Absolut ehrlich und unentbehrlich: Honest logos by Viktor Hertz



Firmenlogos auf erfrischend ehrliche Art und Weise

“Very Cheesy Pictures” aus der “Honest logos”-Bildserie von Viktor Hertz. Schönes Adbusting des schwedischen Grafikers und Designers zu den wirklichen Inhalten von Firmenlogos.Da ich sowohl lückenloser Überwachung (seit neuestem) als auch dem Adbusting (schon etwas länger) selbst noch nie abgeneigt war, heute eine wirklich allerliebste und entzückende Serie namens „Honest logos„. Für die daran beteiligten Unternehmen möglicherweise nicht allzu allerliebst lustig und entzückend berückend, aber das Leben ist eben nicht immer ein Ponyhof. Höchstens noch bei Walt Disney, aber selbst dort herrschen schon äußerst geschmacklose Zustände voller Kitsch und billigem Kommerz.

Der schwedische Grafiker und Designer Viktor Hertz macht eigentlich nur das, was Unternehmen und Konzerne auch tun. Corporate Identity vermitteln, die eigenen Marken einprägsam und nachhaltig der Öffentlichkeit über den großen Verkaufstisch schieben und durch einzigartige Logos, Embleme und eingetragene Warenzeichen und wie dieser ganze werbetechnische Blödsinn sonst genannt wird, für Langlebigkeit in den Konsumentinnensynapsen und Verbrauchergehirnen zu sorgen. Nachhaltig natürlich nur in dem Sinne, dass wir uns auch tagtäglich an diese Firmen erinnern, welche uns ihr Bestes zu unserem Besten anbieten. Doch was auf den erstes Blick spaßig aussieht, sollte eigentlich zum Nachdenken anregen. Denn der Schwede nimmt sich jene wohlbekannten Logos z.B. von Porsche, Marlboro, Coca Cola und selbstverständlich auch McDonalds an die grafische Brust und zeigt auf amüsante, aber eben sehr subtile Art und Weise, welche Inhalte uns diese Leader auf den Weltmärkten eigentlich wirklich anbieten und verkaufen.

Dass Viktor Hertz dabei nur jene altbekannten heißen Eisen dieser Konzerne hernimmt und grafisch neu schmiedet und zum Glühen bringt, macht die sogenannte „Honest logos“-Serie einerseits so liebenswert, andererseits durch die Wahl der Waffen aber umso entwaffnend ehrlicher. Denn er bietet uns durch seine Neu- oder besser Umgestaltung der oft schon gesehenen Firmenlogos seine Sicht der vermittelten werbetechnischen Versprechen an, welchen uns die so kritisierten Unternehmen in den seltensten Fällen halten können und vielfach auch gar nicht wollen.Viktor Hertz und seine “Honest logos”-Serie. Firmenlogos auf neue Art umgestaltet und den eigentlichen Inhalt sichtbar gemacht.

An idea for a series with honest logos, revealing the actual content of the company, what they really should be called. Some are cheap, some might be a bit funny, some will maybe be brilliant. I don’t know.

Die 5 Minuten Latrine von Kaggi. Eine Fotomontage oder Adbusting-Demontage von Paul Boegle.Hertz transportiert einfach neue Botschaften in altbekannter und altbewährter Verpackung. Wenn er aus der Partydroge „Absolut Vodka“ ein simples „Absolut Vomit macht, was auf deutsch nichts anderes als „erbrechen“ oder noch ordinärer „kotzen“ bedeutet, den Musiksender MTV mit einem formschönen „Moronic Television“ (moronic = schwachsinnig) untertitelt und, in meinen Augen ganz besonders gut gelungen, dem süßen Playboy-Häschen das Motto „Payforboobs“ oder eben „Pay for boobs“ unter die mümmelnde und lümmelnde Hasenscharte legt (was zu übersetzen ich jetzt Ihnen selbst überlasse), wird der mit diesen Marken verbundene Content erst so richtig schön zum eigentlichen geheimnisvoll-umwitterten Leben erweckt.

Wie bereits geschrieben. Hertz transportiert mit dieser Form unverhofft zu Tage tretender Transparenz mit einem Augenzwinkern Dinge, welche ungeschrieben hinter diesen bunten Fassaden aus zweidimensionalem Lug und Trug uns den Alltag versüßen sollen. Dass aber auch hier das vielbeschriebene Körnchen Wahrheit leider dann umso deutlicher an die glänzende Oberfläche tritt, dafür sorgen eigentlich die gut gewählten Slogans in selbsterklärender Weise. Einerseits lustig, aber andererseits eben auch bitterer Ernst in neuer Verpackung.

So, zum Abschluss noch etwas ähnliches von einem anderen Menschen, der vor lauter Überwachung schon kein Auge mehr zudrücken kann. Die wunderbare „5 Minuten Latrine von Kaggi„. Von wem diese stammt? Das erfahren Sie bei Klick auf das Bild. In diesem Sinne wünsche ich guten Appetit.


Über Paul Boegle

Bio Natur - Der Weblog, warum dieser Blog und warum gerade ich ? Ich gehöre mittlerweile einer Generation an, welche einerseits noch ohne Internet ihre Kindheit und Jugend verbracht hat, andererseits aber auch durch berufliche Notwendigkeit, das Interesse am Medium Internet und nicht zuletzt durch die Kinder aktiv das www nutze. Ist das nun gut oder schlecht ? Wie so vieles im Leben ist auch das Internet ein zweischneidiges Schwert. Ich denke oft mit Wehmut an eben diese lang zurückliegende Zeit, als Kinder noch mit Fußballspielen oder Indianer und Cowboy ihre Freizeit verbrachten. Viele meiner Generation halten diese Art von Freizeitbeschäftigung als wesentlich sinnvoller, da sie für die Förderung sozialer Kontakte als auch für die Gesundheit, man denke nur an Übergewicht oder die zunehmende Isolation der heutigen Jugend, doch wesentlich förderlicher sind als der tagtägliche Gebrauch des Mediums Internet. Andererseits sehe ich aber auch die Notwendigkeit, daß viele Themen wie eben auch das Gebiet Bio und Natur eine wesentlich größere Resonanz und Verbreitung durch die globale Verlinkung erfahren. Informationen können per Klick abgerufen und Wissenswertes kann von zuhause aus recherchiert werden. Ein weiterer Vorteil für jeden Webmaster ist dementsprechend auch die Möglichkeit, eigene Webseitenprojekte, in diesem Fall http://www.bio-natur.at, einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

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