Weg vom Teersand, hin zur Plastikflasche 1



Teersand, noch dreckiger als konventionelles Rohöl

Eigentlich wollte ich heute die sogenannten Teersande zum Thema meines ganz persönlichen Volkszornes im Singulären machen. Eigentlich, aber irgendwie bin ich dann bei einer einsamen Plastikflasche gelandet. Sollten Sie allerdings mehr über diese mehr als praktikable Möglichkeiten erfahren wollen, also nicht Plastik, denn dieses Wunderwerk der Technik dürfte wohl allen bekannt sein, sondern jenem Teersand oder auch Ölsand, aus welchem sich im übertragenen Sinne aus Sch…e Gold machen lässt, wenn ich einmal dieses Gemisch aus Sand und Öl mit den organischen Ausscheidungen von Mensch und anderen Wesen gleichsetze, welche dann in einer wundersamen Metamorphose zu dem werden, was sie zu dem stinkenden Etwas macht, was wir allgemeinhin auch als Fäkalien bezeichnen und vor dem uns schon unsere Eltern gewarnt haben, weder mit ihnen zu spielen, sie zu essen und schon gar nicht mit ihnen auf wen auch immer zu werfen, sollten Sie also mehr darüber wissen wollen, mache ich Ihnen ein angebot, welches Sie so z.B. von Total sicherlich nicht bekommen werden. Lesen Sie sich doch einige ausgewählte Beiträge durch. So etwa in der taz „Öl aus Teersand – Importverbot wird unwahrscheinlicher„, auf dem Chemical Sensitivity Network den Artikel „Umweltzerstörung durch Teersand-Öl“ oder vielleicht auch unter „Proplanta: Teersand-Benzin spaltet Schwarz-Gelb„.

Erstaunlich bei der ganzen Sache ist, dass sich jetzt sogar Kanadas Botschafter Peter M. Boehm, welcher seine öltriefenden kanadischen Provinzen im ebenso schwarz glänzenden Berlin vertritt, höchstwahrscheinlich auf Geheiß seiner auf den geschätzten 1,7 Milliarden Barrel Ölsand zuhausegeliebenen, draufsitzenden, ausgrabenden, tiefschürfenden und auspressenden politischen Arbeitgeber und wirtschaftlichen Brötchenspender, zu Wort gemeldet hat, um über den Umweg Deutschland, sozusagen als versteckte politische Ölpipeline, die EU-Kommission von der Wichtigkeit der Sache zu überzeugen.

Im Vorfeld hatte Kanadas Botschafter Peter M. Boehm eindringlich vor einer Schlechterstellung von Teersand-Öl gewarnt: „Kanada ist besorgt über die Benachteiligung von Rohöl aus Ölsanden im Vergleich zu anderen Rohölen, die nach Europa importiert und dort verbraucht werden, und von denen einige vergleichbare oder sogar höhere Treibhausgas-Emissionen aufweisen“, schrieb er an die Mitglieder des Bundestags-Umweltausschusses – ein eher seltener Vorgang. (dpa)

Jetzt ist ja Kanada nur einen Tag nach Beendigung des Weltklimagipfels (ein sehr euphemistischer Begriff für diesen politischen Dilettantismus auf allerhöchster Ebene) vonb Durban aus dem immer noch gültigen Kyoto-Protokoll ausgetreten und macht nicht nur aus Sch…e Gold, Sie wissen schon, Ölsand wird zu Rohöl, Benzin etc., sondern fühlt sich in seiner Rolle als aussteigender Vorreiter der Apokalypse Klimawandel scheinbar auch recht wohl und, um auf ganz ordinärer Linie u bleiben, sch…ßt sowohl dem Weltklima als auch jenen Staaten etwas, welche Kyoto zumindest weiterhin eine Chance auf Lebensfähigkeit geben möchten. Und erstaunlicherweise ist das fast ganz Europa. Dass sich aber nun die kanadische Regierung im Schlepptau der allmächtigen Öllobby dazu bemüßigt fühlt, dem deutschen Umweltausschuss ein ölfreies Brieflein zu schreiben, welches unter anderem zu der Ansicht kommt:

