Eine schallende Ohrfeige für die Gentechnik


Honig, der mit gentechnisch veränderten Pollen verunreinigt wurde, ist nicht verkehrsfähig.

So lautet kurz und schmerzlos ein richterliches Urteil gegen Honig, welcher durch GVO-Spuren kontaminiert war und daraufhin vollständig vernichtet werden musste. Im konkreten Fall handelt es sich dabei um Pollen aus dem Gentechnik-Mais MON 810 einer gewissen Firma Monsanto (Süßmais von Monsanto: Der dreifach genmanipulierte Rittberger), welcher sich in Spuren in den Imkereiprodukten der klagenden Honigbauern fand und deshalb nach deren Meinung kein gentechnikfreies Produkt darstellt. Und weil einerseits die VerbraucherInnen keine gentechnikverseuchten Produkte konsumieren möchten und andererseits jene verantwortungsbewussten Imker Gentech-Honig weder produzieren noch verkaufen wollen, haben sie sich mit ihrer Klage an den EuGH gewandt. Ich möchte nun nicht schon wieder die Floskel vom „Tritt in die Weichteile“ wie im Falle von Solidar Suisse gegen Nespresso-Botschafter George Clooney verwenden. Also machen wir daraus eine schallende gesetzliche Ohrfeige gegen Monsanto und Konsorten.

Was der Deutsche Imkerbund bereits seit 1. September 2007 mit seinem Positionspapier gegen Grüne Gentechnik forderte, hat nun endlich auch der Europäische Gerichtshof in seinem Urteil vom 06. September 201 Urteil in der Rechtssache C-442/09 bestätigt. Der Prozess, welchen der Imker Karl-Heinz Bablok u.a. gegen den Freistaat Bayern aufgrund gentechnisch MON 810 Saatgutes aus dem ehrenwerten Hause Monsanto führte, ist dementsprechend ein riesiger Erfolg sowohl für HerstellerInnen, VerbraucherInnen und nicht zuletzt für das Bündnis zum Schutz der Bienen vor Agrotechnik namens Mellifera (Biene sticht Gentechnik-Giganten: Europäischer Gerichtshof bestätigt: Honig muss vor genmanipuliertem Pollen geschützt werden), welches sich zusammen mit der klageführenden Partei gegen die Kontamination von Honig mit Gentechnik verändertem Pollen aufmachte, um als honigsüßer Don Quijote gegen die verseuchten Windmühlen der Gentechnik anzukämpfen, um dem ganzen Erfolg einmal einen etwas pathetischen Anstrich zu verpassen.

Dass die Causa um MON 810-Pollen in Honigprodukten mehr als lächerlich und absurd ist bzw. wenig schmackhaft sowohl für Honigbauern als auch für die VerbraucherInnen, stellte eigentlich schon das Verwaltungsgericht Augsburg in seinem Urteil vom 30. Mai 2008 fest. Denn schon damals wurde anerkannt, dass Honig, welcher eben jene verseuchten Bestandteile aus Blütenpollen der GV-Linie 810 von Monsanto in nachweisbaren Mengen enthalte, nicht verkehrsfähig sei und aus diesem guten Grunde auch Imker Bablok wirtschaftlich wesentlich eingeschränkt ist, da er solch unerwünschte Produkte nicht verkaufen dürfe. Doch Schutzansprüche gegen den Anbau? Fehlanzeige!

Der Imker hat zwar recht, doch dies bedeutet leider nicht, dass er auch Recht bekommt. Herr Bablok muss einerseits seine gesamte Ernte vernichten, aber die deutschen Behörden waren der sonderbaren Auffassung, dass er solche Verunreinigungen zu tolerieren habe. Entschuldigung, aber geht’s noch skurriler? (siehe auch Informationsdienst Gentechnik: Imker-Klagen).

Doch das jetzt gefällte Urteil ist ein klares Bekenntnis auch der Europäischen Rechtssprechung gegen den Einsatz von grüner Gentechnik. Wahrscheinlich werden nun wieder jene Stimmen wie die von Prof. Ammann laut, welche sich als von allen Gentechnik-GegnerInnen als Genjuden (siehe dazu meinen Artikel „Grüne (Un)Vernunft: Nazionalsozialistische Vergleiche„) verfolgt sehen. Macht nichts! Ich wünsche auf jeden Fall Herrn Bablok und all den anderen, welche sich gegen Gentechnik zur Wehr setzen, noch viele solche Erfolge und selbstverständlich auch höchstrichterliche Urteile im Sinne einer gentechnikfreien Zukunft.


Über Paul Boegle

Bio Natur - Der Weblog, warum dieser Blog und warum gerade ich ? Ich gehöre mittlerweile einer Generation an, welche einerseits noch ohne Internet ihre Kindheit und Jugend verbracht hat, andererseits aber auch durch berufliche Notwendigkeit, das Interesse am Medium Internet und nicht zuletzt durch die Kinder aktiv das www nutze. Ist das nun gut oder schlecht ? Wie so vieles im Leben ist auch das Internet ein zweischneidiges Schwert. Ich denke oft mit Wehmut an eben diese lang zurückliegende Zeit, als Kinder noch mit Fußballspielen oder Indianer und Cowboy ihre Freizeit verbrachten. Viele meiner Generation halten diese Art von Freizeitbeschäftigung als wesentlich sinnvoller, da sie für die Förderung sozialer Kontakte als auch für die Gesundheit, man denke nur an Übergewicht oder die zunehmende Isolation der heutigen Jugend, doch wesentlich förderlicher sind als der tagtägliche Gebrauch des Mediums Internet. Andererseits sehe ich aber auch die Notwendigkeit, daß viele Themen wie eben auch das Gebiet Bio und Natur eine wesentlich größere Resonanz und Verbreitung durch die globale Verlinkung erfahren. Informationen können per Klick abgerufen und Wissenswertes kann von zuhause aus recherchiert werden. Ein weiterer Vorteil für jeden Webmaster ist dementsprechend auch die Möglichkeit, eigene Webseitenprojekte, in diesem Fall http://www.bio-natur.at, einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

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