WearFair: Faire und ökologische Mode & Design 2


Angesagt und trotzdem nachhaltig: Sozial verantwortliche und ökologisch orientierte Mode

Dass die Modebranche längst schon Teil der grünen Bewegung geworden ist und auf diesen noch relativ jungfräulichen, aber mehr und mehr auch jungmännlichen (Einkaufstempel-Eröffnung: Markenschlacht oder die Entdeckung des Mannes) Märkten, ein Stück vom großen Kuchen haben möchte, ist nicht unbedingt neu. Dass WearFair 2011 vom 30. September - 2. Oktober 2011 in der Tabakfabrik Linz. Österreichs Messe für faire und ökologische Mode & Design.die großen Modeketten dabei weiterhin skrupellos und über jede ethische und moralische Wertvorstellung hinweg ihre umsatzorientierten Interessen den KonsumentInnen direkt von der Stange weg über den Ladentisch anpassen, machen Anbieter wie Zara mit den eigenen textilen Beutestücken erst jetzt wieder mehr als nur deutlich.

Es wird weiterhin mit heißen Nadeln ins kalte Fleisch gestochen. Kleine Aufnäher oder große Schilder mit grünen Slogans versprechen uns die heile Welt von 100 Prozent Bio-Baumwolle. Doch dass auch diese Textilien mit konventioneller Chemie gefärbt sein können bzw. unter Billiglohn-Bedingungen zum T-Shirt zusammengenäht werden, geht dann eben im lärmeden Rattern der Nähmaschinen unter oder wird zusammen mit den chemikalischen Laugenresten aus unserem Bewußtsein geschwemmt. Hersteller werben mit ökologisch orientierter Mode, hergestellt unter menschenwürdigen Bedingungen. Aber handelt es sich dabei um eine Einmalaktion zwecks Promotion des guten Namens und des guten Gewissens oder haben sich die Marketingabteilungen wieder einen besonders guten Werbegag ausgedacht, um uns von den ökofairen Bedingungen zu überzeugen? Bedeuten hohe Preise automatisch, dass diese zusätzlichen Gelder in jenen vorgeschalteten Wertschöpfungsprozess fließen, welcher meist aus produzierenden Menschen in Dritte-Welt-Staaten besteht. Ich weiß es nicht und viele unter Ihnen werden es genauso wenig wissen (Tipps für den Modekauf).

Doch das Internet bietet für all jene, welche sich ernsthaft mit dieser neuen Art des Greenwashings im machmal wahrsten Sinne des Wortes beschäftigen möchten, mittlerweileClean Clothes: Weltweite Kampagen für faire Arbeitsbedingungen in der Modebranche. Shopping Guide und Leitfaden, was es zu beachten gilt, wenn man Einkaufsvergnügen mit dem Fördern fairer Arbeitsbedingungen verbinden möchte. gute Quellen, um nicht nur mit reinem Gewissen, sondern auch der damit verbundenen sauberen Wäsche durch diese Maunder Minimum Welt der heißen Nadeln und steigenden Temperaturen zu wandeln. So bietet „Die Umweltberatung“ (Die Umweltberatung: Gratis-Ratgeber Naturgarten) unter „Einkaufsquellen für Naturtextilien“ eine schöne uns sehr umfangreiche Übersicht, welche Anbieter für ökologisch und fair produzierte Textilien ihre grünen Zelte in den österreichischen Bundesländer aufgeschlagen haben. Und ebenfalls sehr hilfreich für jene Menschen, welchen Verhaltenskodizes der Textilketten mehr bedeuten als Wirtschaftlichkeitsdenken, ist der Shopping-Guide von Clean Clothes (PDF-Datei bei Klick auf das Bild) sicherlich für kritische VerbraucherInnen einmal einen Blick wert.

Doch eigentlich wollte ich in diesem Artikel auf etwas ganz anderes hinweisen, was aber im Kontext mit dem bereits Geschriebenem in unmittelbarem Zusammenhang steht. Moment, bevor ich es jetzt vergesse und meinen Hinweis gebe. Wenn sie zu den schon angesprochenen Verhaltenskodizes doch etwas mehr wissen möchten, welche Richtlinien in der Bekleidungs- und Sportartikelindustrie von wem und für wen aufgestellt wurden, gebe ich Ihnen noch den Verweis auf die von Greenpeace und Marktcheck.at gestaltete Linksammlung unter Faire Textilien mit auf den Weg.

