Bio Natur - Der Weblog

30.10.2011

Früchte des Zorn: 4. Teil “Aggregat-Zustände”

Abgelegt unter: Naturfotos — Paul Boegle @ 21:09

Sprachlose Kommentare von Paul Boegle

Vierter und letzter Teil der Bilderserie “Früchte des Zorns”

Auf den Spuren von John Steinbeck. Eine vierteilige Bilddokumentation über Umweltbelastung, Raubbau und natürlich die unbändige Gier der Gattung Mensch.

1. Teil: Fauler Apfel und Pelikan mit erdölverschmutztem Gefieder oder “Hinter Gittern”

2. Teil: Kastanienmännchen mit Atemschutzmaske oder “Der Kern der Dinge

3. Teil: Pferdekopfpumpe und Nussknacker oder “Fossile Schmierblutungen

4. Teil: “Aggregat-Zustände”

Früchte des Zorn: 4. Teil “Aggregat-Zustände”. In Anlehnung des Bestsellers von Steinbeck eine visuelle Umsetzung von Paul Boegle.

29.10.2011

Früchte des Zorns: 3. Teil “Fossile Schmierblutungen”

Abgelegt unter: Naturfotos — Paul Boegle @ 11:15

Nachdem die Hochzeitsvorbereitungen zwischen Herrn Wirtschaft und Fräulein Umweltschutz ja im Moment auf Hochtouren laufen, pflücke ich deshalb meine beiden noch fehlenden Früchte des Zorns.

Sprachlose Kommentare von Paul Boegle

Auf den Spuren von John Steinbeck. Eine vierteilige Bilddokumentation über unsere geschmierte Gesellschaft.

1. Teil: Fauler Apfel und Pelikan mit erdölverschmutztem Gefieder oder “Hinter Gittern”

2. Teil: Kastanienmännchen mit Atemschutzmaske oder “Der Kern der Dinge

3. Teil: Pferdekopfpumpe und Nussknacker oder “Fossile Schmierblutungen

Paul Boegle interpretiert die Fürchte des Zorns von John Steinbeck neu. Über den ungebremsten Raubbau an der Natur. 3. Teil: Pferdekopfpumpe und Nussknacker oder “Fossile Schmierblutungen”.


27.10.2011

Umweltschutz und Wirtschaft gehören verheiratet

Abgelegt unter: Was nirgends reinpasst — Paul Boegle @ 08:42


Und wer trägt die Scheidungskosten von Politik und Wirtschaft?

Da sich ja die lautstarke Bekundung der politischen Farben jeglicher Coleur sowohl auf nationaler als auch auf EU-Ebene mittlerweile zu einem beliebten Volkssport, Paul Boegle: Umweltschutz und Wirtschaft gehören verheiratet. Und wer trägt die Scheidungskosten von Politik und Wirtschaft? Die Traumhochzeit zwischen Wirtschaftspolitik und nachhaltigem Zukunftsdenken?unerklärlicherweise meist ohne Einbeziehung des Volkes, also eigentlich nur zu einem profanen, wenngleich profunden Sport entwickelt hat, macht nun auch der für das Ressort Umwelt zuständige EU-Kommissar Janez Potočnik mit dementsprechenden Meldungen von sich reden. Wie ich unter “Hoffen auf den aufgeklärten Konsumenten” lesen durfte, plant der EU-Minister für die Zukunft eine große und hoffentlich auch pompöse Hochzeit zwischen dem in Ehren ergrauten, aber immer noch höchst fidelen und agilen Herrn Wirtschaft, welcher wohl den Bräutigam geben wird und seiner ganz entzückenden Braut Fräulein Umweltschutz, geborene Industrierevolution, obwohl höchst attraktiv, aber aus ärmlichen Verhältnissen stammend, erstaunlicherweise immer noch zu haben, wie es so despektierlich heißt. Bevor Sie nun aber den Fernseher einschalten: Nein, Linda de Mol wird diese Traumhochzeit nicht in die heimischen Wohnzimmer bringen. Obwohl, wenn die Einschaltquoten stimmen, werden bestimmte Privatsender und all die anderen Errungenschaften medialer Höhenflüge und unterhaltender Sinkflüge auf geistigem Meereshöhen-Niveau sicherlich nicht abgeneigt sein.   

Mit einem ganzen Bündel von Maßnahmen will die EU-Kommission in den nächsten Jahren wirtschaftliche Aktivitäten begrünen. “Wir wollen ein ressourcenschonendes Europa entwickeln”, sagte der zuständige EU-Umweltkommissar Janez Potocnik am Rande einer Konferenz über Biodiversivität in Wien. Dazu würden nun Anreize geschaffen, die auf energieeffiziente, ressourcenschonende Produktion und Verbrauch abzielen.

Ziel müsse sein, dass es zu einer “Verheiratung von Wirtschaft und Umwelt” komme. Und dass dem Konsumenten klar werde, wie sehr er durch Kauf oder Nichtkauf Dinge beeinflusse, erläuterte der Kommissar.

Schön! Neben seiner Tätigkeit als oberster politischer Umweltschutz im vereinten Europa möchte Herr Potočnik jetzt also auch Standesbeamter werden. Natürlich nur sozusagen. Selbstverständlich nur symbolisch gesprochen. Er möchte endlich das nicht mehr ganz taufrische Fräulein, nein, sagen wir Frau Umweltschutz, schließlich ist sie nicht mehr die Jüngste, in den ölverschmierten Hafen der Ehe führen, wo Herr Wirtschaft schon parat steht, nebenher geschäftig den einen oder anderen Milliardendeal unter das eine Bahnhofsdach und andere neoliberalen Fächer bringt, um die glückliche Braut in empfang zu nehmen. Hört sich alles danach an, dass wir also in Zukunft an die große und sicherlich aufgrund wirtschaftlicher Beteiligung reich gedeckte Hochzeitstafel geladen werden, um dort einträchtig den Bund fürs Leben zweier Philosophien zu feiern, welche doch nach Meinung des Volkssport, jetzt mit Beteiligung des Volkes, zumindest wenn ich mich als sportlicher verschwindend geringer Teil desselben betrachte, so gar nicht zueinander passen wollen.

Den Wirtschaftsunternehmen müsse klar werden, dass sie mit endlichen Ressourcen hantieren: Bei Rohstoffen und Energie ist die EU in hohem Maße von Importen abhängig. Bei Wasser, Luft, Böden geht es um Güter, die für die Allgemeinheit auch in Zukunft geschützt werden müssen. Die Besteuerung weg vom Faktor Arbeit hin zu Umweltverschmutzung und Ressourcenverbrauch, das wahrscheinlich wichtigste wirtschaftspolitische Instrument, mit dem Wirtschaft und Gesellschaft ein ökologischeres Handeln aufgezwungen werden kann. Bis 2013 soll ein Fahrplan für ein ressourcenschonendes Wirtschaftswachstum stehen.

Der Text der Einladungskarte liest sich gut. Wunderbar ausformuliert, sprachlich von bester Qualität und trotzdem für den Volkssportler wie mich, welcher selten zu solchen familiären Großereignissen geladen wird, verständlich geschrieben. Und sogar nicht einmal falsch. Denn der erste Satz, zumindest bis zum ersten Doppelpunkt, stimmt zu 100 Prozent. “Den Wirtschaftsunternehmen müsse klar werden, dass sie mit endlichen Ressourcen hantieren”. 

