Wiener Polizeikalender 2012: HC Strache lässt grüßen


Exekutive Terminplanung an der schönen blauen Donau mit den Blauen

Manchmal schon recht seltsam, was sich so alles im schönen grünen Österreich im schönen rot-grün regierten Wien, welches bekanntermaßen an der schönen blauen Donau liegt und steht, so alles schön und gut abspielt. Irgendwie kunterbunter Klimawandel auf höchstem Niveau und sowieso. Oder sowieso eigentlich auch nicht, denn in diesem Fall wird weniger abgespielt, sondern nur gespielt. Die Alpenrepublik wird bekanntermaßen von lauter mehr oder auch manchmal weniger schönen Menschen, der Geschmack liegt und steht hier allerdings im Auge der Betrachtenden, regiert, welche teils schön auf den Regierungsbänken sitzen oder stehen, liegenderweise habe selbst ich noch keine zu Gesicht bekommen, andererseits aber auch zwecks zukünftiger Regierungsambitionen auf den oppositionellen Nichtregierungsbänken ebenfalls meistens sitzen und wohl manchmal stehen. Wobei auch hier wieder das allseits beliebte österreichische Unschuldsvermutungsprinzip für liegende Oppostionelle gelten mag.

FPÖ-Inserat: Polizei zieht Kalender ein: Werbung um jeden Preis: Die Blauen schalteten im Wiener Polizeikalender ein Inserat. Die Exekutive wusste von nichts.

Bildquelle: Kurier: FPÖ-Inserat: Polizei zieht Kalender ein

Nun, jetzt ist es natürlich auch so, dass ein Land an dieser schönen blauen, aber auch ab-, dies- und auch jenseits der schönen blauen Donau einen Polizeiapparat benötigt, welcher für rechtes Recht, mittlere Ordnung möglichst auf der linken Überholspur sorgen soll und muss. Schließlich muss alles seine rechte Ordnung haben sowohl links und auch rechts der beiden Ufer dieser vielbesungenen schönen blauen Donau. Sozusagen ein exekutiver Donauwalzer mit begleitender Marschmusik. Damit dies aber auch terminlich immer unter einen Hut zu bringen ist, müssen natürlich auch Kalender für all jene bereitgestellt werden, welche dazu auserkoren sind, den rechten Marsch zu blasen.

Dafür gibt es jedoch eine recht sinnige Erfindung. Kalender heißt so ein schönes Teil, welches man und auch frau sich auf das Smartphone lädt, an die Wand nagelt oder, wer es besonders anschaulich und übersichtlich möchte, auf die stehende Regierungs- oder dementsprechende Oppositionsbank oder als PrivatbürgerIn auf den Schreibtisch stellt. Sie kennen das sicherlich zur Genüge. Gerade am Jahresende und vielleicht auch noch in  den ersten Wochen des beginnenden neuen Jahres, welches terminlich das alte Jahr mit viel Bumm und Krach und Feuerwerk und was auch immer alles mit Jahreswechsel für viel Freude sorgen möge, bekommt frau und man solch hilfreich helfende Helferlein kostenlos von Lieferanten, dem freundlich abkassierenden Supermarkt um und an jeder Ecke, manch politischer Partei und wer auch immer unser aller bürgerliches Leben so bereichert, in vielen Fällen sogar gratis, kostenlos und völlig umsonst. Dass dabei oftmals offensichtlich unterschwellig und übersichtlich überschwellig neben den fein säuberlich numerierten Tage, welche uns so pro Monat, derer zwölf sind es, wie ich zu wissen glaube, zur Verfügung gestellt werden, daran haben wir uns mittlerweile gewöhnt. Schließlich müssen irgendwie die Druckkosten und welche anderen Aufwendungen auch immer beim zukunftsorientierten Zählen der Stundengläser entstehen, welche vor uns stehen, sitzen und in meinem Falle ohne gegebenen Unschuldsvermutung liegen, denn ab und zu muss der regierende, oppositionelle und selbst bürgerliche Mensch auch schlafen, wieder in die eigenen Taschen kommen.

Jetzt hat das beginnende, welches das zu Ende gehende Jahr seltsamerweise immer am 31. Dezember XXXX ablöst, aber, lassen wir die entstehenden Druck- und anderen Kosten rechts und links der schönen blauen Donau einfach liegen, noch eine besonders angenehme Eigenschaft. Besonders für jene, welche nach Läuten der Pummerin (für alle Unwissenden die Glocke im Wiener Stephansdom, welche das neue Jahr einläutet) auf den stattlich staatstragenden ORF hören wollen. Denn es ertönt der allseits beliebte Donauwalzer von Johann Strauß. Wobei wir endlich beim Thema sind.

