Gute Tischmanieren im goldenen Käfig



Tischlein deck dich“ oder „Gegessen wird, was auf den Tisch kommt!

Weihnachten steht vor der Türe. Eigentlich nichts Neues. Weder im Westen noch im Osten. Sie wissen schon, das ist halt jetzt so daher gesagt. Gut, die langen Einkaufssamstage lassen noch ein bisschen auf sich warten. Und trotzdem freue ich mich jetzt schon auf die besinnliche Zeit. Bin gespannt, ob dieses Jahr endlich wieder einmal so richtig Schnee fällt. Gehört doch einfach dazu, zu dieser ruhigen und beschaulichen Zeit. Schneeschaufeln und so was bringt ja auch ein bisschen Kohle. Kann man ja immer brauchen. Und wärKeine Nacht ohne Rogen. Eine kurze Weihnachtsgeschichte von Paul Boegle. Gute Tischmanieren im goldenen Käfig. “Tischlein deck dich” oder “Gegessen wird, was auf den Tisch kommt!” Über moderne Märchen, märchenhafte Zeiten und andere Zustände. auch für die vielen Kinder schön. So Schneemann bauen und so was. Also, ich selber hab ja keine, aber macht nichts. Was wäre so ein Weihnachtsfest ohne Schneeflocken. „Schneeflöckchen, Weißröckchen, wann kommst du geschneit.“ Ja, schon lange her, dass wir dieses Lied gesungen haben. Damals, ich war, also glaube ich, naja , so acht oder neun eben. Wird schon hinkommen. Wie ging es noch gleich weiter? Irgendwas vom Himmel hoch, da kommst du her. Ach nein, das war ja das andere Lied. Haben wir aber auch gesungen. Glaub ich zumindest. Jetzt weiß ich es wieder. „Du wohnst auf den Wolken, dein Weg ist so weit.“ Richtig, so ging das. Was, nein. Ach, „in den Wolken“ heißt das? Ich dachte immer „auf den Wolken„. Dann hab ich das damals immer falsch gesungen. Komisch, dass das keiner gemerkt hat. Wird wohl nicht so wichtig gewesen sein. Damals, ich glaub, da war ich so acht, neun Jahre alt. Ist schon lange her. Das lange Warten auf die Bescherung war auch immer furchtbar. Meine Güte, ging uns, also meinem Bruder und mir, meine Mutter immer auf die Nerven. Der müsste jetzt auch schon über 40 sein. Also, meinen Bruder meine ich. Ja, genau. Na sicher hat er seinen 40er schon hinter sich. Warte mal, ich bin jetzt, puh, keine Ahnung, aber auf alle Fälle natürlich älter als er. Fällt mir gerade nicht ein, aber ich komm schon noch drauf. Den ganzen Tag mussten wir warten. Ach, Ihnen geht es heute noch so? Ja, schlimm, kann ich mir gut vorstellen. Stellt einen schon auf die Geduldsprobe. Aber mir macht das eigentlich nichts. Ich hab eigentlich genug Zeit. Da kann man schon mal die eine oder andere Stunde warten. Hat irgendwie auch was Gutes. Vergeht die Zeit schneller. Nicht, dass ich jetzt nichts zu tun hätte, aber die Zeit vergeht halt. Manchmal schneller, manchmal langsamer. Wie das halt so ist im Leben. Ihnen geht es genauso. Kann ich mir gut vorstellen. Bei all dem Stress, was Sie so haben müssen. Ja, klar, der Tisch deckt sich auch nicht von alleine. Wär doch zu schön, so ein Tischlein deck dich. Aber gibt’s ja leider nur im Märchen, sowas Praktisches. Alles muss man selber machen.