Wir sind der Ansicht, dass die Herangehensweise der Europäischen Kommission bei der Umsetzung der Richtlinie nicht auf wissenschaftlichen Fakten basiert und einen ungerechtfertigten Präzedenzfall schafft. (Teersand: Und die Union will doch nicht)

Ein Flashmob der besonderen Art

Nun gut, bei solch einer brach liegenden Zukunft in Sachen Auspressung wohl verständlich. Doch wenn sich der deutsche Umweltausschuss aufgrund dieser Vorgehensweise der Kanadier, nämlich die Weltgemeinschaft durch Missachtung globaler Umweltziele zu verhöhnen, nicht einmal dazu durchzuringen vermag, eindeutig Stellung für ein Importverbot über den Umweg einer höheren Zuweisung von CO2-Emissionswerten für dieses dreckige Öl Stellung zu nehmen, werden wohl demnächst die Schleusen brechen. Denn die Niederlande und Großbritannien sind grundsätzlich nicht gegen diese Form des Rohöls. Und die anderen EU-Staaten? Nun ja, die verhalten sich größtenteils so wie Kanadas Öllobby oder eben Konzerne wie Total sich dies von seinen MitarbeiterInnen wohl erwarten. Möglichst tief schürfen, aber ja nicht allzu tief unter der Oberfläche graben. Schließlich wollen wir ja alle Gold aus Sch…e herstellen.          

Ja, und um nun den Mist, den ich hier und heute wieder einmal von mir gegeben habe, gebührend abzurunden, komme ich nun zum eigentlichen Thema, welches eigentlich gar kein Thema hätte sein sollen. Zumindest nicht für heute. Also schauen Sie sich zwei Minuten im kanadischen Quebec um. Genauer gesagt in einer jenen unzähligen Malls oder eben Shoppingcentren oder auf deutsch halt Einkaufszentren. Ein Flashmob der ganz besonderen Art. Animiert richtig zum Mitmachen. Und bringt die relativ einfache Erkenntnis mit sich, dass man(n), nein in diesem Falle dass frau auch ohne großartige Aktionen mächtig Aufmerksamkeit beim Shoppen erregen kann. Vorausgesetzt natürlich, frau und auch man(n) nicht immer den Blick auf Angebot und Nachfrage ruhen lassen.

Und keine Angst. Nach einer Minute und sechs Sekunden des Kurzvideos geht dann so richtig die Post ab. Ist natürlich nur etwas für richtige Flaschen wie mich. Vielleicht für sich da sogar Total total totlachen. Immerhin möglich, dass die Flasche aus eigenen Erölvorkommen stammt.  



Über Paul Boegle

Bio Natur - Der Weblog, warum dieser Blog und warum gerade ich ? Ich gehöre mittlerweile einer Generation an, welche einerseits noch ohne Internet ihre Kindheit und Jugend verbracht hat, andererseits aber auch durch berufliche Notwendigkeit, das Interesse am Medium Internet und nicht zuletzt durch die Kinder aktiv das www nutze. Ist das nun gut oder schlecht ? Wie so vieles im Leben ist auch das Internet ein zweischneidiges Schwert. Ich denke oft mit Wehmut an eben diese lang zurückliegende Zeit, als Kinder noch mit Fußballspielen oder Indianer und Cowboy ihre Freizeit verbrachten. Viele meiner Generation halten diese Art von Freizeitbeschäftigung als wesentlich sinnvoller, da sie für die Förderung sozialer Kontakte als auch für die Gesundheit, man denke nur an Übergewicht oder die zunehmende Isolation der heutigen Jugend, doch wesentlich förderlicher sind als der tagtägliche Gebrauch des Mediums Internet. Andererseits sehe ich aber auch die Notwendigkeit, daß viele Themen wie eben auch das Gebiet Bio und Natur eine wesentlich größere Resonanz und Verbreitung durch die globale Verlinkung erfahren. Informationen können per Klick abgerufen und Wissenswertes kann von zuhause aus recherchiert werden. Ein weiterer Vorteil für jeden Webmaster ist dementsprechend auch die Möglichkeit, eigene Webseitenprojekte, in diesem Fall http://www.bio-natur.at, einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

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