Ins neue Jahr: Gemeinsam mit HC Strache und der Exekutive

Denn nun hat auch der Verein „Kuratorium Polizeimusik Wien“ solch ein schönes kalendarisches Elaborat in Druck gegeben oder besser geben lassen. Um es gleich einmal vorwegzunehmen, der für die Produktion des Polizeikalenders 2012 verantwortliche Aumann-Verlag gab durch seinen Sprecher Heiner Gann bekannt: „Der Fehler liegt bei uns. Ein Mitarbeiter hat nicht mitgedacht. Das Inserat ist hineingerutscht. Wir entschuldigen uns.“ Und weiter: „Polit-Inserate, vor allem in Vorwahlzeiten, sind rechtlich kein Problem und auch nicht verboten. Die Möglichkeit muss aber allen Parteien angeboten werden. Und das ist nicht passiert.“ (Kurier vom 18.11.2011: „FPÖ-Inserat: Polizei zieht Kalender ein“ oder auch Standard vom 18.11.2011: „Kalenderproblem bei der Polizei„). Schön und gut, dass von Seiten des Verlages sofort ein zähneknirschendes Schuldeingeständnis kam.

Was jedoch in meinen überhaupt nicht blauen Augen überhaupt nicht schön ist. Wer sich, rein hypothetisch gesprochen, einmal freiwillig auf die virtuelle Seite des Landespolizeikommandos Wien schlägt, um sich dort die schönen Geschenkartikel anzusehen, wird dort unter anderem lesen: „Diese Werbeartikel werden in Absprache mit dem BM.I. Öffentlichkeitsarbeit angeboten. Mit dem BM.I. also. Dem Bundesministerium für Inneres. In Absprache sozusagen. Da mutet es allerdings mehr als seltsam an, wenn der Chef der Pressestelle der Wiener Polizei, Oberstleutnant Hans Golob, dazu sagt: „Alle Ausgaben mit dem Inserat werden umgehend eingezogen. Wir wussten von der Politwerbung nichts.“ Eigentlich dachte ich bisher immer, die verschiedenen Landespolizeikommandos sind diesem Bundesministerium für Inneres unterstellt. An der schönen blauen Donau links und rechts von Wien. Nun ja, was bleibt noch zu sagen?

Das Jahr 2012 kann kommen. Aber ab heute freue ich mich eigentlich ein bisschen weniger auf den in Kürze stattfindenden Jahreswechsel. Mit HC Strache ins nächste und übernächste und wohl auch noch weitere kommende Jahre. Keine schönen Zukunftsperspektiven, solch ein Tanz auf dem blauen Vulkan. Mit und ohne Polizeikalender.   

 


Über Paul Boegle

Bio Natur - Der Weblog, warum dieser Blog und warum gerade ich ? Ich gehöre mittlerweile einer Generation an, welche einerseits noch ohne Internet ihre Kindheit und Jugend verbracht hat, andererseits aber auch durch berufliche Notwendigkeit, das Interesse am Medium Internet und nicht zuletzt durch die Kinder aktiv das www nutze. Ist das nun gut oder schlecht ? Wie so vieles im Leben ist auch das Internet ein zweischneidiges Schwert. Ich denke oft mit Wehmut an eben diese lang zurückliegende Zeit, als Kinder noch mit Fußballspielen oder Indianer und Cowboy ihre Freizeit verbrachten. Viele meiner Generation halten diese Art von Freizeitbeschäftigung als wesentlich sinnvoller, da sie für die Förderung sozialer Kontakte als auch für die Gesundheit, man denke nur an Übergewicht oder die zunehmende Isolation der heutigen Jugend, doch wesentlich förderlicher sind als der tagtägliche Gebrauch des Mediums Internet. Andererseits sehe ich aber auch die Notwendigkeit, daß viele Themen wie eben auch das Gebiet Bio und Natur eine wesentlich größere Resonanz und Verbreitung durch die globale Verlinkung erfahren. Informationen können per Klick abgerufen und Wissenswertes kann von zuhause aus recherchiert werden. Ein weiterer Vorteil für jeden Webmaster ist dementsprechend auch die Möglichkeit, eigene Webseitenprojekte, in diesem Fall http://www.bio-natur.at, einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

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