Wiesenhof zieht Konsequenzen! Und die Konsequenzen?


Das System Wiesenhof hat die erste Fernsehwoche hinter sich

Nachdem sich scheinbar wieder alle Gemüter beruhigt haben und wir alle gemeinsam zum altbewährten Beuteschema der Massentierhaltung zurückkehren können, wäre es trotz der gemeinschaftlichen Gemeinsam-Empörung und des lautstarken „So geht es aber nicht, Herr Wesjohann!“ Aufbegehrens mit einer Halbwertszeit eines servierbereiten Grillhendls interessant zu wisen, was denn die betroffene PHW-Gruppe dazu sagt. Dass anstatt schöner Worte noch schönere Taten die bessere Alternative Paul Boegle hängt Wiesenhof zu den Ohren raus. Der Geflügelproduzent Wiesenhof zieht Konsequenzen! Und die Konsequenzen?wären, um die gegen sie erhobenen Vorwürfe und Tatsachen zwar nicht zu entkräften, aber zumindest mit der Zusage „Wir geloben Besserung für die Zukunft!“ zum zukünftigen Besseren zu wenden, lassen wir dabei einmal als noch nicht gelegtes Ei im wirtschaftswissenschaftlichen Inkubator ungebrütet und vorläufig unbeachtet vor sich hin gammeln.

Immerhin stehen uns jetzt solch gesellschaftlich, sozial und wiederum wirtschaftlich wichtige Großereignisse wie das Münchner Oktoberfest ins Haus und wer möchte dabei schon mit Massentierhaltung konfrontiert werden, wenn neben der Maß Bier das halbe Grillhendl so verführerisch lockt. Muss wirklich nicht sein, so einer schaler Beigeschmack. Schließlich ist das Bier schon abgestanden genug und genug gekotzt haben wir ja bereits während der Reportage über Wiesenhof.

Nun, aber irgendwie neugierig bin ich natürlich schon. Nein, weder auf Münchener Oktoberfest noch auf eine einzige Maß Bier. Da setze ich mich doch lieber mit George Clooney auf eine Tasse Kaffee irgendwohin und massiere dem Star in Diensten von Nestlé die Nespresso-Kapseln seiner schauspielerischen Weichteile. Nicht, was Sie jetzt schon wieder denken. Aber am besten lesen und schauen Sie sich das selber unter dem Link an.

Heute schreiben wir also den 07. September ins Tagebuch und deshalb riskiere ich einen kurzen Blick in den virtuellen Hühnerstall oder auch die Webseite von Wiesenhof. Mal sehen, welche tiefgreifenden Konsequenzen die Verantwortlichen für Federvieh, Menschenkind und Brunnenwasser getroffen haben. Und siehe da, ein vielversprechender Newsroom erwartet mich als virtueller Besucher im Land der lückenlosen Kontrolle, des feinsten Genusses und nicht zu vergessen, im Land der 5-D-Qualität und im Land des „Wir tun mehr…„-Philosophie. Zugegeben, habe ich mir so auf der Seite zusammengeschrieben, aber als Verbraucher machen einen solche Argumente und Versprechen natürlich schon sehr stolz. Immerhin freut es die KonsumentInnen, wenn die tote Sau oder hier eben das gegrillte Huhn als ehemals glücklich lebendes Huhn sein Dasein fristen durfte.

Aber zurück zum Newsroom. Da lacht mich doch sogleich ein Artikel mit dem vielversprechenden Titel „Wiesenhof zieht Konsequenzen aus Fernsehbildern“ an. Sieh an, sieh an, das hört sich gut an! Keine singulare Konsequenz, sondern gleich plurale Konsequenzen. Der Artikel wurde zwar schon am 02. September eingestellt und dürfte der neueste Konsequenzen-Beitrag sein, aber da merkt der kritische Konsument wie ich, dass Wiesenhof sofort reagiert hat und nicht erst Gras über die ganze Sache wachsen lässt. Das lobe ich mir! Erst ziemlich schlagkräftig in Form der Mitarbeiter der mit Wiesenhof kooperierenden Agrarbetriebe, wie wir uns aufgrund der gezeigten Bildern der Reportage von Monika Anthes und Edgar Verheyen ebenso lückenlos überzeugen konnten und dann aber sofort umso tatkräftiger in mindestens 5-D-Qualität.

