Die Johanniter. Aus Liebe zum (guten) Leben



Drückeberger und Berge von Drückern nicht nur zur Weihnachtszeit

Da bekanntlich, zumindest mit dem heutigen Tage, weil gerade geschreiben und somit publik gemacht, Heinrich Böll (gute Literatur gibt es von der gleichnamigen Stiftung oftmals gratis) zu meinen Lieblingen deutschsprachiger Literatur zählt, bietet sich dementsprechend und weil eben auch in weiterer Folge dieser nun folgenden Verkettung äußerst unglücklicher Umstände die Weihnachtszeit (Occupy Northpole nicht vergessen !!!) vor der Türe steht und oftmals mit derselben mit allerlei singenden Engeln ins Haus fällt, machen wir uns dies zunutze und wollen ein wenig feiern. Ob Sie dabei an der biologisch bedenklichen Spitze des Eisbergsalates mümmeln oder lieber im unbedenklichen Hilton in Mainz lümmeln, sei Ihnen selbst überlassen. Denn schließlich soll die Liebe zum Leben, mitunter mehr ein Nehmen denn inkludiertes Geben, auch ordentlich bei Laune gehalten und das eine oder andere Mal haltlos gefeiert werden. Sozusagen lebensbejahende Feierlaune eben. Eben! Aber es sei Ihnen vorab eines gesagt, was Sie sich unbedingt merken sollten: Nur wer auch wirklich einen guten Lauf hat, kann Überschüsse in solch launemachende Feierlichkeiten investieren.

Manch LeserIn wird nun insgeheim die Hände flehentlich zum Himmel erheben und leise fluchend nach Rettung schreien, weil ich wieder einmal ab ovo und lose im Sattel sitzend das Pferd von hinten aufzuzäumen versuche und über Umwege zum Ziel meines Themas stolpernd schleiche. Aber, weil wunderbarerweise bereits das Wörtchen „Rettung“ im letzten ein wenig verschachtelten Satze fiel, bin ich eigentümerlicherweise relativ schnell, zumindest nach meinen Maßstäben, zu eben diesem Ziel gelangt. Wer den „Report Mainz“ gesehen hat, wird nun vielleicht schon ahnen, wohin die heutige Reise mit viel Tatütata und virtuellem Blaulicht geht und vor allem fährt. Wer möglicherweise den Report verpasst hat, weil gerade mit dem Ausfüllen eines Spendenformulars oder noch besser, mit dem Ausfüllen einer Einzugermächtigung für „Die Johanniter“ beschäftigt, sollte sich nicht grämen. Ihr Geld ist in allerbesten Händen.

Jetzt haben aber Oliver Heinsch und Edgar Verheyen seltsamerweise auch andere Dinge rund um den nicht gerade zäh rinnenden Spendenfluss jener aus Liebe zum Leben tätigen Johanniter in einem 6:30 Minuten langen Beitrag mit dem Titel „Die fragwürdigen Methoden der Johanniter Drückerkolonnen auf Mitgliederfang“ (Report Mainz aus der Sendung vom Dienstag, 13.12. | 21.45 Uhr | Das Erste) aus dem spendenfreundlichen vorweihnachtlichen „Erste Hilfe Kasten“ an die Oberfläche befördert. Was umso erstaunlicher ist, da ich (nach Ansehen der Reportage) einmal auf der Johanniter-Webseite ohne viel Tatütata und Blaulicht virtuell vorbeigefahren bin.

Um nun nicht wieder vollkommen einseitiger Berichterstattung bezichtigt zu werden, der Form halber noch ein an die Reportage anschließendes Interview mit Oliver Heinsch und Edgar Verheyen unter „Autorengespräch: Drückerkolonnen auf Mitgliederfang. Moderator Fritz Frey im Gespräch mit den Autoren Oliver Heinsch und Edgar Verheyen„, welches ebenfalls aus der Sendung vom 13.12.2011 stammt. Dabei kommen die beiden zu dem Schluss, dass „Die Johanniter“ die Spenden sehr wohl für caritative Zwecke verwenden (ab 3:55 Min des Beitrages). Das anschließende „Aber“ von Heinsch überlasse ich jetzt jedoch Ihrer eigenen Interpretation.

