Energiesparlampen: Helle Birnen entsorgen richtig 2



Kohlendioxid einsparen und klaren Kopf bewahren

Lang, sehr lange, fast eineinhalb Jahre schon, um genau zu sein, ist es nun her, dass ich mich mit Energiesparlampen beschäftigt habe. Also nicht im realen Leben, sondern eben schreibenderweise auf meinem Blog. Dass auch mir ab und zu immer noch die richtige Erleuchtung fehlt, möchte ich gar nicht verschweigen. Besonders dann, wenn es darum geht, diese Gasenladungslampen entsprechend richtig zu entsorgen. Denn unlängst war es, im wirklichkeitsnahen Dasein natürlich, wieder einmal so weit. Eine dieser nützlichen Birnen hatte ihr lichtspendendes Leben aus der eigenen Birne gehaucht und hing nun dunkel in der Fassung, während ich als umweltfreundlicher Antipode im Dunkeln und darüberhinaus fassungslos darunter stand.

Nun, die Fassung wieder zu erlangen, fiel nicht schwer. Kaputte Birne raus-, neue Birne reinschrauben, Lichtschalter betätigen und die Lichtverschmutzung kann wieder von vorne beginnen. So weit, so gut, so hell, so fertig. Und die ausgediente Energiesparlampe? Händchenhaltend spazierten wir beide durch die Wohnung und überlegten gemeinsam, wohin mit dem lästigen Überbleibsel. In diesem Falle nicht mit mir, sondern mit meiner anhänglichen gläsernen Freundin selbstverständlich. Während ich also noch über dem Problem der Entsorgung brütete, der große Behälter für den Hausmüll lud einladend mit ebenso großer Klappe zum freundlichen Verschwinden meiner abgenutzten Birne ein, das enthaltenen Quecksilber machte allerdings diesem Vorhaben einen gehörigen Strich durch meine energiesparende Milchmädchenrechnung, stand das Internet wieder einmal Pate für die richtige Lösung.

Zumindest hat sich erfreulicherweise die Stadt Wien Gedanken über diese Art trauter Zweisamkeit gemacht, welcher möglichst umweltschonend zu beiderseitigem Singledasein im Sinne der Umwelt führen soll. Die Kampagne „Helle Birnen entsorgen richtig!“ möchte zeigen und vor allem die VerbraucherInnen aufklären, wo denn die Schattenseiten der nicht unumstrittenen künstlichen Lichtquellen liegen und warum es deshalb unumgänglich ist, diese nicht mit dem Haumüll zu entsorgen. Ebenfalls interessant: Was passiert eigentlich mit den dem Recyclingkreislauf zugeführten Birnen.

Verwertung der Energiesparlampen “Helle Birnen entsorgen richtig!” - Die umweltgerechte Entsorgung von Energiesparlampen.

Bei der umweltgerechten Entsorgung in einem Wiener Verwertungsbetrieb werden folgende Schritte in einem abgeschlossenem System mit Unterdruck durchgeführt: Zunächst werden die Lampen in einer sich drehenden Trommel auf 5 bis 20 mm Scherbengröße gebrochen. Durch die Drehbewegung kommt es zum gegenseitigen Abrieb der auf den Scherben anhaftenden Leuchtschicht, die Quecksilber enthält. Eine Abluftanlage mit angeschlossenem Filtersystem saugt kontinuierlich den Leichtstaub ab, der als gefährlicher Abfall Untertage deponiert wird. Die verbliebenen Scherben und Aluminiumkappen werden über verschiedenste Trenneinrichtungen wie Siebe von einander getrennt. Beim Verwertungsprozess fallen rund fünf Masseprozent an Aluminium an, dies verwendet die Metallindustrie weiter. 90 Prozent der Lampe sind Natron-Kalk-Glas, das unter anderem zur Herstellung von Glaswolle als Dämmmaterial verwendet wird. Die restlichen 5,5 Prozent sind quecksilberhaltige Abfälle, die gesondert entsorgt werden müssen. 

Und siehe da! Auch ich konnte, abgesehen von der richtigen Entsorgung von Energiesparlampen, noch etwas anderes lernen. Denn ganz unten, im letzten Abschnitt der Informationskampagne (bei Klick auf das Schaubild rechts werden Sie weitergeleitet) steht unter der Überschrift

Herkömmliche Glühlampen gehören zum Restmüll

Herkömmliche Glühlampen enthalten feine Drähte, die an den Zerkleinerungsanlagen der Glasaufbereitung fast unsichtbar an den Scherben hängen bleiben. Sie führen beim Einschmelzen und Formen von neuen Glasgegenständen zu Einschlüssen, die Flaschen und Gläser unbrauchbar machen. Aus diesem Grund gehören konventionelle Glühbirnen in den Restmüll – und nicht zum Altglas.

