EU-Kommissar Günther Oettinger: Im Westen nichts Neues 1



Ein Politiker mit Sprachwitz, Ortskenntnissen und Blick für das Wesentliche

Wenn ich in meinem letzten Artikel „USA: Pommes und Pizza bleibt Gemüse – Basta!“ flehentlich um den Beistand der Exekutive bat, muss ich heute diese leichtfertig ausgesprochene Bitte sogleich wieder zugunsten des EU-Kommissars für Energie revidieren. Ich hatte Günther Oettinger zum letzten Male in meinem Beitrag „Günther Oettinger: Energiepolitische Visionen“ namentlich erwähnt. Das war im Mai 2011, also doch schon eine geraume Zeit her. Dass ich den EU-Politiker jetzt wieder irgendwie zwangsläufig und notgedrungen erwähne, hat dabei weniger mit neuen Visionen zu tun, sondern eher schon mit sprachlichen visionären Finessen vom Schlage eines Dichterfürsten mit politischem Ritterschlag. Andere würden dazu möglicherweise mit poetischem Tiefschlag sagen, aber wahren wir eben die Form der Form halber. Bitten seien Sie mir jetzt nicht böse, denn dies soll alles andere als diskriminierend und vor allem nicht frauenfeindlich sein, aber mit dem EU-Kommissar im Gepäck an der Endhaltestelle jedes x-beliebigen Durchgangs-, Kopf- oder auch Hirnbahnhofs wird jeder Blondinenwitz zur absoluten Nullnummer.

Der Herr über europäische Energie und energetische Sprachschätze war zu Gast im Freiburger Audimax. Was an sich ein gutes Mittel ist, sich als politischer Kopf mit Hirn durchgängig am allgemeinen Diskurs mit weniger behirnten und auf Durchzug geschalteten Köpfen über Gott, die Welt und natürlich auch mehr oder weniger brisante energiepolitische Fragen zu unterhalten. Dort diskutierte er, so weit, so gut, mit Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer über das entgleiste Streitprojekt Stuttgart 21. Und dann? Dann unterhielt Günther Oettinger einfach nur noch. Denn es kamen jene Sekunden dahergebraust, welche aus einem Politiker einfach einen Spitzenpolitiker machen, welcher einfach das Zeug und die Gabe hat, auch über den Tellerrand hinaus zu sehen und tief in den Westen Europas bis hin zum fernen Atlantik zu blicken. Ohne mit der Wimper zu zucken. Denn was die normale Hausfrau und der ungebildete Blogger von nebenan nicht weiß, nicht einmal wissen können, weil eben umgebender Kopf und eingebende Gehirnmasse keine synaptische Symbiose bilden, wird dank des EU-Kommissars zur leuchtend einfachen Erklärung, weshalb sich westlich von Paris bestimmte Säugetiere auf zwei Beinen einfach nicht mehr aufhalten können. Die Erklärung ist zwar relativ simpel, aber erst durch ein energiepolitisches Genie macht die Sache dann auch Sinn. Da vergeht einem förmlich Hören und Sagen. Also hören Sie ganz einfach, was Herr Oettinger sagt. Und wer dann noch einmal sagt, dass es im Westen  nichts Neues gibt, sollte vielleicht öfter mit der Eisenbahn fahren.

Natürlich geht es noch besser. Zum Beispiel dann, wenn sich Herr Oettinger herablässt, die Umwelt mit perfektem Englisch zu unterhalten. Und wenn Sie dann noch immer nicht wissen, dass „umbrella“ eben „umbrella“ und nicht „umbrella“ ausgesprochen wird, sollten Sie möglicherweise überlegen, ob Sie in Zukunft nicht einfach in Ihrer deutschen Muttersprache reden sollten. Glauben Sie mir, es ist besser für Sie. Denn in Günther Oettingers „homeland Baden-Württemberg we are all sitting in one boat.“ Phänomenal, so eine Energiepolitik. Da macht sogar die Klimakatastrophe richtig Spaß.

Und nun noch zum Abschluss ein paar Minuten NDR und das kleine Einmaleins gepflegter englischer Konversation. Mit Folge 2102 oder „Telekolleg: Englisch für Oettinger“. Aber dann soll es mit dem Energiekommissar auf höchster europäischer Ebene wieder einmal gewesen sein. Mindestens bis zum Mai 2012. Ich verspreche es hoch und heilig. Und für alle ausländischen LeserInnen auf meinem Blog: „I will promise it holy and moly!

 


Über Paul Boegle

Bio Natur - Der Weblog, warum dieser Blog und warum gerade ich ? Ich gehöre mittlerweile einer Generation an, welche einerseits noch ohne Internet ihre Kindheit und Jugend verbracht hat, andererseits aber auch durch berufliche Notwendigkeit, das Interesse am Medium Internet und nicht zuletzt durch die Kinder aktiv das www nutze. Ist das nun gut oder schlecht ? Wie so vieles im Leben ist auch das Internet ein zweischneidiges Schwert. Ich denke oft mit Wehmut an eben diese lang zurückliegende Zeit, als Kinder noch mit Fußballspielen oder Indianer und Cowboy ihre Freizeit verbrachten. Viele meiner Generation halten diese Art von Freizeitbeschäftigung als wesentlich sinnvoller, da sie für die Förderung sozialer Kontakte als auch für die Gesundheit, man denke nur an Übergewicht oder die zunehmende Isolation der heutigen Jugend, doch wesentlich förderlicher sind als der tagtägliche Gebrauch des Mediums Internet. Andererseits sehe ich aber auch die Notwendigkeit, daß viele Themen wie eben auch das Gebiet Bio und Natur eine wesentlich größere Resonanz und Verbreitung durch die globale Verlinkung erfahren. Informationen können per Klick abgerufen und Wissenswertes kann von zuhause aus recherchiert werden. Ein weiterer Vorteil für jeden Webmaster ist dementsprechend auch die Möglichkeit, eigene Webseitenprojekte, in diesem Fall http://www.bio-natur.at, einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

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