Ich reiche die Fleischfrage weiter 1



1. Später Abend und immer noch keinen Plan

Eigentlich hatte ich groß-, ein- oder vielleicht sogar mehrspurig in meinem letzten Artikel angekündigt, ab heute über den Klimawandel zu schreiben. Hätte ja auch in gewissem Sinne mit Wrestling zu tun, wenngleich der Verlierer bereits jetzt schon feststeht. Wobei, wenn ich richtig informiert bin, was doch gelegentlich vorkommen mag, wird auch im Wrestling Verlierer und natürlich auch Gewinnerin vor Beginn des Kampfes festgelegt. Natürlich wäre in diesem Falle Stacy Keibler, die neue Freundin von George Clooney die vielleicht richtige Ansprechpartnerin. Doch ich sehe, die Zeit rennt unerbittlich weiter. Aus dem späten Abend wurde jetzt ein noch späterer Abend und der Plan für heute hat sich nun endgültig in Wohlgefallen aufgelöst.

Also reiche ich, wie schon angekündigt, die per Email an mich gerichtete Fleischfrage des WWF einfach an Sie weiter. Da ich annehmen darf, dass der Klimawandel auch bis morgen noch nicht in Wohlgefallen aufgelöst wurde und wohl auch in kein noch so großes Ozonloch auf Nimmerwiedersehen gefallen ist, muss ich den Klimawandel auf die nächsten Tage auf- und vor mir herschieben.

Weltweit wächst unser Appetit auf Fleisch. Von 1970 bis 2009 hat sich die weltweite Fleischproduktion fast verdreifacht : Von knapp über 100 Mio. Tonnen auf fast 300 Mio. Tonnen pro Jahr. Jeder Deutsche isst pro Jahr im Schnitt rund 60 kg Fleisch . Gesund wäre weniger als die Hälfte. Privatsache? Gute Frage.

So, jetzt habe ich mich aus der Verantwortung gestohlen. Doch dies soll nicht zum Dauerzustand werden. Allerdings darf ich anmerken, dass sich meine Sympathien dem WWF aufgrund der Reportage „Der Pakt mit dem Panda – Was uns der WWF verschweigt“ gegenüber mittlerweile auf ein Minimum beschränkt habe und ich dies auch bis auf weitere Zeit so beibehalten werde. Doch da auch ich gelernt habe, das Fruchtfleisch von Äpfeln mit Birnen nicht zu vergleichen und unser aller Fleischkonsum in den industriellen Hochburgen menschlicher Besiedelung einfach um ein Vielfaches zu hoch ist, was die einfache Schlussforderung zulässt, dass ein oder sogar mehrere fleischlose Tage pro Woche nicht nur unserer Gesundheit, sondern auch dem Klima hilfreich sind, werde ich eben für einen kurzen Moment meine minimalistischen Sympathien ruhen lassen und auf die Diskussion aufmerksam machen.

2. Weder Fisch noch Fleisch, sondern eine Frage der Ehre

Eigentlich hatte ich ja vor, was Sie aber nach Lesen der bisherigen Zeilen nicht wissen können, den späten, aber planlosen Abend gemütlich mit befreundeten Arbeitskollegen ausklingen zu lassen. Gut, die Kollegen haben sich mittlerweile um mich geschart, der Abend ging nahtlos von spät zu noch später über und wir unterhalten uns über Gott und die Welt oder besser gesagt und geschrieben über die gottlose Welt. Dass ich dabei nebenher schreibe, stellt zwar eine unverschämte Unhöflichkeit sondergleichen gegenüber meinen um mich gescharten lieben Arbeitskollegen dar, wird wahrscheinlich Gott und seiner gottlosen Welt ebensowenig gefallen und macht ehrlich gesagt auch nicht viel Sinn, da sich mein Multitasking der eigenen sieben oder weniger Sinne, hier hauptsächlich gleichzeitiges Zuhören, selbst sprechen und nebenbei noch die beiden Finger auf die richtigen Buchstaben der Tastatur zu hauen. Aber auch foodwatch, Sie wissen schon, jene windigen Typen, welche mit ihrem Goldenen Windbeutel immer auf solch arme Unternehmen Danone, Zott oder Ferrero eindreschen, hat mir mit elektronische Post zukommen lassen.