Was zuvor von Verheyen angesprochen wird, ist dabei auch interessant. Wer sich einmal auf die Suche nach der angesprochenen „Gesellschaft für Information und Publizistik (GIP)“ mit Sitz in Dortmund begibt, wird auch nach längerer Suche im Internet nicht wirklich fündig, abgesehen von diversen Angaben über Firmensitz und ähnliche Dinge. Wer jetzt den Tatendrang hat, wirklich die Webseite von GIP zu suchen und zu besuchen, bekommt von mir nun die einmalige spendenfreie Gelegenheit, unter der Internetadresse http://www.gip.de/ das höchst informative Projekt anzuschauen. Sollten Sie allerdings mehr finden und sehen als ich es getan habe, lassen Sie es mich bitte wissen. Möglicherweise ist mir dabei etwas entgangen. Einzig unter „Außendienstmitarbeiter (m/w)“ liest die/der interessierte kontaktfreudige, motivierte, zuverlässige und gepflegt auftretende MitarbeiterIn für die Zukunft in Diensten der Johanniter dann, dass solch Arbeit zum Zwecke der Fördergewinnung wirklich zu vergeben ist. Wer nun kein Interesse an solch hehrem Tun hat oder bereits bis zum Hals im Arbeitsleben steckt, kann sich aber auch noch von der GIP-Geschäftsführerin Kati Nega in die Entschlüsselung der geheimnisvollen japanischen Schlankheitsformel einführen lassen (den Link gebe ich jetzt bewusst nicht an). Hat zwar nichts mit den Johannitern zu tun, aber sicherlich gut zu wissen, dass Frau Nega auch auf solchem Gebiet aktiv am Wohlbefinden der Menschheit mitwirkt: „Die Yoshimasu-Formel ist der ultimative Weg zur Traumfigur. Sie wirkt immer – auch in hoffnungslosen Fällen.“ Na dann! Aus Liebe zum figurbetonten Leben.

So, nun lasse ich Sie alleine zurück. Bleiben Sie schön in Feierlaune und lassen Sie sich vor allem dieselbe nicht verderben. Ich werde jetzt noch ein bisschen lesen und verdrücke mich dementsprechend für ein kleines Weilchen. Vielleicht „Fürsorgliche Belagerung„. Natürlich von Heinrich Böll. Obwohl, kenne ich schon. Dann eben „Die schwarzen Schafe„. Auch wieder von Böll und mir ebenfalls bekannt. Natürlich könnte ich auch „Hausfriedensbruch“ zur Hand nehmen. Ursprünglich zwar ein Hörspiel, aber man kennt ja mittlerweile ganz eigentümliche Dinge so vom Hörensagen. Ja, sie wissen es bereits. Geschrieben von Heinrich Böll und gehört und auch gelesen von Paul Boegle. Also doch zum ich weiß nicht wievielten Male die „Ansichten eines Clowns„. Sie wissen schon, der Bettler, der eigentlich keiner war. Passt eigentlich am besten in diese zwischenmenschlich fröhliche Weihnachtszeit. Selbstverständlich nicht nur zur Weihnachtszeit.


Über Paul Boegle

Bio Natur - Der Weblog, warum dieser Blog und warum gerade ich ? Ich gehöre mittlerweile einer Generation an, welche einerseits noch ohne Internet ihre Kindheit und Jugend verbracht hat, andererseits aber auch durch berufliche Notwendigkeit, das Interesse am Medium Internet und nicht zuletzt durch die Kinder aktiv das www nutze. Ist das nun gut oder schlecht ? Wie so vieles im Leben ist auch das Internet ein zweischneidiges Schwert. Ich denke oft mit Wehmut an eben diese lang zurückliegende Zeit, als Kinder noch mit Fußballspielen oder Indianer und Cowboy ihre Freizeit verbrachten. Viele meiner Generation halten diese Art von Freizeitbeschäftigung als wesentlich sinnvoller, da sie für die Förderung sozialer Kontakte als auch für die Gesundheit, man denke nur an Übergewicht oder die zunehmende Isolation der heutigen Jugend, doch wesentlich förderlicher sind als der tagtägliche Gebrauch des Mediums Internet. Andererseits sehe ich aber auch die Notwendigkeit, daß viele Themen wie eben auch das Gebiet Bio und Natur eine wesentlich größere Resonanz und Verbreitung durch die globale Verlinkung erfahren. Informationen können per Klick abgerufen und Wissenswertes kann von zuhause aus recherchiert werden. Ein weiterer Vorteil für jeden Webmaster ist dementsprechend auch die Möglichkeit, eigene Webseitenprojekte, in diesem Fall http://www.bio-natur.at, einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

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