Und jetzt stellt sich die alles entscheidende Frage: “Wer wird die Scheidungskosten von Herrn Wirtschaft tragen?” Denn der liebeshungrige Bräutigam mit grünen Herzen in den vom Geld leicht verschwollenen und bilanzpolitisch schwer entzündeten Augen ist leider seit Jahrzehnten mit der äußerst biederen, aber sehr treuen und furchtbar anhänglichen Frau Politik verheiratet. Zugegeben, nicht die große Liebe, was man so hört. Aber Herr Wirtschaft und Frau Politik, deren erwachsene Kinder Wirtschaftspolitik, Lobbyismus und das ganz liebreizende Fräulein politischer Filz dieser Ehe entsprungen sind, passen nach vorherrschender Meinung eigentlich gut zusammen. Nebenbei sei noch angemerkt, dass das Ehepaar aufgrund seiner neoliberalen Denkweise eine relativ offene Beziehung führen und aus zahlreichen Seitensprüngen zahlreiche uneheliche, aber seeeeeeeehr kapitalistische Kinder entsprungen sind.

Und dann gibt es eben noch ein letztes Problem, was aber Herr Wirtschaft wahrscheinlich noch gar nicht wissen dürfte. Denn seine Zukünftige ist infertil. Ja, meine lieben Hochzeitsgäste des Volkszorn- und Wutbürgertumsportes, Frau Umweltschutz ist seit langer Zeit unfruchtbar. Sie hat zwar schon einige Totgeburten wie Biodiversität, Klimawandel und Artenschutz hinter sich und wurde künstlich mit revolutionären Hilfsmitteln wie Atomkraft, Überfischung oder Abholzung zur Niederkunft bewegt, doch außer ihrem langsamen Niedergang kam bisher nichts dabei heraus. Neueste medizinische Produkte wie Monsanto, das höchst effektive Shell-Präparat und auch ein auf dem Markt offiziell noch nicht zugelassenen Mittel mit dem geheimnisvollen Namen Biopiraterie verhalfen einfach nicht zum gewünschten Erfolg. Oder, wie ich schon geschrieben hatte: “Wen, bitteschön, leckt schon ein kleines Ölleck, wenn vor lauter Götz-Zitaten und “Sturm und Drang”-Zeiten die Maxime “Freiheit gibt es nur im Jenseits, die Welt aber ist ein Gefängnis” tagtäglich aus den Niederungen der wirtschaftspolitischen Weltmeere leise blubbernd schaumgebremste Blasen schlägt. 

Ich möchte nicht als umweltpolitischer Spanner dastehen, aber in der Hochzeitsnacht würde ich doch allzu gerne dabei sein. Aber vielleicht läuft es darauf hinaus, dass alles beim Alten bleibt und Herr Wirtschaft sich besser nicht von Frau Politik scheiden lässt. Und Frau Umweltschutz? Naja, bleibt wahrscheinlich eben alleine im sauren Regen stehen und hofft darauf, dass sie nicht als alte Jungfer das Zeitliche segnet. Und drinnen im heimischen Schlafzimmer, an den runden Tischen und in den obersten Etagen treiben es Herr Wirtschaft und Frau Politik weiter. Korpulieren wie die wirtschaftspolitischen Karnickel, zeugen liebe kleine Kinder und bekunden tagtäglich den vor langer Zeit gegebenen Schwur: “Bis dass die Subvention uns scheidet!

Hoffen auf den aufgeklärten Konsumenten. Absolut richtig, schließlich stirbt die Hoffnung bekanntlich zuletzt. Lange, nachdem Frau Umweltschutz von Herrn Wirtschaft und seiner spröden, aber durchaus liebreizenden Gattin Frau Politik und der gesamten Hochzeitsgesellschaft zu Grabe getragen wurden. Wahrscheinlich war sie zu diesem Zeitpunkt sogar schwanger. Mit einem entzückend kleinen Gletscher. Übrigens dem letzten seiner Art. Praktisch das Kalben eines Gletschers als Danaer-Geschenk zum silbernenen Hochzeitstag. Oder sogar zur goldenen Hochzeit. Nein, noch besser. Nach 53 Jahren wird die sogenannte Uranhochzeit gefeiert. Ein würdiger Anlass.

Aber das würde doch bedeuten, die Ehe von Herrn Wirtschaft und Frau Politik wurde im Jahre 1958 geschlossen. Passt! Denn am 01. Juli jenes Jahres trat in der Bundesrepublik Deustchland das 1957 verabschiedete Gesetz über die Gleichberechtigung von Mann und Frau in Kraft. Endlich standen und stehen immer noch in trauter Zweisamkeit Herr Wirtschaft und Frau Politik auf einer gemeinsamen Stufe. In Augenhöhe praktisch. Und als Gentleman der alten Schule führt selbstverständlich der Herr die Dame.

26.10.2011

Lebensmittelwarnung.de: Gefährliche Konsumklippen

Abgelegt unter: Plattformen und Projekte — Paul Boegle @ 07:18


Leere Versprechen oder volle Breitseite für Konsum-Fallstricke?

Dass die modebewussten Verbraucherinnen und Anhänger des feinen Zwirns nicht nur vor Modeketten, hier vielleicht als verbale Kürzung der beiden Substantive Modebranche und Sklavenketten zu sehen, wie KiK, den karrieregeilen Diskounter mit eingenähten Idealen gewarnt werden sollen, müssen und immer öfter auch möchten, besitzt wahrscheinlich soviel Neuigkeitsgehalt wie diese Art der Modebranche menschliches Mitgefühl intus hat.

Nachdem das Deutsche Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) mit der Plattform Lebensmittelklarheit schon für mehr aufklärerische Informationen hinsichtlich der Verklärung unerklärlicher Versprechungen und rätselhafter Versprecher der Lebensmittelindustrie in den VerbraucherInnen-Alltag bringen möchte, ziehen nun die deutschen Bundesländer nach. Mit der eben erst in den kritischen Fokus des KonsumentInnen-Daseins gerückten Plattform Lebensmittelwarnung.de stellen die einzelnen Bundesländer unter Mitwirkung des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit Informationen undLebensmittelwarnung.de: Gefährliche Konsumklippen und Verbraucher-Fallstricke umschiffen. Lebensmittelsicherheit: Warnungen und Information der Öffentlichkeit. Die Bundesländer publizieren auf dieser Internetseite öffentliche Warnungen und Informationen im Sinne des § 40 des Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuches. Darunter sind auch Hinweise der zuständigen Behörden auf eine Information der Öffentlichkeit oder eine Rücknahme- oder Rückrufaktion durch den Lebensmittelunternehmer. Erfasst werden einschlägige Informationen über Lebensmittel und mit Lebensmitteln verwechselbare Produkte, die in den angegebenen Bundesländern auf dem Markt sind und möglicherweise bereits an Endverbraucher abgegeben wurden. Hinweise ins Netz, welche sich hauptsächlich mit dem konsumatorischen Sand im Getriebe verschiedenster Produkte auf dem Markt beschäftigen.

Auch hier gilt, was ich schon unter Lebensmittelklarheit geschrieben habe: Die Idee ist gut. Mehr Informationsfluss durch forcierte Aufklärung der BürgerInnen kann zum einen niemals schaden und sollte bei groben Mängeln und fahrlässigem Handeln  durch die dafür verantwortlichen Hersteller, Anbieter und Produzenten diesen durchaus schaden. Schade für die Letztgenannten, gut für die Ersteren.

