McDonald’s: Schmeckt nicht, gibt’s nicht! 1


Gibt’s schon! Und trotzdem rennen alle hin.

Vielleicht können sich noch einige von Ihnen an die Worte von Kurt Palm erinnern, welche ich unter „Ich frage nicht: Wie geht es der Erde“ zum Besten gab. Nein? Nun, dann möchte ich diesem Artikel wiederholend nur einen jener Sätze voranstellen: „In mein Tagebuch schrieb ich damals: “In einem Land, in dem sich der Großteil der Bevölkerung von McDonald’s-Fraß ernährt, ist der geistige Verfall nicht aufzuhalten.“ Jetzt war ja dieser Satz eigentlich eine Momentaufnahme hinsichtlich eines Besuches in Los Angeles und dementsprechend auf die USA gemünzt. Zumindest interpretiere ich dieses als solches, wenn ich, zugegeben, dieser singulär vor sich lümmelnde Satz ist aus dem großen Ganzen gerissen, den Rest vor meinem geistig nicht immer ungetrübten Auge Revue passieren lasse und die einzelnen Satzbausteine zu einem verbalen Viadukt verbinde. Aber genug nun dieser ruinenbaumeisterlichen Trümmerwelt. Denn dieses von Kurt Palm aufgestellte Urteil bedarf eigentlich 40 Jahre später einer gründlichen Revision. Besonders dann, wenn Sie, so wie ich es getan habe, 45 Minuten Ihrer Zeit kürzlich in einen televisionären Ausflug investieren.

ARD-Markencheck: Der McDonald’s-Check. McDonald’s ist weltweit der Inbegriff für Fastfood, ersetzt aber in vielen Familien auch den Restaurantbesuch. Doch warum ist McDonald’s Marktführer? Was finden gerade Kinder an McDonald’s so toll? Wie transparent ist die Herkunft der Produkte?Konkret habe ich mich in Zeiten von Fernseh-Fastfood ausnahmsweise einmal vom Fernsehen ÜBER Fastfood berieseln lassen. Und wer könnte sich hier besser ins Breitbild drängen als jenes Synonym für breite Hüften und Sixpack im Speckmantel als unser allerbester amerikanischer Freund Ronald McDonald samt seinem Arbeitgeber McDonald’s. Ich möchte hier deshalb auch keine schriftliche Inhaltsangabe über die Sendung liefern. Doch eines ist mir ganz besonders im Bürger-Burger-Gedächtnis hängengeblieben und hat mir den einen oder anderen unappetitlichen Rülpser entlockt. So ab Minute 31:45 der Reportage werden burgerfreundliche Bürger auf der Straße befragt: „Was halten Sie für leichter?“ Einen Beef McWrap, einen Bic Mac oder ein McFlurry Softeis. Jetzt sollte man natürlich wissen, dass McDonald’s auf der firmeneigenen Homepage den sogenannten „McWrap Grilled Chicken Honig-Senf“ als hüftfreundliches Produkt mit bauchfreien „unter 300 kcal“ bewirbt. Was sicherlich auch so stimmt.

Was bei der ganzen selbst auferlegten Hungerkur jedoch untergeht, ist die Tatsache, dass die beiden anderen Junkfood-Konglomerate mit den schmackhaften Namen „McWrap Cripsy Chicken“ und eben jener „McWrap Classic Beef“ mit 471 kcal bzw. 570 kcal den brennwertigen Nachbrenner ganz gehörig einschalten. Und wer hätte es gedacht, in der bereits beschrieben Umfrage die allerwenigsten Menschen, der Bic Mac erreicht mit seinen auch nicht zu verachtenden 495 kcal kommt leider nur auf den zweiten Platz. McWrap, so sehen Siegertypen aus! Diese Zahlenspiele werden so ebenfalls in der Doku erwähnt, doch was ich mir in mühevoller Kleinarbeit unter den Angaben „Zutaten, Nährwerte & Allergene“ zu den jeweiligen Produkten herausgesucht habe, können Sie bei entsprechender Langeweile respektive Interesse ebenso tun. „Das ist für mich die Erkenntnis des Tages“ konnte ob dieser handfesten- und bissweichen Fakten eine Dame nur erstaunt feststellen. Denn die McWrap-Werbung (im Film auch zu sehen) vermittelt dem genusssüchtigen Burger-Würger anderes.