So, jetzt aber genug geredet. Ich muss weiter. Lange genug hier gesessen und dummes Zeug geredet. Bringt ja nichts, schließlich wollen die Leute endlich feiern. Hab ich mich doch richtig mit Ihnen verplaudert. Tut mir leid, aber Sie wissen ja, ohne Uhr hat man eben kein Zeitgefühl. Was, so spät schon? Das gibt’s ja gar nicht. Kein Wunder, dass ich Hunger habe. Normalerweise esse ich ja viel früher, aber heute muss ich sowieso noch warten. Sie wissen doch, dieses schöne Sprichwort: „Gegessen wird, was auf den Tisch kommt!“ Nein, nein, Sie brauchen jetzt keine Angst haben. Ich bleib natürlich unten. Also bitte, ich kenne meinen Platz schließlich. Außerdem seh ich ja, dass kein Platz mehr ist. Wär ja noch schöner. Ich hab schließlich Tischmanieren. Unter Tischmanieren sozusagen. Haha, ja, ein kleiner Scherz am Rande. Alos an meinem Rande. Sozusagen am Rande der Gesellschaft. Haha, schon wieder ein kleiner Scherz. Es heißt ja nicht umsonst: „Gegessen wird, was unter den Tisch fällt!“ Sag ich mir immer wieder. Ich hab eh Zeit. Nur keine Eile. Essen Sie ganz in Ruhe mit Ihrer Familie fertig. Ich hab heute sowieso nichts mehr vor. Aber bitte, nichts zu danken. Ich seh ja, ist genug für uns alle da. Ich meine natürlich für Sie alle. Lassen Sie sich bitte durch mich nicht stören. Ich muss jetzt sowieso weiter. Sie wissen, Weihnachten und so. Man will schließlich nicht erst alles auf den letzten Drücker besorgen. Um Gottes Willen, nein, bitte bleiben Sie sitzen. Es geht schon, danke. Muss nur erst wieder in Schwung kommen. Der kalte Asphalt und so, Sie wissen ja. Nein, können Sie selbstverständlich nicht wissen, woher auch. Macht nichts, man kann schließlich nicht alles wissen. Ich hab ja auch dieses Lied vergessen. Sie wissen schon, das was wir damals, ich glaub, da war ich so acht oder neun, alle gemeinsam gesungen haben. So, dann wünsche ich guten Appetit. Gerne, nichts zu danken. Ich habe schließlich zu danken. War wirklich nett, mit Ihnen zu plaudern. Hat man wirklich selten, so nette Tischnachbarn.

 


Über Paul Boegle

Bio Natur - Der Weblog, warum dieser Blog und warum gerade ich ? Ich gehöre mittlerweile einer Generation an, welche einerseits noch ohne Internet ihre Kindheit und Jugend verbracht hat, andererseits aber auch durch berufliche Notwendigkeit, das Interesse am Medium Internet und nicht zuletzt durch die Kinder aktiv das www nutze. Ist das nun gut oder schlecht ? Wie so vieles im Leben ist auch das Internet ein zweischneidiges Schwert. Ich denke oft mit Wehmut an eben diese lang zurückliegende Zeit, als Kinder noch mit Fußballspielen oder Indianer und Cowboy ihre Freizeit verbrachten. Viele meiner Generation halten diese Art von Freizeitbeschäftigung als wesentlich sinnvoller, da sie für die Förderung sozialer Kontakte als auch für die Gesundheit, man denke nur an Übergewicht oder die zunehmende Isolation der heutigen Jugend, doch wesentlich förderlicher sind als der tagtägliche Gebrauch des Mediums Internet. Andererseits sehe ich aber auch die Notwendigkeit, daß viele Themen wie eben auch das Gebiet Bio und Natur eine wesentlich größere Resonanz und Verbreitung durch die globale Verlinkung erfahren. Informationen können per Klick abgerufen und Wissenswertes kann von zuhause aus recherchiert werden. Ein weiterer Vorteil für jeden Webmaster ist dementsprechend auch die Möglichkeit, eigene Webseitenprojekte, in diesem Fall http://www.bio-natur.at, einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

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