Deutschland rundet ab 01. März auf: „Aufrunden bitte!“ 1



Ein Aufruf zum Aufrunden oder Eine runde Sache

Vorab wieder einmal eines, um Sie zum Weiterlesen zu bewegen. Das folgende ist weder Werbeveranstaltung noch Spendenaufruf. Ich möchte Sie einzig und allein auf ein “Aufrunden bitte!” Deutschland rundet auf. Eine Initiative für benachteiligte Kinder und Jugendliche. Maximal 10 Cent Ihres Haushaltsgeldes können viel bewegen.Projekt mit dem Namen „Deutschland rundet auf“ (Klick auf die Sprechblase) von Initiator Christian Vater aufmerksam machen, welches mir keinen Cent bringt, Sie um maximal 10 Cent pro Einkauf erleichtert, aber besonders benachteiligten Kindern und Jugendlichen durch Ihre Cent-Beträge das Leben erheblich erleichtern kann. Ein kurzes Video von 100 Sekunden gibt es am Ende dieses Beitrages natürlich auch noch. Kinderarmut, erhöhte Gewaltbereitschaft Minderjähriger und bessere Bildungs- und damit Jobchancen für sozial Benachteiligte bieten viel Konfliktpotential und brauchen deshalb Lösungen. Und die kosten leider Geld. Oder, um meine eigenen Worte nun außen vor zu lassen und auf die offizielle Version des Projektes zurückzugreifen:

Fokus der Förderung zum Start in 2012 sind benachteiligte Kinder und Jugendliche.

DEUTSCHLAND RUNDET AUF fördert die Verbreitung bereits nachweislich erfolgreicher sozialer Projekte, die einen Beitrag zur Lösung relevanter gesellschaftlicher Probleme leisten und von denen möglichst viele Menschen in Deutschland profitieren.

Es gibt wechselnde Förderthemen und die Auswahl der Projekte erfolgt nach festen Kriterien. Jedes ausgewählte Projekt hat einen vorab festgelegten Spendenbedarf. Rechts sehen Sie eine Übersicht der ersten vier ausgewählten Projekte. Die Projekte werden nacheinander gefördert, d.h. an den Kassen aller Partner wird solange für Projekt 1 aufgerundet, bis der benötigte Betrag erreicht ist. Dann geht Projekt 1 in die Umsetzung und es wird für Projekt 2 aufgerundet usw.

So sorgt jeder aufgerundete Cent für positive Veränderung in Deutschland.

Mehr Informationen über die aktuellen und zu verwirklichenden Projekte finden Sie unter „Deutschland rundet auf/Projekte„. Und gehässig, wie ich nun einmal in, fällt mir zu dem unten folgenden Schaubild der teilnehmenden Handelspartner noch etwas ein. Ich hatte Anfang Juni 2011 unter „Supermarktmacht: Gegen die Super Markt Macht“ die Supermarktketten Aldi, Lidl, Rewe, Edeka und Metro wegen derer unzähligen Praktiken (Arbeitszeitverletzungen, Dumpinglöhne, Mobbing etc.) ins virtuelle Schaufenster meines Blogs gestellt. Nun, was jetzt wenig verwundert, ist die Tatsache, dass unter den Partnern der Aktion keines der genannten Unternehmen (außer Penny Markt als Teil der Rewe-Gruppe und Netto als Edeka-Tochter) vertreten isDeutschland rundet ab 01. März 2012 auf: “Aufrunden bitte!” heißt es dann bei vielen Partnerunternehmen. Kleine Cents, große Wirkung.t. Wieso, weshalb, warum, entzieht sich natürlich meiner Kenntnis. Macht aber eigentlich nichts, denn es wäre doch eine schöne Möglichkeit, diese Konzerne wieder einmal zu boykottierenund dort einkaufen zu gehen oder von mir aus zu fahren, wo der Cent noch zweimal umgedreht wird, um diesen dann weiterzureichen.

Was können Sie also tun?

Sie gehen am 01. März irgendwo in Deutschland sicherlich einkaufen. Oder, wenn schon nicht am 01. März, dann zumindest am 02. oder 03. oder wann auch immer März, April, Mai und so weiter. Jetzt ist es ja bekanntermaßen so, dass Kleinvieh auch Mist macht. Wissen wir alle. Wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Talers nicht wert. Wissen wir auch alle. Oder zumindest jene, welche noch mit der guten alten D-Mark ihre Einkäufe bezahlt haben. Was hat das aber jetzt einkaufendes Kleinvieh, welches mit der D-Mark um sich wirft, mit „Aufrunden bitte!“ zu tun?
Lassen Sie bei Ihrem nächsten Einkauf in einer der nebenstehenden Partnerunternehmen einfach die D-Mark aus dem Spiel und freunden Sie sich doch mit dem Slogan „Kleine Cents. Große Wirkung“ an. Und damit dieses auch funktioniert, lassen Sie dabei an der Einkaufskasse beim Bezahlen am besten noch den Imperativ „Aufrunden bitte!“ liegen. Es kostet Sie, natürlich abgesehen von Ihren privaten Einkäufen, maximal 10 Cent.

