Bedeutet verminderte Sonnenaktivität verringerten Klimawandel?
Eiskalte Argumente von Dr. Georg Feulner gegen diesen warmen Hoffnungsträger
Nachdem wir uns die ARD-Reportage “Das System Wiesenhof” hinreichend davon überzeugen konnten, dass fehlendes Sonnenlicht wohl noch zu den geringsten Verfehlungen einer tier- und menschenverachtenden Produktionsmaschinerie gehört, hoffen andere Zweibeiner paradoxerweise darauf, dass sich jenes solare Nicht-Vorhandensein positiv auf die erhitzten Gemüter von Mensch und Tier auswirken möge.
Immer wieder einmal stoße ich auf Berichte oder höre Aussagen, welche die verminderte Sonnenaktivität zum Anlass nehmen, uns suggerieren zu wollen, dass wir mithilfe
dieses Phänomens der steigenden Erderwärmung entgegenwirken können. Sehr effektiv und sehr nachhaltig natürlich. Dass es sich dabei um einen externen, also nicht von Menschenhand gesteuerten Prozess handelt, wird dabei gerne vergessen. Dass dieser kühlende Effekt der geringen Sonnenaktivität, welche noch bis zum Ende dieses Jahrhunderts schlummernd über unseren Köpfen dem Klimawandel entgegensteuern und für eine Abkühlung der durch Treibhausgase verursachten Temperatursteigerung sorgen soll, dabei maßlos überschätzt wird, ist jetzt das Ergebnis einer Studie von Dr. Georg Feulner.
Denn der Wissenschaftler vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (siehe dazu auch meinen Artikel vom 16.05.2011: “Klimafolgenforschung: Wissenschaftliche und gesellschaftliche Fragestellungen zum globalen Wandel“) kommt nun zu dem leider wenig hoffnungsvollen, wohl aber ernüchternden Ergebnis, dass sich durch die Inaktivität unseres Lebensspenders das Klima um gerade einmal 0,3 Grad Celsius abkühlen wird, was in Prozentpunkten 10 % entspricht. Und das ist leider eindeutig zu wenig, um zu einer spürbaren Entlastung beizutragen.
Was Feulner zwar schon Anfang 2010 in “On the effect of a new grand minimum of solar activity on the future climate on Earth” festgestellt hat und im Schlusssatz “This temperature decrease is much smaller than the warming expected from anthropogenic greenhouse gas emissions by the end of the century” kurz und bündig zusammenfasste, dürfte sich aber scheinbar nicht herumgesprochen haben. Oder auf deutsch, um das umgangssprachliche Herumsprechen zu vereinfachen: Diese (Maunder Minimum Effekt, sehr interessant dazu: “Fällt die Sonne in ein neues Maunder Minimum?“) Temperaturverringerung ist weit geringer als die von Menschen verursachte prognostizierte Erwärmung durch Treibhausgase bis zum Ende dieses Jahrhunderts.
Und so hat nun Georg Feulner einen weiteren Artikel folgen lassen. Unter “Studie zur kleinen Eiszeit: Geringe Sonnenaktivität kühlt das Klima nur unwesentlich ab” gibt er ein weiteres Mal zu verstehen, dass die reduzierten Sonnenflecken, welche für die solare Strahlungsintensität und damit in weiterer Folge für eine Abkühlung des Erdklimas verantwortlich sind, auf die Auswirkungen für unsere Oberflächentemperatur leider nur einen geringen Einfluss haben. Dr. Feulner: “Der Einfluss von Schwankungen der Sonnenaktivität wird oft überschätzt. Die neue Analyse zeigt dies für die Vergangenheit – und hieraus können wir etwas lernen für die Klimaentwicklung der Zukunft.“
Was wir daraus lernen können? Dies gibt uns der Wissenschaftler am Ende seines Weges auch gleich mit auf unseren weiteren Weg. “Das würde uns lediglich eine Abkühlung von maximal 0,3 Grad Celsius bringen. Leider zu wenig, um den Klimawandel spürbar abzuschwächen.”