We’re lovin‘ it

Dass McDonald’s die Kinderherzen schneller, höher und weiter schlagen lässt, angesichts der enthaltenen kcal zwar eine ziemlich ungesunde Feststellung, kommt im McDonald’s-Check mehr als einmal zur Sprache. Das Happy Meal als schwergewichtiges Zugpferd für den lieben Nachwuchs stellt Pizza Salami und Nudeln mit Tomatensauce nicht nur locker in die Tasche, sondern räumt geradezu mit den sicherlich nicht ebenfalls leichtgewichtigen Gerichten auf. Kommt also Klein Paul ins Kalorien-Schlaraffenland an jeder Ecke, so steht er vor der Tatsache, dass er einen glücklichen Handel vor sich hat. „Wähle eine Hauptspeise, eine Beilage und das Wunschgetränk“ wir ihm souffliert. Und Klein Paul weiß wohl zu wählen, wenn es um seinen ungesunden Appetit geht. Aufs Tablett kommt ein Cheeseburger, einmal Pommes Frites klein, denn die „sind wie beste Freunde: Einfach da, wenn man sie braucht. Egal, wie spät es ist.“ Na, das hört sich doch äußerst delikat an. Ach ja, natürlich möchte Klein Paul seinen Heißhunger auch entsprechend gesund hinunterspülen. Und wir hören und staunen! Unser Wonneproppen Paulchen entscheidet sich für eine Biomilch.

So, rechnen wir zusammen. Einmal zartschmelzender Käse samt 100 Prozent Rindfleisch zu 300 kcal, dazu meine besten knusprigen Freunde, welche unter 235 kcal Getöse die Friteuse verlassen und 120 kcal für den Spülgang. Macht zusammen satte 655 kcal für unser Paulchen. Das wäre jetzt nicht einmal allzu schlimm, denn ExpertInnen empfehlen im Kindesalter von 4 – 6 Jahren um die 1500 kcal und bis zu etwa 13,14 Jahren sogar bis zu 2000 kcal pro Tag. Würde zumindest ich als Vertreter des Unternehmens argumentieren. Das Perfide an der Sache ist jedoch, dass das in den Happy Meal Tüten enthaltenen Spielzeug gerade jene Altergruppe ködern soll, welche wohl eher im 1500 kcal-Bereich angesiedelt sind. 45 Prozent des Tagesbedarfs wird durch eine einzige Mahlzeit gedeckt. Was jedoch auch wieder seine Tücken hat. Denn hier wird immer Mischkost zugrundegelegt, welche zu großen Teilen sättigende Ballaststoffe enthält und u.a. die Kautätigkeit anregen und somit das Hungergefühl langfristig stillen. Sie füllen im wahrsten Sinne den Magen. Klein Paul jedoch nimmt ganze 4 Gramm dieser regulierenden Stoffe zu sich. Empfohlen werden allerdings 25 bis 30 Gramm. Der Hunger kommt unweigerlich wieder, der unstillbare Hunger nach McDonald’s.

Happy Birthday, Dear Happy Meal, Happy Birthday to You!

Doch auch darüber könnten wir noch hinwegsehen. Den Rest bei meinen Recherchen hat mir aber dann Grandma Joann Bruso aus Denver, Colorado gegeben. Sie kaufte sich eines schönen Tages ein Happy Meal. Doch anstatt es einem ihrer acht Enkel als Belohnung zu geben, ließ sie es ein Jahr lang liegen, beäugte die Entwicklung und bloggte Nonna’s Happy Meal Blog. “Happy Birthday to You, Happy Birthday to You. Happy Birthday, Dear Happy Meal, Happy Birthday to You!”darüber. Und pünktlich zum ersten Geburtstag „ihres“ Happy Meals sang sie dann aus vollem Halse „Happy Birthday to You, Happy Birthday to You. Happy Birthday, Dear Happy Meal, Happy Birthday to You!“

No Worries

NOPE, no worries at all. My Happy Meal is one year old today and it looks pretty good. It NEVER smelled bad. The food did NOT decompose. It did NOT get moldy, at all.