Und weil seriöse Unternehmen wie die Deutsche Bank ja nicht gerade vom finanziellen Fleische fallen, was seltsamerweise auf jene eine Milliarde Menschen, welche meist keine BankkundInnen eben jenes Instituts sind und ebensowenig vom realen Fleische fallen, weil sie entweder gar keines am finanziell ausgemergelten Körper tragen bzw. neben keinem Fleisch auch oftmals keine anderen Grundnahrungsmittel ihr eigen nennen dürfen, sollte Ihre Aufmerksamkeit doch auf diese sicherlich auch in höchsten Bankenkreisen nicht unbekannte Tatsache gelenkt werden. Kurz und gut, foodwatch bittet um Ihre Unterstützung. Nicht finanziell, nicht spekulativ, sondern unter dem Motto: „Mach Dich vom Acker, Mann!Wobei dieses Wortspiel nicht nur auf Josef Ackermann, der als Präsident des Weltbankenverbandes IIF einer der mächtigsten Lobbyisten der Finanzwirtschaft ist und als Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank wohl auf allen gut bestellten finanziellen Futterplätzen dieser Welt zuhause ist, zutrifft.

Spekulation mit Nahrungsmitteln stoppen! Foodwatch hat diese Aktion am 18. Oktober 2011 gestartet. Josef Ackermann ist als Präsident des Weltbankenverbandes IIF der mächtigste Lobbyist der Finanzwirtschaft und als Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank Chef einer der größten Investmentbanken der Welt. Von ihm fordern wir: Die Deutsche Bank soll aus der Spekulation mit Agrar-Rohstoffen aussteigen. Und die Bankenlobby soll nicht länger eine effektive politische Regulierung der Spekulation blockieren. Die Zockerei im globalen Rohstoff-Kasino muss gestoppt werden.

So, aber nun ist endgültig Schluss für heute. Meine Freunde haben das Weite gesucht, zu Gott habe ich bis jetzt auch noch nicht die notwendige Nähe gefunden und die gottlose Welt, ja die Welt hat sich zu dieser späten Stunde auch noch nicht zum Besseren gewendet.

 


Über Paul Boegle

Bio Natur - Der Weblog, warum dieser Blog und warum gerade ich ? Ich gehöre mittlerweile einer Generation an, welche einerseits noch ohne Internet ihre Kindheit und Jugend verbracht hat, andererseits aber auch durch berufliche Notwendigkeit, das Interesse am Medium Internet und nicht zuletzt durch die Kinder aktiv das www nutze. Ist das nun gut oder schlecht ? Wie so vieles im Leben ist auch das Internet ein zweischneidiges Schwert. Ich denke oft mit Wehmut an eben diese lang zurückliegende Zeit, als Kinder noch mit Fußballspielen oder Indianer und Cowboy ihre Freizeit verbrachten. Viele meiner Generation halten diese Art von Freizeitbeschäftigung als wesentlich sinnvoller, da sie für die Förderung sozialer Kontakte als auch für die Gesundheit, man denke nur an Übergewicht oder die zunehmende Isolation der heutigen Jugend, doch wesentlich förderlicher sind als der tagtägliche Gebrauch des Mediums Internet. Andererseits sehe ich aber auch die Notwendigkeit, daß viele Themen wie eben auch das Gebiet Bio und Natur eine wesentlich größere Resonanz und Verbreitung durch die globale Verlinkung erfahren. Informationen können per Klick abgerufen und Wissenswertes kann von zuhause aus recherchiert werden. Ein weiterer Vorteil für jeden Webmaster ist dementsprechend auch die Möglichkeit, eigene Webseitenprojekte, in diesem Fall http://www.bio-natur.at, einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

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