Das war selbst mir bis zum heutigen Tage völlig unbekannt. Immer wieder gut, wenn man bis zum bitteren geschriebenen Ende durchhält und sich wirklich bis zum letzten Punkt durchkämpft. So wie Sie jetzt. Oder hätten Sie es gewusst? Was Sie sonst noch wissen sollten. Vielleicht die ebenfalls vielfach unbekannte Tatsache, zumindest dürften politische kluge Köpfe davon noch nicht viel gehört haben, dass der Klimawandel eine völlig neue Form der Migration im zweistelligen (un)menschlichen Millionenbereich mit Namen „Klimaflüchtlinge“ geschaffen hat. Wie wir diesem Problem effektiv begegnen könnten? Nun, die nach Bekunden von Frankreichs Staatsoberhaupt Sarkozy als moralisch zu rechtfertigende sogenannte Finanztransaktionssteuer (FTS) wäre ein guter Ansatz. Aber dazu bedarf es weit mehr heller Birnen, welche durch entsprechend eigene Leuchtkraft der Erkenntnis im Dunkel des Heute ihre wirtschaftspolitischen Müllhalden nach Spreu und Weizen trennen.

 


Über Paul Boegle

Bio Natur - Der Weblog, warum dieser Blog und warum gerade ich ? Ich gehöre mittlerweile einer Generation an, welche einerseits noch ohne Internet ihre Kindheit und Jugend verbracht hat, andererseits aber auch durch berufliche Notwendigkeit, das Interesse am Medium Internet und nicht zuletzt durch die Kinder aktiv das www nutze. Ist das nun gut oder schlecht ? Wie so vieles im Leben ist auch das Internet ein zweischneidiges Schwert. Ich denke oft mit Wehmut an eben diese lang zurückliegende Zeit, als Kinder noch mit Fußballspielen oder Indianer und Cowboy ihre Freizeit verbrachten. Viele meiner Generation halten diese Art von Freizeitbeschäftigung als wesentlich sinnvoller, da sie für die Förderung sozialer Kontakte als auch für die Gesundheit, man denke nur an Übergewicht oder die zunehmende Isolation der heutigen Jugend, doch wesentlich förderlicher sind als der tagtägliche Gebrauch des Mediums Internet. Andererseits sehe ich aber auch die Notwendigkeit, daß viele Themen wie eben auch das Gebiet Bio und Natur eine wesentlich größere Resonanz und Verbreitung durch die globale Verlinkung erfahren. Informationen können per Klick abgerufen und Wissenswertes kann von zuhause aus recherchiert werden. Ein weiterer Vorteil für jeden Webmaster ist dementsprechend auch die Möglichkeit, eigene Webseitenprojekte, in diesem Fall http://www.bio-natur.at, einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.


Kommentar erstellen

2 Gedanken zu “Energiesparlampen: Helle Birnen entsorgen richtig

  • Paul Boegle Beitragsautor

    2.Was ich jetzt aber nicht für schlecht halte, wenn im Zuge von energiesparenden Maßnahmen auch die sogenannte Branche der Green jobs daran partizipiert. Wer immer mit der Argument daherkommt, dass durch das Verbot herkömmlicher Glühbirnen eine große Anzahl an Arbeitsplätzen verloren gehen, verschweigt im gleichen Atemzug, dass durch solche Substitute wiederum Arbeitsplätze geschaffen werden. Und, um jetzt noch einmal auf das viel diskutierte Thema Quecksilbergehalt in Energiesparlampen zurückzukommen, wird eines auch verschwiegen. Die herkömmliche Glühbirne trägt durch ihren erhöhten Stromverbrauch wesentlich mehr zur Freisetzung von Quecksilber in unsere Umgebungsluft bei als eine zerbrochene Energiesparlampen. Denn Kohle enthält eben dieses Metall. Und durch diesen erhöhten Energiebedarf kommt es eben dazu, dass die immer noch in der Landschaft herumstehenden Kraftwerke, welche sich dieses fossilen Energieträgers bedienen, zur Deckung dieses Energiebedarfs auch mehr Kohle und in weiterer Folge Quecksilber in die Luft blasen. Ergo steht unterm Strich für konventionelle Birnen nicht nur eine schlechtere CO2-Bilanz, sondern auch ein höherer Quecksilbergehalt. Wissen viele nicht und wird deshalb auch gerne von den entsprechenden Industrien verschwiegen. Ein Grund mehr, auf Kohlekraft zu verzichten.