Products of Slavery: Kinderarbeit, Ausbeutung, Sklaverei
Kinder arbeiten für kleine und große Kinder: Visualisierung eines unsichtbaren Themas
Da sich mit Riesenschritten Weihnachten nähert und Ostern sich eigentlich nahtlos daran anschließt, wäre es doch an der Zeit, sich schön langsam mit Geschenken zu
befassen. Denn wie wir alle wissen, machen erst Geschenke, Präsente, Mitbringsel und andere Dinge des “Made in Irgendwo”-Lebens das eigene Leben im neoliberalen Nirgendwo und kapitalistisch zerbombten Sowieso erst so richtig schön, unterhaltsam und selbstverständlich lebenswert. Zumindest ein paar Minuten lang. Eben genau jene Zeitspanne, welche wir benötigen, um das Geschenk mit gierig-schmierigen Fingern auszupacken, mit freudestrahlenden und wohlwollenden Blicken zu begutachten und dann lasziv und “Danke” murmelnd auf den großen Haufen anderer Geschenke wandern zu lassen, um sich sogleich dem nächsten gönnerhaften Stückchen Glücklichkeit inmitten eines riesengroßen Berges Glücklichsein hingebungsvoll zu widmen. “Süßer die Glocken nie klingen!”
Rauschgoldengel im Konsumrausch, die Heilige Familie mit vollbepackten 18 Einkaufswagen im Sanktuarium Shopping-Center, hinter ihnen die Heiligen Drei Könige
gestresst in der kilometerlangen Warteschlange von einem eigenen Bein auf das andere fremde Füßchen tretend, brandblasenübersähte Hände mit glühenden Kreditkarten werden kühlend in den Kunstschnee getaucht. Die stille Nacht, heilige Nacht dröhnt aus den Lautsprechern, 24 Stunden lang durch Lichterketten erleuchtet. Natürlich mit Energiesparlampen ganz im Sinne des neuen nachhaltigen Einkaufens entzückt verrückt bestückt. Und mitten drin der flauschige Osterhase, schwitzend und transpirierend unter dem weichen Kostüm verborgen macht er Werbung für seine Zeit, welche unheilvoll naht. Konsum-Geburt, Konsum-Kreuzigung und Konsum-Auferstehung, ein Konsum-Triptychon unter den Dächern der glückseligen Glaubensgemeinschaft der ewig sprudelnden Bankomatkarte und des stetig fließenden mahlströmenden Geldstromes im stillen Tanz vereint.
Kinderarbeit bleibt außen vor, denn ausgebeutet werden wir selbst und SklavInnen des Alltäglichen müssen ihrem Herrn dienen. Auf Gedeih und Verderb. Die Welt gehört in Kinderhände. Doch jene Hände haben alle Hände voll zu tun, um uns glücklich zu machen. Zumindest solange, bis der Messias persönlich erscheint und vom Kreuz des fremdgeschmiedeten und zwangsverordneten Glücks herabsteigt, um uns vom Joch der entweihten Geschenke zu befreien. Mit neuen hochglänzend verpackten Mitbringseln aus jenen fremden Ländern, wo Sklaverei und Ausbeutung leise plätschernd durch Kinderhände fließt. Weihnachten und Ostern können endlich kommen.



