Citius, altius, fortius oder Nike, Puma, Adidas


Olympischer Gedanke der Sportartikelhersteller: “The profits must go one

So aus der Nähe, eigentlich auch aus der Ferne Wiens, besehen sind mir sportliche Großereignisse wie die kommenden Olympischen Spiele ziemlich einerlei. Gewinnen soll, War On Want “Race to the bottom”: Adidas, Nike and Puma have all invested heavily in their associations with the London 2012 Olympic Games, either through official partnerships with London 2012 or sponsoring national teams and high profile athletes. As well as gaining access to worldwide audiences to promote their products they also aim to associate themselves with the Olympic values of fair play and respect.wer das perfekteste Doping praktiziert bzw. im Grunde positive, aber durch geschickte Manipulation dann doch wieder negative Blut-, Urin- oder sonstige A-, B- und weitere alphabetische Proben am besten verschleiern kann. Die Zweiten sind bekanntlich die ersten VerliererInnen und “Schneller, höher, stärker” funktioniert eben nach dem steroiden Maximalprinzip Spitzenleistung dank Spritzenleistung. Also so besehen kann London kommen und auch wieder stillschweigend gehen.

Wenn da nicht diese verführerischen Sponsoren wären, zu denen ich mich zugegebenermaßen abseits sportlicher Höchstdopingleistungen unwiderstehlich hingezogen fühle, weil sie mir zeigen, wie unwiderstehlich angezogen all diese logobestickten und werbebehangenen ProtagonistInnen doch durchs Leben rennen, hüpfen, sprinten, springen, kraulen, fliegen oder welch olympischer Disziplin hier auch immer nachgegangen, nachgerannt, nachgesprintet, nachgekrault, nachgeflogen usw. eben wird. Sie wissen schon, solch athletische Namen wie die göttlich siegreiche und fliegende Nike, denen schon die alten rennenden, sprintenden, kraulenden, fliegenden aber lassen wir das jetzt GriechInnen huldigten oder der muskelbepackte flügellahme Puma, dem man zwar nachsagt, er stinke wie ein ebensolcher, was aber meines Erachtens nur an den fetten Gewinnen liegen könnte, welche ihm dank sportlich medialer Präsenz zufliegen. Könnte wohlgemerkt, schließlich stinkt bekanntermaßen Geld nicht. Naja, und dann natürlich noch Adidas. Ach ja, diese sportlich höchstleistenden Brüder, werden Sie sich denken, was eigentlich gar nicht einmal so falsch ist.

Ein triumphaler Wettlauf hebt demnächst wieder an zwischen göttlichem Profitdenken, tierisch-animalischer Habgier und brüderlichem Gewinnstreben. Alle (vier) Jahre wieder ein Run auf die vollen Töpfe mit verkrusteten Böden aus Fairness und ausgekochtem Sud aus imageträchtiger Marktführerschaft. Die britische Plattform “War On Want” hat nun eine schöne, was in diesem Zusammenhang jedoch mehr als euphemistisch ist, Studie über jenen Zustände unter dem Titel “Race to the bottom” herausgebracht. Eine erschütternde Aneinanderreihung über die Arbeitsbedingungen und Entlohnungen in jenen Nähbetrieben in Bangladesh, welche für Adidas, Nike und Puma den neuzeitlichen olympischen Gedanken “Die Gewinne müssen weiter gehen” tagtäglich fabriksneu in die faire, saubere und sportbegeisterte Welt aus Siegprämien und Goldmedaillen rattern lassen.

Bangladesh is the fourth largest exporter of clothing in the world, with garments accounting for nearly 80% of the country’s export earnings. The reason so many multinational companies source clothing and sportswear from Bangladesh is simple: it has the lowest minimum wage in Asia, guaranteeing some of the lowest production costs in the world. While low wages secure huge profits for the global sportswear industry, the more than three million workers in the
Bangladesh clothing industry are left with an income that is often less than the living wage. A living wage is internationally recognised as one that covers the cost of basic necessities such as food, shelter, clothing, health and education.
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München 1972, Moskau 1980 oder Los Angeles 1984, Seoul 1988 oder selbst Peking 2008 (ohne boykottierende Länder allerdings). Olympia war und ist auch heutzutage noch immer eine politische Bühne gewesen, auf der sich neben dem Sportlergemeinschaft immer auch ein Heer an politischen Delegationen und wirtschaftlichen Interessensgemeinschaften tummelte. Wollen wir also trotz meinem Desinteresse für diese Art der Volksbelustigung hoffen, wenn London 2012 nur durch den Slogan “Citius, altius, fortius” in die Annalen der Sportgeschichte eingehen wird. Dank stinkender Raubkatze, fliegender Siegesgöttin und höchstleistender Brüder steht diesem Ideal eigentlich nichts im Wege. Weshalb der Christlichen Initiative Romero bei der Übersetzung des Olympiamottos ein Fauxpas unterlaufen ist und aus “Schneller, höher, stärker” ein “Knebeln, Treten, Quälen” (siehe Artikel) entstanden ist?

ArbeiterInnen in Bangladesch werden systematisch drangsaliert
Citius, altius, fortius (zu deutsch: Schneller, Höher, Stärker): So lautet das offizielle Olympiamotto. Nach dem gleichen Motto scheinen die Sportartikelhersteller Adidas, Nike und Puma ihre Produkte bei Zuliefererbetrieben in Bangladesch nachzufragen. Zeit- und Preisdruck haben zu nichttragbaren Zuständen in dort ansässigen Nähfabriken geführt. Die Studie von War on Want, die in Zusammenarbeit mit Forschern vor Ort erstellt wurde, zeigt offen die Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit von sauberen und fairen Spielen, die es laut Olympischen Komitee für alle daran beteiligten Menschen werden sollen. Schon im Vorfeld wird immer klarer, dass das Megaevent des Jahres, mit den dazugehörigen Marktführern Adidas, Nike und Puma, zu Lasten der ArbeiterInnen des Südens geht.

(…) Greg Muttit von War of Want fordert die Unternehmen in der britischen Tageszeitung The Guardian auf, sich auch für die Rechte der Arbeitenden einzusetzen, die den Erfolg der Sportartikelhersteller immerhin erst ermöglichen. Umgehend nach Bekanntwerden der Studienergebnisse äußerten sich Adidas, Nike und Puma mit Statements, die immer in die gleiche Richtung zielten: Die Arbeitsbedingungen würden ja bereits kontrolliert und man wolle den Berichten nachgehen. Dass dieses aber schon seit Jahren die gleiche Leier der Großkonzerne ist, die jedes Mal aufs Neue überrascht zu seien scheinen von den Zuständen bei ihren Zulieferern, verdeutlicht umso mehr, dass ein wirklich ernsthafter Wille zur Einhaltung arbeits- und menschenrechtlicher Standards bei ihnen nicht vorhanden ist.

Schneller, höher, stärker! Knebeln, Treten Quälen! Oder eben Nike, Puma, Adidas.

Weiterführend dazu noch eine sehr informative Zusammenstellung und umfangreiche Informationen über Unternehmen und Konzerne, welche hinsichtlich “Soziale Unternehmensverantwortung” oder CSR (engl. Corporate Social Responsibility) durchleuchtet wurden. Zu finden unter “Konzerne im Fokus – Aktiv für menschenwürdige Arbeit“.

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