Diese Tatsache ist für Wiesenhof absolut inakzeptabel. Aus diesem Grund hat Wiesenhof von der verantwortlichen Ausstallungsfirma verlangt, die Mitarbeiter zur Rechenschaft zu ziehen. Bei Landwirten von Wiesenhof darf keiner der identifizierten Mitarbeiter der Fremdfirma künftig eingesetzt werden.“ Wow, das ist starker Tobak. Wiesenhof macht tatsächlich reinen Tisch. Eine löblich konsequente Konsequenz vom Allerfeinsten. Und weiter? „Wiesenhof wird darüber hinaus zunächst bei den eigenen Puten-Landwirten jede Ausstallung von Tieren von einer Fremdfirma, deren Mitarbeiter geschult werden, überwachen lassen. Uiuiui, Überwachung ist immer gut! Besonders, wenn es sich um Fremdfirmen handelt. Da stimme ich voll und ganz zu! So ein Fremdarbeiter muss permanent überwacht werden, da bin ich völlig einer Meinung. Diese fremden MitarbeiterInnen scheren sich wirklich einen Hühnerdreck um die Belange der Firma. Die können einem das mühsam in der Werbung aufgebaute Image total zusammenhauen, man mag es ja gar nicht glauben. Was ich schon Fehler von diesen auswärtigen LeiharbeiterInnen mitgemacht habe, das glauben Sie nicht. Ein Fehler nach dem anderen und immer waren es die anderen.

So, jetzt hätten wir dieses leidige Thema endlich vom Tisch. Es tut wirklich gut, dass wir darüber gesprochen haben. Zumindest Wiesenhof. Wirklich kein Fehler, endlich einmal die ganzen Fehler der anderen dezidiert und klar umrissen und vor allem konsequent auf den Griller zu bringen.

So, wann beginnt das Münchner Oktoberfest? Ich habe nämlich Hunger. Und George Clooney soll sich seine Hoden doch selber massieren. Schließlich ist so ein Tritt in die Eier immer wieder ein erhebendes Gefühl. Oder wie Trio vor ich weiß nicht wieviel Jahren so schön gesungen haben: „Los Paul, du mußt ihm voll in die Eier haun. Das ist die Art von Gewalt, die wir sehn wolln, wenn auch nicht spürn wolln „. Wiesenhof hängt mir wirklich zu den Ohren raus.


Über Paul Boegle

Bio Natur - Der Weblog, warum dieser Blog und warum gerade ich ? Ich gehöre mittlerweile einer Generation an, welche einerseits noch ohne Internet ihre Kindheit und Jugend verbracht hat, andererseits aber auch durch berufliche Notwendigkeit, das Interesse am Medium Internet und nicht zuletzt durch die Kinder aktiv das www nutze. Ist das nun gut oder schlecht ? Wie so vieles im Leben ist auch das Internet ein zweischneidiges Schwert. Ich denke oft mit Wehmut an eben diese lang zurückliegende Zeit, als Kinder noch mit Fußballspielen oder Indianer und Cowboy ihre Freizeit verbrachten. Viele meiner Generation halten diese Art von Freizeitbeschäftigung als wesentlich sinnvoller, da sie für die Förderung sozialer Kontakte als auch für die Gesundheit, man denke nur an Übergewicht oder die zunehmende Isolation der heutigen Jugend, doch wesentlich förderlicher sind als der tagtägliche Gebrauch des Mediums Internet. Andererseits sehe ich aber auch die Notwendigkeit, daß viele Themen wie eben auch das Gebiet Bio und Natur eine wesentlich größere Resonanz und Verbreitung durch die globale Verlinkung erfahren. Informationen können per Klick abgerufen und Wissenswertes kann von zuhause aus recherchiert werden. Ein weiterer Vorteil für jeden Webmaster ist dementsprechend auch die Möglichkeit, eigene Webseitenprojekte, in diesem Fall http://www.bio-natur.at, einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

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