertes kann von zuhause aus recherchiert werden. Ein weiterer Vorteil für jeden Webmaster ist dementsprechend auch die Möglichkeit, eigene Webseitenprojekte, in diesem Fall http://www.bio-natur.at, einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

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