MyLife 24/24: Die Jugend blickt nach vorne 1



Filmische (Kurz)Gedanken zum Jahr 2035

Nun, da ich meinen lesenden Streifzug zusammen mit Rudolf Fill durch die staubigen und angestaubten Jahrhunderte päpstlicher Machtbestrebungen und -ansprüche, welche bis in die Gegenwart hinein nachhallen und sich als vatikanische Schallwellen ausbreiten, beendet habe, lasse ich heute jene zu Wort kommen, welche gemeinhin als „unsere Zukunft“ betrachtet werden und unter dem Siegel der pensions- und rentensichernden Verschwiegenheit von den Älteren als oftmals lästiges, lärmendes, lautes und Hast du Lust auf eine gedankliche Zeitreise? Wie lebst du im Jahr 2035? Wie wohnst du? Wo arbeitest du? Wie bewegst du dich von A nach B? MyLife 24/24 Videokompilation von jungen Menschen.lebensfeindliches Anhängsel betrachtet werden. Oder kurz: In meinem heutigen Beitrag soll die Jugend zu Wort kommen oder besser geschrieben ins rechte Bild gerückt werden, was sie aber sowieso gleich selbst übernehmen wird.

Was treibt eigentlich die Jugend so den lieben langen Tag, wenn sie nicht gerade auf Facebook mit 617 FreundInnen chattet? Nun, es hört sich vielleicht seltsam an, aber auch (oder gerade) diese Generation X+1 oder eben der liebe Nachwuchs macht sich Gedanken über die eigene und, sollte das Jahr 2035 noch irgendeine Verwendung für Sie und mich auf diesem Planeten Erde haben, möglicherweise auch Ihre, meine, unsere Zukunft. Und im vorliegenden Fall namens MyLife 24/24 sogar minutiöse Gedanken, welche im Sekundentakt abgerechnet werden oder welche jene gedankenverschwendende, gedankenverschwenderische Nachfolgegeneration in Form von Kurzvideos von etwa ein- bis dreiminütiger Länge über die eigenen Vorstellungen, Gedanken, Ängste, Verbesserungen und Zustände zum filmischen Leben erwecken. Dass sich diese jungen Kreativen dabei natürlich nicht nur des Mediums Film bedienen, sondern eben auch wiederum Facebook (MyLife 24/24 Facebook-Seite) als Aggregator zum Verbreiten dieser Inhalte des Heute über das gar nicht mehr so ferne Morgen nutzen, ist natürlich klar. 

Im Rahmen des SUM (Stadt-Umland-Management Wien/Niederösterreich) haben sich 24 junge Filemmacherinnen und Filmschaffende also zusammengefunden, um aus ihren jeweiligen Beiträgen eine Videokompilation zu schaffen, welche sich mit ganz vielfältigen Themen beschäftigt. Und doch liegt allen Beiträgen ein Grundtenor zugunde: Was wird die Zukunft bringen? Egal ob „a movie, where plastic bottles control the whole world“ („Waste War“ von Valentin Lechner), welcher schlussendlich hinsichtlich unserer Bereitschaft, alles in Plastikflaschen abzufüllen, die Frage stellt: „And a solution?“ oder der prämierte Clip „Der erste Schritt“ von Simon Casetti, welcher für Car sharing, Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel, die verstärkte Nutzung des Fahrrads und selbstverständlich jenen ersten Schritt wirbt, welcher neben dem Hirn auch das Einschalten des natürlichen Bewegungsapparates, also unserer Beine, zum Kernpunkt seiner Aussage macht. „Und keiner schimpft mehr die Ausländer und alle sind gleich. Ich find es schon besser jetzt!“ Die beiden letzten Sätze des Beitrages „Früher war alles besser“ by Julia Hacker sagt eigentlich ohne weitere Worte, welche Botschaft hier für die Menschen der Gegenwart ausgegeben wird bzw. welchen Wertewandel der Gesellschaft sich die beiden ProtagonistInnen des Films von uns, jenen in der derzeitigen politischen und sozialen Verantwortung stehenden Menschen, wünschen würden. Dass dabei von einer PS 25, welche im Jahre 2035 wohl erhältlich sein wird, die Rede ist, zeigt doch mehr als deutlich, wie subtil diese jungen Menschen, welche an der Videocollage mitgewirkt haben, ihre Kritik und Verbesserungsvorschläge eingebracht haben, ohne gleich mit dem filmischen Holzhammer auf die Menschheit einzuschlagen. Alle Teilnehmerinnen und Mitwirkenden, welche nun nicht namentlich erwähnt wurden, mögen mir dies bitte verzeihen. Sollte es aber irgendwo in eurem Fundus etwas Dementsprechendes geben, kann ich dies gerne nachträglich einbauen. Nachtrag, ohne diese vorangegangene Worte jetzt zu löschen: Ich bin bezüglich der Namensliste bereits fündig geworden und habe sie selbstverständlich weiter unten vor der Videocollage online gestellt.