Dass die Deutsche Bundesministerin Ilse Aigner die Sache naturgemäß über den grünen Klee lobt, liegt wohl in der Natur der schwarz-gelben politischen Dinge mit CSU-Beteiligung: “Mit der neuen Internetseite www.lebensmittelwarnung.de erreichen wir eine Transparenz in der Lebensmittelkontrolle, die es so in Deutschland bislang nicht gegeben hat. Die Lebensmittelüberwachungsbehörden der Länder können hier ihre Warnungen und Rückrufe für jedermann sichtbar einstellen. Besteht eine Gesundheitsgefahr und dürfen Lebensmittel nicht mehr verkauft werden, werden die Verbraucher über die neue Internetseite noch effektiver informiert und gewarnt.” Die Frage, die sich mir diesbezüglich stellt, lautet demensprechend bei all der positiven Wertschätzung: “Wie schnell werden die einzelnen Länder auf etwaige Mängel reagieren?

Die längst schon wieder in Vergessenheit geratene EHEC-Diskussion hat gezeigt, dass durch einen schwerfälligen (Beamten)Apparat die notwendigen Schritte zwischen Bekanntwerden, Meldepflicht, notwendiger Untersuchungen u.a. durch das Robert-Koch-Institut und damit verbundener medizinischer Maßnahmen bis hin zum “Gurken-Bann” und der Warnung und Aufklärung der Menschen kostbare Tage, eher schon Wochen, vergingen, bis endlich aussagekräftige Ergebnisse und Entscheidungen auf den viel zu verschiedenen Tischen lagen.

Natürlich ist es weder im Sinne der Bevölkerung und schon gar nicht der Behörden, durch übertriebene Panikmache unüberlegte Schritte zu setzen und zu voreiligem Handeln aufzurufen. Selbstverständlich müssen die betroffenen Unternehmen vor unüberlegten Warnungen geschützt werden, welche zu Imageverlusten und monetären Verlusten führen. Immer stehen unausgesprochene Schadenersatzforderungen und ausgesprochene Klagen, man denke nur an die Drohungen der Atom-Lobby und AKW-Betreiberfirmen nach dem verhängten Fukushima-Moratorium von Kanzlerin Merkel, im Raum. Die Ambivalenz solcher Warnungen, auf der einen Seite der Schutz der Menschen, aber andererseits der vernünftige Umgang mit den potentiellen Risiken und tatsächlichen Auswirkungen, das Publizieren möglicher Gefahrenquellen und das Nichtaussprechen von Warnhinweisen stellt einen Balanceakt dar, welcher zukünftig (hoffentlich) für Diskussionen sorgen wird.

Dass die Plattform Lebensmittelwarnung.de nicht nur auf gesundheitsgefährdende Aspekte einzugehen versucht, sondern ebenfalls Klarheit in Sachen Konsumentenschutz und Verbraucherinnentäuschung berücksichtigen möchte, macht die ganze Sache sicherlich nicht einfacher. Dass dabei nicht nur Produkte des täglichen Verkehrs, sondern auch Güter, welche oftmals nur per Internet zu kaufen sind, macht die schon nicht einfache Sache nicht noch einfacher. Dass dabei die einzelnen Bundesländer ihre Warnungen auf Länderebene aussprechen, erachte ich dabei als die größte Diskrepanz. Was macht es für einen Sinn, wenn Hamburg ein Produkt als gesundheitsgefährdend einstuft und per Europäischem Schnellwarnsystem für Lebens- und Futtermittel (RASFF) bekannt gibt, während Bayern diese Informationen aufgrund anderer Sichtweise nicht deklariert. Natürlich bedeutet die Bündelung dieser Warnhinweise auf einer einzigen Internetseite eine wesentliche Vereinfachung, da man sich nun im schlimmsten Fall nicht durch 16 verschiedene länderspezifische Plattformen wurschteln und klicken muss, um an das Gewünschte zu kommen.

Dass sich die Menschen per Email oder Twitter über aktuelle Meldungen informieren können und auf dem Laufenden gehalten werden, ist schön und gut. Doch wir sollten dabei nicht vergessen, dass die Marketingabteilungen der Unternehmen Twitter schon längst für eigene Zwecke (miss)brauchen, um die eigenen Sichtweisen und Darstellungen zu publizieren und durch schön ausformulierte Sätze als “Ist doch alles gar nicht so schlimm!” darstellen. Die Unsicherheit wird bleiben, die Transparenz sicherlich nicht vereinfacht oder sogar leichter gemacht.

Deshalb abschließend noch eines. Wenn ich mir die Definition zu “Was ist unter öffentlichen Warnungen und Informationen zu verstehen?” unter “Hinweise zum Portal durchlese, steht dort wortwörtlich geschrieben:

Eine öffentliche Warnung oder eine Information der Öffentlichkeit im Bereich des Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuches durch die zuständigen Behörden ist nur unter den Voraussetzungen des § 40 Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch möglich. Hiernach soll eine öffentliche Warnung oder Information der Öffentlichkeit durch die Behörden erfolgen, wenn

  • der hinreichende Verdacht für ein Gesundheitsrisiko besteht,
  • der hinreichende Verdacht besteht, dass gegen lebensmittelrechtliche Vorschriften, die dem Schutz vor Gesundheitsgefährdungen dienen, verstoßen wurde
  • der hinreichende Verdacht besteht, dass in nicht unerheblichem Ausmaß gegen lebensmittelrechtliche Vorschriften verstoßen wurde, die dem Schutz der Verbraucher vor Täuschung dienen,
  • im Einzelfall hinreichende Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass von einem Erzeugnis eine Gefährdung für die Sicherheit und Gesundheit ausgeht und auf Grund unzureichender wissenschaftlicher Erkenntnis oder aus sonstigen Gründen die Unsicherheit nicht innerhalb der gebotenen Zeit behoben werden kann
  • ein zum Verzehr ungeeignetes, insbesondere ekelerregendes Lebensmittel in nicht unerheblicher Menge oder über einen längeren Zeitraum in den Verkehr gelangt (ist) oder
  • die Annahme begründet ist, dass ohne Information erhebliche Nachteile für die Hersteller oder Vertreiber gleichartiger Erzeugnisse nicht vermieden werden können.

Nun, wenn ich noch einmal auf die EHEC-Fälle zurückkommen darf, stellt sich eben wieder die Frage, ab wann denn ein hinreichender Verdacht bestehen muss, welcher ein Intervenieren notwendig macht und ein Einschreiten der Behörden rechtfertigt. Und wer bitte definiert, welches Lebensmittel “ekelerregend” ist? Ich habe schon Pferde vor der Apotheke kotzen sehen. Was die allerbeste Ehefrau dieser Welt, also meine Gattin, als “grauslich” empfunden hat, hatte bei mir ein unmerkliches Schulterzucken zur Folge. Weiterhin sehe ich die ebenfalls aufgeführte Definition für “Wie lange werden Einträge auf dieser Internetseite veröffentlicht?” mehr als kritisch.