Als Einzelperson können wir mit solchen Cent-Beträgen, die Deutsche Bank würde vielleicht Peanuts dazu sagen, nicht viel bewegen. Doch, zumindest hatte Aristoteles solcherlei vor fast 2500 Jahren erkannt, als die maßlose Gier von Diskountern und Bankinstituten noch im philosophischen Raume schwebten, da das Ganze bekanntlich mehr als die Summe seiner Einzelteile ist, wird jedes singuläre „Aufrunden bitte!“ hoffentlich zu einer riesengroßen runden Sache ohne Ecken und Kanten.

Natürlich soll auch trotz all der altruistischen Zielsetzungen der Initiative Kritik nicht fehl am Platze sein. Mit KiK (siehe z.B. meinen Beitrag „Lieber echte Karriere als falsche Ideale„) als Partner im Boot sowie den bereits bereits erwähnten Penny Markt und Netto ziehen genau jene Unternehmen im Hintergrund mit die Fäden, welche sicherlich nicht zu meinen persönlichen Favoriten gehören, wenn es um die tägliche Konsumpflichterfüllung geht. Oder noch ungeschönter gesagt: Dort kaufe ich selbst einfach nicht ein, was selbst in Österreich noch möglich ist. Es ist mir selbstverständlich bewußt, dass solch ein ambitioniertes Projekt gerade im Anfangsstadium auf die Mithilfe jedes greifbaren und vor allem renommierten Partners zurückgreifen muss, um ein einigermaßen glaubhaftes und sinnvolles Auftreten zu bekommen und Anreize für jene zu schaffen, welche zum Spenden (auch nur weniger Cent) aufgerufen sind. Doch wenn es zum Wohl sozial Schwacher ist, müssen eben auch einmal Abstriche gemacht werden. Und außerdem bedeutet dies ja nicht unbedingt und zwingend, dass ich (in Wien bin ich persönlich natürlich sowieso im Abseits) meinen Imperativ explizit in den genannten Unternehmen aussprechen muss. Andererseits muss aber die Forderung an die Initiatoren lauten, für mehr Auswahl in Zukunft Sorge zu tragen, um das Projekt nicht nur am Leben zu erhalten, sondern Schritt für Schritt mit vertrauenswürdigeren Unternehmen auszubauen.   

Nun aber genug der vielen schönen Worte. Die nächsten 100 Sekunden sollen deshalb zum Abschluss Bild und Ton gehören. Damit Sie in Zukunft guten Gewissens sagen können: „Aufrunden bitte!


Über Paul Boegle

Bio Natur - Der Weblog, warum dieser Blog und warum gerade ich ? Ich gehöre mittlerweile einer Generation an, welche einerseits noch ohne Internet ihre Kindheit und Jugend verbracht hat, andererseits aber auch durch berufliche Notwendigkeit, das Interesse am Medium Internet und nicht zuletzt durch die Kinder aktiv das www nutze. Ist das nun gut oder schlecht ? Wie so vieles im Leben ist auch das Internet ein zweischneidiges Schwert. Ich denke oft mit Wehmut an eben diese lang zurückliegende Zeit, als Kinder noch mit Fußballspielen oder Indianer und Cowboy ihre Freizeit verbrachten. Viele meiner Generation halten diese Art von Freizeitbeschäftigung als wesentlich sinnvoller, da sie für die Förderung sozialer Kontakte als auch für die Gesundheit, man denke nur an Übergewicht oder die zunehmende Isolation der heutigen Jugend, doch wesentlich förderlicher sind als der tagtägliche Gebrauch des Mediums Internet. Andererseits sehe ich aber auch die Notwendigkeit, daß viele Themen wie eben auch das Gebiet Bio und Natur eine wesentlich größere Resonanz und Verbreitung durch die globale Verlinkung erfahren. Informationen können per Klick abgerufen und Wissenswertes kann von zuhause aus recherchiert werden. Ein weiterer Vorteil für jeden Webmaster ist dementsprechend auch die Möglichkeit, eigene Webseitenprojekte, in diesem Fall http://www.bio-natur.at, einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

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