Guter Rat muss nicht immer teuer sein 1


Essen ohne Gentechnik – Einkaufsratgeber für gentechnikfreien Genuss

Wir haben uns ja mittlerweile an so viele Dinge gewöhnt. Selbst ein Jahr nach Fukushima kommt der meiste Strom noch aus der Steckdose, welche aus ATomkraftwerken gespeist wird. Da fällt mir doch ganz zufällig, mehr oder weniger eben, natürlich eher weniger als mehr vom Zufall geleitet, ein schöner Artikel ein, welchen ich gestern bei meinen Recherchen zum zeitverzögerten Klimawandel im steirischen Schladming aus welchen Gründen auch immer gefunden habe. Ende März 2011, also nur wenige Tage nach der japanischen AKW-Havarie machte sich Frank Schirrmacher im Feuilleton der FAZ so seine ganz eigenen Gedanken über „Die neun Allgemeinplätze des Atomfreunds„. So lässt er etwa unter Punkt sieben seinen rhetorischen und selbstverständlich realistischen Gedanken über den absoluten Jackpot Super-GAU freien Lauf.

7. Die Chance/das Risiko, dass es zu einem Super-Gau kommt, ist extrem unwahrscheinlich

Die Chance, im Lotto einen Sechser mit Superzahl zu bekommen, steht bei 1:139 Millionen. Trotzdem wird er in regelmäßigen Abständen gewonnen. Das hat natürlich mit der Vielzahl der Spieler zu tun. Genauso wird die Chance eines Super-Gaus immer wahrscheinlicher, je mehr Atomkraftwerke entstehen. Die Chance, dass man sich beim Lotto den Jackpot noch mit anderen teilen muss, ist trotz der mikroskopischen Wahrscheinlichkeit immer noch gegeben. Die Chance, dass der Super-Gau von allen und ihren Nachkommen getragen werden muss, ist absolut sicher. Wir wetten nicht darüber, dass es nicht passiert, sondern nur, dass es nicht jetzt passiert. Bei einer genügend hohen Anzahl an Mitspielern wird es passieren.

Greenpeace Ratgeber: Essen ohne Gentechnik

Für mich bedeutet dies erfreulicherweise, dass ich innerhalb von 25 Jahren (Tschernobyl, Fukushima) also schon ein zweites Mal am großen Hauptgewinn beteiligt war. Einziger Wermustropfen bei der ganzen verseuchten Sache ist und bleibt natürlich die Tatsache, dass ich meinen Jackpot mit so vielen anderen Unbeteiligten teilen muss. Ausgenommen diejenigen, welche in Folge von erhöhtem Krebsrisiko, Strahlenkrankheit oder auch, und das wird leider immer wieder gerne verschwiegen, freiwillig aus dem Leben schieden, weil sie dem physischen Druck und dem psychischen Stress aufgrund solch eines einschneidenden Ereignisses nicht standhielten. Dass dabei SelbstmörderInnen in keiner Statistik aufscheinen, weil diese ja nicht kausal mit einem atomaren Unfall in Zusammenhang zu bringen sind, wird sicherlich der Atomlobby keine unruhigen Nächte bescheren. Nun gut, muss ich mir also zum zweiten und wahrscheinlich nicht zum letzten Mal den Jackpot teilen. Man kann nicht immer Glück haben!

Einzig eine kleine Berichtigung von meiner Seite gäbe es anzumerken. GAU bedeutet sowieso schon „Größter Anzunehmender Unfall“. Oder im Volksmund: „Schlimmer geht’s eh nimmer!“ Das mit dem „Super“ wäre hier also eine Komparation oder wenn Ihnen Hyperlativ besser gefällt, welches das ganze Desaster verbal lautmalerisch sicherlich bestens wiedergibt, aber allerbestens nicht vonnöten wäre. Ganz abgesehen davon, dass sich damit die atomaren Spaltköpfe von ihrer Meinung leider auch nicht abbringen lassen, dass Atomkraft auf diesem Planeten nichts mehr zu suchen hat. Dies hatte ich schon einmal vor unter „Majak – das Tschernobyl vor Tschernobyl“ geschrieben, doch selbstverständlich bediene auch ich selbst mich dieser hyperlativen Form und so soll dies auch nur der Form halber hier geschrieben werden.   

Aber eigentlich war für heute anderes geplant. Doch weil heute Sonntagabend ist und meine Familie jetzt mit dem Essen auf mich wartet, mache ich es abschließend kurz und bündig und mache mir die bereits vorgefassten Worte der Greenpeace Redaktion zunutze, welche ich mir appetitlich zurechtgelegt auf meinen bloggenden Teller schaufle und Ihnen bissfest serviere.

Gentechnikfreier Genuss ist möglich! Unser Ratgeber Essen ohne Gentechnik begleitet Sie sicher durch den Supermarkt. Schnell und übersichtlich erfahren Sie, welche Firmen bei der Herstellung tierischer Produkte wie Milch, Fleisch oder Eier auf Gen-Pflanzen im Futter verzichten. Wir sagen Ihnen auch, welche Unternehmen sich besonders hartnäckig weigern, Gen-Pflanzen im Futtertrog auszuschließen.

So, meine lieben Leserinnen und Leser, jetzt muss ich aber wirklich Schluss machen. Sonst ist der Futtertrog leer, bevor das größte Ferkel am Tisch Platz genommen hat, um seinen Rüssel in die hoffentlich gentechnikfreie Kost zu stecken.  


Über Paul Boegle

Bio Natur - Der Weblog, warum dieser Blog und warum gerade ich ? Ich gehöre mittlerweile einer Generation an, welche einerseits noch ohne Internet ihre Kindheit und Jugend verbracht hat, andererseits aber auch durch berufliche Notwendigkeit, das Interesse am Medium Internet und nicht zuletzt durch die Kinder aktiv das www nutze. Ist das nun gut oder schlecht ? Wie so vieles im Leben ist auch das Internet ein zweischneidiges Schwert. Ich denke oft mit Wehmut an eben diese lang zurückliegende Zeit, als Kinder noch mit Fußballspielen oder Indianer und Cowboy ihre Freizeit verbrachten. Viele meiner Generation halten diese Art von Freizeitbeschäftigung als wesentlich sinnvoller, da sie für die Förderung sozialer Kontakte als auch für die Gesundheit, man denke nur an Übergewicht oder die zunehmende Isolation der heutigen Jugend, doch wesentlich förderlicher sind als der tagtägliche Gebrauch des Mediums Internet. Andererseits sehe ich aber auch die Notwendigkeit, daß viele Themen wie eben auch das Gebiet Bio und Natur eine wesentlich größere Resonanz und Verbreitung durch die globale Verlinkung erfahren. Informationen können per Klick abgerufen und Wissenswertes kann von zuhause aus recherchiert werden. Ein weiterer Vorteil für jeden Webmaster ist dementsprechend auch die Möglichkeit, eigene Webseitenprojekte, in diesem Fall http://www.bio-natur.at, einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

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