Da eine Information nicht mehr ergehen darf, wenn das Erzeugnis nicht mehr in den Verkehr gelangt und nach der Lebenserfahrung davon auszugehen ist, dass es, soweit es in den Verkehr gelangt ist, bereits verbraucht ist, werden die Einträge auf diese Internetseite nach Ablauf des Haltbarkeitsdatums unter Berücksichtigung eines Sicherheitszeitraums von der Seite www.lebensmittelwarnung.de entfernt.

Ich gehe jetzt vom (rein hypothetischen) Fall aus, dass ein Unternehmen, welches, sagen wir einmal, nur rein hypothetisch gedacht, seine Produkte unter mehr als fragwürdigen Bedingungen und für meinen Geschmack ausbeuterischen Prämissen oder menschen- und tierrechtlich zweifelhaften Methoden herstellt bzw. bezieht, um, sagen wir einmal, wiederum nur rein hypothetisch gedacht, diese mit entsprechenden Werbemaßnahmen schmackhaft zu machen. Widerstand regt sich, eine Prüfung ergibt ein Verfehlen und irgendein Bundesland macht die Öffentlichkeit darauf aufmerksam und warnt die VerbraucherInnen vor dem Kauf dieser Güter. Nun, das Unternehmen, ganz im Sinne der verärgerten Menschen, stellt natürlich sofort klar, dass es, einsichtig, schuldbewußt und Besserung gelobend, ab sofort nicht mehr dieses Produkt unter diesen mehr als fragwürdigen Bedingungen und für meinen Geschmack ausbeuterischen Prämissen oder menschen- und tierrechtlich zweifelhaften Methoden herstellen bzw. beziehen wird. Alles schön, alles gut, das Unternehmen verschwindet also in Nullkommanix wieder von der Liste der Gebrandmarkten und die Konsumgesellschaft lebt glücklich und zufrieden weiter. Jedoch nicht ahnend, dass ähnliche oder andere Produkte dieses Unternehmens, welches ja dieses eine Produkt, welches unter mehr als fragwürdigen Bedingungen und für meinen Geschmack ausbeuterischen Prämissen oder menschen- und tierrechtlich zweifelhaften Methoden jetzt nicht mehr vertrieben wird, weiterhin unter jenen mehr als fragwürdigen Bedingungen und für meinen Geschmack ausbeuterischen Prämissen oder menschen- und tierrechtlich zweifelhaften Methoden hergestellt und vertrieben werden.

Ich glaube, aufgrund dieser Tatsache, dass alles wieder viel zu schnell vom Tisch genommen wird und damit auch in der großen Einkaufstasche des Vergessens verschwindet, macht die Plattform die sicherlich gute Idee dauerhafter Transparenz wieder zunichte. Warum nicht ein zugängliches Archiv für die Bevölkerung einrichten, welches auf nicht mehr aktuelle, aber trotzdem nicht zu vernachlässigende Probleme solcher Firmen, Hersteller und Anbieter hinweist? Ich hätte mich schon gerne darüber informiert, ob es mit solch einem schwarzen Schaf schon desöfteren Probleme gab oder dies eien Premiere darstellt. “Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht!” Doch wie soll ich mich darüber informieren, ob solch Lügen oder Verfehlen von Qualitätsstandards oder Mängeln ein Einmalzustand ist oder in der Vergangenheit zu einer permanenten Bedrohung (sehr martialisch, ich weiß!) der VerbraucherInnen geworden ist?

Dass ich der Lebensmittelwarnung nun solch einen langen Beitrag gewidmet habe, soll verdeutlichen, dass ich dem Projekt durchaus wohl gesonnen gegenüberstehe. Aber es gilt eben, auch die möglichen verbesserungswürdigen Punkte und kritischen Aspekte solch einer Initiative zu erörtern, welche sich nach Meinung eines unbedeutenden Konsumwahnsinns-Bürgers, wie ich es bin, daraus ergeben. In diesem Sinne: Weitermachen, aber im Laufe der Zeit ausbauen! Natürlich im Laufe der nächsten Zeit.

25.10.2011

Lieber echte Karriere als falsche Ideale

Abgelegt unter: Verkehrte Welt — Paul Boegle @ 07:19


Warum gerade KiK Sie NICHT braucht und wir KiK NICHT wollen!

Nachdem ich erst unlängst Sina Trinkwalder und ihrer auf Video festgehaltenen Begegnung mit Wiesenhof-Gründer Paul-Heinz Wesjohann einen, zugegebenermaßen, nicht immer wohlwollenden Artikel gewidmet habe, was aber nichts mit Sina selbst, sondern mit meiner eigenen Sicht der Dinge zu tun hat, habe ich ihren Blog natürlich trotzdem oder sogar deswegen in meine Blogroll aufgenommen. Wobei, wie ich jetzt noch zusätzlich anmerken darf, ich habe mich mit dem fast eine Stunde langen Mitschnitt ihres gemeinsamen Essens sehr intensiv beschäftigt und das Gespräch mit Interesse verfolgt, sonst hätte ich nicht so ausführlich darüber berichten können. Und, was aber Sina Trinkwalder vom manomama Blog. Werbeanzeige von KiK, gefunden im Stern: “Lieber echte Karriere als falsche Ideale”.(vorläufig) dieses Thema ad acta legen soll, dass Sina zwischen dem Menschen Wesjohann und seiner Firmenpolitik eine sehr differenzierte Meinung hat und diese am Schluss ihres Gespräches auch deutlich zum Ausdruck bringt, sei hier auch noch angemerkt.

So, jetzt aber zu ihrem verfassten Artikel  “Danke, kik!Sie beginnt mit den einleitenden Sätzen:

Dreimal fing ich den Blogeintrag mit dem Satz „wir leben in einer verkehrten Welt“ an. Das aber wissen wir ja. Wir fühlen, dass etwas nicht stimmt.

Nun, dieser Feststellung gibt es eigentlich nichts hinzuzufügen außer vielleicht die Tatsache, dass ich in meiner eigenen Kategorie “Verkehrte Welt” schon weit mehr als 100 Artikel gepostet habe und dieser Punkt meines Blogs deshalb auch einsam und leider mit Abstand an der Spitze der verschiedenen Themenbereiche einsam seine Runden dreht. Was aber nicht den Umkehrschluss zulässt, dass ich KiK unter verkehrte Welt führe (siehe z.B.: “Was Sie schon immer über Adbusting wissen wollten” bzw. auf meinem anderen Blog voller völlig verkehrter und verquerer Welten: “Verona Pooth wegen KiK im Hungerstreik“). Da ich nun weder Stern noch andere Magazine dieses Formates lese geschweige denn bereit bin, dafür gutes Geld hinzulegen, mich mit viel Werbung zwischen wenig Artikeln auseinandersetzen (zu müssen), bin ich dementsprechend auf solche Fundstücke wie dem von Sina fotografierten und gezwitscherten nebenstehenden Bild, welches im Original unter dem oben verweisenden Link bzw. bei Klick auf das Bild zu finden ist, angewiesen.

