Antrag auf Beobachtung beim Bundesamt für Verfassungsschutz 1



Mehr Gerechtigkeit und Überwachung für alle BürgerInnen!

Antrag auf Beobachtung beim Bundesamt für Verfassungsschutz.Es ist ein ausgemachter und wohl auch hausgemachter Skandal, der sicherlich viele gesetzestreue Menschen betrifft, welche so unerkannt und unbekannt durch die ungeschütze Gegend fleuchen und kreuchen. Ich schwafle und schwadroniere hier über die Manipulationsmöglichkeiten durch die Medien, vergesse aber vor lauter Selbstmitleid, dass es unzählige Menschen gibt, denen es noch viel schlechter geht und die unter unvorstellbaren Identitätsverlusten leiden müssen, welche nicht einmal durch Fingerprint und Gesichtfelderkennung, Videoüberwachung und Datenvorratsspeicherung kompensiert werden können. Gutbürgerliche und Schlechtbürgerliche, welche seit Jahren unter unvorstellbaren Repressalien leiden müssen, ohne Hoffnung auf Besserung der prekären Gesetzeslage und Aussicht auf ein vollständiges Datenprofil. Denn was sich hier für ein diskriminierendes Verhalten von Seiten des Staates abspielt, ist schlicht und einfach geschrieben unverschämt.

Was ich hier anprangern muss, überschreitet bei weitem die Grenzen des Zumutbaren und darf von jedem halbwegs durchleuchtungswilligen Menschen, der sowieso nichts zu verbergen hat, so nicht hingenommen werden. Da wird sogar Franz Kafka (den brauchen Sie übrigens nicht mehr zu überwachen, der ist schon tot!) zum unscheinbaren Volksverhetzer, dem noch nachträglich „Der Process“ gemacht werden sollte:

Jemand musste Josef K. verleumdet haben, denn ohne dass er etwas Böses getan hätte, wurde er eines Morgens verhaftet.

Ohne dass er etwas Böses getan hätte. So ein Schwachsinn! Der Mensch ist von Grund auf böse, hinterlistig und gemein. Oder noch schlimmer. Und deshalb hat er ein verbrieftes Recht auf verfassungsrechtlichen Schutz. Stellen Sie sich nur einmal folgende Situation vor. Sie werden von Ihren guten Freunden eines Tages völlig unvermittelt gefragt: „Was hast Du eigentlich am 11. April 1957 gemacht?“ Und Sie Kretin? Stehen vollkommen ratlos und nichtswissend vor Ihrem Gegenüber, zucken hilflos mit den Gesichtsmuskeln und dann noch viel hilfloser mit den Schultern und das einzige, was Sie mühsam unter zusammengepressten Lippen und verzweifelt händeringend leise hervorbringend von sich geben, ist: „Äh, keine Ahnung!“ Na, klingelt‘ endlich? Wer solch eine Reaktion zeigt, muss etwas zu verheimlichen haben.

Können diese Augen lügen?
können sie auch gucken?
Würden wir Euch betrügen
ohne zu zucken!
Die Welt ist schlecht, hinterhältig und gemein.
Wollt Ihr die Wahrheit hören?
Nein!

Hat „Fettes Brot“ gesungen. Die könnten eigentlich noch überwacht werden, wenn noch Platz im Speicher wäre, denn die Bandmitglieder leben alle noch. Glaube ich zumindest.

Wieder einmal wird die sogenannte Mittelschicht vollständig vom Verfassungschutz geprellt, missachtet, durch Nichtbeachtung und ungeteilte Unaufmerksamkeit bestraft und ins linke Abseits gestellt. Zumindest 27 Abgeordnete der Linkspartei in Deutschland haben die Gewissheit, am Programm für Beobachtung teilnehmen zu dürfen. Das Schlimme und der eigentliche Skandal daran: Sie müssen nicht einmal etwas dafür bezahlen, sondern bekommen diesen Rundum-Service vom Deutschen Bundesamt für Verfassungsschutz völlig kostenlos. Gratis, für lau, ohne auch nur einen Cent dafür zu bezahlen. Eine politische Kaste sondergleichen, die wieder einmal durch Gier und Egoismus vom Allerfeinsten auffällt. Das kann es wirklich nicht sein! Hier wird dem Grundsatz der staatlich verordneten Gleichbehandlung und der vaterländisch fürsorgepflichtigen Gleichschaltungsprinzip in solchen Maßen widersprochen, dass jetzt das Maß voll ist. Randvoll bis zum linken Rand und noch einen Tropfen mehr, der in einer perfiden Art sondergleichen in einem unbewachten Augenblick davongelaufen ist und das Weite gesucht hat, ohne sich ordnungsgemäß beim Verfassungsschutz abzumelden, sondern klammheimlich davongetropft ist.

