Ganz Schräg Strich: Mineralölhaltige Werbung bei den Grünen


4650 Euro mit Mehrwert-, aber ohne Mineralölsteuer. Das geht runter wie Öl

Ich schaue ja liebend gerne über die österreichischen Grenzen Richtung große Schwester und großer Bruder. Also hinein in die deutschen Lande. Die letzten Schneereste tauen endlich (außer in Schlaming natürlich) und geben den Blick für unwesentlich Wesentliches und verwest Verwaistes frei, die ersten Sonnenstrahlen wärmen zusätzlich die Der Klima-Lügendetektor: “IWO: Zahlentricks für klimaschädliche Ölheizung”. Das IWO Institut für Wärme und Öltechnik macht Werbung in Schrägstrich, dem Mitgliedermagazin der Bündnisgrünen.ohnehin schon erwärmte Luft und endlich wird es wieder Zeit, langsam aus dem wohlig warmen Winterschlaf zu erwachen.

Also dachte ich mir an diesem schönen sonnigen Morgen. Ja, was dachte ich eigentlich? Ehrlich gesagt nicht viel. Jamaika war im Saarland Schnee von gestern, die Piraten haben ihr Domizil wohl aus der Karibik in die Nähe zur französischen Grenze verlegt und auch ansonsten eben die üblichen Kaperfahrten auf den politischen Weltmeeren. Ach ja, die Grünen haben zwar, ganz im Gegensatz zu jener neuen Generation politischer FreibeuterInnen immer noch starke Kernthemen, können diese aus mir unerklärlichen Gründen aber nicht in WählerInnenstimmen umsetzen. Gut, mit fünf Prozent werden sie sich wohl in der saarländischen Landtag hineinzittern, was aber angesichts des schon erwähnten frühlingshaften Wetters auch nicht unbedingt neu ist. Also eigentlich alles senkrecht, die Salzsäulen halten immer noch die Welt sozusagen im globalen Lot. Dachte ich so und wollte schon wieder Schluss machen für heute. Bis ich dann sie sah. Die Anzeige, welche ich auf dem Klima-Lügendetektor unter “IWO: Zahlentricks für klimaschädliche Ölheizung” gefunden habe.

Nun, Werbung muss eben sein, dachte ich mir. Ist jetzt im Gegensatz zum Saarland nicht gerade weltbewegend, aber halt doch unumgänglich. Nicht das Saarland, das passt schon, ich spreche jetzt von Werbung. Aber schauen kostet schließlich nichts. IWO oder “Institut für Wärme und Öltechnik”. Den Link lasse ich übrigens dort, wo er sich immer noch befindet, was bedeutet, nicht hier auf diesem Blog, also müssten Sie sich bei Interesse zu einer selbständigen Suche bequemen. Mmh, kannte ich bis dato noch nicht. Auf der Eingangsseite steht dann für den Informationsinhalierenden groß und deutlich und gut geschmiert zu lesen: “Heizöl: Brennstoff mit Zukunft“. Also, ich weiß nicht, aber für meinen Geschmack hat dieser fossile Energieträger zwar nicht die ebensolche, wie eingangsseitig propagiert, vor sich, sondern lange schon hinter sich, aber meine Meinung ist glücklicherweise nicht diejenige der anderen. Nun gut, aber wir befinden uns trotzdem im Reich der Mitte, also im Falle von Deutschland der demokratischen Mitte und jeder soll schreiben, wie und was ihr und ihm beliebt. Zumindest in den Grenzen der Rechtsstaatlichkeit, welche aber auch immer mehr an undurchdringliche Ölteppiche erinnern.

Ein Institut für Wärme und Öltechnik also. Hört sich ziemlich wissenschaftlich und natürlich furchtbar staatlich an, das Ganze. So, und jetzt bleibt mir doch nichts anderes übrig als eine Verlinkung anzuführen. Wer, weil eben immer noch informationsinhalierend unbefriedigt wissen möchte, wer sich denn da hinter diesem IWO verbirgt, unter “IWO/Organisation/Mitglieder” sein ölgetränktes Auge ruhe lässt, wird dort solche Hochkaräter wie ARAL, BP, ESSO oder Shell finden. Sozusagen eine virtuelle Deepwater Horizon-Plattform der brennstofflichen Zukunft mit Zufriedenheitsgarantie. Soll so sein, schließlich ist Werbung der Motor der Wirtschaft, selbst wenn dieser mit fossilen Energieträgern betrieben wird. Allerdings tuckert eben dieses Aggregat in Form einer ganzseitigen Anzeige auf Schrägstrich dahin und verbreitet seine werbewirtschaftlichen Abgase. Schrägstrich kennen Sie nicht? Es handelt sich hierbei immerhin um das deutschlandweite Magazin von Bündnis 90/ Die Grünen. Un dort können Sie dann eingangs lesen:

schrägstrich ist das Medium, um sich aus erster Hand über Grüne Politik zu informieren. Die Zeitschrift für Grüne Mitglieder – und andere Interessierte – erscheint viermal im Jahr.

Also so sieht grüne Politik aus? Da muss wohl die Frage erlaubt sein, ob hier nicht unter falscher Flagge gesegelt wird. Nun, zumindest stehen bei Flauten im Fünf-Prozent-Bereich im Moment immerhin 4650 Euro für Treibstoff aus den Werbeeinnahmen für diese Annonce zur Verfügung.

Schräg, Strich, Punkt, Aus. 

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