Anti-Konsum Künstlerwettbewerb
ArtCollectorsClub: “Kauft Ihr noch oder denkt Ihr schon?”
Dass Lob und Applaus das Brot des Künstlers sind, mag nicht neu sein. Dass dieses Brot nur ein verschwindend geringer Bestandteil unseres Daseins ist, dieser Applaus vergänglich ist und schnell und lautlos auf den Schwingen des großen, schwarzen Vogels hinein in eine neue Zeit, in eine neue Welt getragen wird und unter dem Gelächter der Nachfolgenden und dem ungläubigen Staunen der noch Lebenden verebbt, hat mir der großartige Ludwig Hirsch jetzt wieder einmal selbst vor Augen geführt. Deshalb nutze ich diese mir noch zur Verfügung stehende Zeit, bevor auch mir dieser feuchte, kalte Schnabel auf die wunde und heiße Stirn gepresst wird, um mein neuestes Werk “Über-Fluss” im Rahmen des Anti-Konsum Künstlerwettbewerbes des ArtCollectorsClub auf meinem Blog vorzustellen.
Auf die Idee, an diesem Künstlerwettbewerb selbst teilzunehmen, hat mich eigentlich Peter Marwitz von Konsumpf Lesetipps: Danke, KiK! | H&M | Künstlerwettbewerb Anti-Konsum | Deutsches Fleisch gebracht. Und so soll dieser Beitrag natürlich und in erster Linie dazu dienen, mein eigenes Werk (siehe z.B. Der Terror der Dinge oder Früchte des Zorns) auch dementsprechend würdigen zu lassen. Was nichts anderes bedeutet, als dass ich mir eigentlich komplett selbst widerspreche und meinen Blog dazu benutze, das permanent zu verdammende Marketing und die Mechanismen der Werbung zu eigenen Marketingzwecken zu missbrauchen. Dass dieses Unterfangen, mich nun ins höchste und allerschönste Licht allgegenwärtigen Konsumwahns zu stellen, höchst ambivalent ist, dessen bin ich mir selbstverständlich bewusst.
Bewusst bin ich mir allerdings auch, dass all jene, welche ihre eigenen Werke auf der ArtCollectorsClub Voting Gallery präsentieren, ebenfalls ausgezeichnete Anti-Konsum-Arbeiten und künstlerische Werke zu diesem Thema abgeliefert haben. Dass dementsprechend alle um die Gunst des Publikums buhlen, liegt somit in der Natur der Sache, der Natur des Menschen und ist als Konklusion aus diesen beiden Dinge rein menschlich gesehen die natürlichste Sache der Welt.
Welche Intentionen verbinde ich nun mit meinem eigenen Werk? Wer viel Zeit zum Lesen hat, möge sich die damit zugrundeliegende und ausführliche Beschreibung auf ArtCollectorsClub: Paul Boegle presents his work “Über-Fluss” zu Gemüte führen. Es wäre meiner Meinung nicht sinnvoll, wenn ich jetzt noch einmal all jene Gedanken und Ideen hier und heute wiederholen würde, da ich als Teil dieser Konsumgesellschaft gelernt habe, dass Marketing und Werbung möglichst ohne Umschweife zum Kernpunkt kommen soll. Und in diesem Falle bedeutet dies nichts anderes als ein Heischen um Aufmerksamkeit und hier speziell ein Buhlen um Facebook-Gefallen. Schließlich bin auch ich ein korruptes und verdorbenens Kind dieser (Wegwerf)Gesellschaft.
Aber, wie bereits geschrieben: Auch alle anderen freuen sich selbstverständlich um ein bisschen Aufmerksamkeit. Wer sich also mit meinem Werk nicht anfreunden kann,
möge zumindest ihre/seine Stimme im Rahmen dieses sicherlich etwas ungewöhnlichen Wettbewerbes trotzdem vergeben. Denn der große, schwarze Vogel lauert hinter jeder Ecke und beobachtet uns mit Argusaugen, bevor er sich aufmacht, die Nächsten von uns zu holen. Also drücken Sie doch vorher noch ein Auge zu und stimmen Sie ab. Alle eingereichten Werke finden Sie bei Klick auf das rechte Schaubild. Nur den Vogel nicht. Denn der sitzt hinter Ihnen und schaut Ihnen unbemerkt über die Schulter.




