Worst Lobbying Award: Der „Lobby Dick“ für negativen Lobbyismus


LobbyControl verleiht den Negativpreis für fragwürdige Einflussnahme

Nachdem bis zum Jahr 2010 in Brüssel, die Stadt wäre in meinen Augen eigentlich weiterhin prädestiniert für die Verleihung eines solchen Hochkaräters, die Überreichung einer so wohltuend förderlichen und vor allem förderungswürdigen Preisverleihung in Form des sogenannten „Worst EU Lobbying Award“ über die kontaktreiche, aber meist lichtscheue Bühne der europäischen Vernetzungsapparatur ging, findet 2011 die (Negativ)Preisverleihung zum ersten Male in Berlin statt. Nachdem ich erst vor kurzer Zeit lauthals und mit vollem vegetarischen Munde skandiert habe „Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin!“ wird dies jenen Nominierten wahrscheinlich umso schwerer über die einflussreichen Lippen voller wohldurchdachter und bestens kalkulierter Lippenbekenntnisse ohne entsprechenden Wahrheitsgehalt kommen.

Doch wer im wirtschaftlichen Trüben mit entsprechenden politischen Treibnetzen fischt, sollte meiner Meinung auch entsprechend dafür belohnt werden. Und weil in diesem Falle meine eigene Meinung eigentlich diejenige von LobbyControl ist und ich deshalb nur als Wasserträger fungiere, um im Jargon der lobbyistischen Hochseefischerei auf den Kommandobrücken politisch-wirtschaftlicher Bodenlosigkeit zu bleiben, aber solche Preisverleihungen (natürlich auch Jahr für Jahr die milch-schnittige Übergabe des Goldenen Windbeutels) äußerst gerne sehe und dementsprechend auch weitertrage, betätige ich mich also jetzt als unheiliger Apostel gegen Machtungleichgewichte und Einflussnahme wider des guten Geschmacks.

Sollten Sie also, und wer hat das eigentlich in lobbyistischen Brüsseler und anderen Zeiten wie diesen nicht, noch geeignete Kandidatinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft, der Öffentlichkeit, von mir aus auch dem Sport (man denke nur an die Ma-FIFA) für eine Empfehlung haben, welche sich durch besonders manipulative, irreführendes oder im Dunstkreis vor sich hin dunstendes Verhalten in den Jahren 2010 und 2011 hervorgetan haben und sich ergo für eine Nominierung für den Preis ohne Namen, auch hier können Sie noch intervenierend mit all Ihrer schöpferischen Kraft eingreifen, dann zögern Sie nicht länger und reichen Sie Ihren Vorschlag noch bis zum 09. September 2011 ein.

Selbstredend muss es sich bei den eingereichten Fällen um mit hinreichend nachprüfbaren Fakten belegte Vorkommnisse handeln, welche, um es den LobbyControlistInnen zu erleichtern, am besten durch entsprechende Dokumentation begleitet werden. Und ab November heißt es dann abstimmen und online voten. Die fünf heißesten eiskalten LobbyistInnen stehen dann zur Disposition, denn schließlich muss es auch einen absoluten Siegertypen geben, welcher dann in der ersten Dezemberwoche im Rahmen einer bisher noch nicht näher definierten Veranstaltung in Berlin zum Lobbyisten der Lobbyisten, im Sinne der Genderisierung freue ich natürlich genauso über weiblichen Lobbyismus, mit dem Lorbeerkranz oder gerne auch Pokal zum Ritter der Schwafelrunde ernannt wird. Dass dann der Slogan „Berlin ist immer eine Reise wert“ sicherlich nicht für alle teilnehmenden Personen, sofern sie dann auch erscheinen, Gültigkeit besitzt, mag zwar bedauerlich, aber in meinen Augen auch nicht weiter dramatisch erscheinen.

Wenn Sie also mitmachen wollen und aussichtsreiche TitelanwärterInnen haben, schicken Sie Ihre Vorschläge an kontakt@lobbycontrol.de oder informieren Sie sich besser noch etwas ausführlicher über den Ablauf auf der Seite von LobbyControl. Ob mein eigener eingesandter Vorschlag für den Namen des bisher noch namenlosen Preises „Lobby Dick – Call me Lobbyist„, in Anlehnung an den ersten Satz von Melvilles „Moby Dick“, der da lautet „Call me Ishmael„, dann auch titelgebend sein wird, wage ich zwar zu bezweifeln, aber einen Versuch war es auf alle Fälle wert.


Über Paul Boegle

Bio Natur - Der Weblog, warum dieser Blog und warum gerade ich ? Ich gehöre mittlerweile einer Generation an, welche einerseits noch ohne Internet ihre Kindheit und Jugend verbracht hat, andererseits aber auch durch berufliche Notwendigkeit, das Interesse am Medium Internet und nicht zuletzt durch die Kinder aktiv das www nutze. Ist das nun gut oder schlecht ? Wie so vieles im Leben ist auch das Internet ein zweischneidiges Schwert. Ich denke oft mit Wehmut an eben diese lang zurückliegende Zeit, als Kinder noch mit Fußballspielen oder Indianer und Cowboy ihre Freizeit verbrachten. Viele meiner Generation halten diese Art von Freizeitbeschäftigung als wesentlich sinnvoller, da sie für die Förderung sozialer Kontakte als auch für die Gesundheit, man denke nur an Übergewicht oder die zunehmende Isolation der heutigen Jugend, doch wesentlich förderlicher sind als der tagtägliche Gebrauch des Mediums Internet. Andererseits sehe ich aber auch die Notwendigkeit, daß viele Themen wie eben auch das Gebiet Bio und Natur eine wesentlich größere Resonanz und Verbreitung durch die globale Verlinkung erfahren. Informationen können per Klick abgerufen und Wissenswertes kann von zuhause aus recherchiert werden. Ein weiterer Vorteil für jeden Webmaster ist dementsprechend auch die Möglichkeit, eigene Webseitenprojekte, in diesem Fall http://www.bio-natur.at, einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

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