Einige wenige Privilegierte bekommen hier einen Sonderstatus zugesprochen, welcher der Mehrheit der Bevölkerung verwehrt bleibt. Glaube ich zumindest, kann aber auch ganz anders sein. Fakt ist und bleibt aber. Ungerechtigkeit muss durch entsprechende gewaltfreie Mittel bekämpft werden und möglichst schnell aus dem unbeobachteten toten Winkel geschafft werden.    

Deshalb sagt Paul Boegle: „Wehrt Euch!“ Wehret den Anfängen und rollt das dicke Ende am besten gleich von hinten auf, ohne den lästigen Umweg über das hässliche Paul Boegle hat das dringende Bedürfnis nach besserer Überwachung und Beobachtung. Das ausgefüllte Formular und den Antrag auf Beobachtung beim Bundesamt für Verfassungsschutz habe ich schon ausgefüllt.Mittelmaß und den unscheinbaren Mittelstandsmenschen zu gehen. Dank der taz, welche mir unter „Hallo Verfassungsschutz – Überwacht uns auch!“ die linke Herzkammer, den linken Lungenflügel, die linke Niere, die linke Arteria pulmonalis und das linke, etwas zu grün geratene Auge geöffnet hat, möchte ich deshalb alle verantwortungslosen BürgerInnen aufrufen, diese Ungerechtigkeit jetzt und hoffentlich für alle Zeiten aus der unüberwachten Welt zu schaffen.

Es ist ein Skandal! Der Verfassungsschutz überwacht 27 Abgeordnete der Linkspartei. Warum nur die? Warum nicht mich? Das fragte Tabea Rößner, die medienpolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, in einem offenen Brief an den Verfassungsschutz.

Und das können Sie auch. Die taz hat für Sie bereits ein Formular vorbereitet. Mit 14 guten Gründen zum Ankreuzen. Laden Sie sich einfach das PDF zum Selbstausfüllen runter und dann schnell an den Verfassungsschutz geschickt. Die freuen sich schon.

Das im Artikel der taz angesprochene PDF-Formular können Sie selbstverständlich bei Klick auf eines der beiden Bilder völlig unkompliziert herunterladen und nach eigenem Gutdünken ausfüllen. Die IP-Adresse brauchen Sie dabei nicht angeben, die wird höchstwahrscheinlich schon beim Download von den freundlichen MitarbeiterInnen ausgelesen. (Nicht jene von der taz).

So, ich denke, mit diesem verfassten Artikel kann ich getrost meine Einreichung des Antrags auf Überwachung beim Verfassungsschutz vergessen und bedanke mich schon einmal vorab für die freundliche Aufnahme in die Kundenkartei. Doch es gibt noch genug zu tun! Also packen Sie es an und werden auch Sie Mitglied in einer täglich wachsenden Gemeinschaft. Oder wollen Sie einsam und verlassen und von Vater Staat und Mutter Land geächtet am linken Rand der Gesellschaft vor sich hin vegetieren? Na also!

Deshalb: Mehr Vater Liebe Leute und Mutter Schutz von oben für die da unten. Vorsicht! Dieser Beitrag könnte ein paar satirische Bits und Bytes enthalten.


Über Paul Boegle

Bio Natur - Der Weblog, warum dieser Blog und warum gerade ich ? Ich gehöre mittlerweile einer Generation an, welche einerseits noch ohne Internet ihre Kindheit und Jugend verbracht hat, andererseits aber auch durch berufliche Notwendigkeit, das Interesse am Medium Internet und nicht zuletzt durch die Kinder aktiv das www nutze. Ist das nun gut oder schlecht ? Wie so vieles im Leben ist auch das Internet ein zweischneidiges Schwert. Ich denke oft mit Wehmut an eben diese lang zurückliegende Zeit, als Kinder noch mit Fußballspielen oder Indianer und Cowboy ihre Freizeit verbrachten. Viele meiner Generation halten diese Art von Freizeitbeschäftigung als wesentlich sinnvoller, da sie für die Förderung sozialer Kontakte als auch für die Gesundheit, man denke nur an Übergewicht oder die zunehmende Isolation der heutigen Jugend, doch wesentlich förderlicher sind als der tagtägliche Gebrauch des Mediums Internet. Andererseits sehe ich aber auch die Notwendigkeit, daß viele Themen wie eben auch das Gebiet Bio und Natur eine wesentlich größere Resonanz und Verbreitung durch die globale Verlinkung erfahren. Informationen können per Klick abgerufen und Wissenswertes kann von zuhause aus recherchiert werden. Ein weiterer Vorteil für jeden Webmaster ist dementsprechend auch die Möglichkeit, eigene Webseitenprojekte, in diesem Fall http://www.bio-natur.at, einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Kommentar erstellen