Bio Natur - Der Weblog

12.11.2011

Energiesparlampen: Helle Birnen entsorgen richtig

Abgelegt unter: Erneuerbare Energie — Paul Boegle @ 22:05


Kohlendioxid einsparen und klaren Kopf bewahren

Lang, sehr lange, fast eineinhalb Jahre schon, um genau zu sein, ist es nun her, dass ich mich mit Energiesparlampen beschäftigt habe. Also nicht im realen Leben, sondern eben schreibenderweise auf meinem Blog. Dass auch mir ab und zu immer noch die richtige Erleuchtung fehlt, möchte ich gar nicht verschweigen. Besonders dann, wenn es darum geht, diese Gasenladungslampen entsprechend richtig zu entsorgen. Denn unlängst war es, im wirklichkeitsnahen Dasein natürlich, wieder einmal so weit. Eine dieser nützlichen Birnen hatte ihr lichtspendendes Leben aus der eigenen Birne gehaucht und hing nun dunkel in der Fassung, während ich als umweltfreundlicher Antipode im Dunkeln und darüberhinaus fassungslos darunter stand.

Nun, die Fassung wieder zu erlangen, fiel nicht schwer. Kaputte Birne raus-, neue Birne reinschrauben, Lichtschalter betätigen und die Lichtverschmutzung kann wieder von vorne beginnen. So weit, so gut, so hell, so fertig. Und die ausgediente Energiesparlampe? Händchenhaltend spazierten wir beide durch die Wohnung und überlegten gemeinsam, wohin mit dem lästigen Überbleibsel. In diesem Falle nicht mit mir, sondern mit meiner anhänglichen gläsernen Freundin selbstverständlich. Während ich also noch über dem Problem der Entsorgung brütete, der große Behälter für den Hausmüll lud einladend mit ebenso großer Klappe zum freundlichen Verschwinden meiner abgenutzten Birne ein, das enthaltenen Quecksilber machte allerdings diesem Vorhaben einen gehörigen Strich durch meine energiesparende Milchmädchenrechnung, stand das Internet wieder einmal Pate für die richtige Lösung.

Zumindest hat sich erfreulicherweise die Stadt Wien Gedanken über diese Art trauter Zweisamkeit gemacht, welcher möglichst umweltschonend zu beiderseitigem Singledasein im Sinne der Umwelt führen soll. Die Kampagne “Helle Birnen entsorgen richtig!” möchte zeigen und vor allem die VerbraucherInnen aufklären, wo denn die Schattenseiten der nicht unumstrittenen künstlichen Lichtquellen liegen und warum es deshalb unumgänglich ist, diese nicht mit dem Haumüll zu entsorgen. Ebenfalls interessant: Was passiert eigentlich mit den dem Recyclingkreislauf zugeführten Birnen.

Verwertung der Energiesparlampen “Helle Birnen entsorgen richtig!” - Die umweltgerechte Entsorgung von Energiesparlampen.

Bei der umweltgerechten Entsorgung in einem Wiener Verwertungsbetrieb werden folgende Schritte in einem abgeschlossenem System mit Unterdruck durchgeführt: Zunächst werden die Lampen in einer sich drehenden Trommel auf 5 bis 20 mm Scherbengröße gebrochen. Durch die Drehbewegung kommt es zum gegenseitigen Abrieb der auf den Scherben anhaftenden Leuchtschicht, die Quecksilber enthält. Eine Abluftanlage mit angeschlossenem Filtersystem saugt kontinuierlich den Leichtstaub ab, der als gefährlicher Abfall Untertage deponiert wird. Die verbliebenen Scherben und Aluminiumkappen werden über verschiedenste Trenneinrichtungen wie Siebe von einander getrennt. Beim Verwertungsprozess fallen rund fünf Masseprozent an Aluminium an, dies verwendet die Metallindustrie weiter. 90 Prozent der Lampe sind Natron-Kalk-Glas, das unter anderem zur Herstellung von Glaswolle als Dämmmaterial verwendet wird. Die restlichen 5,5 Prozent sind quecksilberhaltige Abfälle, die gesondert entsorgt werden müssen. 

Und siehe da! Auch ich konnte, abgesehen von der richtigen Entsorgung von Energiesparlampen, noch etwas anderes lernen. Denn ganz unten, im letzten Abschnitt der Informationskampagne (bei Klick auf das Schaubild rechts werden Sie weitergeleitet) steht unter der Überschrift

Herkömmliche Glühlampen gehören zum Restmüll

Herkömmliche Glühlampen enthalten feine Drähte, die an den Zerkleinerungsanlagen der Glasaufbereitung fast unsichtbar an den Scherben hängen bleiben. Sie führen beim Einschmelzen und Formen von neuen Glasgegenständen zu Einschlüssen, die Flaschen und Gläser unbrauchbar machen. Aus diesem Grund gehören konventionelle Glühbirnen in den Restmüll - und nicht zum Altglas.

Das war selbst mir bis zum heutigen Tage völlig unbekannt. Immer wieder gut, wenn man bis zum bitteren geschriebenen Ende durchhält und sich wirklich bis zum letzten Punkt durchkämpft. So wie Sie jetzt. Oder hätten Sie es gewusst? Was Sie sonst noch wissen sollten. Vielleicht die ebenfalls vielfach unbekannte Tatsache, zumindest dürften politische kluge Köpfe davon noch nicht viel gehört haben, dass der Klimawandel eine völlig neue Form der Migration im zweistelligen (un)menschlichen Millionenbereich mit Namen “Klimaflüchtlinge” geschaffen hat. Wie wir diesem Problem effektiv begegnen könnten? Nun, die nach Bekunden von Frankreichs Staatsoberhaupt Sarkozy als moralisch zu rechtfertigende sogenannte Finanztransaktionssteuer (FTS) wäre ein guter Ansatz. Aber dazu bedarf es weit mehr heller Birnen, welche durch entsprechend eigene Leuchtkraft der Erkenntnis im Dunkel des Heute ihre wirtschaftspolitischen Müllhalden nach Spreu und Weizen trennen.

 

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