Hunger.Macht.Profite oder Das Recht auf Nahrung


Das unstillbare Verlangen auf Erfüllung eines Menschenrechts

Dass das Thema Hunger in einem Land wie Österreich (stellvertretend für so viele andere) unter den reich gedeckten Tisch fällt, wo es fein säuberlich zusammengekehrt wird, bis auch der letzte Brotkrumen vom auf Hochglanz polierten Parkettboden aus der guten Stube namens Gedächtnis verschwunden ist, ist nicht neu und schon gar nicht endgültig. Annähernd einer Milliarde Menschen wird verweigert, was andere beim abendfüllenden Hauptabendprogramm und dem herzhaften magenfüllenden Biss in die Schnitzelsemmel aus der Ferne mit fetttriefendem Bedauern als Grundrecht mit hinunterschlucken, Banken bei der tagtäglichen Neuauflage renditekräftigender Spekulatius nahrungsmittelspekulierend zum Wohle ihrer nimmersatten Anlegerschaft über deren bilanzfrisierte Dauerwelle kotzen und kapitalkonzertante Konzerne ihr monetärreiches Schauspiel als inhaltsleeres Bühnenbild eines wild spekulierend-gestikulierenden Land Grabbings dem gierenden Publikum präsentieren. Zuviel der leeren Worte auf vollen Magen?   

Hunger.Macht.Profite: Die Filmtage zum Recht auf Nahrung.

Ab April gibt es wieder die Filmtage Hunger.Macht.Profite. Bereits zum fünften Mal und dieses Mal ganz im Zeichen von möglichen Alternativen, neuen Perspektiven und dem Widerstand gegen jene, welche zwar gemeinsam mit uns an einem Tisch sitzen, aber vollkommen andere Interessen vertreten. Denn wir sind nicht nur Konsumentinnen und Verbraucher, sondern gleichzeitig auch politische EntscheidungsträgerInnen. Jede(r) einzelne von uns.

Trailer zu “Raising Resistance” von Bettina Borgfeld und David Bernet

Filmtage zum Recht auf Nahrung weil…

… weltweit 925 Millionen Menschen hungern. Das bedeutet eine millionenfache Verletzung des Menschenrechts auf Nahrung.

Hunger ist ein Geschäft…
Banken und Fonds spekulieren mit agrarischen Rohstoffen, erzielen so hohe Renditen und treiben damit die Nahrungsmittelpreise in die Höhe. Der Index für Grundnahrungsmittel hat sich seit 2003 mehr als verdoppelt. 40 Millionen Menschen riss das allein 2010 in Armut und Hunger.

Hunger ist ländlich…
80 Prozent der hungernden Menschen leben am Land, dort wo Nahrungsmittel produziert werden. Zusätzlich ist der Druck auf die Ressource “Land” so stark wie noch nie zuvor: Konzerne und Spekulanten kaufen und pachten in Ländern des Südens im großen Stil Ackerflächen und nehmen so vielen Bäuerinnen und Bauern die Existenzgrundlage.

Hunger ist weiblich…
Im globalen Süden werden 80 Prozent der Grundnahrungsmittel von Frauen produziert, aber sie sind am stärksten von Unterernährung betroffen.

Hunger wird gemacht…

10 Prozent des Hungers wird durch Katastrophen ausgelöst, aber bei 90 Prozent des weltweiten Hungers handelt es sich um chronischen Hunger, verursacht durch ungerechte Handelsbeziehungen, politische Strukturen, wirtschaftliche Ausbeutung und Straflosigkeit bei Verletzungen des Menschenrechts auf Nahrung.

Daten und Fakten zu Hunger.Macht.Profite

Auf SOZ (Saarländische Online Zeitung) finden sich übrigens unter “Investoren-Appetit auf Land führt zu Armut im globalen Süden” – Die Filmtage Hunger.Macht.Profite. informieren, analysieren und zeigen Alternativen auf noch weitere Informationen zu den gezeigten Dokumentationen. Wer allerdings lieber gleich selbst Kontakt zu den VeranstalterInnen aufnehmen möchte, sollte sich an Brigitte Reisenberger wenden.

FIAN Food First Informations- und Aktionsnetzwerk
Brigitte Reisenberger
1090 Wien, Schwarzspanierstraße 15/3/1
Tel: +43 (0)1 2350 239
Fax: +43 (0)1 2350 239-20
mail: brigitte.reisenberger[at]fian.at
Bitte das [at] durch das herkömmliche @-Zeichen ersetzen, Danke!

Und das österreichweite Filmprogramm sowie die Tourdaten zu Hunger.Macht.Profite in den einzelnen Bundesländern und Veranstaltungsorten gibt es nachfolgend.

Vorarlberg
10. und 11. April 2012: Spielboden Dornbirn
12. April 2012: Theater am Saumarkt Feldkirch

Oberösterreich
13. und 15. April 2012: Kino Ebensee

16. und 17. April 2012: Moviemento Linz
18. April 2012: Local Bühne Kino Freistadt

Steiermark
23.-25. April 2012: Filmzentrum im Rechbauerkino Graz

Wien
26.-29. April 2012: Top Kino Wien

3 comments for “Hunger.Macht.Profite oder Das Recht auf Nahrung

  1. 24.3.2012 at 19:32

    Danke für diesen tollen Artikel. Die Deutsche Bank spekuliert ganz groß auf Lebensmittel und verspricht zweistellige Renditen für ihre Kunden. Das ist einfach nur pervers. Lg aus München, Vroni.

  2. 26.3.2012 at 06:45

    Ach, die Deutsche Bank macht noch weit mehr Dinge, liebe Vroni. Siehe z.B. “Die todsicheren Geschäfte der Deutschen Bank” oder natürlich auch “Bankrolling Climate Change: Dicke Kohle mit Kohlekraft“. Pervers ist dabei eigentlich nur, dass die gläubige und ausgehungerte Anlegerschaft ihrem führenden “Leistung aus Leidenschaft”-Institut so bedingungslos leidenschaftlich folgt. Ja, Leistung lohnt sich eben auch noch in Zeiten wie diesen.
    Liebe Grüße aus Wien
    Paul

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