Wir manipulieren, um zu manipulieren 1



Wir machen uns ein reales Bild durch glaubwürdige Bilder

How the media can manipulate our viewpoint. Ein Bild kann viele Dinge erzählen. Es kommt immer nur auf den richtigen Bildausschnitt und die gewähte Perspektie an. Der Manipulation durch die Medien sind durch heutige Bildbearbeitungs-Software fast keine Grenzen gesetzt.Ich hatte Ihnen unter „How the media can manipulate our viewpoint“ beschrieben, wie ich mir ein Foto so zurechtlegte, dass es die von mir gewünschten Zwecke und Ziele, nämlich anschaulich unter „Ein Foto erzählt eine Geschichte“ den dort (von mir fingierten) Inhalt glaubwürdig zu unterstreichen. Ebenfalls hatte ich geschrieben, dass Sie das linke Foto möglicherweise im Zusammenhang mit manipulativer Berichterstattung durch die Medien welcher Art auch immer schon einmal gesehen haben. Und auch in diesem zweiten Fall bin ich einen Schritt weitergegangen, denn ich war mit dem Foto einfach nicht rundum zufrieden. Zufrieden in dem Sinne, dass es für meinen Artikel „Ein anderes Foto erzählt eine andere Geschichte“ noch den gewissen Feinschliff benötigte.

Ich habe mich dabei bestimmter Techniken bedient, wie sie tagtäglich von Medien, der Werbeindustrie oder sicherlich auch BloggerInnen wie mir verwendet werden. Ich habe durch die Wahl eines für meine Intention geeigneten Bildausschnittes Zensur sowie durch nachträgliche Retuschen am How media can manipulate our overview oder die Manipulation durch unkritische Informationsaufnahme. Wie sogenannte unwiderlegbare Bildbeweise gewünschte Informationen verbreiten und glaubhaft untermauern.Bildmaterial Manipulation betrieben. Ich habe bewußt die Wirklichkeit verfälscht. Und ich habe diesen Vorgang ein weiteres Mal unter „Ein anderes Foto erzählt eine andere Geschichte“ wiederholt. Allerdings gibt es im „Original“ einen entscheidenden Fehler, welcher bei genauerer Betrachtung auffällt. Denn wer genau hinsieht, wird die rechte Hand des Soldaten auf seinem Oberschenkel ruhend erkennen. Doch das Gewehr, welches über die rechte Schulter hinweg auf die Schläfe des „Kriegsgefangenen“ zielt, wird ebenfalls von einer rechten Hand gehalten. Schlecht möglich und deshalb für mich verbesserungswürdig.

Also habe ich den Bildausschnitt nach links vergrößert, umfür meine LeserInnen auch wirklich nichts im Geheimen zu lassen, sondern darauf zu verweisen, dass hier ein dritter Soldat anwesend ist. Ich habe ja nichts zu verheimlichen, wäre noch schöner. Allerdings war mir die ganze Szenerie dann noch etwas zu menschlich. Die Hand, welche von rechts kommend den Kopf des Gequälten stützt, ist mir dann doch zu menschlich. Unbedarfte BetrachterInnen könnten doch tatsächlich auf die Idee kommen, dass hier Milde am waltenden Werke ist, was aber so gar nicht erwünscht wäre. Wir wollen ja über die Greuel ähnlich denen im (realen) Guantanamo berichten und nicht von Menschenwürde daherschwafeln. Also muss die stützende Hand weg! Die entstandene Lücke? Kein Problem, der Haarschnitt war sowieso nicht gerade vorteilhaft, also lassen wir die Haare eben wachsen und deuten darüberhinaus noch den Haaransatz über dem Unterarm an. Noch perfekter wäre es allerdings gewesen, wenn ich die Haare auch rechts des Gewehrlaufes eingefügt hätte. Denn so fällt es einem kritischen Menschen auf, dass irgendetwas nicht passt. Habe ich aber nicht getan, um Ihnen zu zeigen, dass es oftmals auf jedes noch so kleine Detail ankommt, um auch die letzte Unstimmigkeit zu beseitigen. Doch trotz Makel hat die Umgestaltung zwei Vorteile. Erstens wird der Blick sofort auf den Lauf der Waffe und deren Druckpunkt auf der Schläfe gerichtet und zweitens haben wir die Gewissheit, dass zwischenmenschliches Verhalten durch Berührung endgültig unter den blickdichten Tisch fällt. 