This morning, I took it off my shelf to take a birthday photo. The first year is always a milestone. I gave it one of my world famous nonna hugs as we’ve been office mates for a year now! (Okay, maybe my sanity is in question.)

Meine Fresse, da gibt’s aber ordentlich was in die Fresse!„, ließe sich da resigniert feststellen. Diejenigen unter Ihnen, welche mich auf diesem Blog schon länger begleiten, werden sich möglicherweise daran erinnern, dass ich unter „Happy Meal von McDonald´s – Essen ohne Ende“ einen ähnlichen Versuch von Sally Davies bereits einmal vorgestellt hatte. Dies zeigt uns eigentlich in aller Deutlichkeit, dass es sich bei den Erzeugnissen von McDonald’s wirklich noch um echte Qualitätsarbeit handelt. Solange halten heutzutage nicht einmal mehr Autos. Da bekommt der Begriff Nachhaltigkeit wirklich eine tiefsinnigere Bedeutung. 

Was bleibt als Resümee? Die TesterInnen kommen zu folgendem Ergebnis. „McDonald’s! Kaum jemand, der nicht schon einmal da war. Gerne oder vielleicht auch nur notgedrungen. In unserem Check ist McDonald’s beim Geschmack enttäuschend. Die Verführung war raffiniert. Die Bekömmlichkeit im Check gering. Und bei der Fairness Nachholbedarf.“  

Ich habe bewusst den Punkt Fairness in diesem Beitrag unbehandelt gelassen. Einerseits, weil ich doch schon hinsichtlich der Textlänge wieder einmal herzhaft zugebissen habe und dies nur ein Streifzug durch 45 Minuten sein soll. Andererseits aber auch, um Sie zum Fernsehen zu animieren. Allerdings wird dies eine sehr seltene Aufforderung von meiner Seite an Sie bleiben. 

Darüberhinaus empfehle ich, im Falle eines nun geweckten Heißhungers auf kalorienarme, aber nicht minder nährreiche Kost, bei Elke Elizabeth Rampfl-Platte und ihrem Blog Jus@Publicum vorbeizuschauen. Sie belohnt Ihre Neugierde mit einer kleinen, aber feinen Linksammlung (besonders die Verweise 2,3,4 und 6) zum McDonald’s Markencheck.


Über Paul Boegle

Bio Natur - Der Weblog, warum dieser Blog und warum gerade ich ? Ich gehöre mittlerweile einer Generation an, welche einerseits noch ohne Internet ihre Kindheit und Jugend verbracht hat, andererseits aber auch durch berufliche Notwendigkeit, das Interesse am Medium Internet und nicht zuletzt durch die Kinder aktiv das www nutze. Ist das nun gut oder schlecht ? Wie so vieles im Leben ist auch das Internet ein zweischneidiges Schwert. Ich denke oft mit Wehmut an eben diese lang zurückliegende Zeit, als Kinder noch mit Fußballspielen oder Indianer und Cowboy ihre Freizeit verbrachten. Viele meiner Generation halten diese Art von Freizeitbeschäftigung als wesentlich sinnvoller, da sie für die Förderung sozialer Kontakte als auch für die Gesundheit, man denke nur an Übergewicht oder die zunehmende Isolation der heutigen Jugend, doch wesentlich förderlicher sind als der tagtägliche Gebrauch des Mediums Internet. Andererseits sehe ich aber auch die Notwendigkeit, daß viele Themen wie eben auch das Gebiet Bio und Natur eine wesentlich größere Resonanz und Verbreitung durch die globale Verlinkung erfahren. Informationen können per Klick abgerufen und Wissenswertes kann von zuhause aus recherchiert werden. Ein weiterer Vorteil für jeden Webmaster ist dementsprechend auch die Möglichkeit, eigene Webseitenprojekte, in diesem Fall http://www.bio-natur.at, einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

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