So, aber jetzt endgültig der Hinweis auf die WearFair 2011 in der Tabakfabrik Linz. Vom 30. September bis 2. Oktober 2011 laden jene Aussteller, Anbieterinnen und Hersteller von fairer Mode und ökologischem Design zum vierten Mal dazu ein, die Begriffe „fashion brands“ und „nachhaltiger Lebensstil“ miteinander zu vereinen. Dass Eco Deluxe und Businessanzug, Streetwear und WearFair 2011: Gewohnt konsequent, kreativ und innovativ informiert die WearFair 2011, Österreichs Messe für faire und ökologische Mode & Design.Alltagskleidung die Gesichtspunkte gutes Aussehen und stylisches Design einerseits und verantwortliches Handeln bzw. verantwortlicher Konsum auf der anderen Seite zu einer grünen Brücke verbinden können, anstatt an zwei getrennten Ufern zweier unvereinbarer Welten nebeneinander her zu schwimmen, haben zwar die Großen der Modebranche noch nicht begriffen. Doch wahrscheinlich aus diesem Grund habe ich bei Durchsicht der beteiligten und ausstellenden Unternehmen auch keine Modeketten namens „Zara“, „H&M“ oder „KiK“ gefunden.

Ob dies mit dem Leitthema „Wir sind überzeugt, dass es bei Mode um mehr als um gutes Aussehen geht und dass nachhaltige Entwicklung mehr als eine leere Phrase ist!“ zu tun hat, vermag ich natürlich nicht zu beantworten.

Liebe Anna Lefik, danke für Deine Inspiration zu diesem Artikel.


Über Paul Boegle

Bio Natur - Der Weblog, warum dieser Blog und warum gerade ich ? Ich gehöre mittlerweile einer Generation an, welche einerseits noch ohne Internet ihre Kindheit und Jugend verbracht hat, andererseits aber auch durch berufliche Notwendigkeit, das Interesse am Medium Internet und nicht zuletzt durch die Kinder aktiv das www nutze. Ist das nun gut oder schlecht ? Wie so vieles im Leben ist auch das Internet ein zweischneidiges Schwert. Ich denke oft mit Wehmut an eben diese lang zurückliegende Zeit, als Kinder noch mit Fußballspielen oder Indianer und Cowboy ihre Freizeit verbrachten. Viele meiner Generation halten diese Art von Freizeitbeschäftigung als wesentlich sinnvoller, da sie für die Förderung sozialer Kontakte als auch für die Gesundheit, man denke nur an Übergewicht oder die zunehmende Isolation der heutigen Jugend, doch wesentlich förderlicher sind als der tagtägliche Gebrauch des Mediums Internet. Andererseits sehe ich aber auch die Notwendigkeit, daß viele Themen wie eben auch das Gebiet Bio und Natur eine wesentlich größere Resonanz und Verbreitung durch die globale Verlinkung erfahren. Informationen können per Klick abgerufen und Wissenswertes kann von zuhause aus recherchiert werden. Ein weiterer Vorteil für jeden Webmaster ist dementsprechend auch die Möglichkeit, eigene Webseitenprojekte, in diesem Fall http://www.bio-natur.at, einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.


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2 Gedanken zu “WearFair: Faire und ökologische Mode & Design

  • klm

    Die nachhaltige Mode wird zum Glück immer tragbarer und bezahlbarer. Man wird auch heute nicht mehr wie ein Müsli angesehen. Es gibt sogar schon Ökomode, die gar nicht mehr über das öKo-Argument verkauft wird.

  • Paul Boegle Beitragsautor

    Ja, dieses Öko-Argument. Aber leider zieht diese grüne Werbetrommel immer noch bei Konsumentinnen und Verbrauchern ordentlich. Wobei natürlich durch die mittlerweile schon inflationären Erscheinungen auch ein gewisser Überdruss in den Bevölkerungsschichten in Sachen Nachhaltigkeit und Ökologie zu erkennen sind. Einerseits werden mehr und mehr Informationen über Transparenz und Herstellungsnachweise gefordert, doch andererseits überfordert diese Forderung nach Informationsbedürfnis uns auch wiederum.
    Das mit dem menschlichen Müsli-Vergleich gefällt mir. So habe ich mich eigentlich noch niemals im eigenen Spiegel der Eitelkeiten betrachtet. Werde ich also zukünftig einen genaueren Blick auf mich und mein Erscheinungsbild werfen. Vielleicht komme ich ja sogar zu der Erkenntnis, dass ich mich selbst zum Fressen gern habe.
    Liebe Grüße aus Wien
    Paul