Was macht solcherart Werbung aber nun so interessant, dass sich die Webgemeinde wie die Geier auf das tote Mode(Aas) stürzen und vor Entsetzen laut aufschreien? Sehen wir nicht jeden Tag in den Printmedien, online verfügbaren Artikeln und im Fernsehen, den verschiedensten Werbesammelpunkten wie Litfaßsäulen, Plakaten und natürlich auf Fußballdressen, Formel 1-Boliden und vollgeplasterten SpitzensportlerInnen wie SkifahrerInnen, welche zum Interview in der wohlig warmen Redaktion sogar noch Skier, Skistöcke und Skibrille mit den drei verschiedenen Sponsoren mitbringen und nach jedem vollendeten Halbsatz lächelnd und mühelos in die Kamera halten? So zynisch es nun klingen mag und so schmerzhaft es für die Angehörigen der erst kürzlich verstorbenen beiden Motorsportler Marco Simoncelli (Motorrad) und Dan Wheldon (Indy-Car) auch ist, aber wer immer davon spricht, dass in solchen Risikosportarten “der Tod immer mitfährt“, hat zweifelsohne recht. Auch ich wurde beim täglichen Lesen der verschiedensten Meldungen mit diesen Fotos konfrontiert und sicherlich steht immer im Vordergrund, ob dieses moderne Gladiatorentum zur Belustigung der Massen nicht lange schon eine Grenze des Moralischen und ethisch Vertretbaren überschritten hat und jenseits dieses sportlichen Rubicons jeglichen Bezug zur Realität verloren hat. Nein, hat es nicht. Denn neben dem Tod fährt auch immer ein Sponsor nach dem anderen mit diesen “HeldInnen” des Alltags mit. Bunte Etiketten, einprägsame Aufkleber, hübsche Aufnäher finden sich sogar im Moment seines Todes an allen möglichen und unmöglichen Stellen wieder. In trauter Zwei- oder besser Vielsamkeit vereint mit dem am Boden dahinschlitternden Körper, welcher von nachfolgenden bunten, einprägsamen, hübschen Werbebannern in Form seiner Konkurrenten überrollt wird. Das herrenlose Motorrad? Fährt einfach weiter. Führerlos, aber von unsichtbarer Hand gelenkt, überholt es den leblosen Körper, zieht seine bunten, einprägsamen und hübschen Kreise voller Werbung auch ohne den Menschen.

Wir registrieren es, zeigen unser tiefes Bedauern und noch viel tiefere Anteilnahme und sind mit unseren Gedanken bei den Angehörigen. Wir sprechen von großen Verlusten für den Sport, vom “Wir werden Dich niemals vergessen!“, versuchen unsere Ratlosigkeit mit unglücklichen Umständen zu erklären und zeigen Tränen der Trauer, welche wir hinter der Maske der sozialen Erwartungshaltung, welche solche Fälle von uns fordern, nicht zurückhalten müssen. Es mag bitter klingen. Doch wer kannte Marco Simoncelli und Dan Wheldon? Nicht im wirklichen Leben, nicht von Angesicht zu Angesicht, nicht als Menschen, mit welchem wir kommunizierten? Wir kennen die beiden Toten jetzt. Aus den Medien, weil sie die Schlagzeilen mit ihrem Sterben füllen. Aus dem Fernsehen, weil Superzeitlupen den Unfallhergang in allen schonungslosen Details in die heimischen Wohnzimmer bringt. Und immer sehen wir bunte, einprägsame und hübsche Werbebanner, Schriftzüge und Firmenlogos der an diesem grausamen Spiel Beteilgten. Dan Wheldon? Ist tot! Marco Simoncelli? Ebenfall tot! Es werden andere folgen. Auch diese werden für kurze Zeit die Schlagzeilen beherrschen, so wenig, wie sie aus welchen Umständen auch immer ihre rasenden Werbebanner nicht mehr beherrschten. Unbeherrscht traten sie an, sich aus diesem Spiel unfreiwillig zurückzuziehen. Die Firmenlogos, die Sponsoren, die geldgebenden Unternehmen werden sich nicht zurückziehen. Sie haben Forderungen im Raum stehen, welche es schnellmöglich zu erfüllen gibt. Eine andere muss ins Auto steigen, ein anderer den Sattel der Rennmaschine ausfüllen.

Warum also nun dieses Entsetzen über die neueste KiK-Kampagne “Lieber echte Karriere als falsche Ideale“? Weshalb nicht über die ebenfalls verlogenen Waschmittel aufregen, wieso nicht den Unmut über “Actimel” oder McDonalds äußern? Weil KiK entwaffnend offen die Grenzen zwischen subtiler und unterschwelliger Propaganda und der Diskrepanz zu den gemachten Versprechen aufzeigt. Nein, sogar kompromisslos überschreitet.Wir sind es nicht gewohnt, in der heilen Welt der Werbung voller lachender Gesichter und wohltönender Heilsversprechen mit solcherlei brachialer Ehrlichkeit konfrontiert zu werden. Wir stellen an die Werbeslogans die schweigende Forderung, sie möge uns das zeigen, was wir sehen möchten. Wir möchten auch während des Blockbusters aus Hollywood, wenn 90 Minuten Fiktion und eineinhalb Stunden Wunschdenken mittels unserer Superhelden und dank unserer Traumfrauen für einige Minuten von nichtssagenden schnell aufeinanderfolgenden Spots unterbrochen wird, nicht aus unserern Träumereien gerissen werden. Wir schwelgen selbst dann noch in jenen falschen Idealen und fühlen uns in den idealisierten und zu Reichtum, Glück und ewiger Schönheit hochstilisierten und zurechtgerückten Welten wohl, wenn Penelope Cruz und George Clooney schon lange den Bildschirm verlassen haben und hinter dem zweidimensionalen Vorhang unserer Wunschvorstellungen verschwunden sind.

KiK ist deshalb auch nur eine jener rasend schnell dahinfahrenden Erscheinungen moderner Ausbeutung und gesellschaftlicher Wegelagerei in einer immer länger werdenden Liste, welche sich durch bunte, hübsche und vor allem einprägsame Botschaften über unseren Köpfen erbricht und anhand halbverdauter Allgemeinplätze in unser reizüberflutetes Hirn sinkt, dort still und leise den Platz in der ersten Reihe einnimmt, um aber nur Sekunden später durch neue speicheltriefende Tiraden abgelöst zu werden. Dass sie nun ihr wahres Gesicht zeigen und nicht mehr mit “Besser als wie man denkt“-Phrasen ihre Produkte verbal und visuell in unsere Wohnzimmer kotzen, sollten wir deshalb als gemeinsame Chance sehen. Lasst sie doch ihr wahres Gesicht zeigen, denn dies ist meiner Meinung immer noch besser, als einen Feind, welcher mit heruntergelassenem Visier mit unfairen Mitteln kämpft, entscheidend treffen zu wollen. Sina hat es vorgemacht, indem sie zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort ein Foto gemacht hat und in weiterer Folge auch durch geeignete Kanäle verbreitet hat. Wir lassen doch nur jenen Kampagnen unsere Aufmerksamkeit zuteil werden, welche sich durch besondere Skrupellosigkeit oder, wie jetzt im Falle KiK, durch einen Zynismus jenseits des bisher Denkbaren und scheinbar für den ethisch und moralisch verantwortungsbewussten Normalo nicht Möglichen auszeichnen. Die Marketingabteilung des Unternehmens hat zwar genau das erreicht, was sie von den Konsumentinnen und Verbrauchern wünscht: Aufmerksamkeit! Aber ich bin der Überzeugung, dass wir gerade durch diese Art von Attention unsere eigenen Ideale weit besser voranbringen als durch die zahllosen im Vergessen versickernden ähnlich und ähnlicher werdenden Werbeversprechen, wie sie tagtäglich über die verschiedensten Rennstrecken fahren oder in Form von hoch auflösenden Bildern über die Bildschirme flimmern.

