Earthbook: Die Erde geht online 1



Gute Idee! Aber für wen? Wer opfert schon mehr als vier Minuten?

Earthbook: Die Erde geht online. Zusammen mit dem Deutschen Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) zum Wissenschaftsjahr 2012 und im Rahmen des Zukunftsprojekts Erde (ein rechter Klick wäre hier angebracht) hat sich Mutter Erde höchstpersönlich aufgemacht, jene ihr bisher verborgene virtuelle Welt der Online-Netzwerke nun selbst untertan zu machen.Parallelen zu unserem irdischen Lieblingstummelplatz Facebook lassen sich beim nicht einmal vierminütigen Filmchen „Earthbook: Die Erde geht online“ wohl auch bei allerbestem Wegsehen schwer verleugnen. Aber gerade deshalb sollten Sie vielleicht einmal hinsehen (Link zum Video bei Klick auf den Screenshot links). Zusammen mit dem Deutschen Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) zum Wissenschaftsjahr 2012 und im Rahmen des Zukunftsprojekts Erde (ein rechter Klick wäre hier angebracht) hat sich Mutter Erde höchstpersönlich aufgemacht, jene ihr bisher verborgene virtuelle Welt der Online-Netzwerke nun selbst untertan zu machen.

Und was würde sich für dieses Unterfangen besser eignen als ein eigenes virtuelles Netzwerk an angestupsten Meteoriten, Freundschaftsanfragen von Pflanzen und Tieren und natürlich dem Affen, welcher in seiner Kommentarfunktion ein „Fühle menschlich 😉“ in die menschenleere Welt postet. Was unseren an FreundInnen bis dahin noch armen Heimatplaneten veranlasst, die Freundschaftsanfrage des großen Unbekannten, welcher da unter seinem Pseudonym „Mensch“ durch die beginnende Geschichte streift, anzunehmen. Und weil der Mensch ein recht unternehmungslustiges Weibchen und Männchen ist, folgt natürlich die erste Einladung in die neu gegründete Gruppe „Kohle/Erdölförderung“ usw. Den Rest schauen Sie sich am besten selbst an (solange wir noch Zeit dazu haben).

Das Video ist ja ganz lustig. Eine Unmenge an Statusmeldungen prasseln auf die Erde herein. Ständig wechselnde Informationen, Anfragen und Einladungen ganz wie beim Das Wissenschaftsjahr Zukunftsprojekt Erde. Eine Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.Neo-Planeten Facebook lassen die Botschaft verständlich erscheinen. Doch ich glaube, für mehr als vier Minuten Unterhaltung reicht dies leider nicht. Dafür fehlt es schon an Glaubwürdigkeit durch das Ministerium als Teil der Deutschen Bundesregierung. Wenn ich zurückdenke, noch gar nicht lange ist’s her. Da fand ein sogenannter Rio plus 20 Gipfel statt (siehe dazu z.B. meinen Artikel Ich frage nicht: „Wie geht es der Erde?“). Wer war anwesend aus dem elitären Kreis der politischen umweltbewussten Führungsriege? Wer nahm Platz auf dem stetig vor sich hin tröpfelnden Meilenstein aus glaubhafter Umweltpolitik der Zukunft, rasender Bereitschaft für Green Ecomomy und akzeptabler Lösung in Sachen globaler Hungerkatastrophen? Die Messlatte des Scheiterns lag eigentlich auf einem relaltiv überbrückbaren Niveau. Doch selbst diesen Zenit haben Merkel und andere nicht übersprungen.

„Earthbook setzt den menschengemachten Klimawandel in eine neue, ungewöhnliche Perspektive“, sagt Jürgen Kropp, PIK-Projektleiter der Climate Media Factory, einer Kooperation des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) und der Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“. Gemeinsam entwickeln die Fachleute in diesem Forschungsprojekt neue Medienformate zum Thema Erderwärmung, gefördert von der Bundesregierung. Die Klimaforscher sorgen dabei mit ihrer Expertise dafür, dass die Fakten stimmen. (Potsdam Institut für Klimafolgenforschung (PIK). Erfolgsfilm „Earthbook“: Die Erde geht online)

Vier unterhaltsame Minuten liegen hinter mir. Noch schöner, dass es das Video nun sogar englischsprachig unter dem Titel „Earthbook – Project Earth: Our Future 2.0“ zu sehen gibt. Wenn dann, kurz bevor die Erde ihre Freundschaft zum Homo sapiens aufkündigen will, plötzlich eine Meldung mit den Worten „Du wurdest von Mensch zu der Veranstaltung Erdgipfel in Rio eingeladen“ den finalen Tastendruck auf die Löschung der Freundschaft verhindert, muss die Frage erlaubt sein, ob dieses Netzwerk vielleicht an Frau Merkel und ihrem Bundesministerium spurlos vorübergegangen ist. Oder sollten möglicherweise die Deutsche Bundeskanzlerin, US-Präsident Obama, der neue russische Zar Putin und unzählige andere aus dem Kreise dieser nachhaltigen WeltenbummlerInnen noch auf eine Freundschaftsanfrage von Erde warten? Mag natürlich auch sein, dass sie bereits vor geraumer Zeit eine Anfrage erhalten haben, aber für deren Annahme einfach keine Zeit finden.

Earthbook: Die Erde geht online“ wurde am 04. Juni 2012 auf Youtube hochgeladen. Der Rio plus 20 Gipfel endete am 22. Juni. Seither sind wir alle zusammen wieder ein Stückchen mehr offline.     


Über Paul Boegle

Bio Natur - Der Weblog, warum dieser Blog und warum gerade ich ? Ich gehöre mittlerweile einer Generation an, welche einerseits noch ohne Internet ihre Kindheit und Jugend verbracht hat, andererseits aber auch durch berufliche Notwendigkeit, das Interesse am Medium Internet und nicht zuletzt durch die Kinder aktiv das www nutze. Ist das nun gut oder schlecht ? Wie so vieles im Leben ist auch das Internet ein zweischneidiges Schwert. Ich denke oft mit Wehmut an eben diese lang zurückliegende Zeit, als Kinder noch mit Fußballspielen oder Indianer und Cowboy ihre Freizeit verbrachten. Viele meiner Generation halten diese Art von Freizeitbeschäftigung als wesentlich sinnvoller, da sie für die Förderung sozialer Kontakte als auch für die Gesundheit, man denke nur an Übergewicht oder die zunehmende Isolation der heutigen Jugend, doch wesentlich förderlicher sind als der tagtägliche Gebrauch des Mediums Internet. Andererseits sehe ich aber auch die Notwendigkeit, daß viele Themen wie eben auch das Gebiet Bio und Natur eine wesentlich größere Resonanz und Verbreitung durch die globale Verlinkung erfahren. Informationen können per Klick abgerufen und Wissenswertes kann von zuhause aus recherchiert werden. Ein weiterer Vorteil für jeden Webmaster ist dementsprechend auch die Möglichkeit, eigene Webseitenprojekte, in diesem Fall http://www.bio-natur.at, einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Kommentar erstellen