Bloggen über Blockheizkraft 1


Kleine Erklärung ohne speziellen Heizwert

Ich wurde gebeten, im Rahmen meiner Bloggertätigkeit über die größtenteils noch unbekannten Blockheizkraftwerke zu schreiben. Dieses Bitten zum bloggenen Blockheizen wurde mir durch einen zweistelligen Euro-Betrag versüßt. Lassen Sie mich dies also vorweg klarstellen, dass Sie hier einen (der wenigen) Beiträge auf meinem Blog lesen, für dessen Veröffentlichung ich entlohnt werde. Doch ich bitte Sie trotzdem, dass Sie jetzt nicht Ihre lesenden Turbinen herunterfahren und den Motorblock auf Stand-by schalten, sondern mir wie immer Ihre Aufmerksamkeit für ein paar wenige Minuten schenken. Auch wenn in diesem Falle das Schreiben Abwärme in Form von Geld mit sich bringt, hoffe ich, dass sich Ihr Reibungsverlust in Grenzen halten wird.

Blockheizkraftwerke – kleine Erklärung

Da ich mich bisher zwar schon desöfteren mit alternativen Energieformen oder deren stiefmütterlicher und rabenväterlicher Behandlung (siehe z.B. „Klimagipfel Durban: Die Weltklimapolitik ist bankrott„) beschäftigt habe, aber als nicht Großgrund-, Eigenheim- oder sonstiger Vier-Wände-Eigentümer mit dem Thema Heizen nur peripher konfrontiert wurde, musste auch ich mich erst einmal informieren, was denn ein solches Wortungetüm überhaupt genau ist. Nun, je einfacher die Erklärung, desto besser das Verstehen. Unter Umwelt-Wiki: Blockheizkraftwerke fand ich denn auch eine Beschreibung, welche mir einigermaßen verständnisvoll erschien:

Ein Blockheizkraftwerk (BHKW) ist ein kleines Kraftwerk, das – im Gegensatz zu den meisten großen Kraftwerken – gleichzeitig Strom und Wärme erzeugt.

Es besteht in den meisten Fällen aus einem Verbrennungsmotor, der einen Stromgenerator antreibt. Der erzeugte Strom wird entweder selbst verbraucht oder Überschüsse werden in das Stromnetz eingespeist.
Für das Einspeisen wird ein entsprechender Preis gezahlt, der nach dem Erneuerbare Energiengesetz von unserem Staat festgelegt wurde. Die Abwärme aus Motorkühler, Motoröl und Auspuff wird über einen Wärmetauscher an die Heizung abgegeben und/oder wird zur Warmwassererwärmung (Duschen etc.) benutzt.
Durch die zweifache Nutzung erreichen BHKW’s einen Wirkungsgrad von ca. 85 bis 90 Prozent. Im Gegensatz hierzu erreichen Thermische Kraftwerke nur Wirkungsgrade bis ca. 45 Prozent, da sie die Abwärme so gut wie gar nicht nutzen können.

Blockheizkraftwerke können mit Heizöl, Erdgas, Biogas, Pflanzenöl, Rapsölmethyester und anderen Brennstoffen betrieben werden. Wird ein Stirlingmotor zum Antrieb des Generators verwendet, können auch feste Brennstoffe, wie Stroh, Holz, Kohle zur Strom- und Wärmeerzeugung genutzt werden. Weiterhin gibt es Prototypen die mit Brennstoffzellen arbeiten.

Der ökologische Vorteil solcher dezentraler Wärme- und Stromerzeugung besteht also darin, dass die durch die eingesetzten Aggregate (Motorblock) „verursachte“ Abwärme nicht ungenutzt im leeren Raum verpufft, sondern zur Erwärmung z.B. des Brauchwassers im Haushalt genutzt wird. Anders wie bei Großkraftwerken entfällt also beim Blockheizkraftwerk (Herstellerverzeichnis für Blockheizkraftwerke) das Problem des Wärmetransports, da Energie durch das Prinzip Kraft-Wärme-Kopplung dort genutzt wird, wo sie anfällt. Oder noch etwas anders ausgedrückt: Ein BHKW erzeugt einerseits elektrische als auch thermische Energie in Form von Strom und Wärme. Dass

Die neue KWK-Novelle wurde verabschiedet

Wo Energie ist, da ist der Gesetzgeber natürlich nicht weit. Im Falle von Blockheizkraft wir diese im sogenannten Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) Gesetz geregelt. Die Deutsche Bundesregierung hat nun einige Änderungen zum lange schon geplanten Ziel der Energiewende diesbezüglich beschlossen (siehe z.B. Blockheizkraftwerk.org: aktuelle KWK-Novelle).

Die gesetzliche Neuregelung der Förderung im Bereich Kraft-Wärme-Kopplung ist deutlich weniger umstritten als bei der Photovoltaik. Daher ist damit zu rechnen, dass die jetzt vom Bundestag beschlossene KWK-Novelle auch den Bundesrat passieren wird. Im Bundestag stimmten nur die GRÜNEN gegen diese Novelle, SPD und die LINKE enthielten sich.