Und möglicherweise hat die KiK-Kampagne noch etwas Gutes. Vielleicht lassen sich potentielle BewerberInnen, welche sich über ihren möglichen Arbeitgeber informieren und über das von Sina in Umlauf gebrachte Foto mitsamt einem der mehr und mehr werdenden kritischen Texte stolpern, davon abzuhalten, sich als Vasallinnen und Knechte für solch ein Unternehmen rekrutieren zu lassen. Denn, und hier habe ich die eigene Tochter, welche gerade den eigenen Rubicon zum Erwachsensein überquert, als bestes Beispiel vor Augen. Die heutige Jugend und die jungen Erwachsenen sind beileibe nicht mehr jene konsumverblendete Nachwuchshoffnung für firmen wie KiK, wie es immer wieder gerne dargestellt wird. Natürlich benötigt es dazu auch eines gewissen Hinführens, doch dieses Verantwortungsbewußtsein und diese Zeit sollten wir gerne aufbringen. Und wenn ich mir dann vorstelle, dass die Besten ihre echte Karriere erfolgreich begonnen haben, ohne aber den Weg falscher Ideale beschritten zu haben, dann möge KiK mit jenen glücklich werden, welche wohl für Kampagnen dieser Machart verantwortlich sein dürften. Also führen wir doch auf unsere Weise das fort, was KiK für sich in Anspruch nimmt: Denn “Der Chancengeber!” gibt uns die Möglichkeit, auf die Chancenlosigkeit in Diensten dieser Modekette mehr als nur hinzuweisen.   

24.10.2011

Klimawandel: SkeptikerInnen kommen ins Schwitzen

Abgelegt unter: Verkehrte Welt — Paul Boegle @ 07:05


Die Kontra-Argumente schmilzen dahin wie die Gletscher

Nachdem uns ja nun der amerikanische Geochemiker Richard Nevle endlich eindeutig zweideutig davon überzeugen möchte, dass für die Erwärmung des Klimas vor der Kleinen Eiszeit, ausgehend von der Mitte des 17. Jahrhunderts über einen Zeitraum von zwei Jahrhunderten, also lange, bevor sich die dieselbetriebenen Aggregate und kohlefressenden Stahlkessel des industrie-revolutionären Zeitalters in Bewegung setzten, um sich ächzend, kochend und ohrenbetäubend auf den Weg machten, sich und den modernen Menschen untertan zu machen, der wiederum im Bestreben, als Kompensationsleistung sozusagen, sich den gesamten Erdball samt noch kümmerlich verkümmernder vorhandener Flora und bekümmerter ebenfalls in Restbeständen vorhandener Fauna untertan zu machen, ganze Arbeit geleistet hat, werden jetzt die ehemals lauten Stimmen der KlimawandelskeptikerInnen leise und leiser. Oder, um einfachen Schachtelhalm gegen komplizierten Schachtelsatz zu tauschen: Der Klimawandel lässt sich einfach nicht mehr verleugnen! Allen voran der amerikanische Physiker Richard Muller. Grund für das Umdenken und Umschwenken vom bisherigen Leugnen des stetig voranschreitenden Klimawandels hin zur Akzeptanz gibt dabei Muller selbst. Dazu aber gleich mehr.  

Der amerikanische Ökonom und Wirtschaftsnobelpreisträger Paul Krugmann bringt die aus dem Ruder der klimawandel-skeptischen führenden Köpfe gelaufenen Argumentationen in der Berliner Zeitung süffisant zur Sprache. Unter “Ein böser Witz zum Klimawandel” erläutert er, warum sich der Saulus Muller, welcher sich jetzt aufgrund der erhobenen Daten und Fakten zum Klimawandel zum geläuterten Paulus Muller (was aber noch bewiesen werden muss) gewandelt hat bzw. wandeln musste. Dass dieser Wandlungsprozess des ehemals skeptischen Wissenschaftlers darüberhinaus den Ärger der Hardliner in Reihen der Republikaner und weiterhin erklärter und überzeugter Gegner wie Steve McIntyre (Climate Audit: First Thoughts on BEST) fernab der leise vor sich tropfenden Polkappen über solcherlei frevelhaftes Tun nicht für Beifallsstürmen sorgte, lässt den Ökonomen dabei kalt. Nun, zur Entschuldigung von Mister McIntyre mag vielleicht gelten, dass er aufgrund anderer Beschäftigungen noch nicht die Zeit hatte, sich ernsthaft mit den Ergebnissen auseinanderzusetzen bzw. die ganze Bescherung erst einmal ordentlich verdauen muss (”Unfortunately, I’ve been very busy on other matters in the past week and wasn’t able to get to it right away and still haven’t had an opportunity to digest the methods paper. (Nor will I for a week or two.“). Zurück zum bösen Scherz des Klimawandels.

Der Witz fängt so an: Ein Volkswirt, ein Anwalt und ein Marketing-Professor gehen in einen Raum. Was die Pointe ist? Sie sind drei von fünf “Experten”, die von den Republikanern zur Parlaments-Anhörung vergangene Woche über den Klimawandel eingeladen waren. Doch am Ende ging der Witz auf Kosten der Republikaner. Denn einer der beiden tatsächlichen Klima-Forscher, die die Partei eingeladen hatte, hielt sich nicht ans Drehbuch.

Mit Drehbuch meint Krugmann das von Richard Muller und anderen entwickelte neuartige Mess- und Auswertungsverfahren Berkeley Earth Surface Temperature (BEST), welches ohne vorheriges Redigieren und Lektorieren durch die skeptischen NichtwandlerInnen die Mauern des BEST-Filmstudios verlassen hatte. War früher die schlagkräftigste Waffe der Klimawandel-Gegner, nur bestimmte Temperaturmessstationen in die eigenen wünschenswerten Überlegungen und damit verbundenen eigenwilligen Interpretationen einfließen zu lassen, was bis vor kurzem auch Muller für richtig hielt, so hat sich dies nun mit den erhobenen Daten geändert. Denn die Argumentation, dass die meisten dieser Messstationen auf urbanem Territorium stehen und dieses spezielle städtische Mikroklima so ganz anders und überhaupt nicht repräsentativ für belegbare und messbare Aussagen zum Klimawandel herangezogen werden könne, weil sich eben erhöhte Temperaturen aufgrund dieser besonderen Konstellation der Verstädterung ergeben und dementsprechend keine globale Gültigkeit besitzen, haben nun die Ergebnisse von BEST dieses Falschdenken wohl endgültig widerlegt.

Denn die BEST-Methode nimmt neben den bereits erwähnten mehr 39 000 Temperaturaufzeichnungen zusätzlich jene seit dem Jahre 1800 verfügbaren Ergebnisse auf und lässt diese mittels neuer statistischer Auswertungsverfahren in die Ergebnisse mit einfließen. So bekamen die Wissenschaftler Daten von der World Meteorological Organization (Vereinte Nationen) und Zahlen von amerikanischen und britischen Regierungseinrichtungen zur Verfügung gestellt. Und aufgrunddessen kamen die BEST-Forscher unter Federführung von Muller zu dem sicherlich folgenschweren Entschluss (zumindest für die RepublikanerInnen, Herrn McIntyre und anderer skeptischer Menschen), den Bias (Verzerrungsfaktor) jener städtischen Wetterstationen nicht mehr rigoros herauszustreichen, sondern in den Auswertungen richtigerweise zu berücksichtigen. Und weil nichts so bitter ist wie die Wahrheit bzw. in vorliegendem Falle die Leugnung dieser unangenehmen Begleiterscheinung menschlichen Daseins durch Zitieren der Bias-bereinigten Ergebnisse durch die wandelnde Minderheit der klimawandelkeptischen Fraktion, hat sich Richard Muller also nun zu einem ganz heißen Bumerang für die einstigen Gefolgsleute entwickelt.

