Vom Rollstuhl ins Cafe zur Schlachtbank



Ein Traceur mit Namen Raúl Krauthausen

Nachdem letzte Woche meine wöchentliche Wiesenhof-Fleischbeschau bzw. die fleischlich-lüsterne Wiesenhof-Rundschau entfiel und ebensowenig Nespresso-Kaffeeklatsch angesagt war, schauen wir doch gemeinsam, was denn die Hühnerställe und Kaffeehäuser dieser Welt an Neuigkeiten vermelden können. Doch zuvor bin ich noch bei Sebastian Backhaus fündig geworden. Konkret stellt er in seinem Artikel „Der Wheelmap-Spot“ ein Youtube-Kurzvideo der gleichnamigen Plattform vor. Und zwarMütter mit Kinderwagen müssen draussen bleiben. Rollstuhlfahrer müssen draussen bleiben. Wenn Treppen und andere Wege zu unüberbrückbaren Hindernissen werden. Ein Traceur mit Namen Raúl Krauthausen. Wheelmap.org für eine barrierefreie Welt. völlig abseits von Federvieh und Koffein, aber leider auch zu einem Thema und den damit thematisch verbundenen Menschen, welches und besonders welche immer noch wenig beachtet im Abseits unserer Gesellschaft stehen. Auch ich hatte bereits vor nicht allzu langer Zeit über den Initiator Raúl Krauthausen und seine ganz normalen SozialheldInnen unter „Wheelmap.org: Mobilmachung mit Hindernissen“ berichtet.

Menschen mit Handicap, Menschen im Rollstuhl, Menschen mit eingeschränkter Bewegungsfreiheit. Und man mag es kaum glauben: Auch diese Menschen möchten am sozialen Leben teilhaben, müssen ihre täglichen Einkäufe erledigen, wollen einen Kaffee trinken oder ein Grillhähnchen essen. Jetzt haben unsere architektonisch hochgezüchteten Neubauten voller erdbebenerprobter Stahlbetonarmierung mit ihren makellosen Spiegelfassaden und den vielen bunten Lichtern hinter vollelektronischen Jalousien oftmals eine unangenehme Eigenschaft, welche weder von Statik, Architektur, den involvierten Planungsbüros, den vorausschauenden Magistratsabteilungen und hinterherschauenden Baubehörden berücksichtigt werden. Diese Wind, Wetter und möglicherweise auch jeder Atombombe trotzenden Betonriesen trotzen auch jedem Rollstuhl, Kinderwagen und sonstigem Gefährt, welches als Fortbewegungsmittel in geschlossenen und offenen Räumen angedacht ist. Denn ante portas steht in vielen Fällen ein unbeachtetes, aber höchst effektives Hindernis namens Treppe. Für jene mit zwei gesunden natürlichen Fortbewegungswerkzeugen keine wirkliche Barriere. Für jene, welche ante portas darin sitzen bzw. solch ein Gefährt schieben, sieht die Sache jedoch anders aus.

Oder, um nun zum Abschluss des ersten Themas zu kommen: „Hi, sorry, konnte nicht zur Party. Immer das Gleiche:“ Steht zu Anfang des folgenden Videos und dient zugleich als schöne Überleitung für das nächste Thema: „Sorry, George, but no Nespresso!“ Doch weil dieser Artikel zwar bereits fertig gestellt, doch um einige Sätze zu umfangreich ausgefallen ist, werde ich diesen erst morgen auf meinem Blog unter „Dolby-Surround, 16:9 und andere cineastische Höhepunkte“ veröffentlichen. Bis dahin wünsche ich einen angenehmen und ruhevollen Sonntag. Und sollten Sie wieder einmal irgendwo über einen fehlenden Lift oder Personenaufzug Zeter und Mordio schreien und in Wehklagen ausbrechen wollen, denken Sie vielleicht daran, dass andere Menschen über solche Probleme meist nur leise lächeln können. Und meist tun sie dies auch, denn andere Optionen haben sie in vielen Fällen nicht.

So, so soll für heute Schluss sein. Sie vermissen die in der Überschrift angekündigte Schlachtbank. Einerseits richtig, andererseits aber finden Sie diesen vorgezogenen Artikel bereits veröffentlicht unter „Deutsches Goldhähnchen trifft lokalen Gockel: Ein Arbeitsessen zwischen Hühnerschenkeln und Hühnerbeinen„.


Über Paul Boegle

Bio Natur - Der Weblog, warum dieser Blog und warum gerade ich ? Ich gehöre mittlerweile einer Generation an, welche einerseits noch ohne Internet ihre Kindheit und Jugend verbracht hat, andererseits aber auch durch berufliche Notwendigkeit, das Interesse am Medium Internet und nicht zuletzt durch die Kinder aktiv das www nutze. Ist das nun gut oder schlecht ? Wie so vieles im Leben ist auch das Internet ein zweischneidiges Schwert. Ich denke oft mit Wehmut an eben diese lang zurückliegende Zeit, als Kinder noch mit Fußballspielen oder Indianer und Cowboy ihre Freizeit verbrachten. Viele meiner Generation halten diese Art von Freizeitbeschäftigung als wesentlich sinnvoller, da sie für die Förderung sozialer Kontakte als auch für die Gesundheit, man denke nur an Übergewicht oder die zunehmende Isolation der heutigen Jugend, doch wesentlich förderlicher sind als der tagtägliche Gebrauch des Mediums Internet. Andererseits sehe ich aber auch die Notwendigkeit, daß viele Themen wie eben auch das Gebiet Bio und Natur eine wesentlich größere Resonanz und Verbreitung durch die globale Verlinkung erfahren. Informationen können per Klick abgerufen und Wissenswertes kann von zuhause aus recherchiert werden. Ein weiterer Vorteil für jeden Webmaster ist dementsprechend auch die Möglichkeit, eigene Webseitenprojekte, in diesem Fall http://www.bio-natur.at, einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

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