Künstliche Farbenpracht: Ameisen im Zuckerwasser-Rausch 1



Die farbigen Erleuchtungen von Frau Shameem und Herrn Mohamed Babu

Ob Frauen wirklich die bessere Beobachtungsgabe besitzen, kann ich als kurzsichtiger Blogger mit losem Bodenkontakt zur Realität nicht beurteilen. Will ich eigentlich auch gar nicht, sonst würde ich, entweder bei einem behaupteten „Nein“ von meiner Seite, die Frauenrechtlerinnen auf den Plan rufen und, was noch weit schlimmer wäre, würde ich diese Hypothese bejahen, würde ich irgendwie und indirekterweise die These der allerbesten Gattin dieser Welt unterstützen, welche doch tatsächlich zu gegebenem Anlass von sich gibt, dass ich „einfach nicht klar sehe„. So zolle ich lieber und ganz unverfänglich beiden Parteien den notwendigen Respekt und schreibe über Ameisen. Ja, über Ameisen! Wobei in diesem Mikrokosmos eigentlich von vornherein klar ist, wer hier die Hosen anhat.

Sie sehen, ein eitler grüner Gockel wie ich macht sich nur FeindInnen. Da spielt die Tatsache, dass ich unterschwellig zum Boykott gegen die Modekette Zara aufrufe, auchFrau Shameem Babu und ihr Gatte Dr. Mohamed Babu. Regenbogen-Ameisen nach dem Trinken von eingefärbtem Zuckerwasser. Frau Babu verschüttet Milch und enrdeckt, dass sich die Hinterteile der Ameisen weiß verfärben. schon keine Rolle mehr. Aber weil eben jeder Mensch Zuneigung braucht, schaue ich mich beizeiten nach geeigneten FreundInnen um. Und wenn diese aus dem Tierreich kommen und darüberhinaus auch noch schön bunt und vor allem von körperlich geringerem Wuchs als ich es bin, so ist damit meinem Ego Genüge getan und dann gebe ich sämtliche Widerstände auf.

Jetzt schreibe ich und schreibe ich und Sie wissen immer noch nicht, zu welchem Zwecke ich dies mache. Also, zum Behufe dieses Zweckes wäre es zweckdienlich, wenn ich endlich zur Sache käme. Und da beißt sich die Katze wieder in den Schwanz und wir stehen am Anfang da. Denn die aufmerksame Gattin Shameem des indischen Wissenschaftlers und, wie sie selbst sehen, auch mit der Kamera vertrauten Dr. Mohamed Babu beobachtete zuhause, wie sich die transparenten Hinterteile von Ameisen weiß verfärbten. Nein, nicht einfach so aus heiterem blauem Himmel oder anderer unerklärlicher Phänomene, sondern aufgrund der Tatsache, dass sie verschüttete Milch süffelten. Aus einer Unachtsamkeit von Frau Babu, welche für das Verschütten der Milch, das Beobachten der Konsequenz der verschütteten Milch und schließlich für die Weitergabe der Konsequenz der verschütteten Milch an Herrn Babu verantwortlich zeichnete, entstand dann folgende Erkenntnis. Klare Sache: Die Milch ist weiß, wie selbst ich weiß und was die Ameise selbst nicht weiß, macht sich zwar nicht heiß, aber eben weiß. So oder ähnlich dachte vielleicht auch Herr Babu und startete ein kleines Experiment.

Der rote Hintern eines Pavians im kenianischen Nationalpark Tsavo East. Paul Boegle findet diesen Hintern genauso entzückend wie die eingefärbten Hinterteile der Ameisen von Dr. Mohamed Babu.Er träufelte Zuckerwasser in verschiedenen Farben vor die Naschkatzen aus dem Reich der Hautflügler oder noch grober gesagt aus dem Reich der Insekten und wartete mit gezücktem Fotoapparat. Und, zumindest glaube ich, dass es so war, aus seinem Gezücken entwickelte sich alsbald ein Verzücken. Denn die Hinterteile der Ameisen nahmen mit jedem Schlückchen jene Farbtöne an, welche sie eben gerade in sich hineinsüffelten. Und weil sich einige der Tierchen nicht nur mit einer Farbe begnügten, entstanden sogar richtig schöne Regenbogen-Ameisen. Und noch etwas glaubte Dr. Babu erkannt zu haben. Die hellen Farbtöne des Zuckerwassers, also gelb oder grün, würden auf die staatenbildenden Insekten anziehender wirken als dunkle Farben wie blau oder rot (Tasting the rainbow: The ants whose multi-coloured abdomens show exactly what they’ve been eating).

Was lernen wir nun aus der Tatsache, dass Ameisen mit bunten Hintern sicher genauso entzückend sind wie ein Pavian mit rotem Hinterteil? Dass es doch immer wieder erstaunlich ist, was alles ans Tageslicht kommt, wenn eine Frau zu genau hinsieht. Ob uns dies jetzt zukünftig für weitere wissenschaftliche Erkenntnisse hilfreich ist, kann ich natürlich nicht beurteilen. Aber nach meinem Empfinden wäre es schade, äußerst schade sogar, wenn wir solche Zwergstaaten wie Ameisen oder Bienen durch Pestizide und ähnliche Dinge einfach so mir nichts, dir nichts auslöschen würden.


Über Paul Boegle

Bio Natur - Der Weblog, warum dieser Blog und warum gerade ich ? Ich gehöre mittlerweile einer Generation an, welche einerseits noch ohne Internet ihre Kindheit und Jugend verbracht hat, andererseits aber auch durch berufliche Notwendigkeit, das Interesse am Medium Internet und nicht zuletzt durch die Kinder aktiv das www nutze. Ist das nun gut oder schlecht ? Wie so vieles im Leben ist auch das Internet ein zweischneidiges Schwert. Ich denke oft mit Wehmut an eben diese lang zurückliegende Zeit, als Kinder noch mit Fußballspielen oder Indianer und Cowboy ihre Freizeit verbrachten. Viele meiner Generation halten diese Art von Freizeitbeschäftigung als wesentlich sinnvoller, da sie für die Förderung sozialer Kontakte als auch für die Gesundheit, man denke nur an Übergewicht oder die zunehmende Isolation der heutigen Jugend, doch wesentlich förderlicher sind als der tagtägliche Gebrauch des Mediums Internet. Andererseits sehe ich aber auch die Notwendigkeit, daß viele Themen wie eben auch das Gebiet Bio und Natur eine wesentlich größere Resonanz und Verbreitung durch die globale Verlinkung erfahren. Informationen können per Klick abgerufen und Wissenswertes kann von zuhause aus recherchiert werden. Ein weiterer Vorteil für jeden Webmaster ist dementsprechend auch die Möglichkeit, eigene Webseitenprojekte, in diesem Fall http://www.bio-natur.at, einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

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