Dass sich dabei sogar Wiens Vize-Bürgermeisterin Maria Vassilakou per Facebook-Post zu Wort gemeldet hat, mag sicherlich ein Zeichen für das Verständnis der gezeigten Maria Vassilakou: Facebook-Post zu MyLife 24/24. Wie sehen Jugendliche die Stadt Wien und das Umland im Jahr 2035.Werke sein. Doch wenn die Grünen trotz 25-jähriger Feierlichkeiten über den erstmaligen Einzug in den Nationalrat diese Botschaften über dieses Verständnis hinaus, hier sei besonders wieder Simon Casetti namentlich erwähnt, in die Tat umsetzen möchten, um im Jahre 2035 dann durch entsprechende umweltpolitische Maßnahmen an ihr 50-jähriges Dienstjubiläum im Namen des Volkes denken zu können, bedarf es allerdings auch einer dementsprechenden Umsetzung dieser Vorgaben aus Kindermund und Wünsche, Sorgen und Kritikpunkte der mit dem Auge der jugendlichen BetrachterInnen auf Video gebannten minütlichen Gedankengänge. Was ich aber auch schon selbst in einigen Beiträgen (z.B. „Nicht das Rad neu erfinden. Einfach ausbauen“ oder „Hoch zu Ross auf dem Drahtesel„) zum Anlass nahm, dies mit Worten zu äußern.

So, aber nun genug der schönen Worte. Lassen wir also jene sprechen, welche für die kleinen Werke verantwortlich sind.

Diese Kompilation beinhaltet alle im Rahmen vom Projekt MyLife 24/24 eingereichten Videos. Am Projekt waren folgende junge RegisseurInnen beteiligt: Aimee Karl, Stefan Giparakis, David Blacher, Tobias Weber, Linda Kress, Andreas Mayer, Elias Hirschl, Bengisu Naz Uzgur, Julia Hacker, Sonja Greinecker, Sophie Schwarz, Rene Kaspar, Valentin Lechner, Franziska Weber, Stefan Reuter, Valentin Gensthaler, Katja Träger, Elmas Libohova, Christoph M., Anja S., Judith T., Laura Ewers, Rupert Tömböl, Melina Lehofer, Miriam Hülmbauer, Christiana S., Lisa K., Christine S., Jovana L., Dominik Scheidl, Claudio dela Sciava, Alexander Bauer, Flora Petrik und Simon Casetti.

MyLife 24/24 – Videokompilation from Büro PlanSinn on Vimeo.


Über Paul Boegle

Bio Natur - Der Weblog, warum dieser Blog und warum gerade ich ? Ich gehöre mittlerweile einer Generation an, welche einerseits noch ohne Internet ihre Kindheit und Jugend verbracht hat, andererseits aber auch durch berufliche Notwendigkeit, das Interesse am Medium Internet und nicht zuletzt durch die Kinder aktiv das www nutze. Ist das nun gut oder schlecht ? Wie so vieles im Leben ist auch das Internet ein zweischneidiges Schwert. Ich denke oft mit Wehmut an eben diese lang zurückliegende Zeit, als Kinder noch mit Fußballspielen oder Indianer und Cowboy ihre Freizeit verbrachten. Viele meiner Generation halten diese Art von Freizeitbeschäftigung als wesentlich sinnvoller, da sie für die Förderung sozialer Kontakte als auch für die Gesundheit, man denke nur an Übergewicht oder die zunehmende Isolation der heutigen Jugend, doch wesentlich förderlicher sind als der tagtägliche Gebrauch des Mediums Internet. Andererseits sehe ich aber auch die Notwendigkeit, daß viele Themen wie eben auch das Gebiet Bio und Natur eine wesentlich größere Resonanz und Verbreitung durch die globale Verlinkung erfahren. Informationen können per Klick abgerufen und Wissenswertes kann von zuhause aus recherchiert werden. Ein weiterer Vorteil für jeden Webmaster ist dementsprechend auch die Möglichkeit, eigene Webseitenprojekte, in diesem Fall http://www.bio-natur.at, einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Kommentar erstellen