Was selbstverständlich nicht bedeutet, dass dieser Bumerang auch über den doch sehr beschränkten Horizont bestimmter Grundhaltungen hinausfliegt. Jedoch sollten sich die unverantwortlich Verantwortlichen, welche immer noch im Unglauben des Glaubens an eine heile Welt in abstruse Erderwärmungstheorien jenseits der bestehenden Untersuchungsergebnisse renommierter Institute und Forschungseinrichtungen flüchten und die klimatischen Gegebenheiten in Städten ganz einfach aus dem eigenen Konzept zugunsten fehlgeleiteter Interpretationsspielräume streichen, die Ergebnisse der BEST-Studie vor Augen halten. Allerdings immer unter der Voraussetzung, dass das Verdauen anderer Wahrheiten nicht für allzu volle Mägen und leere oder verschleierte Blicke sorgt. Doch auch wer nicht die Muße findet, über den Tellerrand globaler Erwärmung hinauszuschauen, findet in der komprimierten Form des Untersuchungspapiers “COOLING THE WARMING DEBATE. Berkeley Earth Releases Global Land Warming Analysis” vielleicht doch die auf den Weg der Tugend zurück bzw. überhaupt erst einmal dorthin.

Klimawandel: SkeptikerInnen kommen ins Schwitzen. Das von Richard Muller und anderen entwickelte neuartige Mess- und Auswertungsverfahren Berkeley Earth Surface Temperature (BEST) stützt die These anderer Messergebnisse, dass sich die Erde innerhalb der letzten Jahrzehnte kontimuierlich erwärmt.

Wen diese kurze Zusammenfassung der Ergebnisse noch nicht ordentlich ins Schwitzen bringt und deshalb etwas mehr sportliche Betätigung beim Hürdenlauf Klimawandel benötigt, hat natürlich die Möglichkeit, sich in die sehr umfassenden Berichte von Berkeley Earth Surface Temperature hineinzulesen. Alles abzurufen und selbstverständlich auch schwer zu verdauen gibt es unter “Resources“.

Übrigens! Richard Muller geht nun selbst davon aus, dass sich die festgestellte Erkenntnis der eigenen BEST-Studie, nämlich die (un)bestrittene Erwärmung des Weltklimas seit den 50er Jahren des letzten Jahrtausends um ein Grad Celsius, mit allen anderen großen Untersuchungen zu diesem Thema deckt. Keine leichte Kost zugebenermaßen, aber für einen ehemaligen Klimawandelskeptiker seines Formates auch wiederum der richtige Schritt in die richtige Richtung. Wenngleich diese Richtung leider der falsche Weg in die Zukunft ist. Ob dies allerdings zu einem besseren Mikroklima unter den Gegner des fortschreitenden Klimawandels beitragen wird, darf bezweifelt werden. 
     

23.10.2011

Die Entdeckung Amerikas und der Klimawandel

Abgelegt unter: Reisen — Paul Boegle @ 12:19


Die Ausrottung indigener Stämme zum Wohle der Umwelt

Bitte verurteilen Sie mich nicht vor Lesen dieses Artikels anhand der gewählten Überschrift. Denn was sich sehr zynisch liest, soll es auch sein. Aber mehr dazu jetzt in den folgenden Zeilen. Sollten Sie jetzt die beiden letzten Früchte des Zorns (siehe “Hinter Gittern” und “Der Kern der Dinge“) vermissen. Diese folgen selbstverständlich nach. Sozusagen gewachsen, ausgereift, aber eben noch nicht gepflückt.

Wenn wir über das Damoklesschwert Klimawandel sprechen, bewegt sich unser Denken und leider Nichthandeln meist nur in geographischen Breiten- und zeitlichenDie Entdeckung Amerikas und der Klimawandel. Die Ausrottung indigener Stämme zum Wohle der Umwelt. Der Geochemiker Richard Nevle und seine Hypothese vom Austerben indigener Völker durch Krankheiten wie Diphterie, Pocken und Grippe durch europäische Eroberer und die damit verbundene Erholung der Waldbestände durch fehlende Landrodung. Längengraden jenseits der industriellen Revolution. Die Erderwärmung, das Abschmelzen der Gletscher, die Zunahme von CO2 in unserer Atmosphäre, alles Schlagworte und Inhalt von Diskussionen unserer heutigen Zeit. Doch wie war es früher? Gab es damals, in einer Zeit vor Atomstrom, einem Zeitalter ohne exzessive Kohlekraft, einer Ära ohne Konsumtempel, Energiesparlampen und Biodiesel auch schon gute Gründe, sich über unkontrollierte Erwärmung, polare Tauperioden oder abgeholzte Waldflächen, welche als natürliche CO2-Speicher schädlicheStoffe aus der Luft filterten, Gedanken zu machen?

Wast wia des wirklich war, vor hunderttausend Jahr, im Lebkuchenhaus. Du waßt das net, dann pass auf … Ich möchte nun nicht jenen fernen Zeitraum mit Ihnen erkunden, welchen Ludwig Hirsch in seinem dunkelgrauen Lied “Geh spuck den Schnuller aus” so schön morbid besingt. Doch der Geochemiker Richard Nevle von der US-Universität Stanford hat sich mit jenem Zeitalter der sogenannten “Kleinen Eiszeit” beschäftigt und stellt eine revolutionäre Konkurrenzhypothese in Sachen Klimawandel auf. Ich hatte vor nicht allzu langer Zeit schon einmal über das sogenannte Maunder Minimum berichtet, welches KlimaforscherInnen immer noch als Erklärungsmodell dafür dient, wie sich die Inaktivität unseres Licht- und Lebensspenders Sonne wohltuend auf unser Klima auswirken kann. Andere Hypothesen sehen die vermehrte Aktivität von Vulkanen und die Absorption des Sonnenlichtes durch die großen Eisflächen der Polarzonen zumindest als weiteren wesentlichen Faktor neben den diesem Minimum an Sonnenflecken für das Abkühlen der Erdoberfläche als Grund, aber dies nur nebenbei erwähnt. Was aber, zumindest im Falle des Maunder Minimums, wie von Dr. Georg Feulner vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung eiskalt aufgezeigt, eine mehr als nur trügerische Hoffnung ist.