Wieder stand also ein bestimmter Inhalt im Vordergrund, den ich durch ein Foto unterstreichen wollte, um dem Gelesenen mehr Gewicht zu verleihen. Noch einmal habe ich die Wichtigkeit der Aussagen durch die nachträgliche Bearbeitung von Bildmaterial so zurechtgebogen. Natürlich ohne den geringsten Hinweis auf die eigenmächtigen Änderungen, schließlich möchte ich den LeserInnen nur das zeigen, was zu zeigen aus meiner Sicht erwünscht ist. Manipulieren, um zu manipulieren. Die Wahrheit? Ja selbstverständlich, nur eben ein bisschen geschönt und auf die Sprünge geholfen. Hier ein Strich weniger, dort ein paar Pixel hinzugefügt. Die Haare wachsen innerhalb von Sekunden, ein fehlender Daumen wird dank entsprechender Kenntnisse zum retuschierten Anhängsel. Daumen hoch und mit Haut und Haaren medial verspeist. Und zum Dessert gibt es die Überzeugung: „Oh Gott, das muss ich sofort auf Facebook posten und per Tweed in Umlauf bringen. So kannte ich die ganze Geschichte Wir manipulieren, um zu manipulieren. How the media can manipulate our viewpoint. Was es bedeutet, wenn wir uns allzu leichfertig und gutgläubig auf mediale Berichterstattung verlassen und ohne Kritik Gelesenes und Gezeigtes hinterfragen.ja noch gar nicht. Gut, dass man sich auf die Medien und gute Berichterstattung verlassen kann!“  

Und weshalb? Weil es halt alle tun? Weil es ein Kavaliersdelikt ist? Weil es anders einfach nicht geht? Oder vielleicht, weil die Wirklichkeit dadurch noch einen Daumenbreit realer wird, ohne dass uns gleich die Haare zu Berge stehen? Weil bestimmte Details ja sowieso nicht so wichtig sind, dass wir sie zeigen müssen? Damit wir uns endlich auf das Wesentliche konzentrieren können? Doch genau hier liegt das Problem. Wer bestimmt, was wesentlich und wichtig ist? Es sind jene Medien, in diesem Fall ich als Blogger, welche die Wahrheitsfindung steuern wollen und uns weismachen möchten, dass ein Bild mehr erzählt als tausend schöne Worte.

Doch wie sieht diese von mir subjektiv gesehene Wahrheit und Realität, wenn denn Wahrheit überhaupt messbar ist und Realität sich objektiv und allgemeingültig nacherzählen lässt, wirklich aus? Was, wenn weder die erste noch die zweite Geschichte so geschehen sind und es eine dritte (oder möglicherweise noch mehr) Wirklichkeit gibt, die ich Ihnen aus welchen Gründen auch immer vorenthalten habe. Was, wenn ich die gewählte Perspektive des Fotos und damit auch das den Text begleitende Bilddokument so angepasst hätte, dass ich Ihnen genau das mitgeteilt habe, was mitzuteilen mir aus meiner Sicht wichtig war? Ich habe mich auf ein unwiderlegbares Beweismittel berufen. Schließlich bildet doch ein Foto eine Momentaufnahme der Wirklichkeit dar und lässt sich dementsprechend nur schwerlich wegleugnen. Rufen wir uns also noch einmal die beiden Fotos in Erinnerung und verbinden diese Informationen mit jenen des Textes.

Als die Bilder nicht nur laufen, sondern auch sprechen lernten

Ein weiteres wirklich eindrückliches Beispiel bietet der folgende Kurzfilm „Eine Wahrheit drei Perspektiven„, den Sie bei Klick auf den Link oder das Schaubild erreichen. Es handelt sich dabei um eine alte Werbeanzeige, welche die britische Zeitung „The Guardian“ lanciert hatte. Zumindest habe ich es so gelesen, was auch wiederum bedeutet, dass Werbefilm von “The Guardian”. Eine Wahrheit drei Perspektiven. Die Wirklichkeit aus verschiedenen Blickwinkeln gesehen und gestaltet.ich eine Information ungeprüft übernommen habe. Doch für den Zweck soll es genügen, schließlich will ich Ihnen damit anschaulich machen, was es für uns alle bedeuten kann, aus der täglichen Informationsflut jene Dinge zu filtern oder eben nicht zu hinterfragen, welche möglicherweise für die Belange jener von Nutzen sind, welche diese Medieninhalte veröffentlichen und uns Wahrheiten vorgaukeln möchten, welche aus dem Zusammenhang gerissen und perspektivisch für die eigenen Zwecke umgeformt eine völlig neue Sicht der Dinge ergeben.