Etwas verklausulierter bringt es das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle unter Kraft-Wärme-Kopplung zum Ausdruck. Dass die Grünen gegen die Novelle stimmten, hat gute Gründe. So macht Oliver Kirscher, der Grünen-Sprecher für Energie- und Ressourceneffizienz, bereits im Dezember 2011 unter KWK-Novelle bleibt deutlich hinter Erwartungen zurück kritisch darauf aufmerksam, dass „der von der Bundesregierung vorgelegte Entwurf für eine Novelle des Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetzes enthält einige Verbesserungen, doch für die Anforderungen der Energiewende reicht es hinten und vorne nicht.

Wer sich, was aber jetzt wirklich nur etwas für Interessierte ist, aufmerksam das Positionspapier von Bündnis90/Die Grünen vom November 2011 durchliest, welche auf die Forcierung der BHKW-Technik und Mini- sowie Mikro-KWK-Anlagen als zusätzliche sinnvolle Ergänzung zum Ausbau erneuerbarer Energieformen eingeht, wird zwar zustimmen, dass einige Forderungen durch die jetzt beschlossene Novelle umgesetzt wurden, doch für einen nachhaltigen Umkehrschub in Sachen Klimapolitik muss weit mehr getan werden. Allerdings muss ich mir selbst bei den Grünen die Frage stellen, weshalb eigentlich der allerletzte Punkt B. Außerhalb des KWKG überhaupt in das Papier (siehe dazu Kraft-Wärme-Kopplung als ideale Ergänzung für erneuerbare Energien) aufgenommen wurde.

B. Außerhalb des KWKG

5. Strenge Mindestwirkungsgrade für fossile Kraftwerke

Der Neubau fossiler Kraftwerke muss an strenge Mindestwirkungsgrade gebunden sein, um zusätzliche Anreize für KWK zu schaffen und Fehlinvestitionen in klimaschädliche Kraftwerke zu vermeiden.

Ich bin eigentlich der Meinung, dass ein weiterer Aus-, und dazu gehört wohl auch ein Neubau, von Kraftwerken auf Grundlage fossiler Energieträger sowieso nicht in Frage kommt. Wenn die jetzt schon deutlich verfehlten Ziele in den nächsten Jahrzehnten noch kompensiert werden sollen, dürfte gerade eine Partei wie Bündnis90/Die Grünen solch eine Forderung erst gar nicht in ihre umweltpolitische Zielsetzung der Zukunft aufnehmen und als Nahrung für neuerliche Vorhaben dienen. Um, aber damit komme ich jetzt für heute wirklich zum Abschluss, noch einen Verweis, von denen ich auch heute wieder einige (zu viele) in diesem Beitrag angeführt habe, mit auf den Weg zu geben, weshalb jede zukünftige Investition in Kohlekraft eine Fehlinvestition ist, sei auf die gemeinnützige Plattform co2online verwiesen. Dort steht unter Neue Informationsangebote zu BHKW:

Blockheizkraftwerke liefern sowohl Strom als auch Wärme und sind aufgrund ihrer Nähe zu den Verbrauchern sehr effizient. Nun gibt es neue Informations- und Beratungsangebote im Internet.
Die Ingenieure von co2online haben 950.000 Beratungsanfragen ausgewertet und errechnet: Rund 50 Millionen Tonnen des klimaschädlichen CO2 können bis 2050 insgesamt vermieden werden, wenn geeignete Gebäude mit Blockheizkraftwerken ausgestattet würden. Dies entspricht in etwa den jährlichen Emissionen von zehn großen Kohlekraftwerken.

Sie haben tatsächlich bis hierher durchgehalten? Dann gibt es zur Belohnung noch 45 Sekunden im wahrsten Sinne bewegende Bilder, weshalb Kohlekraft nicht das Maß aller Dinge sein kann. Unter „Im 45 Sekunden-Takt gegen Kohlekraft“ zeigt Ihnen Oxfam, was es bedeutet, mit fossilen Kanonen auf grüne Spatzen zu schießen.


Über Paul Boegle

Bio Natur - Der Weblog, warum dieser Blog und warum gerade ich ? Ich gehöre mittlerweile einer Generation an, welche einerseits noch ohne Internet ihre Kindheit und Jugend verbracht hat, andererseits aber auch durch berufliche Notwendigkeit, das Interesse am Medium Internet und nicht zuletzt durch die Kinder aktiv das www nutze. Ist das nun gut oder schlecht ? Wie so vieles im Leben ist auch das Internet ein zweischneidiges Schwert. Ich denke oft mit Wehmut an eben diese lang zurückliegende Zeit, als Kinder noch mit Fußballspielen oder Indianer und Cowboy ihre Freizeit verbrachten. Viele meiner Generation halten diese Art von Freizeitbeschäftigung als wesentlich sinnvoller, da sie für die Förderung sozialer Kontakte als auch für die Gesundheit, man denke nur an Übergewicht oder die zunehmende Isolation der heutigen Jugend, doch wesentlich förderlicher sind als der tagtägliche Gebrauch des Mediums Internet. Andererseits sehe ich aber auch die Notwendigkeit, daß viele Themen wie eben auch das Gebiet Bio und Natur eine wesentlich größere Resonanz und Verbreitung durch die globale Verlinkung erfahren. Informationen können per Klick abgerufen und Wissenswertes kann von zuhause aus recherchiert werden. Ein weiterer Vorteil für jeden Webmaster ist dementsprechend auch die Möglichkeit, eigene Webseitenprojekte, in diesem Fall http://www.bio-natur.at, einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Kommentar erstellen