Nevle hat die schon erwähnte Kleine Eiszeit, ein Zeitraum zwischen Mitte des 17. bis Mitte des 19. Jahrhunderts, welcher in den Jahrzehnten 1570 bis 1630 und 1675 bis 1715 besonders frostig ausfiel, auf mögliche Ursachen untersucht und kommt zu einem vollkommen neuen Schluss. Denn die Ursachen, welche die Themse zufrieren ließen, die Kanäle der Niederlande mit Eis bedeckten oder ganze alpenländische Bergdörfer unter den sich ausdehnenden Gletschern begraben wurden, sind nicht in Europa zu suchen, sondern in Nord-, Mittel- und ganz besonders in Südamerika! Denn der Wissenschaftler sieht die Entdeckung Amerikas, zumindest jene Entdeckung, wie sie uns die Geschichtsschreibung und die Geschichtsbücher vorgeben, als Ursache dieser kalten Periode der jüngsten Erdgeschichte. Klingt seltsam? Ist es auch. Wenngleich der Wissenschaftler, zugegebenermaßen, gute Gründe für seine Theorie anführt.

Auf der Jahrestagung der Geological Society of America trug er jedenfalls seine Vermutungen vor Publikum vor. Was unter anderem Science News zum Anlass, diese Spekulationen ebenfalls aufzugreifen. Unter “Columbus’ arrival linked to carbon dioxide drop. Depopulation of Americas may have cooled climate” von Devin Powell finden sich folgende Kernaussagen des Wissenschaftlers wieder.

The European conquest of the Americas decimated the people living there, leaving large areas of cleared land untended. Trees that filled in this territory pulled billions of tons of carbon dioxide from the atmosphere, Stanford University geochemist Richard Nevle reported October 11 at the Geological Society of America annual meeting. Such carbon dioxide removal could have diminished the heat-trapping capacity of the atmosphere and cooled the climate, Nevil and his colleagues have previously reported. …

By the end of the 15th century, between 40 million and 100 million people are thought to have been living in the Americas. Many of them burned trees to make room for crops, leaving behind charcoal deposits that have been found in the soils of Mexico, Nicaragua and other countries.

About 500 years ago, this charcoal accumulation plummeted as the people themselves disappeared. Smallpox, diphtheria and other diseases from Europe ultimately wiped out as much as 90 percent of the indigenous population.

Trees returned, reforesting an area at least the size of California, Nevle estimated. This new growth could have soaked up between 2 billion and 17 billion metric tons of carbon dioxide from the air.

Die im Schlepptau von Kolumbus ins Land eingefallenen (spanischen) Konquistadoren und Eroberer haben durch eingeschleppte Krankheiten aus Europa also dazu beigetragen, dass 90 Prozent der ursprünglichen Bevölkerung starb. Dieser These ist nicht zu widersprechen, haben doch Diphterie, Pocken oder die Grippe das Immunsystem der indigenen Stämme in Amerika dermaßen geschwächt, dass tatsächlich diesen Krankheiten viele zum Opfer fielen. Dass Brandrodung damals wie heute ein beliebtes und vor allem effektives Mittel ist, innerhalb kürzester Zeit Lebensraum und Anbauflächen für landwirtschaftliche Produkte zu gewinnen, lässt sich ebenfalls nicht bestreiten. Nevle kommt durch dieses Zusammenspiel von aussterbenden Menschen und der damit verbundenen Tatsache, dass jetzt auf einmal niemand mehr für Brandrodungen “zuständig” ist, zu dem folgenreichen Ergebnis: Die Wälder konnten sich erholen und eine ungeplante Aufforstung der Baumbestände fand statt.

Die Tatsache, dass aus der Antarktis im leider nicht mehr ewigen Eis eingeschlossene Luftproben einen signifikanten Rückgang des Kohlendioxids von geschätzten zwei bis zu 17 Milliarden Tonnen ergaben, erklärt der Geochemiker damit, dass die wiedererstarkte Waldlandschaft auf dem amerikanischen Kontinent für die jetzt wieder saubere Luft verantwortlich war. Oder kurz und bündig: Keine Urvölker, kein Nahrungsmittelanbau, keine Treibhausgase. Dass andere Klimaforscher wie Jed Kaplan diese Hypothese des Beginns der Kleinen Eiszeit im Moment nicht unterstützen und lieber durch die konventionellen Erklärungsversuche Vulkanismus, Sonnenflecken und Gletschermassen zu erklären versuchen, sei auch wiederum nur nebenbei erwähnt. Allerdings sehen auch sie den Menschen (nicht die Urvölker!!!) als Hauptursache des Klimawandels. Und auch sie bestreiten nicht, dass die Einflussnahme auf unser Klima schon weit vor Beginn der industriellen Revolution ihren Anfang nahm.

“Humans didn’t wait for the industrial revolution to provoke environment and climate change. They have been having an influence for at least 8000 years.” Jed Kaplan is putting forward a new interpretation of the history of humans and their environment. This professor at EPFL and his colleague Kristen Krumhardt have developed a model that demonstrates the link between population increase and deforestation. The method enables a fairly precise estimate of human-origin carbon emissions before the advent of industrialization. (Science Daily: Humans Have Been Provoking Climate Change for Thousands of Years, Carbon History Shows)   

Die von Richard Nevle aufgestellten Szenarien lassen jetzt natürlich die Fragestellung zu: “Müssen wir die indigenen Stämme und letzten Restbestände an Urvölkern ausrotten, um in Zukunft signifikante Verbesserungen unseres Erdklimas zu spüren zu bekommen?” Die Antwort darauf lässt sich relativ einfach finden: “Nein, müssen wir nicht!” Denn das tun wir bereits Tag für Tag erfolgreich. Wir vertreiben diese Menschen aus ihren angestammten Lebensräumen, nehmen ihnen die Luft zum Atmen, den Platz zum Jagen und das Land zum Anbauen, ohne jedoch Sorge dafür zu tragen, neue Grundlagen für die Wegnahme dieser Landflächen zu schaffen. Wir bauen Staudämme, graben nach Bodenschätzen, bohren nach Erdöl und pflanzen Monokulturen von apokalyptischen Ausmaßen. Hat sich also, nachdem wir genau das machen und in Form unserer eroberungswütigen Ahnen bereits getan haben, nämlich die geplante Vertreibung dieser indigene Stämmen aus dem angestammten Paradies, das Weltklima erholt und verbessert? Nein, hat es nicht. Was also dann tun? Vielleicht sollten wir den letzten verbliebenen indigenen Völkern diese Aufgabe übertragen und sie bitten, mit dem Auslöschen der Industrienationen zu beginnen. Wäre doch zumindest einen Versuch wert, um dann irgendwann in ferner Zukunft zu der Überzeugung zu kommen, dass die von Richard Nevle aufgestellten Hypothesen ja doch nicht so falsch waren wie immer (von mir) behauptet wurde.

21.10.2011

Früchte des Zorns: 2. Teil “Der Kern der Dinge”

Abgelegt unter: Naturfotos — Paul Boegle @ 11:06

Sprachlose Kommentare von Paul Boegle

Auf den Spuren von John Steinbeck. Eine vierteilige Bilddokumentation über den radioaktiven Zerfall der Erde.

1. Teil: Fauler Apfel und Pelikan mit erdölverschmutztem Gefieder oder “Hinter Gittern”

2. Teil: Kastanienmännchen mit Atemschutzmaske oder “Der Kern der Dinge”

Früchte des Zorns: 2.Teil “Der Kern der Dinge”. Sprachlose Kommentare von Paul Boegle  Auf den Spuren von John Steinbeck. Eine vierteilige Bilddokumentation über den radioaktiven Zerfall der Erde. 2. Teil: Kastanienmännchen mit Atemschutzmaske oder “Der Kern der Dinge”.

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