Die Wirklichkeit aus verschiedenen Blickwinkeln sehen und sogar gestalten. Dass ich als Blogger diese Techniken und Stilmittel wohl ebenso einsetze, teils unbewußt, teils beabsichtigt, um meine eigene Meinung zu vertreten und diese eine ganz persönliche Sicht der Dinge nach außen zu tragen, kann, darf und will ich erst gar nicht bestreiten. Bestimmte und für den eigenen Zweck dienliche Inhalte aus einem Ganzen herauszureißen, diese dann in das eigene geschriebene Wort einzubauen, um diesen „fremden“ Worten dadurch zu einer vollkommen neuen Aussagekraft und dem eigenen Wort mehr Gewicht zu verleihen und zu verhelfen, auch ich kann ab und zu dieser Versuchung nicht widerstehen. Es genügt oftmals schon der Umstand, dass ich mir einen zum jeweiligen Thema passenden Text durchlese, danach aber nur jene Passagen, welche mir selbst als zweckdienlich erscheinen, mit in die persönlichen Artikel einfließen lasse. Copy and paste als lockende Versuchung, durch Manipulation persönliche Vorteile oder Glaubwürdigkeit zu verbreitet, wird in Zeiten der Reizüberflutung und ständiger Erweiterung und permanenter Erreichbarkeit der verschiedensten Medien unser Bild von der Wirklichkeit noch oft vor die Zerreißprobe stellen. Manipulatives Verhalten wurde sicherlich nicht nur Herrn Guttenberg zum Verhängnis, sondern begleitet auch uns Tag für Tag auf der Suche nach Informationen, Hintergrundwissen und dem Drang nach Aufklärung und dieser einen, alles entscheidenden Wahrheit.

Ich hatte vor beinahe zwei Jahren schon einmal eine ähnliche Aktion gestartet. Unter „Extraterrestrisches Leben entdeckt“ begann ich, dem unscheinbaren Stern „Gliese 581“ außerirdisches Leben einzuhauchen. In einer ebenfalls mehrteiligen Artikelserie, beginnend mit „1. Teil: Das Internet – wahr, gelogen oder wahrgelogen?“ wollte ich danach der Frage nachgehen, weshalb wir unbewiesenen Gerüchten oftmals soviel Wahrheit zukommen lassen oder, um nun mit jener Erkenntnis von Friedrich Nietzsche zu schließen, welche ich in meinem damaligen Schlussartikel „6.Teil: Homo cyberspace – die Gefahr Internet“ aus seinem Werk „Über Wahrheit und Lüge im außermoralischen Sinne“ schon einmal zitiert hatte:

Der Mensch selbst aber hat einen unbesiegbaren Hang, sich täuschen zu lassen, und ist wie bezaubert vor Glück, wenn der Rhapsode ihm epische Märchen wie wahr erzählt oder der Schauspieler im Schauspiel den König noch königlicher agiert, als ihn die Wirklichkeit zeigt.  


Über Paul Boegle

Bio Natur - Der Weblog, warum dieser Blog und warum gerade ich ? Ich gehöre mittlerweile einer Generation an, welche einerseits noch ohne Internet ihre Kindheit und Jugend verbracht hat, andererseits aber auch durch berufliche Notwendigkeit, das Interesse am Medium Internet und nicht zuletzt durch die Kinder aktiv das www nutze. Ist das nun gut oder schlecht ? Wie so vieles im Leben ist auch das Internet ein zweischneidiges Schwert. Ich denke oft mit Wehmut an eben diese lang zurückliegende Zeit, als Kinder noch mit Fußballspielen oder Indianer und Cowboy ihre Freizeit verbrachten. Viele meiner Generation halten diese Art von Freizeitbeschäftigung als wesentlich sinnvoller, da sie für die Förderung sozialer Kontakte als auch für die Gesundheit, man denke nur an Übergewicht oder die zunehmende Isolation der heutigen Jugend, doch wesentlich förderlicher sind als der tagtägliche Gebrauch des Mediums Internet. Andererseits sehe ich aber auch die Notwendigkeit, daß viele Themen wie eben auch das Gebiet Bio und Natur eine wesentlich größere Resonanz und Verbreitung durch die globale Verlinkung erfahren. Informationen können per Klick abgerufen und Wissenswertes kann von zuhause aus recherchiert werden. Ein weiterer Vorteil für jeden Webmaster ist dementsprechend auch die Möglichkeit, eigene Webseitenprojekte, in diesem Fall http://www.bio-natur.at, einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

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